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Full text of "Des Gervasius von Tilbury Otia imperialia"

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HARVARD COLLEGE 
UBRARY 




FROM THB FUND OF 

CHARLES MINOT 

CLASS OF 1838 



Q '^^^^'we4je^ ^l_^^ll^ 



DES 



. GERVASIÜS VON TILBUßY 

OTIA IMPERIALIi 



IN EINER AUSWAHL NEU HERAUSGEGEBEN 

UHD 

MIT ANMERKUNGEN BEGLEITET 

VON . 

FELIX LIEBRECHT. 



EIS BEITBAG ZUR DEUTSCHEN MYTHOLOGIE UND SAaENFOBSCHUNO. 



X HANNOVER. 
CARL ROMPLER. 



1856. 



2^-^Ä/.^r 



Jf/C^ ßo'yu f. 






<^. 



DEM 



SEHR EHRENWERTHEN 



SIR GEORGE CORNEWALL LEWIS, 



BAST. BL P. 



ALS ZEICHEN GANZ BESONDERER HOCHACHTUNG 



GSWIDMET. 



Vorwort. 



Die um das Jahr 1211 abgeüeussten OHa Imperudia i) 
des Gervasius von Tilbury sind zwar in mehrfacher Bezie- 
hung nicht unwichtig für die Kenntniss des wissenschaft- 
lichen Zustandes jener Zeit überhaupt 2), namentlich aber 



1) Otia gr. o^oXV) d. i. Musaestunden, sowohl die Zeit selbst, wie 
das, was in derselben gearbeitet wird. Auch Byron nannte bekannt- 
lich seine ersten poetischen Ersseugnisse Hcfwr% of Idlenesa. Gervasius 
selbst sagt Decü. m, c. 84 von einem wunderbaren Falken: „Cum 
baec et bis similia tuae Celsitudini, Princeps Serenissime, memoramus, 
nihil aliud agimus, nisi quod tuae sollicitudinis seria otiorum paren- 
thesi temperamus, quae licet vanitati linguosae possint adscribi, sus- 
tinenda tarnen sunt ex eo, quod non modicam ad multa praestare pos- 
aunt doctrinam aut cautelam.^ Gervasius scheint übrigens für seine 
Arbeit einen Lohn von Seiten des Eidsers (Otto lY.) erwartet zu ha- 
ben, wie aus dem Schluss seiner e^iatola an den Geheimschreiber des- 
selben erhellt; s. p. 1005. 

3) Wahr sagt also Petit -Radel, Verfasser des Artikels über Ger- 
vasius in der HisL Litter. de la France vol. XVII, p. 84, in Betreff 
des letztem: „Quoique cet ouvrage, auquel Vossius donne mal-ä-propos 
le titre de Chronicon^ ne soit au fond qu'une compilation r^dig^e avec 
peu de m^thode et sans goüt, il m^rite de fixer Tattention des per- 
sonnes, qui aiment ä suivre le commencement et les progr^ des 
sciences et des lettres chez les peuples dont la civilisation se per- 
fectionne. Sous ce rapport les Berits de Gervaise seront un monument 
pr^deux et, ^ur ainsi dire, le seul qui leur ofirira, avec quelques 
d^tails, le tableau de T^tat confus des sciences physiques et cosmogra- 
phiques au commencement du Xine si^cle.^ Doch trifiPt diese Bemer- 
kung nicht in ihrem ganzen Umfange zu, denn ein guter Theil des 
von Gervasius in Jener Beziehung Berichteten geht auf die Rechnung 
eines von ihm ausgeschriebenen, bald näher zu bezeichnenden Schrift- 
stellers. 



*. « 



VI Vorwort 

der gebildeten Laien, und sowohl die Geschichte als auch 
die Geographie des Mittelalters 3) können^ wie Leibnitz in 
seiner Vorrede dargethan, mancherlei Nachrichten aus ihm 
schöpfen, die sonst nirgend anzutreflFen sind; allein nicht 
dieser Umstand, sondern die zahlreichen, den Volksglauben 
und die Sagen jener Zeit be&enenden Nachrichten sind es, 
denen Gervasios die häufigen AnMirangen in Werken yer- 
dankt, welche derartige Gegenstände behandeln, und die 
hierauf bezüglichen Stellen der Otia sind es daher auch, 
,, / i/*-;' welche ich durch Aushebung und besondere Herausgabe 

^' . leichter zugänglich zu machen suche, als sie es bisher ge- 

wesen. Die einzige Ausgabe der Otia ist nämlich die, 
welche sich in des Leibnitz Scriptores iterum Brunsvicensium 
vol. I, p. 881 ff. findet. 

Indem ich nun hinsichtlich der nahem Lebensumstände 
des Gervasius und sonstiger literarischer Nachweise auf die 
erwähnte Vorrede Leibnitz's *) verweise, fuge ich noch 



3) Vgl. Eist. Litt. a. a. O. p. 94. 97. 

4) S. auch Grasse Lehrb, 2, 2, 800, so wie den bereits mefarmal 
angefahrten Artikel von Petit- Badel in der Hut. Litt, de la France 
XVII, 82 — 109, dessen grössten Theil eine Uebersicht des Inhalts der 
Otia Impericdia bildet, und der sonst nichts Wichtiges enthalt Einen 
sehr auffallenden Irrthum aber, in welchen Petit- Badel oder der, dem 
er nachgeschrieben, auf £uBt unbegreifliche Weise, jedenfalls aber durch 
Flüchtigkeit und Unachtsamkeit gerathen, und den auch Grässe a. a. O. 
wiederholt, finden wir p. 58 und 91, an welcher letztem Stelle er aus 
Decis. n, 0. 2 die Worte des Gervasius anführt: „Nos tarnen, assignan- 
tes orbis divisionem distributioni filiorum Noae, orbem totius terrae 
Ooeani limbo circumseptum et quadratum statuimus, ejusque tres par- 
tes Asiam, Europam et Africam nominamus;^ und hinsufugt: „II est 
inutile de faire remarquer Topposition d'iddes qui rjSsulte de la Uaison 
de l'^pithöte quadratum^ avec le mot orbem.*^ Allerdings vertragen sich 
die Begriffe arhis und quadratwm durchaus nicht, und man müsste 
Gervasius für gar eu einfaltig halten, wenn er dies nicht selbst einge- 
sehen haben sollte. Also schon dies hätte Pßtit-Kadel stutzig und 
aufmerksam machen müssen. Allein dies ist keineswegs geschehen; 
ja man möchte ausserdem fast glauben, dass er den Originaltext des 
Gervasius gar nicht vor Augen hatte; denn dort findet sich zwischen 



I 



Vorwort vn 

einige theils JBQß berichtigende, theila anderweitig ergän- 
«pde Bemerkungen hinm. 

So föhrt LeibnitBs z. B, unter * den altern j3c)mf)Bteller% t 
^e 4e8 GerviMsiu« Erwähnung tiiun, auch den Vincentius v 
Bellovacensis an« Das Spßculum Moraley wo die betreffende 
Stelle sich findet, ist jedoch nicht von Vincentius yerfasst 
(s. Qrräßse Lejirlmoli 2, 3, 892 ff.); in seinem Speculum lEaUy 
riah und Naturah aber habe ich Gervasius nirgend erwähnt 
gefunden. 

Die Ge9ta Botß* haben dem Gervasius ausser den von 
Leibnitz angefuhrteQ c. 164. 155. 162. auch noch das c. 161. 
entliehen. 

Nicht nur Maderus, sondern *auch Duohesne Soript. 
ffist. Franc. 3, 363 sqq. hatte ein Bruchstück des Gervasius, 
nämlich die c 18. 19. 20. der Decis. U. des Gervasius^ auf- 
genommen. 

den Worten „statuimus" und y^ejasque^ noch der hierbei sehr wichtige 
Zusatz jfSecumdum Pauli Oroaii aenteniiam,'* Wie kommt es nun^ dass 
Petit -Badel letztem nicht gesehen, da er doch stets die Ausgabe von 
Leibnitz citirt, wo derselbe klar und deutlich steht? Wenigstens 
müsste dann diese offenbare Absurdität zunächst dem Orosius, dem 
.Gervasius hingegen nur in so weit zur Last gelegt werden, als er sie 
ohne Ueberlegung nachgeschrieben. Viel besser wäre es aber gewe- 
sen, zunächst den Orosius nachzuschlagen, und da hätte sich denn ge- 
funden, dass daselbst 1. 1, c. 2 nicht „quadratua^, sondern vielmehr 
„triquadrvs'^ steht. Dieses Wort aber bedeutet so viel als „zw trea 
partea divisus^, wie es Ducange s. v. ganz richtig erklärt; es wurde 
jedoch, weil es nicht häufig ist, von dem Abschreiber des Oervasius 
mit jenem unsinnigen quadratum vertauscht. Es ist also ganz einfach 
bei unserm Autor statt des letztem Wortes vielmehr „triquadrum/* zu 
schreiben, imd jener auf diese Weise von dem ungerechten Vorwurf 
der Ungereimtheit frei zu sprechen. 

Noch will ich hier die Bemerkung hinzufügen, dass für eine ziem- 
liche Verbreitung und gewisse Popularität der Otia im Mittelalter auch 
eine muthmaaslich schon &üh gemachte Uebersetzung derselben ins 
Französische zu sprechen scheint, welche sich im Jahre 1373 in der 
Bibliothek des Louvre befand. Sie führte den Titel „Oisivetez des 
empereura'* und war von maitre Herent d'Autiojche. 3-ßeiffenberg zu 
Philippe Mouskes vol. U, p. VI. 



vm Vorwort. 

Leibnitz bemerkt, dass die zuweilen dem Gervasitts zage- 
scbriebene Abhandlung über das englische Exchequer (scacca- 
rium) nicht, wie Vossius irräiümlich geglaubt habC; in dia- 
logischer Form geschrieben sei; allein sie ist dies dennoch^ 
und Vossius hat sich nicht geirrt Uebrigens hält Thomas 
Madox, der Herausgeber des in Rede stehenden Dialogus 
de Saccario (s. Grässe 2, 2, 801. Eist. Litter. 17, 106 ff.), 
den Bischof von London, Richard, der im Jahre 1169 unter 
Heinrich H. Schatzmeister des Exchequer wurde, mit vieler 
Wahrscheinlichkeit für den Verfasser desselben, und da 
letzterer gleichfalls sagt (Dialog, p. 13): „Libellus quidem 
est a nobis utcunque tempore juventutis editus de tripartita 
regni Angliae historia,^ so ist er wohl nicht minder auch 
fiir den Verfasser des von Leibnitz erwähnten Tricolumnium 
zu erachten; s. Hist. lAtter. 1. c. Für ein Bruchstück aus 
letzterm halte ich das von Camdeü in der Britanma gegen 
Ende des Abschnittes von den Normannen (p. 89 ed. Fran- 
cof. 1590) aus einem historischen Werke des Gervas. Tilbur. 
Angeführte, da sich nämlich diese Stelle in den Otia nicht 
wiederfindet. 

Unrichtig, wenn auch leicht verzeihlich, ist femer Leib- 
nitz's Urtheil über die multiplex literatura des Gervasius, 
da es auf den ersten Anblick allerdings scheinen muss, und 
daher Leibmtz, so wie anfangs ich selbst, glaubte, dass 
Gervasius alle Autoren, welche er anfuhrt, durch eigenes 
Lesen kannte 5). Dies verhält sich jedoch keinesweges so; 
vielmehr bemerkte ich bald, dass er einen sehr beträcht- 
lichen Theil seiner Arbeit und daher auch die darin vor- 

S) Auch Petit -Radel hat sich dadurch irre fähren lassen, indem 
er a. a. 0. p. 105 sagt: „Les frdquentes citations des anciens que Ton 
trouve dans le livre que nous venons d*examiner [nämlich die Otia 
Imperialia] prouvent encore, k la louange de Gervaise, qu'il apprddait 
et savait allier, dans ses Berits, plus qu*on ne les faisait de son temps, 
les auteurs sacr^s et pro&nes.^ 



Vorwort IX 

kommenden zahlreichen Citate der ERstoria ScholcuHca des 
Petrus Comestor^) meist wörtlich enüiehen hat, ohne den- 
selben auch nur ein einziges Mal namentlich anzuführen ''). 
Ausserdem femer; dass Gervasius mit dieser ihm nicht 
angehörenden Gelehrsamkeit zu prunken sucht; zeigt es sich 
aber auch noch; dass er seine Quellen sehr oft flüchtig und 
daher ungenau excerpirt hat; so z.B. sagt er Decis, ly c. 6: 
„Nunc annus mundanuS; qui completur omnibus stellis ad 
sua loca primitiva reversis; quod fit; ut ait JosephuS; de- 
mum post quinque millia annorum;'^ bei Josephus findet 
sich jedoch nichts der Art; vielmehr hat Gervasius den 



^ t 1178. S. über ihn Grässe L^rbwA u. s. w. II, 2, 488 f. 

^ Ja er nimmt sogar nicht Anstand, ausdrücklich sich selbst zu- 
zuschreiben; was er doch nur aus Comestor hat; so sagt er Decis, I, 
c. 1: „empyreum coelum mundum dixerim propter suam munditiam.^ 
Ebenso heisst es fast wörtlich bei Comestor: „quaudoque empyreum 
coelum mundus dicitur propter sui munditiam.^ Ueberhaupt ist der 
grösste Theil der ersten Decisio aus Comestor*s Genes, c. 1 — 9 meist 
buchstäblich entlehnt. 

Uebrigens war bekanntlich ein solches Verfahren, wie das des 
Gervasius, auch zu jener Zeit schon ganz gewöhnlich, wie dies z. B. 
Prof. Bormans in seiner Abhandlung Tliomcis de Cantimpri indiqui 
eomme une des sources otk Älbert-le-Grand et surtout Maerlant ont puisi 
Us mcUMaux de Uurs dcrits sur rhistoire ncUureUe (s. Bulletins de 
VAcad, Boy, de Beigigue t, XIX, No. 1), wo er Thomas von Cantim- 
pri als Verfasser des gewöhnlich Albert dem Grossen zugeschriebenen 
noch ungedruckten Werkes de naturis verum nachweist, hinsichtlich 
des letztem gezeigt hat, der es gerade so machte wie Gervasius. 

Das einzige Mal, wo Manducator (d. i. Comestor) bei einer ganz 
unwesentlichen Stelle angeführt wird, zeigt sich dieser Zusatz ganz 
deutlich ab ein späteres Einschiebsel, welches sich auch nur in einer 
der von Leibnitz zu den Addenda benutzten Handschriften befindet. 
S. vcO^, p. 783 Zusatz zu p. 996. 

Von den dem Comestor entnommenen Stellen habe ich, da sie 
bei diesem vollständiger und richtiger zu finden sind, verhältnissmässig 
nur wenige in die vorliegende Auswahl aufgenonmien, gleiches Verfah- 
ren auch mit Bezug auf die dem Gottfried von Monmouth entliehe- 
nen Sagen beobachtet und endlich von den Legenden ebenso nur 
die wichtigsten berücksichtigt. 



"^ 



X Vorwort. 

Copiestor falsch verstanden^ welcher nämlich Gmeß. c. 9 den 
Josephus so citirt: „Dicit autem JosephuS; quod nemo putet 
£alsa; qoae de antiquorum longaevitate consoripta sunt; quia 
propter virtutes et gloriosas utilitates^ quas jugiter perscru- 
tabantuF; id est astronomiam et geometpcam, deus eifi am- 
pUora vLvendi spatia condonavit, quae aliter disserere non 
potuissent, nisi sexcentos viverent £|.nnos; per tot enim an- 
norum curricula magnus annus impletur. Magnus enim an- 
nus est, qui completur reversis omnibus planetis ad looa 
Buae creationis; quod fit annis non pauoloribus nisi quin- 
gentis XXX; mwndarms vero annus est omnibuB steUis ad 
prima loca reversisy quod fit demum post V müia annorum.^ 
Letztem Sat^ nun hat Gervasius irrthümlicherweise auch 
auf Josephus bezogen, der aber, wie bemerkt, nichts der- 
gleichen sagt; s. dessen Ant. Jud. 1. 1, c. 4 s. f. Seltsam 
ist es auch, wenn Gervasius Decis. 11, c. 10, p. 914 in. das, 
was er nach Cäsar über die Sitten der Gallier erzählt, als 
noch für seine Zeit geltend anführt. Ändere Beweise von 
der. Eilfertigkeit und Ungenauigkeit der Auszüge bei Ger- 
vasius zu geben, imterlasse ich, da dies hier zu weit fuhren 
würde. 

Der Stil des Gervasius zeichnet sich vor dem seiner 
Zeitgenossen nicht besonders aus, und abgesehen von den 
fast ihnen allen eigenen Barbarismen, leidet er zuweilen 
an Unbeholfenheit, Anakoluthen und bis zur Unverständ- 
lichkeit getriebenem Schwulst. 

Von dem Vorwurfe der absichtlichen Lügenhaftigkeit 
jedoch, den ihm Leibnitz macht, möchte ich ihn freiepre- 
chen, nicht aber von dem der Leichtgläubigkeit und des 
Aberglaubens j dieser trifft indess nicht sowohl ihn als seine 
Zeit überhaupt, und ist andererseits gerade das, was ihn 
uns vorzugsweise wichtig macht, indem uns dadurch jene 
Beiträge zur Kenntniss der Sagen und des Volksglaubens 



Vorwort XI 

im Mittelalter erbaltw worden sind, von denen ich oben 
gesprochen 8). 

Trots oller dieser Mängel nun kommt dem Qervasius 
noch immer das Lob eines für seine Zeit ziemlich belesenen 
Mannes zu^ was bei ihm, als einem Laien, um ^o höher an- 
zuschlagen ist; und aus dem hier unten ^) gegebenen Ver- 



8) So soll er, wie Nandö in seiner Apologie des grands homm0$ 
fawtsement soupgofmia de magie p. 611 bemerkt, der erste sein, der die 
Yirgil betreffenden Sagen berichtet, und aus dem sie dann in die 
spätem Autoren, wie Helinand, Yincentins Bellovacensis u. s. w. über" 
gingen. Jedoch hatte bereits vor Gervasius der bekannte Bischof voii 
Chartres, Johannes Saresberiensis (f 1180), in seinem Policraticus eine 
sich auf Yirgil beziehende und auch von Gervasius mitgetheilte Sage 
erwähnt (s. unten Anm. 32 zu Anfang); ja sogar schon in der Vita 
Virgüii des Donat finden sich mehre dergleichen Geschichten mitge- 
theilt. Ygl. meine Uebersetzung von Dunlop*s Gesch, der Prosadich- 
tungen Anm. 282 und Genthe in seiner Uebersetzung von Yirgil's 
Eklogen S. 58 ff. Gegen Ende seiner Yorrede erzählt Leibnitz einen 
Hexenprocess, bei dem auch Gervasius in seiner Jugend eine Rolle 
spielte, und wie dabei eine Hexe an einem zum Fenster hinausgewor- 
fenen Zwimknäuel in die Luft fährt und verschwindet. Hierzu vgl. 
Tettau und Temme Preuas. Sag. No. 122. MüUenhoff No. 572 (S. 564). 
£rin 6, 130 ff. Auch in dem bekannten Anschlagszettel, den Lichten- 
berg den 7*«*> Jenner im Namen Philadelphia's zu Göttingen öffentlich 
anheften liess, heisst es gleich anfangs: „Es ist nämlich derselbe, der 
im Jahre 1482 zu Yenedig auf öffentlichem Markte einen Knaul Bind- 
faden in die Wolken schmiss und daran in die Luft kletterte, bis man 
ihn nicht mehr gesehen.^ 

Abdias. Bibel. Eusebius. 

Alcuin. Bibliotheca versificata. Fulgentius. 

Alexander, Petrus. Boetius. Galfredus Monomuten- 

Ambrosius. Catalogus creaturarum. sis. 

Ammonius. „ Romanorum. Gesta Alexandri. 

[Anonyme Autoren.] Claudian. „ Salvatoris. 

Apulejus. Claudius. „ vultus Lucani. 

Aristoteles. [Comestor.] Gildas. 

Athanasius. Consecratio lapidum. Gregorius der Grosse. 

Augustin. Corpus juris. Hegesippus. 

Beda. Decretalia. Hieronymus. 

Bernhard, St. Dioscoride?. Historia Quotidiana. 

Beiosus. Epikur. „ Bomanorum. 



XII 



Vorwort. 



zeichniss der von ihm citirten Schriftsteller und Sehrlften 
bleibt noch immer, selbst nach Abzug der nach Comestor 
und andern angeführten, ein, wie ich glaube, nicht unbe- 
trächtlicher Theil übrig, die er aus Autopsie kannte, wozu 
dann auch noch diejenigen Icommen, die er benutzt haben 
mag, ohne sie zu nennen i^). Unter den klassischen Dich- 
tem scheint er besonders Oyid genau gekannt zu haben, 
und von den gleichzeitigen fährt er zuweilen einen egregim 
verdficator an, womit er wahrscheinlich Bemhardus Sylve- 
ster meint ^i), denn diesen nennt er auch einmal imter Bei- 
legung jenes Epithetons ausdrücklich. Verschiedene in Prosa 
aufgelöste Ve^se habe ich gleichfalls gefunden i^) und hätte 



Horaz. 

IsidoruB. 

Jobannes. 

Josephus. 

Lactantius. 

Lucan. 

Lucrez. 

Macrobius. 

Martianus. 

Metbodius. 

[Mirabilia urbis Ro- 

mae.] 
Nicodemus. 
Nicolaus Damascenus. 



Origenes. 

Orosius. 

Ovid. 

Passio Tbebaeorum. 

Paulus Diaconus. 

Pbilo. 

Plinius. 

Plato. 

Postbumianus. 

Habanus. 

Hadulfus Niger. 

Begistrum Ecclesiae. 

Sallust. 



Sidonius. 

Speculum Ecclesiae. 
Strabo, Walafried. 
Sylvester, Bernhard. 
Tatian. 
Tbeodosius. 
Trajanus. 
Turpin. 
Varro. 

Vita Antonii. 
„ Nicolai. 
Virgil. 
Zosimus. 



Sibylliniscbe Orakel. 

10) So z. B. die Mirabilia urbis Romae, welche hier in der Decis. II, 
C.9 e^e situ Romae vom Anfang des Capitels bis zu den Worten: j,Ro- 
mae sedes Papalis^ (II, 767 — 769) fast wörtlich mit den von Grässe in 
den Beiträgen zur Kunde des Mittelalters herausgegebenen übereinstim- 
men. Doch hat Gervasius oft einen bessern und vollständigem, zu- 
weilen aber auch einen mangelhafbem Text als Grässe. 

11) üeber diesen s. Gräase Lehrbuch IL, 2, 682. 

12) z.B. Decis. I, c. 19: „0 miserrime Cain, quid modum ponis 
miserendi in Deo? cujus finis infinitus et modus est, hominum 

„non tenuisse modum. Quisquis te flere coegit 
impetus, a vera longe pietate recessit, 
acquirisque fidem simulati fronte doloris: 
Non aliter manifesta putans abscondere mentis 



>«l 



Vorwort. Xin 

deren muthmasslich noch mehr entdecken können, wenn es 
der Mühe gelohnt hätte, sie zu suchen» 

Hinsichtlich der kritischen Beschaffenheit meines Tex- 
tes bemerke ich, dass von mir die von Leibnitz in den 
Scr. Rer. Br. ü, p. 751 -784 nach vier »3) Pariser Hand- 



gaudia • . . 

quam factum damnando tuum, veniarnque negari 

posse tibi credeus. Nequaquam ita fiet, sed omnis, 

qui invenerit te, occidet 
te et ita justo Dei judido occisor oeciBus liberaberis a miseria corpo- 
rali;^ und ebendas. bald darauf: 

„Tunc data libertas odiis, resolutaque legum 

frenis ira mit; non uni cuncta dabantur, 

sed fecit sibi quisque nefas.^ 

13) £8 sind jetzt auf der Biblioth^ue Imperiale sieben CodiceB 
des G^ervasius vorhanden, darunter auch jene 4, deren erneute Yer- 
gleichung noch manche wichtige Ausbeute gewähren würde. Auch hat 
Herr Dr. Henri MicheUmty Gustos an der genannten Bibliothek, die 
Güte gehabt, sich behufs einer früher von mir beabsichtigten voU- 
ständigen Ausgabe des Gervasius der Yergleichung vielfacher yerdor- 
bener oder zweifelhafter Stellen mit den in Rede stehenden Hand- 
schriften zu unterziehen und jenen auf diese Weise Berichtigung oder 
Sicherheit zu verschaffen, für welche zuvorkommende f^undlichkeit, 
ausser andern mehrfachen Diensten, die er mir bei meiner Arbeit ge- 
leistet, ich ihm zu innigem Danke verpflichtet bin. Diese sieben 
ELandschriften tragen die Nummern 6488 (Pergam. 13. Jahrb.), 6489 
(Pag. 14 Jahrb.), 6490 (Papier, 15. Jahrb.), 6491 (Perg. 15. Jahrb.), 
6492 (Papier, 15. Jahrb.), 6703 (Perg. Anfang des 15. Jahrb. nach 
Michelant's Angabe; nach Pater Le Long, der sie für Leibnitz coUa- 
tionnirte, aus dem AnfEuag des 14. Jahrb.), 6704 (Pap. 17. Jahrb.). Die 
werthvollste ist ohne Zweifel No. 6703, und sie hat auch Leibnitz die 
wichtigsten Lesarten geliefert; gleichwohl war ihr nicht unbedingt zu 
folgen, sondern zuweilen den andern der Vorzug zu geben. Hierbei 
trat ein bemerkenswerther Umstand ein. Leibnitz führt nämlich vol. H, 
p. 779 in dem addendum zu vol. I, p. 959 an, dass zu Ende der 
Deds. n. nach deren Schlussworten: „ut Beda testatur^ sich in dem 
genannten Codex (damals in der Colbertinischen Bibliothek befindlich) 
ein langer Zusatz von 10 Blättern befinde und folgende Abschnitte 
enthalte: De peccato Ädami, tUrum fuerit gravius caeteria — de qui- 
hmdam mulieribua — de diveraia Tumiinibus — de moribua — de India 
et aliis diversia gentibua — de Paradiao terreatri — de ^Bragmania — 
de diveraüaie partium et membria earum — de portentia — de portentia 
fäbidaaia — de modia hominum guaai contra naturam, Leibnitz fügt 



XIV Vorwort. 

sehrifteli gegebenen Emendatianes ostd SuppUmenia b^tiatsit 
worden sind^ durch Welche LdLbnitz den Text den Gervasiud 
bedeufetid Vel'besBerty beträehtliehe Ltleken^ unter aüdem 



hinzu: „Hi autem tituli adjectitii sunt: nam m titolomm indice, qui 
extat iniüo secnndae decisiohis, hon reperiuhtur| pröindequä tota haec 
additio non est Gervasii.** Dieser Grand schien mir jedoch durchaus 
nicht genügend, um diesen Zusatz für unächt zu halten; denn der ge- 
nannte Index enthält bei Gervasius bloss die Ueberschriften der Capitel 
(tittdi, wie er letztere gewöhnlich nennt, aber auch capUuiä), keineswegs 
aber die Ueberschriften der in der zweiten Decifdo vorkommenden 
Unterabtheilungen, welche sich nur im l'ett befind^ti, so dass also 
jener Zusatz dergleichen Unterabtheilungen enthalten konnte: tmd da 
femer die von Leibnitz mitgetheilten Ueberschriften auch im Falle 
der Unächtheit des ganzen Abschnittes einen nicht unwichtigen Inhalt 
muthmassen Hessen, so wandte ich mich an Herrn Michelant mit der 
Bitte, mir eine Abschrift des betreffenden Stückes besoi^gen und über- 
s^den in wollen, welchem Wunsche er auch mit grösster Berehwil-^ 
ligkeit entgegen kam. Jedoch sah ich alsbald nach Empfang dessel- 
ben, dass das Ganze nichts andets als ein Bruchstück aus des Vin- 
centius Bellov. Spectdtm Naturctte enthalte, und zt^ar sind die Ab- 
schnitte de quibusdam intdieMus bis de Indis etc. aus 1. 31, o. 124 — ^182, 
de Paradiso terrestri und de Bragniania aus 1. 82, c. 2, de divers, par-^ 
tium etc. aus 1. 81, c. 118, und endlich de portentis bi6 zum Sohlnss 
aus 1. 31, c. 120 — 123. Den ersten Absöhnitt de peccato Adcmi etc. 
habe ich zwar im Speculum nicht gefunden, ihn aber der Unwichtig- 
keit der Sache wegen und da er überdiess nur einigt Zeilen enthält, 
auch nicht weiter gesucht. 

Auf die Frage aber, wie jener Zusatz in die erw^nte Handsehrift 
hineingekommen, habe ich keine andere Antwort als die, welche mir 
Herr Michelant mit folgenden Worten gegeben: „L*interpolation ne se 
trouve que dans le seul manuscrit que j'ai oopie. Je ne ptds y trou- 
▼er d'autre cause que le ddsire du scribe, qui ^tait sans doute un 
homme lettr^ d^augmenter sa mati^e, comme on le faisait si volon^ 
tiers k cette ^poque. II comptait m^m^ sans doute y fourrer encore 
autre chose, car il se trouve un ou deux f&uillets blaues entre la fin 
de ce livre et le commencement du suivant, ce qui n*a Heu que dans 
cet endroit." 

In der Hist. Liüer. de lä France XVII, 106 wird übrigeniit noch 
eine andere Pariser Handschrift, jedoch nur der dritten Dedsio des 
Gervasius erwähnt, welche mehr enthält als die übrigen. Auf eine 
deshalbige Anfrage errdederte mir Herr Michelant: „Le manuscrit d6- 
signä dans YHist, IAH, de la France contient en effet ä la fin 14 ä 
15 pages environ de r^cits qui ne se trouvent pas dans les aütresMss. 
Voici d*apr6s les annotations marginales le contenn de ee suppltoent: 



Vorwort XV 

eine von sechszebn Folioseiteli ^^)y ausgefBUt und zahlreiche 
Lesarten gefiefert hat; trotzdem aber ist jener noch immer 
sehr mangelhaft, und ich musste zuweilen M. eigenen Text- 
verbesserungen meine Zuflucht nehmen; jedoch geschah 
dies nur dann, wo dies^ sich ungesucht darboten i^)« 

Was die Anmerkungen betriflt, die ich dem Text bei- 
gegeben habe, so muss ich besonders darauf hinweisen, 
däss sie bich lediglich auf die Erörterung der Sagen, deä 
Volksglaubens, der Sitten und Gebräuche des Ifittolalters 
so wie Aehnlidhes, Säüweilen auf die der Legetiden, und nur 
ausnahmsweise auf ändere Punkte beziehen. 

Aber auch ächon in diesem engem Kreise -Wäx&ti die 
literarischen Hilfsmittel, die mir zu Gebot standet!, höäist 
beschränkt, da die hiesige Universitätsbibliothek, die ein- 
zige hier Vorhandene ö£Eentliche Anstalt dieser Art, andern 



De gestis Alexandri — de seorpiontbus — de serpentibus — de eroco- 
düis — de ngnia in morte Äkxandri — de aignia in morte Karoli — de VII 
dormientibua — de wnbra — de Caribdi — de Judaeia — de opcbal- 
samo — de diversis legibus — de historicia romanomm — de formis 
cmto^um — portae Romae — pontea Bomae — montea in Roma — de 
palacüs — de templia — mirabUe in nativitate XI,'* Dieser ganze 
Zusatz ist jedoch offenbar eine nicht dem Gervasius angehörige Inter- 
polation, da, nach den Ueberschriften zu urtheileii, vieles darin ent- 
halten ist) was jener selbst schon besprochen hat, z. B. die ganze Topo- 
graphie Borns; andererseits auch scheint mir dasUebrige nichts beson- 
ders wichtiges zu enthalten. 

14) Ich habe am Bande meines Textes die Seitenzahlen der Aus- 
gabe des Leibnitz angeführt, die sich also immer auf dessen vol. I. 
beziehen, hingegen die oben erwähnte grosse Lücke, welche sichvoLI, 
p. 912 beßind und vol. II, p. 755 — 771 ergänzt ist, durch ein vor die 
Seitenzahlen gesetztes voL IL bezeichnet. Die kleinen Ergänzungen, 
welche die Emendationes geben, sind nicht durch besondere Verwei- 
sungen kenntlich gemacht. 

15) Am Fusse der Seiten sind die wichtigsten Varianten mit ge- 
wohnlicher Schrift angeführt, wo ich hingegen den Text verbessert 
habe, ist die Lesart desselben mit gesperrter Schrift angegeben, und 
wo solches schon Leibnitz gethan, dies auch noch durch ein hinzugefügtes 
»Leibn.'' kenntlich gemacht worden. 



XVI Vorwort. 

Anforderungen zu entsprechen gemüssigt ist^ wie ich dies 
auch bereits bei einer früheren Gelegenheit zu erwähnen 
Veranlassung hatte. Gleichwohl war der Oberbibliothekar 
Herr Prof* MesSy dessen Freundschaft; und vielfachen Dien- 
sten ich auch hier wieder meinen herzlichsten Dank ab- 
statten muss, auf jede Weise bemüht; meiner Arbeit Vor- 
schub zu leisten, und hat mir eine nicht unbedeutende An- 
zahl von Werken aus den öffentlichen Bibliotheken zu 
Brüssel imd Gent zur Benutzung verschafft Indess bUeb 
mir immer noch vieles sehr Wichtige imerreichbar, und na- 
mentlich bedaure ich dies hinsichtlich der in neuester Zeit 
so reich aufgewachsenen Sagen- und Märchenliteratur, von 
der mir nur der geringste Theil zu Gebot stand, und die 
doch so mannigfache Ausbeute gewährt hätte. Ich musste 
mich daher mit den Hilfsmitteln begnügen, die mir zugäng- 
lich waren, und habe sie aufs besste zu benutzen gesacht. 
Mancherlei Anfragen sind mir auch mit gewohnter Bereit- 
willigkeit von meinem lieben Freunde Adelbert von Keller 
in Tübingen und, wie schon bemerkt, von Herrn Michelant 
in Paris beantwortet worden; endlich kann ich nicht um- 
hin, mit herzKchem Dank die Zuvorkommenheit zu erwäh- 
nen, mit welcher Herr Professor Borgnet mir seine reiche 
Bibliothek zu unbedingter Benutzung überlassen und also 
auch auf diese Weise seine Freundschaft för mich bethä- 
tigt hat. 

Ausser den Anmerkungen zum Text des Gervasius 
habe ich auch noch in einem Anhange Verschiedenes beige- 
geben, was mir der MittheiluDg nicht unwerth und dem 
Inhalt nach ßlr eine derartige Arbeit als Beilage passend 
dünkte, wozu ich auch einen bereits voriges Jahr im Bul- 
letin de VAcademie Royale de Belgique t. XXIL veröffentlich- 
ten Aufsatz über das tvüthende Heer rechne, dessen Wieder- 
abdruck durch sein geringes Bekanntwerden in Deutschland 



^ 



Vorwort. XVtt 

^tschtildigt werden mag, um so mehr, da er urBprfinglioh 
meiiier vorliegenden Aui^abe des Gervasius angehört und 
hi^anch in vermehrter und bericiidgterGeBtaH erscheint. Dar 
gegen ist eine andere Abhandhmg über den Mäuae^kumty 
sstxt die ich S. 86 verwiesen , seitdem in der myihologi' 
9chm ZdUehriß Bd. IE, S. 405 ff., nebst Nachtrügen ebendas. 
S. 408, herausgekommen und daher hier nicht wieder auf- 
genommen worden. 

Hinsiditlich der den französischen Aberglauben betref- 
fendes! AuBzüge aus Thiers ^^ glaube ich, dass de nicht 
unwillkommen sein werden, da einerseits dieses Werk in 
Deutschland nicht Jedem zur Hand sein dürfte, und es doch 
andei^rseits namentlieh im ersten Bande in jener Beziehung 
sehr wichtige Mittheilungen enthält. Zwar ersieht man zU'^ 
weilen, dass nicht Alles, was Thiers anfiihrt, speciell fran- 
zösischer Aberglaube ist oder doch war; so z. B. wo aus- 
dräi^lich das Gegentheil bemerkt ist, oder was sich schon 
in klassischen Autoren vorfiiidet; da er jedoch bei Abfas- 
sung seiner Arbeit, wie er selbst sagt, aus einer zwiefachen 
Quelle, nämlich aus Büchern (sowohl Profanscribenten wie 
Kirchenschriftstellem) und aus eigener Beobachtung ge- 



16) Dass in der Reihenfolge der einzelnen Nummern bei mir zu- 
weilen einige derselben fehlen, kommt daher, dass ich letztere, als für 
den gegenwärtigen Zweck nicht passend, gestrichen, nachdem bereits 
die ganze Sammlung für einen andern Behuf numerirt war, und ich 
aus mehrfachen Gründen nicht alle Zahlen wieder umändern konnte. 

Mit Bezug auf die unvollständige für den gelehrten Forscher oft 
sehr hinderliche Art und Weise, wie Thiers die abergläubischen 
Bräuche mittheilt, bemerkt er selbst in der Vorrede: „J'ay raport^ 
les Superstitdons dans toute leur ^tendue, lorsque j'ay jugä que cela ne 
pouirait avoir de mauvaises suites, et qu'il ^toit en quelque fa^on nd- 
cessaire de n*en rien retrancher pour les mieux faire comprendre. 
Mais j*en ay souvent cachä sous des points et des Et cetera, certains 
signes, certaines circonstances, dont elles doivent Itre revitues pour 
produire les effets qu*on en espfere, parce que j'ay eu crainte d'enseig- 
ner le mal en youlant le combatre.^ 

Gervasü Tilb. otia imp. * 



Xviil Vorwort 

schöpft hat, erstere aber fast immer namentlicli anführt^ so 
lässt sich letztere auch um so leichter erkennen; und wenn 
auch hin und wieder ein Citat, z. B. Plinius, unterlassen ist, 
demnach abo ein römischer Aberglaube als ein zur Zeit des 
Thiers in Frankreich noch herrschender erscheint^ so darf 
man nicht vergessen^ dass; wo nicht schon ein älterer Zu- 
sammenhang ist; die Superstition der Alten, besonders der 
Römer, im Mittelalter und noch später oft auch unter Chri- 
sten wiederbelebt und geilbt wurde, wof&r es Beispiele 
genug giebt, und namentlich mag dies durch das Studium 
der klassischen Literatur gefördert worden sein zu einer 
Zeit, wo sich der Aberglaube allmächtig erwies und sich 
auch die stärksten Geister nicht von demselben frei za 
erhalten vermochten. Wir wissen ja, wie hoch geehrt ujid 
viel gelesen Virgil in jenen Jahrhunderten war, aber auch 
welchen Gebrauch man häufig von seinen Gedichten machte. 
War er doch selbst, wie manche andere berühmte Schrift- 
steller des Alterthums, zur mythischen Gestalt und zum 
Zauberer geworden. 

Lütt ich, im November 1855. 

Felix Liebrecht 



Verzeichniss einiger Abktkrzungexiy Bttohertitel und 

Ausgaben *). 



AberglaubeH, deuiteker, fdkwediteker, ekiäuteker a. •. w. — aas Grimm's Deutscher Mytho- 
logie. l.Anfl. 

AibericM* Trium Fonlium, Chronicon, in Leibnitz Access. Bist. Vol. II. 

Basite, Gian^aUUUif Der Pentamerone, oder das Märchen aller M&rchen. Aas dem Neapo- 
litanischen übertragen von Felix Liebrecht. Nebst einer Vorrede von Jacob 
Grimm. Breslau 1846. II. 8. 

Berger de Xivrey Traditions Töratologiques. Paris 1836. 

Bergkf van den, Proeve van een kritisch woordenboek der nederlandsche Mythologie. 
Utrecht 1846. 

Brand Observations on populär antiqnities etc. ed. II. tonden 1841. III. 8. 

VatMetf Dom AugutUn, Traite sur les apparitions des Esprits et sur les Vampires. Nou- 
velle ed. Paris 1751. II. 8. 

Camden Britannia. Francofurti 1690. und dessen Anglica, Hibernica etc. (enthält anter an- 
derm auch die Schriften des Giraldus Cambrensis.) Francofurti 1602. 

Cattren, M. Alex. Vorlesungen über die finnische Mythologie; übers, von A. Schieffner. 
St. Petersburg 185S 

ComeetoTj Petrw, Historia Scholastica s. 1. et a. (hier mit Com. bezeichnet.) 

Delriu» Disquisitiones Magicae. Coloniae 1667. 

D. M. Jakob Grimm's Deutsche Mythologie. 2. Aufl. (wo nicht ausdrücklich die Iste ange- 
führt ist) 

D. 8. Deutsche Sagen der Brüder Grimm. Beriin 1816—18. II. 8. 

Dunlop Grescbichte der Prosadichtungen u. s. w. übersetzt von Liebrecht. Berlin 1861. 

Earljf Travel* in PalesÜne, comprizing the Narratives of Arculf, Willibald, Bemard, Sae- 
wulf, Sigurd, Benjamin of Tudela, Sir John Maundeville, de la Brocquifere and 
Maundeville, edited with notes by Thomas Wright. Lond. 1848. 

Erin. Auswahl vorzüglicher irischer Erzählungen u. s. w. von K. von K. Stuttgart und 
Tübingen. Cotta 1849. VI. 8. 

Fabri, FeUx, Evagatorium. Stuttgart 1843. III. 8. (Bibliothek des literarischen Vereins.) 

F^riciiu Codex Apoclryphus Novi Testamenti. Hamburg 1719. III. 8. und dessen Codex 
Psendepigraphus Veteris Testam. ebend. 1722. 1741. II. 8. (ersterer ist hier 
mit N. T.t letzterer mit 7. T. bezeichnet.) 

Gal/)redns MonomiUensi* Historia Regom Britanniae, in den Scriptores Rerum Britannicarum. 
Heidelberg 1687. 

Geijer und AfzeUus Svenska Folkvisor. Stockholm 1814 ff. III. 8. 

Germania oder Neues Jahrbuch der Berlinischen Gesellschaft für deutsche Sprache und 
Alterthumsknnde. Berlin 1836 ff. 

Giraldu* Cambrenn* Topographia Hibemiae und dessen Itinerariam Cambriae s. oben Cam- 
den Anglica etc. 



*) Das hier nicht Aafgeführte ist leicht verständlich oder bekannt. 



XX YerzeichniBs einiger Abkürzungen etc. 

GräiSB Beitrfige zur Kunde des Mittelalters. Dresden 1850 u. dessen Gesta Romanornni. Das 
älteste MSrchen- und Legendenbuch etc. Dresden und Leipzig 1842. II. 8. 

Hagen, v.d. Gesammtabenteuer. Stuttgart und Tübingen 1850. III. 8, (Mer bezeichnet mit 
Oet. ab.) 

Bocksr Deutscher Volluglaube in Sang und Sage. Gottingen 1853. 

Bagkom»ter frhn Hembygden och Skotan af Samuel Ödniann. Andra Upplagan. Upsala 1830. 

indonu Hispaleiuii Origines. Basileae 1577. 

JaneSf Jörne* Athearnj Traditions of the North American Indians. London 1830. III. 8. 

(Jonge) Den nordsiellandske Landalmues Character, Skikke, Meeninger og Sprog. Kiöben- 
havn 1798. 

Jotäj^uSf Floüiw, Opera. Genjsva« 1994, 

Kletke Märchensaal. Berlin 1845. III. 8. 

K. M. Kindermärchen der Brüder Grirnn. 

Ki^n Märkische Sagen. Berlin 1843. (hier mit M. S. bezeichnet.) 

Kuhn und Schwarz Norddeutsche Sagen. Leipzig 1848. {N. 8.) 

Legenda Aurea ed. Graesse. Upsiae 1850. 

Leiönitz Scriptores Rerum Brunsvicensium. (bezeichnet mit 8er. R. Br.\ 

Lenglei Dttfresnoy Recneil de dissertations anciennes et nouveTles snr les Apparitions, les 
Visions et les Songes etc. Paris 1751. II tomes Qe&fX in II parties). 

Lerieon Mj/thologicum von Finn Magnusen ; ist der dritte Band der grossen KofTenhagner 
Ausgabe der altem Edda, (hier bezeichnet mit Lex, Myth.) 

Lover, Samuel, Legends and stories of Ireland. New editlon in one Tohime. London (ohne 
Jahr, erschien jedoch 1855). 

Matthäus Parte Historia Major. London 1571. 

Meier, E. Schwäbische Sagen. Stuttgart 1852. II. 8. (hier bezeichnet mit Sehw. 8.) 

MäUenhoff Märchen, Sagen und Lieder aus Schleswig -Holstein und Lauenburg. Kiel 1845. 

Nore, Alfred de, Coutumes, Mythes et Traditions des Provinces de France. Paris 1840. 

Notiees et Extraite des Manuscrits de la BibÜoth&que du Roi. Parie 1787 ff. 

Panzer Beitrag zur deutschen Mythologie. München 1848. 

Petersen Nordisk Mythologi. Kiöbenhavn 1849. 

Pseudokailisthenee ed. Müller, hinter dem Arrian von Dübner in der Biblioth^ue des Au- 
teurs Grecqnes. Paris 1840. 

8amle Rerum Anglicarum Scriptores. Francofurti 1601. 

Saxo Grammaticus. Sorae 1644. 

Schmidt, Valentin, Märchensaal. Bd. 1. Die Märchen des Straparola. Berlin 1817 ; Beiträge zur 
Geschichte der romantischen Poesie. Berlin 1818. Taschenbuch deutscher Ro- 
manzen, oder Balladen und Romanzen der deutschen Dichter Bürger, StoUberg 
und SchUler. Berlin (1826). 

Scriptores Herum Sicularum. Francofurti 1579. 

Tendlau das Buch der Sagen und Legenden Jüdischer Vorzeit. 2. Aufl. Stuttgart 1845. 

Thiers, Jean-Baptiste, Traitä des Snperstitions etc. H. ed. Paris 1697 ff. V. 8. 

Yaemewyck, Marcus van, De Ifistorie van fielgis of Kronyke der Nederlandsche Oudheyd 
etc. Gent 1784. H. 8. 

VUiemarque Barzaz-Breiz. Chants populaires de la Bretagne. IV. ed. Paris und Leipzig 
1846. n. 8. 

Wagener Essai sur les rapports q[tti existent cntre les. apologues de linde et les apologues 
de la Grece. (Extrtut du T. XXV des Memoires couronn^ etc. de l'Academie 
Royale de Belgique.) 
Weil Biblische Legenden der Muselmänner. Frankfhrt am Main 1846. 
Wolf, J. W. Beiträge zur deutschen Mythologie. Göttingen und Leipzig 1852. Deutsche 
Sagen. Leipzig 1845. Niederlindische Sagen. Leipzig 1843. (erslere lüer be- 
zeichnet mit Beitr., letztere mit D. S. und If. S.) 



^ 



InlialtsvenseichniBB. 



Seite 

Vorwort V 

Verzeichniss einiger Abküming^en u. 8. w XIX 

Prima I>ecisio 1 

Cap. V. De soIe et lona et stellfa et stg nis 1 

M VIIL De Jumentis, reptUibus et besüii 1 

p X. De qoatuor monarchiU et quinqae zDnfs et paradiso 1 

« XII. De rore coeli, pluvia et nebula 2 

Xni. De mari 2 

n XIV. De ligDO vitae et ligno aclentlae et malt historia 3 

^ XV. De oeutis apertis post peccatum 4 

^ XVII. Del daobos Paradisia et Infernis 6 

» XVm. De Faunis et ^atyris 6 

» XX. De inventione mosieae et maltoram artifieiorum . *. 8 

w XXin. De causa diluvii 9 

Seconda Deciaio 9 

Cap. III. De Asia Orientali : 9 

M V. De distinetione Majoris Asiae ad partem Septentrionalem 10 

« IX. De Sita Romae 10 

« X. De partibos Europae OceidentalibuB 10 

De Hibernia 10 

« XI. De tertia ort)i8 parte, quam Africa dicimos 10 

w • Xn. De insulis Mediterranei maris 11 

Cyclades 11 

Sicüia U 

. XVI. De imperio Romanorum et ortu Gothorom et Lombardomm. ... 13 

„ XVII. De regno Britonum . . . , 13 

Tertia Dedsio. Continens mirabilia etc. 13 

Cap. VII. De tribus donis 14 

X. De domibus Podiensibus 14 

XII. De carne impatresdbUi maeelli 14 

Xm. De horto VirgUii et tuba aenea 16 

XVI. De rape incisa, qaae nuttas admittit insidias 17 

XVIL De Johanne episcopo et animabos mortuorum 17 

* XVin. De visione portamm Inferni 18 

XX. De turre, quae non admittit vigiles 18 

XXIV. De alia fignra Domini 19 

XXVIII. De virtute'et eonsecratione lapidum 20 

XXXIV. De vento, quem in chirotheca condusit Sanctns Caesarins 21 

XXXV. De 'virgula arida, quae per obedientiam florait 22 

XXXVn. De Tado de Rodestini 22 

XXXVIII. De aqua, quae potata reparat vires 23 

XUI. De rupe, quae noniinator Aequa itli 23 



« 



TYTf InhaltsYerzeicluiiBs. 

Seite 

Cap. • XLV. De antipodibus et eorom terra 14 

„ L. De stataa et herba fimbriae 35 

j, LTV. De li^o Dominica» cmcis et piscioa Probatica 25 

« LVn. De domina castri de Esperver 26 

LVIII. De militibns, qui apparent 26 

UX. De Wandlebiria 26 

LX. De cornu et etiam pincema 28 

« LXI. De Neptonis sive Portanis, qui homines illadont 29 

« LXU. De Grant et incendüs SO 

LXra. De delphinis 80 

9 LXIV. De girenibus niaris Britannici 31 

» LXVI. De monte Cataloniae 32 

, LXIX. De Laikibrait 34 

f, LXX. De cornu Sancti Simeonis 94 

, LXXni. De equinocephalis 35 

, LXXVni. De Aethiopia et palatits doobus 35 

, LXXXIII. De angelis percutientibus 36 

yi LXXXY. De lamüs et drada et phantasiis 38 

,* LXXXVI. De lamiis et nocturnis larvis 39 

, LXXXVm. De alio stag^o 41 

„ LXXXIX. De fönte, qui pluere facit 41 

M XC. De coemeterio Elisii campi et illuc advectis 42 

y XCII. De equo Giraldi de Cabrerüs 44 

, « XCIII. De phantasiis noctumis opiniones 45 

, XCV. De Corvo de Claveno et ejus sagacitate 45 

^ XCVI. De jttdicio cygnorum 46 

y, XCVII. De ovo corvino supposito ciconiae 46 

^ C. De hospitalitate cajusdam 47 

^ CIV. De pullo struthionis et vase vitreo 48 

M CXI. De peritia Mosis et sculptora 49 

^ CXIL De ossibus Joseph et ove 49 

^ m CXX. De hominibus, qui fuemnt lapi '. 51 

CXXIII. De avibus ex arboribna nascentibus 52 

CXXIX. De fönte, qui nihil sordidum admittit 52 

Annierkung^en 53 

Anhang. I. Einige fernere Bemerkungen zu Grimm's Deutscher Mythologie 167 

n. Sagenforschung 173 

A. La Mesnie furieuse ou la Chasse sauvage 173 

Appendice 1. Procession de Russen . . -. 201 

y 2. Procession de Saint- Lievin k Gand 205 

„ 3. La me du Lendit 208 

„ 4. La fSte du Loup-Vert 209 

„ 5. La fdte de Caritachs 210 

B. Vermischtes 212 

Ol* Le Suisse de la rue aux Ours 212 

ß. Belinus 214 

Y* Kombabos 216 

lU. Franzosischer Aberglaube 218 

Nachträge und Berichtigungen - . 261 

Register 264 






N 



GEßVASn TILBERIENSIS 

OTU IMPERIAUA. - 



Prima Decisio. p*^ 



V. De sole et luna et stellis et signis. p.88S. 

Sunt qui dicunt; stellam Magorum suo oompleto mini- 
sterio in puteum cecidisse Bethlehemiticum et illic eam intro 
videri autumant^). 

Vin. De jumentis, reptilibus et bestiis. p.890. 

Plasmavit Deus hominem de limo terrae in regione 
Damascena*). 

X. De quatuor monarebiis et quinque zonis et p.80i. 

paradiso. 

Imperator pomum aureum fert in sinistra planum faviUa 
et cinere, ut per auri fiilgorem gloria notetur imperii, et per 
favillam levis gloriae temporalis transitus designetur^). 

Majores nostri civitatem sanctam Jerusalem in medio p.692. 
nostrae habitabilis sitam scripserunt secundum illud: ^^Ope- 
ratus est saiutem in medio terrae^ . . • Hoc autem circum- 
ferentiae centrum arbitrantur quidam, in illo loco esse^ ubi 
Dominus locutus est ad Samaritanam ad puteum; illic enim 
in solstitio aestivo meridiana hora sol recto tramite descen- 
dit in aquam putei^ umbram nullam aliqua parte monstrans, 
quod apud Syenem fieri tradunt philosophi 3a). 

Genrasn Tilb. otia imp. "^ 



2 Prima Decisio. XIL Xm. 

p.8W. XII. De rore coeli, pluvia et nebula. 

Apud antiquos majoris Britanniae inolevit, quod in nocte 
natalis Domini ponunt manipulum avenae sub dio^ aut vas- 
culum aliquod plenum avenae vel hordei, ut, si fortassis^ ut 
assolet evenire; pestis mortifera coeperit alia tangere^ ex illo 
vel hordeo vel avena cibentur^ super quam asserunt rorem 
coelestem nutu divino quotannis hora nativitatis Dei descen- 
dera.'— Sed et de pane nocte illa sub dio composito comper- 
tum habeO; quod febricitantibus prodest, si tarnen adsit fides, 
quae operatuf. Plurimos quoque vidimus potentes^ qui sancto 
die Pentecostes cibum non sumerent, donee rorem de coelo 
hausissent vel super se descendisse sensissent, quod quando- 
que citius quandoque tardius eveniebal^ sicut in sepulchro 
Dominico solet nunc ocyus nunc serius ignis coelestis in vi- 
gilia Paschae Hierosolymis quotannis venire *). 

p.8d4. Xni. De mari. 

Sunt qui dicunt^ terram, ut centrum in medio circum- 

ferentiaC; omni parte aequaliter ab extremitatibus distantem 

man circumcingi atque concludi, secundum illud tertiaediei: 

' ^Congregavit aquas sub firmamento in unum et apparuit 

arida^ . . • • 

Accedit ad probandam maris superioris supereminentiam 
sj temporibus nostris novum divulgatum, tarnen mirabile. Cum 
enim die feste in majori Britannia populus post audita l\Iis- 
sarum solennia ecclesiam plebanam pas.sim egrederetur tem- 
pore quidem plurimum nubilo ac propter nebularum densi- 
tatem subobscuro, apparuit anchora navis, lapideo tumulo 
infra septa circuitu infixa, fiine in aere protenso ac pendulo. 
Obstupuit populus, dumque super haec varia inter se con- 
ferrent, tandem viderunt funem moveri quasi laborarent ad 
evulsionem anchorae. Dum ergo plurimum profligata non 
cederet, audita est vox in aere spisso velut clamor nautarum 
ad revocandam projeetam anchoram contendentium. Nee 
mora: frustrata laboris spe, nautae unum de suis dimittunt^ 
qui secundum periitiam nostrorum funi anchorali impensus 
vicaria manuum permutatione descendit. Cumque jam an- 
choram evulsisset, a circumstantibus capitur et inter manus 



Ptima Decuio. XIY. 3 

tiontrectantiunii quasi in mari nanfragium £&ceret, crassi aeris 
nostri humectatione praefocatos exhalavit. Sed et superiores 
nautae, arbitrati socium naufragatumy post unius horae Bpa- 
tium funem anchoralem praecideront, relicta anchora navi- 
gantes. In hujus itaque rei memoriam de anchora illa ferra- 
menta ostii basilicae illius prudenti consilio fiabricata sunt^ 
quae publico patent conspectui ^). 

Accedit adhuc aliud in ea region e mira bilius. , Est ca- »^^ 
strum in comitatu Claudii Castriae^ Bristoldum nomine^ opu- 
lentum et civibus ditissimis complantatum. Hie portus est; 
quo transitur a majori Britannia in Hibemiam. Uno tem- 
pore in Hibemiam cum illius loci indigena navigasset; domi 
relictis uxore et filiiS; post emensa diutinae navigationis cur- 
ricula cum in remotis Oceani partibus navis decurreret, ci- 
vls memoratus cum nautis ad epulandum consedit circiter 
lioram tertiam. Cumque finita mensa civis cultellum ad 
spondam nayis ablueret, subito de manu lapsus; eadem hora 
per fenestram domus ipsius civis in culmine patentem^ quam 
lucernariam Angli nominant^ ad mensam coram uxore civis 
positam cultellus defigitur, cujus rei novitate tacta mulier 
obstupuit, et notum sibi pridem cultellum reponens, longo 
post tempore viro *) redeunte didicit, casum et diem naviga- 
tionis cum die receptionis concordare. Quis ergo ex publi- 
cato facti hujus testimonio mare super nostram habitationem 
in aere vel super aörem positam dubitabit? 

XIV. De ligno vitae et ligno scientiae et mali p.895. 

historia. 

Inter alia paradisi ligna duo praecipue legimuS; lignum 
scientiae boni et mali et lignum vitae .... 

Nee mirandum de ligno vitae^ cum in gestis Alexandri 
legatar ad Aristotelem epistola ejuS; in qua apponitur terram 
esse, quam mors nulla tentavit^ quinimo decrepiti efferri se 
facitmt, ut moriantur, ut infra decisione secunda, Deo duce, 
in descriptione Indiae dicetur. Sic etiam lanugo fit in fo- 
1Ü8 arborum apud Seres, cujus esu vita protelatur. Sed et 
Alexander scripsit Aristoteli de sacerdotibus arborum solis 

*) anno. 

1* 



4 Prima Decisio. XV. 

et lunae^ quod; cum sol oritur et splendor tangit arborum 
summitatem, arbores ad radices usque concutimitury et tunc 
responsa dant interrogantibus. Ulic Alexander de uxore et 
familia sua^ de morte quoque sua^ cum Babyloniam intraret, 
responsum accepit. Hae arbores poma faciunt, quorum esu 
sacerdotes illarum quadringentis amiis vivimt 6). 

p.895. XV. De oculis apertis post peccatum. 

De serpentibus tradunt vulgares, quod sxmt quaedam 
foeminae, quae mutantur in serpentes, quae ita dignoscun- 
tur: babent enim ligaturam albam quasi vittam in capite. 
Sane quod in serpentes mutari dicunt foeminas, mirandum 
quidem est, sed non detestandum. Vidimus enim frequenter 
in Anglia per lunationes bomines in lupos mutari, quod bo- 
minum genus gerulfos Galli nominant, Anglici vero werewlf 
dicunt: were eHim Anglice virum sonat, wlf lupum. Cre- 
berrimum quoque apud mulieres Graecas et Hierosolomita- 
nas extitit, ut ajunt, quod contemtores suae libidinis in asi- 
nos transformant miro incantationis genere, ita quod faciem 
asini, laborem et onus sustinet, quousque ipsarum autri- 
cum*) miseratio poenam relevet: quod tamen nescio an de- 
lusioni oculorum spectantium assignem, aut quia daemones 
discummt per mundum et subito semina rerum, de quibus 
bic agitur, referunt, ut ait Augustinus de virgis, quas Magi 
verterunt in dracones 7). Scio equidem jampridem relatum 
veridica narratione, quod in Aquensi provincia paucis ab 
Aquis milliaribus est castrum Russetum, quod vallem Tre- 
zensem sub se missam respicit Hujus castri Dominus, Rai- 
mundus nomine, cum uno aliquo die solus in equo vecta- 
retur juxta decursum interluentis Laris fluvii, ex improviso 
occurrit domina nulli decore secunda, in palafredo pbalerato, 
vestibus et apparatu pretiosis, cumque salutata a milite 
p. 896. ipsum ex nomine resalutasset, ille ab ignota se nominatum 
audiens, miratur et nihilominus iUam, ut moris est, coepit 
verbis lascivis interpellare, ut ei consentiat Cui illa op- 
ponit, hoc praeter conjugalem copulam nulli licere, verum 
si in ejus nuptias consentiat, ipsius possit optatis frui com- 

*) actricum. 



Prima Decisio. XY. 5 

plexibus. Quid ultra? acquiescit conditionibus miles in 
noptüs: at illa replicat, illum summa temporalium felicitate 
ex ejus commansione fruiturum^ dum ipsam nudam non vi- 
derit; verum ut ipsam nudam eonspexerit, omni felicitate 
spoliandum asserit et vix ei vitam miseram seryandam esse 
praeponit. Pendet dubiusne timeret optaretne mori? tanäem 
in nuptias consentit et conditionem admittit. Inflammatus 
et aestuans omnem conditionem facilem arbitratur, qua cu- 
pitum tborum possit obtinere. Consentiunt in matrimonium 
et contrahunt, et crescente militis felicitate, in brevi favore 
et hominum gratia, temporalium copia et corporis strenui- 
tate in tantum excrerit, quod pares excessit et paucis pro- 
ceribus et illustribus secundus invenitur, Hominibus ama- 
bilis, apud omnes gratiosus, liberalitatem discreta largitate 
atque urbanitate condiebat, filiis et filiabus summae pulchri- 
tudinis prOQreatis. Cum post longa tempora uno die domina, 
ut assolent, in thalamo balnearet, Raimundus miles, a venatu 
rediens et aucupatu, perdicibus aliisqye camibus ferinis do- 
minam excniat *), et dum parantur cibaria, nescio quo motu 
vel spiritu militi venit in mentem, quod nudam videat do- 
minam balneantem, constituens in animo siquidem, quod ex 
inhibita nuditatis conspectione potuit ex fatis esse pericu- 
lum, temporis diutumitate tamque diutumae commansionis 
longinquitate evanuisse. AflFectum maritus exposuit uxori, 
quae diutumam felicitatem ex conditione servata objicit et 
infelicitatem minatur secuturam, si contemnatur. Tandem 
praeceps in praecipitium miles, non temperatur intermina- 
tione poenae neque precibus flectitur, ut a stulto proposito 
desistens suae consulat utilitati: 

„tangunt animimi motusque metusque 
„Et timet eventus indignaturque timere." 

Quid moror? erepto linteo, quo balneum operitur, miles ut 
uxorem nudam videat, accedit, statimque domina in serpen- 
tem conversa, misso sub aqua balnei capite, disparuit, nun- 
quam visa imposterum nee audita, nisi quandoque de nocte, 
cum ad infantulos suos visitandos veniebat, nutricibus audien- 



*) exeniat i. e. xeniis donat. Leibn. 



6 Prima Deciaio. XVIL XYIIL 

tibufl; sed ab ejus aspectu semper arctatis. Sane miles pro 
TwüTiTna. parte felicitate ac gratia minoratuB, filiam illius do- 
minae ctddam nostro affini ex nobilibus Provinciae oriundo 
postea dedit in uxerem, quae inter coaetaneas et confuies 
Buas plurimum extitit gratiosa et cujus jam successio ad nos 
usque pervenit. 

p.897. XVn. De duobus Paradisis et Infemis. 

Errayit Plato^ qui descendens in Aegyptum legit ibi 
libros Mosis et putavit Mosen sensisse^ volatllia esse oma- 
mentum aeris circa terram tantuni; omatum vero superioris 
aeris esse calodaemones et cacodaemones; id est, malos et 
bonos daemones. Apulejus autem in Libro de Deo Socratis 
dicit, quod inter lunam et terram habitant immundi Spiritus, 
quos incubos daemones nominant, a mentis incubatione, quia 
in somnis mentes hominum opprimunt, ita quod videntur 
homines ex alto praecipitare vel su£focare, habentque par- 
tim naturam hominum partim angelorum^ et cum volunt, 
assumunt naturas humanas et cubant cum mulieribus 3). 
De bis generatus fertur Merlinus, qui fuit, ut ait Historia 
Britannorum, ex matre sine patre homine, et ex tali gene- 
ratione erit, ut dicunt, Antichristus, ideoque dicet se filium 
virginis. De hujusmodi multa scimus quotidie videri. Nam 
vidimus quosdam daemones tanto zelo mulieres amare, quod 
ad inaudita prorumpunt ludibria, et cum ad concubitum 
earum accedimt, mira mole eas opprimunt; nee ab aliis vi- 
dentur. Sunt et quidam, qui a virginibus tantum videntur; 
caro enim incorrupta magis spirituales babet intuitus, unde 
asserunt nigromantici in experimentis gladii vel speculi 
vel unguis aut circini^) solos oculos virgineos praevalere. 

p.897^ XVin. De Faunis et Satyris^«). 

Sunt et alii, quos Folietos vulgus nominat, qui domos 
simplicium rusticorum inbabitant et nee aqua nee exorcis- 
mis arcfentur, et quia non videntur, ingredientes lapidibus, 
lignis et domestica suppellectile affligunt, quorum verba uti- 
que bumano more audiuntur, etsi*) effigies non comparent 

♦) et 



Prima Deebio. XVni. 7 

De istis pleraque miracula memini me in Vita abbreviata 
et Miraculis Beatissimi Antonii reperis»e. Sunt et alii, Spi- 
ritus nescio dixerim an corporeas et sylvestres bestias, qui 
Fauni et Satyri dicuntury de quibus in Vita Beati PauU, 
primi eremitae, ita narrat Hieronymus: „Cogitanti Antonio, 
nullum ante se xnonachorum in eremo conBedisse, nocte 
qoiescenti revelatum est, esse alium meritis xnulto meliorem, 
ad quem yisendum properare deberet Blico erumpente loce 
venerabilis senex, infirmos artus baculo regente sustentans^ 
coepit ire volle; quo nesciebat. Et cum jam media dies 
aequo ^) desuper sole fervebat, conspicatur hominem equo mix- 
tam, cui opinio poetarum Hippocentauro vocabulum indidit, 
quo viso salutaris impressione signi armat frontem et: 
„Heus tu, inquit, quanam in parte servus Dei hie habitat?" 
at ille barbarum nescio quid frendens, et frangens potius 
yerba quam loquens inter horrentia ora, senis blandum quae- 
sivit alloquium et dextrae manus protensione cupitum indi> 
cat iter, ac sie per patentes campos volucri transmissus fuga 
ex oculis mirantis evanuit. Stupens itaque Antonius et de 
hoc, quod viderat, / secum volvens ulterius progreditur. Nee 
mora: inter saxosam convallem haud grandem bomunculum 
videt, aduncis naribus, fronte comibus asperata, cui extrema 
pars corporis in caprarum pedes desinebat. Ex hoc Anto- 
nius spectaculo scutum et loricam fidei, ut bonus praeliator, 
ampuit: nihilominus memoratum animal palmarum fructus 
eidem ad viaticum quasi pacis obsides afiferebat: quo cog- 
nito, gressum pressit Antonius, et quisnam esset, interro- 
gans, hoc ab eo responsum accepit: ^Mortalis ego sum et 
unus ex accolis eremi, quos vario errore delusa gentilitas 
Faunos Satyrosque et Incubos vocans colit. Legatione fun- 
gor gregis mei: precamur, ut communem Deum pro nobis 
depreceris, quem pro salute mundi olim advenisse cognovi- 
mus et in universam terram sonus ejus exivit," Talia eo lo- p.80d. 
quente longaevus viator ubertim faciem lacrimis rigabat, 
quas magnitudo laetitiae indices cordis e£Euderat. Gaudebat 
quippe de Christi gloria et de interitu Satanae, simulque ad- 

*) ex quo. 



8 

sennaiieiii, et baculo hn- 
agdMtr ^Tae lila, Alezandria, qnae pro Deo 
tüi^ crritas monetrix, in qua totiiis 
Qnd mme dictitni es? bestiae 
Tcvba eomplevent, et quasi 
aufugiL " Hoc nimc ne 
acnqpvlm morea^ sab r^e Constan- 
tino i iui f tasa mimdD teste d efe n ilitiir , Nam Alexsndriam 
i aüysin odi hämo Tims perductos magnum popido specta- 
cnbim pta^MDl^ et postea cadsrcr ezamm^ ne calore aesta- 
tis dJHsipaieUUy sale infusum Antioduam, nt ab Lnperatore 




P-8M. XX. De inTendone mnsicae ei maltomm-artificioram. 

Foit^ Nimrod fifias Chns, qni fifins foit Cham, filü 
Noe, qid coejat primns potois esse in terra et robnstas vena- 
tor bcMninom coiam Domino^ id est extinctor et oppressor, 
amore dominandi, et cogebat bomines ignem adorare; tinde 
super locmn ilfami, nbi loqnens DcHninns ad Abraham ait: 
„Ego som, qin te ednxi de Ur Chaidaeonim'' legitor, quod 
Ebraei ur vocant ignem. Inde fitbnlantor, quod Chaldaei in 
ignem, per qn^n tngiciebant parvnlos suos, projecerant Abra- 
ham et Aran, qoi foit primogenitns fiUns Tharae et frater 
Abrahae et Nachor; projecerant autem eos, qoia nolebant 
ignem adorare, et Aran ibi exspiravi^ Abraham autem aoxi- 
lio diyino liberatos est Josej^os tamen Ur nomen civitatis 
esse dicit Ohaldaeoram, in qoa Aran sepultus foit, ubi et 
sc^mltora ejos ostenditori^). 

p.90l. Quidam dicunt^^ Salomonem primom invemsse, quod 

in annulo qnidam includtmt spiritam immtmdum, per quem 
imperant aliis daemoniis. Sed et apud Judaeos erant exor- 
cistae, qui per exorcismos Salomonis daemones ejiciebant, 
maxime si radix cujusdam herbae poneretur in naribus 
obsessi« Ait enim Josephus, se vidisse quendam exorcistam 
captum et ad Vespasianum adduetum, dum obsideret Hieru- 
salem^ qui annulum, sub cujus gamma radix erat, posuit 

•) f rat er. 



Prima Decisio. XXiil. — Sectinda Decisio. III. 9 

in naribus cujusdam obsessi et adjurayit daemonem et egres- 
gas est daemon. Ut autem probaret ejectum daemonem, 
posiiit pelyim aqua plenam in medio et adjnravit daemonem, 
ut fiubverteret pelvim et subveiüt eam. Sed et Cyprianus 
quidam Carthaginiensis magus in pjxide reclusos habebat 
daemones, et quando volebat, mittebat eos ad peragenda nego- 
tia sua. Qiiadam itaque die praecepit eis, ut adducerent ei 
S. Justinam virginem, quam diligebat, et non potuerunt; 
signaculo enim crucis se munierat Quo comperto, magus 
statim factus est Christianus, et simul cum vir^ne fide 
Christi martyrium suscepit i^). Magos quoque mortuos sus- 
citasse legimus quibusdam characteribus ligatis sub utraque 
axilla, et loqui eos ac incedere faciunt, sed ut comedant, 
nequaquam efficere possunt, id quod soli Deo convenit. 

Tempore Jacob i*) apud lacum Tritonidem virgo appa- ?• 904. 
mit, quam Graeci Minervam dixerunt Haec plures artes 
adinvenit et maxime lanificium. Eadem dicta est Pallas a 
Pallene insula Thraciae in qua nutrita est, vel a Pallante 
gigante, quem interfecit, 

Apud Belgim, civitatem Qalliae, a qua Gallia Belgica p. 905. 
dicitur vel Belgium ^^)y inventus est usus curruum; de quo 
sie dicitur: 

„Belgis Celtiberis Belvacum Belga vocatur." 

XXni. De causfi diluvü, ibid. 

Corineus in hac Britanniarum parte [sc. inComubia] gigan- p. 906. 
tesreperit, quos solos insulae habitatores fuisse ad tunc legimus ^ 6). 

Secunda Decisio. p^o» 



in. De Asia Orientali. p.9!i. 

In India est Mons Caspius, a quo mare Caspium voca- 
tur, inter quem et mare Gog et Magog, ferocissimae gentes, 
a Magno Alexandre inclusae feruntur 17)^ quae humanis car- 
nibus et belluinis crudis vescuntur, ut in Ezechiel legitur. 



10 Secnnda Dedsio. V. IX. X. XL 

Vol. n. V. De distinctione Majoris Asiae ad partem 

Septentrionalem. 

Vol. n. Dicitur Albania ab albedine, quia ilKc gentes albo crine 

^' ' nascantiir. Hi*) se posteros Jasonis dicant in quomm oculis 
est glauca macula pro pupilla, unde plus nocte quam die 
vident *ö). 

ibid. . Porro circa Riphaeos montes ad Aquilonem sunt Hyper- 
borei, apud quos axis torquetur. Gens illa sub aeris clemen- 
tia continua sanitate viget, in nemoribus habital^ fruetuque 
arborum vescens, satiata vivendi taedio mortem fertur 
accersire. 

Vol. n. IX. De situ ßomae. 

Vol. n! Colossus**) amphitheatrum habet in altum pedes submissa- 

p. 768. jQg centum novem *9). 

Vol. n. Templum, quod erat Neronis vestiarium, nunc dicitur 

^' ' Sanctus Andreas, juxta quod est Julia Petra, hoc est petra 
tumularis, in qua cinis Julii Caesaris reconditus est, cujus 
memoria tabulis aereis et deauratis literis latinis depicta 
fuit solemniter super epistilium lapidis Numidici. OUa lapi- 
dibus pretiosis omata cinerem continet et hanc scripturam 
metricam choriambicam: 

„Caesar tantus eras, quantus et orbis" 
„Sed nunc in modico clauderis antro 20), 

p.912. X. De partibus JEuropae Occidentalibus. 

P-0>ö- De Hibemia. 

p.0i7. Insula est, quodam maris sinu facta, quae B. Brandani 

nominatur, in quam muscae non veniunt, et in qua veneni- 
fera animalia non vivunt. De cujus etiam terrae pulvere 
asperso quaevis venenifera serpentum bufonumque genera 
perimuntur 21). 

p.»i8. XL De tertia orbis parte, quam Africa dicimiis. 

p.OiO. In ipso Gaditani freti confinio versus Afncam est insula 

Fortunatorum, suo vocabulo illic omnium ***) bona esse signifi- 

•) hi. **) Coloseus; Coliaeum. Graesse, Beitr. S. 9. 
***) omnia? 



Secimda Dedsio. XIL 11 

cans, et inhabitatores admstar Paradisi feUces esse notans, 
loci amoenitate fructuumque plenissima ubertate cuncÜB 
gratissiina sed paucis nota, quae aliquando casu myenta, 
postea diu quaesita, non est reperta, adeoque dicitur perdita. 
Ad hanc tradunt Brandaniim, virum sauctum, Oceani explo- 
ratcHrem, tandem devenisse 2^). 

XQ. De insulis Mediterranei maris. p.920. 

Cjclades. 

Hamm prima Rhodus ab Oriente . • . . 

Inter hanc et Cyprum smit Syrtes, quae vulgo Qulfiis 
Sataliae nominantur; ubi caput Gorgonis in mare projectum 
dicunt, respiciuntque Sataliam urbem, quae ad Soldanum 
Iconii dicitur pertinere. Tradunt autem Gorgonem meretri- 
cem fuissCy quae sua pulchritudine bomines mentis impotes 
reddebat Ejus caput Perseus in mare projecit Indigenae 
referunty militem quendam reginam adamasse, cujus stupro 
cum frui non posset, ipsam mortuam et sepultam furtivo 
coitu cognovit; ex qua genuit caput tam monstrosum. In 
conceptione miles per vocem in aere audivit: „Quod pariet^ 
suo intuitu omnia conspecta perdet et consumet." Post 
novem mensium decursmn miles aperto tumulo caput reperit, 
a cujus facie se semper avertit^ et cum hostibus illud osten- 
debaty ipsos statim cum urbibus perdebat. Tandem in mari 
navigans, in gremio amasiae obdormivit, quae clanculo cla- 
vem scrinii, in quo repositum erat caput, subripuit, et cum 
Btulta speculatrix caput respexerat, statim obiit Experge- 
factus miles, re comperta doloreque tactus, caput erexit, et 
ab erecto vultu conspectus, cum nave periit Hinc tradunt, 
in capite septennii caput faciem ad superiora vertere, et hoc 
pericidum in mari nayigantibus generare 23). 

Sicilia. p.921. 

SiciUa ab Italia modico freto distinguitur, in quo Scylla 
et Charybdis, marinae voragines, quibus navigia absorbentur 
aut cplliduntur, quem locum Pharum nominant. In hanc 
referunt ex coactione regis Siculi Rogerii descendisse Nico- 
laum Papam^*)^ hominem de Apulia oriundum, cujus mansio 



12 Secunda Decisio. Xu. 

fere continuo erat in profundo maris. Hie a marinis beluis 
quasi notus ac familiaris vitabator ad malum; maris sediüns 
explorator, currentibus in pelago navibus, nautis instantes 
tempestates praenuntiabat^ et cum derepente a man nudus 
prorumpebat, nihil praeter oleum a transeuntibus postulabat, 
ut ejus beneficio fundum abyssi maris speculatius intneri 
posset atque rimari. Hie in Fharo nemorosam abjssum esse 
dicebat. Ex arborum itaque oppositis obicibus fluctus col- 
lidi invicem proponebat^ asserens^ in man montes esse et 
valles, sylvas et campos et arbores glandiferaS; ad cujus rei 
fidem nos quoque glandes marinas in littore maris saepe 
prospeximus. 

p. 021. In Sicilia est mens Aetna .... Hunc autem montem 

vulgares Mongibel appellant. In hujus deserto narrant indi- 
genaeArturum magnum nostris temporibus apparuisse. Cum 
enim uno aliquo die eustos palafredi episcopi Catanensis 
commissum sibi equum depulveraret^ subito impetu lascivae 
pinguedinis equus exiliens ac in propriam se recipiens liber- 
tatem, fugit. Ab insequente ministro per montis ardua prae- 
cipitiaque quaesitus nee inventus, timore pedissequo succres- 
cente, circa montis opaca perquiritur. Quid plura? arctissima 
semita sed plana est inventa; puer in spatiosissimam plani- 
tiem jucundam omnibusque deliciis plenam venit, ibique in 
palatio miro opere constructo reperit Arturum in Strato regii 
apparatus recubantem. Cumque ab advena et peregrino 
causam sui adventus percontaretur, agnita causa itineris, 
statim palafridum episcopi facit adduci, ipsumque praesuli 
reddendum ministro commendat, adjiciens^ se illic antiquitus 
in bello, cum Modredo, nepote suo, et Childerico, duce 
Saxonum, pridem commisso, vulneribus quotannis recrudes- 
centibuS; saucium diu mansisse. Quinimo, ut ab indigenis 
accepi; exenia*) sua ad antistitem illum destinavit; quae a 
multis visa et a pluribus fabulosa novitate admirata fuerunt 
Sed et in sylvis Britanniae majoris aut minoris consimilia 
contigisse referuntur, narrantibus nemorum custodibus, quos 
forestarios, quasi indaginum ac vivariorum ferinorum aut 

*) exenia i. e. zenia. Leibn. 



Secunda Dedflio. XYI. XYIL — Tertia Decisio. 13 

regiorum nemorum custodes*), vulgus nominat, se altemis 
diebus circa horam meridianam et in piinio noctium conti- 
cinio, sub plenilunio luna lucente^ saepissime videre militum p.922. 
copiam venantium et canum et comuum strepitum; qui sci- 
scitantibus se de societate et familia Arturi esse affirmant 25). 

XVI. De imperio Eomanorum et ortii Gothorum et p.927. 

Lombardorum. 

Cui [sc. Juliano] successit Jovinianus, cui Valentianus et p. 929. 
Valens. Eorum tempore.... gens Hunnorum diu inaccessis 
seclusa montibus 2^), repentina rabie percita^ exarsit in Gotthos, 
eosque sparsim conturbatos ab antiquis sedibus expulit. 

XVn. De regno Britonum^^. p.wi. 

Belinus tributariam fecit Daciam^ regem Guthlacum p.933. 
captom ducens 28). 

Applicuerunt in Britannia Saxones Hengistus et Horsns p. 935. 
cum socia multitudine; et a Vortigemo recepti possessioni- 
bus ditantiu*; dato solo ad mensnram corii bovini propter 
mtinilionem aedificandam, quae exinde Thwancastria; quasi 
castrum corrigiae nuncupatur 29). 



^^ 



Tertia Decisio. p.96o. 

Gontinens mirabilia uniuscujusque proyinciae, non omnia^ 

sed ex omnibus aliqua. 



Vulgare notumque est salamandram in igne vivere, et 
cum ignis sit consumtivae naturae, haec igne nutritur, non 
consumitur. Vidi equidem, cum nuper Bomae essem, alla- 
tam a cardinali Petro Capuano corrigiam de corio salaman- 
drae amplam, velut cinctorium renum, et cum ex contrecta- 
tione aliquas sordes contraxisset, in igne ipsam vidimus ab 
omni inquinamento purgatara, et in nullo corruptam 39), 

*) custodes habe ich zugesetzt. 



14 Tertia Decisio. Vn. X. Xu. 

p.öe2. vn. De tribus donis. 

In Italia civitas est Terdona, sie dicta a tribus doniS; 
quibus ab indigenis praedita narratur. In vigilia Paschae, 
quum jam hora baptismi venerit, fönte baptisterii ebuUit 
aqua pellucida; ad baptismum scaturienS; et limpidissima. 
Est in urbe eadem ecclesia S. Quintii^ in qua quisquis bap- 
tizatus fuerit, vita ejus protenditur usque ad quadraginta 
annorum spatium. Accedit in ejusdem civitatis territorio 
mirabilius Signum.^ Quoties enim quivis loci illius pater- 
familias in&a annum terminum mortis habet, suicus terrae 
illius^ cum aratro terra scinditur, sanguine sub cultro manat 3^). 
Unde ex antiquissima consuetudine dicunt institutum, quod, 
quoties incolae bubulcos sub mercede annua conducunt, ipsos, 
tactis sacrosanctis evangeliis, jurare faciunt; tale Judicium 
mortis patrifamilias indicatum in. 

p.963. X. De domibus Podiensibus. 

In Campania, civitate Neapolitana; scimus Virgilium 
arte Mathematica muscam erexisse aeneam, quae tantae vir- 
tutis in se habuit experimentum, quod, dum in loco consti- 
tuto perseverayit integra, civitatem late spatiosam nulla 
musca ingrediebatur 32). 

p.963. XII. De came imputrescibili macelli^^. 

Jam nunc ad civitatem Campaniae Neapolin redeamus, 
in qua macellum est, in cujus pariete insertum perhibetur a 
Virgilio frustum camis tantae efficaciae, quod, dum illicerit 
inclusum in ipsius macelli continentia, nuUa caro quanto 
tempore vetusta nares olefacientis aut intuentis adspectum 
aut comedentis saporem offendet. Est et in eadem civitate 
porta Dominica, Nolam, Campaniae civitatem olim inclytam, 
respiciens, in cujus ingressu est via, lapidibus artificiose con- 
structa. Sub bujus viae sigillo conclusit Virgilius omne 
genus reptilis nocui, unde provenit, quod, cum civitas illa, 
in ambitu plurimum spatiosa, tota columnis subterrenis inni- 
tatur, nusquam in cavemis aut rimis interioribus, aut hortis 
intra*) urbis moenia conclusis, vermis nocivus reperitur. 

*) infra. 



Tertia Decisio. XIL 15 

Tertium est, quod illic expertus suni; tunc quidem ipsius 

ignarus; sed fortuitu casu reapse mihi dante scientiam et 

probationem^ coactUB sum esse sciens ejus, quod, si non prae- 

ventUB essem periculo^ vix aliena relatione fieri posse asse- 

rerem. Nempe anno, quo fiiit Acon obsessa, circa eminens 

S. Johannis Baptistae festum cum essem Salemi, de subito 

superrenit mihi hospes jucundus, cujus sincera dilectio cum p« 904. 

diutina in scholis et curia domini mei; regis vetustioris 

Angliae Henrici, avi vestri, Serenissime Princeps, comman- 

sione firmata, non jam alterum a me, sed in ipso me alte- 

nun mihi obvenisse faciebat. Exultavit cor meum propter 

singularitatem afFectionis et propter rumores, quos recensiare 

mihi tarn fidelis nuncius poterat de nostrorum prosperitate 

propinquorum, quorum omnium hie non tarn sanguine quam 

amore fiiit propinquissimus. Properantem ad transitum et 

transfretationem, diu reluctantem vici precum instantia. 

Philippus hie erat, filius patricii olim illustris, comitis Saris^ 

beriensis, cujus neptis ex fratre comitatum Sarisberiensem 

jure matrimonii transfundit in istum avunculum vestrum, 

domine Imperator.. Inter yolentem et invitum meliore conr 

silio trahitur amicus ad ciyitatem Noianam, ubi tunc ex man- 

dato domini mei, illustris regis Siculi Guilliehni, mansio 

mihi erat ob declinandos Panormitanos tumultus ac fervores 

aestivos. Quid plura? Post aliquos dies deliberavimus ad 

Neapolitanum mare accedere, si quo fortassis eventu para- 

tior ac minus sumtuosa nobis illic occurreret trans&etatio. 

Ciyitatem advenimus, in hospitio venerabilis auditoris mei 

in jure canonico apud Bononiam, Johannis Pinatelli, Neapo- 

litani archidiaconi, scientia, moribus et sanguine illustris, nos 

recipientes; a quo jucunde i^uscepti, causam adventus nostripan- 

dimus, ipseque, comperta v oti nostri instantia, dum parantur epu- 

lae, mare nobiscum accedit. Facto yix unius horae spatio, suc- 

cincta brevitate verborum naris conducitur pretio optato, et ad 

instaiitiam yiatorum dies data ad navigandum accelerat. Ad ho- 

spitium redeuntibus sermo est, quo successu quibusve auspicüs 

omnia nobis desiderata tam celeri manu occurrerint? Ignoranti- 

bus et stupentlbus nobis de tanta felicitate successuum: „heus, 

inquit archidiaconus, per quam civitatis portam intrastis?" 



16 Tertia Decisio. XITI. 

Cumque; quae fuerit porta, explicaram, ille perspicax intel- 
lector adjecit: „Merito tarn brevi manu yobis fortuna sub- 
venit. Sed oro, mihi veridica relatione dicatisy qua parte 
aditiis ingressi estis; dextra vel sini^a?^ Bespondemus: 
„Cum ad ipsam veniremus portam; et paratior nobis ad 
sinistram pateret ingressus, occurit ex improviso asinus^ 
lignorum strue oneratus, et ex occursu compulsi sumus ad 
dextrain declinare.^ Tunc arcbidiaconus: „Utsciatis, quanta 
miranda Virgilius in hac urbe fuerit operatus, accedamos ad 
locum, et ostendam, quod in illa porta memoriale reliquerit 
Virgilius super terram." Accedentibus nobis ostendit in 
dextra parte caput parieti portali insertum de marmore Pa* 
riO; cujus rictus ad risum et eximiae jucunditatis hilaritatem 
trahebantur. In sinistra vero parte parietis erat aliud caput de 
consimili marmore infixum^ sed alteri valde dissimile, oculis 
siquidem torvis flentis vultum ac irati, casusque infelicis jactu- 
ram deplorantis praetendebat. Ex bis tarn adversis vultuum 
immaginationibus duo sibi contraria fortunae fata proponit 
arcbidiaconus Omnibus ingredientibus imminere, dummodo nulla 
fiat declinatio ad dextram sive ad sinistrai]^ et ex industria pro- 
curata ; sed sicut fatalia sunt; fato eventuique comitantur. y^Quis- 
quis; inquit; ad dextram civitatem istam ingreditur, semper 
dextro comu ad omnem propositi sui effectum prosperatur, 
semper crescit et augetur; quicunque^ ad sinistram flectitur, 
semper decidit, et ab omni desiderio suo fraudatur. Quia 
ergo ex asini objectione ad dextram defiexistis^ considerate, 
quam celeriter et quanta prosperitateitervestrumperfecistis." 

p.964. Xni. De horto Virgilii et tuba aenea^*). 

/ Erat in confinio ejusdem civitatis Neapolitanae^ velut 
ex opposito, Mens Virginum, in cujus declivo, inter prae- 
rupta saxorum aditu gravi, Virgilius hortum plantaverat 
multis herbarum generibus consitum ; in hoc invenitur berba 
Lucii; quam oves caecae quandoque tangentes statim acu- 
tissimum visum recfpiunt. In eodem erat imago aenea buc- 
cinam ad os tenens, quam quoties auster ex objecto subin- 
trabat; statim ipsius venti flatus convertebatur. Quid autem 
conversio ista Noti commodi portabat, audite. Est in con- 



Tertia Decisio. XVL XVH 17 

finio civitatis Neapolitanae mons exelsus^ mari infixus, sub- 
jectam sibi Terram Laboris spatiofiam prospectans. Hie 
mense Madio fumum tetemmum eructuat; et interdum cum 
cinere ardentissimo lignä projicit, exusta in carbonis colo- 
rein. Unde illic quoddam Inferni terreni spiraculum asse- 
ront ebullire. Flante ergo Noto pulvis calidus segetes 
omnesque fructus exurit; sicque terra feracissima ad steri- 
litatem ducitur. Ob hoc tanto regionis illius damno consu- 
lenS; Virgüius in opposito monte statuam, ut diximus, cum 
tuba erexit, ut ad primum ventilati conm sonitum et in 
ipsa tuba' flatus subintrantis impulsum Notus repulsus vi 
mathesis quassaretur. Unde fit^ quod, statua illa vel aetate p. 065. 
consumpta vel invidorum malitia demolita^ saepe pristina 
damna reparantur. 

XVL De rupe incisa, quae nullas admittit insidias^^). p.»65. 

In eodem confinio est mons mira virtute ad modum 
cryptae concavus, cujus tanta est longitudo, quod medium 
tenenti vix duo capita comparent. Arte mathematica haec 
operatus est Virgilius, quod in illo montis opaco inimicus 
iniinico si ponit insidias, nuilo dolo nuUove fraudis ingenio 
suae malitiae in nocendo dare potest effectum. 

XVIL De Johanne episcopo et animabus mortuorum ^^). p. 9ft6. 

Sunt in confinio Puteolano montes, quorum arena in 
summitate pedes adurit et sui ardore probibet ascendentibus 
progressum. Ulic refert antiquitas, episcopum Johanem quen- 
dam Puteolanum, virum sanctum et in omni bono opere per- 
fectum, dum agendam mortuorum sedulus orator passim 
deambulando cantaret^ audisse animarum lamentationes^ quae 
in concavitate montis sulpburei audiebantur pati, sed et 
quandoque cuidam lamentanti episcopus ex parte Domini 
nostri Jesu Christi praecepit, cujus sit anima^ cujusve reatus 
criminationi obnoxia, pandat. Familiari itaque lacrimosoque 
colloquio humana voce anima adjurata respondit, se cujus- 
dam noti ac vicini spiritum esse, illic gravibus incendiis 
poenaHbus addictam. Inquirit vir sanctus, si quam spem 
salutis haberet? At illa se missis et orationibus respondit v 

GerrasU Tilb. otis imp. 2 



18 Tertia Decisio. XVm. XX. 

posfie salvari; si per annum quotidianom pro ea offerretur 
Domino sacrificium. Ad haec episcopus: „O, inqnity anima 
Christiana^ quibu» intersigniis quibusve indiciis compertam 
habebo tuam salvationem?" Respondit anima: „Si reroluto 
anno redieris ad hunc locnm et me sub Dei nomine inter- 
pellaveris, respondebo tibi, si in locis bis poenalibus adbuc 
fdero; sin autem, pro certo scias me per Dei misericordiam 
et tuas orationes esse liberatam." Quid ultra? Revoluto 
anno, in missis et orationibus ab episcopo continuato, ani- 
mam adjuratam nusquam auditam referebat episcopus; unde 
ipsam prorsus liberam vir Dei ex conditione praesumebat 
Asserunt enim, animas, quamdia in locis poenalibus, quasi 
nobis vicinis et conjunctis, sunt, per visiones nunc somnio- 
p. 9(56. rura, nunc manifeste in corporum pristinorum similitudine, ex 
divina dispensatione confinibus et amicis frequenter ut licen- 
ter apparere, statusque sui miseriam et necessitatem pandere. 
Verum cum ad altiora gaudia, purgatorio exacto, evectae fue- 
rint, jam ad nostram non se oiSferunt visionem. 

p.966. XVIII. De visione portarum Infemi^^. 

Aliud ejusdem episcopi mirabile dictum recensebo, dum- 
modo non taedet audire, quodsalubre esse debebit didicisse. 
Est in confinio loci jam dicti lacus, quem Jobannis dicunt, 
cujus aqua teterrima, sed infuso oleo efficitur limpidissima 
ac lucida. Ad hunc lacum memoratus episcopus accedens, 
ut exploraret, quid in aqua posset esse vel sub aqua latens, 
in cujus confinio multas ac terribiles lamentantium yoces 
frequenter audiebat, uno aliquo die cadum olei purissimi 
aquae superfudit, statimque, velut accensa lucema, viditsub 
aqua portas aeneas et vectes ferreos maximae quantitatis 
prostratos, coepitque in viri sancti mentem subire, has esse 
portas Infemi, quas Dominus noster Jesus Christus confregit, 
quando Infemum spoliayit. 

p.966. XX. De turre, quae non admittit vigiles. 

In regno Arelatensi, episcopatu Valentino, Castro Livro- 
nis est turris episcopi Valentini plurimum excelsa, quae noc- 
tumum custodem non admittit Si quis autem custos ad 



/^ 



Teitia Decino. XXIY. 19 

vigiEam noctis in illa fiierit constitutua^ in mane se sentiet 
ad valiem subjacentem delatum; sine timore praecipitii aut 
quolibet terrore deponentis in yalie se positum casu inveniet, 
et ntdlins tactum sentiet aut collisionem. 

XXIV. De alia figura Domini. p.967. 

Est aKa in linteo Domini figura expressa, quae, ut in 
Gestis de Vultu Lucano legitur, hoc suum habuit initium. 
Cum dominus Eedemtor noster exutus vestimentis suis in 
cruce penderet, accedens Joseph ab Arimathia ad Mariam, 
matrem Domini; et ad alias mulieres, quae secutae sunt 
Dominum ad passionem suam^ ait: „O, inquit; quantoamore 
huie justo tenebamini, ex ipso rerum efFectu perpendi pot- 
est; quem etiam nudum in cruce pendere vidistis, non ope- 
ruistis." Quo castigationis alloquio mota mater ejus et aliae, 
quae cum ea erant, cito euntes emerunt linteum mundissi- 
mum tarn amplum et extensum, quod totum crucifixi corpus 
operiebat, cumque deponeretur, pendentis de cruce apparuit 
totius corporis effigies in linteo expressa, ad cujus similitu- 
dinem et exemplar Nicodemus vultum Lucanum effigiavit . . . 

Si quis autem, imde aut qualiter vultus Lucanus ad nos p. 968. 
usque pervenerit, quaerit, audiat, ipsum tempore Caroli et 
Pipini a Transalpine Reverendo Gilfredo *), Galliae praesule, 
repertum, Hierosolymis in domo Seleucii in absconso posi- 
tum. Hunc extrabens, in navi bituminata, desuper clausa, 
tabulato operta, reconditum, sine remige ac remigio a portu 
Joppe dimittit, sicque, divina virtute praeduce, per mare 
navis advecta ad plagam pelagi Lunensis applicare parat. 
Sane Lunenses, ut eis piratica vita in usu erat, rapiendi 
animo accedentes, spe sua frustrati, miraculo divino tanti 
thesauri indigni judicati, dum fugiunt, ad fugiendum insecu- 
tionem parant**); dum fugant et fugientem insequntur na- 

*) Galfredo; Gulfredo. 

**) ad fugiendum iuBecutionem parant giebt hier keinen 
Sinn und ist durch Versehen eines Abschreibers aus dem gleich nach- 
her folgenden „dum insecutionem parant" hervorgegangen. Es 
muss etwas dem gleichfalls nachher stehenden „redit cum redeun- 
tibus" Entsprechendes dagestanden haben; vielleicht „ad fugien- 
tium insecutionem parat." 

2* 



20 Tertia Dedsio. XXVm. 

vim^ magis fugiuntur; sicqae fit, quod, dum insecutionem 
parant; navis fugit^ stat cum subsistentibus, redit com red- 
euntibus. Tanta novitate tacta vicinia ad Luccensem baec 
inaudita sed diu tentata retulil Nee mora^ sanctissimus 
Luceensis antistes Johannes navigia disponit, remos oratio- 
num aptat; psalmorumqtie usus remigio navirn, quam non 
persequitur, consequitur et cum debita veneratione recipit. 
Indignati Lunenses, quod Luccensibus insecuta dudum na- 
vis occurit, quaestionem movent de acquisitis, proponunt, 
quae ad sui commodum quaestus eis yidentur aecomoda. 
Tandem pace reformata, vultus sanctissimus cum inserto 
thesauro Luccensium parti cedit; unicaque ampulla de dua- 
bus, sanguinem imaginis Salvatoris continentibus, Lunensi- 
bus addicitur, ad aliquod miseriae suae remedium, quae 
etiam jam nunc ad proximum castrum translata. Est autem 
castrum Lunensis episcopi, quod S. Mariae de Sartenai di- 
cunt,-ubi ampuilam vidimus et tractavimus, ubi etiam epis- 
copatum in maledictionem Lunensium translatum audi- 
vimus 38). 

p.969. XXVIII. De virtute et consecratione lapidum^^). 

In quadam Hebraeorum doctorum traditione scriptum 
legi, quod Deus, cum populo suo peculiari dedisset, ut ab 
omni opere servili Sabbatum intactum servarent, affectione 
speciali illos prosequens, praecepit, ut coUigerent limpidis- 
simos lapides fluviorum, inter quos, torrentum impetu poli- 
tos et fluxu aquarum complanatos, multi reperiebantur pre- 
p. 970. tiosi, qui decursu fluminum Paradisi ad fines Syriae et ad 
fines Asiae deveniunt, et a vicinitate fluviorum Indiae 
Aegyptum et Arabiam tangunt. Hos voluit filios Israel in 
manibus teuere vel prae oculis habere, eo consilio divinae 
providentiae, ut • acciperet cogitatio mentis negotium *) vel 
laborem, ut sie minus ureret animum affectata interdicti 
operis corporalis aestuatio. Sicut ergo cujusvis ad cogitan- 
dum vana vel seria, coelestia seu terrena movebatur intentio, 
sie post modicum tempus caelatura, divina virtute for- 



*) otium. Leibn. 



Tertia Decisio. XXXIV. 21 

mata*)y nunc in animis cogitontiam varie praeordinata^ 
levibns et otiosis bestias^ aves et herbas aut arbores prae- 
sentabat^ gravibus et praeterita Dei miractda patribus ex- 
hibita cogitantibus apparebat Moses cum virga draconis^ re- 
praesentatio aut ünmolatio Isaac, aut hujuscemodi divinae 
virtutis Signa. Ujnde lapides illi Capmau**) vulgo dicun- ) 
tur, quasi Caput inDeo facientes admirabili modo; man- / ^ 
hu siquidem Ebraice interjectio est admirantis. Unde \ 
manna a manhu, quasi admiratione, nomen aeeepit. Sic 
euge nunc subsannantis; ut ibi: ^Avertantur statim et eru- 
bescant; qui dicunt mihi: euge, euge," nunc congratulantis, 
ut ibi: „Euge, serve bone et fidelis." Sic osanna laudis/ 
unde pueri clamabant: „Benedictus^ qui venit in nomine 
Domini ;i osanna in excelsis." Hinc est, quod sacram imma- 
ginationera habentes lapides altioris et sacratioris virtutis 
sunt; qui vero mentium vanitati respondebant, quotidianis 
utentium commodis deserviebant. 



Heliotropia cum herba sui nominis consecratur, et sie p.970. 
hominem profecto reddit invisibilem. 

XXXIV. De vento, quem in chirotheca conclusit p.972. 

Sanetus Caesarius ^V* 

Quia vero ventorum ac montium fecimus mentionem, 
asserentes, montes plerosque Omnibus ventis esse altiores, 
illud quoque annectimus quasdam valles esse sie montium 
contigu^tate conclusas, quod ad illas nunquam aura pervenit. 
Ecce in regno Arelatensi, episcopatu Vasionense, castrum 
de Nionis ***)^ multis colonis inhabitatum. Hoc in valle, cir- 
cumquaque montibus circumsepta, positum est, in quam eo 
quod ventus nee levissimus subintraverat, usque ad tempora 
Caroli Magni sterilis semper vallis extiterat, omnique hu- 
mane commodo prorsus iuutilis. Vero infoecunditatem ipsius 
comperiens archiepiscopus Arelatensis, sanctissimus vir, mi- 



*) firm ata. Leibn. 

**) capmadii; capnia; caphmay. An capman? Leibn. 
***) Monis. S. die Anm. 



22 Tertia Decisio. XXXV. XXX\TI. 

raculis praeclaruS; CaesariuS; mare, civitati suae subjacens, 
adiit^ et chirothecam suam, vento marino oppletam, strinxit. 
Accedens itaque ad vaUem, inutilem tunc habitam, in no- 
mine Christi chirothecam, plenam ventO; scopulo cuidam in- 
jecit, ventumque perpetuum jussit immittere. Sioque factum 
est; quod statim rupes; facto foramine, per scissuram ex- 
hanstum ventum semper eructuat, quem Fontianum vul- 
gus nominat, quasi a ponto illuc virtute divina translatum. 
Hic; inquam, impetuosus terminos cujusdam subterfluentis 
aquae non transgreditur, omnia foecundat, omnia salubrat, 
et dum praetereuntes a fronte salutat, eos altiore flatus al- 
gore flagellat; quos yallis confinium egressos, quasi prohibi- 
tus, ne datas sibi metas excedat, non approximat. 

p.972. XXXV. De virgula arida, quae per obedientiam 

floruit *^0. 
(De virtute obedientiae et virga Floratina.) 

Insigne cujusdam äbbatis mandatum quantam in novitio 
quodam operatum sit virtutem, Postumianus refert. Abbas 
poUicenti novitio perpetem ad omnia vel extrema patientiam 
storacinam virgam, jam pridem aridam, solo figit, imperanS; 
ut tamdiu virgulae aquam irriguam ministraret, donec lig- 
num aridum in solo arente viresceret Subjectus advena 
divinae legis imperio, aquam a Nilo per duo ferme milliaria 
humeris quotidie convehebat; quo duobus annis infructuose 
completo, tertio demum succedentium temporum labente cur- 
riculo virga floruit. 77 Ego, inquit Postumianus, ipsam ex 
illa virgula arbusculam, quae hodie intra atrium monasterii 
est, ramis virentibus vidi, quasi testimonium virtutis divi- 
nae maneat." 

p.974. XXXVIL De vado de Rodestini ^0. 

In Britannia majore, episcopatu Lincolinensi, loco, qni 
ab indigenis Rodestini nominatur, est aqua profluens ad 
quantitatem grandis rivi, modico vado passim transmeabilis. 
In hoc si duos equos septennes adaquaveris, quantumcunc[ue 
sint in corporis dimensione inaequales, in humectatione 
tibiarum et laterum invenire pariter poteria sub aequaUtate 



N 



Tertia Decisio. XXXYIII. XUI. 28 

altitudinis humectatOB, Cumque aquam modice vadosam 
transieris, occurret in ripa mausoleum apertum, homixus 
miios capax, quod ad omnem plenae aetatis hominem in 
longitudine videbis convenire. 

XXXVIII. De aqua, quae potata reparat vires. p-^^4. 

In Britannia majore, episcopatu Conventrensi et comi» 
tatu de Staford; ad radicem montis, cui Mahul indigenae 
nomen indiderunt^ est aqua in modum paludis amplae dif- 
fusa, in territorio villae, quam Magdaleam dicont In hac 
palude aqua est limpidissima et sylvae infinitae continua^ 
qaae tantam habet in resumendis corporum viribus effica- 
damf quod quoties venatores cervos aliaave feras insecuti 
fuerunt usque ad equorum lassitudinem, si in ipso aestuan* 
tis solis ardore aquam gustaverint ac equis exposuerint hau- 
riendam; sie amissas currendi vires reparant, quod non cu- 
currisse dietam sed vix attigisse jam coeptam arbitreris. 
Nee absimilis est herbae cerifolii aut panis calidi virtus^ 
quibtts mustela, ex diutina cum serpente concertatione las- 
sata, se implicat, ut ex confricatione herbarum amissas re- 
sumat vires *2). 

XLn. De rupe, quae nominatur Aequa illi*^). p.974. 

Solent adoleseentiae sectatores non minus figmenta ve* 
nari quam vera; et cum vanitas yanitatum sit et omnia va- 
nitas, vani' filii hominum, dum mentiuntur in stateris, inter 
matura praecoquum aliquid decerpunt, et non minus fabulis 
quandoque delectäntur quam rebus gestis. Ecce in regno 
Arelatensi et episcopatu Gratianopolitano, juxta Diensis dioe- 
cesis confinium, est rupes altissima in territorio, quod inco- 
lae Treves nominant, quam altera e vicino rupes respicit, 
cui nomen Aequa illi, eo quod sit aequalis illi, sed inac- 
cessibilis in sua altitudine. Ex opposita ergo rupe conspi* 
cientibus apparet illic fons perspicuus, qui scopulosa scala 
delabitur, et in simuno rupis apice ad modum prati herba 
viret, in quo nonnunquam panni super extensi candidissimi p.975. 
visuntur ad exsiccandum expositi, sicut lotrices in usu ha- 
bent Istud unde prodeat, aut quid signet, aut quo mini- 



^ 

^ 



/ 



24 Tertia Decisio. XLV. 

strante compareat, quaerere facile fuit^ sed invenire di£fi- 
cillimum. 

p, 975. XLV. De antipodibns et eorum terra **). 

(De Castro, quod Angli Pech nominant.) 

In Britannia majore castrum est inter montana quae- 
dam situm, cui populus nomen Pech imposuit. Munitio ejus 
difficile expugnabilis, et in monte cavema foraminis; quae 
velut fistula ventum pro tempore validissime eructuat Unde 
tanta prodeat aura, miratur populus; et inter plurima, quae 
ibidem cum admiratione geruntur, accepi a viro religiosis- 
simo, Roberto Priore de Renildewrta *), exinde oriundo, 
quod, cum vir nobilis Guiliebnus Peverelli castrum, cuA ad- 
jacente baronia, praetaxatum possideret, vir quidem strenuus 
et potens ac in animalibus diversis copiosus, uno aliquo die 
subulcus ejus, cum segnis circa creditum sibi ministerium 
esset, suem gravidam, de genere scropharum, magis gene- 
rosam perdidit. Timens ergo propter jacturam asperiora vi- 
carii dominici verba, cogitavit penes se, si quo fortassis 
casu sus illa foramen Pech famosum, sed usque ad illa tem- 
pora inscrutatum, subintrasset Apponit in animo, ut abdiü 
loci se faciat perscrutatorem. Intrat cavemam tempore tunc 
ab omni vento tranquillo, et cum diutinam in procedendo 
viam perfecisset, tandem ab opacis in lucidum locum obve- 
nit, solutum in spatiosam camporum planitiem. Terram in- 
gressus late cultam, messores reperit fructus maturos colli- 
gentes, et inter spicas pendentes scropham, quae multiplica- 
verat ex se suculos editos, recognovit. Tunc miratus su- 
bulcus et de redintegrata jactura congratulatus, facto rerum, 
prout evenerat, verbo cum praeposito terrae illius, scropham 
recipit, et cum gaudio dimissus, ad gregem porcorum educit. 
Mira res: a messibus subterraneis veniens, hyemalia frigora 
videt in nostro hemisphaerio perseverare, quod utique soHs 
absentiae ac vicariae praesentiae merito adscribendum duxi. 



*) Vielleicht Kenilworth? In diesem Falle wäre Prior ein 
nom. propr., wie der des bekannten Dichters; sonst könnte es Prior 
eines Klosters bedeuten. 



Tertia Decisio. L. LTV. 25 

L. De statiia et herba fimbriae **)• p. «76. 

In Uistoria Ecciesiastica legituT; quod quidam fecit sta- 
toam auream in honore salvatoris; et post statuam ipsius 
illic Martham, quae sanata est*). Ibi quoque nascebatur 
herba quaedam^ ita plerumque crescens, quod tangebat fim- 
briam vestimenti imaginis, eratque tantae virtutis, quod qui- 
conque ex ea sumebat; a languore^ quo tenebatuT; libera- 
batur. Et de hac intelligendum putant^ quod dich Ambro- 
sius in Sermone de Salomone. Commemorans enim bene- 
ficia Christi circa genus humanum, post aliqua praemissa 
subdidit: „Dum languidum sanguinis fluxum siccat in Mar- 
tha, dum daemones expellit de Maria, dum corpus redivivi 
Spiritus constringit in Lazaro." Quod enim dicitur in Evan- 
gelio, dum iret Jesus ad filiam Jairi archisynagogi susci- 
tandam, mulierem, per Xu annos fluxum sanguinis passam, 
ad tactum fimbriae vestimenti ejus curatam, ad Martham 
non referunt, sed ad aliam mulierem cujus nomen tacetur. 
Sed de his latius diximus in Tractatu de Vita Beatae 
Virginis et Discipulorum et eorum Transitu. 

LIV, De ligno Dominicae crucis et piscina p.977. 

Probatica ^). 

Tradit antiquitas, quod in aedificatione templi inventum 
est lignum nuUi usui commodum in ipsius templi construc- 
tione; aut enim brevius erat aut longius quam requirebatur. 
Veniens autem regina Sabae vidit in spiritu in domo sal- 
tus, quae Verota dicebatur, lignum Dominicae crucis et 
nuntiavit Salomoni, cum jam recessisset ab eo, quod in eo 
moreretur quidam, pro quo occiso perirent Judaei, perde- 
rentque locum et gentem. Timens Salomon defodit illud in 
terra, ubi post facta est Probatica piscina. Appropinquante 
enim tempore Christi, superenatavit, quasi praenuntians Chri- 
stum, et exinde coepit, ut dicunt, motio, quae fiebat angelo 
descendente, et qui primus languens in aquam descendebat, 
sanus fiebat a quacunque infirmitate; et hoc lignum asse- 
runt esse crucem^ DominL Sed et alii dicunt, Adam de 



*) Martha sanata est. Leibn. 



26 Tertia Decisio. LVU. LVIIL LIX. 

Paradiso tulisse pomum vel surculum ligni vetiti; ex cujus 
semente fuit crux, ut, unde mors oriebatur, inde vita resur- 
geret, ut legitur super Mathaeum in glossa. Sed haec au- 
torem certum non habent, quo certum sit; quo tempore mo- 
tio coeperit, äut qua temporis Lora fiebat, quoniam potius 
continuus languentium adventus incertitudinem horae monstrat. 

p. 978. LVIL De domina *) castri de Esperver *^. 

Frequens est, ut angeli satanae in angelos lacis se 
transforment et in humanis mentibus aliquid diabolicae im- 
missionis nutriant. Ad istorum agnitionem quoddam admi- 
ratione dignissimum subtexui, quod a viris probatissimae ac 
sincerae religionis aeeepi. Erat in regni Arelatensis finibus, 
episcopatu Valentine, castrum Esperver nomine. Hujus ca- 
stri domina in assiduam consuetudinem duxerat, inter mis- 
sarum solennia post evangelium ecclesiam egredi; non enim 
poterat consecrationem dominici corporis praesentialiter 
sustinere. Cum post multos annos id compertum vir ejus, 
dominus castri, habuisset nee tantae praesumtionis causam 
sedulus investigator invenisset, uno aliquo die solemni, finito 
evangelio, egrediens domina per virum et clientulos ejus 
invita ac renitens detinetur, statimque sacerdote verba con- 
secratoria profer^nte, domina, spiritu diabolico levata, avolat, 
partemque capellae secum in praecipitium ducens, nusquam 
in partibus Ulis visa est. Sed et pars turris, cui capella 
innitebatur, adhuc superstes rerum fert testimonium. 

p. 979. LVIII. De militibus, qui apparent *®). 

In Catalonia est rupes in aliquantam planitiem extensa, 
in cujus summitate circa meridianam horam conspiciimtur 
milites arma gestautes seseque more militum hastis impel- 
lentes. Si vero ad locum quis accesserit, nihil prorsus hu- 
jusce rei apparet. 

LIX. De Wandlebiria «). 

In Anglia ad terminos episcopatus Eliensis est castrüm, 
Cantabrica nomine, infra cujus limites e ' vicino ' locus est, 

*) dominica. 



/ p. 979. 



Tertia Decisio. LIX. 27 

quem Wandlebiriam dicunt, eo quod ilUc Wandali| 
partes Britamiiae saeva ChriBtianorum peremptione vastantes, 
castra metati sunt Ubi vero ad monticuli apicem fixere 
tentoria; planities in rotundom vallatis circiimcluditur, unico 
adinstar portalis aditu patens ad ingres^um. In hanc campi 
planitiem ab antiquissimis temporibus colitur^ famaque vulgo 
testatur^ post noctis conticinium lucente luna si quis miles 
Ingrediens exclamat: „Miles contra militem yeniat^ statim 
ex adverso miles oceurret^ qui ad congrediendum paratus, 
concurrentibus equis, aut resistentem dejicit aut dejicitur. 
Verum ad cautelam praeambulum est, quod intra aditus 
illius septa miles solus habet ingredi; ab exteriore con- 
spectu sociis non arctandis. Ad bnjns rei fidem rem gestam 
et multis vulgo cognitam subjungo, quam ab incolis et in* 
digenis auditui meo subjeci. Erat in Britannia majore, pau» 
eis exactis diebus, miles in armis strenuissimus, omnibus 
virtutibus dotatus, inter barones paucis secundus in potentia, 
nuUique inferior in probitate. Osbertus Hugonis nominatus 
est Hie aliqua die castrum memoratum ut hospes ingre- 
ditur, et cum in hyemis tempore post coenam noctu familia 
divitis ad focum, ut potentibus moris est, recensendis anti- 
quorum gestis operam daret et aures accommodaret, tandem 
occurrit ab indigenis praetaxatum mirabile recensitum. Vir 
ergo strenuus, ut, quod auribus hauserat, rei ipsius expe- 
rientia probaret; unum de nobilibus armigeris eligit, quo 
comite locum adiit; ad ostensum locum loricatus miles ap- 
propinquans, sonipedem ascendit, dimissoque domicello, cam- 
pum solus ingreditur. Exclamat miles, ut alterum inveniat, 
et ad vocem ex opposito miles aut instar militis celer oc- 
currit, peraeque, ut videbatur, armatus. Quid plura? osten- 
818 clypeis, directis hastis equi concurrunt, equites impulsi- 
bus mutuis concutiuntur, et elusa jam alterius lancea ictu- 
que evanescente per lubricum, Osbertus adversarium suum 
potenter impelllt ad casum. Cadens et sine mora resurgens, 
ut Osbertum per lora conspicit equum ex causa lucrativa 
abducere, lanceam succutit, et dum eam modo jaculi mis- 
silis emittit, femur Osberti ictu atrocissimo transfodit Ex- 
adverso miles noster, aut prae gaudio victoriae ictum vul- 



28 Tertia Decisio. LX. 

nusque non sentiens aut dissimulans, disparente adversario^ 
campum victor egreditur, equum lucratom armigero tradit^ 
Btatura grandem, levitate agilem, et in apparentia pulcher- 

p.980. rimum. Eegredienti viro nobili familiaris turba occurrit, 
eventum miratur, casum dejecti militis gratum habens, et 
Btrenuitatem tarn illustris baronis commendans. Exuit Os- 
bertus arma militaria, et cum caligas ferreas discalcearety 
unam sanguine coagulato videt impletam. Stupet familia de 
vulnere, sed dominus indignatur timere. Concunit excitas 
populus, et quos somnus ante presserat, excrescens admi- 
ratio ducit ad vigilandum. Testis triumphi equus freno non 
demisso tenetur, ad publicum conspectum expositus, oculis 
torvis, cervice erecta, pilo nigro, sella militari, totoque sub- 

^ stemio itidem nigro. Jam galli cantus advenerat, et equus 

saltibus aestuans, naribus ebuUiens, pedibus terram pulsans, 
loris, quibus tenebatur, disruptis, in nativam recepit se liber- 
tatem; fuga facta insecutus disparuit. Et nobilis noster id 
infixi vulneps perpetuum habuit monimentum, quod sin- 
gulis annis illo eodem noctis renovatae momento vulnus, in 
superficie cura superductum, recrudescebat Unde factum 
est, quod post paueos annös miles illustris transfretavit, et 
sub multiplicata pugnandi contra paganos strenuitate vitam 
divino ministerio finivit. 

p, QgQ^ LX. De comu et etiam pincerna *) ^^). 

Accidit aliud non minus mirandum in Britannia majore 
satis divulgatum. Erat in comitatu Claudii Cestiiae sylva 
venaitoria, apris, cervis omnique venatione secundum Angliae 
conditionem copiosa. In hujus nemoroso saltu erat monti- 
culus ad staturam hominis in apicem exsurgens, in quem 
milites et alii venatores ascendere consueverunt, cum aestu ac 
siti fatigati aliquod instantiae suae quaerebant remedium. 
Verum ex loci ac rei conditione relictis a longe sociis, solus 
quivis ascendit, cumque solus quasi ad alterum loquens di- 
ceret: „Sitio," statim ex improviso e latere propinator ad- 
stabat celebri cultu, vultu hilari, manu exposita comu grande 
gestans, auro gemmisque omatum, sicut apud antiquissimos 

*) De cornu potaconis; de c. potationis. 



Tertia Deciaio. LXL 29 

Anglos usus habet Vice calicis nectar ignoti sed suavis- 
simi saporis offerebatur, quo hausto totus calescentis corpo- 
ris aestus et lassitudo fugiebat^ ut non laborasse sed labo- 
rem arripere velle quis crederetur. Sed et sumto nectare 
minister mantile ad ora siccanda porrigebat, et expleto suo 
ministerio disparenS; nee mercedem pro obsequio nee coUo- 
quium pro inquisitione expectabat. Hoc multis annositatis 
antiquae curricalis apud vetustissimos celeberrimum ac quo- 
tidianum agebatur, cum uno aliquo die miles in civitate illa 
yenator illuc accessit^ et postulato potu ac sumto comU; non 
illud^ ut consuetudinis ac urbanitatis erat; pincemae resti- 
tuit, sed ad proprium usum retinuit. Verum dominus et 
comes illustris Ciaudii Castri, comperta rei veritate, damna- 
vit praedonem^ et comu illud excellentissimo proavo tuo, 
regi Henrico vetustiori, donavit, ne tanti fautor mali fuisse 
censeretur, si domesticae proprietatis thesauro rapinam alie- 
nam congessisset 

LXI. De Neptunis sive Portunis, qui honiines p.980, 

illudunt 51). 
Sicut inter horaines mirabilia quaedam natura producit, 
ita Spiritus in corporibus aereis, quae assumunt ex divina 
permissione, ludibria sua*) faciunt. Ecce enim Anglia dae- 
inones quosdam habet, daemones, inquam, nescio dixerim, 
an^secretas et ignotae generationis effigies, quos Galli Nep- 
tunos, Angli Portunos nominant, Istis insitum est, quod 
simplicitatem fortunatorum colonorum amplectuntur, et cum 
noctumas propter domesticas operas agunt vigilias, sjibito 
clausis januis, ad ignem calefiunt, et ranunculas, ex sinu pro- 
jectas, prunis impositas, comedunt, senili vultu, facie corru- 
gata, statura pusilli, dimidium poUicis non habentes. Pan- 
niculis consertis induuntur, et si quid gestandum in domo 
fiierit aut onerosi operis agendum, ad operandum se jun- 
gunt, citius humana facilitate expediunt Id illis insitum 
est, ut obsequi possint et obesse non possint. Verum uni- 
cum quasi modulum nocendi habent. Cum enim inter am- 
biguas noctis tenebras Angli solitarii quandoque equitant, 



30 Tertia Decieio. LXII. LXHI. 

Portanus noimunquam invisus equitanti se copulat; et cum 
diutius comitatur euntem^ tandem loris arreptis equum in 
lutum ad manum ducit, in quo dum infixus volutatur, Por- 
tunuB exiens cachinnum facit et sie hujuscemodi ludibrio 
humanam simplicitatem deridet. 

p.980. LXn. De Grant et incendiis ^**X 

Est in Anglia quoddam daBmonum genus, quod suo 
idiomate Gyant nominant, adinstar pulli equini annicuK, 
tibiis erectum, oculis scintillantibus. Istud daemonum ge- 
nus saepissime coraparet in plateis, in ipsius diei fervore 
aut cir^a solis occiduum. Et quoties apparet, futurum in 
urbe illa vel vico portendit incendium. Cum ergo seqaente 
die vel nocte ins tat periculum, in plateis discursu facto ca- 

p. 981. nes provocat ad latrandum, et dum fugam simulat, sequen- 
tes canes ad insequendum spe vana consequendi in vi tat. 
Hujusmodi illusio convicaneis de ignis custodia cautelam 
facit, et sie officiosum daemonum genus, dum conspicientes 
terret, suo adventu munire ignorantes solet. 

p.98i. LXIII. De delphinis ^2). 

Quisquis marini fluctus investigator extitit aut ipsius 
maris* explorator, audiat et constanter affirmet, nullam in 
nostra habitatione terrena repertam cujusvis animantis effi- 
giem, cujus similitudinem non liceat in piscibus Oceani Bri- 
tannici ab umbilico superius speculari. Ulic piscis mona- 
chus ad medium ventrem squama monachali piscem tegit, 
iUic rex piscis est coronatus, iliic miles armatus equitat, 
illic canis, rictum oris aperiens, illic porcus, quem del- 
phinum nominant, quem de genere militum esse vulgus 
autumat, porcina inter fluctus maris transsumta latentem ef- 
figie. Narrant enim nautae, in mari Mediterraneo, quod 
Nostrum dicimus, aliquo die navi pelagum sulcante, delphi- 
nos innumeros circuire; cumque ex juvenili agilitate qui- 
dam ex nautis delphinum tele vulnerasset, aliis delphinis 
maris fundum petentibus, de subito inaudita tempestas na- 
vem involvit. Nautis jam de vita desperantibus, ecce qui- 
dam ad formam equitis equo super mari advebitur et pro 
liberatione omnium vuhieratorem delpbini sibi expostulat ex- 



Tertia Decisio. LXIV. 31 

poni. Inter pressuras nautae positi penciitari timent, et so* 
cium exponere morti crudelissimum putant; siiae qnippe sa^ 
lati consulere cum alienae vitae dispendio infame faciunt. 
Tandem vulnerator ipse, dum mavult omnes unius poena 
liberari; cum sint innocentes, quam propter 8uam leyitatem 
tantom populum periculum pati, ne ex ipsius tuitione efH* 
ciantur nocentes, exponit se morti, quam meruit, et libens 
ex invita electionis voluntate ascendit militis equum ex 
posteriori dorsi parte; abiit sie miles, super aquam firmam 
egrediendi semitam eligens, sicut in fixo solo gressus firma- 
rentur. In longinquam in brevi transcursu regionem ad- 
vectus; in lecto pretiosi apparatus militem reperit, quem ut 
delphinum pridem vulneraverat, et dum a ductore suo te- 
lum yulneri infixum jubetur extrahere, mandatis parens, 
vulneris auxilium dextra nooiva tulit. Eo facto, reducitur 
nauta celeri cursu ad navim, redditusque sociis, rerum ge- 
starum seriem pandit, et per ipsius factum morti addicti, 
ex contrario facto ejus liberantur. Hinc est, quod exinde 
nautae delphinos persequi cessant. Sunt etiam venturae 
tempestatis indices, et indignum esset eis poenam infiigere, 
per quos imminentis habetur pericuii cautela. Sic ciconias 
asserunt in remotis orbis partibus bomines esse et apud nos 
avium specie vivere; de quibus mirandum judico, quod- in 
hyeme fluminibus se immergunt, in quorum fundo nonnun- 
quam a piscatoribus dormientes exti'ahuntur; nosque taliter 
e gurgite tractas vidimus ad ignem calefieri, velut a gravi 
somno expergefactas, et vitae reddi, cum antea more lapi- 
dum insensibilium viserentur. Sic et hirundines, quercubus 
infixae concavis, dormiendo hyemem transigunt. 

LXIV. De sirenibus maris Britannici ^^. p-^®' 

Ad haec in mari Britannico sirenes scopulis insidere 
videntur, quae caput foemineum, capillos lucidos et proce- 
ros habent, ubera muliebria, omniaque foemineae formae 
membra usque ad umbilicum; caetera in piscem finiuntur. 
Hae cantu dulcissimo sie nautarum transeuntium corda pe- 
netranl^ quod, suavi aurium pruritu admodum delectati. 



1 



32 Tertia Dedsio. LXVI. 

officii sui fiunt immemores; et incauti naufragium persaepe 
patiuntur. 

p. 982. LXVI. De inonte Cataloniae ^*). 

Rem novam atque insolitam sed salubri consilio plenam 
aggredimur et cautelam incautis facile praestantem. Est in 
Catalonia; episcopatu Gerundensi, mons excelsus valde, cui 
nomen Cannarum*) accolae indiderunt Hujus ambitus ar- 
duuB et pro magna parte inaccesBibilis ad ascensum, in cu- 
jus summitate lacus est; aquam continens subnigram et in 
fiindo imperscrutabilem. Illic mansio fertur esse daemonum 
ad modum palatii dilatata^ et janua clausa. Facies tamen 
ipsius mansionis; sicut ipsorum daemonum^ vulgaribus est 
incognita ac invisibilis. In lacum si quis aliquam lapideam 
aut alias solidam projecerit materiam^ statim, tanquam offen- 
sis daemonibuS; tempestas erumpit. Est in quadam apicis 
particula nix pei*petua, glacies continua; crystalli illic copia 
et nulla unquam solis praesentia. Ad hujus montis radicem 
fluyius est, aureas habens arenas, unde ex ejus arenis au- 
rum, quod vulgus palleol**) nominat, elicitur. In hujus 
montis continentia ***) et circuitu argentum foditur, et multi- 
plex fertilitas erumpit Ex opposito quoque ad Septem leu- 
cas mons est Orinif) nomine, maris littori inhaerens. 
Nunc quid in his locis nuper contigerit, lector attendat Erat 
in conjuncta monti viUa, Junchera nomine, vir agricola, Pe- 
trus de Cabina nuncupatus. Hie uno aliquo die, cum domi 
rebus domesticis intenderet et ejulatu filiae parvulae con- 
tinuo et impacabili turbaretur, tandem, ut offensis mos est, 
fiUam suam daemonibus commendat. Commendationi in- 
cautae paratus receptator occurrit, et invisibili raptu dae- 
monum turbo puellam abducit Completo jam ab his sep- 
tennio, dum ad radicem montis indigena quidam iter arri- 
peret, videt hominem celeri cursu transeuntem, qui flebili 
Yoce plangebat. „Heu me, inquit, miserum, quid agam, qui 

*) Cannagum. S. die Anm. 
**) Vgl. das ital. pagliuola, franz. paillette. 
***) consistentia. S. die folgende Emendation. 
t) Grim. 



Tertia Decido. LXYL 33 

tanto pondere premorl^ Requisitas ab alio viatore; quae 
Sit causa tanti doloris? respondit, se in monte Cannarum *) jam 
septeimium transegiase sub commendatione daemonum; qui 
ipso quotidie pro yehiculo utebantur; et ut auditor rei tarn 
incredibili fidem adhiberet, argumentum certissimum junxit; 
esse in servili commendatione daemonum in eodem monte 
puellam, filiam Petri de Cabina e villa Junchera oriundam. 
De puellae hujus educatione taedium facientes daemones 
ipsam libent^ commendatori suo restituerent^ si modo pater 
eam in monte reposceret Stupet auditor, incertus an sileat 
incredibilia, an loquatur injimcta. Eligit^ ut statim patri 
fiUae denunciet. ViUam memoratam intranB patrem pueUae 
reperity de diutina filiae amissione querulantem. Inquirit 
causam plangendi, et audita rei fide, adjicit, se, quae prae- 
misimus; ab illo, quo vice vehiculi Utebantur daemones, 
audisse, consultius dicens esse, ut ad loca designata veniens, 
sub diyini nomlnis attestatione ad restitutionem amissae filiae 
daemones adjuraret. Auditis nunoii verbis, pater obstupuit, 
et dum intra se cogitat, quid deliberatius agat? eligit con- 
silio nuncii fidelis se supponere. Montem ascendit, per loca 
lacus discurrit, daemones, ut commendatam filiam reddant, 
adjurat, et tandem quasi repentino flatu filia prodit, procera 
statura, arida, tetra, oculis vagis, ossibus et nervis et pelli- 
bus vix haerentibus, horrenda aspectu, idiomate nullo intel- 
lecta, et vix humanum aliquid sapiens aut intelligens. Be- 
ceptam prolem pater admirans et dubius, an alendam reti- 
neat, episcopum Oerundensem adit, eventum tristem pandit; 
quid agendum ei sit, sollicitus exquirit. Episcopus, ut vir 
religiosus et exemplo bono commissum sibi gregem informans, 
puellam in omnium exponit aspectu, reique seriem pandens, 
praedicando docuit subditos, ne de caetero commendent suä 
daemonibus, eo quod adversarius noster, diabolus, tanquam 
leo rugiens quaerens, quem devoret, quosdam ut datos mac- p. gss. 
tat, et sine spe reddendi incarceratos sibi peculiat, quosdam 
ut commendatos macerat et ad tempus afSigit. Nee diu 
post ille, quo daemones pro vehiculo utebantur, consimili 



*) Cavagum. S. oben S. 32 *). 

G«Ti«U Tilb. otia imp. 



34 Tertia Dedno. LXIX. LXX. 

patris obtestatione liberatus^ in medium exit^ et qaia^ cmn 
raptus eraty majoris perfectiorisque discretioniB extiterat, fide- 
lius ao intelligibilius^ quae apud daemones gerebantur^ ex- 
posuit. ÄBserebaty juxta lacmn in subterraneo specu pala- 
timn esse latmn, in cujus aditu janua est^ et intra januam 
interior quaedam obscuritas, ad quam cum mutuo applausu 
daemones^ poslquam orbis partes percurrerint^ conyeniunt; 
et quid egerunt, majoribus suis nunciant; imde hanc palatii 
oontinentiam *) nuUus praeter ipsos et eos; qui perpetuo do- 
nationis jugo in daemonum transierunt proprietatem, intrat; 
hisy qui daemonibus commendantur, exteriorem januam ob- 
serrantibus. Ex bis informari possumus, ne familiam dae- 
monibus commendemus; qui cautius insidiantur^ ut rapiant 
pauperem, dum attrahunt cum; estque vaUdissimum doctorum 
argumentum; quod inter montes memoratos perpetua viget 
ventprum ex opposito sibi concertantium tempestas^ et rara 
illic reperitur aut nulla unquam tranquillitas. 

p.883. LXIX. De Laikibrait 55). 

Est in Britannia majore sylva multiplici venationis ge- 
nere copiosa, quae Carleolensem respicit civitatem. In hu- 
jus quasi medio vallis est, montibus circumsepta, juxta stra- 
tam publicam. In hac, inquam, valle quotidie ad horam 
unam diei auditur classicum campanarum dulce resonans; 
unde indigenae loco illi deserto nomen imposuerunt in idio- 
mate Qallico Laikibrait. 

P-«ö3. LXX. De comu Sancti Simeonis ^e). 

Accedit miro mirabilius in eadem sylva. Erat in ejus- 
dem sylvae continentia villa, Pendred nomine^ ex qua miles 
oriundus, cum in nemore semotus ab hominum strepitu ve- 
naretur, subita tonitrui, fulgoris et coruscationis tempestate 
turbatur. Cum hinc fubnina in sylvam succederent, con- 
spicit in conspectu tempestatis caniculam grandem pertrans- 
ire, ex cujus faucibus fulminabat ignis. Territo taU ac tarn 
stupenda visione militi ex insperato occurrit miles, comu 
venatorium bajulans. Occurrenti miles tremore plenus oc- 

*) consistentiam. Jenes bedeutet Umkreis, in welchem Sinne 
es auch weiter unten Z. 26 vorkommt 



TerdaDeciflio. LXXm. LXXVm. 35 

corrity et dum, quae sit causa timoris^ aperitur: „Heus, in- 
quit superveniens consolator; pelle timorem. Ego sum Sanc- 
tus SimeoD; quem inter fulgura supplex invocasti. Hoc tibi 
dono comu ad perpetuam tui familiaeque tuae munitionem, 
ut quotiescunque fnlmina timueiitis aut tonitrua, comu in- 
tonetisy statinique omnis inuninentis periculi formido eva- 
nescat^ nee ulla sit fulminandi potestas intra terminos cor- 
nuaiis exauditionis." Adhuc inquirit Sanctus Simeoii; si 
quid miles noster viderit^ quod stuporem ei induxerit aut 
admirationem ? Respondet interrogatus^ se caniculam vi- 
disse, ex oris rictibus fulminantem; quam cum insequeretur 
Sanctus Simeon^ evanuit; comu ad rei memoriam et perpe- 
tuam familiae tuitionem apud militem derelicto, quod a mul- 
tis visum est et admiratum. Est enim procerum et more p. 984. 
cornu venatorii recurvum, quasi de comu bubali *) sit con- 
sertum. Porro canicula^ de qua meminimus^ in ejusdem 
villae confinio doi^ium sacerdotis ingressa^ per opposita sibi 
Ostia transitum faciens^ domum cum minus legitime genitä 
familia succendit. 

LXXni. De equinocephalis ^^). p. 984. 

Nilus implet Brisonem, Aegypti fluvium, cujus beneficio 
terra inundata ad fertilitatem revocatur. In his Brisonis 
fluyii confiniis elephantes nascuntur affluenter, homines quo- 
que, longa femora ad mensuram duodecim pedum habentes; 
reliquum corpus itidem duodecim pedum longitudine termi- 
natur. Herum brachia Candida usque ad humeros, surae 
nigrae, pedes rubri, caput rotundum, nasus pröcerus. Hi 
homines certis temporibus in ciconias transformantur et apud 
nos quotannis foetum faciunt* 

LXXVni. De Aethiöpia et palatiis duobus ^®), p. gss. 

Ultra terminos memoratos sunt flumina, ex quibus la- 
pides pretiosi eliciuntur, ubi gemmae fiunt naturales. Gens 
autem illa Aethiopum nomine censetur. Juxta hos quoque 
Oceani fines nascuntur Soraci, qui apud alios Tritonides, 

*) bulali. 

3* 



36 Tertia Decisio. LXXXUL 

quasi divini, appellantur, a qtdbus de omni interrogatione 
responBum accipitor. Sunt et circa eadem loca palatia duo, 
unum SoliS; alterom Lunae. Illud Solis die mediocriter 
calet et nocte fervet. HHc nascuntur homines habentes se- 
, decim pedes in longitudinem^ Septem yero in latitudinem, 
Caput magnum, auriculas quasi alas, corpus candidum, et 
cum homines viderint, auriculas protendunt ita^ ut eos vo- 
lare credas. In bis terminis colonia est Solis ad modum 
insulac; in longitudine babens stadia duceiita et in latitudine 
tötidem. Colonia ergo SoUs, muro cincta^ Heliopolis mm- 
cupatur^ in structura aerea ac ferrea^ opere altemato . . . 

In eodem loco duae sunt aedes satis consimileS; qua- 
dratae^ ex auro et cinnamomo construetae. Longitudo unius 
aedis et latitudo pedum trecentorum sexaginta qpiinque, pa- 
rietes novem. In hac est arula ex margaritis et cylindris 
instructa^ latitudine pedum septuaginta. Ibidem lectulus 
Solis ex auro obryzo confectus et ebore, lapidibus preüosis- 
simis interjectis, cujus fiilgor radiat ad palatii interioris con- 
' tinentiam ^). Est in eadem aede vinea aurea, cujus vitis ex 
auro facta et confixa^ et ejus vitis pavimentum ex lapidibus 
pretiosissimis et cylindris. In vitibus aureis pendent racemi 
ex margaritis et unionibus. Aedi contigua domus est sacer- 
dotis ex auro strata. Sacerdos vero thure vescitur et ex 
opobalsamo vivit, sub vitibus in pavimento dormit, extraneo 
nulli aditum pandit, nisi qui apud Heliopolin commorabitur. 

p. 987. LXXXIII. De augelis percutientibus ^^). 

In Hispania ex antiquissima consuetudine obtinuit^ quod 
septenis annis solent angeli pereutientes terrae ilHus habita- 
tores invadere. Unde nuper contigit, quod quidam deregno 
illustris regis Aragonensis vir nobilis Petrus, Latro nominar 
tus ex cognomine, miles equidem strenuus et potens, quum 
cum commilitonibus suis in aula jaceret, singulis stratis suos 
dormientes capientibus, circa secundas noctis vigilias, aliis 
somno datis; ipse solus oculis clausis vigilabat. Inter haec 



*) consistentiam. S. oben zu S. 34. 



\ 



Tertia Decisio. TiXXXUL 37 

noctis continua duo Mauri domum jam *) cito gressu subin- 
trant; accenso lumine, ut potentibus mos est in cameris inter 
sonmos perpetuum lumen habere. Mauri inter se conferunt, 
quolibet spiculum suum tenente. „Heus, inquit, quare dor- 
mientes non percutis?^ At ille statim vibrato jaculo missi- 
bili unum ex militibus sub peetore percutit, et cum, ut al- 
terum percutiat^ invitatur a socio, respondit, se in illum nul- 
lam nocendi habere potestatem, eo quod die illo foeniculum 
tetigerit Hoc audiens vir nobilis et oculis apertis illos in- 
tuens, sub immoderato timore noctis silentia transegit; cum- 
que ad auroram percussus e gravi somno excitaretur, planctu 
ingcnti Tukieris inflicti dolorem in latere testificatur; cum- 
que nihil praeter livdrem in loco illo invenisset, et a Petro 
Latrone causam doloris audisset, advocato sacerdote, post 
confessionem accepto yiatico, infra paucos dies positus est 
ad patres suos. £x his apud Hispanos et Catalanos inole- 
Tit, quod quotidie foeniculum in manu tangunt aut gustant 
et tres noduloa foeniculi equis suis ad frenum aut capistrum 
alliganty ne cujusvis malevoli fascinatione moriantur. Nee 
miretur lector, si verborum tantam vim esse dicimus, ut 
fascinari lingua malorum possint subjectae bestiae, cum ad 
januam nobis sit in civitate nostra Arelatensi, Princeps Sa- 
cratissime; civis de Burriano, cujus com'mendatio tam in- 
fectiya est, quod, si cujus**) equum aut aliud animal do- 
mesticum laudaverit, statim aut mortem aut mortis pericu- 
lum incurrit. Cui consentit poeta, cum dixit: 
.„Nescio, quis teneros verbis mihi fascinat agnos,^ 
Sed in civitate Arelatensi cum ante non multos annos bo- 
nae memoriae illustris rex Arragonensis Ildefonsus praesens 
esset, multa copia militum stipatus, et ut moris estHispanis 
et Provincialibus, milites in equis phaleratis arma gestarent^ 
dum in medio stadü cursorii quidam miles velocitate pen- 
nigera transiret, adstans alius miles nobilis, gyrans faciem, 
adcurrentem ad verba subito dicta equum depulsum tanta 
celeritate corruere fecit, quod nee a casu resurgere nee ali- 



*) tam. 
**) quis. 



^ 

X 



38 Tertia Decisio. LXXXV. 



/ 



quem membrorum motum liberum Habere potuil Respiciens 
ergo ascensor equi militem, quem vulgus hujusce fascina- 
tionis Bciebat artificem; coram positiB nobilibus et dominabus 
erat; ne in hoc artieulo suas ulciscerentur injurias de con- 
tractiB pridem inimicitiis. Pietate motus nobilis^ cui satis 
erat publieae.Tindictae habuisse testimonium, in alteram par- 
tem toto gyrato corpore, ad contraria verba eadem felicitate 
equum restituit; qua dejecerat, sicque equus; prohibito dolore 
totus in sudorem solutus, beneficio malefici dietam suam 
currendo victoriose perfecit. -^ 

/ 

p. 987. LXXXV. De lamiis et dracis et phantasiis ^^). 

Accedit circa mundi hujus mirabilia quaestio de lamiis 
et dracis, ex quibus lamiae dicuntur esse mulieres, quae 
noctu domos momentaneo discursu penetrant, dolia vel et 
cofinos, catinos, cantharos et ollas perscrut^tur, infantes ex 
cunis extrahunt, luminaria accendunt, et nonnunquam dor- 
mientes a£Bigunt. Sed et dracos vulgo asserunt formam ho- 
minis assumere, primosque in forum publicum adventare 
sine cujusvis agnitione. Hos perhibent, in , cavemis fluvio- 
rum mansionem habere, et nunc in specie annulorum aureo- 
rum supematantium aut scyphorum muKeres alHcejre ac 
pueros in ripis fluminum balneantes; nam dum yisa cupiunt 
consequi, subito raptu coguntur ad intima delabi. Nee plus 
p. 988. hoc contingere dicunt quam foeminis lactantibus, quas draci 
rapiunt, ut prolem suam infelicem nutriant, et nonnimquam 
post exactum septennium remimeratae ad hoc nostrum red- 
eunt hemisphaerium; quae etiam narrant, se in amplis pa- 
latiis cum dracis et eorum. uxoribus in cavemis et ripis flu- 
minum habitasse. Vidimus equidem hujuscemodi foeminam, 
raptam, dum in ripa fluminis Rhodani panniculos ablueret, 
scypho ligneo superenatante ; quem dum ad comprehenden- 
dum sequeretur, ad altiora progressa, a draco introfertur, 
nutrixque facta filii sui sub aqua, illaesa rediit, a viro et 
amico yix agnita, post septennium. Narrabat aeque miranda, 
quod hominibus raptis draci vescebantur et se in humanas 
species transformabant, cumque uno aliquo die pastilltmi 



Terüa Dedüo. LXXXVL 89 

aDguülarem pro parte dracus nutrici dedisset, ipsa digitos 
pastilli adipe linitoa ad oculum unum et uiuun faciem dtl- 
cens, meniit limpidissunum sub aqua ac subtUiBsimum ha- 
bere intuitum. Completo ergo suae vicis terminO; cum ad 
propria redÜAsety Bellicadri summo mane dracum obvium 
habuity quem agnitum salutavit, de statu dominae ac alumni 
sui qoaestionem faciens* Ad haec dracus; „Heus, inquit, 
'^quouam oculo mei cepisti agnitionem?^ At illa oculum vi-* 
Bionis indicat, quem adipe pastUU pridem perunxerat, quo 
comperto dracus/digitum oculo mulieris infixit sicque de 
caetero non yisus aut cognoscibiÜB diyertit Sed et in Rho- 
dani ripa sub continentia domus militiae ad portam Borea- 
lern civitatis Arelatensis quaedam fluminis abyssus est, sicut 
sub rupe Taraaconensis, ubi tempore Beatae Marthae, Christi 
hospitae, Lazari ac Magdalemie sororis, Tarascus serpens de 
genere pessimi illius Leviathan oceanaUs anguis occultaba- 
tar, ut homines per Rhodanum sibi incorporaret In bis 
ergo locis profimdissimis afSfirmant draoos saepissime de 
nocte lucida in specie humana videri; unde paucis annis 
exactisy yox ex ipso Rhodani profimdo exiens, per conti« 
nuum triduum publice audiebatur in loco extra portam civi- 
tatisy quam praediximus, quasi specie hominis per ripam 
discurrente: ^Hora praeteriit et homo non yenil^ 
Die igitur tertia circa horam nonam, cum acrius hominis 
illa species vocem memoratam exaggeraret^ festino cursu 
juvenis quidam ad ripam yeniens totus imbibitur; et ita vox 
illa de caetero audita non fuit. 

LXXXVL De lamiis et nocturnis larvis ^0. p.988. 

Lamias quas vulgo mascas aut in Gallica lingua 
strias nominant^ physici dicunt, noctumas esse imaginatio- 
nes, quae ex grossitie humorum animas dormientium tur- 
bant et pondus faciunt Verum Augustinus ipsas, ex dictis 
autorum, ponit daemones esse, qui ex animabus male me- 
litis Corpora aerea impleant. Dicuntur autem lamiae vel 
potius l^'Uiae a laniando, quialaniantinfantes; larvae yero 
quasi larium/exemplaria phantastica/ quae imagines 
et figuras hominum repraesentant^ cum n<m sint homines, 



40- Tertia Decisio. LXXXVI. 

sed divina quadam et secreta permissione hominum illusio- 
dbs. Sicut enim circa corpus, ita circa animmn vel aniiaaia 
hominum daemones nihil nisi ex divina possunt permissione 
operari. Ut autem moribus ac auribus hominum satisfaciar- 
mus, constituamus; hoc"^) esse foeminarum ac yirorom quo- 
rundam infortunia, quod de nocte celerrimo yolatu regiones 
transcurrunty domus intrant, dormientes opprimunt, ingerunt 
somnia gravia, quibus pUmctus excitant Sed et comedere ' 
yidentur et lucemas accenderC; ossa hominum dissolvere, 
quin nonnunquam dissoluta cum ordinis turbatione compa- 
ginare, sanguinem humanum bibere et infantes de loco ad 
locum mutare. Audivimus quippe a viro nobili per omnia 
christianissimo, domino Humberto, Arelatensi archiepiscopo, 
affini nostro, sanctae probataeque fidei praesule et vitae per- 
fectioris; quod, cum lactens esset multaque parentum dili- 
gentia custoditus; ex christianissima matre editus, nocte una 
in cimis positus et fasciatus ante lectum parentum, circa 
mediae noctis creperum**) flere auditur. Subita experge- 
factione excitata mater ad cunas manus apponit nee invenit 
infantem, quem apprehendat. Tacite rem considerans et 
loqui timet et silentia diutina non sustinet Accensa can- 
dela, dum infantem per devia quaesitat, ipsum in yolutabro 
aquae, quae de ablutione pedum serotina efiusa fuerat, re- 
perit yolutantem sine ploratu, fasciatum et ad lumen matri 
parumper arridentem. Quid ultra? nutrici et marito rem 
ad oculum monstrat, et hoc / ab alio quam a noctumis phan- 
tasmatibus actum nemo cogitabat; nam et ubi hujusmodi 
phantasmatum solet esse discursus, a multis compertum ha- 
betur, infantes in mane januis clausis extra domos et cu- 
nabula in plateis esse repertos. Sed et dolia yino plena in 
ipso cellario nostro vidimus nonnunquam, extracta clepsydra, 
yinum nullum e£Eundere, nuUoque conatu aliud praeter aerem 
in ipsis inveniri; verum post horam ita reperiebantur op- 
pleta, quod nihil deerat ad perfectionem. 



*) haec? 

**) noctis * crepundia. Die obige Ausdrucksweise findet sich 
bei SymmachuB Ep. 1, 7. • 



Terda Decino. LXXXVm. LXXXIX. 41 

Malti experti sunt et ab expertis audienmt^ quibus p.989. 
certissime est fides adhibenda^ se vidisse Sylvanos et Panes^ 
quos incubos nominant^ Galli yero dusios dicunt Non 
audeo aliqoid hie definire^ utrum aliqui spiritus elemento 
aereo corporati possint hanc agere yel pati libidinem, ut 
quoquo modo foeminis Be immisceant aut ab hominibus talia 
patiantur. Nam hoc etiam elementum^ cum agitatur flabel- 
lum, sensu corporis tactuque sentitur. Hoc equidem a yiris 
omni exceptione majoribus quotidie sdmus probatum, quod 
quosdam hujusmodi hirvarum; quas Fadas nominant^ amar 
tores audiyimuS; et cum ad aliarum foeminarum matrimonia 
se transtolerunty ante mortuos^ quam cum superinductis car- 
nali se copula immiscuerunt; plurimosque in summa* tem- 
porali felicitate vidimus stetisse^ qui cum ab hujus modi 
Fadarum se abstraxerunt amplexibus aut iUas publicaverunt 
eloquio, non tantum temporales successus^ sed etiam miserae 
vitae solatium amisenmt 

LXXXVIII. De alio stagno «^). p.ö90. 

Est in eadem regione Haveringemere ; quod si quis na- 
viganSy dum transit, praeclamaverit: „Phrut*), Haverin-, 
gemere, and**) alle those***) over the fere", statim 
correptus subita tempestate submergitur cum navigio. So- 
nant autem haec in latina lingua opprobrium^ ac si dicatur 
stagno Uli, quod vocatur Haveringemere i. e. mare Ha- 
veringi (Angli siquidem, ut Ebraei, omnem aquarum cur- 
sum mare dicunt; unde mare Tiberiadis dicitur): „Phrut 
tibi, mare, et omnibus, qui te transfretant " Et 
satis mirandum, quod aquae hujusmodi concipiunt in- 
dignationes. 

LXXXIX. De fönte, qui pluere facit^^). p.990. 

Est in provincia regni Arelatensis fons quidam pellu- 
cidus, in quem si lapidem vel Hgnum aut hujuscemodi 



*) Pfrut; Pruth. **) aut. 

***) thope. Jenes mit Auslassung des darauf folgenden Pronom. 
rel. who, wie sie in einzelnen Fällen auch im Nomin. Statt findet. 
Also those für those who. 



42 Teitia Decisio. Xa 

materiam projeceris, statim de fönte pluyia ascendit, quae 
projicientem totnm kumectat 

^wo. XC. De coemeterio Elisii campi et illuc advectis ^*). 

Insigne mirain ac ex divina virtute nuraculum audi, 
Prineeps SacratiBsime. Caput regni Burgondionum, quod 
Arelatense dicituT; civitas est Arelas, antiquissimiB dotata 
privilegiis. Hanc ordinatiis ab Apostolifi; Petro et Faul(v 
TrophimuS; Jesu Christi discipulus, comitante eum Apostol 
Paulo, cum tranairet in Hispanias, ad fidem Christi conye 
tity et post pauca^ associatis sibi Maximino Aquense, Em 
pio Auriscense, Satumino Tolosano, Martiale Lemoyie: 
Sergio Paulo Narbonense, Frontone Petragoricenae, santisi 
mia episcopis et Jesu ex TjXXTT discipulis, deliberayit 
meterium solenne ad meridianam urbis partem constitue 
in quo omnium orthodoxorum corpora sepulturae trader 
tur, ut, sicut ab Arelatensi ecclesia tota Gallia fidei su 
exordium, ita et mortui in Christo undecimque advecti 
pulturae communis haberent beneficium. Facta itaque c 
secratione solenni per manus sanctissimorum antistitum 
Orientalem partem, ubi nunc est ecclesia ab ipsis in ho 
rem B. Virginis consecrata, illis Christus, pridem in ca 
familiariter agnitus, apparuit, opus eorum sua benedictioi 
perfundens, dato coemeterio ac illis sepeliendis munere, 
quicunque inibi sepelirentur, nuUas in cadaveribus suis p 
terentur diabolicas illusiones, secimdum quod in Evangelä 
legitur, quosdam daemones habitare in sepulchris; unde d 
citur : „Exeunte Jesu de navi, occurrit de monumentis hon 
in spiritu immundo, qui domicilium habebat in monumentis 
Ex hujusmodi ergo Dominicae benedictionis munere, n 
non propter sacratissimorum virorum consecrationes ap 
omnes majoris auctoritatis Galliarum principes ac cleri( 
inolevit, quod maxima potentum pars, quae in Galliis « 
circa Pyrenaeos montes aut Alpes Penninas in pugnis 1 
ganorum moriebantur, illuc sepulturam habent, et quidj 
in plaustris, alii in curribus, nonnulli in equis, plurimi 1 
dependulum fluentis Rhodani ad coemeterium Campi Eüs 



Tertia Decisio. XC. 43 

a •^ deferebantur; ubi Jovianus*) et comes Bertramus et Aistul- 
fds et innumeri proceres requiescunt Est ergo omni admi- 
xatione dignissinmin; quod nullus in thecis positus mortuus 
^ :4iltmi08 civitatis Arelatensis terminos; quos Boch«tom nomi* 
' 'nant; quantalibet vi ventorum aut tempestate compulsus 
oLV-^aeterit; sed infira semper subsistens in aqua rotatur, doneo 
inü ijqpplicet, aut ad ripam fluminis ductus coemeterio sacro in- 
jnjs^ftratar. Mirandis magis miranda succedunt^ quae oculis 
^t^ p>nspexinius sub innumera utriusque sexus hominum multi- 
>eii£|adine. Solent, ut praemisimus; mortui in dolus bituminatis 
diriTukc in thecis **) corpora mortuorum a longinquis regionibus 
minia Bhodani dimitti cum pecunia sigillata, quae coeme- 
» lechbio tarn sacro^ nomine eleemosynaC; confertur. Uno aliquo 
.eitie,&e; nondum decennio delapso, dolium cum mortuo suo des* 
^libindit inter iUud angustum, quod ex altemis ripis castrum 
Dl cüiJ^^^c^^^x^ense *^ et castrum Belliquadri prospectant. Exilien- 
^ M adolescentes Belliquadri dolium ad terram trabunt^ et relicto 
^ jjciportuo^ pecuniam reeonditam rapiunt Depulsum dolium 
3 aJTf^pter impetuosi amnis fluctus subsistit; et nee vi fluminis 
\ itsiio-ptecipitis nee juvenum impulsibus potuit descendere^ verum 
^^^sti:#tans et in se revolvens, eosdem circinabat fluminis fluctus. 
^jg iitam ipsius facti celati signa prodierunt in publicum^ et co- 
,jjj islstis Tolosani in castro bajulus divina mente concepit^ ali* 
I^QedP^d injuriae mortuo ab incolis castri fuisse inflictum. Per- p. 091. 
^Q]]ef|]irit sollicitus, investigatores mittit^ et secretos sceleris hu* 
^ 0kB exploratores conducit. Tandem qui serutatur corda et 
^ Dvswues DeuS; ante cujus oculos nihil latere potest^ factum 
, iiQijtpblicaty statimque vicarius comitis pecuniam reponi jubet 
^^jj^giim mortuO; deliquentesque gravi poena affligit. Restituto 
^^0ie#nsu, confestim mortuus sine omni impellentis adjutorio 
^gjf,|am aggreditur; et infira modicam horam****) apud civita- 
^^^5 mn Arelatensem applicans, sepulturae honorifice traditur. 

j clerij 

jMiis I :„^ Vivianus. 
rflis 1'**^ enthecis. 
qui*i:*) Taraconense. 
iini fc:,:^ auram. 



44 Tertia Dedsio. XCII. 

p.991. XCII. De eqiio Giraldi de Cabreriis^^. 

Sunt qui phantastica non credunt^ et quorom causam 
nesciiint^ materiam non mirantor. Diximus lamianim usum 
et larvarum frequentem esse* Nunc ergo jucundum quid; 
et circa haec divulgatum, ac pene toti orbi cognituni; inter- 
seramus. Erat temporibus nostris in Catalonia miies^ nobi- 
lissimis ortus natalibus, militia strenuus; elegantia gratiosiiS; 
cui nomen Giraldus de Cabrerüs. Hie equum habebat in 
bonitate singularem^ velocitate invincibilem, et quod sine 
exemplo mirandum fuit, in Omnibus angustiis consiliosum. 
Huic nobilis indidit^ ut bonus amicus yocaretur. Solo 
pane triticeo in concha vescebatur argentea^ et cuicitra de 
pluma pro substemio utebatur. Quoties arctissimo qnoquam 
negotio vir nobilis urgebatur, tanquam ad cujusvis discre- 
tissimum consiiium, ad equum confugiebat. Veruntamen 
quibus verbis quibusve signis aut motibus ad intellectum 
responsa formabat^ hominibus praeter dominum suum erat 
incognitum. Sed hoc apud omnes probatissimum fuit; etiam 
apud hostes capitales; quod nullius praeter equum usus con- 
silio; in Omnibus prospere agebat; omnes eludens et a nullo 
elusus; a nomine yictus, et a multis persequentibus fiigie- 
bat; dum volebat; et inter crebros ictus ftigabat; quos eli- 
gebat ad pugnam. Erat miles in juventute sua^ jucunduS; 
hüaris; musicis instrumentis plurimum instructuS; a domina- 
bus invidiose desideratus. In palatio nostrO; (quod ex vestro 
mimere vestraque gratia ad nos rediit per sententiam curiae 
Imperialis; Princeps ExcellentissimC; propter jus patrimo- 
niale uxoris nostrae) in praesentia piae memoriae Udefonsi; 
regis illustris quondam Aragonensis; et socrus vestraC; (quae 
singulari laude praecellebat) inter dominas sui confinii; nee 
non in conspectu multorum procerum; miles saepe dictus 
yiolam trahebat; dominae chorum ducebant; et ad tactum 
chordarum equus incomparabilibus circumflexionibus salta- 
bat Quid plura? quid dicam; nescio. Si verus equus fuit: 
unde in eo consilium, intelligentia fidesquc; quae in diser- 
tissimo admiranda? Si fadus equus erat; ut homines aase- 
runt; aut genus quoddam mixtum daemonibus: qualiter 



Tertia Deeuio. XCIIL XCV. 46 

comedebaty et ad ultimum; peremto suo domino ab armi- 
gero SUO; pretio permaximo tum corruptO; (eo quod, ipso 
phlebotomatO; alium equum ascenderat) nunquam post hoc 
cibum assumsit; sed cervice ad parietem colÜBa; mirabiliter 
ac miserabüiter interiit? 

XCni. De phantasüs noctumis opiniones ««). poo«. 

Sunt qui dicunt; hujusmodi phantasias ex animi timidi- 
täte et melancholia hominibus apparere viderl; sicut in phre- 
neticis et laborantibus majoribus bemitritaeis solet evenire. 
Alios asserunt tales imaginationes videre in somniis tarn 
expresse, quod sibi ipsis vigilare videntur, ut quibusdam; 
id confessis; contigisse Augustinus in libro de Civitate Dei 
refert. Sed contra hoc movet me^ quod mulieres agnosco 
yicinas nostras; quae praecesserant in diebus suis, quae mihi 
proponebant; se de nocte vidisse clientulas et clientulos dis- 
coopertos cum verecundia; quae etiam referebant ea, quae 
de nocte gerebantur a nobis in longe remotis partibus; non- 
nunquam non visas flagellationes noctumas in parvulis no- 
stris ajebant; asserebantquC; se, dormientibus viris suiS; cum 
coetu lamiarum celeri penna mare transire, mundum per- 
currere; et si quis aut si qua in tali discursu Christum no- 
minaverit, statim, in quocunque loco et quantovis periculo p. 992. 
fiierit, corruit. Vidimus equidem in regno Arelatensi mu- 
lierem, ex csCstro Bellicadri oriundam; ex consimili causa 
inter medias Rhodani undas cecidisse, et usque ad umbili- 
cum humectatam; de nocte media absque vitae periculO; 
sed non sine timore^ eyasisse. Seimus quasdam, in forma 
cattarum a furtive vigilantibus de nocte visas ac vulneratas, 
in crastino yuhiera truncationesque membrorum ostendisse. 

XCV. De Corvo de Claveno et ejus sagacitate ®^). p.992. 

De brutis animaJibus tacere non possumus; quibus non- 
nunquam supervenire yidemus humana« cujusdam sapieatiae 
vigilantiam. Ecce enim in regno Arelatensi corvus erat; 
qui tantam habebat discretionem; quod hostiles insidias ex- 
plorabat; et transcursis montibus et castri terminis; si qtiid 



46 Tertia DeciBio. XCVL XCVH. 

erat repentiniam aut insidiosum^ loqnebatur. Ad aleas 
pecuniam mutuabat, et inter rupes occultaverat. Hie quum 
dominam castri nimis familiärem caidam comperisset^ post 
multas dominae denunciationes £EK;tas, ad ultimum domino 
prodidit adulterium, sieque factum est^ ut ab aduhero ictu 
sagittae percussuB periret. 

p. 993. XCVL De judicio cygnormn ^®).' 

Quanta matrimonio legitime fides debeatur, leges hu- 
manae, quae castitati ac pudicitiae favent, sua monstrant 
censura. Nee solum id legibus, quae constringunt bominum 
yitam, continetur, esse puniendum, quod contra fidem thori 
committitur, sed, quod mirabilius est, etiam aves zelant 
compares suas, et sui Stimuli naturalis judicio puniunt Ulas, 
quae adulterant Ecce, quod in regno Anglorum, episcopatu 
Londoniensi et comitatu Essexe, est castrum Angra nuneu- 
patum, quod bonae memoriae Richardus de Luci, domini 
avi vestri, illustrissimi regis Anglorum, in Anglia quondam 
justitiarius, construxit. Uno aliquo die, cum ad exedras 
palatii milites se misissent ad prospiciendum, ecce multitudo 
cygnorum in prato domibus subjecto convenit, et cum, quasi 
consilio facto, adinvicem diu yocibus suis contulissent, unus 
ex medio, sicut mos est accusatori vel ejus patrono, longo 
garritu querelam deponit, et cum ad unam partem quidam, 
tamquam judices, se facerent, tandem produci mandant 
cygnam. Duo igitur, missi a judicibus, ream in medio con- 
stituunt, et post factas hujusmodi garritiones vice allegatio- 
num tandem judices definiunt causam, ream adulterii toti 
gregi exponentes. Insultat cygnorum coetus, deplumat 
damnatam, et sie frigori expositam mortis addicunt supplicio. 

p ggj XCVIL De ovo corvino supposito ciconiae^^). 

Mira loquar et universo civitatis nostrae Arelatensis 
notissima populo. Ex antiquissimis diebus in usu habent 
ciconiae in muris ac turribus urbis nidificare. Ctun ergo 
ova expedissent ad pullos, quidam, levitate animi ductus, 
Ovum corvinum ovis ciconiae supposuit, et sie excitatum 



Tertia Dedsio. C. 47 

calore oyum inter caetera pullum fecit secundum naturae 
debitum corvinum. Corvus prodit; et intoitus ciconius pul- 
lum, a .suo genere plurimum dissimilem, prodamationein 
facit ad sni ntimeri coetam, Congregaiitar ciconiae^ produ- 
citur rea delata, institiiitar vice accuBationiB rostcorum stre- 
pitusy et ostensuB ille pullus naturae inconveniens pro testi- 
monio praesumtiyo recipitUT; et sufficit ad condemiiationem 
matris praesamtivae. Nudati ergo mater et pullus putativus 
pluma naturali; simul ad Judicium praecipitati de turre ex- 
cellenti; mortem inciderunt. Intuere, Felix Auguste, quan- 
tam doctrinam ex avium garritu Ucet sumerC; dum a cyg- 
nis sententia formatur ex reatus evidentia, et a ciconiis 
praesumtio violentum Judicium extorquet, utrisque ad casti- 
tatem senrandam et incestum puniendum studentibus. Quid 
ergo infeUcitas nostri temporis merebitur supplicii; ubi lasci- 
via pro laude suscipitur, adulterium argumentosum probita- 
tis indicium effertur; furtivos habuisse dominarum aut vir- 
ginom amplexus militiae insignis est incitamentum? 

C. De hospitalitate cujusdam ^®). p. 994. 

Quicunque vult attendere quantis meritis hospitalitas 
sit prosequenda, audiat miram rem ac mirandam vel potius 
miracufosam. Erat in regno vestri imperii miles strenuuS; 
Iiospitalis et largus, ad omnes cum hospitalitate recipiendos 
expositus, circa £saniliam bene procurandam curiosus. Cum 
ad initium jejunii quadragesimale, quod vulgo carnipri- 
vium nominant; ventum esset, nee haberet in substantia 
extenuatus miles, quod die saturationis apponeret, tantae 
crapidationi solenniter debitum, secretario suo occulto suasit 
consilio, ut equum Optimum, quem habebat, secreta manu 
mactaret, et per frusta concisum coqueret loco camis vac- 
cinae. Imperatis a secretis paruit, et cum in crastino ar- 
tiger, ex aliunde veniens, equum vellet abstergere ac, ut 
xnoris est, depidverare, a domino, timente, ne proderetur 
^tam hestemum, quanto diutius potuit, ab iügressu sta- 
buli est quaesitis extrinsecis actionibus praepeditus. Tan- 
dem armiger equum audit hionientem, et accedens in publi- 
c^un producit incolumem. Miraculo tanto jungamus urbanum 



s— 



48 Tertia Decbio. CIY. 

exemplum. Miles quidam in camipriTio familiae suae equum 
. suum dedit loco camis boyinae. Ignorans rem taciü con- 
silii familia cibatur et saturatar opulentissime. Sed et alter 
miles, eodem ubub eonsilio, die saneto Paschae consimili 
eibo familiam reficit Utrumque poBt tempora effluxa ad 
majoris domini pQrvenit notitiam. Nee mora; utroque vo- 
catOy dominus solum illum, qui in camiprivio equum coxe- 
rat, novi equi largitione remunerat; illi qui pascbalem so- 
lennitatem consimili xenio bonoraverat, clausit manus. Re- 
quisitus dominus, quo judicio potius remunerasaet imum 
quam alterum? respondit, eum muneratum instantia tanta 
coactum ex temporis conditione, quod in crastino nuUum 
babebat locum consilii; verum qui die paschali equum co- 
xerat, in crastino potuit praecedentis diei supplere defectum. 

p. 1000. CIV. De puUo struthionis et vase vitreo ^^). 

"^ Quantum fuerit Salomonis ingenium, dum meditor, nul- 

Tam subtilitatis ejus potentiäm invenio, praeter sapientiam 
ex solo Dei munere secreta quadam inspiratione venientem. 
Inter praeclara ejus artificia legimus, quod Biblos civitas 
est Pboeniciae, de qua dicit Ezecbiel: „Senes Biblii*) et 
prudentes ejus.^ Biblon ergo elegit Salomon ad sculpenda 
et polienda marmora et ligna aedificationis templi. Tradunt 
autem Judaei, ad celerius einiderandos lapides Salomonen) 
babuisse sanguinem vermiculi, quem dicunt Thamir **), quo 
conspersa marmora facile secabantur, Hujus autem rei re- 
. pertorium boc fmts — Erat Salomoni strutbio, babens pullum, 
' — ^;^ et cum conclusisset pullum in vase vitreo, struthio, videns 
pullum nee eum potens habere, de deserto tulit vermicu- 
lum,' cujus sanguine vitrum linivit, et ita sectum est. Vi- 
dens autem Salomon cacumen montis Morijae angustum, de- 
jecit et in aream spatiis amplioribus diffiidit Sane tempo* 
ribus nostris sub Papa Alexandre III, dum puer eram, in- 
venta est Romae pbiala plena liquore lacteo, quo conspersft 
omnium lapidum genera sculpturam talem recipiebant, 



*) In der Vnlgata Ez. 27, 9. steht »Giblii''. 
**) Tanir. S. die Anm. 



Tertia Decüio. CXI. CXII. 49 

qualem manuB insculpere volentiB protrahebat Erat autem 
phiala ex antiquissimo palatio elioita; cujus materiam aut 
artifidum populus Bomanus admirabatur. 

CXI, De peritia Mosis et sculptura ''^X p. looi. 

LegiinUB, Mosen foisse tantae pulchrit^dinis^ ut nuUus 
adeo severus esset^ qui ejus adspectui non inhaereret^ mul- 
tique, dum cemerent eum per plateam ferri; occupationeS; 
in quibuB studebant^ deseruerunt Hie Aethiopes, dux fac- 
ta« Aegyptiorum^ est persecutus« Ut eos breviore itinere . 
praeventos superaret^ transiens per loca deserta plenaser- 
pentibusy tulit in arcis papyreis super plaustra ibices, hoc 
est cicönias AegyptiaS; naturaliter infestas serpentibus^ quae 
rostro per poäteriora misso alyum purgant Castra igitur 
metatus dimisit ibiceS; ut devorarent serpentes, sicque prae- 
ventos et yictos Aethiopes inclusit in civitate Maeroe^ quae 
antea Saba Regia dicebatur. Quam cum diu obsedisset, 
quia inexpugnabilis erat; injecit oculos in eum Tharbis, filia 
regis Aethiopum; quae ex condicto tradidit ei civitatem, si 
eam duceret uxorem« Et ita factum est. Contra hanc et 
Mosen jurgati sunt postea Mirjam et Aaron. Cum autem 
redire voluisset Moses, non acquievit uxor; proinde, tan- 
quam vir astrorum perituS; imagines sculpsit in gemmis hu- 
jus effieaciae, ut una memoriam, altera oblivionem conferret, 
comque paribus annulis eos inseruisset; annulum oblivionis 
uxori praebuit alterum ipse tulit et tandem Aegyptum in- 
gressus est 



CXn. De ossibuÄ Joseph et ove ^^). "" p. looi 

Ecce novum, quod nostris temporibus accidit. Tem- 
pore regis Siculi Rogerii^ quidam magister, natione Anglus, 
ad regem accessit, postulans aliquid a rege munifico dari. 
Cumque rex, illustris genere et moribus, arbitraretur, aliquod 
a se benificium peti, respondit: „PetC; quod vis beneficium, 
et dabo tibi.^ Erat enim petitor summe literatus, in trivio 
et quadrivio potens et acutissimufi, in physica operosus, in 
astronomia sunmius. Alt ergo regi; se non solatia tempo- 
ralia peterC; sed potius, quod apud homines vile putatur, 

GerTMü TQb. otia imp. a 



50 Tertia Deddo. CXII. 

p. I00'2. 088a videlicet Virgilii, ubicumque possent inyemri infira me- 
tas regni sui. Annuit reX; et magister^ acceptis literis rc- 
giisy Neapolin yenit, ubi Virgilius*) studia ü^enii sui in 
multis exercuerat Porrectis literis^ populas obedientiam 
parat; et ignarus sepulturae; libenter annuit^ quod pro im- 
possibili credebat existimandum; Tandem magisier^ arte 
sua ad manum ducta**); reperit ossa infra tamulum in me- 
dio montis cujusdam, ad quem nee Signum scissurae digno- 
scebatur« Foditur locus, et effoditur post longos labores 
tumuluSy in quo invenitur continuum corpus Virgilii et ad 
Caput über, in quo ars notoria erat inscripta cum aliis stu- 
dii ejus characteribus« Levatur pulvis cumossibus^ et über 
a magistro extrahitur. Ad haec populus Neapolitonus atten- 
denS; specialem affectionem; quam habuerat Virgilius erga 
civitatem^ timens, ne ex ossium subtractione enorme damnum 
civitas tota pateretur, elegit susceptum regis mandatum eln- 
dere, quam obediendo tantae urbis excidio occasionem piae- 
bere. Arbitrabatur enim^ eo consilio Vii^ilium sibi in 
montis arcano tumulum posuissC; ne*"^*) ossa ejus evecta 
artifieiorum suorum importarent interitum. Magister ergo 
militum cum turba civium ossa conjuncta copulant, et in 
culeo reposita in Castello Maris ad urbis ipsius confinimu 
defemnty ubi ^r medias crates ferreajs intueri volentibcbs 
ostenduntur. Requisitus autem magister, quid de ossibtts 
facturus erat? respondit, se per conjurationes effecturuni; 
quod ad ejus interrogationem ossa omnem Virgilii artem 
ipsi panderent; quin imo satisfactum sibi proposuit, si per 
quadraginta dies ei ossium copia daretur. Asportato ergo 
libro solo, magister abiit, et nos quaedam ex ipso libro per 
venerabilem Joluumem Neapolitanum, cardinaiem tempore 
Papae Alexandri, per excerpta vidimus, et probari verissima 
rerum experientia fecimus. 



*) Virgilium. 
**) dnctuB? 
*♦*) ut. 



Tertia Decisio. CXX. 51 



CXX, De hominibus, qui fiterunt lupi''*). p. looa. 

Saepe apud doctos quaestio movetur, si Nabuchodono- 

sor per injunctom tempus poenitentiae in bovein verum sit 

divina yirtate mutata% cum faciUua sit creaturam transmu- 

tando formare quam de nihilo creare, Scribunt plerique, 

ipsum vitam besdalem, in oonvictu bovis comedentia foe- 

nom^ «umsisse; non naturam. Unum »cio^ apud noslarates 

qaotidianum es&e, quod, sie fatis hominum currentibus, qui- 

dam per lunationes mutantur in lupos. Scimus enim in 

Älyemia; episcopatu Claromontensi; Pentium de Capitolio, 

nobilem virum^ pridem exhaeredasse *) Baimbaudiim de Pi- 

neto, militem strenuisaimum et in armis exercitatum. /Hio '^ 

vagus &ctU8 et profiigus super ternun, cum solus moreTe- 

rino devia lustraret et saltus, una nocte nimio timore turba- 

tos, cum mentis alienatione in lupum versuS; tantam patriae 

cladem intulit, quod multorum colonorum mansiones fecit 

esse desertas. In£emtes in forma hipina devoravitjjsed et *^ 

grandaevos ferinis morsibus lacerabat. Tandem a fabro 

quodam lignario graviter attentatus^ ictu securis alterum 

pedem perdidit, sioque specie resumta hominem induit. 

Tune in propatulo confessus; sibi placitam pedis jacturam, 

60 quod^ illo amputato, miseriam illam et malitiam cum 

damnatione perdiderit. Asserunt enim, qui talia duxerunt 

in usum, membrorum truncatione ab hujusmodi infortunio 

homines tales UberarL Sed et apud caatrum Luch, in oon- 

finio Yivariensifl episcopatus et**) Mynidensis, est accola^ 

Calcevayra nuneupatus, qui consimilis fati, per mutationes 

neomeniae, sorte fatigatur, asserenS; se, cum tempus adve- 

nerit, vestes suas, reUctis omnibus sociis; sub dumo vel 

rupe secreta seponere; et cum in arena diu nudus so volu- 

taverit, lupi formam et ingluviem induit, ore patulo et aper- 

tis rictibus inhiat in praedam, asserens, lupos idcirco aperto 

ore currere, quia os cum magno labore pedumque adjutorio 



*) exhaeredasse i. e. extorrem fecisse atque bonis suis hae 
reditariis exuisse. Leibn. 

**) et fehlt. 

4* 



52 Tertia Decisio. CXXm. CXXIX. 

aperiunt; quod aperire nequeont; cum ab insecutoribus prae- 
veniuntur; tunc ergo a captura finstrantur et facile caiwfiitar. 



p. 1004. CXXni. De avibuB ex arboribus nascentibua ^^). 

Cum secundum insitam primae creationis naturam ex 
primis generantibus animalia prodeant per generationem et 
comiptionem, novum et inauditum est apud omnes peraeque 
nationes^ quod in quadam majoris Britamiiae parte quotidia- 
num est Ecee enim in archiepiscopata Cantuäriensi, comi- 
tatu Cantiae^ ad confinium abbatiae de Faverhesham '^) in 
littore maris arbusculae nascuntur ad quantitatem saiicuin. 
Ex iBtis nodi pullulant yelut futurae germinationis prae- 
nuncii; cumque secundum tempora creationis excreverint, 
formantur in aviculas^ quae post dies naturae datos rostro 
dependent^ et vivificatae, facta **) leni alarum succussationc; 
quasi puerperio consummatO; in mare decidunt^ et quando- 
que marinis fluctibus expositae^ humanis contactibus subtra- 
' huntur. Aves istae ad quantitatem modicorum anseram 
crescunt, pennis variis et aucinis***) intermixtae. Quadra- 
gesimali tempore assatae comeduntur, considerata potitte ad 
hoc nativa processione^ quam camis sapiditate. Avem vul- 
guB bametam nominat 

p. 1004. CXXIX. De fönte, qui nihil sordidum adnaittit ^^). 

Apud Narbonensem provinciam, episcopatu Uticensi, est 
fonSy in quem si quid sordidum miseris^ statim fons scatu- 
riginem suam mutat et priorem locum deserit. 



*) i. e. Faversham, Feversham. 
**) facto. 
***) ancinis; jenes bedeutet gäneeartig, Gänse =. 



Anmerkung 1. 2. 53 



ÄnmerkniigexL 



Anm. 1. (S. 1.) 

Ueber diesen in den Brunnen zu Bethlehem gefallenen Stern 
sagt Gregoriufi Turon. Mirac, 1, 1 Folgendes: ,,£8t autem in Beth- 
lehem puteus magnus, de quo Maria gloriosa aquam fertur hausisse: 
ubi saepius adspicientibus miraeulum illustre monstratur, id est, Stella 
ibi mundis corde, quae apparuit Magis^ ostenditur. Venientibus de- 
votis ac recumbentibus super os putei operiuntnr linteo capita eorum. 
Tunc ille cujus meritum obtinuerit, videt stellam ab uno pariete putei 
super aquas transmigrare ad alium, in iUo modo, quo solent super 
cadorum circulo steUae transferrL Et cum multi adspiciant, ab iUis 
tantum videtur, quibus est mens sanier. NonnuUos vidi, qui eam adse- 
rebant se vidisse. Nuper autem Diaoonus noster retulit, quod cum 
quinque viris adspexit, sed duobus tantum apparuit.^ S. auch Felix 
Faber Evagat. 1, 448 ff. (dessen Text in manchem nach obiger Stelle 
des Greg. Tur. zu berichtigen ^räre). Comestor spricht von diesem 
Stern Evang, c. 7 de Stella et magia, und diesen hat Glervasius hier- 
bei, wie so oft, ausgezogen; so wie auch Felix Faber ihn wahrschein- 
lich vorliegen hatte. 

SoUte übrigens aus dieser Vorstellung von dem in den Brunnen 
geüallenen Stern der Gebrauch entsprungen sein, Weihnachten mit Lich- 
tem in den Brunnen zu schauen? S. D. M. 1. Aufl. Anh. S. XLVH 
No. 14^ Dies wäxe eine andere Erklärung als die in der 2. Ausg. 
S. 550 gegebene. 

Anm. 2. (S- 1.) 

Dass Adam im a!^er Damascenus aus der rothen Erde desselben 
geschaffen worden, war ein im Mittelalter allgemein verbreiteter Glaube 
(auch Camdes spielt darauf als eine ausgemachte Sache noch an. Lvs. 
^j 9). VgL hier HI, 17 und Comest. Genes, c. 2 $. de nominibus mu- 
lierisj wo es heisst: „Adam sonat rubeus, vel rubra terra, quia 
(>ecundum Josephum de rubra terra conspersa factus est*). Talis est 



•) S. dessen AiU. Juä. 2, 2, wo diri T^< ICU^^ac "n« «pupadsCot)« steht. 



54 Anmerkang 3. 3*. 4. 

enim virgo tellus et vera vel mbea id est animata, qnia sedes animae 
est in sanguinef vel rubea, secnndum quod futnra erat, id est san- 
guinea, id est peccatrix. Sanguinis enim nomine saepe deaigaatur 
peccatum; etc." Die Glosse dazu lautet: ^Terra proprie adhnc virgo 
erat, quia nondum comipta hominum opere nee sanguine infecta.'^ 
S. auch D, M. 1233 Nachtr. zu 533; Leg. Aurea c. 5a p. 229; Babner 
Amoenitatea p. 340, bei Fabricius V. T, 2, 24 ff. (wo auch schon der 
von Grimm a. a. O. erwähnte Felix Faber angeführt ist). Uebrigens 
stammt dieser Glaube wahrscheinlich von den orientalischen Christen 
her, bei denen er noch bekannt ist; s. d*Herbelot «. v. Scham, lieber 
die Menschenschöpfung überhaupt vergleiche D, M, 530 — 540. Anderes 
bei Fin Magnusen Lex, Myth, p. 877 ff. ; die muhamedanischen Vor- 
stellungen bei Weil DUbl, Leg, der Muadm. S. 12 ff. Die Bezeichnung 
microcosmus für den Menschen wird auf Pythagoras zurückgeführt. 
Anonym, vita Pytkag» 15. Düntzer in Scheible*s Kloder 5, 253. Anm. 58. 

Anm. 3. (ß. 1.) 

In dem deutschen Volksbuche von den hdligen drei Konigen 
e. 17 (Simrock Voücab, 4^ 440) heisst es von dem goldnen Apfel, den 
König Melchior dem Jesuskinde darbrachte, dass ihn ursprünglich der 
grosse König Alexander hatte machen lassen; denn er „hatte die 
ganze Welt bezwungen und hielt sie in seiner Hand und 
dessen zur Urkunde hatte er den Apfel machen lassen, 
weil die Welt rund ist, und meinte, dass er der Welt so 
gewaltig wäre als des Apfels. Und da der Apfel dem Kinde 
in die Hand gegeben ward, da ward er zu Asche, zum Zei- 
chen, dass alle irdische Gewalt eitel ist, und in Staub 
zerfällt« 

Anm. Sa. (S. 1.) 

Ueber den Glauben, dass Jerusalem in der Mitte der Erde liege 
s. Cellarius Not. Orh. Ant, 1. 1 c. 4 cf. Felix Faber 1, 306 ff. (nach 
welchen der eigentliche Mittelpunkt ein Stein in der Kirche auf Golgatha 
sein soll). Auch die Mahomedaner hegen Jenen Glauben ; s. d'Herbelot ». v. 
Seheith. Gleiche Vorstellungen in Bezug auf ihre heilig gehaltenen Orte 
finden sich noch bei anderen Völkern; so in Betreff Asgards bei den 
alten Skandinaviern, des Berges Meru (Himalaya) bei den Hindus, des 
Berges Bordsch (Kaukasus) bei den Parsen (s. Lex, MyÜh, p. 285. 
313), des Berges Righiel bei den Tibetanern, ifelphi's (daher 6f«poX6€ 
genannt, wie eigentlich der steinerne Sitz im Tempel hiess) bei den 
Griechen u. b. w. S. auch Temme Vcikei. d. AUm. S. 33. Kuhn und 
Schwarz No. 244. 

Anm. 4. (S. 2.) 

Die hier von Gervasius angedeuteten Gebrauche sind deutliche 
Reste des alten Julfestes; so gehen die Hafergar ben und das Gefäss 



Anmerkung^ 4* 56 

yoll Hafer auf Opfer, die tnan entweder den Vögeln brachte, damit 
sie den Saaten nicht schadeten, wie man 2. B. in Dänemark, Schwe- 
den und Norwegen Jolabends den Sperlingen Kombäschel in dieser 
Absicht hinsetzte (s. Petersen N. M. p. 30, D. M. 636, Lex, Myth, 1051. cf. 
Meier Schxoäh. Sag. S. 43Qff. No. 149, 152, 156, Kuhn und Schwarz S. 395 
No. 98) 99), oder die man auch in anderer Absicht hinlegen mochte, 
wie man noch in EUiehausen bei Göttingen das Viehfutter hinaus ins 
Freie stellt, denn dann gedeiht das Vieh gut (s. Wolf Beiträge zur 
Z>. M. S. 120) ; und dass man den 26. December früher in Deutschland 
den sprossen Pferdetag oder die Haferweihe nannte, bemerkt Fin 
Magn. Lex, Mgth, 1053, vgl. Wolf a. a. 0. und S. 125*). Ein ähnliches 
Opfer von Feldfrüchten ist es, wenn man in Niederdeutschland zur 
Erntezeit ein Büschel Getreide auf dem Felde stehen zu lassen pflegt dem 
Wo den für sein Pferd; Jak. Grimm D. M. 140 ff. und ders. in Haupt's 
Zeitsehr. 7, 387 ff., vgl Panzer Beür, zur D. M, No. 270, Müllenhoff 
No. 490, (über den vergodendeelstruss s. Kuhn M.Sagen S. 337, 372, 
Vorrede S. VII. und in Haupfs Zeilaclir, 4^ 385 ff., Kuhn und Schwarz 
S. 394 ff., ygL Panzer No. 66, 108). Hierher gehört auch ein normanni- 
sches Erntefest, das ohne Zweifel normannischen Ursprungs ist, und im 
Magazin PUtoreaque^ Paris 1841 p. 336 folgendermassen beschrieben 
wird: „On appelle pass^e d'Aoüt en Normandie, une ooutume qui 
doit dater de fort loin. Elle a ordinairement Heu vers la fin du mois 
dont eile porte le nom.^ 

„Dans toutes les fermes un peu consid<Srables de cette belle pro- 
vince, lorsque la moisson est finie, que les bl^ et les avoines sont ren- 
tr^es, le cultivateur r^unit tous les hommes de peine qn*il a employ^s 
pendant la saison. Une table immense est dress^e au milieu de la 
eour; eile est couverte des mets qu'affectionnent les paysans, geus dont 
Tappetit est ^minemment robuste; les enormes morceauz de viande 
figurent an premier r^oig. Le repas commence vers midi et d^s le 
Premier service on fait drculer ä la ronde de gigantesques pots de 

fer-blanc pleins d'eau-de-vie de cidre On se l&ve g^n^rale- 

ment de table vers sept ou huit heures. Tous les convives vont pro- 
cessionellement chercher la demi^re gerbe de bl^ qui alt ^tä li^e, et 
qne Ton a eu bien sein de faire tr^- grosse. Quatre hommes Tappor- 
teut et la plantent debout au milieu de la cour, qui a 4t^ d^barassde 



*) Zu dem von Wolf an letzterer Stelle aus dem Lex. M. 1. c. Angefahrten vgl. Ge^jer 
und Afteliia» 3, 206 {8t. Stai^am» mm) and die Vorbemerkung der Herausgeber. Die histo - 
rische Persönliehkeit des schwedischen Heiligen scheint jedoch trotz dem daselbst Gesagten 
nicht sehr sicher ; da er einerseits kein kirchlicher ist and nur das Volk in Schweden ihn 
dazu gemacht hat and wir andererseits dennoch in Deutschland bis nach Schwaben hin 
einen h. Stephan als Patron der Pferde finden, s. Wolf a. a. 0. Meier Schwab. Sag. S. 466 
No. 216; ebenso in England und wie es scheint aach bei den Finnen, s. Brand Pap. Ant. 
1, 29201 (woselbst es in Betroff leUierer heisst: „Among the Fions upon St. Stephen's day 
a pieee of rooney, or a bit of sUver, mast be thrown into the troogh, out of which the 
horses dftok, by every one.that «ishes to prospei^'). Die Sache usss »ich also anders 
verhallen. 



56 Amnerknng 4. 

d«« tablea. Une ronde se forme, dont la gerbe est ie cenCx-e; puis 
duKon ae teaant par la maiii, on entouae, sdt ud mode tantöfc S^a,i ei 
pr^pit^ taatöt lent et moDotooe, une vieille (diaiuoii, qni £ait: aJüiei: 

nNolre jenne maltruse, 

Eatrei dedaas Ie rond, 

Et pb \d. i. pui*] baillez la gnerbe [tie] 

Änx gern de la maleon.'' 
Aloro la fenune ou la fille du fermier «'^proche de la gerbe, Ica dülic, 
et regelt des couTives nn gros baieer en behänge d'nne portiOEi d«» I«. 
gerbe." 

„Lei danBes continaaiit; on tire des conps de fiiril et de pütoicr, 
on se remet k table ven mümit, et Ton ne se s^pare que loiBqt>.e Ic 
jour arrivc." 

Mit dem nas Gervasius über die Weihnaehtskuchen sagt, vgl. 
Lex. M. 1051. 404. Wolf a. a. 0. 119. Der von Hd. Magn. an letz- 
terer Stelle angesogene Jonge sagt S. 260: ^. Hoche beretter at 
saadanne Julq^lte (Tacitue'B formae aprornin) giorte af Deä^ i 
Jnlefestens Dage, blere bevarede indtU Saae-Tiden, da deelte taaii 
Fetüien i 3 Portioner, bvoraf den eenc blef givet Plovdyret, deu antlen 
Plovkiöreren og den tredie lagt 1 Saedekurren. Som en Skygge af 
denn« Keligiösitet oiueer jeg den overtroiskc Skik, ram endnu hcrslcer 
hoBLamdmanden her [d. i. in SeeUaut], at Saedeknrren, i etbvert Öieblik, da 
den ikke bruges paa Marken, veodes med Aabningen ned imod Jorden, og 

da forglemmer Bonden aldrig at laegge en Jordklimp open paa 

Kurven." Aus obiger Stelle des Gervaüus ersehen wir nnu, dass der 
Weibnachtskucben bd Nacht anf dem freien Felde gebacken worde*). 
Bei dem von Gervasiue in Betreff des Weibnacbtsthanea Gemel- 
deten, kann man an den fruchtbaren Tbau denken, den dieRoese der 
Walkjrien aus den Mähnen schütteln (D. M. 393), oder ihn sonst, wie 
Gervasiua selbst anföhrt, für göttlichen Thau gelten lasseoi, der die 
Gaben weihen und ihnen Wundeikiäfte verleihen sollte, wodurch wir 
also einerseita über die obenerwähnte Haferweihe, namlicli durch 
heiligen Than, belehrt würden, andererseits über die Kiifte, die 
mau dem solchergestalt geweihten Getreide beilegt«; das daraus Ge- 
backene schützte nämlich gegen die PesL Sonst schrieb man ähnliche 
hdlkräfüge Wirkungen dem Thaa der Johännisnacht zu, in wel- 
chem sich anter anderm auch die Isländer und Schweden za baden 





.0. Englud 


bi> na h. Dret 


känigr.U« rnid Dodi weiter eninckt („With >on.> ChtUu 


nu end. wUb 


Ihe twel« <U;i. 


bnl «ilh Ihe generility of Ihe vulg«' ""*■ lü Cm dl 11014»»"), 




ir UM* lumeikcn, 


dua e< in attttoiiOart noch jelil Sitle iit, am Vonbeod 


Jen» Ttree w<^ 


h,=f.iDWrian- 



feld lu begeben nnd duelbtl iwölF kleine Feuer und ein grosMi uunieadeg, ui väAtt 1 

iaUlere nun »ich venunmelt und unter lautem Jubel reichlich ■lUn Cider Irinkl. Nichdon V 

nun nuhher in Uus inrflckpkehrt, wird KaHhininil, vorher jedoch onltt Beobtclitiuig J* 

gewiisei- Gebrfinche dem ichöntten Oduen im Stelle ein Kuehen u» Bora gHUtit, vekhn 1 . 

letitere lu dlBHOi Zweck mit Einem Loch in der HUta venehen lit. S. du AuMiriichErr • 

bti Brand Fop. Aatiftiliii I, U. I 



Anmerkung 4. 57 

pflegten „ut morbi corporis miracnlofle sanentor; originitus forte ob 
superstitionem de Friggae ac aliarum dearom lacrymis in Bälden fata- 
lem obitum tone coelituB stülantibus." S. Lex, M. 672 vgl 1088 und 
hier franz. Abergl. 139. Hinsicbtlicb des in Aegypten herrschenden 
Glaubens bemerkt Thomas Moore in einer Anmerkung zu seiner Lalah 
Rookh^i „The Nucta, or Miräculous Drop falls in Egypt precisely on 
St. John's day, in June, and is supposed to have the efiect of stopping 
the plague.'' Auch in einem portugiesischen Gedicht heisst es: 
„Wann in dem goldnen Krug der Pest zweig wird 
„Verborgen, und wann seinen Segen über 
„Ungläubig Land der heil'ge Thau verbreitet, 
„Wann in der Nacht, die heller als der Tag u. s. w.'^ 
Letzteres bezieht sich auf die Johannisfeuer. S. meine frühere Mitthei- 
lung in der Germama oder Jahrb. der berlinischen GeseUacliaft u. s. w. 8, 373. 
Aus der vorliegenden Stelle des Gervas. ersehen wir nun, dass in 
England zu seiner Zeit ein jenem Johann ijbad entsprechendes 
Pfingstbad im Maithau (ros madialis) selbst noch bei Vornehmen 
Statt fand, und dass man zuweilen den Thau auch trank*). Mit all' 
diesem verband sich vielleicht noch ein anderer Aberglaube; denn 
„wie dem Bossewiehem gehorcht wurde, lauschte man Nachts in den 
Saatfeldern (Weihnachten in die Wintersaat gehen und die Zukunft 
erhorchen, Mainachts in das grüne Korn. Abergl, 420. 854). Das Ge- 
treide war heilig, der heilego ezesg, N. ps. 140, 7 (goth. atisks), das 
liebe Korn (Gramm. 3, 665). Wahrscheinlich vernahm man nun in 
der Saat sitzend Stimmen oder Beden der Geister über die bevorste- 
henden Ereignisse.^ D» M, 1069. Damit mag auch das „Im Korn 
baden" der Hexen zusammenhängen. Z>, AT. 1043. Ein schwedisches 
Spiel heisst stä i s&; s. das weiter unten (S. 61) aus Ihre angeführte 
Gedicht Str. 1. Z. 8. 

lieber das von Gervas. erwähnte Osterfeuer, welches al^ährlich 
auf wunderbare Weise in der Kirche des heiligen Grabes zu Jerusalem 
vom Himmel kommen sollte, spricht Felix Faber in seinem Evagat, zu 
wiederholten Malen; s. den Index s, v. ignia. 

Schliesslich will ich hier noch eine in mehrfacher Beziehung wich- 
tige Beschreibung der Art und Weise folgen lassen, wie man noch in 
der Mitte des vorigen Jahrhunderts in einer alten schwedischen Pre- 
digeriamilie das Weihnachtsfest feierte. In den HägkomHer fran Hem- 
hygden och SlcoUm af S, Odnumn, Upsala 1830. p. 25 ff. heisst es 
nämlich mit Bezug auf die in jenem Hause gefeierten Feste: „Julen 
war det fömämsta. Man beredde sig dertill i good tid och af bidade 
denna högtid med längtan. En Julafton war et slags ärligt Jubilaeum 
och firades pa följande satt. Da bestods ingen middag. Man 
samlades omkring en stör kettil, i hwilken kokades skin- 



*) Die „Ross mucken" (Sommersprossen) %'ergchen, wenn man sie im Monat Mai mit 
Thau von Rogrgcn wäscht. Meier Schwab. Sag. S 509 No 405. 



58 Anmerkung 4. 

kor, bringor etc. M&ltiden ntgjordes af mjukt brod, som 
doppades i flottet Kl. 2. eftennidd. uppeldades badstogan med 
björkwed, och ett äkta finskt bad tiUagades .... Wid hemkomsten 
fann man uppbäddade sängar, i hwilka man lade sig med klädema. 
£n lätt swettning fö^de, ocb man uppfriskade sig med gammalt 
Mars- öl, fövsötmadt med bonung och kryddadt med anis, tillika med 
BÖnderbettadt Julbröd .... Skymningen war redan inne, forrim allt 
detta for sig gktt, 

Omkring kL 5 a 6 upptändes en bloesande Julebrasa, och räg- 
halm inbars, som, tili minst 6 tums hÖJd, ntbreddes ofwer 
heia golfwet och der lag tili dess trettondedagen förbigätt, 
da den utbars genom tramp förwandlad tili boss. Derefter 
klädde sig heia hnset s&som tili ett bröUopp. Probsten och hans 
Fru woro wärdfolk, och barnen med tjenstefolk bemöttes 
säsom Julgäster. Borden dokades. Ett Ijus upptändes för 
hwarje person. Probsten höll ett litet tal och utbad öfwer hoset en 
, lycklig helgd. Probstinnan presenterade brännwinsbröd och Probsten 
serverade brännwinet £n gemensam bordsbön lästes, och man satte 
sig tili bords säsom tili en af forsta kyrkans karleksmältider. Ofwer allt 
strälade en stilla glädje och fömöjsamhet. Mältiden öppnades med 
stärkt peprad Intfisk. Derpä frambars Julsoppan, som endast 
gafs denna afton, och förmodligen endast i detta nrgamla hus. 
Den war kokad p& ryggen af nyss slagtade swin, med 
mjölk och war oändligt mägtig. Widare kom Julgröten, säsom i 
heia Christenheten brukligt är, beströdd med anis och socker, samt 
p& ytan prydd med utplanterade russin .... Steken bestod af förska 
refbenspjäll, och maltiden slutadee med torta. Pä tjenstefolkets bord, 
som i samma ordning serverad^ stod dessutom ett sten&t med kokade 
bondbönor, öfwer hwilka war gjutet det flott, som wid kockningen af- 
skummades. Detta fat war en moralisk erinran, at ingen borde äta 
sig sa matt, at han icke orkade ännu förtära en bona. Ocksä tog 
hwarje person en sädan, sedan han slutat sin mältid. 

Da man uppstat fran bordet söngs: Lofwad wäre du Jesu 
Christ, och gemensam aftonbön hölls. Alla Ijuscn släcktes, utom 
Probstens' och Probstinnans, som bmnno heia natten, men, tili fare- 
kommande af w&da, sattes pä golfwet i en kopparkettiL Dessa IJus 
tilläts icke att putsas af Ijussax. Man bade en fomsägen, at om de 
brunno orörde, sä skulle, wid det ögonbHck, da Christas fÖddes, lagau 
dela sig i tu ... . 

Man gick tili sängs, och Jnlmorgonen klockan 2 ringdes forsta 
gangen. Andra gangen ringdes klockan 3, och ottes&ngen begyntes 
kl. 4. Säsom den ärstiden sällan war slädfÖre, samlades Socknens 
ungdom tili fots. För hwarje gärd hade man tillagat ett ofanteligt 
bloss, som kallades Tanne och bars antändt för sällskapet at upp- 
lysa mörkret. Det war en werkelig skön syn att, omkxing kL 4, se 
dcssa bloss frän alla sidor nalkas, ätfäljde af muntra, kyrkogangarc. 



AmnerkiiDg 4. 59 

Det war en fornyelse af Borns Taedae. Wid aukometen tili kyrkan 
fbnnerades af dessa bloss ett o£uitdigt b&l. Hwar och en ökade det med 
quarlefiran af sitt bloss, s& att heia kyrkowallexi syntes i fall brand. 

Jalottans Gudstjenst firades s&, att man, wid dagens första gryning, 
linder Communionen söng: Den signade dag .... Efter slutad 
Gudstjenst kL 9 f. m. spisades strax middag, ooh man tog^ med en god 
middagssömn^ ersättning för morgonens högtidlighet Snibbekliloma 
siräckte sig den dagen äfwen tili hnsets drängar. 

Julhögtiden tiUbragtes sedan med oekyldiga nojen. Julekalasen 
infollo och allt andades glä^je • • . . man säg nästan alla de lekar, 
som forekomma i den bekanta wisan och m&nga flera^ som der icke 
ing-ätt. AtskilMga gammaldags dansar omwäslade met paatlekar. Man 
danaade wid B&ng, som hado namn af Jnlwisor. S&ngen bestod ej 
blott af toner, ntan af ord, som förenades med action. Dansama be- 
stodo merendels af ringdansar, wid hwilka wissa personer waxelwis 
agerade. An forestaldes frierier, med bifal eller korg; med lätsad 
enträgenhed och lika latsad owi^a som, ändtligen förwandlades tili 
medlidande; och alt slntades med bröUop, 8& at omsider heUa 
sällskapet bestod af idel hjonelag. Mängen flicka stod der flera resor 
bmd, ntan nigon minsta jalnsie. Wid melodien af folie d'Espagne 
dansades en rädt artig ringdans, p& det satt, att mankönet immerfort 
avaneerar &t höger och fruntimren ät wänster, samt wid hwart möte 
£ittar hwarandra nnder armen och gor en half swängning. Denna 
oupphörliga ordning, med synbarste oordning, &r icke oangenäm. Man 
hade ock flera pantomim dansar. T. ex. dansen föreställde en wäf- 
nad. Sällskapet delades partals i to, och paren skififcewis emot hwarandra 
korsades, &n med upphöjda händer öfwer, an med nedfalda hnfwud ander 
de mÖtandes händer. Detta förestälde wäfrtolens skäl wid trampningen. 
Emellaa hwart par lupo bamen sasom skottspolar. När man hwilade, 
anstäHdes sittlekar af hondrade förändringar, dels med panter, som 
altid forwarades af Probstinnan och äterlöstes med domens werkstäi- 
lande, ofta sinnrike nog; dels med tillhwiskade fr&gor, pä hwilka den 
a andra sidan sittande hwiskade swar, ntan att kanna frlgan. Wid 
detta allt iagttogs den strängaste ward öfwer ungdomens seder. Froh- 
sten sjelf war närwarande längt firam pä morgonen.'' 

Wir haben, wie ich glaabe, in dem Vorstehenden ein ziemlich 
genaues Bild, wie die Jalfeier zur Heidenzeit in den Nordländern und 
wohl zum Theil wenigstens auch in Deutschland mag gefeiert worden 
sein, wenn man nämlich die deutlich hervortretenden Züge der christ- 
lichen Festfeier davon abzieht. Indem ich nun im Allgemeinen auf 
das Lex, Myth, 1050 ff. verweise, und daher alles dort Angeführte über- 
gehe, fuge ich noch folgende Bemerkungen zu obiger Schilderung 
hinzu: 

S.57, Z. 4. v. a. da bestods ingen middag u. 8*w. Aehnlich in 
Seeland« „Bondeme endnu til hver Juleog Nyeaars-Aften slagte et 
Sviin, fbr om Afieme at spbo Suppe deraf^ og om Dagene Levningeme 



60 Anmerkting 4 

(thi da koges ikke Mad).^ Jonge, Den nordsieOandtke Landalmues 
Charaeter u, a. w» Kiöbenhavn 1796. p. 259. 

S. 57, Z. 3 y. u. stör kettiL „Gewöhnlich dienten die Kessel zum 
Kochen (d. h. Sieden) des Opferfleisches; nie wurde es gebraten u. s. w.^ 
Z>.Af. 49fF. 

S. 58, Z. 1 f. Y. o. m älti d e n bis f lo 1 1 et. „Man speiste auch die Kraft- 
brühe von dem Gresottenen und das obenschwimmende Fett. Die Hei- 
den bieten ihrem König der das Fleisch ausschlägt, an drecka sodit 
und eta flotit. Saga Häkonar goda cap. 18. vgl. forum, sog. 10,381.'' 
D. Af. 50. 

ebend. Z. 5f. Biertrinken. VgL D. M, 49. 

ebend. Z.9fP. Weihnachtsstroh. VgL WoU Beür. S. 121. Auch 
bei andern feierlichen Gelegenheiten war es Sitte Stroh auf den Fnss- 
boden zu streuen. Unter den Vorbereitungen, welche Königin Asta 
zum festlichen Empfang ihres Sohnes Olaf des Dicken (oder Heiligen) 
trifft, wird auch ausdrücklich erwähnt: „tveir karlar baro hal- 
minn a golfif Olaf Helges Saga, c 30. Also wahrscheinlich fiest 
eines heidnischen Brauchs bei Opfeifesten. Vgl. Ducange a, v. Juncare, 

ebend. Z.13ff. Der Probst und seine Frau als Hauswirth 
und Hauswirthin lassen sich fuglich mit Fro und Frouwa verglei- 
chen, und wahrscheinlich stellten in jeder heidnischen Familie der 
Hausvater und die Hausmutter den Gott und seine Schwester dar, 
welche beide dem Gedeihen und der Fruchtbarkeit vorstanden. S. auch 
noch weiter unten (S. 62). 

ebend. Z. 15 f. Weihnachtslichter. „Im Pinnebergischen giebt 
man dem Vieh (Weihnachten) besseres Futter und stellt ein lichtchen 
vor die Krippe.^ Wolf a. a. O. nach Schütze, Idiotikon 1, 9. Das 
Lichteranzünden und Baden fand übrigens auch bei den römischen 
Satumalien Statt; ersteres auch jetzt noch an den jüdischen £ncä- 
nien, die um diese Zeit gefeiert werden. 

ebend. Z.21ff. Weihnachtsuppe aus frischgeschlachtetem 
Schwein mit Milch. Vgl. die oben aus Jonge angeführte Stelle. 
Diese Schweinssuppe und der bald darauf folgende Ribbespeerbraten 
gehen natürlich auf den Julgalt Hier wäre also doch ein Braten; 
iudess wurde dies Stück ursprünglich vielleicht gleichfalls gesotten. 

ebend. Z. 24. julgröt. S. Lex. Myth. p. 1dl ****) ^ L 

ebend. Z. 4 ff. v. u. T a n n e n f e u e r. Dies ist das Weihnachtsfeuer über 
welches s. Wolf a. a. O. S. 117 ff. Diese Sitte war weitverbreitet und 
ist auch noch in Oberitalien bekannt, wo man es arder il peppo 
nennt; daher ceppo, eigentlich Block, dann besonders Weihnachts- 
block, Weihnachten und Weihnachtsgeschenk bedeutet. 

S.59, Z. 7. snibbskälorna. Eine Art Trinkschalen mit Schneb- 
beu zum Anfassen. 

ebend. Z. 11. den bekanta wisa. Damit ist ohne Zweifel das 
von Ihre DiaaerL de Super^iU. e Gentil. adhuc residuia p. 32 ff. mitge- 
thcilte Gedicht gemeinte, das ich hier der Wiederholung werth achte: 



Anmerkung 4. 61 



1. 

Juleklubben; St& pä stnbben; 

Draga gränja; Torka malt; 
Meta lakar; Skifta makar; 

Spänna kräka; Väga salt;, 
Bära vatten; Nappa katten; 

Lana eld; och Springa rä; 
'Dunja stntar; Märka trutar; 

Sätta roffor; St& i s&. 

2. 

Freka gylta; G& pä stylta; 

Mussla sko; ock Mjölka bjöm; 
Leda up dockor; Slagta bockar; 

Bära ^jtQ; och Gä yk 8töm: 
Marcus dasca; Lussi laska; 

H&lla räf-och gase -lek; 
Bräcka murar; Vatna tjnrar; 

Hoppa krysse; Nappa stek; 

3. 

Skräma danskar; draga handskar; 

Smida rart; och Stänga y'sLggy 
Stä pä hufSru; G& i gnifVa; 

Sticka skoma 'm; Gömma tigg\ 
Dra tili tingen; Gömma ringen; 

Köpa fisk; och Svälta räf; 
Ta up fyrkar; Späna kyrkor; 

Draga kafle; Sälja väf. 

4. 

Dyka slantar; Easta vantar; 

Syssla*) bamsöl; Klappa brud; 
Brudekransen ; Bjömedansen ; 

Göra hvispar; Klappa fru; 
Pip, rap, tali; Söija mali; 

Skrubba käring; och Fla katt; 
Skjutta ruggor; Skapa styggor; 

Tända Ijuset; Söka skatt; 

5. 

Jnlerof^an; Heisa Paffen; 

Friare p& styltor tre; 
Spysen flytta; EuUerbytta; 

Blas ut Ijuset; Klyfva ved; 



*) al. CisUs. 



62 Amnerkimg 5. 6. 

Kunra gömBen; Pipla hönsen; 

Hammarsmeden ; Storma skaiu; 
Dela lotter; Gifta dotier; 

Blacka sko; och Ro tili lands. 

S.Ö9, Z. 14ff. Tänze, die Freien und Heiratken vorstellen. 
Diese schicken sich ganz besonders^fUr ein Fest zu Ehren Fro's und 
mehr noch Frouwa's. £inen gleichen in Dänemark und Deutschland, 
jedoch in der Walpurgisnacht au%eföhrten Tanz beschreibt Z/ex. Mytii. 700. 

ebend. 7t,2bS, Webstuhl tanz. Dieser gebührte eigentlich für ein 
Fest zu £hren der dem Weben und Spinnen vorstehenden Berchta und 
Holda; da diese jedoch manches mit Frouwa gemein haben, und wahr- 
scheinlich mit derselben nahe verwandt sind (Wolf S. 167 imd hier 
Anhang n. A. Das wiUhende Heer)j so erhielte diese Verwandtschaft 
eben durch das Obige wieder eine nähere Bestätigung. 

Anm. 5. (S. 3.) 

Zu dieser Geschichte wüsste ich als Erläuterung nichts beizubringen 
als die D. M. 604 aus Agobard 1, 146 angefiihrte Stelle von den Wol- 
kenschiffen, die aus Magonia*) kommen, wozu wie zu Aehnlichem 
Grimm S. 605 bemerkt: „Es lag nah, ziehende Hagelwolken einem 
über den Himmel fahrenden Schiff zu vergleichen, u. s. w.^ YgL auch 
Montanus Deutsche Volksfeste etc. S. 87 f. so wie D. M, 1042, wo von 
Hexen die Bede ist, die in Wolken durch die Luft einherfahren und 
herabgeschossen werden. Siehe ähnliehe Geschichten unten zu DI, 63. 

Anm. 6. (S. 4.) 

Dies ganze Capitel ist grosstentheils wörtlich aus Com. Genes, c. 3 
§. de ejectione hominis a paradiso etc. entnommen, mit Aus- 
nahme jedoch des in Betreff der wahrsagenden Bäume Angeführten. 

Die das Land der Unsterblichkeit betreffende Stelle findet 
sich weder beim Pseudo-Kallisthenes noch bei Yalerius^^X ^S^' weiter 
unten. Die Sage von einem solchen Lande oder dem irdischen Para- 



*) Diesen Namen halte ich für geschaffen «nd latinisirt aus dem «raten Theü des ahd. 
maganwetar (altn. vedrmegin. D.M. 308). Zu einem Namen fOx ein Land, aus welchem 
Wolkensehiffe (vindflot) kommen sollten, gab das Wort maganwetar einen sehr pas- 
senden, aber in seiner Ganzheit «nbiegBamen Stoff^ der daher die zweite Hälfte verlor. 

**) Comestor führt jedoch die Gesta Alex, nicht an, sondern sagt nur: „cum adhae sint 
quedam insule viventium, in quibus nuUus moritur/' 

In der Image du Monde (ans dem 13. Jahrh. s. unten Anmerk. 33) wird eine Insel er- 
wähnt, „silu^e bien loin en mer, oü Ton ne peut mourir. Qvand les habitans sont parvenns 
li une teile d^crepitude que la vie leur devient ä eharge, ils se fönt porter dans une aotre 
nommee Cile [d.i. Tilos, Tylos, Telos, welche das Hittelalier zuweilen mit Thale verwech- 
selte] dont rannte n'a qu'un jour et une nuit de six mois chacun; et lä ils explrent trän- 
quillement.** S. Not. et Extr. 5, Ml. 

Gervas. verspricht übrigens, bei der Beschreibung Indiens (II. c. 8) daraof nrüdczu- 
kommen ; dies geschieht jedoch weder da noch sonst wo. 



Anmerkung 7. 63 

diese ist weitverbreitet, bo kannte es auch der Norden, wenngleich erst 
in spätem Sagen, unter dem Namen Odäinsakr. D. M. 783 und 
Lttx.M^. 566*); vgL hier Anm. 16. Eine rabbiniflche Tradition er- 
zählt iron einer Stadt der Unsterblichkeit, Namens Lus, in einem 
Thaie des Hethiterlandes, deren Bewohner wenn sie zu alt geworden 
sind und sterben wollen, sich hinaustragen lassen müssen, da ihnen 
der Tod innerhalb der Stadtmauer versagt ist. S. Tendlau, duM Buch 
der Sagen und Leg. jud. Vorteit, 2 Auflage. No. 24. Lus; vgL No. 25**). 

In Betreff der Sage von den Lebensäpfeln verweise ich auf 
Val. Schmidt ea Straparola S. 279 ff., woselbst er hinsichtlich unserer 
Stelle riditig bemerkt: „In der Hist. Alex, magni de preliis findet sich 
diese Sage nicht G^ervasius schöpfte seine Nachricht also aus einer 
andern Recension des tischen Kallisthenes, deren vierzehn verschiedene 
gezahlt werden." Auch in dem von Müller herausgegebenen griechi- 
schen Original des Pseudo- Kallisthenes findet sich nichts von diesen 
Aepfeln. 

lieber die wahrsagenden Bäume s. Dunlop Anm. 393; vgl. 
hier Anm. 76 und Santarem Eesai sur VHütoirt de la Coamograpbie etc. 
Sf 506 ff. Auch die romischen Annalen berichten von dergleichen; so 
erwähnt Plin. 17, 25 (^) „C. Epidii commentaxii, in qnibus arbores 
loquutae reperiuntur." Hierher gehört auch v. d. Hagen GtioimaUab» 
No. 29. Wenn übrigens jene wahrsagenden Bäume hier als Sonnen- 
und Mondbäume bezeichnet werden (vgL Dunlop a. a. O.), so erinnert 
man sich der auch sonst vorkommenden Anfragen bei Sonne und Mond, 
8. D.M. 670, Castr^u Finniseht Myth. 60. 

Anm. 7. (S. 4) 

lieber die Währwölfe s. zu HI, 120. 

Was Gervas. im Obigen von den griechischen und jemsalemita- 
niBchen Frauen erzahlt, hat er wahrscheinlich aus August, de Civ. Dei 
18, 18 abgeändert oder vielmehr anderswoher bereits abgeändert ent- 
nommen. Einiges über Verwandlungen in Thiere s. bei Düntzer in 
Scheible*8 Kloster 5, 163 Anm. 143 (woselbst S. 164 ebenso wie S. 180 
„Spec Nat n, 109"" statt „HI, lOS"" zu lesen ist). Dass Hexen ge- 
wöhnlidi E^atzengestalt annehmen sollen, ist bekannt (£>. M. 1051) und 
ebenso dass sich die Oallicenae in jede Art Thiere verwandeln 
konnten (Mela 3, 6). Vgl. auch noch hier zu HI, 38, 96, 97, so wie 
über die Gründe zu solchen Verwandlungen D. M. 621, 1047 und Nach- 
trag dazu auf S. 1234. Noefa erzählt Giraldus Cambr. in der Topogr. Hib. 
% 19: ,,Vetula8 quasdam tarn in GwaUia quam in Hibemia et in Scotia 
se in leporinam transmutare formam, ut adulterina sub specie ubera 



*) Aach Sm« Granmat. L IV. p.&9 enr&hat Um H^aUenim Scuiiae pimefectam exilio 
»AegU {»ml. am le lk u s\ ; qacwadloconi, ciii Undeasakre nomenest, nostni ignotnn populis, 
coiwewwM esi Cma.*' 

**) DieM leUleve Tradition (^Wo der Heosch sterben toll, da tragen ihn 
seine Füts« hin'') findet eich aiidi in Hwumeirt /Uisenöi 1, 253 ff. 



64 Anmerkung 7. 

sugendo, lac aliennm occultius Burripiant, vetiis qnidem et adhuc recens 
frequensque querela •est.'' Eine merkwürdige symbolische Verwand- 
lung in ein Pferd berichtet derselbe a. a. 0. 3, 25, wo wahrschein- 
lich ein weisser Hengst als mythischer Stammvater des in Rede stehen- 
den irischen Königsgeschlechts gemeint ist. Er sagt nämlich: „Est in 
Boreali et ulteriore Ultoniae parte, scilicet apud Kenel Cunil, gens 
quaedam, quae barbaro nimis et abominabili ritu sie sibi regem creare 
solet. CoUecto in unum oniverso populo terrae illius, in medium pro- 
ducitur jumentum candidnm. Ad quod sublimandus ille non in prin- 
cipem sed in belluam, non in regem, sed ezlegem, coram omnibus 
bestialiter accedens non minus impudenter quam imprudenter se quo- 
que bestiam profitetur, et statim jumento interfecto et frustatim in 
aqua decocto, in eadem aqua balneum ei paratur. Cui insidens de 
camibus iUis sibi allatis, circumstante populo suo et convescente, come- 
dit ipse. De jure quoque quo lavatur^ non vase aliquo, non manu, sed 
ore tantum circumquaque haurit et bibit. Quibus ita rite, non recte 
completis, regnum illius et dominium est confirmatum.^ 

Uebrigens schrieb man auch in altem Zeiten schon die Verwand- 
lungen in Thiere theilweise einer Sinnentauschung zu, worauf auch 
Grervas. von den griechischen und jerusalemitani&chen Frauen sprechend 
durch die Worte: „nescio an delusioni oculorum spectantium assignem^ 
hinweist. Hierbei ist jedoch eine doppelte Art von Täuschung zu unter- 
scheiden, nämlich die durch natürliche Magie, wie die der Gaukler, 
z. B. Faust's, der Jongleurs u. s. w. bewirkte (englisch ^ßamour; vgl. 
Dunlop S. 108 <^ und den Nachtrag dazu S. öBS*), oder eine übernatür- 



*) Zu den Dunlop S. 638 angeführten Geschichten von vorgegankeltem Wasser gehört 
auch das von Delrias L. III. P. 1 qu. 4 sect. 6 p. 416 ff. aus Matthiolos praef. i» Dioieorüf 
angeführte Verfahren der böhmischen Gaukler (bei Delrius freilich magi genannt). 

Hier noch die Bemerkung, dass die Geschichte von dem scheinbaren Ausreissen eines 
Beines, die von Faust und Zyto erzahlt wird (Düntzer a. a. 0. S. 180) auch ganz so im 
Orient bekannt ist nnd man sie dort gleichfalls von einem Gaukler berichtet; s. d'Herb. 
#. V. Seheherverdi erster Artikel. £r sagt daselbst: ^C'est le sumom de Schehabeddin 
Jahia Ben Geisch ou Habesch, leqnel est aussi connu sous le titre de Scheikh Macktoul: 
le Doctenrtu^, ä cause qu'il fut puni de mort par le conunandement de Saladin, ponr 
avoir iXk plus attache it la Philosophie qu'ä sa religion . . . L'autenr du Niagheristan rap» 
porte que Schehevo-di n'etait pas seulement attache it la Philosophie mais qu'ü avait aussi 
appris la theorie et la pratique de la magie naturelle et pent-dtre aussi superstitiaose que 
les Arabes appellent SchabedatetSimia. Etil raconte, que ce docteur voyageant avec 
ses amis, rencontra unTurcoman, qui conduisait un troupeau de moutons, et qu'ayant voulu 
en acheter un, pour lequel i1 offrit 10 drachmes d'argent, le Turcoman refnsa de le Im 
vendre a si bon marche. Scheheverdi dit alors ^ ses camarades: „Emportons le moatoa et 
marchons toujours; car je saurai bien contenter ce Turcoman." n commen^a donc & Ten» 
tretenir de plusieurs choses, et pnis tout-a-coup il le quitta et se mit ä courir avec son 
mottton. Cependant le Turcoman qui ne le voulait pas perdre, se mit aussi k eoarir apres 
le docteur et FarrAta par le bras, en lui disant, qu'll ne le l&cherait point qall n'eAt eXik 
paye. Le Docteur ayant ensuite fait qnelque r^sistance contre le Turcoman qui le tenoit 
anrate, celni>ci lui tira le bras avee plus d'effort et fut tont surpris de voir ee brasdetache 
lui demeurer dans la main ; et ce pauvre homme fut si effraye de cet aceident, qae eroyaht 
avoir tn^ ou au moihs estropie uli homme, il eommen^a ä fair de toute sa foree et ne parla 
plus de lui faire payer son mouton. Scheheverdi ne laissa pas cependant de rejoindre sa 



Anmerkung 7. 65 

liehe zauberische. Zu 'letzterer gehört z. B. die der Elbe und Zwerge 
(D. M. 432), und wie sie zuweilen Zauberer, Hexen und nach der jun- 
gem Edda auch die Äsen (gegen König Gylfi) oderUtgardloki (gegen Thor) 
üben*). Beide Arten lassen sich jedoch nicht immer genau unter- 
scheiden; so z.B. wenn bei Pseudo-Marcellus de Aettb. Petri et Pauli 
(FabriciuB ^. T, 3, 642) erzählt wird: ^»Egerat perfidus Simon prestigio 
8U0, ut dicwet Neroni: „Jube decollari me in obscuro et ibidem dimitti 
oceisum, et si non tertia die resurrexero, scias me Magum fiiisse. Si autem 
resurrexero, scias me esse filium Dei.^ Et quum hoc fieri jussisset 
Nero in obscuro, egit ille arte magica, ut aries decoUaretur, qui aries 
tamdiu Simon visus est, quamdiu decollaretur. Decollato autem eo in 
obscuro, cum serutatus fnisset is, qui eum deooUaverat, et caput ejus 
pertulisset ad lumen, invenit caput vervecinum. Sed nihil voluit regi 
dicere, ne se ipsum detegeret, qui jussus fiierat, hoc in obscuro perpe- 
trare;** oder wenn Comestor Genes, c. 19 definirt: „Aorisia \richtigeT 
aorasia, dopaoia] est, quando quis habet aptos oculos et non videt, quod 
magi&ciuntineantationibus; fit etiam, quando quis habet aliquando rem 
aliquam in manu et non videt; et est etiam aorisia.^ Auch in dem 
Pseudo-Abdias 6, 13 (Fabr. N, T. 2, 619) sagen die Zauberer (magi) : 
„Fademus eos [d. h, die Antoesenden] apertis oculis nihil videre;^ und 
sie thun es auch; vgl. D. M, 1054 von den obstrigilli. 

In Betreff der im Folgenden von Gervasius erzählten Geschichte 
der Melusine verweise icb auf Dunlop Anm. 475, und den Nachtrag 



eompagme mvee »ob bras tain et entier, et contenta le Tarcoman de la mani^e qu'il 
Itti plut.« 

Dies wSre also ein orientalischer glamonr, gleich dem von Mandeville (Dunlop 
S. 108) erwähnten. 

*) DaM aaaberisdie TSoschang dureh Wasser unterbrochen wird, ist Dnnlop S. 538 cf. 
546t) angemerkt', zn der daselbst aas W. Scott Lap of ihe last Miiutrel Anm. zu III, 13 
sagefahrten Stelle über die irländischen Zauberer, welche Erdschollen u. s. w. so lange in 
Ferkel yerwaadeln können, bis sie durchs Wasser gehen müssen, füge ich hier noch fol- 
gende aus Girald. Camb. Topog. Hib. 2, 19, die noch einige dort nicht erwähnte Nebenuni- 
stande enthfilt Er sagt: 

»Nostris quoque iemporibus quosdam vidimus, qui magicis artibuft imbuti ping^es, ut 
videbantur, poreos, sed tantum rubres, ex quacunque praejacente niateria producentes, in 
nundinis vendebant. Sed hi slatim ut aquam aliquam transibant evanescentes, in propriani 
et veran revertebantur naturam. Quantalibet autem industria servaäs assumpta species 
ultra triduum non dnrabal." Hieraus ersehen wir also, dass die zauberischen Schweine 
alle roth waren, und sich jedenfalls nach drei Tagen wieder in ihren ursprünglichen Stoff 
zarückverwandelten. Auch Beigamin von Tudela erzählt von einem jüdischen Zauberer, 
der sich unsichtbar zu machen verstand, als er aber auf einem ausgebreiteten Tuche über 
einen Fluss setzte, plötzlich sichtbar wurde. Early TraveU p. 108. Vgl. auch noch hier 
Anm. 32 die Stelle aus Roger v. Hoveden, Annal. Part Potter. p. 804 ed. Savile. 

t) Der dortige Zusatz (zu S. 538) aus Alber. Tr. Font, ist von diesem gleich der 
ebendaselbst erwähnten Geschichte dem Wilhelm von Malmsbury 2, 10 p. 67 entnommen 
und zwar steht bei letzterem statt „in aqua fallere intuentem" vielmehr „in aqua aspec- 
tum {allere intuentium.'' 

Auf die reinigende und nichts Böses in sich duldende Kraft des Wassers bezieht 
sich auch was Jaeobus a Voragine Bist. Orient. 1, 89 von der Schlange sagt: „Ingres* 
sums aequas venena deponit; postquam autem ab aquis exierit eadem resumit." 

Gervasii TUb. otia imp. O 



66 Anmerkung 7; 

8. 544*). Hocker 8. 82 zu Melusine, Der oben gegen Ende des Capitels 
angeführte Zug von dem zuweiligen Wiederkehren der Melusine zu 
ihren kleinen Kindern ist ein acht märchenhafter; s. z. B. Ghinun 
K, M. 3, 22 zu No. 11**) und Hyltdn-Cavallius och Stephens Sventka 
FoUc'Sagor etc. No. 7 (Princessan, som gick up ur hafvet) 
in fast allen dort mitgetheilten Versionen, Hocker zu 8. 125 Frau 
Süb€rlind***\ Kuhn und Schwarz N, 8. No. 102, und sonst noch. 

Auch Vincentius Bellovacensis im Spec. NaJt, 2, 127 erzälilt aus 
dem (verlorenen) Helinandus 1. 4 eine kurze Geschichte, welche die 
der Melusine zu sein scheint, obwohl die LocaHtät eine verschiedene 
ist. Sie lautet so: „In Lingonensi provincia quldam nobilis in sylva< 
rum abditis reperit mulierem speciosam preciosis vestibus amictam, 
quam adamavit et duxit. Hla plurimum balneis delectabatur, in quibus 
visa est aliquando a quadam puella in serpentis se speeie yolutare. 
Incusata viro et deprehensa in balneo, nunquam deinceps eomparitura 
disparuit et adhuc durat ejus progeniesf).^ 

Noch bemerke ich, dass das von Hammer im RosenlSH (1, 162 ff.) 
mitgetheilte Märchen von der Mutter der Balkis, Königin von Saba, 
auffallend der Geschichte der Mutter Melusinens, Persine, gleicht ff). 

lieber einen der Melusine zugeschriebenen Hungerbrunnen s, 
Anm. 50. 

Wenn endlich Gervas. von den in Schlangen verwandelten Frauen 
sagt: „habent ligaturam albam quasi vittam in capite**, so entspricht 
diese Binde den Goldkronen, mit denen Schlangen sonst erscheinen. 
D, M. 650ff.ttt). lieber andere Schlangenjungfranen s. noch Dunlop 
Anm» 225. 



*) D«r an leUterer Stelle vorkommeiide Aosnif: „Belle dAme, Berte x bonne a 
aller cbercher la mort!" gehört zu den D.M. 802 angefahrten. 

**) Dem dort erwfihnlen dänischen Volkslied (den dddei igjenkmnMty Njertip 1, 206} 
entsprechen die beiden schwedischen Herr Uifber oeh Sölfvertind und Styflnodem beiße^er 
und Afzelias S, 83 ff. 

***) Dies scheint keine deutsche Sage, sondern nur eine Bearbeitung der eben ange- 
fahrten schwedischen Herr Ulfver och Sölfverlind. 

t) An derselben Stelle des Spec. Naturale (also nicht HutoriaU) nämlich 2, 127 findet 
sich aus Helinand die von Reiffenberg zu Ckev. au Cygne. Introd. p. VI (s. auch v. d. Ha- 
gen Sehwanensage S. 42 Anm. 2) vergeblich gesuchte Stelle von dem Schwanenritter, 
so wie in dem vorhergehenden Capitel (also Spee. Nat. 2, 126 nach Gaufridus Antiaiodnms) 
die von Reiffenberg (a. a. 0. p. LX cf. v. d. Hagen S. 37 Anm. 2) gleichfalls ohne Erfolg 
gesuchte Stelle von dem Meerweibe, die sich ausser den von v. d. Hagen angeführten 
Schriftstellern auch noch bei Kornmann De Miraculu Vivorum p. 192, Praetorins ia dessen 
Anthropodemtu p. 191 ff. und Grässe Beiträge u. s. w. S. 10 (nach Grosius Magiea 1, 35) 
wiedererzählt findet. 

ff) In seiner Entwickelung schliesset jenes Märchen sich an eine andere wohlbekannte 
Geschichte, nämlioh dem Fabliau DCune Aertnite, gu'un ange eondwuii dam le eieeie, über 
welche s. Dunlop S. 308 ff. und die gleichfalls dem Orient (dem Koran) entstammt; s. Don- 
lop S. 312. 

fff) Das. S. 651 Z. 4 v. o. und K. M. 3, 102 Z. S v. u. ist statt cap. 68 vielmehr 
cap. 141 zu lesen. 



Anmerkung 8. 67 

Anm. 8. (S. 6.) 

Was oben über Plato gesagt ist von den Worten f,Et in hoc 
erravit P.^ bis „bonos daemones^ ist wörtlich entlehnt aus Co* 
mestor Genes, c. 1 §. de opere qninte diei; das darauf folgende 
bis zu den Worten „cubant cum mulieribus'^ fast ebenso wörtlich 
aus Gralfr. Monom. 6,18 mit Ausnahme der Worte „a mentis incuba- 
tione^ bis 9)Yel suffocare.** Auf letztgenannte Stelle Gralfreds bezieht 
sich auch das oben gleich nachherfolgende Citat Historia Britannormn. 

Ueber die beiden Merline s. die Dunlop Anm. 118 und Nachtrag 
dazu S. 540 angeführten Schriften; femer San-Marte die Sage von 
MerHn. Halle 1853. Die von mir daselbst ausgesprochene Vermuthung, 
dass der Beiname des Jüngern Merlin, nämlich Caledonius (so lies statt 
des dort verdruckten Calidonius), vielleicht richtiger Celidonius lauten 
möchte, finde ich durch eine Stelle im Girald. Camhr. Itiner. 2, 8 be- 
stätigt, WD es nämlich heisst: „Non procul ab ortu Conwey in capite 
montis Eryri, qui ex hac parte in Boream extenditur, stat Dinas Emrjs, 
id est Promontorium Ambrosii, ubi Merlinus prophetavit, sedente super 
ripam Vortigemo. Erant enim Merlini duo, iste qui et Ambrosius dictus 
est, quia binomius fuerat et sub rege Vortigemo prophetavit, ab incubo 
genitus et apud Carmardhin inventus (unde et ab ipso ibidem invento 
denominata est Caermerdhin, id est, urbs Merlini), alter vero de AI- 
bania oriundus, qui et Celidonius dictus est, a Celidonia silva, in 
qua prophetavit, et Silvester, quia, cum inter acies bellicas constitutus 
monstrum horribile nimis in aera suspiciendo prospiceret, dementire 
coepit, et ad silvam transfugiendo silvestrem usque ad obitum vitam 
perduxit. Hie autem Merlinus tempore Arthuri fuit et longe plenius et 
apertius quam alter prophetasse perhibetur.^ Freilich könnte hiemach 
der jüngere Merlin den doppelten Beinamen Caledonius wegen seines 
Geburtslandes, und Celidonius wegen seines Aufenthalts führen, wenn 
nicht etwa einer durch den andern entstanden ist. Seine wunderbare 
Geburt, so wie die oben im Folgenden von Gervas. erwähnte Verbin- 
dung von Dämonen mit irdischen Frauen, ist gleichfalls von mir zu 
Donlop Anm. 126 besprochen, und füge ich zu den dortigen Anfüh- 
rangen noch eine rabbinische Tradition bei Tendlau No. 28 „den Kamzen'^ 
{auch bei Klettke Märchensaal 3, 50 ff., y,der Mud^, aus Keightley 
Mytk. der Feen und Elfen) so wie Girald. Cambr. Itiner, 1, 12. Auch 
nach dem arabischen Volksglauben werden zuweilen Frauen von nächt- 
lichen Dämonen bewältigt, und die auf solche Weise gezeugten Söhne 
erweisen sich später als tapfere Krieger; s. Bückert's Hamcisa 1, 15. 
Vgl. auch noch hierzu HI, 85*). 



*) Dm umgekehrte Verhältniss, nämlich Verbindung von Männern mit weiblichen Dä- 
monen oder dem Teafel in Franengestalt habe ich zu Dunlop Anm. 220 erwähnt. 

Das dort Angefahrte lieste sich noch vielfach vermehren; so eriählt Vincent. Bellov. 
SfHf BUt. 17, 6 (aus Joannes) Anachoreta contra Praesumptuosos) eine hierhergehorige Ge- 
Rchiehte von einem Eremiten, und ebend 17, 79 (aus des Heraklides ParadUua) eine andere 
vom h, Pftchomius; s. auch noch Delrius DUqu. Mag. 1. VI c. 2 sect. 3 p. 1100 ff. die zweit« 



y 



68 Anmerktuig 8. 

« 

GkrvaBius stellt oben mit Merlin den Antichrist zusammen, am 
dessen Geburt von einer Jungfrau er dann noch später (III, 108) einen 
andern diesen erklären sollenden JJmstand aus Comestor Genes, c 19 
hinzufügt*). Ich will hier anfuhren, was ich mir von vninderbaxe» 
Geburten überhaupt, mit Ausschluss der eigentlich theogonischen und 
der Schöpfungen der ersten Menschen, meist aus der römischen und 
griechischen Mythologie gemerkt habe. Die in diesem Kreise vorhan- 
denen Vorstellungen verdienten eine eigene und umfassende Behandlung^, 
woraus der allgemeinen Mythologie ein reicher Gewinn erwachsen würde. 

Zuvörderst hat schon Grimm Z>. M, öSlff. auf die weitverbreitete 
Vorstellung von dem Abstammen der Menschen von Bäumen 
(namentlich der Deutschen, Germani von germinare, worauf auch 
Gervas. weiter unten vol. U. p. 764 hindeutet**) gesprochen, vgL aucb 
die Edda (Copcnh. Ausg.) I, 29, III, 288 erste Anm. und 869 zweite 
Anm.***). Hierher ziehe ich ausser dem Wachsen der Menschen aui* 
Bäumen im Schlaraffenland f) auch noch die Mythe von der Tochter 



Geschichte (aas Hector BoeÜiioB 1. 8), Leg. Aur. No. 2 fi. 9 p. 19 ff. {äg S. Andrea mposi.) 
und No. 123 fi. 5 p. 545 (de S. Bartkolomaeo). Girald. Cambr. IHn, 1, 5. Aach im Perce- 
val nimmt der Teufel die Gestalt der Blanchefleur an, um jenen zu verführen; Perceval 
verscheucht ihn aber durch das Zeichen des Kreuzes. Einer der keckesten Teufelsstreiche 
ist aber der, von virelchem Gregr. Turon. Hist. Fr. 2,21 spricht, wo der princeps diabolornm 
nicht nur in Begleitung einer ganzen Schaar seiner Untergebenen die Kirche betritt, sondern 
sich sogar in Gestalt einer geschmückten Frau mitten in derselbe» auf den Bischofstuhl 
setzt und zwar um einen würdigen Bischof su verführen. Ich lasse hier die Worte dt>s 
Gregorins folgen: 

„Factum est anteni, ut nocte quadam ingrediens [nämlieh Eparekiu* Bisekof von Att- 
vergiut zur Zeit CMlderidU] plenani ecclesiam daemonibus repeiiret, ipsumque prtnctpem in 
modum ornatae malieris, in throni illius cathedrara residentem Cni ait Pontifex: O mere- 
trix exsecranda, non sufficit tibi loca cuncta variis pollutionibus inficere, adhuc et cathedrant 
a Domino consecratam foelida sessionis tuae accessione coinquinas? Abscede a domo Dci. 
ne a te amplius pollnatur. Cui ait: Et quia mihi meretricis nomen imponis, multas tibi 
parabo insidias ob desideria mulierum. Et haec dicens, sicul furous evanuit.'* 

Wir sehen also hier (wie aber auch zuweilen in andern Legenden, so in der oben aas 
der Leg. Aur. No. 123 angeführten), dass der Teufel weniger Anstand ninuut eine Kirche 
zu betreten, als ein mit ihm, wie es scheint, zwar in genauer Verbindung stehendes, jedoch 
noch immer irdisches Weib, von der unten III, 57 die Rede ist. Dass der Teufel die Be- 
nennung meretrix so sehr übel nimmt, könnte auffallen, bedächte man nicht, wie hoch- 
müthig er ist; daher man ihn auch leicht durch dcmüthigende Beschimpfung vertreiben 
kann; s. z. B. Lercheimers Bedenken in Scheible's Klotter 5, 315 cf. 298 und Luther bei 
Widmann ebendaselbst 1, 283 ff. 

*) „Quando Loth cognovit filias inebriatus a vino, duo dicunt in eo facta fuisse mira- 
bilia; quod coierit nesciens, et quod in defloratione virgo concipiat Undc secundnm hoc 
dicunt Aotichristum se dictnrum filium virg^nis." 

**) „Germania . . a germinando populos sie dicta." 

***) Ist Fin Magnusens Erklärung an ersterer Stelle von „tanquam inde initia gcntis*' bei 
Tacitus Germ. c. 39 in Betreff des Waldes der Senuonen richtig, als ob sie nämlich von 
demselben abstammten? 

t) Ebenso wird in einem Märchen der 1001 Nacht (Nacht 456 Bd. 10 S. 227. Breslau) 
erzählt, dass die Fliegenden Inseln nur von weiblichen Geistern bewohnt werden und 
daselbst auf Bäumen Mädchen anstatt der Früchte wachsen, „wie noch in Sachsen**, be- 
merkt V. d. Hagen Schwanemage S. 33. Letztere Redensart beruht gewiss auch auf aller 
Sage; vgl. D. M. a. a. 0. 



Anmerkang 8. 69 

des Stroms Sangarios, welche durch die in ihren Busen gesteckte Fracht 
eines Mandelbaumes schwanger wird und den Attes gebiert (sonst auch 
heisat seine Mutter Nana und gebiert ihn nach dem Genuss der Frucht 
eines Gh-anatbaums, der selbst ein Sinnbild der Fruchtbarkeit ist) so wie 
Basile No. 18, wo das Verschlingen eines Eosenblattes bei Oilla die- 
selben Wirkungen hervorbringt Femer wird in einem altfranzösischen 
Gredichte von der Kindheit der heiligen Anna erzählt, dass der Pa- 
triareh Abraham in seinem Garten den von nnserm Herrgott nach 
Adams Sündenfall aus dem Paradies geschleuderten Baum der Erkennt- 
niss (an dessen Holz später Christus gekreuzigt wurde) gepflanzt hatte, 
seine Tochter aber eines Tages von dem Duft einer abgebrochenen 
Blathe desselben schwanger wurde und so den Phanuel (Fanoel) ge- 
bar*), so wie auch (in Schottes Walaeh, Märeh. No. 27) Fiorianu's Mutter 
diesen durch blosses Trinken von Blumenwasser zur Welt bringt, 
wobei Schott aber auch auf die Wassergeburt des Johannes uml 
Peter Wassersprung und des Wasserpeter und Wasserpaul verweist 
(K, M, 3, 106 fP.). Im wallonischen Belgien sagt man auch scherzweise 
den Kindern, dass die Neugebomen aus dem Garten des Pfarrers 
geholt würden« 

Gbimma. a. 0. erwähnt auch das Geborenwerden aus Felsen 
und Steinen. Dazu rechne ich ausser der Geschichte des Pygma- 
lion (womit zu vergleichen Basile No. 43 PintosmaUo) auch die Zeu- 
gung des Attes durch Zeus mit dem Felsen Agdos; so soll Mithras 
aus einem Stein entsprungen sein ; und selbst wieder mit einem andern 
Stein den Diorphus gezeugt haben. Auch der einstige falsche Messias 
der Juden, Namens Armillus, soll nach rabbinischer Tradition zu Rom 
von einer kolossalen steinernen Jungfrau geboren werden. Von dem 
Felsen St Marguerite bei dem Dorfe Ollemont an der Ourthe nicht 
weit von dem Städtchen La Boche in dem belgischen Theil von Luxem- 
burg erzählt man den Kindern der Umgegend das, was man an andern 
Orten, wie wir eben gesehen, von dem Garten des PfiEurers berichtet. 

Nach der Finnischen Mythologie lässt sich Loviatar so wie Ilmatar 
von den Winden schwanger wehen (Castr^n S. 132. 283 ff.), womit 
die Vorstellung von Thieren, die durch Winde befruchtet werden und 
gebären, zusammenhängt**). Hierher gehört auch Typhon als vater- 



*) Der Verfasser dieses Gedichtes war der Priester Hermann zu Valenciennes uni die 
JMille des 13. Jahrhunderts; s. Lcroax de Lincy larn-e de* Legendes p.24 und dessen Nou». 
Bibl. Bleue, Introd. p. XXKVl. Lassberg hat als Zagabe za dem von ihm 1842 herausgege- 
benen lAed von Grane Friz von Zolre u. s. w. den Anfang jener altfranzösischen Legende 
(etwa 550 Verse) aus einer ihm gehörigen Papierhandschrift des 15. Jahrhunderts abdrucken 
lassen, ohne jedoch, da das erste Blatt fehlt, den Verfasser namhaft machen zu können. 
Die obige Stelle steht daselbst S. 69 ff. 

**) So von den Geiern, fft/rapoUo 1, 11, Aelian H. Anim 2, 46 (daher Glycas p. 81 ed. 
Bonn damit die Empföngniss der heiligen Jungfrau vergleicht); von den Rebhähnem, Plin. 
10, 33(51) cf. Salmas. zu Solin p. 152a; von den lusilanischen Stuten, Plin. 8, 42(67) und 
den kapadokisehen, Aog. de Ctv. Dei 21, 5. Daher sagt auch Johannes Saresb. im PoU- 
craticus 8, 11 ganz allgemein: ,^ant [sc. animantia], quae sno pravidante calore ab aöre tem- 



70 Anmeikiiiig 8. 

lose Gebart Juno's (die es dem Jupiter mit seiner Minerva gleich- 
thon wollte), und was Pomp. Mela 3, 9 von einer Insel im Aethiopi- 
schen Meere erzählt, ,,in qua tantum feminas esse narrant, toto corpore 
hirsutas, et sine coitu marium sua sponte fecondas.^ Bei Basile No. 9 
schwängert theils der Geruch, theils der Genuss eines gekochten Fisch- 
herzes. Bei Heimdall's Gebart denke ich an jenen mystischen Kessel 
der druidiBchen Geheimlehre, in Bezug auf welche beide Taliesin sagt: 
„Als das erste Wort ward sie (die Lehre) geoffenbart von dem Kes- 
sel der von dem Hauche der neun Jungfrauen erwärmt 
wurde. Ist das nicht der Kessel des Herrn der Tiefe, u. s. w.^ S. Mone 
Greack. d. Heid, 2, 538. Sollte zwischen diesen neun Jungfrauen (den 
Gallicenae?) und Heimdalls Müttern eine Beziehung stattfinden? 

Bisher sahen wir meist wunderbare Geburten ohne direktes 
Zuthun eines Vaters. Ich führe jetzt einige entgegengesetzte 
sn; und in so weit sich Samen, Blut, Harn, Speichel und Aehn- 
liches auf den Begriff befruchtender Feuchtigkeit zurückführen lajssen, 
gehört hierher die Zeug^ung des Caiumarath, in Bezug auf welche ich fol- 
gende Stelle aus Herbelot s. v. folgen lasse: „On trouve dans une ancienne 
histoire ou roman, qui porte le nom de Caiumarath Nameh, c'est- 
&-dire Thistoire de Caiumarath*), une tradition qui .... porte qu' 
Adam, apres avoir p^ch^ frit s^pard d*£ve sa femme pendant un long 
espace de temps; et comme il la cherissait fort tendrement, U la chercha 
aussi avec beaucoup d'inquietude: maisDieu qui voulait lui faire sentir 
la peine de son p4ch^ ne permit pas qu*il la rencontra sitöt, quoiqn'elle 
füt sur la mSme montagne que lui, k savoir sur le mont Arafat, qui 
est auprös de la Mecque, oü ces deuz premiers dpoux firent pludeurs 
tours inutilement. Adam s'dtant endormi, et ayant le visage d'£ve 
sa femme fortement imprimde dalis son Imagination, crut Tembrasser. 
Cette Image amoureuse causa en lui le meme effet que la vdritable 
possession aurait pu produire; de sorte que la semence föconde de ce 
Premier pfere des hommes dtant tombde k terre, il s'en forma une 
plante, qui prit la figure humaine**) et devint enfin le Caiumarath 
dont nous parlons.^ 

„Les Rabbins disent une chose assez semblable : car ils ont imagine 

perftto impregnantar et pariant" Daher bedeutete auch nach Isidor Origg. 9, 5 Favonias 
in f ans so viel wie spurias, weil es nämlich seinen Vater nicht angeben kann. 

*) Dieser soll nach den Sagen der Perser ihr erster König gewesen sein, ist aber 
eigentlich der Urmensch Kadschomorts des Parsismns. 

**) Dies erinnert an das Entstehen der Alraanwurzel« über welche die Orientalen den 
onsem entsprechende abergläubische Vorstellungen haben. Ich ziehe folgendes darauf Be- 
zfigliche aus d'Herbelot s.* yy.Abroutanam und Atierenk ans. ,^sterenk on Siterenk: man- 
dragore, plante C'est unsi que les Persans l'appellent, aussi bien qu' Abroa-Sanam, 
nom qui signifie Face ou Sourcil d'Idole, h cause de la figure de sa radne. Hs tut 
donnent aussi eelui de Mardom Ghiah, Homme-plante, ou plante hamaine poor 
la mdme ndson." 

„Asgedi, Polte Persien, dit que TAsterenk croit dans la Chine avec la figure d'on hemme. 
Les Arabes outre le nöm d'Jabrouh et Jabrong qui est corrompo du mot Persien 
Abrou l'appellent aassi Seragal Cothrob, la chandelle du D6mon, k cause qv'elle 



Anmerkmig 8. 71 

qu'Adam pendant le temps de 8on deail cau»^ par la mort de son ßhi 
Abel, 86 B^para d'Eve sa femme et ne pouvant pendaut cette Separa- 
tion engendrer dea hommee, il produieit des ginnes*).^ Durch entfal- 
lenen Samen o. s. w. werden auch gezeugt GeniuB, AgdlBtis, £richtho- 
niuB, die Giganten, Aphrodite, die Melisehen Nymphen (Meliae) und 
Orion. (ChxTBaor entspringt aus dem Blute der Medusa.) 

Dftss Quasirs Zeugung an die Sage vom Schneekinde (Dunlop 
Armu 374» und Naehtr. dazu S. 64Si^**) erinnere, hat schon Grimm 



luit pendant la nuitf): maU la cause de cette lueor est qoe les vers-laisanls aimeot cette 
plante et s'y attacheot." 

„Les Orientaax et particuli6reroent les Juifs, accomodent si proprement ces rucines avec 
)es lon^ filaments qui les envtronnent, qu'ellea paroissent avoir la fi§^re d'un homme on 
d'one fenine. Pluaieon croient que eette plante est appellee Dodaim dans le Texte sacr^ 
et que c*est la mime qne Kachel desirait qn on lui cueillit k U campagnc pour se concilier 
l'amour de Jacob: c'est ce qui a fait que plusieurs lui ont attrlbue niille vertut supersti- 
tleuses et particuli^rement en ce qui re^rde l'usage des philtres: „Luthf- Allah [egi. Joge- 
fhu* a, a. 0.] dit qull y a danper d'arraeher ou de conper cette plante; et que ponr evitcr 
ce dao^r quand ou veut la tircr de terre, il faut atlacher k sa tige on chien que Ton bat 
ensuite, afia que faisant des eiTorts pour s'enfuir, il la döradoe." Da« stimnil alles zu dem 
deutschen Aber^lanben. Vg^l. auch noch Grässe Beiträge S. 45 ff. 

lo Belgien heisst die Alraunwurzel pitdiefJB (Wolf Bbüt. 233 zu No. 398)^ denn n^enn 
ein Erbdieb, der noch reiner Jtingling ist, erhfingt wird und das Wasser oder den 
Samen fallen liMt, w&chst anter dem Galgen die breitblKttrige gelbblttmige Alraun " D. U, 1 1&4. 
t) Vgl. Josephns de BeUo Jud. 7, 23 (26). GrSsse Beitr. u. s. w p. 53 theilt diese 
Stelle des Josephus mit, jedoch ungenau; denn letzterer sagt nicht „der Urin eines 
Weibes zar Zeit ihrer monatlichen Reinigung," sondern »OUpOV l^^^Wü/h^^ 7} t6 
e|J.|At]VOV atfia;'' ferner sagt er auch nicht: ,4)abei [nSmlich bei der Besprengung der 
Pflanze] erscheine nun aber ein furchtbares Gespenst und lödte den, der sie ausgraben 
wolle, wenn er nicht u. s. w.** sondern nur, ohne ein Gespenst zu erwähnen: OO (i.9|V 
dXXd xal TÖTE ToTc Ä^^citAivoic icp65iQX6c ^aTt ftdvaToc ti p^t] x. t. X.^ wohl 
aber sagt Josephus der Nutzen der Pflanze sei folgender: »Ta yap xaXoöpieva dat' 
pi6vta (Toura hl novYjpwv iottv dvdpcuTrcov irve6(j.a7a xolc Ctt>oiv ebdü6fj.eva 
xal xTtivovTtt xou; ßoTj^etoc (i.*^ Tuy^dvovta^) aury] Ta^iioc ^^eXa6vei, xq[v 
npO^Evex^f, pi6vov ToTc voooOot'^ ; und endlich heisst die Wurzel nidit Bararas son- 
dern Baaras (ßsdpac). 

*) Nach andern Traditionen zeugte Adam diese Geister mit seiner ersten Frau Ltlit, 
jedoch erst nach der Schöpfung Eva's ; s. de Wette in Pierer's UniofiPf. Lejfik. 2. Aufl. s. v 
Adam. Diese Lllit wurde schon vorher eine Unholdin und erhielt die Macht, kleine Kinder 
zu schädigen; s Tcndlau zu No. 28 {der Kamzen). Vgl. auch Düntzer in Scheible's Ar/<7«/!er 
5, 197 ff. Anm. 224, und die von Fabricius V. T 1, 5. 42 angefahrten Autoren ; ef.ebend.2,5 

**) Die an letzterer Stelle aus Ad. Wagner 's engl. Wörterbuch angeführte Notiz hat 
derseUte (wahrscheinlich indirect) aus Peter Martyr's De orbe novo Deüade», dee. 1. 1. 9 
entnommen, woselbst nämlich erzählt wird, dass die vier Brfider, welche nach der Sage der 
Ureinwohner von Haiti die grosse Sündfiuth durch unvorsichtiges Zerbrechen eines Kür- 
bisses verursacht hatlep, in ihrer Angst ruhelos umherstreiften, endlich an die Thfir eines 
Bäckers kamen uod anpochend um Brot baten ', dieser spie jedoch voll Zorn den ersten der 
Brüder so heftig an, dass derselbe eine grosse Geschwulst bekam, die mit einem scharfen 
Steine aaljgeschmtten wurde, worauf denn aus derselben ein Woib hervorkam, mit welcher jene 
•pSter die Insel bevölkerten. Auch die indische Parwadi bringt der durch einen Blick 
empfangene Kartikeya vermittelst Speien zur Welt, s. Wagner Ver^ueh einer aUgemanen 
ül/ik. 1908 S. t72. Endlich will ich noch bemerken, dass im Franz. tout crache, im Ital. 
preitQ aputato und im Portug. esgarrado e pintado von Personen gesagt wird, die 
•ndero vollkommen ähnlich sind, welche Ausdrücke wohl mit der mythologischen Vorstel- 
lung voa der Zeogang durch Speien jinsammenhangen mag. 



72 Anmerkang 8. 

D, M. 855 bemerkt*). Nach den Recognü. Clemeni. 2, 15 schafilt Simon 
Magna einen Menschen aus Wasser, Blnt und Schweiss. C^anz beson- 
ders eigenthümlich aber (wenn nicht eine Reminiscenz der Dionysins- 
sage) ist, wenn in der bereits angeführten altfranzösischen Legende 
weiter erzählt wird (Lassberg S. 76), dass Phannel einst Aepfel schalte 
und das dabei gebraachte Messer an seinem Schenkel abwischte. Der 
an jenem hängen gebliebene Apfelsaft nnn drang in den Schenkel ein, 
der davon schwanger wurde, tmd nach nenn Monat^i ein Mäg^dlein 
zur Welt brachte. Dies Mägdlein aber war die Mutt^ der Jungfirau 
Maria. Vgl. Wolf D. S. No. 198. 

Zu den Zeugungen durch einen Feuergott (zuweilen so riel 
wie Heerdgott) gehört die des Servius Tullus, wie sie Dionys. Halic. 
4, 2 und Plin. 36, 28(70) erzählen, womit die Zeugrung des Cäculus, 
die des Qili-doir Maghrevollich (s. W. Scott Lady of the Lake, C III. 
str. y. Anm. 1) und, wie ich glaube, auch das, was der mongolischen 
Prinzessin Alankava zustiess**), genau verwandt ist. 



*) Grimm weist hierbei auf die alte Sitte, dass Sahne und Bund durch Blolmischan^ 
geweiht wurde, vgl. Moae Geich. d. ffeiä. 1, 108, Grimm Oesek. d deuttek. Spr S. 135 AT 
Was letzterer R. A. 194 nach Rflhs MiUelalter p. 323 von den Komancn anfuhrt, berichtet 
Athenäas p. 45 sq ganz ebenso von den Karnianen. Wie spät sich die Sitte noch crhiell, 
zeigt sich aus einer Stelle d'Hemriconrt's (p. 353 ed. Salbray), woraus erhellt, dass es noch 
im 14. Jahrhundert Sitte des Adels in Hesbaye war, dass Freunde in Gesellschaft zur Ader 
Hessen. 

In einem lappländischen Liede heisst es (s. Caströn S. S23): 

„Der sinnberaubte Riese 
„Leitet und stellt sie [d.i. das Brautpaar] 
„Auf des Wallfisches, des Meerkönigs Haut : 
„Ritzet auf den kleinen Finger bei beiden, 
„Mischet das Blut zusammen.*' 
Aber auch Speichelmischung diente und dient vielleicht noch zu obigem Zweck statt 
des Blutes. F^ Magnusen bemerkt nämlich im Lejf. M. 1127 zu jenem Bündniss der Äsen 
und Vanen: „Simili origine gaudet certe phrasis Anglica de hominibns eoncordibus vel uni 
factioni adhaerentibus : They spit upon the same stone (Brand Populär AtUtqttitiet. 
ed. Bourne 1810 pag.lll)t)." 

„Ex orali traditione accepi amantes juvenes inter rusticos certarum Galliae provinciarum 
sponsionem initam spntis mutuis (ori inuicem inditis) confirmare dicentes: crache-moi 
dans ma bouche, je te cracherai dans la tienne.** 

t) Hierzu füge ich noch aus The dialeet of Craven in the Wett-Jüdimg oftke Coimiy 
of York ete, 2ded. Lond. 1828. II. 8. s v. Spit: „To spit, in confirmatton of » bargen. 
This is frequently done by the butchers and farmers in selling eattle." Eine gleiche 
Sitte herrscht unter den Landleuten in Irland, s. Legendi and Storie* etc. p. 10. 

**) „Mirkond rapporte suivant lel traditions des peuples de la Scythie que cette prin- 
cesse [nämlich Alankava ou Alancova, fiUe de Gioubine, fils de Boldnz, roi des Mongob 
de la dynastie ou famille de Kiot] etant eveilläe, dans sa chambre» pendant la nnit, uoe 
grande lumiere l'investit tout d'un coup, lui entra dans le corps par la bouche, deseendit 
dans ses entraiUes, et lui sortit enfin par les voies ordinaires de la gen^ration. Ce pheno- 
mene ayant peu apr&s disparu, Alancava se tronva fort surprise de eette apparitioD; mais 
ellelefutencorebeancoup plus, lorsqu'elle s'aperfut, qu'elle etait grosse, sans qu'elle eftt conon 
ancun homme. Le trouble que lui causa cet evenenient, lui fit aussitdt convoquer une assem- 
blee de ses sujets, qui etaient tous tres-persuades de sa sagesse: cependant eomme eile les 
trottva fort etonn^ de la nouveaute de ce fait, et qu'ils en parlaient diversement entr'eui, 
Alankava, pour dissiper tous les soup^ons que Ton pouvait former contre son honndtete, 



Anmerkung 9. 73 

Also ohne irgend ein geschlechtliclieB Zuthun bewirkt, 
erseheint ein Tkeil der schon angeführten Baum- tind Steingebnrten 
(mit diesen vgl. die Anm. 26 angefahrte Jüdische Sage) so wie die 
Erdgeburten (die.Sparti, Aras, Pelasgus, der attische König Peri- 
phasy Pierus, Tages/ Tuisko u. s. w.), wozu auch gehört, was Wolf Beür, 
8. 205 anführt: ^^Wenn in der Bergstrasse die Bauern graben, rufen 
sie neckend vorübergehenden Mädchen su : komm her, wir graben Bursche 
heraus für die Mädchen, die noch keine haben. ^ Vgl. Schott WaUu^, 
Märch. No. 32. 

Eigeburten sind ausser der Aphrodite (nach Hygin. Fab. No. 197 
cf. Sahnas. zu Solin. c. 23 ad. v. Boechorie) auch die des Typhon (nach 
£ustathius zu IL 2, 782), des Oannes, Omorca und Phtha (die der Dies- 
kuren gehört nicht ganz hierher). Nach einer finnischen Sage wurde 
die schöne Suometar aus einem Gänseei ausgebrütet. Castr^n S. 53. 
Mit der Sage von den Myrmidonen vergleiche man die Orien- 
talische bei d'Herbelot s, v, Adam: rt^hn Abbas parlant de la r^prä- 
scntion que Dieu fit k Adam de toute sa posterit^ .... veut que tous 
les hommes forent effcctivement assembl^ sous la figure de fou^rmie, 
dou^es d'intelligence, dans la valöe pr^e du mont Arafat^ S. auch 
Weil BiU. Leg, der Muaelm. S. 34. 

EigeuthümHch ist bei Basile No. 3 (vgl. Kuhn Mark, Sag. S. 270 ff.) 
die Schwängerung der YastoUa durch Pervonto, die nämlich nicht auf 
natürlichem Wege, sondern durch einen blossen Wunsch des 
letztem geschieht; und die von den Tibetanern Lahor genannten 
hohem Geister endlich zeugen Kinder durch den Blick, Lächeln, Be- 
rührung, Küssen u. s. w. S. Wagner, Ideen zu einer cUlgem. Myth, 
1808. S. 193. 

Anm. 9. (S. 6.) 

experimentum gladii. ^. D, M. 1, Aufl. Anhang S. LXTV. c. 88; 

speculi d. i. Katoptromantie, und unguis d. i. Onychomantie; s. 
über beide die von Düntzer in Scheible^s Kloster 5, 118 (wo zu lesen 
ist: „Z>. M. Anh. S. LXUIff.«) angeführten Sehrifteteller; füge hinzu 
Thiers, TraiU des Superst, 1, 187 ff. (der das Verfahren und die Be- 
schwörungen bei dem Weissagen aus einem Glase Wasser und bei der 
Onychomantie ausführlich mittheilt) so wie Dunlop S. 201*). 



Gt venir les principaux d'entr'oux et les enfermant dans sa chambre, les rendU temoins 
ocnlaires de ce qui s'y passait toutes les noits .... Enfin, le terme de cette grossesse 
etant arrive, eile accoacha de trois enfants. Le premier fut nomnie Boakonn Cabaki, daqael 
les Tartares nonimes Cabakin et Kapgiak sont descendus. Le seeond ent nom Booskin 
Salef^ daqoel les Selgiaddes ont tir^ leur origine; et le troisieme fQt appelle BoQzangir, 
lequel est reeonnu poar un des aieols de Genghiskan et de Tamerlan." 

„Khondemir igoate k cette narration^ que la menreille qai arriva dans la grossesse d'Alan- 
kava, est la nidme qui s'est rencontree dans celle de Miriam, mere d'Issa (i. e. Jesus)." 
düerbelot s. ▼. Alankava. 

*) Aas Buschtus äe Reform. Monaat. c 51 (Leibn. 8er. Rer.Br. 2. 4)52 ff) lasse ich hier 
noch eine Stelle aber die Katoptromantie folgen: „Audivi quod mulier quaedam est hie in 
vicinio, quae per incanlationet et daemonum invocationes, homines et animalia, praecipue 



74 Anmerkung 10. 

circini d. L Zirkelwahrsagerei. Dass diese auch im Orient be- 
kannt ist, erhellt aus dUerbelot s. v. Zairagiakf wo er sagt: „Ce mot 
qui est ötrauger aux Arabes, est en usage parmi eux pour signifier une 
esp&ce de divination qui se faxt par le moyen de plusieurs c er des 
ou roues paralleles, mises les unes arec les autres et marqu^ de plu- 
sieurs lettres que Ton fait rencontrer les unes avec les autres par le 
mouvement qu*on leur donne sekm certaines r^les.^ 

,,Cette divination qui se fait par la rencontre des lettres, s'appelle 
aussi en Arabe Zava'iah & cause des cercles de cette machine qui 
sont Mutavaziat lelaflak, correspondants aux Cieux des planetes 
et aux Atmosph^es de chaque Clement ^ Herbelot fuhrt dann auch 
noch mehrere Werke an, die von dieser Divinationsart handeln. 

Anm. 10* (S. 6.) 

lieber die in diesem Capitel erwähnten fauni und satyri so wie 
ähnliche Geister s. D. M, 447 — 4ö5; vgl. Val. Schmidt zu Straparola 
S. 295; über die foUeti und andere Poltergeister s. D, M, 481 ff., wo 
auch die Steinwürfe derselben erwähnt und einige darauf bezüglicbe 
Stellen mitgetheilt werden*), zu welchen ich hier noch verschiedene 
hinzufugen will; so erzählt von Steine werfenden Kobolden Delrius 
L. VI. c. 2. sect. 3. p. 1076 in Peru, p. 1118 in Riga, p. 1077 in Würz- 
burg (wo jedoch Hausgeräth geworfen wird) und sonst noch; femer 
Mabillon Vet. Anal. Paris 1723, p. 326 in Maus (s. weiter unten), Dom 
Calmet Traiti des Superstions vol. 11. p. 36 in Olmütz; ebenso Lenglet- 
Dufresnoy Eecueü de DisaertcUiona aur lea Appar, Vol. I. P. 11. p. 89 ff. 
in Rochette in Savoyen ; s. auch noch D, S. No. 503 (8. 215 „ Wer/eUj 
PoUem und Saufen*^), Ad. Kuhn Mark. Sagen No. 43, Temme Volkss, 
d. ÄUmark S. 22, Dithmar von Merseburg 1. VII (Leibniz Scr, R, Dr. 
I, 416 s, f.) u. s. w. Auch von Steine werfenden Seefrauen wird er- 
zählt, so wie andererseits ein heiliger Baum in Schweden durch 
Steinwürfe von unsichtbaren Händen geschützt wird. Lex. Myth. 863. 
Auch der rasselnde, polternde Nüsse werfende Weihnachtsgast Klaub- 
auf {D. M. 483) ist nicht als ein gemilderter, aber noch immer ras- 



equos, defcctum in mcmbris habentes, curare consuevit . . . Interrog^vi aQiem, per quoin 
modum tales mulicrculae animalia infimia solent curare? et responsum est mihi, quod habcnt 
speculuni magnum, in quo daenion est conjuratus, et cuni rogantur, ut hominibus vd peco* 
ribus debeant subveoire et a membroruni debilitate scu laesione curare, tunc in pratum ali- 
quod se ponant, speculum illud in manibus tenentes, et quaerunt a Diabolo, quomodo meui- 
brum illud infirnium debeant curare? Tunc vident in speculo, quomodo dacmon gramen 
aliqaod accipii de terra aut herbam aliquam, cum qua Unit membrum laesum et dolorosumt 
et statim curatur. Mulier ergo hujusmodi herbam seu gramen considerans» accipit eam 
secmn, et membnun equi vel alterius aoimalis cum ea perlinit dolorosum, et continao sanalur.'' 

*) Was daselbst (S. 4SI Anm.) aas der Leg. Aur. c. 177 (c. 181 p. 837 ff«) »ngefiibrt 
wird, hat diese entweder aus Sigebert. Gemblac. ad a. 858 oder aus dessen Quelle ent- 
nommen. Die Fassung weicht nur in einzelnen Worten ab. Der Schluss der Geschichte, 
der sich in der f^g. Aur. nicht findet, lautet bei Sigebert folgendermassen: ,^ie per trien« 
niuni institit, donee Ibidem aedtficia cuncta incendio contumpsit." 



Anmerkung 10. 75 

selnder, polternder, früher Steine weifender Hausgeist; so wie endlich 
auch der Teufel (d. i. der Riese. D. M. 972) Steine wirft. D. M, 
481, 968*). 

Die oben von Gervasius angeführte Stelle aus der Vita Pauli des 
heiligen HicrouTmus findet sich in dessen Opera 1578 vol. I. p. 315 £P., 
woüach ich den Text an einigen Orten berichtigt und veryoUständigt 
habe. Der darin auftretende, sich nach Erlösung sehnende Centaur, 
steht in diesem Verlangen nicht allein, und Geister aller Art schliessen 
sich ihm darin an; so Wassergeister, D, M, 461 ff., Wolf N. S. No.219 
(wo eine gefangene und später verstorbene Meerminne ,,auf dem 
Kirchhofe begraben wird, weil sie öfters das heilige Kreuz- 
zeichen gemacht hatte'^), Irrlichter, Wolf No. 521, und Berggeister, 
D. M. 461, W. Scott L. of Üie Lake C. IV, st. 13, Anm. 4**). Ja sie 
treten selbst als rechtgläubige katholische Christen auf, so £lberich 
im Ötnü Str. 283, femer D, S. No. 29 der ZwergTc\ynig^ No. 40 das 
KeUermärmchen, No. 122 Heinzelmanny so wie ein anderer oben schon 
aus Mabillon angeführter Hausgeist, der also die beiden Eigenschafben 
eines polternden. Steine werfenden Eobolts und rechtgläubigen Chrifiten 
in sich vereint**^*). In der weiter unten (zu III, 45) anzuführenden 



*) Umgekehrt heisst der Teufel „der Gesteinigte*' im Koran 3, 3t, weil ihn einst 
Abraham, von ihm versucht, mit Steinwürfen verjagte. Vgl. Weil S. 88. 

**) Vgl. einen ähnlichen Zog in der jüdischen Sage vom Kamzen. Tendlau No. 28. 
***) Er erschien im Jahre 1135 unter Bischof Hugo zu Mens und es wird von ihm Fol- 
gendes erzählt: „In domo Nicolai praepositi fantasia, quae in libris gentilinm Pannus solet 
apellari, minus credentes, in fide Christi modice catholicos, ut mulieres plerasque et simplicis 
aetatis pueros, noctibus jugiter exterrebat. Saepe etenim cum sonitn, tamquam tympanoruni 
soaittt luzurio, nee dissonanti audiebatur digitorum conflictu: saepe testaroni fragmentis, seu 
quibaslibet rebus inunundis spectatoribus admirantibus et iocredulis illudebat: saepe crebris 
lapidtim jactibus, ae si cum magno conan)ine viribus mitterentur hectoreis, tectum donius, 
parietes coneutiebat et laqaearia, pulvinaria, lances, scyphos et hydrias de loco ad locum 
iavisibiliter transferebat; candelas igne procul posito succendebat, in cibos dum coquerentur, 
aut niensis appositos, furfuris paleas, et immundos cineres, et aniara fuliginis infundebat; 
filis, quos longo tractu orditos Amica, uxor Praepositi, ad telam paraverat, scamnum quod- 
dam juxta ignem positum per niille maeandros et nodos laqueorum indissolubiles, ad illius 
inextricabilis labyrinthi similitudioem, intexuit: qnod luce reversa multi intuentes, taliter 
posse fieri, obstupebant, nee talem esse opus hominis irrelituram asserebaut. Sacerdotes 
aspersis aqua benedicta parietibus Signum crucis dominicae in fide saDctae et individuae 
Trinitatis ore et manu in suas omniumque in domo frontes piugebaut habitantium, qui, quod 
a saeculo auditnm non fuerat, relatu formidabile se audisse veraciter aiebant. Circa primam 
et seenndam noctis vigUiam vox exilis, tamquam parvolae vox esset puellae, in apertos et 
iatelligibiles distincte sermones erumpens, suspiria et miserabiles longo tractu cordis ab imo 
dttcendo genütus, se esse Garneriam pro certo fatebatur. „Heu mihi, inquiebat, quoniam 
de longinquis partibus, per quae tenipestatum pericula, quantas passus suni nives et frigora, 
qoaotia ignibtts tncalui, qnantam aeris intemperiem huc adveniens sustinui! frater miNicolae, 
glos mea et nepotes caeterique amici mei, non terreamini; non enim alicui nocere permissA 
est mihi poteslas: sed tarnen utramqne postem frontis et cordis crucis niunite signaculo; 
mala namque agntina, avide inferre nwlum affectantia^ mecum venerunt, mecum recessura: a 
qaorum at valeam separari pemicioso itinere, et reqnie perfruar aempiterna, in sancti Spiri- 
tt» veneratione Misaam nnaoi, alleram pro defonctonuu salule fidelium cras facitote celebrari 
Amica, gloa oiaa dalcäs, dum communibus auris vescerer, mihi amata, ne nuditas mea frigus 
sentlat, vestes pro me pauperibus non dHTeius erogare." Tune de multia interrogatus, muUa 



76 Anmerkung 11. 

Stelle aus Ouillelm. Neubrig. 1, 27 finden wir sogar ein ganzes Volk 
von Unterirdischen als Katholiken, und ebenso D, M, 431 eine 
„gens gnana in cavernis niontium^ als ^^fidem catholicam 
profitentes^; vgL Meier Schwab. Sagen 1, 17, woselbst von einer 
schönen Unterirdischen Kirche und einem besondern Pfarrer 
die Bede ist*). 

Zuweilen jedoch erscheinen im Gegensatz zu dem oben Angeführ- 
ten die Zwerge mit mehr heidnischem Gepräge und daher dem Chri- 
stenthum und dessen Bekennem entfremdet und selbst feindlich ge- 
sinnt; s. D. M. 427 ff. 

Noch muss ich über die.fauni folgende bemerkenswerthe Stelle 
aus dem noch öfter anzuführenden AnxmymvM de monstris c. 6 (bei 
Berger de Xivrej, Traditiona Tdratologiques p. 20, der ihn ins 6. Jahr- 
hundert setzt pp. XXXIY und 16) mittheilen: „Fauni nascuntur de 
vermibus natis inter lignum et corticem; et postremo procedunt ad 
terram et suscipiunt alas, et eas amittunt postmodum; et efficiun- 
tur homines silvestres. Et plurima cantica de eis poetae cecine- 
runt.'^ Erwägt man nun hierbei, dass die Fauni (oder homines sil- 
vestres, Waldleute) bei den Römern für Alpe galten (s. Anm. 32) 
und vergleicht man femer was über Holden, Baupen, Schmetterlinge 
u.dgl. als elbische Wesen sonst noch erzählt wird (Z>. M, 430 ff. 
1026. 1027 ff. 1031. 1036. 1050. 1107 ff. 1109), so wird man in allem 
diesem eine überraschende gegenseitige Bestätigung finden. Nur möchte 
man einige von den plurima cantica haben, von denen der Ano- 
nymus spricht**). 

Was endlich die Vorstellung von den Centauren im Allgemeinen 
betrifft, s. hierüber Berger de Xivrey 1. c p. 28 ff., der auch den gleich- 
falls oben angeführten einbalsamirten Centauren erwähnt. Vergleiche 
überhaupt noch unten zu III, 61. 

Anm. 11. (S. 8.) 

Bis hierher von den Worten „Unde super locum illum" ist aus 
Com. Genes, c. 11. Die Geschichte von Abraham und seinem Bruder 



disserere, indicare instantia, Ventura nunciare, praeteritoriun, quae jani oblivionis linca corro* 
serat, recordari: hos damnatos, hos salvos, hos nondam, sed tamea ad vitani praedestinatu:» 
nianifestare. Missos ceterum a Pontificibus vires, scientiae et discretionis amiatos induslria. 
penitu» exhorruit, nee in sermones ipsis praesentibus ausus est emmpere. De hoc 8eri|>»isse 
sufficiat." Mabillon Veiera Anal. p. 336. Paris 1723 (Aetiu Pontif. Cenom.inmrbedegent.cdl). 

*) Hierbei entsteht die Frage, ob letzterer gleichfalLs unterirdiseh war; dann fehlte 
freilich der Orthodoxie jener Geister durchaas nichts mehr; denn jener Priester konnte 
unmöglich ein Licht freund sein. Uebrigens haben sogar die Meerbewohner Bischöfe, s 
Wolf D. S. No. 246. 

**) Berger de Xivrey, der «inen andern Zusaiumenhang nicht ahnt, bemerkt zu jener 
Stelle: „Qui a pu donner lieu k cette singuliere opinion sur l'origine des Faunes? L'autear 
a-t-il suppos« qaelque rapport entre Faunus et <p^Xatva le papillon de nuit? Le uom de 
Faun US a ^te conserv6 dans l'entomologie k nne variete de papillons.** Letztere Namen- 
gebang beruht gewiss auch auf altem Volksglauben ; so wie auch bei den Böhmen mura 
Alp und Abendschmetterling bedeutet. D. M. 433. 



Anmerkung 12. 77 

Aran selbst betreffend aber yerwelse ich auf Herbelot s. v. Ändesehanf 
nnd Tendlau zu No. 43; vgl. Weil a. a. 0. S, 68 ff.*). 

Anm. 12. (S. 8.) 

Die oben folgende Erzählung von Salomon u. s. w. bis zu den 
Worten „et subvertit eam^ ist wahrscheinlich nach Com. LIILBegum 
c 4, Jedoch erwähnt dieser ebensowenig wie der angeführte Josephus 
{Ani. S, 2) den spiritus immun dus. Diesen wenigstens hat also Ger- 
vasius anderswoher, so wie manches was er noch an andern Stellen 
über Salomon sagt; dagegen hat Comestor nach den Worten: „Excogi- 
tavit [sc, Salomon] etiam caracteres qui inscribebantur gemmis, quae 
positae in naribus arrepticii cum radice salomoni monstrata, statim eum 
a demonibus liberavit [L liberaverunt]'^ noch folgenden Zusatz: „Jo- 
sephus nee gemmam nee herbam nominat; sed fuit gemma cristal- 
lina et inter annulum et gemmam ponebatur radix cujusdam herbae, 
qaae a quibusdam portago dicitur, ab aliis fal [sie] terrae vel fal 
terna, ab aliis sartacenica, et circa incastraturam in ar^ento per- 
scülpta erant YII nomina dei praecipua, per quae legitur creasse coelum 
et terram, sicut in libro imaginum habetur, et alia tria nomina sCulpta 
erant in lapide ab aliis diversa. si modum curandi scire desideras, lege 
librum imaginum, et ibi omnia invenies.'' Für den von Com. gebrauch- 
ten Ausdruck „cum radice Salomoni monstrata^ steht bei Jo- 
sephus 1. c. ^{Ca;, ii cov OTi^fiecEe ZoXo(j.c(>v, woraus auch bei Gerv. die 
Worte „maxime si radix cujusdam herbae poneretur in naribus ob- 
sessi'* entstanden sind, wogegen aber in dem gleich darauf folgenden 
Chat aus Josephus das Wort radix ohne weitem Zusatz steht. Uebri- 
geufl heisst auch jetzt noch ein Euraut Salomonssiegel (convallaria 
poljgonata). 

Noch will ich hier in Betreff des berühmten Siegelringes Sa- 
lomons eine muhamedanische Sage anführen, welche von dem Pa- 
triarchen Jared, Sohn Mahalaels und Vater Henochs erzählt: „qull 
gouvemait le monde, dont il dtait Monarque absolu par la vertu 
d'nn anneau qu'il portait, lequel vint ensuite par succession entre les 
mains de Salomon, qui eut le m§me pouvoir que Jared sur les hommes 
et sur les d^mons. Jared, selon eux, apr^s avoir combattu contre 
Satan le Prince des d^mons, le fit prisonnier et le mena enchain^, 
partout oü il alloit, k sa suite.*^ Herbelot s. v. Jared*'*), 



*) Hier will ich noch bemerken, dass die rabbinische Legende von Tiliis und der ihn 
im Gehirn plagenden Mücke (s. Tendlau No. 60, vgl. die Sage von Vespasianus in der 
Leg. Amt. c. 67 p. 299 und Massmann zur Kaiserchronik V. 711 ff.), sonst auch von dem in 
obiger Sage, vorkommenden Nimrod erzählt wird ; s. Herbelot s. v. Nemrod, Weil S. 79 ff. 
Vgl. auch noch Reinhart Ftteht S. CCLXXXII, Wagner Egsai p. 118 No. XV. 

**) Von diesem Zauberring Salomons erzählt die rabbinische Tradition, dass letzterer 
ihn einst aas Hochmath dem Aschmedu übergab, der ihn dann alsbald ins Meer warf und 
so frei wurde, bis Salomon den Ring nach langen Jahren im Bauch eines Fisches wieder- 
fand und dadurch seine frühere Macht und Würde wiedererlangte; s Tendlau No. 39, Str. 
6 9. Wir erkennen hier sogleich die Sage vom Ring des Polykrates wieder, über welche 
». Val. Schmidt im Ttuehenbuek der Romanzen S. 171 ff. und zu Siraparola S 275. Zu dem 



78 Anmerkung 13. 14. 

Anm. la (S. 9.) 

Die Geschichte Oyprians und der heiligen Jnstina steht in der 
Leg, aurea c. 142 (de S. Justina virgine), bei Vincent Bellov., Sp. Hist. 
12, 119 ff. (aus den Gesta Jnstinae) u. s. w. Dass Calderon den Stoff 
zu seinem £1 Magico Prodigioso dieser Legende entnahm, ist bekannt: 
Tgl. YaL Schmidt im Anzeigeblatt der Wiener Jahrb. 18, 36 ff. 

Ueber das oben, gleich darauf erwähnte Anferwecken von Todten 
durch Zauberei vgL Delrius L n. qu. 28 (quomodo possit daemon se 
oorporeis oculis, qunm sit inoorporeus, praebere) p. 344 — 347 und qu. 29 
(An diabolus possit facere, ut homo vere resurgat) p. 355 — 356*), Cal- 
met 2, 141, Lercheimers Bedenken u. s. w. in Scheible's Kloster 5, 310 ff. 
u. 8. w. Einzelne Geschichten auch bei Lenglet-Dufresnoy Y. I. P. 2 
p. 69 ff., 8pec. Hut. 7, 101, Alberic. Frium. Font ad a. lOöö (2, 85 ff.) u. s. w. 

Anm. 14. (S. 9.) 

Diese Stelle von den Worten „Tempore Jacob** bis „Pallante 
gigante quem interfecit** ist aus Com. Genes, c 30. Dieser Biese 
Pallas ist nicht mit Evanders Sohne gleichen Namens zu verwechseln, 
der aber auch eine ungewöhnliche Grösse (daher Pallas gigas bei Felix 
Fabr. 3, 54) besessen, und dessen Grab man im Mittelalter gefionden haben 
sollte ; s. Jacob Grimm, Ueb, d. Verbrennen der Leichen S. 19 Anm., zu 
dessen Nachweisungen ich noch füge Willielm. Malmesb. 2, 13 p. 86 
ed. Savile, und nach diesem Vincent. Bellov. Spee, Hist. 2^ 34, femer 
Helinand bei Alf. Tossat. ad Grenes. c. V pag. 118, nach welchem sein 
Grab schon um 800 nach Christi soll gefunden worden sein. Solche 
Riesengräber will man, wie bekannt, oft und zwar besonders an Flusa- 
ufem angetroffen haben, daher es auch bei dem Anonym, de Monatris 
c. 57. (Berger de Xivrey p. 189) von den Riesen heisst: ,,quorum ossa 
in littoribus et in terrarum latebris ad indidum vastae quantitatis 
eorum saepe comperta leguntur**; vgL auch Facellus de Rebus Sictdis 
Dec. L L. I. c. 6, wo eine Menge Beispiele von solchen selbst zu seiner 
Zeit gefundenen vorgeblichen Riesengräbem angeführt werden. So 
sollten auch im vorigen Jahrhundert die Gebeine des Königs Teutobod 
entdeckt worden sein; allein sie erwiesen sich später (1835) als Knochen 



dort Angeführten füge ich noch Paul Waraerried Üb. de epue. Mett^u. (PerU Mon, % 264), 
Vincent Bellov. Spee. Hut. 17, 25 (aus der viia MauriHi epite. Andegav.)^ Baader BadUeke 
Sagen No. 405, Müllenhoff Sagen am Sc&le*io. - HoUlein zu No. 178. Kuhn und Schwarz No. 347. 
so Yixe die Legende toq Simon dem Bastard in Wok Stephanowitsch SerkUdien Lieder». £ad< 
lieh gehört ausser Tendlaa No. 19 auch noch 1001. NacJU (Nacht 495) 11, 195 ff. Breslau, 
so wie der Ring aus Sakonlala hierher. Noch will ich bemerken, dass der Ausspruch des 
Amasis, man mttsse den zu Glücklichen meiden, um nicht mit ihm zugleich ins Ver- 
derben gerissen zu werden, dem H. Ambrosins zugeschrieben, so wie von diesem auch in 
praktische Anwendung gebracht wird in der Leg, Aur. c. 57 (de S. Ambroe ) §. 5 p. 253 ff. 
ed. Grasse. 

*) An leUterer Stelle giebt er die von Wolf iV. S. No. 264 mitgetheilte Sage. Die von 
letzterm aus Boaistuau nach Peueer angefQhrte Geschichte findet sich in Peneeri Commeni. 
de praeeip. divinat. gmerib. p. 11. 



Axunerknng 14. 79 

4 

eines Mastodon, und Gleiches wird sich wohl von allen diesen soge- 
nannten Biesengebeinen annehmen lassen, s. Berger de X. L c. Schliess- 
lich will ich hier noch ein sich gleichfalls auf ein Biesengrab bezie- 
hendes Brachstück aus Maerlants, bis jetzt nur in einzelnen Fragmenten 
gedniektem Gedicht „Der Natueren Bloeme'* folgen lassen, welches mir 
vom Prof. Bormans, der die Herausgabe des Ganzen beabsichtigt, in- 
zwischen freundlichst nach einer Handschrifit aus der Mitte des XIV. 
Jahrhunderts mitgetheilt worden ist 

„Alsoe alsmens licieken vint, 

Sone twivelwys twint, 

£n was menech starc gjgant 

Wilen eer int ditsce lant. 

Daer was een die heet Teutaen, 

Daer dutsce lant af heeft ontfaen 

Sinen name, en hout noch heden. 

Syn graf steet tere steden 

Bider Denouwen sekerlike, 

Bider Weinen in Oestrike, 

Twee milen aldar beneven, 

In een dorp, het sent Steven, 

Leit hi negen cubitus lanc; 

Die daertoe doet sinen ganc, 

Hi Tint daer beenre op desen dach 

Meer dan men geloven mach. 

Thersenbecken leget daer: 

Bruder Albrecht seit vor waer, 

Name een man, die proven begeerde, 

Tusscen appel en holte ij. sweerde, 

Dat een op, dat ander neder, 

Hi mochtse keren vordt en weder 

Alombe int hersenbecken binnen. 

Sine tanden, secgen diese kinnen, 

Die syn mee dan. ij. palmen breet enz.'' 

Prof. Bormans fugt zu dieser Stelle Maerlants die Bemerkung hinzu, 
dass sie sich nicht bei Thomas Cantipratanus de Natura rerum findet 
und er sie auch nicht bei Albertus Magnus de Animalibus angetroffen 
habe*). YgL auch noch B.'s Abhandlung: „Thomas de Cantimpr^ in- 
diqn^ comme une des sources oü Albert -le- Grand et surtout Maerlant 
ont ptiisö les mat^auz de leurs Berits sur lliistoire naturelle^ in dem 
ToL 19 der Bulletins de TAcad. Boy. de Beigigue. 



*) Da jedoch Vaerncwyk Buiorie van Belgi* 1. 1 c. 41 g^anz dieselben Nachrichten in 
Betreff des Thetttanus und seiner GrabstStte wiederholt und dafür Albertus ausdrücklich 
&ls seinen Gewährsmann anführt, so ninthmasse ich, dass sich die bezügliche Stelle des 
Albertos in einer andern von dessen zahlreichen Schriften befinden mag. 



80 AnmerkoDg 15. 16. 

Anm. 15. (S. 9.) 

Von einer Stadt Belgis hat kein alter Autor etwas berichtet; die 
Sagengeschichte des Mittelalters scheint jedoch drei Städte dieses 
Namens gekannt und unterschieden zu haben. Marcus von Waemewyk 
aus Gent, der, wie er selbst am Schlüsse des Werks sagt, seine Historie 
van Belgia of Kronyke der Nederkmdsehe Oudheyd im Jahre 1565 be- 
endet und darin mancherlei Sagen zusammengetragen hat (von denen 
J. W. Wolf mehre zu An&ng seiner l^^ederländischen Sagen mittheilt) 
sagt nämlich (B. 11 c7), die berühmteste d^ genannten drei sei Bei- 
gis Togata oder Armata, gewöhnlich aber nur Belgis schlechthin, 
genannt worden, und von eben dieser handelt seih Buch vorzugsweise. 
Sie soll von dem Phrygier Bavo im Jahre 4046 nach Erschafiung der 
Welt gegründet, später auch Octonia genannt (II, 5) und durch Cäsar 
verbrannt worden sein (IQ, 14). Nach der Meinung Einiger lag sie am 
Dender an der Gränze von Hennegau, oder in Hennegau selbst, wo 
jetzt Bavay steht (HI, 6), nach Andern jedoch lag sie vier Meilen süd- 
lich von Gent zwischen Audenaerde und Aekt, an der Stelle wo in 
nachheriger Zeit die zu Anfang des 11. Jahrhunderts von den Gentem 
gleichfalls zerstörte Stadt Lothryk stand, jetzt sich aber das Städtchen 
Yelsike befindet (H, 7, 8. lY, ii, 45). Diese Stadt^ Belgis hat indess 
gewiss nie existirt und verdankt, wie ich vermuthe, ihr Dasein einer 
missverstandenen Stelle des Isidor, der in den Origg, 14, 4 sagt : „Belgis 
autem est civitas Galliae, a quaBelgica provincia dicta est.** Belgis ist 
hier dativ. plur. von Belga. Oder spricht er wirklich von einer Stadt 
Belgis? 

Das zweite Belgis, beigenannt Comata, soll ein späterer Bei- 
name Tri er 's gewesen sein, den diese Stadt von dem fabelhaften Herzog 
Beigion, einem Sohn des siebenten Königs von Belgis, Namens Brune- 
huldis, empfangen. Das dritte Belgis endlich, mit dem Beinamen 
Gallica (Waekch Belgis) von dem Bruder Beigions, Aganippns, er- 
baut, heisse jetzt Bellovacum (Beauvais) H, 7. 

Dies letztere Belgis Gallica also wird, wie es scheint, hier von 
Gervas. gemeint, in welchem Falle jedoch statt des folgenden „de quo 
dicitur** vielleicht „de qua" zu schreiben und in dem Verse der Namen 
Belga. für eine andere Form von Belgis zu nehmen ist. Ohne diese 
Aenderung bleibt die Stelle undeutlich. 

Anm. 16. (S. 9.) 

Aus Galfr. Monom. 1, 16. Ueber den Ursprung der Biesen in 
Britannien berichtet W. Scott zu Sir Tristrem, Fytte HI, st. 17 Fol- 
gendes : „ A certain king of Greece had twenty daughters, married to 
princes and men of rank. It so feil out that all the sisters took a 
fancy to murder their husbands, and were only prevented by the 
youngest giving Information of the plot. The worthy king, much scan- 
dalized, banished all his daughters to Britain, a desert isle, which 
then first received the name of Albion, from Albin, the eldest of the 



Anmerkung 16. 81 

fair convicts. Here the female colonists found themselves bo much at 
ease, that they only longed for a little flirtation. The devil, the ear- 
liest gallant of antiquity, waa re^dy to indulge them: 

„The fende of helle, that foule wight, 
Amonges hem al ther alight, 
And engenderd ther on them 
Geauntes that were strong men; 
And of hem come the geauntes stronge, 
That were begeten in this lond." 

Chronicle of (ke hinge of England, 

These giants were eztirpated by Brutus and his foUowers. But the 
cavems which this mighty tribe of Anak had hewn „without 
wongh'' (i. e. fatigue) are still shown in Tarious parts o/ the Island, 
particularly in Comwall and Devonshire. See Borlase's Comwall 
p. 292.« Vgl. auch noch D. M. 498. K. M. 3, 396 flF. Nicht alle bri- 
tannischen Biesen jedoch wurden, wie hier bei Gerv. und bei Galfr. 
Mon. 1. c. erzählt wird, ausgerottet, sondern die meisten flüchteten übers 
Meer nach Holland, wo sie sich niederliessen. Wolf N. S. No. 25. 

In Betreff der zu Ende dieses Capitels erwähnten Chorea gigan- 
tum s. Galfr. Mon. 8, 10 — 12. Es ist das bekannte Stonehenge; s. 
ebendas. 11, 4 cf. 8, 16. 24. D, M, 518. Die Nachricht, dass diese 
Steine, wie der daselbst von Grimm angei^ihrte Girald Cambr. *) 
sagt, ab ultimis Africae gekommen seien, findet sich früher 
schon bei Galfr. Mon. 8, 11, aus welchem Giraldus sie entnommen. 
Damit steht sicherlich in Verbindung der König Gormund aus Afrika, 
den Galfred 11, 8 erwähnt und dies ist wiederum der König Gormund 
ffgeboren von Afrika" in Gottfrieds Tristan (5965 ff. v.d. Hagen); 
vgl. Philippe Mousk^s v. 14109—14234 und dazu Beiffenberg vol. II, 
p. Vn ff. Von diesem Gormund müssen übrigens noch mehr Sagen 
umgegangen sein; so erwähnt z. B. Girald. Cambr. Top. Hib, 3, 39, 
und Camden in seiner Britannictj da wo er von Circester spricht, die 
Sage von der Anzündung dieser Stadt durch den sie belagernden 
Gonnund vermittels Sperlinge**); femer erzählt eine (spätere) nor- 
dische Sage von einem göttlich gefeierten Godmundr, in dessen im 
Osten, nicht weit von Indien belegenen Beiche das Land Odäinsakr 
gelegen haben soll; s. oben Anm. 6. vgL Müller JSagabibL 3, 247 ff. 



*»\ 



*) Die gemeinte Stelle findet sich in des Ginldus Topogr, Hib. % 18. 

*) Also eine Art spintnrnices, a-ves incendiariae Plin. 10, 13 (17). Vgl. auch Mass- 
mann KaUer Friedrich im Kiffkäwer S. 12. Rigordua Gesta Phil. Aug. bei Bouquct Ätf- 
ciuil XVII, 41 und Saxo Grammat 1. 1, p. 12. (die Sage von Hading's List gegen Handuvan) 
vgl. 1. IV. p. 67 (wo Friedlef auf dieselbe Weise Dublin erobert). Eine fihnliche Sage 
wird aneh in Betreff der Stadt Saatz in Böhmen berichtet. S. Pierer Umvertai- Lexikon 
3te Aosg. 8. -V. Sanis. Obige Sage des Giraldus fehlt übrigens bei Galfred, der 11, 8 bloss 
>Ht: .capto tandem praedicta civitote et succensa", findet sich dagegen im Roman du Brui, 
*■ Danlo|>, Anm. 273a, und bei Tytylio; s. San Marte 1. c. S. 568. 

Gerrasü TUb. otia imp. 6 



g2 Amnerkiing 16. 

Andere Nächrichten üher diesen König werden sich vielleicht noch ent- 
decken lassen. Vgl. San Marte Gott/r, v, Monmouth S. 440. 4il f. 
Grässe La. Gesch. U, 3, 379. 

Noch moss ich bemerken, dass weder Galfred noch Giraldos Cam- 
brensis den eigentlichen Ursprung der Bezeichnung Jener Steine als 
Chorea gigantum mittheilen, und es müssen also noch andere Sagen 
über dieselben vorhanden gewesen sein, ähnlich denen an andern Or- 
ten, von welchen D, M. 518 ff. spricht, und wie es auch mit Bezug 
auf eine ähnliche Steingruppe in Ozfordshire in Camden's Brüamnia 
heisst: „In Isidem Evenlode fluviolus emittitur, e Cottiswoldia etiam 
prolapsus, qui in ipso agri limite, non longe a ripa antiquum monu- 
mentum relinquit, vastos scilicet lapides in orbem dispositos, quos Rol- 
lerich stones vulgus appeUat, hominesque olim fhisse, qui in saxa 
stnpenda metamorphosi riguerunt, somniat^ *}. 



*) Diese hier in dem Worte Rollerich Torkommende Endung rieh erinnert mieh an die 
«ndere ritch, dritch, trnsh in dem nordenglischen and schottischen elriteh, eldritch, 
obtrashf), welche beide Formen auch in ihrer Bedeutung' genau Übereinkommen mit dem 
deutschen ölperisch, ölpetrfitsch und ähnlichen, welche D. M. 412 angeführt werden 
und bei denen sieh also die jenen englisch - schottischen entsprechende Endung risch oder 
trfitsch gleichfaUs findet. Wenn nun, wie fast nicht zu zweifeln, diese ganze Reihe von 
Adjektiven von den Substantiven alp, olp, elf abzuleiten ist, so ist das d und i in die 
deutschen und englisch - schottischen Adjektive nur durch verhärtete Aussprache gekom- 
men; daher olperisch und elritch die iltem Formen sind und neben obtrush auch 
eine Form obrush, so wie früher elfritch und olbrush (wie Eiden wahrsch. = El- 
fin; 8. Anm. 44) bestanden haben müssen; und wenn, wie ich überzeugt bin, die Strasse 
zwischen Deping und Spalding in Lincolnshire, welche Elricherode hiess, nicht erst von 
dem Abt Egelricus, der sie anlegen Hess, ihren Namen erhielt, (s. Ingulphi Hut. Croyl. 
p. 897. Savile) sondern diese Strecke schon vorher genannten Namen führte (und um so 
pMseAder, da sie in dichten Wäldern und zwischen tiefen Sümpfen lag), so hätten wir hier 
Httch die Form elrich; zugleich aber auch einen in England liegenden Schratweg; Tgl. 
J>. M. 476 tt). 

Auch für olp'ern (Z). .V. 412) giebt es ein entsprechendes englisches ouphen von dem 
ebend. 411 angeführten ouphe, welches ich für das nämliche Wort halte, wie die ^»atere 
Ableitungssylbe olf, ^die gleich olt für ungeheure geisterhafte Wesen dient", D. M. 
721 ff., aber ohne Zweifel ursprünglich ein Substantiv war, und identisch mit Wolf, 
dem unheimlichen, zauberkräftigen Thiere, dessen Namen sogar man sich auszusprechen 
scheute. Vgl. Grimm D. Gr. 2. 230 ff. Reinhart Fvch* XXXVH. LIII ff. 

Was ferner den ersten Theil des Wortes Hollerich betriflft, also Rolle, sollte da 
nicht ein T davor abgefallen sein und es ursprüngUdi Troll gelautet haben? Die Sache 
selbst würde sich sehr gut fügen; die nordische Mythologie ist voll von in Stein gesprun- 

t) In Yorkshire giebt es einen von Kobolden heimgesuchten conischen Steinhügel, 
der Obtrush Roque (i. e. rock) genannt wird; s. lAtterary Gazette, March 1853 
p. 224. Ueber elritch, eldritch (auch Elriche, Elridge, Eldridge geschrie- 
ben) s. die alte Ballade Sir Cautine in Percy's Retigue» und vgl. das Glossar dazu s.v. 
Eldridge; die Form Elricke findet sich in Danbar 's Golden Terge: 
„Thair was Pluto that elricke incubus 
In cloke of grene, bis court usit in sable." 

ft) Ebendas. S. 447 wird scrat als ein englisches Wort angeführt, jedoch nur in 
der Bedeutung hermapbroditus; in der Mundart von Craven bedeutet es aber, ub- 
serm deutschen Wort mehr entsprechend, in der Redensart Old Scrat den Teufel. 
S. Tke diaUet of Craven in tke We^t-Riding of tie eounly of York eto. 2d ed. Looii 
1828. 11. 8. s. v. Scrat. 



Anmerkung 17. 18. gg 

Anm. 17. (S. 9.) 

S. Pseudokallisthenes 3, 26, 29, vgl. auch Grässe 2, 3, 449. Görres 
VoVaib. S. 61. Deutsche Vierteljahreitschrift 1854 zweites Heft S. 250 ff. 
Die Erbauung der hier gemeinten Mauer von Derbent wird aber auch 
nach orientalischen Sagen einem altem Alexander zugeschrieben; s. 
Grässe S. 436*). Nach spätem Chronisten Hess Kaiser Heraklius die 
eingesperrten Völker Gogs und Magogs wieder heraus (wodurch er also 
dem Satan Vorgriff; Offenb. Joh. 20, 8.), um mit ihrer Hilfe gegen die 
Agarener (Perser) Krieg zu führen, was ihm aber kein Heil brachte; 
denn trotz ihrem Beistande besiegt, starb er aus Gram hierüber. Otto 
von Preisingen 5, 9. Gottfried von Viterbo P. 16 p. 423. 

Die von Gervasius gemeinte Stelle des Hesekiel ist wahrscheinlich 
39, 17, wo jedoch keinieswegs Gog als Menschenfresser geschildert ist. 

Anm. 18. (S. 10.) 

üeber die Albanier, ihre Abstammung u. s. w. s. Plin. 7, 2. cf. 
Strabo p. 503. Es sind die heutigen Georgier, die auch Zuirianer 
genannt werden (nach MiUer's Index geogr, zum Plin. s. v. Alb an i in 
seiner Ausg. Berlin 1766. vol. 4. p. 66). Ich denke bei letzterer Be- 
nennung an die spanischen zahorfs, von denen man erzählt, dass sie 
alle verborgenen, sogar unter der Erde befindlichen Dinge sehen kön- 
nen**) (ausser wenn letztere mit einem blauen Tuche bedeckt sind), 
womit ich wieder die Nachricht des Ant. Diogenes c. 4 (ed. Passow^ 
od. Phot p. 209 ed. Becker) in Verbindung bringe, welcher meldet, 
dass die Bewohner einer Stadt in Iberien bei Nacht sähen, bei Tage 
aber nicht. Er meint mit Iberien wahrscheinlich Spanien, da er gleich 
nachher die Kelten nennt. Es mag aber vielleicht schon ini frühesten 
Alterthum eine Sage von den wunderbaren Sehkräften der Iberier um- 
gegangen und dieselbe wegen der Namensähnlichkeit bald auf die spa- 



genen Trollen f) and die Benennung in England könnte nordischen (dfinischen) Ursprungs 
sein; die Bedeutung des ganzen Wortes Rollerich aber -wäre dann riesisch giganteus. 
Endlich will ich noch die Frage aufwerfen, ob der Name des bekannten kleinen Fisch- 
chens Ellritze vielleicht ursprünglich £Ib ritze gelautet habe und demselben wegen 
seiner zarten Gestalt und bunten Farben mag gegeben worden sein. Er bedeutete dann 
gerade so viel wie ölperisch und eldritch und hätte nur die sanftere Form bewahrt. 

f) Hierbei will ich auf die interessante Sage aufmerksam machen, welche Pietro 
Martire (Petrus Martyr) in seinen de orbe novo deeadei^ dec. 1 I. 9 mittheilt, dass n&m- 
Uch nach dem Glauben der Ureinwohner auf Hispaniola die ersten Menschen aus einer 
Höhle hervorkamen, welche bis dahin jede Nacht von einem Manne Namens Macho- 
chael bewacht wurde. Dieser ging jedoch einst um sich umzusehen weiter, da über- 
raschte ihn die aufgehende Sonne und verwandelte ihn in einen Stein. 

*) Eine andere Schrift: f,De9 Mar Ycqüb Gedioki über den gläubigen König Alektan- 
drui md iber da* Tkoty dag er maekie gegen Ogüg und Mogüg. Ein Beitrag zur Ge- 
tekichte der Alexandertage im Orient. Berlin 1862. 8. (35 S.)" kenne ich nur dem Titel nach. 

**) Diese Eigenschaft soll nach muhamedanischem Glauben auch der Wiedehopf be- 
siben. Weil S. 228. Vgl. auch die Sage vom Erdspiegel bei Baader Badigßke Sagen 
No. 351. 39«. Kuhn und Schwarz No. 221, 3. 

6* 



S4 Amnerkung 18. 

nischen, bald auf die kaukasischen, und von letztem wieder auf ilu^ 
Nachbaren, die Albanier, übertragen worden sein. 

In Betreff der oben im Text gleich nachher erwähnten Hyperbo- 
reer und ihrer Sitte, sich, alt geworden, von einem Felsen zu stürzen, 
s. Plin. 4, 12 (26). Mela 3, 5. und vergleiche damit die altnordische^ 
s. Grimm BechtsctU. 486 ff. 972. Hiermit hängt genau die andere Sitte 
zusammen, alte Leute, selbst Eltern, oder auch aufgegebene Kranke 
zu tödten, welche bei mehren Völkern herrschte, und ohne Zweifel 
gleichfalls auf jenem Glauben beruhte, dass nämlich ein gewaltsamer 
Tod ehrenvoller und rascher sei als ein natürlicher; so tödteten und 
assen einige indische Völkerschaften ihre Eltern und Todsiechen, 
Mela 3) 7*), und diese meint auch Gervas. 1. H, c 3, p. 912, wo er 
jedoch irrthümlich die thrazischen und wahrscheinlich skythischen 
Triballer**) des Aristoteles (cf. Topica H, 11) nach Indien versetzt, 
weil nämlich bei ihnen eine gleiche Sitte herrschte*, ebenso aber auch 
bei den Skythen, so z.B. sagt Hieronymus coTitra Javinianuml.2. c. 6. 
(im Ganzen nach Eusebius Praep, Evang, 1, 3.): „Massagetae ***) et 
Derbicesf) miserrimos putant qui aegrotatione moriuntur et parentes, 
cognatos propinquosque cum ad senectam venerint, jugulatos devorant, 
rectius esse dicentes, ut a se potius, quam a vermibus absumantur. 
Tibareni senes, quos delexerunt, suspendunt in patibnlo. Hyrcaniff) 
volucribus et canibus semivivos projiciunt, Caspii fff) iisdem bestiis 



*) So wahrscheinlich die Kalatier s. Herod. 3, 38, der jedoch nur vom Essen spricht; 
dahingegen meldet ein Reisender aus dem Anfang des 16. Jahrh. unter anderm in Beireff 
der Insel Java: „Les habitants sont tellement barbares, que quand leurs parents deviennent 
trop vieux pour poavoir travailler ou tombent dans qnelque maladie dangereuse, ils les 
tuent pour se nourrir de leor cbair." S. Magann PiUoresqve Paris 1843 p. 331b; und schon 
früher erzählte Maundeville (c. 18. Early Traoelt p. 226), dass die Einwohner einer von 
ihm nicht näher bezeichneten Insel im indischen Ocean ihre kranken Freunde von eigens 
dazu gezogenen Hunden erwürgen Hessen und sie dann verzehrten (vgl. in Betreff der 
Hunde die oben aus Hieronymus angeführte Stelle); und von den Bewohnern einer andern 
indischen Insel berichtet er, dass dort die unheilbar Kranken von ihren Söhnen und Wei- 
bern erstidct und die Leichname dann in einem feierlichen Mal von allen dazu geladenen 
Freunden geschmaust wurden (c. 19. p. 228). Vgl. Marco Poloi Buch III. c. 14, wonach mit 
letzterer Lokalitat das Königreich Dragoian auf Sumatra gemeint wäre. 

**) Eine seltsame Verwechslung dieser Triballer mit der Burg Trief eis, auf 
welcher Richard Löwenherz eine Zeit lang gefangen gehalten wurde, findet sich bei 
Matthäus Paris ad a. 1193, wo er sagt: »Ut Regem [sc. Richardum] ad immoderatam 
redemptionis pecuniae impelleret qnantitatem, retrudi euin praecepit [sc Heoricos] in 
Triballis, a quo carcere nullus ante dies istos exivit, qui ibidem intravit; de quo Aristo- 
teles libro quinto: „Bonuni est mactare patrem in Triballts"; et alibi: 

„Sunt loca, sunt gentes, quibus est mactare parentes." 
Das heisst der deutschen Reichsveste ein sehr hohes Alter zuschreiben, wenn schon Ari- 
stoteles von ihr gesprochen haben soll! 

JAva sieht übrigens, dass die beiden von Matthäus citirten Stellen die nämlichen sind, 
welche auch Gervasius 1 c. anfährt, letzterer jedoch auf nicht so lächerliche Weise. 

•••) Cf. Herod. 1, 216. 
t) Cf. Strabo p. 520. 
tt) Cf. Cic. Tuseul. 1, 45. 
ttt) Cf. Strabo 1. c. 



Anmerkung 18. g^ 

mortuofl. Scytiiae eos, qui a defunctis amati sunt, vivos infodiunt cum 
ossibuB mortuorom. Bactri*) canibuB ad hoc nutritis subjiciunt senes; 
quod cum Aiezandri ^raefectuB Nicanor emendare ToluisBety pene ami- 
dt provinciam;** und Lncian de luctu c. 21 von den mannigfachen 
Arten, die Todten zu begraben sprechend, sagt ganz allgemein: „6 S^ 2x6- 
9t)c xsTtolKtc.^ Nach AgatharchideB (bei PhotiuB Biblioth, p. 454i> ed. 
Becker) wurden bei den Troglodyten am rothen Meere die Greise und 
die durch langirierige Krankheiten oder sonst zur Arbeit untauglichen 
mit Ochsenschwänzen erwürgt. 

Von einigen britannischen Völkern erzählt Strabo p. 201, dass sie 
ibre yerstorbenen Vater verzehrten, und später Vincentius Bellovacen- 
sis S^ec. Hißt, 31, 11 nach Joannes de Plancarpio das Nämliche von 
einem mittelasiatischen (skythischen?) Volke. „Dum autem exercitus 
ille Mongolorum rediret, venit ad terram Burithabeth, cujus habitatores 
pagani sunt et hos Tartari beUo vioerunt. Hi consuetudinem habent 
mirabilem, immo potius miserabilem; cum enim alicujus pater humanae 
naturae solvit debitum, congregat parentelam et comedunt eum.** 

Dass die Sardinier ihre alten Väter mit Keulen todtschlngen, dann 
aber begruben, berichtet Aelian. V, H. ^ 1 und dass die Heruler ihre 
Alten und Kranken, so wie die Thüringer die Todsiechen ums Leben 
brachten, fuhrt Grimm lieber das Verbrennen der Leichen S. 26. 40 
an; vgl. dens. in Haupt's Zeüschr, ö, 72 ff. v. d. Hagen Ges. abewt, 2 
S. LXIV ff. Auch von den Slaven berichtet Krantz Vandalia 7, 49, 
dass bei ihnen „vetuli parentes a filiis mactantur et senes jam laboris 
inutiles ad mortem urgentur;** vgl. KoU&r Slatoa Bohyn^ p. 19ö ff. 
Hanusch Wisaensch, des slaio. Mythus S. 144 ff. S. auch Itechtsalterth. 
488. Ja, bei den Wenden, nördlich von Salzwedel, „soll es noch um 
das 16. Jahrhundert Sitte gewesen sein, ihre alten Väter, wenn sie 
zur Arbeit untüchtig wurden, mit besondern Ceremonien zu tödten." 
Kuhn Mark, Sagen S. 335. S. auch Schott Walachische Märchen 
No. 12. 

Wahrscheinlich ist es aber, dass die Sitte, die Greise zu tödten, 
noch weiter verbreitet war und z. B. in den altem Zeiten nicht nur 
bei einigen Griechenstämmen (so auf der Keos s. Ael. Var. Hist, 3, 
37. Strabo p. 486), sondern auch bei den Römern bestanden haben 
mag, nur dass man sie bei letzteren von einer Brücke stürzte, was zu- 
gleich als Opfer muthmasslich für den Flussgott gelten mochte. Dafür 
zeugt Varro bei Non. Marcell. 86, 20 ganz deutlich, welcher sagt: 
»More majorum casnares arripiunt et de ponte in Tiberim detur- 
bant;^ femer die Redensart sexagenarios de ponte id. ib. 523, 
21, Fest. p. 334&, 16, ed. MülL, so wie auch der Umstand, dass eben 
dieser Sitte wegen depontanus kurzweg einen Greis bedeutet ; P. Diac. 
P> 75, 7, wofür man dann später die Quirites straminei, simu- 
lacra scirpea (d. i. Argei) vom pons sublicius durch Priester in die 



•) Cf. Strabo p. 617. 



g6 Anmerkung 19. 

Tiber werfen liesa. Ov. Fast, 5, 620 ff. cf. Varro de L, L. 7, 3. §. 44. 
Macrob. Sat, 1, 11 b. f. und vgl. biermit die merkwürdige Nachricht 
von den Zigeunern D. S. 2, 380 (No. 448b. Anm.); BechtsaUerth, 487 ff. 
Ja es fragt sich, ob die an dieser Stelle des Macrobius genannten 
oscilla*) sich nicht ursprünglich auch auf ein Opfern von Greisen 
bezog, welche aber nicht ertränkt, sondern gehängt wurden. Dass 
nämlich diese Figürchen anfänglich Greise vorstellen sollten, vermuthe 
ich daraus, dass sie dem Dis, wie zuvor wahrscheinlich die alten Leute, 
geopfert wurden, als welchem letztere eigentlich schon angehören^; 
wenn aber, wie ich fast glaube, das später zwiefache dem Dis und Sa- 
turn dargebrachte Opfer (s. Macrob. L c) anfänglich nur ein einziges, 
letzterem altitalischen Grott dargebrachtes war***), so lasst sich ein 
Darbringen von Greisen dem Greise um so leichter annehmen. Uebri« 
gens wurde die Abschaffung beider durch die Argei und o sei IIa 
dargestellten Menschenopfer dem Herkules zugeschrieben, s. Ovid, Fe- 
stus und Macrobius 1. c. Dass aber die Greise bei letzterem Opfer 
gehenkt wurden, vermuthe ich aus der gleichen Darbringungsart der 
o Scilla als Bakchusopfer (Yirg. Creorg, 2, 389, gleich den effigies 
Maniae suspensae bei Macrob. 1, 7 s. f. auch ein früheres Men- 
schenopfer) und aus dem, was von andern Völkern berichtet wird; so 
das in der oben angeführten Stelle aus Hieronym. contra Jovin. in 
Betreff der Tibarener Erzählte; vgL auch hier den Anhang II, B Die 
Sage vom Mäusethurm. 

Was sonst von Erklärungen über den Ursprung der oben beige- 
brachten lateinischen Bedensarten mitgetheilt wird, möchte demnach, 
wie so oft, spätere Erfindung der Unkunde oder vielmehr Beschöni- 
gung sein. Vgl. die Interpreten zu allen oben angeführten SteUen der 
alten Autoren. 

Anm. 19. (S. 10.) 

Ueber den Koloss des Nero hatte sich im Mittelalter folgende 



*) Dass OS eil 1 um auch ein an einer Stange aufgestecktes Haupt eines Opferthicres be- 
deutete (s. Philargyrins zu Virg. Georg. 2, 3S9: „Videtur Virgillos opinionem eoram sequi, 
qai in honorem Liberi patris putant oscilla suspendi, quod ejus sit pendulus fmctus. Oscilla 
autem dicta sive quoniam capita et ora hostiarum in suoimis perticis figebaatur sive quia 
hunc lusum Osci dicuntur frequenter exercuisse et per Italiam sparsisse") bemerke ich zur 
Bestätigung von Grimm's Vermuthung D. M. 68. 

**) Sie stehen schon mit einem Fusse im Grabe, sie gehen auf der Grube, sie heisseo 
senes capulares, silicernia, T0|Jiß0Y£p0VTec. Auch die nordischen Völker opferten 
Greise. So schlägt in Island der Priester Liot zur Beseitigung eines harten Winters vor, 
num solle geloben, „dem Tempel Geld zu geben, Kinder auszusetzen und Greise xu töd- 
ten", wie in der Viga Skutus oder Reikdaela Saga (ans dem 10. Jahrh.) erzSUt irird. 
S. Müller SagabiU. 1, 264. 

***) Bestand überhaupt jemals ein zweifaches? Macrob. 1. c. sagt: „ex illo traditam ut 
. . . sigilla homines pro se atque suis piaculura proDite Satnrno facerent." Zu seiner 
Zeit wenigstens scheint man also dem Dis nicht mehr, wenn überhaupt je, geopfert zu 
haben. Vgl. Ovid. 1. c. 



Anmeikimg 20. 87 

Sage gebildet^ die ich für mittlieiliiiigswerüi halte: „Colossus homo 
monstruosuB fuit, quem occisum Tyberis fluvius cooperire non potuit; 
ipsumque mare per multa spatia rubro Banguine infecit, ut Adelinus 
dicit; cujus etiam templum et statua Bomae facta est, quae ab ejus 
nomine Colossus dicitur.^ Spec. NaJt. 31, 125. nach dem Liher de na- 
tura rerum des Thomas von Cantimpr^. 

Anm. 20. (S. 10.) 

Diese zwei Verse sollen zur Zeit der Abfassung der MirabÜia Ur- 
hia Momae, aus welchen Gervas. seine ganze Beschreibung Borns ent- 
lieh, an dem Obeliscus Yaticanus zu lesen gewesen sein; s. Grässe- 
Beitr, S. 15. Ich finde sie aber auch als Anfang der von Willielm. 
Malmesb. 2, 12 p. 79 vollständig mitgetheilten Grabschrift Kaiser Hein- 
rich*s m. zu Speier. Ob nun zu dieser jene zwei Verse benutzt, oder 
letztere aus der Grabschrift des Kaisers entliehen wurden, bin ich jetzt 
nicht im Stande zu sagen. S. auch Massmann zur Kaiserchr. 3, 536 S, 

Den in jenen zwei Zeilen enthaltenen Gedanken selbst anlangend, 
80 ist derselbe von so offenkundiger ergreifender Wahrheit, dass er 
mehr als einmal wiederholt worden ist. So sagt schon Plin. H. N, 
2, 68. in der schönen Stelle, deren Schluss allein ich hier der Kürze 
wegen anführe: „Mutuis caedibus laxiorem facimus terram; et ut pu- 
blicos gentium fiirores transeam, haec, in qua conterminos pellimus, 
fortoque vicini cespitem nostro solo adfodimus; ut qui latissime rura 
metatus fuerit, ultraque fines exegerit adcolas, quota terrarum parte 
gandeat? vel quum ad mensuram avaritiae suae propagaverit, quam 
tandem portionem ejus defunctus obtineat?"; so heisst es 
femer in dem letzten Cap. §. 6. der Hist Alex. Magni de preliia nach 
dessen Tode: „heri totus non sufüciebat ei mundus; hodie quatuor 
solae telae sufficiunt ei ulnae;" was fast wörtlich in öieDiscipL 
Cleric. c. 38. (und aus dieser in den Dyal, creatur, cap. 122.), so wie 
in die Gest, Roman, c 31. und muthmasslich auch in die Alexandreia 
Gautier's von Chatillon übergegangen ist, aus welcher letzteren, wahr- 
Bcheinlich diese Sentenz aufgenommen wurde in den Roman, d^ÄleoMindre 
(p. 525. V. 36. ed. Michelant): 

„Com as sor poi de tiere, com est petis tes lis.** 

und in Lamprecht's Alexander v. 6924 ff.: 

„niwit mer er behilt 

allis des er ie beranc, 

wene erden siben vuoze lanc 

also der armiste man 

der in die weit ie bequam." 

Andere mhd. Dichter nennen den Sarg „das Haus von siebeit 
Füssen«; so Vridaüc v. 3996. M, S, 1, 98b; g. Grimm JB. A. 213. 



gg Anmerkung 21. 

Die Grabschrift Heinrich'B n. von England lautete nach M&t- 
thaeuB Paris ad a, 1188. (p. 203): 

„Bex Henricus eram, mihi plurima regna subegi, 

Multiplicique modo duzque comesque fui. 
Cui satis ad votnm non essent omnia terrae 

Climata, terra modo sufficit octo pedum. 
Qui legis haec, pensa discrimina mortis, et in me 

Humanae spßculum conditionis habe. 
Sufficit hie tumalus, cui non suffecerat orbis.** 

Dem entsprechend sagt auch Ercilla in der Äraucana C. L st. 67. 
Yon den siegenden Spaniern: 

£1 felice suceso, la vitoria, 

La fama 7 possessiones que adquirian, 

Los trujo 4 tal soberbia 7 vana gloria, 

Que en mil leguas Diez hombres no cabian; 

Sin pasarles jamas por la memoria, 

Que en siete pies de tierra alfin havian 

De venir a caber sus hinchazones, 

Su gloria Yana 7 vanas pretensiones.'' 

Nach einer rabbinischen Sage endlich wirft Aschmedai dem König 
Salomon vier Ellen Erde vor die Füsse, und ruft: 

„vom Erdenrunde 
Bleibt dieses nur dem Manne da, 
Kommt seine letzte Stunde.'' 

S. Tendlau S. 204; die rabbinischen Quellen S. 328. 

Die vier Ellen, und sieben oder acht Fuss sind in diesen 
Stellen das nämliche Maass. 

Anm. 21. (S. 10.) 

Von dieser vorgeblichen Heilkraft der irischen Erde sind die 
Schriftsteller voll. Sie schrieb sich von dem h. Patricius her, s. Mone 
Gesch, d, H, 2, 481. Girald. Cambr. Topogr, Hib. 1, 23. Isid. Origg, 
14, 6. und Leg, Äurea c. 50. de S. Patricio, von denen jedoch letztere 
beide sie irrthümlich Schottland zuweisen. Auch jetzt sogar glauben 
noch manche an dieselbe und dehnen sie selbst auf Thiere aus, wie 
W. Scott in der hüroduction zu der MinatreUy bemerkt: .»The sup- 
posed influence of Irish earth in curing the poison of adders or other 
venomous reptiles . . . is extended by populär credulity to the natives, 
and even to the animals of Hibemia. A gentleman, bitten by some 
reptile, so as to occasion a great swelling, seriously assured the editor, 
that he ascribed bis eure to putting the affected finger into the mouth 
of an Irish mare." YgL Anm. 32. 

Eine gleiche Kraft wurde übrigens schon im Alterthum der Insel 



Anmerkimg 22. 89 

Thanatos (richtiger Tanatis, heutzutage Thanet, 8. Sahn, zu Solin. 
c. 22.) zugeschrieben, 8. Isid. Origg, 14^ 6. Solin. 1. c, so wie nicht 
minder der Insel Ebusus (jetzt Yyiza), während die der letztem he- 
nachharte Colubraria oder Ophiura 0^^ I^b Columbretes) 
gerade besonders viele Schlangen erzeugte und daher auch ihren Na- 
men erhielt. Mela. 2, 7. s. f. 

Anm. 22. (S. 11.) 

lieber Brandanus vgl. Grässe Lü, Gesch. 2, 2, 135 ff. Deutsche 
Vieridjahr8$chrtfl 1854 zweites Heft S. 242 ff. Seine Reisen gehören 
in den Kreis wunderbarer Fährten, die wirklich Statt gehabt haben 
sollen, wie die des Ulysses, Aeneas, der irischen Mönche bei Grottfried 
von Viterbo *), des Walewein (s. van den Bergh Proeve p. 102 ff.) 
U.B.W. und sind also zu unterscheiden von den blossen Visionen, in 
denen der Verzückte, Scheintodte u. s. w. Himmel, Hölle und Fegefeuer 
sieht, deren mehrere aufgezählt werden von Grösse 2, 2, 136 ff. vgL 
1195 ff. Dunlop Anm. 3d5* **). Das dort Angefahrte wird sich noch 
vennehren lassen ; so zum Beispiel gehört dazu des h. BonifEicius epis^. 
21. (in dessen Epistt. ed. Serrarii. Mogunt 1629), wo er die kurz vor- 
her Statt gehabte Vbion eines vom Tode wieder Auferstandenen be- 
schreibt, femer Beda Hiat. Ecclea. 5, 13, wo gleichfalls ein gegen Ende 
des 7. Jahrhunderts in Northumberland vom Tode wieder Auferstan- 
dener das von ihm gesehene Fegefeuer und Paradies schildert (eben 
80 wie der Pamphylier Er (^Hp) in Plato's Repitbl, 1. 10. p. 614 ff. und 
der Solenser Thespesios bei Plut. de aera man, vindicta c. 22); femer 
die Hist. Godeachalci (um 1188) wovon Capitelüberschriften und £x- 
cerpte bei Leibnitz Scr, Eer» Br. 1, 870 ff., so wie das Leven van 



*) p. 78 ff. cf. Acta SS. Juni 2, 184. Ueber den ia dieser merkwürdigen Leg^ende f) 
als Bekämpfer des Antichrist vorkommenden Elias s. D. M. 157—159. 772. Dass, wie dort 
gleichfalls erzählt wird, als Jünglinge Weggehende als Greise wiederkommen, nachdem sie, 
ohne es za bemerken, einen langen Zeitraum durchlebt, wird oft erzihlt, vgl. Dunlop 
S. 501b. (zn Conde Lucanor No. 13.) und den Nachtrag S. 543. K. M. No. 89. zweites Mär- 
chen. Hanpt und Schmaler Yvlktlialer der Wenden 1, 290 ff. {die verlorne Braut). Grimm 
Iritehe Elfenm. S. XXm ff. BäckstrSm 1. c. Afzelius Sago-Häfder 2, 157 (2te Aufl.) 5, 
49 s. f. Hierzu gehdrt auch die Sage TOn den Siebenschläfern (s. Dunlop S. 805, Back- 
ström 1. c. 2, 217 ff.) und ähnliche, z. B. D. 8. No. 151 ; die Geschichte von Rip van 
"Winkel (s. Dunlop S. 540b.), die Sage von den Stadtmusikanten von Kelbra im Kiff- 
hänser, die von Chuni Hamaagal im Talmud, s. GSdeke Mittelalter S. 227 u. s. w., und in so 
fern Tod und Schlaf fElr einander stehen, auch die Erzählung des Korans (2, 261), wo ein 
seit hundert Jahren Gestorbener bei seiner Erweckung vom Tode nur einige Stunden ver- 
flossen glaubt. 

f) Mit der von den Mönchen erreichten, gewöhnlich aber unzugänglichen Insel ist 

wahrscheinlich Hi Breasal gemeint, über welche s. Er in 6,346. Ist letztere vielleicht 

auch das Feenland, in welches Artur fortgeführt wurde? Vgl. unten Anm. 64 u. 

das irische Märchen bei Bäckström Svenska Folkböcker 2, 100. 

**) In den daselbst angeführten Samiingar u. s. w. ist p. XXX in dem Artikel Gun- 
delinus statt der Jahreszahl 1153 und Spec. Hist. Lib. XXX vielmehr 1156 und XXIX 
zu lesen. 



90 Anmerkung 22. 

Sinte Chriatina (uitgegeven door J. H. Bormans. Gent 1850) r. 220 ff, 

U. B. W. 

r 

In der Mitte hingegen zwischen beiden Arten, d. h. den wirklichen 
Fahrten und den Visionen liegt die Legende im Spec, Hist, 7, 111, 
nach dem Mariale Magnum^ wie die heilige Jungfrau einem engli- 
schen Juden, Namens Jacob, nicht in einer Vision, sondern im wachen- 
den Zustande des letztem von einem hohen Berge die Hölle und von 
einem anderen das Paradies zeigt 

Noch will ich hier die Bemerkung hinzufügen, dass es in Irland 
ausser dem Fegefeuer des heiligen Patricius auch noch ein anderes des 
heiligen Brandanus gab, wie Camden in der Britannia (Hibemia) bei 
Gelegenheit des erstem nach Neckam anführt, ohne jedoch den Ort 
genauer angeben zu können. 

Im Fegefeuer des heiligen Patricius befindet sich aber eine sehr 
schmale Brücke, die zum Paradiese führt, s. Leg, Aur, c 50 {de S, Patr.) 
p. 215 cf. c. 163 (de commemor, anim.) p. 733 fiT. Eine solche Brücke 
wird offc erwähnt, s. D, M. 794 cf. 1036*), Matthaeus Paris ad. a. 1206 
(p. 289), Bonifacii Epiat. 1. c (igneum piceumque flumen bulliens etc, 
super quod lignum pontis vice positum erat), Walewein v. 5002 ff. 
(s. Ton den Bergh.) 1. c. Basile 2, 262 Anm. 55. (Die dajselbst ange- 
deutete Brücke der muhamedanischen Beligionslehre heisst Sirat; vgl. 
Hammer BoseM 1, 315 ff., Weil S. 277 ff.) Auch der französische Volka* 
glaube kennt sie*'^), so wie gleichfalls in der oben angeführten Vision 
des Gottschalk darauf angespielt wird***); und im Tundalus werden 



*) Zu letzterer Stelle vgl. auch den Dolch des Osla Gyllelvawr, von welchem in dem 
vierten der durch Lady Gnest herausgegebenen Mabinogion erzfihlt wird, dass er dem 
König Artus als Brücke über die Ströme diente und nöthigeniaUs auch allen Heeren der 
Insel Britannien und der naheliegenden Inseln dazu hätte dienen können. 

**) S. VioK Beitr. S. 260 No. 37. Das daselbst mitgetheilte la barbe-ä-Dieu genannte 
Gebet findet sich bei Thiers 1, 9S. 

***) c. 10. de poena aquae et duplici periculo ejus [fluvius erat ferreis adebus repletos 
quem transire oportebat]. 

c. 11. de consolatione et ratione consolationis justomm [ligna natantia sponte ad littos 
appulsa eos recipiebant et transuehebant atque inter eos Godeschalcom*). 

c. 12. de poena iniquorum [hos flumen transituros acies illae conscindebant et carne pri* 
vabant]. 

Ebendaselbst heisst es im Vorhergehenden: 

c. 3. de tilia et calceamentis [tilia in latitudine diffusa per singulos et totos ramos saos 
calceamentis onusta erat. Angelus dicit: quicunque digni Inventi fuerint de calceamentis istis 
accipere, periculum horrendum quod imminet, illaesi transire poteront]. 

c 4. de poena terrae et de transituris per eam [terra spinas et tribulos germinabat lati- 
tudine duorum milliarium. Animae defunctorum poenas inevitabiliter transiturae Uluc oon- 
fluebant]. 

c. 5. de angelo calceamenta distribuente [in summitate tiliae constitutus erat]. 

e. 6. de calceamentorum meritis [qai indigenti opem fert, ei Dens in periculo tanto talem 
eonsolationem rependet]. 

c. 7. de Godeschalco et alüs punitis [Godeschalcos non monitus pedes saper myricam 
spinosam deducitur, spinisque nimis penetrabilibus totos pedes configitur. Pariter ferme 
centum viginiti alii per poenalem illam myricam transibant, quatuordecim tantom calceatts]. 



Anmerkttng 22. 91 

sogar zwei solcher Brücken em^hnt*). In der parsiBohen Mythologie 
finden wir nicht minder eine derartige Brücke, Namens Tschinevad, 
d. L Veigeltungsbrücke, und sogar bei den nordamerikanischen India- 
nern begegnen wir einer solchen **). S. auch noch Aufrecht und Kuhn 



e, 8. Qualiter Angelus officiosus Godeschalcum consolatiis, justis iprataUndo alios redar- 
guerit [Angpelos ad tiliam redit et inde caiceanienta Godeschalco affert]. LeibniU 8er. Her. 
Br. \y 872. Hiermit vergleiche man D. M. 795, Germania 7, 438 No. 37. Der Gebrauch, 
den Todten ein Paar Schuhe mitiugeben, soll auch jetxt noch in Irland herrscheni s. Lex, 
Myih. p. 425 Annt, Ltmr p. 61. 

*) fi. 14 ff. 20ff. der altschwedischen Uebersetzang» wo der Name Tongalas lautet. 
Die aa letzterer Stelle erwähnte Brficke ifit auch D. M. 1226 Nachtr. zu 794 nach Hahns 
Tunäalu* angeführt. Von der ersten heisst es: „Sidhen fooro the til en annan dall, och 
ther jnnan war myket mörkcr; j then^ dalen war niykyn grat och sorgh, och alt fult niz 
sieloni. ower then dalen la en bro, thusaendh fiaelh langh, och eth fiaeth biedh ; ther mathe 
engben ower ganga, wtan then ther wäre wtan syndh; och en prester gik ther tha ower 
wtan wadha, och han war en pelagrim och bar en palm j sinae handh. Siaelin sporde, 
hwem the ptnae til hörde. engelin swaradhe: „them soni högferdige plaeghae warae och 
tagha ther ey Script fore, for aen the d5, the fallae äff thessae bro och nidhcr j thessa pino, 
och ndhen faa the aen mere pino.*' 

**) Akkeewaisee, the Aged, was sleeping on his bed of skins and soft grass, when the 
HaniloQ of Dreams came to him and led him out of the hollow cave towards the Wanare 
lebe, or dwelling place of the souls of the Dahcotahs and their kindred tribes. Onward they 
traTeüed for many suns, over lofty mountalns, up whose rocky sides they were obliged to 
scramble as a wild goat scrambles; now swimming deep rivers, now threading mazyforests, 
now frozen in the regions of intense cold, and now bomt in those of great heat, tili at 
length they came to a very high rock, the edge of which was as sharp as the 
sharpest knife. Waiting, at its hither end, their tum to essay the dangerous test of 
their good or bad deeds, the unerring trial of their guilt or purity, stood many souls of 
Dahcotahs, and others whom Akkcewaisee had known on the earth. He stood and beheld 
the ptmishment of the bad and the blessed escape of the good from the dreadful ordeal 
to which all alike were subjected." Erstere stürzen nfiniUch in den Abgrund, wo sie von 
dem bösen Geist aufgefangen und zu Strafen verdammt werden, die ihren Vergehungen 
auf Erden entsprechen : so die Faulen zu fortwährenden schweren Arbeiten, die Feigen zu 
ewigem Kampfe mit dem Schatten ihrer Feinde; einer der seine Eltern verächtlich behan- 
delt hatte, wird mit Ketten auf ein Rad geflochten, welches mit reissender Schnelligkeit aaf 
den Boden des Abgrundes dahinrollt. „Then came the turn of the good to make the trial 
of the rock. He saw pass safely over all who had been good to their parents, who had 
hanted well, fought bravely, told no lies, nor ridiculed, nor doubted, the priests. Having 
Seen them all arrive in safety at the other end of the rock, the spirit couducted Akkee- 
waisee over also. They had yet a long way to travel, but they were guided by their Ob- 
servation of the encamping places of the souls who had preceeded them. At each of these 
place« tents were pitched, and fires always lighted where they could warm themselves and 
re&t, until they had driven away the pains of fatigue and recovered strength to pursue their 
journey. After many moons of weary travel, they arrived at the habitation of the Waktan 
Tanka or Great spirit. It was situated in the middle of a flowery vale, watered by cool 
and refreshing streams and shaded by groves of larch and cypress. Many villages of the 
dead were scattered over it; here one, and there one, like Single buffaloes feeding on a 
prairie. . . . The life of all assembied in the valley of the Waktan Tanka was blissful and 
happy beyond measure. They planted com, which never faiied to grow tall; they hanted 
the boffalo throagh flowery vales, tili they pierced his side with a never -varying arrow. 
Akkcewaisee asked the spirits, if it was permitted to them to revisit the land of the Irving. 
They anawered never, except when children were about to die, and then their departed 
relatives recrossed the rock of judgement to guido their tender feet to their latest home. 
Haviag lain three moons in tte trancei the soul of the Aged Man reanimated his body and 
he awoke.'' Tradition* of ike Sortk American indian* by Jonet 1, 227 ff. 



92 Anmerkiuig 23. 

Zeitschrift % 311 ff. bes. 318 ; bei Gelegenheit der Knh (KTilipiad=Milch- 
Strasse) konnte auch auf D, M. 1226 Zus. zu 7d4 verwiesen werden. Eben- 
das. S. 631 wird bemerkt, dass der Regenbogen slow, mavra, schwarze 
Kuh, heisst An letzterer Stelle fragt Grimm: „Was bedeutet die 
schwarze Kuh in den Redensarten »die schwarze Kuh drückt 
ihn" . . . »die schwarze Kuh hat ihn getreten.**** Ich glaube 
diese Bedeweisen sollen so viel heissen wie: »Er ist todkrank*' 
und »er ist gestorben**, denn auch in Schottland sagt man »tfae 
black ox has tramped on him** für »er (oder auch einer aus sei- 
ner Familie, seinem Hause) ist gestorben** und in dem Thattr om 
Oluf Geirstadaalf {Sagabibl 3, 287) wird erzählt, dass ein Sterben in 
Vig dem dortigen Fylkekönig Oluf Digrbeen im Traum durch einen 
schwarzen Ochsen vorbedeutet wurde, der, von Osten kommend, von 
Hof zu Hof ging, und vor dessen Anblasen die meisten Menschen 
niedersanken. 

Nach den Flüssen nun, über welche diese Brücken zuweilen in 
die Unterwelt führten*), finden wir deren auch in der Oberwelt, Hel- 
leput, Hellebeke u. s.w. benannt D. M. 764, Wolf Beitr. 202. 
Auch in England finden sich dergleichen in Bichmondshire; Camden 
sagt nämlich in seiner Britannia: »Proxime Lancastrenses inter montes, 
adeo vasta solitaria squallentia et muta sunt omnia, ut quosdam rivu- 
los hac reptantes Hellbecks, quasi rivulos infernales sive Stygios, 
dixerint finitimi.** Ja sogar auch eine haarbreite Brücke (wie die Brücke 
Sirat ist) finde ich in Schottland, Kirchspiel Nigg, Grafschaffc Kincardine, 
woselbst »in the month of may many of the lower ranks from around 
the adjacent city (Aberdeen) come to drink of a well in the bay of 
Nigg, called Downy Well; and proceeding a little farther, go over a 
narrow pass, the Brigge of ae Hair (Bridge of one Hair), to Downy 
Hill, a green Island in the sea; where young people cut their favou- 
rites* names in the sward. It seems to be the remains of some super- 
stitious respect to the fountain, etc.** S. Brand Pop, Ant, 2, 228. Doch 
mag dies freilich nur ganz allgemein eine sehr schmale Brücke bedeu- 
ten, ohne Beziehung auf die Unterwelt. 

Anm. 23. (S. 11.) 

Diese Sage findet sich in Roger de Hoveden Ännal. Pars posier. 
bei Savile p. 709. Francof. 1601 auf folgende Weise erzählt: »Deinde 



Ich habe diese Sage ausführlicher mitgetheilt nicht nur wegen der darin erwShnten 
schmalen Brück e, sondern weil sie überhaupt eine auffallende Aehnlichkeit mit den oben 
erwähnten mittelalterlichen Legenden hat und sonst auch zeigt, welche VorsleUungen die 
nordamerikanischen Indianer von dem Zustand der Seele nach dem Tode hegen; denn die 
Sage TOn „Akkeewaisee the Aged" schildert nicht nur die derDahcotas, sondern au«^ 
zugleich die vieler anderer indianischer Völkerschallen; s. Jones I p. XX. Vgl. auch noch 
hier Anm. 42. 64. 

*) Ueber dergleichen Höllenflfisse s. Dietrich in Haupt's ZeiUehri^l 9, 175 IT., wo auoh 
S. 183 ff. Gervas. UI, 18 besprochen wird. 



Anmerkttng 23. 93 

tranffiTit [nämlich König Philipp .Angost von Frankreich auf seiner 
Suekreise von Accon] per Insolas de Yse [im griechischen Meer], in 
qnaram nna est castellumi quod dicitur castellum Buge. Ibi fuit quon- 
dam quaedem puell^ quae Yse yocabatnr, a cujus nomine Insulae 
illae dictae snnl IiiBgenae quidem narrant, quod quidam miles dilexit 
puellam illam et illa noluit consentire iUi, quamdiu Tixit: defuncta 
antem illa, miles accessit, et concubuit cum illa dicens: »quod cum 
▼iTa £EUsere non pptui, cum mortua feci^; et statim intrayit Satan in 
eam et ait: „Ecce genuisti in me filium et cum natus fuerit a£Peram 
emn ad te.^ Et post novem menses, cum tempus pariendi instaret, 
peperit filium abortivum et portans eum ad militem ait: ,,Ecce filius 
tims, quem genuisti; abscinde caput ejus, et reserva tibi. Quandocum- 
que enim Yolueris inimicum tuum vincere, vel terram iUius destruere, 
capitis abscifisi vultus discooperiatur et respiciat inimicum tuum, vel 
terram ejus, et statim peribunt; et cum cessare volueris recooperiatur 
Tultus et cessabit tribulatio.*' £t factum est ita. Post multum vero 
temporis miles iUe uzorem duzit, quae s^epius interrogavit eum, qua 
arte vel quo ingenio ipse ita destruebat inimicos suos sine armis et 
sine exercitu: ille autem ei dicere noluit, sed increpavit eam, ut taceret. 
Contigit ergo quodam die, dum miles abesset, quod illa accessit ad 
arcam, in qua sperabat secretum illud esse domini sui, per quod ille 
.ita operabatur inique, et invenit in arca caput illud detestabile et statim 
abiens projecit illud in gulfo Sataliae. £t dicunt nautae, quod, quando- 
cunque Caput illud fuerit resupinum, coinmotus est gulfas ille adeo, 
quod nulla navis potest transire illum; et quando caput supinum est, 
tunc potest navis transire illum. ^ Man sieht, die Sage ist bei Hoveden 
theils abweichend, theils ausfuhrlicher mitgetheilt*). Das Ganze er- 
kennt man übrigens leicht als eine seltsame Verdrehung der Mythe 
vom Haupt der Medusa, mit welcher es auch Gervasius (aber nicht 
Hoveden) zusammenstellt^ und worein sich andere Vorstellungen gemischt 
haben mögen, wie die von der gräulyollen Beschlafiing todter Frauen- 
zimmer, bei der natürlich der Teufel thätig gedacht wurde. So wird 
z. B. in den Acta Apostolorum des Pseudo-Abdias 5, 4 eine Geschichte 
erzählt (welche nach Fabricius Vermuthung aus den Acta Apoat des 
Manichäers Leucius hergenommen sein mag; s. dessen Cod, Äpocr. 
N. T, 2, 542, Note e), wie ein Jüngling, Namens Kallimachus, sich in 
die Gemahlin eines vornehmen Ephesiers, Namens Drusiana, verliebt, 
und da sie ihn zurückweist, nach ihrem Tode durch Bestechung des 
Wächters Zutritt zu ihrer Gruft erhält und sich anschickt an dem 
Leichnam seine Lust zu büssen. Ehe dies jedoch geschehen kann, 
„ecce subito, incertum unde, ingens serpens occurrit, cujus uno saucius 
morsu, sed magis diro fiirentis terrore perculsus, corruit juvenis ita, ut 
veneni frigore subito omnis ejus vis evanüerit, supra quem statim ser- 



*) Gans kan und wiederum etwas versehieden erzählt sie .Maundevilie c. 4 {Early 
TrmoeU p. 140). 



94 Anmerkung 24. 

pens lapsiim ascendens quiescebat." Der Apostel Johannes erweckt 
jedoch am darauf folgenden Tage Beide, den Kallimachns und die 
Drusiana, vom Tode, nachdem er vorher die Schlange yerscheucht, und 
ersterer erzählt dann, dajss ihm, als er eben im ^griff war seine Misse- 
that auszuführen, ein Engel erschienen sei, „a cu^U facie scintillae ignis 
resiliebant in totum sepulchrum, ex quibus una in me yeniens vocem 
dedit: „Callimache, morere, ut vivas.^ 

Wenn übrigens bei Gervasius das ins Meer versenkte Haupt alle 
sieben Jahr sein Gesicht aufvrärts kehrt, so ist dies der auch sonst 
noch vorkommende Zeitraum. D. M, 922, 970. 

Hinsichtlich der gewaltigen Wirkungen der Schönheit der Buhlerin 
Gorgo, von denen Gervas. spricht, vergleiche man Dunlop Anm. 485 
(woselbst statt Zauberin Rhodope zu lesen ist Buhlerin Rh., und 
vgl. Herodot 2, 134 flF., Strabo p. 808). 

Anm. 24. (S. 11.) 

Statt Papam ist wahrscheinlich Piscem zu lesen; denn es handelt 
sich hier von einem in späterer Zeit mehrfach erwähnten Fisch (Piscis) 
beigenannten Manne, dem Urbild von Schillers Taucher. Hier an 
dieser Stelle des Gervasius haben wir aber den, so weit mir bekannt 
ist, ältesten Bericht über denselben, in welchem weder von dem Hinab- 
werfen eines Bechers, noch von dem Tode des Nikolaus die Rede ist. 
Mit dem hier genannten König Roger ist der zweite dieses Namens 
gemeint, der im Jahre 1127 den Titel eines Königs von Sicilien annahm 
und 1154 starb. 

Der nächste Schriftsteller der dieses Schwimmers erwähnt, ist Alexan- 
der ab Alexandro in den Dies Geniales 2, 21. Er nennt ihn Colan 
mit dem Beinamen Piscis, und erzählt, was Jovianus Pontanus, der 
bekannte Gelehrte, ihm über denselben mitgetheilt hatte. Demnach 
war er aus Catana (Gervasius sagt aus Apulien) gebürtig, hatte zur 
Zeit der Väter gelebt (Alexander ab Alex, war geboren 1461, gest. 
1523. Pontanus geb. 1426, gest. 1503) und kam um, als er eine vom 
König (dieser wird jedoch nicht namhaft gemacht) ins Meer geworfene 
goldene Schale wieder herausholen wollte. 

Hierauf folgt der Zeit nach Thomas Fazelli (1498-1570). Auch 
dieser erzählt in seinem Werk De Rebus Siculis (Decas 1. L 2 p. 45 
ed. Francof. 1579) von Cola Piscis, dass er aus Catana gebürtig gewe- 
sen, und „patrum nostrorum memoria'' gelebt habe*, sagt indess, 
er sei zweimal mit einer von dem damaligen König von Sicilien (der 
hier Friedrich genannt wird) ins Meer geworfenen goldenen Schale 
glücklich wiedergekehrt und erst beim dritten Male von den Wellen 
verschlungen worden.' 

Endlich spricht Benito Geronimo Feyjoo (starb 1765 als General 
des Benediktinerordens in Spanien) im Theatro universal T. VI. Disc. 8 



Anmerkong 25. 26. 95 

(Madrid 1743) von dem Fisch Nicolas (el Pexe^Nicolas) nach Alexan- 
der ab Alex., weicht jedoch von demselben darin ab, dass er den König 
namhaft macht, indem er ihn Friedrich, König von Neapel und Sici- 
lien nennt, dann auch sagt, dass Nicolas das erste Mal die von jenem 
ins Meer geworfene Schale wohlbehalten zurückgebracht, sich aber 
dann geweigert habe das Experiment zu wiederholen, und endlich nur 
durch eine mit Gold gefüllte Börse dazu yerleitet worden sei, wobei 
er aber sein Leben einbüsste. Vollständig hat die Stelle aus Alex. 
ab Alexandro und Feyjoo mitgetheilt Yal. Schmidt in den BaUaden 
und Romanzen deutscher Dichter S. 161 ff., die Berichte des Gervasius 
und Fazelli hingegen sind ihm entgangen. 

Anm. 25. (S. 13.) 

Es ist eine ganz eigenthümliche und nicht recht erkrärliche Sage, 
dass hier Arthur als in den Einöden um den Aetna hausend erscheint; 
als überhaupt bergentrückt und noch fortlebend und hofhaltend kennt 
ihn jedoch ausser der britischen Sage auch der Wartburgkrieg; Z>. M. 
912 ff. Er gehört somit zur Zahl der bergenti*ückten Helden, worüber 
B. Dunlop S. 93 ff., so wie ebend. Anm. 167 und Nachtrag dazu 
S. 540b ff.*) 

Arthur erscheint aber auch hier bei Gervas. als an der Spitze' der 
britischen wilden Jagd befindlich und schliesst sich also auch dem 
Kreise der dorthingehörigen Vorstellungen an, auf die ich hier im 
Anhang 11. A. {Das wüthende Heer) ausführlicher eingegangen bin. 

Anm. 26. (S. 13.) 

Hariger c. 20 (Chapeav. 1, 26) von der Abstammung der Hunni 
sprechend, erzählt (ut pandit antiqua narratio) folgende seltsame Sage: 
„Fertur a plerisque quod tempore famis, quae facta est teste Beda 
quarto Claudii Caesaris anno, cujus et Lucas meminit, cum pro famis 
incommodo Claudius non solum Judaeos expelli jussisset ab Urbe, sed 
et omnes invalidiores plebis cum Ipsis Judaeis, ut saltem validiores 
sustentari potuissent, , et eos includi fecisset in quodam abdito terrae, 
coaluisse usque ad tempora praefati Yalentis in gentem magnam. Un- 
garos denique notum est huic famae assentiri velle, qui et jactant se 
a Judaeis originem ducere.^ Das hier hinsichtlich der Juden Berichtete 
kann einen zwiefachen Ursprung haben. Erstlich berichte% eine rab- 
binische Tradition (s. Tendlau No. 1), dass die jüdischen Frauen in 



*) Hierzu füge ich jetzt noch folgende andere moriskische Sage, welche Aznar Expul- 
non de lo* Moriseo*, P. II. p. 11 hei Gelegenheit des Aufstandes der Morisken in den 
sierras de Cortes und de Aguar in Valencia erwähnt: „Tenian por fe y tradicion infalible 
que en esta ocasion habia de salir k defenderlos y matar k los chrislianos el Moro Alfatimi 
con SU caballo verde, qua se hnndiö en la Sierra de Aguar peleando en siglos pasados en 
el exerdto del Rey Don Jayme, y por eso creian que estaba aqnella Sierra hendida." 



96 Anmerknog 27. 28. 

Aegypten sich, um ihre Söhne zu retten, wenn sie sich der Entbin< 
dnng nahe fohlten, au& freie Feld begaben und dort gebaren, worauf 
dann die Neugeborenen durch himmlischen Beistand am Leben erhal- 
ten wurden. Als jedoch Pharao dies einst erfuhr und seine Henker 
aussandte, um die Kindlein zu tödten, da öffnete sich die Erde und 
nahm sie alle in sich au£ Zwar versuchte man sie durch Binder auf- 
zupflügen, jedoch gelang dies nicht und die Kinder blieben geborgen 
im Schooss der Erde, aus der sie dann später wie Pflanzen wieder her- 
vorwuchsen und zu den Eltern zurückkehrten*). 

Nach andern Sagen hingegen sollen statt Gog und Magog (s. oben 
Anm. 17) die Juden von Alexander dem Grossen in den Kaukasus 
angeschlossen worden sein (s. Grasse LiL Gesch. 2, 3, 449), so dass 
man demgemäss beide mit einander verwechselte, oder vielmehr in 
genaue Verbindung brachte, etwa so, dass man die Völker Gog und 
Magog für Abkömmlinge der Juden hielt Da man sich nun jene 
Völker ganz besonders furchtbar dachte, die nicht minder schrecklichen 
Hunnen aber vom schwarzen Meer her nach Europa vordrangen, so 
kann es wohl geschehen sein, dass eine der von ihnen umlaufenden 
Sagen sie mit Gog und Magog identificirt und daher als von den Juden 
abstammend geschildert hat, was um so wahrscheinlicher ist, da ihre 
gens oben im Text „diu inacessis seclusa montibus'' heisst. 

Anm 27. (S. 13.) 

Dieser ganze bei Gervas. sehr lange Abschnitt ist aus Galfr. Monom. 
Hiat. Brit gezogen und Gervas. hat nur einige kleine Zusätze gemacht, 
die wahrscheinlich seinem Kommentar zu Galfred entnommen sind. 

Anm. 28. (S. 13.) 

lieber den Dänenkönig Guthlacus**) spricht Galfredus 3, 2 — 4. 
Er heisst bei ihm Guichtlacus und ist muthmasslich der Hugle- 
thus des Saxo Grammaticus (I. IV p. 66), Havelok des französischen 
und englischen Gedichtes, so wie der Hygeläc (später Huglacus 
magnus) des Beowulfliedes. Zwar tritt letzterer (über welchen vgl. 
Haupfs Zeitschrift 5, 10. 6, 437) als König von-Gotland auf, die skan- 
dinavischen Länder mochten jedoch ofr in jener Zeit von Fremden 
und in Sagen mit einander verwechselt werden, was um so mehr der 
Fall sein konnte, da man nur sehr ungenaue Nachrichten über die- 
selben hsffte. So nennt unser Gervasius (II, 9 gegen Ende) Dänemark 
und Schweden Inseln***); der Mangel an chronologischer üeberein- 



*) Dies eriunert an die Baum- und Erdg^eborten, s. Anm. 8. 

**) Ein Name, der auch sonst vorkommt; so war das Kloster Croyland dem heiligen 
Guthlacus geweiht; s. Ingulph bei Sayile p. 851 ff. 

***) Dänemark (Dacta) wird auf den Karten des Mittelalters hSnfig als Insel gezeichnet; 
8. Santarem Essai sur fkUt. de la Ctftmogr. 3, 76. 87, und Alher. Tr.Fonl ad a. 1190 sagt: 



Anmerkung 29. dO. 97 

stimmnng aber wird bei dergleichen Sagen Niemand auffallen. Viel- 
leicht jedoch kann man auch annehmen, daes Jener König beide Länder 
beherrschte; denn Saxo L c. erzählt von ihm, daas er zwei schwedische 
Könige (tyrannos) in einer Seeschlacht besiegt habe. Wenn nun Jener 
Guichtlacus wirklich Hjgeläc ist, so hätte sich der den letztem 
betreffende Si^enkreis ziemlich erweitert 

Anm. 29. (S. 13.) 

S. Galfr. 6, 11 und vgL Dunlop Anm. 474 (wo hiemach das in 
Grimms EÄ, verdruckte Citat aus Galfr. zu berichtigen ist). Die 
daselbst erwähnte Sage vom Hydepark steht vielleicht in Verbindung 
mit dem, was in der Ragnar Lodbrogs Saga in Betreff der Gründung 
Londons durch dessen Sohn Ivar erzählt ydrd; s. Grimm 1. c. S. 90 ff. 
No. 5. Eine ähnliche Sage auch noch bei Tettau und Temme Preuss, 
8. No. 209. 

Die den Namen des Kastells betreffende Stelle lautet bei Gkdfr. 
so: „Dictum namque fuit postmodum Britannice Kaercorrei, Saxonice 
vero Thancastre, quod latino sermone castrum corrigiae appel- 
lamus.*' VgL Camden Britannia: „Castrum, quod hodie Castor, 
Saxonice et Thongcaster, Britannice Caer Egarry utraque in 
lingua e re nomen habet etc. . . . corrigias thongs nos vocamus etc.^ 
Dieses Castor, sächsisch Thongkaster, in Lincolnshire darf nicht 
mit Donkaster in Torkshire verwechselt werden. 

Anm. 30. (S. 13.) 
Unverbrennbare Gegenstände aus der Haut oder den Haaren des 
Salamanders werden nicht selten erwähnt; so heisst es im Romans 
(PAliacandre p. 54 (ed. Michelant) vom Zelt desselben: 

„de Tpoil fii d'une beste qui Salemandre ot non; 
tous tans repose en fu et prent sa norecon; 
pour cou ne poroit fas ardoir le pavillon;^ 

so enrähnt auch Delrius L. H qu. 27 sect. 2 p. 339 aus Niders FarmU 
caritis eine mappula parva de salamandra, die ein Geist einem 
Ritter zum Geschenk macht und von der er sagt: „Cum immundum 
fuerit, igne purgate.^ Dieser Glaube herrscht auch bei den Arabern. 
Herbelot sagt nämlich s. v. Samandar: „Luthf-allah al-Halimi dit que 
Ton iait de son poil [nämlich des Salamanders] une sorte d'^toffe, que 
Ton peut jetter dans le feu pour la nettoyer, lorsqu*elle est sale, sans 
qu'elle en re^oive le moindre dommage.^ Ein Salamanderlaken, als 
Geschenk eines Geistes Z>. S. No. 35. Mit Salamander ist hier übri- 
gens überall Asbest gemeint; s. Marco Polo Buch I c. 39 und dazu 
die Erklärer. 



i,Apad Scantiam [d. i. Schonen] insulam Daciae [d. i. Dänemark]** und gleich nachher: 
»^nre dicator Scanthia sive Scaania sive Seandinavia, ipsa est una eademqne insala, in qns 
continetor civitas Ltinda, quae est Daciae metropolis." 

Genraaii Tilb. otia imp. 7 



98 AnmerkuBC 31. 32. 

Anm. SL (S. 14) 

Der Tod wird oft als Ackersmann dargestellt, weldier blutige 
Furchen zieht (vgl. Haupts Zeitschrift 7, 129); daher im obigen Aber- 
glauben von den letztem auf das baldige Nahen des erstem geschlos- 
sen wird. 

Anm. 32. (S. 14.) 

Von dieser ehernen Fliege spricht auch Helinand bei Vincent. 
Bellov Sp. Hist. 6, 61 *) und Bischof Konrad von Hildesheim in seinem 
Briefe an Arnold von Lübeck 1. IV c. 19 (Leibnitz Scr. R, Br. 2, 696), 
nach welchem sie in einem Thore Neapels befestigt war. Joannes 
Saresb. Polycrat, 1, 4 erwähnt sie mit folgenden Worten: „Fertur vates 
Mantuanus interrogasse Marcellum, cum depopulationi avium vehemen- 
tius operam daret, an avem mallet instrui in capturam avium, an 
muscam conformari in exterminationem muscarum. Cum vero quaestio- 
nem ad avunculum retulisset Augustum, consilio ejus praeele^t, nt 
fieret musca, quae ab Neapoli muscas abigeret et civitatem a peste in- 
sanabili liberaret. Optio quidem impleta est; unde liquet privatae 
voluptati praeferendam esse multorum utilitatem.** S. auch v. d. Hagen 
Briefe in die Heimat 3, 184. 

Virgil vertrieb femer durch eine Heuschrecke von Erz (Kupfer, 
rame), die er an einen Baum befestigte alle dergleichen Thlere aus 
Neapel, wie der Pseudo-Villani c. 21 erzählt (s. Grösse Beitr. S. 29) 
und auf gleiche Weise, wie hier Virgil, verscheuchte auch der Zau- 
berer ApoUonius von Tyana Schlangen, durch einen ehernen Adler 
auf dem Hippodromus zu Constantinopel, so wie Mücken, Fliegen, Skor- 
pione und 'andere Insekten durch einen ehernen in die Erde gesteclrtcn 
Skorpion und bewegKche Stäbe s. Düntzer in Bcheible 'S Kloster 5, 211**). 
Gregorius von Tours Hist, Fr. 8, SS erzShlt^ dass Paris vor seiner 
Zeit von Feuersbrtinsten, Schlangen und Bilchmäusen frei gewesen und 
fährt fort : „Nuper autem, cum cunicuius pontis emundaretur, et coenum 
de fu« repletttm ^erot, autSerretur, serpentem gliremque aerenm lepere- 
ritnt, quibus aiblatis et glireB ibi deinceps extra numcrum et tserpentes 
oppiunierunt et postea incendia -perterre coepit.'^ Bodirnu Daemsmom. 



*) )a der hieraus voq DJlntzer (Schelble's .KUisier 5, 211) angeführten Stelle lies also 
statt: f^iXcke und Hlücken'* vielmehr „Fliege und Fliegen". 

••) Etwas abweichend sagt Codinus Excerpta de Antiguit. Cvnstant. Bonn 1843. p. 124: 

„XotXxoüc hl 3cu>v(u<}; xoX fAuTa %(Ä ofXXa fii^pÄ Cu)t><pta Ineivfo t^^ Sutcxtjc 

ä<J^I$oc ToO Taupou T^rayTO loroi^ettufA^va 7:ap^ 'AitoaXXovCou toü Tuav^tocv x^^l 

ea>c [A^v ouv ToTavro, o5x i9o(T(uv t^ 7t6Xet fiuTai i^ ^uXXoi "f^ xotvcüire^* h hi 

ßaatXeuc Bao(Xeioc i% o{xe{ac dYVo(ac xatVjyaYe xal Vjcpdviaev aöiÄ.* 

Derselbe erzählt auch p. 8, dass ApoUonius durch die Aufstellung dreier Störche ans 
polirftua Wannoi-, die einander ansahen, die Stadt von diesen Thieren befreite, weil sie 
niunlich Schlangea in die Cistevnen geworfen hatten. 

*Jene marmornen Storche standen zur Zeit de^ Codinus noch. 



AnmeiiEiiiig 32. 99 

1, 3 «agt: „On dit qu'au pakk de Ye&iae il a'y a pat nne aeni« 
monche, et an palais de TolMe qu*il n'y ^n a qa'niie. Mais ü &ut 
jugetj s'ii est ainsi de TolMe et de Yenise, qu'il'y a quelqae idole 
enterr^ soiis ressenil du palais, comme il s'est d^eouveit depnis quel- 
queB atiu^es en une yille d'figypte, oü il ne se trouyait point de cro- 
oodile^ comme 6b autres viUes au long da Nil, qn'il j avait un cro- 
oodile de plomb enterr^ sous Tesseuil du Temple, qua Mdiemet Ben- 
Thatilon fit brüler, dequoy las habitans se sont plaints, disant que 
depois les crocodiles les ont fort travaill^.^ 

Wir sehen hier also, dass metallene Figuren eine abwehrende 
Kraft gegen diejenigen Thiere ausäben, welehe sie vorstellen*'), wobei 
sa beachten ist, dass sich hierbei besond^s die geringem MetaUsorten 
genannt finden, wie Erz, Blei n. dgl. und es scheint, ak ob man diesen, 
namentiich aber, wie wir bald sehen werden, dem Eisen und Stahl 
eine ganz besondere fUhigkeit feindliehe Kräfte fem zn halten znge- 
sehrieben hätte; wie auch schon Ghrimm D, M, 466 bemerkt hat: „StaU 
hemmt einwiricende Kraft der Geister^. Wir sehen dies durch Bei- 
spiele mancherlei Art bestätigt; so schützt man neugeborene Kin- 
der gegen Yertauschung mit Wechselbälgen und sonstige Zauberei 
durch zu ihnen gelegten Stahl und Nähnadeln 8ehwed,Äber^, IIB^ 
ScfalUssel DenUnh, Abergh 484 (rgl. 740), Ehdn. Ähergl, 32, Messer 
ebendaselbst und hier Franx, Ahergl» 87, Deuteeh, Aherf/L, 665, wo auch 
Degen; ebenso Wöchnerinnen gegen den Alp und andere böse 
Gdster durch Messer, s. hier Frann. Aber^, 37 und Degen Deutsch. 
Ahergl, 565, so wie bei den Römern dadurch, dass man mit einem 
Beil in die Schwalle hieb, und mit ein^ Mörserkeule darauf stiess, 
d. h. also eiserne G-eräthe in Anwendung brachte, die man aber, 
wie ich muthmasse, auch auf oder unter die Schwelle legte**). Auch 
die Finnen yerjagen den Alp Painajainen (d. L der Drücker), der in 
Gestalt eines weiss^i Seeweibes***) erscheint, durch einen Stahl unt^ 



*) Jedoek auch sonstif^ Abbüdimgen der Thiere, die man fortoa^bem viU, werd«n m 
diesem ' Zifreek gebraucht ; so die von Gervas. III, 28 erwähnten Fliegen» t.e ine UDd Thiers ] , 
342 sagt: „Frey temoigne qu'ii n'y a janiais ea de serpents ni de scorpions dans la -viUe 
de Hampz [?] 2i cause de la figure d'un scorpion grave laliBmaniquement siu* une des pierre« 
des jmnraUles de cette viUe." 

**) VgL weiter unten. Dasu kam noch, dass man die Schwelle mii «mem B«seii f9gl9. 
Der auf diese Weise abgewehrte Geist war Silvanus, s. Vairo bei Aug. de Civ. Jfei 6, S; 
die sU-vani und £anni aber hielt das Volk fflr Alpe, incubi, wofür im Picentinischen auch 
die fatui galten, PL 27, 12 (83); also lauter Feld- und Waldgötter. Vgl. hiermit Knhn 
oad Schwarz S. 447 No. 375: „Axt und Besen über Kreuz auf die Schwelle der Hofpforte 
gelegt schützen gegen Hexerei"; ferner Tettau und Temme PrewsU^e Sagen S. 28|: „Bö- 
ses Wetter glaubt man dadurch zu stillen, dass man mit der Axt in die Thürschwelle 
haut." 

***) Als weibliches Wesen erscheint also die NachJtmar auch hi^r wie sonst pA; sP 
auch unten bei Gervas. lU, 65: „Lamiae dicuatur esse mulieres quae .... nonnunquapi 
doimientes aifligunt" ; cf. III, 80, wo er sie jedoch als Männer un d Frauen hezi^hn^t. Vgl. 
auch D. M. 1193 ff. Hier will ich noch folgende Notiz aus TU diüUet of Crawn in är 

7* 



100 Anmerkang 32. 

dem Kopfkissen; s. Mone Geaeh, d, Heid. 1, 59. Ebenso schützte man 
Vieh gegen Zauberei u.dgl. durch an die Stallthür (Schwelle) gelegte 
Sicheln, Mone 1, 47 cf. 49 (bei den Finnen), Aezte, Beile, Sägen 
und anderes Eisen und Stahlger äth, Deutach, ÄbergL 516, 752, 927, 
Wolf Beitr. S. 219 No. 206, 208, Temme VoUcss, der ÄUm. S. 85, Stahl, 
Messer und Sichel im Stall, Wolf ebend. No. 205, Eisen and 
Stahl in der Krippe, Kuhn a. a. 0. S. 379 No. 24, Dreifuss und 
Messer im Felde, Deutach. Abergl, 647; s. auch 464. 

Auf gleiche Weise schüt2st man sich gegen Spuk und Zauberei 
durch ein auf die Schwelle genageltes Hufeisen oder an die Thur 
genagelten Stahl, Brand Pop. Änt. 3, 12, Schwed. ÄbergL 151, 168, 
hier Franz, ÄbergL No. 214, so auch beim Buttern durch Stahl 
oder Messer unterm Fass, Detäach. ÄbergL 529, durch ein ehernes 
Qeföss beim Melken, de Nore Coutumea p. 265*), durch ein Mes- 
ser ^egen Hexen, Deutach, ÄbergL 638 (vgl. 886. 554, Ehatru ÄbergL 
100, D. M. 599**), die Saaten durch hingeworfenes Beil und Nägel 
Schxoed, ÄbergL 168 und so hemmt mim auch die Zuckungen der 
Kinder durch Hufeisen unter dem Kopfkissen ebend. 689, Blut- 
fluss durch einen hohlen Schlüssel, den man sich auf den Kück- 
grat legt, Milchfluss durch einen ebensolchen Schlüssel, den sich 
die daran Leidende in den Busen steckt; s. hier Franz, Äbergt, 265 t). 
Die Ehsten befestigen während des (xewitters zwei Messer ans Fen- 
ster, Ehatn, ÄbergL %% 

Wenn also ein nackter Mann gegen die Pest einen Kesselhaken 
unter die Thürschwelle yergräbt {D. M, 1138 ff.), so scheint mir dies 
mit dem oben schon oft angetroffenen Legen von Eisen und Stahl- 
geräth unter oder auf die Schwelle identisch zu seinft). 



Weti-Riding of the County of York. 2. ed. Lond. 1S28. II, 8 anfahren; es^heisst dort nani- 
lich 8. V. Bitck-davghter. „Nig^bt-mare. There is no tradttion to explain the meaning of 
this curious word." 

*) „Las laitieres [in der Normandie] se servent d'un vase d'airain ponr traire les 
vaches, lorsqu'elles arrivent d'ane foire. Ce metal les pr^serve des sortileg-es et » 
la propriete d'attirer une plus grande quantitö de lait.*' 

**) Hierdurch erkläre ich mir auch einen schwabischen Aberglauben, nie unangeschnit- 
tenes Brot auf den Tisch zu bringen, Meier S. 49S TS'o. 327. Durch Berührung mit dem 
Messer wird das Brot gegen Zauberei geschützt. Weniger verstehe ich das dort Folgende: 
,^Wer Aber ^en Abschnitt des Brotes allein isst, dem ISuft beim Fahren das Vieh nicht, so 
das« er es beständig antreiben muss." 

t) Achnlichen Sinn hat auch Mrahrscheinlich ein anderer franzosischer Aberglaube; s. 
hier No. 255. Den daselbst erwähnten Nadeln werden wir bald wieder begegnen, so -wie 
sich auch die mit Stahl gekochten Kräuter gegen den bösen Blick in einem hochschotti- 
schen Aberglauben finden, Ler. Myth. p. 962. 

tt) Was die Nacktheit dieses Namens betrifft, so finden wir dieselben bei mancherlei 
Veranlassungen wieder, D. M. 1071. 1149 und hier Franz. Abergl. No. 425. Besonders ist 
hierbei der D. M. 1134 aus PHn. angeführte Zauberspruch zu beachten: „Negat Apollo pestem 
posse crescere, cui nuda virgo rcstinguat." Auch dem Kesselhaken begegnen wir sonst noch 
und zwar gleichfalls bei einem Abwehr bezweckenden abergläubischen Gebranch, s. hier den 
Franz. Abergl. 321; vgl. 279. 



Anmerkung 32. 101 

I>Qreh Stahl werden femer Wassergeister gebunden, Schioed. 
Aberffl, 71, D. M. 465*), worauf ich auch den Gebrauch besiehe, 
aoseer anderen Opfergaben**) auch Nadeln***) in Quellen zu werfen, 
welches letstere also wohl zugleich den Zweck einer hemmenden Ab- 
wehr haben mochte, weil, wie wir gesehen. Eisen und Stahl die Gewalt 
der Geister dergestalt zwingt, dass sie diese Metalle nicht überschrei- 
ten können (vgl. auch Z>. M. 435, die durch Stahl gefangene Zwergin). 
Von metallenem Geräth aber sind Nadeln, wie sonst Messer, Scheeren 
und andere Schneidewerkzeuge das, was man am leichtesten zur Hand 
hat, wenn man bei einer Quelle Yorttbergehend die oft boshaften Brun- 
neng^eister abhalten will. 

Weil man nun im Allgemeinen dem Eisen und Stahl diese abweh- 
rende, femehaltende, trennende Gewalt zuschrieb, so entwickelten 
sich hieraus noch verschiedene andere GebrRuche und yoi*8tellungei], 
so z. B. ist es ein bekannter deutscher Aberglaube, dass sich Freunde 
keine Stecknadel (Brautleute kein Messer, Temme Pommerache Sa- 
gen S. 340), nach französischem Aberglauben (hier No. 42) kein Mes- 
ser, nach niederländischem (van den Bergh, Proeve ete, p. 331 No. 123), 
kein Messer oder Scheere geben soUen, weil dies nach dem deut- 
schen Glauben die Freundschaft zersticht oder zerschneidet, eigentlich 
aber nur ganz allgemein trennt. 

Auf diese Weise femer erkläre ich mir den Ursprung der Sitte, 
dass Personen verschiedenen Geschlechts, die ohne nähere Berührung 
neben einander schlafen mussten oder wollten, ein blankes Schwert 
zwischen sich legten f). Es war dies das Stahlgeräth, welches der Ritter 



*) Za den duelbst «ng^fflhrteo Sprüchen fBge ich noch einen andern: „Neck, neck, 
oälatjaf; far din war en llaVJuf, mor din war en frilla» gick i gardarna och gjorde Ula." 
Bügkovuler ete. p. 81. 

**) Dazu gehörte unter anderm Käse, D, M. 563. Auf der Spitze des Minch-muir 
eines Berget in Peeblesshire in Schottland befindet sich eine Quelle, die wegen der ehe- 
mals hineingeworfenen K&seopfer auch jetzt noch Cheese-well heisst; s. W.Scott 0» tke 
Fdriee ff. VI (zur Ballade The poung ToMtUne) und dessen Vmon of Roderick Introd. st . 
8; ebenso führt er in der Introd. zur ersten Ausgabe der MinttreUy eine Stelle aus einem 
Manuscript an, wo gesagt wird : „Many run superstitiously to other wells and there . . . 
they offer bread and che es e or money by Ihrowing them into the well." Letzteres GeM- 
opfer, wie gleiche auf den Hebriden (Brand 2, 230. 232), entsprechen andern der Art; so 
den Opfennöozen, die man in Hailand in die Olufskiälla warf, D. M. 554. In den Pyrenäen 
wirft man Geld, Speise und Stoffe in die Seen, Bäche und Quellen, und zu Toulouse wirft 
man gleichfalls Geldstücke in die Quelle Sainle Marie; s. de Nore p. 81. 127. Aber auch 
bei den Slaven besonders den Russen, warf man kleine silberne Geldstücke in die Quellen, 
was auch indische Sitte ist. Hanusch Wüsenseh. des tlaw. MyAut S. 292. 

***> So bei den Finnen, s. Mone Getek. d. Heid. 1, 43^ in Comwidl und den Hebriden 
Brand 2, 226. 230. 232; ferner in der Bretagne D. M. 562 und wahrscheinlich auch in Schwe- 
den, wie aus den D. M 465 und hier oben beigebrachten Sprüchen erhellt, wo Vater oder 
MaUer de« Meck spotlweise nSlatjuf genannt werden. Vgl. auch die nailbournes unten 
Anni. 50. 

t) Ueber diese Sitte s. die von Keller Rom. d. Sept Sage* S. CCXXXV und zu Diokle- 
tiann* Lebern S. 64 angeführten Schriften. 



102 Anmeikuiig 82. 

ftm «efaneUBten tat Hand hatte und dem uma, wie jedem ähnlichen 
Metall, eine trennende Kraft zusehrieb. 

Hierher ziehe ich endlich ein Kinderspiel, welches in Berlin £i- 
senzeek, in Breslau Eisenmändel, in England tag heisst (wexdg- 
stens hiess es dort so zur Zeit der Königin Maria^ s. Brand 2y 266), wo jeder 
Spielende von dem ,yder d'ran ist^ im Laufe gehascht werden kann, 
sohald er ideht seine Hand an etwas Eisernes oder sonst Metiklle- 
nes legt, wie Krampen, Klinken, Gitter u* s. w. Der D'ranseiende 
mag wohl iirspriinglich den Kobold, der durch das Eisen abgewehrt 
wird, bedeuten; um so mehr als die Hin- und Herlauf(»»den ihm 
in Schlesien höhnend zurufen: „Yaterle, ich hab* kein Eisen!'' welche 
Benennung sich wahrscheinlich auf die kleine, ältliche Gestalt vieler 
Elbe bezieht 

Auch die Kraft des Feuers, das man sich sonst als ein fa<Hiexe8, 
feindliches Wesen, dem man mit aller Gewalt entgegentreten müsse, 
denkt (Z>. M, 569), kann durch Stahlgeräth gehemmt werden; so wird 
von Vincent Bellow. Sp. Hist^ 31, 7 nach der bereits erwähnten Beise- 
besehreibung des Johannes de Plancarpio, folgendes als tartarischer 
Aberglaube angefahrt: „Quibusdam traditionibus indi£ferentia quaedam 
peccata essedicunt [sc Tartari\y quas vel ipsi, vel antecessores ipsomm 
confinzerunt Unumest cultellum in ignem figere, vel quocun- 
que modo ignem cultello tangere, vel etiam de caldaria 
cum cultello carnes extrahere, vel cum securi juxta ignem 
incidere: credunt quod sie auferri debeat caput igni/ Hierdurch 
wird auch die in den Gest. Born. c. 34 gegebene Vorschrift erklärt: 
„ignem cum gladio ne foveas.^ (Dies Capitel soll nach Warton dem 
Secretum Secretorum entliehen sein.) 

Haben wir nun hier überall Stahl, Eisen, Erz, als die abwehrenden 
Metalle gesehen, so ist es um so wahrscheinlicher, dass in der von 
Alexander Neckam angeführten Sage (s. die Originalstelle bei Val. 
Schmidt Beitr, zwr Gesch. der rom. Poesie S. 135), wieVirgilius durch 
einen goldenen Blutegel (aurea sanguisuga), den er in einen Bronnen 
warf, die Stadt Neapel von allen diesen Thieren befireite, statt aurea, 
vielmehr aerea oder aenea gelesen werden muss*^), so wie ja auch 
alle älmlichen zauberische Abwehr bewirkenden oben angeführten Thiere, 
aus Erz waren. 

Wegen dieser abwehrenden feindlichen Kraffc des Stahls, £i- 



*) Auch bei Pseudo - Villaai c 19 (Grässe Beitr. S. 28) ist iwar der Blutegel von Gold, 
indess sagt er auch von der Fliege, sie sei von Gold gewesen, trotzdem er dabei Gervasius 
(und Alexander d. i. Neckam) citirt, wo doch aenea steht. Freilich finde ich auch bei 
Olympiodoms von Theben (Phofios p. (10 a. ed. Becker), dass zur 2eit des Kaisers Constau- 
tfnus in Thrazien an der^illyrlschen Gränze drei silberne Bildsäulen in barbarischer Tracht 
und mit aur dän Rflcken gefesselten Händen ans der Erde gegraben worden seien, welche 
bis dahin zur Abwehr der Barbaren gedient hätten; bald nach ihrer Ausgrabung jedoch 
wftren die Gothen, Hunnen und Sarmoten, also dr«i Völkerschaften, in Thra^en und Uly- 
rien eingebrochen. Vgl. Anm. 34. 



8». lOS 

eePB u. s. w. *) gesfliMÜi es also «nd^ daas man licli \m dem Aasgrabea 
nnd Abschneiden von Heilkjnlatem „des Goldes, oder geglühten Eisens 
snm Sehneiden bediente^ (oder anoh des Elfenb^ni^ Z>. Jhf. 1116); denn 
^ea gab an verhüten dass kaltes Eisen an die Wurzel komme.^ 1>. M. 
1148, TgL llöO**) 1157 ff^ Meier Schwab. JSäg. No. 2^***). Man furch- 
tete niaHch hievbei mehr ein Femhalten der Heilkraft der Kräuter, 
als d«s8 man an die Krankheiten abwehrende oder sie hemmende tmd 
mxm Stillstand bringende Eigenaehaft des Eisens (wie etwa bei des 
oben erwähntCBi Stillung der Zuckungen, des Bfait- und Milch- 
flusMs u. a. w.), dachte, und aas dieser Yontelhmgaweise erkläre 
ich mir auch, warum bei der Hervorlockung des Nothfcuers f), 



*) Ich will hier ein bemcrkentverthes Beispiel von g^leicher Kraft, die man dem Wasser 
ztnchriebfSafttiren. Roger von Hoyeden Amaiei Fan Fo»ter, (Savile ]i.S04) erzfthh nämlich: 
,Xodem «aas [sc. 1200] dominus Eostacbiav, abbat de Flay venit in Angliani a partibas 
Nomianiae praedieare verbrnn domioi: feeitque mirabilia in vita suil laier «laae uniim opus 
fäcit, quod est mirohile in oculis nostris. Veait itaque praediclua Eustacbius non longe a 
Cantuaria ad -villam quae dicilur Wy, et benedixit ibi fontcni quendam, cui Dominus tantam 
infadit gratianif qaod coeci irisam, c)audi gressum, mvti loqaelam, surdi andituro, et quisque 
debSKs» qai ex ponte benedielo biberit, sanitatem sa racepisse gavisw est. Venit igitur 
quaedam raulier ad abbaten illuni, a daemonibos arrepta, et ultra quam credi fas est grossa, 
quasi morbo hydropieo inflata, et pctüt ab eo, sibi restitui sanitatem. Cui abbas ille re- 
spondlt: „Confide, filta, et vadc ad natatoria fontis de Wy, cui benedixit Dominus, et bibe 
ex eo, et recipies inde sanitatem." Et abiit et bibit et vomuit et exierunt ab ea duo bnfo- 
nes ojagni et nigri, qni staüm conversi sunt in innaensofl canes et aigerrimo« et panllo post 
eonversi sunt in asinos. Mulier autem stabat attonita et aliquando cucurrit post illos furi- 
bunda, volens eos apprehendere, si posset: sed quidam vir, qui deputatus erat ad fonlem 
Olum eastodiendum, aspersit aquam de fönte illo sumptam inter muliereni et nionstfa iUa, 
qua« stalim abeuntia ascenderunt in altum, reliquenlia post se foeda vestigia. Mulier qui- 
dera ab illa hora sana facta est, magnificans Peum, qui talcm potestalem dedit hominibus. 
Vgl. oben Anm. 7. Über die zauberslörendo Kraft des Wassers. 

**) Von den daselbst aus Thiers eitirten Stellen (denn es sind awei in eint cnsanimoa- 
gezogene) steht die erste 1, 109 and fingt daselbst aa mit den Worten: «On ne s^aroit 
f xempter da pöche eeax qni poar se garantir oa poor garantir loa aatre« de malMces oa 
de ehannes* etc. bis zu den Worten MB^i^flÄee oa e«sorcol4e;* die sweita findet sich 1, 
tu, wo von einem beeoodera Aberglauben die Rede ist, welcher, sichaa die obigen Wtrte : 
„on ne s^aroife exempter de p^eh^* aaschHeasead, fortf&hrt: „eoax qui povteat sav enx uae 
radae" etc. und nach den Worten „Judas Machab^* hinsufflgt: »alnsl quo parte Pistorius 
<£pitome de Magia e. 28. 27)." S. hier Främz. Akergl. 20 a. 2». 

***) Die Parsen bedienen oder vielmehr bedienten sich ehemals zum Abschneiden dcr 
heiligen Barsombündel eines eigenen ganz metallenen Messers^ genannt Karde Bar- 
somtschin (d.i. die Messer, den Barsom zu schneiden), und bei den Reinigungen machen 
die Priester ebenfalls mit einem solchen Messer die dabei erforderlichen Keische (d.h. 
flachen Forchen). Ob diese Messer auch aus edlen Metallen, z. B. Silber, sein können, wie 
die andern heiligen GefSsse, weiss ich nicht zu sagen. Als Grund dafür, dass Metall ge- 
braucht wird, giebt man zwar die Leichtigkeit der Reinigung an ; vielleicht jedoch Ist, oder 
var es nrsprüaglieh ein anderer und mochte sich auf die Abwehr der Dews beziehen, die 
sonst durch angezflndales Feuer bewirkt wM| wie z. B. bei gebftreadea Frauen, die man 
aber aneh aaf eiserne Betten lagt 

t) Auch die Franzosen kennen es, wie es scheint; s. hier Franz. Aber gl. 26 u. 376 b. 

Gleiches findet sich aber aach bei den Tartacen» von denen Johannes de Plaocarpio b«i 
Vincent Bellov. Sp. Hut, 31, 7 berichtet: „Onines qui morantur in stationibus suis [d. L in 



104 Anmorkiuig 32. 

kein Stahl oder Eisen in Anwendung kommen durfte *) ; vgl. 
D. M. 570. 

Fnigt man nun nach dem Ursprang dieses ganzen Glaubens, so 
genügt es offenbar nicht, ihn mit Lex. Myth. 962 von Thor als dem 
alle bösen Geister und Zaubereien hassenden und jene mit seinem 
Blitz erschlagenden Gotte herzuleiten, als ob nämlich Feuerstein und 
Stahl, oder auch jedes derselben allein, gleichsam Symbol desselben 
und deshalb Zauberkräfte zu bannen kräftig wäre; denn wir sehen^ 
dass dieser Glaube sich weiter erstreckt, als über den Norden Enxopas 
allein; er muss also einen anderen mir aber noch unbekannten Ghimd 
haben. 

Wenn übrigens durch jene eherne Fliege einst alle Fliegen aus 
Neapel sollen verbannt worden sein, so ist hierbei zu bemerken, dass 
auch andere Orte, wie berichtet wird, von diesen Thieren be&eit waren; 
so der Tempel des Herkules auf dem forum boarium zu Eom, Plin. 
10, 29 (41), ebenso der Berg Carina auf Kreta ib. 21, 14 (46). 

So wie nun aber Virgil hier die Fliegen vermittels einer zaube- 
rischen Fliege aus Erz bannt, so finden wir in einem der folgenden 
Capitel (in, 12) erzählt, dass er ohne Anwendung eines ähnlichen 
Mittels jedes schädliche Gewürm aus Neapel weg und unter eine Bild- 
säule (sigillum) bannte, die sich in einer Strasse dieser Stadt be- 
fand **). 

Auch von dem h. Columba (Columbkill) wird berichtet, dass er 



ihren Zelten] oportet per ignem purificari [wie es scheint an den Neumonden ; denn von diesen 
ist kurz zuvor die Rede]. Quae scUicet purificatio fit hoc modo. Duos quidem ignes facinat 
et duas hastas juxtaeosanamqaechordaminsnnmiitatehastarumponnnt: ligantque super chor- 
dam illam quasdam de buccaranno scissiones, sab qoa scilicet cborda et ligaturis inter tUos 
ignes transeunt homines ac bestiae et stationes. Sunt etiam daae moHeres nna 
hinc et alia inde aquam projicientes ac qaaedam carmina recitantes. Caeterum si aliquis a fnl> 
gore ocdditur, oportet praedicto modo -^ per ignes transire omnes i&tos, qui in istis 8tatio> 
nibos morantur; statio siqnidem ac lectus et currus, filtra [l. fettra] et Testes et quidqud 
taliom habent, a nullo tangontor, sed ab bominibus tanquam immonda respuuntur. Et ut 
breviler dicam: omnia purificari credunt per ignem, unde quando veniunt ad eos nundi vel 
Principes aut qualescunque personae, oportet ipsos et mnnera saa per duos ignes, ot puri- 
ficentur, transire, ne forte veneficia fecerint aut venenom seu aliquid mali attulerint; ** und 
kurz vorher heisst es ebend., dass es bei den Tartaren eine Sonde sei, „lac vel aliquem 
potum aut cibum 6uper terram effundere, in statione mingere. Quod si voluntarie fadt, oc- 
ciditur, si autem aliter, oportet, quod pecuniam multam incantatori solvat, a quo pnrificetnr; 
qui etiam faciat, ut statio cum oninibus, quae in ipsa sunt, intra duos ignes transeat. 
Antequam sie purificetur, nullus audet intrare, nee aliquid de illa exportare." S. auch 
noch Castren S. 67 f. und den Nachtrag dazu S. 327. 

*) Gehört hierher auch 2 Mos. 20, 25. 1 Kön. 6, 7? 

**) S. auch Pseudo-Villanic. 28 (Grässe Beitr. S. 31.), welcher sigillum durch si- 
gillo wiedergiebt Bischof Conrad in seinem zu Anfang dieser Anm. erwfihntea Briefe 
jedoch sagt (Leibnitz 2, 698): ^Apud Neapolim est quaedam porta, quae ferrea mmieiipa- 
tur, in qua Virgilius omnes serpentes illius regionis inclusit, qui propter aedificia sobter- 
ranea et cryptas, quae ibi plurima sunt, abundant; quam solam inter caeleras portas de- 
struere timebamos, ne serpentes inclusi de carcere egredientes, terram et indigenas mole- 
starent.* 



Anmerkung 33. 105 

anB dem Fannat genannten Landstrich Ewisohen dem Jtfnlroy- und 
SwiUysen in Irland alle Ratten, Mänse und Erdwürmer wegbannte, 
dass sie indess in neuester Zeit wieder erschienen, als bei Anlegung 
einer Landstrasse der Felsblock entfernt wurde, yon welchem der Hei- 
lige seinen Bann wider das Ungeziefer ausgesprochen. Schon früher 
hatte jedoch St Patricius alle Schlangen und Kröten aus ganz Irland 
verbannt. S. Erin, 6, 321 ff., 338 ff. Vgl. oben Anm. 21. Ebenso 
soll nach einem arabischen Schriftsteller der Philosoph Beiinas durch 
einen Talisman alle Skozpionen aus der Stadt Karkan (in Bukhara) 
vertrieben haben. Not, et Eocir, 2, 495. Dieser Beiinas ist entweder 
Plinius oder Apollonius von Tyana; s. ebend. 4, 107 ff.; am wahr- 
scheinlichsten letzterer, da Apollonius namentlich wegen seiner zau- 
berhaften Bannungen durch Talismane berühmt war, wie wir bereits 
zu An^BUig dieser Anm. gesehen; vgl. 1. c. p. 112 und hier Anhang C. ß. 
Belinu8. 

So wie endlich hier Thiere weggezaubert werden, so konnte man 
deren auch hervorzaubern; s. hierüber die von Düntzer in Schei- 
ble*8 Kloster 5, 172 Anm. 168 angeführten Autoren. 

Die von Virgil als Zauberer im Allgemeinen handelnden Schriften 
sind von Gfrässe, Massmann und v. d. Hagen namhaft gemacht in den 
zu Dunlop Anm, 325 aufgeführten Werken*). 

Anm. 33. (S. 14.) 

Diesen wunderbaren Fleischscharren erwähnt auch Bischof Eon- 
rad in dem erwähnten Briefe (Leibnitz 2, 6d8). Vincent. Bellov. Spec, 
hiat, 6, 61, Pseudo-Vülani c. 22, der auch von den Marmorköpfen 
spricht c. 26 (Grässe Beitr, S. 29, 30); letzterer nach Gervasius. S. 
auch Massmann zur Kaiaerchronik 3, 444 f., wo aber Z. 24 v. o. statt 
musca vielmehr nusquam zu lesen und Z. 26 non zu streichen ist. 

lieber die zu Anfang dieses Capitels erwähnte Bannung schädli- 
chen Gewürms aus Neapel vergleiche die vorhergehende Anmerkung. 



*) Ich benutze diese Gelegenheit, um die -von Ihinlop S. 186 ang^eftthrten, den Zau- 
berer Yir^Iitts betreffenden Stellen des Gervasius sn berichtigen. 

Dass sich die eherne Fliege acht Jahre über einem Thore zu Neapel befand, ist bei 
Gervasius, wie man oben aus dem Text sieht, nicht gesagt. 

Die darauf folgende Geschichte von den zwei MarmorkSpfen über einem andern Thore 
Neapels steht bei Gervas. III, 12. 

Die dritte dort erwähnte Geschichte .von dem öffentlichen Feaer findet sieh bei Gervas. 
gar nicht; wohl aber, wie auch von Dunlop bald nachher erwähnt wird, in den Sieben Wei- 
sen Meiitem. Vgl. auch noch Anm. 34. (S. 107.) 

Ausserdem bemerke ich noch, dass die Stelle des Alexander Neckam über die Lnft- 
brficke (pons aereus, nicht „eherne Brücke", wie ich nach Donlop's brazen bridge 
übersetzte, welcher aereus gelesen haben muss) von Val. Schmidt in den Beiträgen zvr Geich. 
d. rom. Poeeie S. 155 mitgetheilt ist. Ob Neckam auch von der Salvatio Romae spricht, 
weiss ich nicht zu sagen ; die von Schmidt aus demselben den Virgilius betreffenden Stel- 
leo erwähnen ihrer nicht; dahingegen andere Schriftsteller des Mittelalters. Vgl. Mass- 
mana zur Kaiserehramk 5, 421—432. 



106 Anmerkmig M. 

So wie hier ferner erzählt wird, dass ganz Neapel auf unterirdi- 
sdien Säulen gestanden liabe, aell es nach andern Sagen von Virgil 
auf ein Ei gestellt worden sein und daher auch das Castel de 11* 
UoTO seinen Namen fahren; s. z.B. das niederländisdie Volksbuch 
in V. d. Hagen*s Erzählungen und Märchen (wiederabgedruckt in Schei- 
ble's Kheier^ Band II, woselbst sich die betreffende Stelle auf S. 148 
befindet), das englische in Thoms Coüection of early Praae-Momance^ 
2, 31 U.S.W. Im Pseudo-Yülani c. Bl (Grässe Beiir, Sw33) ist jedoch 
nur vom Castel dell* Uovo, nicht von Neapels Gründung auf ein £i 
die Bede. In einem französischen Gedichte des 13. Jahrb. (Ima^e du 
Monde)y wovon Legrand d'Aussi in den Not. et Extr, 5, 243 ff. einen 
Auszug gegeben hat, heisst es (p. 253) mit Bezug auf Virgil^ er habe 
ausser andern Wunderdingen auch ein Ei gemacht, „sur lequel ^tait 
bätie une tr^s-grande ville^ qui eroulait toute entiere, lorsqu'on re- 
muoit l'oeuf, mais qui, l'instant d'apr^s, se rötablissait d'elle-meme.'' 
Aehnlidi hiess es selbst noch in später Zeit von dem Pbaros zu 
Alexandria^ dass er auf vier gläsernen in die See gesenkten Krebeen 
ruhe. Yaemewyck Historie van Belgia 1, 25. S. auch noch Mass- 
mann zur Kaiserchronik 3, 442 f. 

Anm. 34. (S. 16.) 

Diesen Garten des Virgilius erwähnt auch das Spec. Bist, 6, 61. 
und sagt, er hätte ihn so erbaut, dass es darin nicht regnete, und 
Alezander Neckam bemerkt (s. Val. Schmidt Beitr. 8. 135), ^q^od 
Virgilius hortum suum aere immobili vicem muri obtinente munivit 
et ambivit.** S. auch Pseudo-Villani c 24 (Grässe Beitr, S. 30). 

Der Volksglaube von der wunderbaren Bildsäule, von dem Gerva- 
sius (und nach ihm Pseudo-Villani c. 23) im Folgenden spricht, be- 
ruhte, wie mir sehr wahrscheinlich diuikt, auf einer altem Sage, die 
ich bei Olympiodorus von Theben in Aegypten (zu Anfang des öten 
Jahrb., von dessen Geschichtswerk nur noch Auszüge bei Photius 
cod. 80. vorhanden sind) mitgetheilt finde, und welche folgendermaassen 
lautet (Lc. p. 58». ed. Becker): „oxt t^ 'PV^yiov pLTjTpditoXtc ian t^^ Bpsr- 
xCac, ii oü ^Tjalv 6 loTopixöc 'AXdfpt^ov im 2txeX{ccv ßouX^^cvov icapaioid^vai 
iniayft%i]yav a^aK\t.a ifdfp ^tiat teTeXeojx^vov iord^fiievov ix6Xon t^v TrEpa(a>- 
atv* TET^XeTTO 5^, (bc (jLudoXoYel, icapd tu>v dp^^aCcüV ditoTpÖTraiöv te tou dhro 
TT)c AfTVT]; irupö; xal icpoc xu>Xuoiv TiapoSou 5id ^aXdaav]^ ßapß^p«v' iv y^P 
T(p hl 'Ko^\ T5p dxo^tATjTOv Mfyfr^t^ xal iv Ttp itiptp u^p dSco^dopov. ou 
xatoXuft£vTo; öatepov Ix xe toS A^rvarou itupi; xoti ^x Tuiv ßoepßdpcov ßXix- 
ßac i\ XixeXIa IH^olto, xaT^orpe^t hi zh aL'(ak\>.a 'AaTcXTjiri^c, 6 tuiv Iv Zi- 
xeX(a XT7]|j.dTtt>v Ktt»v9xavT{ou xal nXaxi5{a( 5iotxt]x9)c xaiaoxds.^ Hier alao 
wie bei Gervasins ist von einer zauberhaften Bildsäule die Rede, 
welche den durch einen feuerspeienden Berg drohenden Schaden ab- 
wehren soll (vgl. Anm. 32.), und zwar sind die beiderseitigen Locali- 
täten nicht eben fem von einander gelegen, so dass die Sage nicht 



Aumerknng 34. 107 

weit zu wandern brauchte*). Mit letzterer hat sich aber in späterer 
Zeit» wie es scheint, noch ein anderer Zug verbunden, nämlich der 
von der ehernen Tuba. Ich finde nun zwar nicht, dass sieh irgend 
Etwas der Art in oder bei Neapel befunden; Jedoch waren auch an 
andern Orten ähnliche Sagen in Umlauf. So erzählen die Bauern um 
Saratow und Wladimir noch heute, dass Alexander, nachdem er 6og 
und Magog in den Kaukasus eingeschlossen (vgl. Anm. 17.), in den 
Eingän^n desselben swölf Trompeten angebracht habe^ die^ wenn der 
Wind hineinstosse, ertönen, so wie dass jene Völker nur durch die 
Meinung, ein Heer halte noch immer die Pässe besetzt, davon abge- 
halten werden hervorzubrechen. Einige Trompeten seien aber schon 
umge&dlen, noch andere durch Vogelnester verstopft, und so würden 
jene Biesen doch wieder einmal die Erde überschwemmen und Alles 
verwüsten. S. Kohl Beisen in Sudrusdand ly 292. In Constantinopel 
hingegen sollen vor der Eroberung durch die Türken auf der Seemauer 
wirklich grosse Trompeten gestanden haben, die bei heftigem Nord- und 
Südwinde von dem Winde selbst geblasen wurden, und deren Schall sich 
durch ein künstliches Echo der nächstgelegenen Thürme wiederholte; 
s. Codinus Eoccerpta Antiquit, Constant, Bonn 1843 p. 86 ff. Der Ort, 
wo sie standen, hiess B6«tvov, undLambecius bemerkt zu dieser Stelle: 
„ß6xivov et ßo6xtvov gracco-barbaris dicitur buccina. Credo autem 
ejnsdem generis locum fuisse, qui in quarta regione antiquae Bomae 
fuisse memoratur, et nomen habuit Buccinum aurcum.'' 

Das siebenfache Echo der frühem von Byzas, dem Gründer von 
Byzanz, erbauten Mauer, welches durch oben so viele Thih'me hervor- 
gebracht wurde, erwähnt Codinus 1. c. p. 6, wozu Meursius bemerkt: 
^De Septem Byzantii turribus huic loco congrua vide apud Suidam in 
BuC^iov, Cedrenum et Zonaram AnnaL 3. in initio«'' 

Noch will ich erwähnen, dass Bischof Konrad in seinem Briefe 
an Arnold von Lübeck (Leibnitz Scr, JB. Br, 2, 698) die vorliegende 
Sage mit der oben (S. 105 Anm.) aus den Sieben Weisen 
Meistern angeführten vom öfiPentlichen Feuer zu vermengen 
scheint, wenn auch letztere vielleicht aus ersterer entsprungen sein 
mag. Er erzählt nämlich: „Est ante civitatem Vesevus mons, ex quo 
igniB, multos involvens cineres fbetidos, intra decennium semel solet 
exhalare: cui Virgilius opposuerat hominem aereum, tenentem balli- 
stam tehsam, et sagittam nervo applicatam. Quem quidam rusticus 
admirans, eo quod semper ballista tensa nunquam percuteret, impulit 
nermm. Sagitta prosiliens percussit ps montis, et continuo flamma 
prosiliit, nee adhuc certis vicibus cohibetur." 



*) Anth bei orieotaliaehen SchiifUieUern ist oft von ehernen an Meeresuferm ftufgerich- 
lelen Bildsäukn die Rede, welche jedoch nur anzeig-ea sollten, dass man nicht darüber hin- 
aus fohren könne; so s. B. auf den Kanarischen Inseln und in einer Bardiuila genannten 
Stadt im Lande der Franken. S. Noi, ei Ettr. II, 23. 997. 639. VUI, k. 



108 Anmerkung 35. 36. 

Anm. 85. (S. 17.) 

Tharsander, der in seinem Schauplatz vieler ungereimter Meinun- 
gen 2, 308 und 554. von Virgilius spricht, erzählt unter Anderm : »Die 
Neapolitaner glauben/ der Berg Pausilippus sei durch die Zauberbe- 
schworungen des Virgilii durchbrochen worden, obgleich viele Scri- 
benten bezeugen, dass lange vor Virgilii Zeit ein Weg dadurch ge- 
gangen.^ Auch Christoph Marlow in seinem Trauerspiel Faast (Old 
Plays 1816 I, 42) erwähnt diesen Wunderweg: ' 

„There we saw leamed Maro's golden tomb, 
The way he cut an English mile in length 
Thorough a rock of stone in one night's space.^ 
S. Val. Schmidt BeUr,S.lSd. Bei Pseudo-Villani c.30. (Grässe S.32.) 
Auch Bischof Konrad in dem bereits mehrfiach angeführten Briefe 
(Leibnitz 2, 698.) scheint von diesem unterirdischen Weg zu reden, 
wenn er sagt: „Est ibidem [bei Neapel] mons barbarus, ad quem 
per viam subterraneam per medium maximi montis accessimus, per 
tenebras infernales, tanquam ad inferos descensuri.*' Er erzählt dann 
weiter: „In quo monte in ipsius montis visceribus maxima sunt palatia 
et vici, quasi maximae civitates, subterranei, et fluvii ferventes aquae 
subterranei, quos quidam ex nostris viderunt, et sub terra quasi per 
spatium duorum milliarium processerunt. Ibidem thesauri septem re- 
gum asseruntur repositi, quos daemones custodiunt in aereis imagini- 
bus inclusi, diversas terribiles imagines praetendentes, quidam arcu 
tenso, quidam gladiis, quidam aliis comminantes.'' VgL auch noch 
Massmann zur Kaiserchronik 3, 441 f. 

Anm. 36. (S. 17.) 

Die Vorstellung, dass Vulkane die Aufenthaltsoi-te verdammter 
Seelen seien, war im Mittelalter sehr verbreitet, und von dem im Text 
gemeinten Vesuv wird bekanntlich auch erzählt, dass Theoderich in 
denselben gestürzt worden sei; s. Massmann in der Germania 7, 243. 
und zur Kaiserchronik 3, 947. So erzählt Sigbert ad a. 998 (Pertz 
Mon, 6, 353): „Illo tempore [sc. Notgeri] quidam religiosus ab Hiero- 
solymis rediens in Sicilia reclusi cujusdam humanitate aliquamdiu re- 
creatus didicit ab eo inter caetera, quod in illa vicinia essent loca, 
quae loca vocantur ab incolis ollae Vulcani*), in quibus aui- 
mae reproborum luant diversa pro vitiorum qualitate supplicia, ad ea 
exequenda deputatis ibi daemonibus; quorum se crebro voces, iras, et 
terrores, saepe etiam ululatus audisse dicebat plangentium.^ So glaubte 
man femer, dass unter und in dem Berg Hekla auf Island eine sehr 



*) In Bezug auf die Worte „quae loca" bis „Vulcani" sagt der Heraosgeber 
Bethmann bei Periz 1. c. Anm. 64 (ad a. 999, wozu angemerkt ist, dass diese ganze Nach- 
richt aus der Vila Od. entnommen sei): „Haec desunt in Petri Oamiani vita S. OdOonis 
c. 17. Addidit ea Sigebertns ex a. 532 cf. Giab. Rod. II, 7. Föns onmium hojasmodi nar- 
rationum est Greg. Dial. IV, 30." Vgl. Germama a. a. 0. Anm. 3. 



Anmerkung 87. 38. 109 

grosse Hölle sei; 8. Alb. Trium Font ad a. 1130 (Leibnits 2, 265 ff.). 
Und in dem (yon Aegidios «ugefägten) c 8. des Anseimus (ChapeaT. 
1, 113.), welche Stelle ich deswegen ganz mittheile, weil ich (Anm. 64) 
wieder darauf verweisen werde, heisst es: „E^at tunc temporis [im 
J. 688] vir oculis caecatua, unus de illis, quibus Ebroinus effoderat 
Inmina, in insula Lugdunensi, quae barbara dicitur, qui cum noc- 
tomo tempore super ripam Bodani fluminis orandi gratia resideret, 
audivit navigantium impetnm et magna vi brachiorum contra im- 
petum fluminis insurgentium; cumque interrogaret, quo navigium 
illud tenderet, yox in auribus buIb percrebnit: „Ebroinus est, quem ad 
vnlcaniam oll am deferimus; ibi enim facti sui poenas luet*)* 

Anm. 37. (S. la) 

Vgl. Dietrich in der bereits oben (zu Anm. 22.) angeführten Ab- 
handlung über die deutsche Wasserhölle in Haupt's ZeiUchr. 9, 
175 ff., wo (S. 183 ff.) auch das vorliegende Cap. des Qervas. ange- 
führt wird. 

Anm. 38. (S. 20.) 

Das vorbeigehende Capitel, welches ich ausgelassen habe, fährt 
die Ueberschrift: De figura Domini in Ediaaa, 

Dass viele Heiligenmirakel aus heidnischer oder doch nichtchrist- 
licher Quelle hergenommen sind, weiss jeder, der sich mit dergleichen 
Forschungen besd^iftigt. Obgleich es nun keineswegs meine Absicht 
ist, hier näher auf diesen Gegenstand einzugehen, so kann ich doch 
nicht umhin, auf die auffeilende Aehnlichkeit des in dem letzten Theil 
des vorliegenden Capiteb des Gerras. erzählten Wunders mit einer die 
Herkulesstatue zu Erythrä in Eleinasien betreffenden Mythe hinzu- 
weisen, welche von Pausanias 1. 7, c. 5, §. 3. ndtgetheilt wird und fbl- 
gendermaassen lautet: „^oOcItjc &' &v xa\ Tip iv 'Epul^palc 'HpoxXeCqi . . . 
xatd dp)^auJiT72Ta* t6 hi afoik^ outc toTc xaXoup.ivotc AifistdoiOy oute tcov 
'AmwovToTc dp^aittiTdToic ipi^cpic« e{ li Tt xa\ äXXo, ix^t^vk i^n Aifinrnov, 
e^sMa Y^p E^XcDv xal iii aörv]$ 9c^ ix T6pou ttJc OotvCx'v^c iS^nXcuoe* xa9 
vJvTtva II aixitn oithk aörol touto ol 'Epudpatot XiYouotv. d>c hi U t9]v ^d- 
Xamov d^ixcTO ii ajjAla v^y 'I<i>va>v, ^aal aör^v öppifaaa&ai 7cp6c axpa xa- 
XoufUviQ McadriQ* iq ^ iort |i^ t^c Vjitefpou toTc h. tou 'Epu^paCmv Xt(j,£voc 
ic vijaov TJ|v XCov icXiouot touto iid fjicaaCTaTov. iitcl li ^ arjutUa x&Lxä t^v 
dfxpav lox^i ^vTOu&a icoXtiv fjiiv ol 'Epu&paToi ic6vov, o6x iXiooova hk lo^ov 
ol Xtot, noio6fACvoi oicouS^v icapd o^ac xocraYctv IxdTcpoi t6 afak\>.a. t^oc 
Ik 'Epu&paloc avOpcDTtoc, ^ ßi6c itir* tjv iidb %dka9arii yr^ovoK xoi SyP^ 
iyj^üwi ((U^&apTo hi bizh v6oou to6c 6ff%aknLo{tQ, ovopia hi ol OopptCiov ^v) 
Oüioc 6 itkub^ cl^v 6^v* övcfpaTOC, cbc Tac 'Epu^paCcov Y^tf^^tfC dnoxeCpO' 
o§at i£oi Tdc x^fxac, %al oütco touc avSpoci nXcSapLivoüc xdiXcov ix TÖ>y Tpi- 
^ttiv, t9)v o^ed(av napd o^ac xacdSetv. al pi^v 5^ doral T(uv y^^%<<>v o65a- 
(MDc &iiaxo6ctv T«j> övtCpaTt ißo6XovTO. 6ic6ffat S^ tou 6pax(ou Y^voc iSoO» 



•) Vgl. za dieser Enfihlang Mone Getek. d. ff. 2, 279 ff. 



110 Anmerkung 39. 

Kstiov, xal o&Mttc o^iotv i^iuMpatc i]v ivrodi^ ßi6^ dtcoxetpoi icof^x^usc^ 

8fd9«uc ic t6 'Hp«xX^b6nf i9tt pvotXMV pidvooc, «fli TÖ xoXii^iov xh ix TU»V 
tpt)^(ttv ftal ic %>i £x( oi inig^^tot ^uXdooouotv. xod Si^ xoU ^bv &kfia ol a6* 
toi oüTOt dbvaßXi^tti Tc «al 4p^v tö Xotic^ tou ßto5 cpotaCv.^ Hier finden 
wir also in beiden Legenden ein Fahrzeug, welches mit einem Götter- 
bilde dem Meere überlassen, -oime menschliche Leitung einherfaiiit;, 
um dessen Besits dann zwei Städte streiten, und welches auf wunder- 
bai» Weise von einer denelben in den Hafen geführt wird; der 
Fisidier der Mythe endlich e«tspri^t dem Bisehof d^ Legende« 

Anm. 39. (S. 20.) 

Woher Gervas. die jüdische Tradition holt, die er in diesem Cap. 
erwähnt, weiss ich nicht. Es giebt übrigens, wie bekannt, mancherlei 
ivtbbinische Sagen in Betreff des Sabbaths; so die rom üusse Sabba- 
thkm, die wahrscheinlich aus dem Tcoxapiöc £aßßaTix6c entstanden ist, 
von welchem Jos. de BeUo Jud. 7, 13 (24) spricht; cf. Plin. 31, 2(18); 
femer die von der Sabbathseele, welche jeder am Sabbath erhält und 
die Ihn beim defaluss desselben wieder verlässt u. s. w. 

Was nun jene wunderbaren Steine mit wechselnden Bildern be- 
trifft, Ton denen Gervas. in dar jüdischen Sage spricht, so kann ich 
daan nur etwas Ärmliches aus Plin. 37, 10 (54) anfühlten, wo ez^ Ton 
einer Art indischer Achate sprechend, sagt: ,,Iteddunt enim species 
fluminnm, nemomm et jumentorum, etiam esseda et staticula, et eque- 
rum omamenta. Medict coticulas inde iaciunt. Spectasse etiam prod* 
est ooalis.'' Jedoch denke ich dabei auch an den Becher desDschem- 
sdiid, über welchen vgl die von Grässe lÄt, Gtachickte 2, S, 168 an- 
gefiihrten Scfarifbteller. Leihnitz indess bemerkt eu dieser Stelle von 
den Wundersteinen: ,, Videntur hie intelligi gemmae in £guras sculptae, 
({uas hodie Cameos diotmus;^ wie ich glaube, nicht richtig. 

Auf eine ^Misfiünrliche Abhandlung über die Zanbersteine hier eia- 
zugehen, ist nicht meine Absicht; nur die Bemerkung will ich noch 
hinzufngoi, dass zu den Z>. M. 1166 ff. 1227 ff. angeführten Wundei^ 
steinen nnd Wünschelruthen auch der Wunschstein zu zählen ist, Y<m 
dem es in dem Mabinogi P^r^dur (Yillemarqu^ Cord, pop. 2, 202) 
heisst: „II existe une montagne, appeliee leMont-des-Douleurs, et sur 
cette montagne il y a un Kam [i. e. roeher] et dans l'interieur du 
Kam il 7 a un serpent noir, et ä la queue du serpent jest attaohäe 
une pierre -pröcieuse; et la vertu de eette pierre est teile, que quicon- 
que la prend )dans une main, a dans Tautre, k llnstant m^me^ autant 
d'inr qu'ü sn ^peut souhaiter.^ Schlax^n besitzen «onst Goldkronen 
und andere Wundecsteäne (D. M, 1169 ff. )> jedoch gewühnlich auf und 
in dem Kopie, nicht wie hier am Schweif; mn solcher Stein ist 
z.B. der .Siegstein (JD. M, L c), wdoher in dieser seiner Eigenschaft 
dem von Gervas. genannten Achates entspricht: „Achates cum achate 
herba facit victorem.** (p. 970). 



Anmerkung 39. 111 

Die Unsichtbarkeit yerleiben sollende Eigenschaft der keliotro- 
pia, richtiger heliotropium, erw&hnt schon Plin. 87, 10 (GO): „Ma- 
gomm impndentiae Tel manifestiBsimum hoc qaoqne exemplum est, 
quoniaai admizta herba heliotropto, quibosdam qnoque additis prae- 
cantationibna, iperentem conspiei negent^ Andere mit dieser Kraft 
begabte Dinge werden aufgefiihrt von Düntaer in Scheible's ISatier 
5, 151 ff. In den IA§ende» NamuroUes par A. B[orgnet]. Namur 1837. 
p. 209 f. heisst es: ,,Obtemr le don d^invisibilit^ est öhose facile. H su£fit 
d'aller yar im beaa elair de lunCi ä minoit, an centre d*un earrefoor, 
piea duqael il y ait soit une haie soit tm buisson, sacrifier un cdiat 
noir, de mettre la victime dans un aac de cuir, et de placer le tont 
8ur la haie ou le biusson. Le lendemain le diable a deror^ Toffirande, 
et n'a laissö qu'un os qui donne ä son possesseur la facolt^ de se 
rendre invisible.^ Auch Thiers 1, 361 ff. erwähnt derartige Ringe, 
indem er dabei besehreibt, wie ein soldier gemacht sein muss: ,,D dost 
etre d*argent et il &at y enchasser nne petite pierre qoi se tnouTe 
dajw le gozier d'ua corbeao, nouvellemeot ^los et y ^crire par le de» 
dans ces mots: Beelzebuth Incana Losta etc.^ Alberich's Bing 
macht ihn unsichtbar (nach dem Anhang Bum alten Heldenbuch, wie- 
dorabgedrackt bei Klasse Idt, Geaeh. 2, 3, 46) oder dem sichtbar, der 
dens^ben besitsi, D. M. 42>h Auch dem Kaiser Fiiedricfa BoihbaEi 
wurde vom Prieslier Johann 'cSsi Unsichtbarkeit yerleihender BSag ge« 
schickt, Massmann KoMer Friedrich «.s.w. 8. 12 ff., und unter den 
13 Wunderdingen der brkttsnbdben Insel befimd sich gleichfalis räi 
solcher Ring, wie Villemarquii Cord, pop, 1, 114 (nach Jones muwsai 
aahd paeücal remainß öf the Wdsh hcutrda p. 47) anfuhrt, welcher Bing 
dann auch in dem Mabinogi Owemn (Viüesoarqu^ L c p. 255 ff.) und 
im aitfiranz. Yvain wieder Yoskommt. Er musste^ um «eine veiber- 
gende Kraft eu besitaEca, mit dem Stein nach der innem Seite der 
Hand gedreht werden, wie der Bing des Gyg«s. Anoh in dem Mabi- 
nogi Piridwr wird ein unsiolithar machender Sdelslein erwähnt; s. YiUe* 
marqa4 1, c. % 207. Das Attenkfönlein D. M, 651 beshxt gleite 
Kgttisehaüt;, ebenso wie der Samen des Farmkxantes, D, IL 116<^ 
dem Friedrich von Schwaben ^bt die achone Prangnat eine Wuisel 
von derselben Kraft; s. Germania 7, 103 ff.; ein Aberglaube aus dem 
Jächsethal bei Meiningen ist folgender: „Ein Zeisignest, das gewöhn- 
lich auf Erlenb&umen an Bächen versteckt ist, kann Niemand ent- 
decken, ausser wenn er den Schatten desselben im Wasser sieht; denn 
der Zeisig legt ein kostbares Steinchen in sein JNest, wodurch es un- 
sichtbar wird.^ Haupt's ZeiUchr, 3^ 861; in Bauen, bei Förstentwalde, 
und in Wendisch -Buehholz (im Osten der Mittehaark) heisst es, dau, 
wenn Jemand in der Nenjahrsnacht meinem Nachbar eine Wageamage 
südt und diese auf seinen Wagen nimmt, so bewidit die Murr an e, 
dass ihn der Fösster nicht sieht, wenn er in die Heide fiÜurt, maHefe 
za stehlea; ebend. 4^ S86 u. s. w. u.e. w. S. auch hier JFVoBs. Aher^. 

241, 4ia 



112 Amnerkung 40. 40* 41. 

Anm. 40. (S. 21.) 

Der Inhalt dieser Legende, die sich auf den bdcannten Wind von 
Nions (Dep. Drome) bezieht, der auch jetzt noch Po ntias genannt wird, 
gehört zu dem alten Qlanben von Windmachern, Winäverkäufem 
u. 8. w., über welche vgl. D, M, 606, 1041. Hierher gehört auch der 
Windschlauch des Ulysses Od. 11, 19 ff. 

Ohne Zweifel ist nnter dem h. Cäsarius, der hier einen wahrliaf- 
ten Wunschwind verleiht, der alte Gott, d. h. Wnotan, verborg'eii, 
welcher den oskabyrr sendet (Z>. M, 156 ff.), wahrscheinlich durch 
seinen Wunschhut (Wolf Beitr, S. 11); letzterer musste sich jedocli 
bei einem Heiligen in einen Haädschuh verwandeln. 

Der Glaube an Windverkaufer war jedoch nicht bloss dem Norden 
Europas eigen, denn er findet sich auch in der Bretagne und zwar 
noch in späterer Zeit; die Tr^s-ancienne Coutume dieser Provinz 
spricht nämlich von „vilains natres ou gens qui s'entremettent de ven- 
dre vilaines marchandises, et qui sont menestriers ou vendeurs de 
vent etc." Villemarqu^ Barzaz-Breiz 1,56 (Einleitung zaLesNains). 

Anm. 40* (S. 22.) 

Die Legende von dürren Stöben, die wieder frische Blüthen trei- 
ben, ist weit verbreitet und geht ohne Zweifel ursprünglich auf den 
blühenden Stab Aarons zurück. So finden wir ' dergleichen D, S. 
No. 180. 355. 454 (2, 140 ff.). K. M, Kinderlegenden No. 6. (Die drei 
grünen Zweige,) Schott Wctkushische Märchen No. 15. (Der VersSih- 
wungsbaum.), Müllenhoff zu No. 188, Wolf N, S, No. 141, 571. Sagen 
von Halberstadt^ dem Harz u. s. w. (Halberst. 1847) S. 253 (Der grü- 
nende Peitachenstock.), Baader Sagen des NecharOiah S. 230 ff. (Der 
Weissdorn zu Wimpfen), F^tis Legende de St Hubert (Brux. 1846) 
p. 102 Note 31, Leg. Aar, c. 100 (de S. Christophoro) p. 432, Ponta- 
nus von Breitenberg Bohemiapia 1. 2 in. (Francof. 1608. p. 11); Giässe 
Beitr. S. d3 (die Sage vom Stabe des h. Joseph) u. s. w. Eine ähnliche 
Legende auch bei Greg. Turon. de Gloria confess. c. 23. Auch der 
Stab des Tannhäusers gehört hierher. D. M. 888. Vgl. auch noch 
Massmann zur Kaiserchronih 3, 1015 ff. 

Anm. 41. (S. 22.) 

Die Geschichte von dem wunderbaren Bette wird ausführlicher 
erzählt bei Nennius §. 74, wo es so heisst: „Est aliud mirabile in re- 
gione, quae vocatur Ceireticiaun. Est ibi mons, quae ß. qu{\ cog^o- 
minatur Cruo Maur; et est sepulchrum in cacumine illius. Et omnis 
homo, quicunque venerit ad sepulchrum, et extenderit se juxta ilhid, 
quamvis brevis fuerit, in una longitndine inveniuntur sepulchrum et 
homo, et si fuerit homo brevis et parvus, similiter et longitudo sepul* 
chri juxta staturam hominis invenitur. Et si fuerit Ibngus atque pio- 
ceruB, etiam si fuisset in longitudine quatuor cubitorum, juxta statu- 
ram uniuscujusque hominis sie tumulus reperitur.^ Hier und bei Grer- 



Anmerkung 42. 113 

▼83. ist doch wohl von demselben Bett die Rede? Nennius fügt dann 
noch hinzu: „Et omnis peregrinus taediosusque homo, si tres flectiones 
flectayerit juxta iUud, non eiit taedium super se usque ad diem mortis 
suae, et nonr gravabitur iterum ullo taedio, et! am si abisset solus in 
extremis finibus cosmi.^ 

Hier hätten wir also das gerade Gegentheil des Prokrustesbettes. 

Anm. 42. (S. 23.) 

Yen den Kämpfen des Wiesels und der Schlange ist bei Plinius 
oft die Rede; s. H, N. 10, 74 (94). 32, 3 (12). 8, 27 (41). 20, 13 (51), 
an welchen letzten beiden Stellen gesagt wird, dass das Wiesel seine 
Ejraft vor und bei dem Kampfe durch Fressen von Raute (rata) 
stärke ; des Fenchels (caerefolium) thut er jedoch hierbei keine Erwäh- 
nung. Man scheint indess letzterer Pflanze im Mittelalter besondere 
Wunderkräfte beigemessen zu haben. Vgl. hierzu Ell, 83. Was fiir 
ein Kraut aber mit dem von Gervasius genannten panis calidus 
gemeint sei, weiss ich nicht zu sagen. 

Jene Raute nun mag zu dem andern Glauben Anlass gegeben 
haben, dass das Wiesel durch ein gewisses Kraut andere todte Wiesel 
wiederbeleben könne (wovon in dem Lai (TEliduc der Marie de France 
die Rede ist)*), so wie überhaupt das Wiesel für ein geisterhaftes, 
zauberkundiges Thier galt. D. M. 282. 634. 1081. Auch in einer Jü- 
dischen Sage (Tendlau No. 29) wird ein Wiesel als Zeuge eines Schwu- 
res angerufen, und erscheint später sogar als Rächer des Bruches des- 
selben; in so weit also abweichend von den sonst als Zeugen angeru- 
fenen Thieren, wie z.B. den Kranichen des Ibykus, über welche und 
ähnliche Sagen s. v. d. Hagen Ges, ah. zu No, 8 **). 



*) Gleiche Kraft besass nach Plin. 25, 2 (5) das Kraut balis, wie ein anderes, dessen 
Name er nicht anführt. Durch beide wurden todte Menschen wiederbelebt, durch ersteres 
auch eine junge Schlange (draconis catulus) von der alten (a parente). Letzterer Fall erin- 
nert an die Fabel von Glaukos, dem Sohn des Minos, cf. K. M. 3, 27 (zu No. 16.}. In der 
Mythe von dem Meergotte Glaukos ist aber auch von einem Kraute de(C(O0V die Rede, 
welches einen todten Fisch wieder lebendig macht. Tzetzes zu Lpeopkr. v. 752. 

**) Zu den daselbst Bd. 1 S. CVI angeführten Nachweisen füge noch Robert Fablet 
Inei. % 4S2 ff., MüUenhoff Sagen atu Schteno -Holst, zu No. 187, Tatuend und eine Naekt 
(Nacht 940) 14, 209 ff. Breslau, AntDori Sohaäi s. Loiselear des Longchamps Origine de» 
fabUi Indienne* p. 71, so wie ein betschuanisches Märchen in Kletke's Märeheiuaal 3, 387 fL 
In Betreff der Sage vom Hund des Aubry s. Dunlop Anm. 216, wozu ich jetzt noch be- 
meike, dass auch Dietmar von Merseburg l. I, c. 16 (Pertz 3, 742) von einem Morde er- 
zfihlt, der im Palast Kaiser Heinrich's I. durch einen den Mörder angreifenden Hund ent- 
deckt worden sei, von einem Zweikampf ist jedoch nicht die Rede, so wie dass femer schon 
Ambroans im Uexaemeron 1. VI. c. 4 (p. 882 der Opera. Paris 1669) Folgendes erzählt: 

„Antiochiae ferunt in remotiori parte urbis crepusculo necatum virum, qui canem sibi 
ad^onctum haberet. Miles quidam praedandi studio minister caedis extiterat: tectus idem 
tenebroso adhuc diei ezordio in alias partel concesserat: jacebat inhumatum cadaver, fre- 
quens spectaatium vulgus astabat: canis questu lachrymabili domini deflebat aerumnam. 
Forte is, qui necem attnlerat (ut se habet versutia humani ingenii), quo conversandi in me-* 
dio antoritate praesumpta fidem ascisceret innocentiae, ad illam circumspectantis populi 

Genrasii Tilb. otia imp. 8 



114 Anmerkung 42. 

Das Wiesel ist aber auch eins von den Thieren, deren Gestalt die 
dem schlafenden Körper entschlüpfende Seele annimmt; so in der Gre- 
schichte des Guy von Wurwick (Ellis Ecuiy Englüh Metr, Rom, p. 223. 
Lond. 1848) und in Vincent Bellov. 8pee, Nal. 2, 108 (aus Helinan- 
dus 1. 13) *). Ueber andere dergleichen Thiere s. D. M. 1036 ff. Z>. 
S. No. 247. Wolf N. Ä No. 250. Meier Schtoäb. S. No. 201. 202. 
In dem ungarischen Märchen „Pengö^ (Kletke Märchens, 2, 18 ans 
Mayldth's Sammlung) ist ein goldener Hirsch die Seele eines schla- 
fenden Zauberers; aus welchem Hirsch, nachdem er getödtet ist, dann 
wieder die Seele als goldenes Lamm, aus diesem als goldene Ente und 
aus dieser als goldener Käfer entflieht Als dieser zuletzt verbrannt 
wird, sinkt auch der Zauberer in Asche zusammen. 



Mcessit coronam et velut miserans appropmquavit ad funns. Tuni eania sequeatrato p«alisper 
qaestu doloris, anna nllionis assumpsit atque apprehensiim tenuit et velut eptlogo qoodam 
miserabile Carmen immumiarans, universos convertit in lachrymas, fidemque probationi de- 
tulity quod solum tenait ex plurimis nee dlnilsit. Denique perlarbatus ille, quod tarn mani- 
festum rei indicem neque odii neque inimicidaram neque invidiae aut ii^'uriae alicnjos po- 
tent objectione evacoare, crimen dtutins neqoivit refeilere. Itaqne, quod erat dilBcilius, 
ultionem persecutus est, qnia defensionem pracstare non potuit." Hier also ist noch, von 
keinem Zweikampfe die Rede, ^uch Giraldus Cambr. IHn. Hib. 1, 7 erzählt, wie er selbst 
angiebt, nach Suetonius de animanHum naturit und Ambrosius denselben Vorfall and zwar 
fast mit den nSmIichen Ausdrücken; jedoch lautet der Schluss verschieden; denn nach den 
Worten: »quod solum tenuU ex plurimis nee dimisit* ßhrt er so fort: „Praesertim com oec 
odii neque invidiae aut injuriae alicnjos poterat objectione crimen illatum evacoari. Ob tan- 
tam igitur tam vehementem homicidii praesumptionem (milite tarnen conslanter inficiantc) 
judicatum est duello rei cerlitudinem experiri. In campo itaque constitutis et vulgi circuni- 
stante corona, hinc cane dentibus armato, tllinc baculo cnbitali milite munito, taodem cane 
Victore vietus homicida snccubuit et ignomiiüosam publice palibulo poenam dedit" Hier 
haben wir also schon den gerichtlichen Zweikampf^ der bei Ambrosius noch fehlt und da- 
her von Giraldus aus der erwähnten Schrift des Snctonius entnommen sein muss, über 
welche ich jedoch nichts Näheres weiss. Auch dieser Suetonius selbst ist mir ganz unbe- 
kannt und nur noch bei Wilhelm von Malmesbury de gf-tti* Pontif. Angi. 1. 2 p. 251 finde 
ich ihn mehrmals citirt. — Dass übrigens auch die Mörder des Hesiod durch dessen Hund 
sollen entdeckt worden sein, ist bekannt. 

*) Ich will hier diese Stelle vollständig außlhren, da sie in den D. 8. No. 455 nur mit- 
telbar nach Wier mitgetheilt ist. Es heisst dort so: 

,,Simile quiddam de phantastico homine meroini ;ne audivisse ab Ebando patruo meo. 
qui futt camerarius Henrici Rhemensis Archiepiscijpi, fratris Ludovid Regia Francomm. 
Dicebat enim quod eodem Henrico tempore quodam aestatis somnum meridianum in iltnere 
eaipente, qnidam miles inter caeteros aperto ore dormiebat post prandinm, de ciyns ore 
Visa est ab alüs vigilantibus, quaedam alba bestioia io modum mostelae exüsse, et nsque 
ad rivulum illic prope currentem venisse. Cumque transire veQet nee posset^ discnrrabat 
per ripam hoc, et illuc, «i forte transitum inveoiret. Quidam autem aspidentitim earreas 
evagioatum gladium loco pontis in transversum ejusdem rivuli, qui valde aognstns erat, 
posuit, moxqne bestioia deauper currens rivulam transivit, et longins ultra transeurreBS non 
eomparait; post aliquod spacium redieos ad eundem rivnlom qoaerebat transitum. Qao noo 
invento üle giadium ot prius in transversum rivuli posoit, et illa cito traosieos ad os dor> 
nuenlis, a quo exierat cucurrit, et alüs videntibus intravit; mox ille expergefados est; et 
interrogatus utrum aliquid domriens vidisset, respondit mnltum se per somaiaai fatigatam 
foisse, et midtas vias difficiles ambolasse, per ({uandam aquam bis supor pontam ferream 
tranivisse. Ex qoibos dktis sodi credidenmt verum fuisse, quod iUa somaiavent. Hoc 
idem de Gnaciano Hege legitor.* Statt dieses letztgenannten Guacianas iit sa 
lesen Gnntramus; s. Paulas Diacoaus III, S4. 



Anmerknng 42. 115 

lieber songtige VorfitellmigeD, die man in Betreff der ^elen hegte 
oder noch hegt, ist in der Z>. M. 786 ff. die Rede, woselbst 788 ff. der 
Volksglauben besprochen wird, nach welchem die Seele bei ihrem Ab- 
scheiden vom Körper Yo geige stalt annehmen soll. Auch in der 
Vita S. Conradi Qudfi c 9 (Leibnitz Scr, R. Br, 2, 8) erscheinen da- 
her sswei Seelen Verstorbener, die keine Ruhe finden können, bei dem 
Schlosse Laufen am Bhein als Vögel, und in Wolfs D, 8, No. 58 be- 
kennt eine wanderschön singende Nachtigall im Walde bei Basel, znr 
Zeit des Conciliums, sie sei eine verdammte Seele, die bis zum jüng- 
sten Tage dort bleiben müsse. In Hermans Ton Lerbeke Ckron. Epiae, 
Mind, c. 8 (Leibnitz 2, 164) sieht eine Nonne des Klosters Overenker- 
ken im Bisthnm Minden die Seelen ihrer TOn den Ungarn (im J. 986) getöd- 
teten Mitschwestem in Gestalt weisser Tauben emporfliegen; des Bischofs 
Heinrieh v. Lübeck Seele erscheint gleichfalls als schneeweisse Taube, 
8. Deecke LAÜAscke Geschichten und Sagen No. 15, so wie auch ein Ton 
den Litthanem verbrannter Christ als weisses Vögelein zum Himmel 
emporsteigt, s. Tettau und Temme Preu8s, Sag, No. 66, und bei Wolf 
a. a. O. No. 57 zeigt sich die Seele eines ruhelos häufig in ihrer Ge- 
stalt wiederkehrenden Mägdleins bei der Vollendung ihres frommen 
Gelübdes in der Kirche als ein grosser schneeweisser Vogel gleich 
einem Schwan^ der am Altar verschwindet; vgl. ebend. No. 56, Baa- 
der Badische Sagm No. 839. Alber. Tr. Font, ad a. 1130 erzählt, dass 
isländische Hirten die Seelen einiger Verdammten in Gestalt schwar- 
zer Haben und anderer Vögel in den Hekla stürzen sahen; nach einer 
Pommer'schen Sage (Temme S. 291) zeigt sich noch jetzt die Seele 
einer verbrannten Hexe in Gestalt einer Elster; s. auch Baader a. a. 
0. No. 306, 326, und im Walewein v. 5840 ff. (s. van den Bergh Proeve 
p. 102 ff.) baden sich die Seelen der Sünder gleichfalls in Gestalt 
schwarzer Vögel in einem brennenden Strom und kommen als 
weisse wieder heraus. Nach einem irischen (jedoch nur lokalen) 
Volksglauben hausen die Seelen des Urvaters und der Urmutter der 
Menschen in Adlergestalt auf der am Ausgang der Killerybay (in Gal- 
wby) gelegenen Insel Innis-Bofin (s. Erin 6, 397, vgl. auch 395 ff.). 
Ebenso erscheint in dem oben angeführten betschuanischen Märchen 
die Seele des erschlagenen Massiloniane als Vögelein wieder, so wie 
auch nach dem Glauben der Araber vor Muhamed aus dem Gehirn 
des Menschen, sobald dieser seinen Geist aufgab, der einer Nachteule 
ähnliche Vogel Häma oder Sa da entstand, der das Grab des Ver- 
storbenen alle hundert Jahre einmal besuchte*). Vgl 1001 Nacht 



/ 



*) Andere erzählten von diesem Vogel, dass er fortwährend das Grab des Todten 
unter lautem Klagfegeschrei umflatterte und ihm Nachrichten über seine Kinder hinterbrachte. 
War jener nicht auf natürliche Weise §festorben, sondern das Opfer eines Mordes gewor- 
den, so rief der Vogel : „Esk^ni, gebt mir zu trinken" und hörte damit nicht eher auf, als 
bis die Verwandten des Todten das Blut des Mörders -vergossen und ihn so gerächt hatten. 
S. Caossin de Perceval Estai sur PHUtoire de* Arabes 1, 349. Pococke Spedmen Bist. 
Arab. p. 140. Schnlten's Anm. zu den Auizügen aut der Hamasah S. 558. 

8* 



116 Anmerkung 43. 

« 

(Nacht 534) 12, 154. 157. Breslau 1836. Auf letztere YorsteUung be- 
zieht sich, wie mir scheint, der Koran, Cap. 17 v. 14: ,,Wir (d. i. Gott) 
haben an den Hals eines jeden Menschen seinen Vogel befestigt;*' 
zu welchem Ausdruck der französische Uebersetzer Elasimirsky be- 
merkt: „expression figur^e pour destin^e de Thomme, etemprtuit^e 
aux croyances des Arabes anciens.^ Diese Erklärung wäre 
demnach nicht ganz richtig und unter dem Vogel vielmehr die Seele 
zu verstehen, welche jenem altarabischen Glauben zufolge beim Tode 
des Menschen, sei es nun aus seinem Halse, oder aus seinem Gehirn, 
jedenfalls aber aus seinem Munde in Gestalt eines Vogels entfliehen 
sollte. Ganz ebenso wird bei Wolf D. S. No. 56 nach Thomas Can> 
tipr. erzählt, dass sich aus dem Munde eines auf dem Schlachtfelde 
christlich Gestorbenen ein wunderschönes Vöglein erhob, und einen 
köstlichen Geruch verbreitete. Auch nach der Vorstellung der jetzi- 
gen Muhamedaner wohnen die Geister der Kechtgläubigen im Para- 
diese unter der Gestalt grünbefiederter Vögel, während die der Ver- 
worfenen als schwarze Vögel den Flug zur Hölle senken; s. Hammer's 
Mosenöl 1, 302 ff. Nicht minder herrscht auch bei einigen indiani- 
schen Völkerschaften Nordamerikas die Vorstellung, dass die Seelen 
nach ihrem Eingange ins Paradies in Tauben verwandelt werden, s. 
Jones Tradüiom etc. 1, 271 cf. 2, 197. 3, 148. Hierher gehört auch 
noch Moschos 2, 58 ff., wo er, von dem getödteten Argus sprechend, 
sagt: 

Denn das Blut wurde schon in ältesten Zeiten för den Sitz der Seele 
gehalten; s. z.B. 3 Mos. 17, 11. 14. Endlich bemerke ich noch, dass 
auch bei den Aegyptern Vogel mit Menschenkopf Hieroglyphe für die 
Seele war. 

Anm. 43. (S. 23.) 

Zu diesem Capitel bemerkt Leibnitz, dass auch bei Göttingen zwei 
Berge wären, welche man die Gleichen nenne. Ebenso gab es nach 
Plin. 5, 2 (1) bei dem Berge Abila in Nordafrika sieben Berge (also 
ein Siebengebirge), die man wegen ihrer gleichen Höhe die Sie- 
ben Brüder (Septem Fratres) nannte. So wie wir femer auf dem 
Felsen Aequa illi Trockenwäsche von unbekannten oder unsichtba- 
ren Händen ausgebreitet sehen, so finden wir ebendergleichen auf dem 
gefrorenen Blumenthalsee in der Mark am Neujahrstage; s. Kuhn M. 
S. No. 174. Jene gehört den Berggeistern, diese den Wassergeistem. 
Vgl. auch Meier Schwab, S. No. 316, 4. Panzer Beitr. zur D, M* 
No. 1. 9. 14. 21. Müllenhoff No. 380 (S. 280). 



Anmerkung 44. 117 

Anm. 44. (S. 24.) 

Das Schloss Pech*), von welchem Gervasius in diesem Capitel 
spricht, hiess wegen seiner Lage auf dem Peak -Gebirge eigentlich 
the Castle in the Peak, und lag bei dem Flecken Burgh (Castle- 
ton) in Derbyshire. Die dabei befindliche Höhle heisst the DeviTs 
Arse. Camden, der in der Britannia die obige Erzählung des Ger- 
vasius von der unterirdischen Fahrt des Schweinehirten anführt, be- 
merkt dazu: „Ex hujusmodi fabulis inter Angliae miracnla censetur 
haec specus*' und fährt fort: „nee desunt hujusmodi fabellae de altera 
in viciiiia specu Eiden -hole**), in qua nihil mirandum, nisi quod 
Sit immane praeceps et profunda. Sed quod ventorum siut hie spira- 
cula, firustra sunt qui scripserunt ***), nee alterutri harum conveniunt 
illi Nechami versiculi: 

Est specus Aeoliis ventis obnoxia semper, 
Impetus e gemino maximus ore venit. 

Cogitur injectum velamen adire supemas 
Partes, descensum impedit aura potens.^ 



*) Bei Heinrich von Hantingdon 1. 1 (p. 299 Savile) richtiger P e c genannt. 

**) Dieses Eiden -hole muss ungefähr so viel bedeuten wie Elfin -hole, wenn es nicht 
daraus entstanden ist (vgl. oben Anm. 16); so findet sich auch in der hier weiter unten 
angeilShrten Prophesia Thomae de Erseldoun ein eldyntree genannt, unter wel- 
chem Thomas bei der Königin von Fairy-land schlfift, das heisst also wahrscheinlich ein 
Baum, unter dem sich Elfen versammeln, tanzen f) u. s. w., also ungefähr oben so viel wie 
der ymp-tree, unter welchem in dem gleichfalls hier nachher angeführten Gedicht Or- 
feo and Heurodis letztere entschläft und dadurch in die Gewalt des Königs von Fairy- 
land gerath; denn imp ist Kobold, elf, fairy. Dieser eldyntree und imp-tree mö- 
gen wohl gleich sein dem gleichfalls als zauberhaft genannten roun-tree oder sonst 
einem der vielfachen für heilig gehaltenen Bäume, s. Germania 7, 430 ff. cf. D. M. (M ff. 
450. 455. 613 ff. 1118 — 23. Der ebendas. angeführte pilbis pawm entspricht, was die Be- 
neuDung betrifft, genau dem imp-tree. 

t) Die Elfen lieben besonders Musik und Tanz; über die fairy-riugs s. D. M. 
438 ff. Letztere heissen franz. cercles des Fees s. Pluquet Contet pop, etc. de F Ar- 
rund, de Bayeux p. 4. vgl. Hexenring, Hexentanz bei Meier Schtt. S. No. 276. 
Ueber den süssen zauberischen Sang und Spiel der Eiben s. D. M. a. a. O. (die da- 
selbst angeführte Stelle vom Alb 1 eich steht jetzt in v. d. Hagen's Ges. ab. No. 58 
v. 73 ff.); vgl. 479. Von gleicher Lieblichkeit war auch der Ström karlslag, der 
selbst leblose Dinge tanzen machte, welche Wirkung aber auch dem Elfenspiel zuge- 
schrieben wurde. Jonge Den nordsiellandske Landalmues Ckaraeier etc S. 301 sagt 
nämlich: »Man taler og meget om EUekonge - Stykket, som rigtig nok en og andm 
Tydsk Mestermusikant kan spille, men tör ikke, thi det har samme virkning som 
Orphei lire, baade borde, stole og bUaeggere dandse derved, . . . Men den spillende 
kan aldrig holde op igien, med mindre han er lykkelig nok til nöiagtig at kunne 
Spille stykket tilbage igien, eller og nogen bag fra kan komme til at skiaere 
vioUstraengene over." Vgl. n^rner noch K. M. 3, 199 (zu No. 110) und D. M. 1191 den 
polnischen Glauben von der wunderbaren Pfeife (fojarka). 

Dem Zurückspielen des Musikstückes wird hier nach dem däni!>chen Glau- 
ben die Kraft beigelegt, die zauberische Wirkung za brechen; ebenso dem Rück- 
wartssagen des Paternosters nach schottischem Glauben; s. W. Scotl zur Bal- 
lade Young Benjie in der Minstrelsy. 

***) So z.B. Heinrich von Huntingdon 1. c. 



^ 



118 Anmerkong 44. 

Eine yon diesen beiden Höhlen auch meint Nennius c. 70, wo er sagt: 
„Est aliud miraculum in regione, quae vocator Guent. Est ibi fovea, 
a qua yentus flat per onme tempus sine intermissione, et quando non 
flat ventus in tempore aestatis, de illa fovea incessanter flat, ut nemo 
possit sostinere, neque ante foyeae profunditatem. Et yocatur nomen 
ejus With Guint Britannico sermone, Latine autem Flatio venti. 
Magnum mirabile est yentus [L yentum] de terra flare." 

Dass das Peak-Schloss einst den Pevenls gehörte, bemerkt Ger- 
yasius und Camden, und ist durch W. Scott*s Boman Peverü of Üie 
Peak bekannt. 

Was femer Geryasius hier Antipoden nennt, sind offenbar Erd- 
männlein, Unterirdische u. s. w., über welche s. D, M. 423 *). Zu dem 
dort Mitgetheilten füge ich noch folgende Stellen auft Guilelmus Neu- 
brigensis und Giraldus Cambrensis, die ich wegen des mancherlei Be- 
merkenswerthen, das sie enthalten, hier yoUständig folgen lasse. Er- 
sterer erzählt nämlich Rer, AngL 1, 27: „Nee praetereundum yidetur 
inauditum a seculis prodigium: quod sub rege Stephano in Anglia 
noscitur eyenisse. Et quidem diu super hoc, cimi tarnen a multis 
praedicaretur, haesitayi, remque yel nullius, vel abditissimae rationis 
in fidem recipere ridiculum mihi videbatur: donec tantorum et talium 
pondere testium itä sum obrutus, ut cogerer credere et mirari, quod 
nuUis animi viribus possum attingere yel rimari. Yicus est in Estan- 
glia quatuor yel quinque (ut dicitur) miliariis distans a nobiU mona- 
sterio beati Regis et martyris Edmundi. Juxta quem yicum quaedam 
antiquissimae fossae yisuntur, quae sermone Anglico Yulfputes id 
est luporum fossae dicuntur, et yioo, cui adjacent, snum nomen 
indulgent. Ex bis fossis tempore messis et occupatis circa frugum col- 
lectionem per agros messoribus, emerserunt duo pueri masculus et fbe- 
mina, toto corpore virides et coloris insiti, ex incognita materia yeste 
coperti. Cumque per agrum attoniti oberrarent, comprehensi, a messo- 
ribus ducti sunt in vicum, multisque confluentibus ad tantae noyitatis 
spectaculum, per dies aliquot tenti sunt cibi expertes. Cum ergo in- 
edia jam paene deficerent, nee tamen aliquid ciborum, qui offereban- 
tur, attenderent, forte ex agro contigit fabas inferri: quas illico arri- 
pientes legumen ipsum in thyrsis quaesierunt, et nihil in concavitate 
thyrsorum invenientes, amare fleverunt. Tunc quidam eorum, qui ad- 
erant, legumen ex corticibus erutum, porrexit eis, quod statim libenter 
acceptum comederunt. Hoc cibo aliti sunt per menses aliquot, qnous- 
que panis usum noverunt. Denique colorem proprium ciborum nostro- 
nun praeyalente natura paulatim mutantes et similes nobis effeeti, 



*) Zu S. 424, wo dort Ton den drei begabenden Haolemännerchen die Rede ist and be- 
merkt wird: „Es ist selten, mannliche Wesen die Stelle der weissagenden Fraaen einneh- 
men zu sehen," verweise ich noch anf Basile No. 3 nebst der d&chträglichen Bemeikang 
dazu Dunlop S. 515a zu Bd. 1 S. 45 meiner Uebertragong des Basile. Für die Umschrei- 
bung „die Jünglinge, welche Söhne einer Fee waren", steht sonst nar fato, 
über welches Wort s. Basile 1, 400 Anm. 22 ef. Ducange 8. v. Fadas. 



Anmerkung 4A, 119 

nostri qnoque senoonis lunm didioenint Visumqne est prudentibiu, 
ut sacri Baptismatis perciperent sacnunentum, quod et factum est 
Sed puer, qui minor natu videbatur, post Baptismum brevi vivens 
tempore, immatura morte decessit, sorore incolumi permanente et nee 
in modieo a nostri generis fSoeminis discrepante. Quae nimirum post 
apud Hiennam (ui dicitur) duxit maritum et ante annos paucos saper- 
stea esse dicebatur. Sane cum jam nostrae usum loquelae haberent, 
interrogati, qui et unde essent, respondisse feruntur: „homines de 
terra sancti Martini: qui scilicet in terra nativitatis no- 
strae praecipuae renerationi babetur.^ Consequenter interro- 
gativ ubinam esset terra illa et quomodo ezinde advenissent buc: 
„utrumque, inquiimt, nescimus. Hoc tantum meminimus, 
quia, cum quodam die pecora patris nostri in agro pasce* 
remas, sonitum audirimus, qualem nunc apud Sanctum AI- 
banam, cum signa concrepare dicuntur, audire solemus. 
Dumque in sonitum illum, quem admirabamur, anrimo in- 
tenderemus, repente tanquam in quodam ezcessu positi, 
invenimus nos inter vos, ubi metebatis*^ Interrogati, utrum 
ibidem veL in Christum crederetur, vel sol oriretur: terram Ulam Ghri- 
stianam esse, et ecclesias habere dizerunt. „Sed sol, inquiunt, apud 
nostrates non oritur: et ejus radiis terra nostra minime 
illustratur, illius claritatis modulo contenta, quae apud 
nos [l.Yos] solem vel orientem praecedit, vel sequitur occi- 
dentem. Porro terra quaedam lucida, non longe a terra 
nostra aspicitur, amne largissimo utramque dirimente." 
Haec et multa alia, quae retexere longum est, curiose percunctantibus 
respondisse feruntur.^ 

Die ssweite Stelle findet sich in des Giraldus Itinerar. Cambr. 1, 8, 
und lautet fblgendermaassen: 

„Parum ante haec nostra tempora accidit bis in partibus res me- 
moratu non indigna, quam sibi contigisse presbyter Elidorus constan- 
tissime referebat Cum enim puerilis innocentiae duodecimum jam 
ageret annum, quoniam, ut ait Salomon, radiz litterarum amara est, 
quamquam iruetus sit dulcis, pner litteris addictus, ut disciplinam sub- 
terfugeret et verbera crebra praeceptoris, in concava cujusdam flurii 
ripa se fugitivus occultavit: cumque ibidem bis sole revoluto jejunus 
oontinue jam latitasset, apparuerunt ei homunculi duo staturae quasi 
pigmeae, dicentes: „si nobiscum venire volueris, in terram ludis etde- 
Ucüs plenam te ducemus.^ Annuens ille surgensque secutus est prae- 
vios per viam primo subterraneam et tenebrosam usque in terram pul- 
chenimam, fluviis et pratis, silvis et planis distinctissimam, obscuram 
tarnen, et aperto solari lumine non illustratam. Erant ibi dies omnes 
qaasi nebulosi, et noctes lunae et stellarum absentia teterrimae. Ad- 
dnctus est puer ad regem, eique coram regni curia praesentatus; quem 
quum diu cum admiratione cunctorum rex intuitus esset, tandem cum 
filio suo, quem puerum habebat, tradens assignavit. Erant autem 



120 Anmerkung 44. 

bominea statnrae minim&e, sed pro quantitatie captn valde compontae: 
flavi onmei et lainrionte capillo, moliebriter per htimeroa coma de- 
misML EquoB habebant mae competente« modicitati, leporarus in 
quantitate coafonnea. Nee eame Teecebantor, nee pisce, lacteis ple- 
mmqne dbariis utentea et in pnltia modunt quasi croco confectts. Jo- 
Tamenta eis nulla. Nihil enim adeo ut mendacia detestabantur. Quo- 
äei de superiori hemispliaerio revertebautor, ambitionee nostraa, infi- 
delitatea et inconstantiaa expoebaut. CultuB eis religionis palam aul- 
liu: veritatis Boloin, ut videbatnr, amatoreB praedpni et cnltoiea." 

«Solebat autem puer ille ad nostmin hembphaerium plnries asoen- 
dere intetdnm per viam, qua venerat, iuterdam per aliam: primo ciun 
alÜB et portea per ee; eolumqne matri euae se committebat, patriae 
modnm, geotia natoram et statam ei dedarajiB. Monitua igitur a ma- 
tre, ut auri, quo abnndabat regio, munus ei quandoque referrel^ pilam 
auream, qua regia filius Indere consueverat, ab ipso rapien» ludo per 
viam aoUtam ad matreni deproperatiH curaim asportavit: et quam ad 
ostium domna patemae, popuii tarnen iUiua nou absqne «equela, jam 
perreiÜBset, intrare fcstinaTit, pes haeut in limine, et sie intra tectom 
oadenti, matre ibique sedente, pilam e manu elapsam duo pigmaei e 
vestigio eequeuteB arripuere, exeundo in paeram Sputa, contemtna et 
derieiones emittentes. Ipse vero reBurgens ad aeque reveraua roira facti 
confiinditur erubescentia, et matns plurimiun conailia devorene ac de- 
teetana, qunm via redire pararet, quam awueverat, ad aqoae descen- 
anm hypt^umque meatum quum pervenise^ aditus d Jam nullns 
appamit, qnum tarnen per anni fere apatinm inter aqnae anpradictae 
ripas viam inntilia ezploiator inquireret Sed quoniam ea, qnae ratio 
nou mitigat, temporis interdum mora miteacunt, et dintumitaa sola 
laxato« hebetat plerumque dolorea, dquidem malis multds finia de tem- 
pore venit, demum tarnen ab amiciB et matre praecipue vii revocatua, 
sibiqne restitutue et literia denuo datua, tondem proceMU dienuD in 
eacerdodi gradum est promotus. Quum autem Menevenaia episcopns, 
David SecunduB, super hi^ue eventue inquiaitione pTesbTteruni jam 
aenio confectnm multotjes sollicitaeset ; nunqucun ei negotii aeriem po- 
tnit p.itra Inm^mos replicare. Habuerat etiam gentia UliuB lingnae 
et verba redtare coBsneveiat, qnae aibi puerilibus, (ut 
Ib rapide comparaverat. Erant autem verba, rient ab 
Icto mihi aant saepe propoüta, graeco idiomati valde 
um enim aquam requirebant, dicebant jdor ydoram, 
,at: »aquam affer"; ydor euim Aqua eorum lingna, 
, dicobatur; unde et vasa aqoatica OSplai dicuntur et 
tannica similiter aqua dicitur. Item salem requirentes 
Igein jdorum" „salem affer": oK vero grsece sat 
in Initannice: lingna namque britannica propter diuti- 
itonea, qui tunc Trojani, et postea Britonee a Brito, 
int vocati, poBt Trojae excidium moram in Qraeda fece- 
graeco conformis invenitur." 



Anmerkung 44. 121 

Daas es sich in diesen beiden Geschichten von Bergelben handelt, 
ist offenbar; jedoch spielen auch andere Züge hinein; so gebührt die 
grüne Farbe der Kinder und ihrer Kleidung in der Erzählung des 
Wilhelm von Newbury besonders für Waldleute, wenigstens erschei- 
nen diese gewöhnlich grün gekleidet, D, M, 451; jedoch auch andere 
elbische Wesen und namentlich die Unterirdischen haben eine grüne 
Tracht, s. Grimm Iriacke Mfenmäreken S. LXXII, D, M. 1016 *). Femer 
dringt bei Giraldus der Knabe durch das Geklüft eines Flussufers 
unter die Erde, so dass man das Liand, in welches er dann kommt, 
för ein von Wassergeistern bewohntes halten könnte, etwa gleich dem 
der irischen Wasserelfen (s. Grimm Ir. Elfenm, S. XVIII) oder dem 
der Frau Holle (K. M, No. 24 cf. D. M, 246, D. S. No. 52. 65. und 
das £>, M, 1038 aus der Saga von Thorstein Angeführte) ; jedoch zeigt 
alles Andere auf ein Land von Unterirdischen hin. 

In 'b^den Erzählungen, sowohl bei Giraldus, wie bei Wilhelm von 
Newbury finden wir ausdrücklich erwähnt, dass in jenen unterirdischen 
Gegenden ein Halbdunkel ohne Sonne herrsche; dies entspricht ganz 
dem Charakter derartiger Sagen; denn das Zwerggeschlecht „meidet 
die Sonne und hat in seinen Höhlen anderes Licht und andere Zeit 
als die Menschen^, £>. M. 435. Bei Gervasius jedoch ist der Ort, in 
welchen der Hirt kommt, ein locus lucidus; so wie auch das Fai- 
rj-land in dem altenglischen Gedicht Orfeo and Heurodia, welches 
gleich&lk als ein unterirdisches erscheint, dennoch als sehr hell ge- 
schildert wird. Orfeo nämlich, einige auf der Falkenjagd befindliche 
Damen und unter ihnen seine verlorene Heurodis erblickend, folgt 
ihnen nach, bis sie in einen Fels hineinreiten: 

„In at röche the leuedis rideth. 
And he after and nought abideth: 
When he was in the röche y-go, 
Wele thre mile other mo, 
He com into a fair cuntray, 
As bright soonne somers day, 
Smothe and piain ^d al grene, 
Hill no dale nas none ysene, etc." 

Dieses Fairy-land gleicht also, wie man sieht, in anderer Hinsicht 
dem des Giraldus, und wie dieses und das des Gervasius, dessen Ge- 
bieter wir als Praepositus bezeichnet sahen, hat es einen König**); 
den Beichthum' desselben aber finden wir auch in dem „aurum, quo 



*) Auch Piuto trä^^t in der aus Dunbar (oben Anni. 16) angeführten Stelle einen grünen 
Mantel; dieser jedoch wie der grüngekleidete Teufel K. M. 101 sind vielmehr dem grünge- 
kleideteh Wuotan analog; s. Anhang II. A. Dm toülkende Heer. 

**) lieber dergleichen Eibenkönige s. D. M. 421 if. (431 der pr i n c e p s der gens gnana, 
434 Antilois), wozu ich bemerken will, dass in Harsenet's DecUtraHon of PopUh Impoi» 
tvre 1602 p. 57 der Prince of Fairies den Namen Mercury führt. Dies erinnert an 
den grossmächligen Merkurius in den K. M. No. 99; vgl. D. M. 136 ff. 



122 Anmerkimg 44. 

abundabat regio^ des Giraldos wieder, so wie sich überhaupt ähnliche 
Pracht und Reichthümer bei allen Zweigkönigen findet Z>. M, 424. 
Auch den Rossen, auf denen der Fairy-king und sein Qefolge rei- 
ten, begegnen wir bei Giraldus wieder, wo sie, der Grosse ihrer Reiter 
entsprechend, als „leporariis (Windhunden) in quantitate conformes^ 
geschildert werden, was mit andern Beschreibungen genau überein- 
kommt; so Z>. M, 484, wo unter Anderm aus welschen Sagen ange- 
führt wird: „they were very diminutive persons, riding four abreast, 
and mounted upon small white horses, not bigger than 
doggs^. Weiss sind auch die Rosse des Fairy-king und seiner 
Begleiter: 

„With an hundred knights and mo 
And damsels an hundred also 
AI on snowe-white stedes." 

So wie femer an dem Zaum des D, M, 434 genannten Zwergkö- 
nigs Antilois Schellen erklingen, ebenso heisst es in dem ersten und 
ältesten Theil der Ballade von Thomas ihe Rhymer (in W. Scott's 
MinstreUy) von der Elfenkönigin: 

„Her shirt was o* the grass-green silk, 

Her mantle o* the velvet fyne; 
At ilka tett of her horse's mane, 

Hung fifty silier bells and nine." 

und in dem alten Gedichte Prophesia Thomas de Ersddoun: 

„Hyr brydal was of gold fine 

On every syde forsothe hang bells thre** *). 

Wenn die Bergmännlein bei Giraldus als ohne eigentliche Reli- 
gion, aber voller Treu und Redlichkeit und von einfachen Speisen 
lebend dargestellt werden, so stimmt dies fast wörtlich zu der Z). M, 
427 aus dem Rutlieb angeführten Stelle (vgl. auch noch das ebendas. 
gleich darauf Folgende), und wenn andrerseits bei Guillelm. Neubrig. 
ein ganzes Volk von Unterirdischen als rechtgläubige Katholiken er- 
scheint, so siehe hierüber oben Anm. 10. 

In Betreff der schönen Gestalt der Erdmännlein bei Giraldus vgl. 
D. M, 418. 

Zu beachten ist auch noch das Anspeien der Knaben von Sei- 
ten des Zwerges bei ebendems., damit jener den Weg nach dem unter- 
irdischen Lande nicht mehr finde. Ebenso erblindet durch das An- 
speien eines Shi' ich das Auge einer Frau, welche sich dasselbe mit 



*) Diese Schellen deuten jedoch wahrscheinlich nur ftnf eine zur Zeit der Abfassung: 
dieser Gedichte herrschend« Mode; wenigstens behing man damit im 13. Jabrh. die Brast- 
riemen der Pferde; s. Ducange s. \. Caicaveütu. Auch in der spanischen Romanze vom 
Ceitde Clara* (Duran 1. Ausg. 5, 65} heisst es: 

„Con trescientos cascabeles 
„AI rededor del petral.* 



Anmerkung 45. 123 

der Zaubersalbe jenes beetrichen, 8. W. Scotf 8 Lady of the Lake 2a 
C. IV st 15, 80 wie das eines Mannes durch Anspeien von Seiten des 
Teufels; s. Lover p. 156. (vgl unten Anm. 52)*). Dem Speien wurde 
übrigens, wie bekajmt, schon im Alterthum zauberische Wirkung bei- ^- 
gemessen, D. M. 1056. Bei Antonius Diogenes (Photius p. 110^ ed. 
Becker) bewirkt Speien Zauberschlaf. Geistern ist das Ausspeien der 
Menschen zuwider. Z>. Jtf. 481, 565. 

Was endlich die von Guillelm. Neubrig. berichtete Verheirathung 
öner Unterirdischen mit einem Menschen betriff!;, so sind andere der- 
gleichen Beispiele in der Sagenwelt erhalten. £>. M. 435 und Nachtrag. 

Anm. 45. (S. 25.) 

So (nämlich ^^post statuam ipsius'illic Martham, quae 
sanata est,*^) verbessert Leibnitz in den Nachträgen statt des im 
Text befindlichen ,,po8t statuam ipsius illic Martha sanata 
est.^ Noch richtiger jedoch wäre nPOst st. ips. Martham, quae 
illic San. est;^ denn so erfordert es der deutliche Sinn und die Er- 
zählung des Comestor Evang, c. 61 {de filia archisynagogi et de emor* 
roi98ä)y welchen jGrervas. hierbei benutzte und der da sagt: ,^Legitur in 
historia, quod in eodem loco, in quo dominus sanavit emorroissam 
[i.e. kaemorrot89ain\, facta est a quodam statua aenea habens fimbrias 
inferius desculptas, sicut Dominus legitur habuisse, etc.*^ Gervasius 
föhrt auch (nach Comestor) den Ambrosius an, der die Geheilte Mar- 
tha nenne; jedoch fügt er zu dem Wort Historia des Comestor- hinzu 
Ecclesiastica; er hat also gleichfalls, jedoch nach Anführung an- 
derer (gewiss nicht direkt), den Bericht des Eusebius VII, 18 (d. h. die 
Uebersetzung des Rufinus) benutzt. Die Bildsäule stand übrigens nach 
der Erzählung des Letztem vor der Hausthür der Geheilten **), und 
zwar in Cäsarea Philippi (auch Paneas, adis genannt), wo sie an- 
sässig gewesen sein soll. Gervasius erwähnt femer richtig zwei Bild- 
säulen, eine des Heilands und eine zweite der Martha (andere spre- 
chen nur von einer einzigen, z.B. Job. Malalas, die Leg, Aureoj 
Comestor und die aus letzterm vorgeblich entlehnenden deutschen 
Gre^a Rom^ s. Grässe's Uebers, 2, 218 ff.), nur sagt er, letztere habe 
sich hinter dem Heiland befunden, Rufinus und Eusebius jedoch be- 
doch berichten, das Bild des Weibes hätte vor dem des Heilands auf 
den Knieen gelegen. Obwohl man femer, nach Gervasius, die Bibel- 
stelle auf eine ungenannte Frau bezog, also eine andere als die 
Martha des Ambrosius (auch macht Eusebius die Blutflüssige, von der 
er spricht, nicht namhaft, und nur Malalas so wie ein Anonymus ***) 



*) Eine Frau wird durch Anpasten eines Unterirdischen stockblind; s. Deecke La' 
^cke ßesehiekten und Sagen No. 89. 

**) In der Leg. Amt. c. 105 heisst es: «in curia sive viridario sao", womit Tielleieht ein 
gi^er Platz vor dem Hanse gemeint wird. 

*) S. die Bretei Enarratitmes Chrtmographieae IneerU Aueiorii (hinter Codinus £>• 



••••\ 



124 Anmerknng 45. 

nennen sie noch, aber Veronica, BcpovCxv)), so stimmt er doch dieser 
Trennung und Annahme zweier blutflüssiger Frauen nicht bei; s. 
p. 968, wo er zu beweisen sucht, dass Martha und Veronica dieselbe 
Person seien, und auch p. 949 ist Mariosa wahrscheinlich falsche Les- 
art für Martha oder Veronica, so wie an unserer Stelle statt etat na 
aurea ebenso wahrscheinlich ae rea zu lesen ist; denn sowohl Eusebius, 
wie alle andern Schriftsteller, die ihm folgen, sprechen, so weit ich sie 
einsehen kann, von einem ehernen Bilde, ausser dass Malalas sagt: 
ff^ «6x9) Bcpov{xt] dvioTTjoc oti/)Xiqv ix ^oXxou dtpfAcXdTOU, oup.(jL((aoa ßpax^ 
Tt |jipoc yupuooi» xol dp'fupou,^ und dass bei Gervasius p. 949 dem ent- 
sprechend von einer statua electrina die Rede ist. 

Eigen ist es, dass das erwähnte Capitel der deutschen Geata Born. 
die Historia SdkolaHica als Quelle anfährt, jedoch anderswo geschöpft 
hat; 80 führt es an, dass das BUd des Heilands auf einer Säule ge- 
standen, da doch Comestor nichts der Art sagt, ebenso wenig, dass die 
Statue in Jerusalem aufgestellt gewesen; Bufinus indess hat: „basis in 
loco editiore collocata^, und Eusebius noch entsprechender „ifp* &<jif]Xou 
Xldou''; femer heisst es in den deutschen Gesta, dass ^^^ ^^^ Bild 
berührte, auch nur unten am Saume, und siech war . . • der gesun- 
dete im Augenblick;^ der Heilkraft des (gleichwohl erwähnten) Krau- 
tes wird nicht gedacht. Fabricius, welcher (Cod, apocr. N. T, 3, 445 £P.) 
sowohl die Stellen des Eusebius und Bufinus, als des Malalas anfuhrt, 
erwähnt (p. 449) auch noch andere Schriftsteller, die von den in Bede 
stehenden Erzbildem sprechen, jedoch sind zu seinen Anfuhrungen 
auch noch hinzuzufügen die obigen Ambrosius, Comestor, Gerrasins, 
Leg, aurea, Gesta Rom,, so wie die D. M. 1129 S, genannten Ago- 
bardus und Greg. Turon. 

In Betreff des bei der Bildsäule wachsenden Heilkrauts verweist 
Fabricius auf Godofredus ad Pküostorgium p. 274. 276 und Dallaeus 
ni, 2 de imagg. p. 265 sqq. ; vgl. D. M. a. a. 0. und 1143, so wie Nach- 
trag dazu. Hinsichtlich des Schicksals der Bildsäule, die Eusebius, 
wie er sagt, selbst gesehen hatte, bemerkt Fabricius: „Asterius apud 
Photium cod. 271 testatur sublatam hanc statuam a Galerie Maximino, 
qui ante Constantinum M. Imperio praefuit. Restituta est dehinc et 
in Ecclesiae posita Diaconico, unde Juliani deinde temporibus revulsa 
per mediam tracta plateam et confracta est, teste Sozomeno V, 21. 
Philostorgio VH, 3. Adde Combefisii auctarium novum T. 1. p. 264 sqq. 
Jacobum Godofredum ad Philost p. 276 sqq.*^ Zur Zeit des Malalas 
muss bereits wieder eine andere Bildsäule gestanden haben, denn er 
erwähnt eine solche als vorhanden und zwar hält er sie noch für die 
ursprüngliche. 

Wenn endlich Fabricius sagt: „Rufinum cum Eusebio conferens 



erpia de AtUiquit, CoiuUmt. Bonn. 1843) p. 178, der einen Siaxpiv6(AeV0C dxpl^loTtpOV 
als Gewährsmann anführt. Wen meint er damit? Kun vorher hat er ihn zosammen mit 
EuBebius genannt. 



Anmerkang 46. 125 

observabis in Graecis nullam fieri mentionem similittidinis vultus 
Jesu [denn Bofinus übersetzt das „toutov hi t6v dvipidvca c2x6va tou 
'l7]oo0 ^ipecv iXs^ov^ des Eusebius durch ,,hanc stataam ad simi- 
Utudinem vultus Jesu formatam tradebant^], sed tantummodo 
notari^ quod ut statua altera mulierem, ita altera Jesum designaverit,^ 
8o hat er wahrschemlich Unrecht; denn tlxny* soll hier wohl der gan- 
zen Fassung nach eine Abbildung mit Portraitähnlichkeit aus- 
drucken (wie das davon abgeleitete lat. iconicus bei statua oder simu- 
lacrom), worauf auch das Yerbum (plptiv deutet; Eusebius hätte sich 
wohl sonst eines andern Ausdrucks bedient und etwa xöv 'Itjoouv Tutp- 
i9T(ivai gesagt Fabricius fährt fort: „Caeterum de tota hac narra- 
tione operae pretium est adire Jo. Keisldum, in opere erudito de Ima- 
ginibas Jesu Christi Ezercitt IV p. 104 sq. " *) 

Anm. 46. (S. 25.) 

Dieses Capitel mit Ausschluss der Worte: „Sed etalii dicunt 
Adam" bis: „Matthaeum in glossa" ist aus Com. Evang, c, de 
probatica piscina. Der Inhalt des ganzen Capitels aber findet sich 
auch in der Leg, Aur, c. 68 in. {de Inventione S, Crucia^ nach dem 
Evang. Nicodemi und andern), bei Gottfr. v. Viterbo P. XIV. p. 346 ff., 
im Spec, Hist. (der Stelle erinnere ich mich nicht mehr) u. s. w., dass 
Adam selbst einen Zweig aus dem Paradies erhalten, finde ich sonst 
nicht angegeben (was für eine Gloaaa super Matthcieum Gervasius meint, 
weiss ich nicht zu sagen), wohl aber wird dafür in der Leg, Äur, 1. c. 
Seth genannt (vgl. v. d. Hagen Ges. ab. Bd. I, p. LXX); statt dieses 
Seth nennt jedoch Gottfr. v. Viterbo (nach Athanasius) den Hiontus, 
was verdorben ist aus lonicus (lonithus), und so wird er auch 
richtig genannt in dem Chron. Engdhusii ad a. 1661 (Leibnitz 8cr. R. 
Br. 2, 981), welches dazu das Pantheon (des Gottfr. v. Viterbo) und 
die Historia SchoUutica citirt, in welcher letztem ich aber nichts der- 
artiges angegeben finde. Dieser apokryphische lonicus, den auch Ger- 
vasius früher schon mehreremal (z.B. p. 908) genannt hat, mag durch 
Verwechselung mit einem andern Sohn Noa's, nämlich Sem, und dieser 
durch eine andere Verwechselung mit Adam's Sohn Seth statt dieses 
letztem in die vorliegende Legende hineingekommen sein. Auch in 
der bereits schon früher (Anm. 8) angeführten altfranz. Legende wird 
erzählt (Lassberg S. 68), dass Gott nach Adam's Sündenfrill den Baum 
der Erkenntniss ausriss und über die Mauer des Paradieses warf. Tau- 
send Jahre später fand ihn Abraham und pflanzte ihn in seinen Gar- 
ten, worauf eiüe Stimme vom Himmel ihm verkündete, dass dies der 
Baum sei, an dessen Holz der Heiland werde gekreuzigt werden. S. 
über diese Legende auch noch Thomas Wright Chester Plays 1, 239. 



*) Die von W. Grinun, Sage vom Ursprung der Chrithttbilder (Abh. der k. Akad. der 
Wias. zu Berlin aus dem Jahre 1842) S. 121 angeführten Abhandlung^en sind mir nnza- 
fSn^Hch gewesen. 



126 Anmerkniig 47. 4a 49. 

Anm. 47. (S. 26.) 

Es scheint, dass die Dame von Esperver, von der hier die Rede, 
irgendwie in die Gewalt des Teufels gerathen ist, der daher auch die 
Macht hat, sie fortzufuhren. Düntzer in Scheible's Kloster 5, 149 ff. 
218 ff. (vgl. Grasse zu Geata Rom, c 160) fuhrt ähnliche Geschichten 
an, die sich noch vermehren Hessen; so gehört dazu z.B. eine Elrzäh- 
lung der deutschen Crtsta Rom. s. Grasse 2, 208 ff., mit welcher wie- 
derum die Sage von Dietrich von Bern zu vergleichen ist; s. Mass- 
mann in der Germania 7, 228. 244. Kaiserchronik 3, 951 ff. Offen- 
bar gehören beide letztgenannten Geschichten in den Kreis der Sagen 
vom wilden Jäger. 

Die vorliegende Erzählung des Gervas. handelt nun zwar, wie es 
scheint, von einem irdischen Weibe, doch konnte sie leicht aus der 
firuher weit verbreiteten Vorstellung von der Verbindung von Menschen 
mit Dämonen in Frauengestalt entstanden sein, worüber s. oben 
Anm. a S. 67 f. 

Diese Erzählung des Gervas. ist auch in das bereits angeführte 
Cap. 160 der latein. Gesta Rom» übergegangen*). 

Anm. 48. (S. 26.) 

S. Anh. n. A. Das toüffiende Heer, gegen Ende (Zusatz zu D, M, 

874). 

Anm. 49. (S. 26.) 

Schon Swan zu den Gesta Rom. (s. Grasse zu c. 155, welches diese 
Geschichte nach Gervasius erzählt) hat auf eine ähnliche Sage hinge- 
wiesen, die W. Scott zu Marmion C. III, st. 25 mittheilt, woselbst 
auch ausser anderm noch das hochländische Lham-dearg**) ge- 
nannte Gespenst erwähnt wird, das gewöhnlich in Ritterrüstung er- 
scheint und mit welchem die ihm Begpegnenden kämpfen müssen. 
Scott bemerkt richtig zu aU diesen Sagen: „'I^ß northem Champions 
of old were accustomed peculiarly to search for, and delight in, en- 
eounters with such military spectres. See a whole chapter on the sub- 
ject, in Bäitholinus De Causis contemptae mortis a Danis p. 255;" •**) 



*) Die dort gleich zn Anfang vorkommenden Worte: „episcopatn Valenlino", d. h. in 
4«m Bisthnm Valence, hat GrSsse unrichtig durch „wie Valentinus datelbsl 
Bischof war* wiedergeg«ben. 

**) d. h. Red-haad wegen der blutigen Hand, die es hat; s. zu Lfdp ofike Lgke 
C. m, st 7. 

***) Ein solcher Kampf eines nordischen Kämpen wird trefflich geschildert in Tegner's 
Fritkjofi Saga Hl. Hierher gehfirt übrigens auch Beownlfs Kampf mit Grendel und ähn- 
liche Kämpfe mit Geistern in deutschen Märchen, z.B. K. M. No. 4. 90. 91. 166. f) Der in 

t) Bei dieser Gelegenheit will ich bemerken, dass die 86ste Erzählung des Konen 
(Photius p. 137. Becker) in ihrem ersten Theile mit einem Zuge des letztgenannten 
Märchens (No. 166.) ttbereinstimmt; der zweite Theil derselben hingegen gleicht der 
zu Dunlop itefli. a09 besprochenen Luftfahrt; s. auch Grasse Beiträge S. 88 ff. Hanpt'a 
Zeitiehrifl 7, 295 ff. ; fflge hinzu Benjamin v. Tudela in Earlp Travel* p. 117. 



Anmerkung 40. 127 

und in der Einleitung zu der Ballade Uie yowng Tom^ofM Abeclmittlll. 
(in der MindreLsy): ,,From an early period, the danng temper of the 
northem tribes uiged them to defy even the supematoral powere. In , 
the days of Caesar the Suevi were described, by their countrymeo, a 
aa a people, with whom the immortal gods dared not venture to oon- 
tend*). At a later period the hietorians of Scandinavia paint their 
heroes and Champions not as bending at the altar of their deities, but 
wandering into remote forests and cavems, desoending into the reoes- 
868 of the tomb, and extorting boons, alike from gods and demons, by 
dint of the sword and battle-ax. I will not detain the reader by 
qnoting instanoes, in which heaven is thus described as haying been 
litterally attempted by storm. He may consult Sazo, Claus Wormius, 
Olaus Magnus, Tor&eus, Bartholin, and other northem antiquariea.^ 
Hierauf fährt Scott die vorliegende Geschichte des Gervasius, so wie 
eine andere aus Heywood's Hierarchie of BUaaed Angele**) an und 
fSgt weiter unten noch die Bemerkung hinzu: „Some faint traces yet 
remain, on the Borders, of a conflict of a mysterious and ter- 
rible nature, between mortals and the spirits of the wilds. 
The superstition is incidently alluded to by Jackson, at the beginning 
of the 17tii Century.^ Auch in einer illyrischen Ballade (mitgetheilt 
von Keigthley Fairy-Muthology 1833. 2, 323 ff. aus Ikt Guzla ou 
Choix de Poisies lUyriquee. Paris 1827) wird der Kampf des Herrn 
Merenrius mit einem Ritter erzählt, welcher aus einem entgegenkom- 
menden Geisterheer auf schwarzem Boss hervorsprengt und ihn zum 
Kampf auffordert, aber trotz seiner riesigen Grosse und Stärke von 
ihm aus dem Sattel gehoben und besiegt wird, dann aber bald darauf 
verschwindet 

Zu der g^enwärtigen Erzählung des Gervasius nun sagt Scott in 
einer Anmerkung: »The intrenchment, which served as lists for the 
combatants, is said by Gervase to have been the work of the Pagaa 
invaders of Britain. In the metrical romance of Arthour and Mer- 
lin, we have also an aoeount of Wandle sbury being occupied by 
Hie Saracens, i. e. the Saxons; for all Pagans were Saraoens with the 
Tomancers. I presume the place to have been Wodnesbury, inWilt- 
shire, situated on the remarkable ground, called Wandsdike, which 
is obviously a Saxon work. — Gough's Camden'e Britannia pp. 87. 95." 
Demnach gehörte die Lokalität, so wie vielleicht die Sage selbst zum 



dem ersten TheÜ der altengl. Ballade Sir Cmäine (in Perey's ReUfue» Series I B. 1 No. 4) , 
irorkomn&ende nSchtliche Kampf desselben mit dem Elridge-knight auf den Elridg^e- ' 
hills z«gt gleidtfalls eben durch dieses Adjektiv (vg^l. hier Anm. 16.), dass mit letzterem 
lUtter ursprünglich ein geisterhaftes Wesen gemeint war. 

*) Die Worte Cäsar 's de B. 6. 4, 7 lauten: „quibus [sc. Sneyis] ne dii quidem immor- 
tales parei esse possint" 

**) In dieses Bach ist, wie ich Termathe, die darin mitg«ÜieUte Geschichte ans Nidert 
Fonmearius 1. VI aofgenQmmen, aus welchem sie auch Delrio L. II Qu. 27 seet. 2 p. 338 
entliehen hat. 



*.— 



r 



128 Anmerkniig 50. 

WuotanBCultas. IndeBS auch in den altbrittischen Ueberlieferangen 
ist von solchen EkSmpfen mit Geistern die Rede und in dem Mabinogi 
Piridur wird eine der des Gervasins sehr ähnliche Sage erzählt. £ine 
Dame sagt nämlich zu P^r^dnr: „„Gravis cette montagne et tu trou- 
Veras an bois, et dans ce bois il y a an Ler'h: appelle trois fois au 
combat le gnerrier qoi dort soas le Ler'h.^ Peredarse mit en route;, 
et il arriva sar la lisito da bois, et ü y Jeta le cri de d^fi au com- 
bat Et aussitot an goerrier noir, montö sar im sqaelette de cheval, 
dont Tarmare, comme la sienne, ^tait toute roailläe, sortit de dessoua 
le Ler'h, et Tassaat commen^. Et autant de fois que P^rddur da- 
sar^nnait le guerrier noir, aatant de fois celai-d se remettait en seile. 
Alors P^r^ar descendit et tira son ^p^e, mais d^jä le guerrier noir 
avait dispara avec le cheval de son adversaire, et P^r^dar ne le revit 
ploB.^ Yillmarquö CorUea pop, des andern Brefona 2, 2^*), Hier 
sehen wir, dass der geisterhafte Kämpe aus dem ler'h**) emporsteigt, 
and es fragt sich daher, ob man nicht die Sage des Gervasius für 
älter als sächsisch halten und annehmen soll, dass sich einst auf der 
Spitze des später Wandlesbury genannten Hügels ein solches ler'h 
befanden habe. 

Wie hier übrigens das gefangene Geisterross wieder 'verschwindet^ 
so finden wir dies gewöhnlich bei zauberhaften überirdischen Wesen, 
welche in menschliche Gewalt kommen, und dieser nicht dorch eine 
höhere Macht unterworfen werden; so der Ochs in Meier's Schwab. 
Sagen No. 111, die Sau ebend, No. 255, 3, der Hirsch der Eibin in 
Chmga Rolfs Saga c. 19. 20 oder das Bergmännlein X>. M. 426. 

Dass aber auch bei den Alten die Vorstellung von Kämpfen ge- 
wöhnlicher Menschen mit überirdischen Mächten nicht ungewöhnlich 
war, zeigen nicht nur die homerischen Helden, sondern auch andere 
Sagen, wie z. B. die von Euthymus, der zu Temessa den Dämon Lybas 
besiegte und verjagte, so dass letzterer sich in einen See stürzte und 
verschwand; auf einen ähnlichen Kampf deutet auch die 26ste Erzäh> 
lung des oben erwähnten Konon, wo ein Heraklide das Gespenst Kar- 
nos erschiesst. Vgl. 1 Mos. 32, 24 — 30, so wie hier Anh. H. A. £>a8 
wUß^ende Heer gegen Ende (die Bemerkung zu D. M, 874). 

Anm. 50. (S. 28.) 

lieber die Oskmeyar oder Valkyrjur, deren Geschäft es auch 
ist, Göttern und Einheriem das Trinkhom zu reichen, und die daraus 
entstandenen jungem Sagen, wozu auch das obige Capitel des Gvervasl ge- 
hört, s. D, M. 391 ff. Am Schluss unserer Erzählung heisst es, dass 
der Becher einst zurückbehalten und später dem König Heinrich dem 



*) Derselbe bemerkt ebend. 2, 299: nDans le romao fran^ais [nänüieh Perceval] la teinte 
originale s'efface . . . et le gaerrier noir da ler'h devient le noir che valier.* 

**) Auch dolmen, cromlech genannt. Es waren wahrscheinlidi GrSber; t. Ville- 
marqae Poeme» de» anden» Breton» p. 62. 



Anmerkung 50. 129 

Ersten von England zum Geschenk gemacht worden wäre. Dies 
beweist ihre Identität mit dem folgenden, aber sehr abweichenden Be- 
richt des Ghiißelmus Neubrig. LI, c 28: „In provincia Deiromm haud 
procul a loco nativitatis meae, res mirabilis contigit, quam a puero 
cognovi. Est vieus aliquot a mari Orientali distans milliariis, juxta 
quem lunosae illae aquae, quas vulgo Vipse vocant, numerosa scaturi- 
gine terra prosiliunt, non quidem jugiter, sed annis interpositis, et 
facto torrente non modico per loca humiliora in mare labuntur; quae 
quidem quum siccantur, signum bonum est: nam earum fluxus futurae 
famis inconmiodum non falliciter [L fallaciter} portendere dicitur. Ex 
quo Tico rusticus quidam ad salutandum amicum in proximo vico com- 
lAorantem profectus, multa jam nocte minus sobrius remeabat Et 
ecce, de proximo tumulo, quem saepius vidi, et duobus vel tribus sta- 
düs a vico abest, voces cantantium et quasi festive convivantium audi- 
vit. Miratus quinam in illo loco solemnibus gaudiis intempestae noctis 
sil^tium rumperent, hoc ipsum curiosius inspicere voluit, vidensque 
in latere tumuK januam patentem, accessit et introspexit, viditque do- 
mum amplam et luminosam, plenamque discumbentibus tam viris quam 
foeminis tanquam ad solemnes epulas. Unus autem ministrantium 
aspiciens stantem ad ostium, obtulit ei poculum. Quo ille accepto con- 
sulte noluit bibere, sed effuso contento, et continente retento concitus 
abiit, factoque tumultu in convivio pro sublatione vasculi et perse- 
quentibus eum convivis, pemicitate jumenti, quo vehebatur, evasit, et 
in vicum cum insigni se praeda recepit. Denique hoc vasculum ma- 
teriae incognitae, coloris insoliti et formae inusitatae Henrico seniori 
Anglorum regi pro munere oblatum est; ac deindle fratri reginae, Da- 
vid sdlicet regi Scottorum, contraditum, annis plurimis in thesauris 
Scottiae servatum est; et ante annos aliquot (sicut veraci relatione 
cognovimus) Henrico secundo illud aspicere cupienti a rege Scottorum 
GuiUelmo resignatum.^ Aehnliche Sagen von Bechern und derglei- 
chen, die den Eiben geraubt werden, kehren mehrfach wieder, s. Euhs 
und Schwarz N. S, zu No. 33, und ein dergleichen Gefass wird be- 
kamitlich noch jetzt in dem Schloss Edenhall in Northumberland auf- 
bewahrt; 8. Seott's Einleitung zur Ballade The young Tamlane Abschn. IIL 
gegen Ende. An diesen letztem Becher knüpfte sich das Wohlergehen 
der ihn besitzenden Familie wie sonst auch an Geschenke, die von 
Eiben stammen; s. z. B. D, S, No. 41. 68. 69. 70. YgL auch hier 
Deds. lU, c. 70, wo ein Hom geschenkt wird. 

Zu Anfang der obigen Erzählung des Guillelm. Neubr. ist, wie 
man sieht, von sogenannten Hungerbrunnen*) die Bede, über 



*) Catnden in der Briiunnia sagt Aber die dort gemeinten: j,NihiI certe hoc in loco 
percunctando accepi de ri-vis Ulis (Vipseis vocant), quos caeds fontibns emanare altemis 
annis, magnoqne et torrenti fanpetu mare petere joxta hoc promontoriolam [nämlich Flam- 
börough-head] scripsit Gualterns Heminborgensis." Hierauf führt er auch die obige sie 
betreffende Stelle aus Guillelm. Neubr. an. 

Gervasii Tilb. otia imp. 9 



130 Anmerkmig 60. 

welche s. Z>. M, 557 fP.*) Dergleichen Quellen en^Uint andi Girald 
Camhr. Topogr, Hib. 2, 7, wo er nämlich sagt: „In ejnsdem Britanniae 
Chiltrensi territorio sunt fbntes multi, quibus in generali firugam fer- 
tilitate penitus desiccatis, aquamm inopia tellns arescit. Contra de- 
fectum vero famemque, mptiB aquarum yenis, et reseratis fontium 
claustrisy malomm praenuntia undique Tideas exnherare flnenta. In 
Franoorum regno Yimocensi [al. Innocensi] territorio et Nicbatenei 
vico est fbns qnidam ejnsdem prognostici prodigio pollens. In Nor- 
manniae vero partibus qnibusdam secus contingit. Abundant enim in 
abundantia^ in defectu qaoque frngum aqoae deficiont.^ 

Auch Brand Pop. Awt. 2, 232 spricht von Hangerbrunnen in der 
englischen Grafschaft Kent, welche man NailbournCs nenne (dies 
bedeutet, wie ich glaube, Nagelbrunnen, weil man zuweilen Nä- 
gel in die QueUen zu werfen pflegte; s. Brand 1. c. 2, 230; vgL oben 
Anm. 32, wo Beispiele von Nadeln angefahrt werden). Femer die 
Legenda Äurea c. 2 (de 8. Andrea ap.) p. 19: „Ajunt quoque de se- 
pulchro sancto Andreae mannam in modum farinae et oleum cum 
odore emanare, a quo, quae sit anni futuri fertilitas, incolis regionie 
ostenditur. Nam si exiguum profluit, exiguum terra exhibet fructum, 
si copiose, copiosum. Hoc forte antiquitus verum foit, sed modo ejus 
corpus apud Constantinopolitanos translatum esse perhibetur.'^ Ueber 
die cuve8 de Sasaenage (in der Dauphin^), welche gleichfalls Hunger- 
brunnen waren und ihren Ursprung der Fee Melusina verdankten, s. 
Keightley Fairy Myth. 1833. 2, 304 ff. üeber noch andere Hunger- 
brunnen s. Müllenhoff zu No. 121. Kuhn und Schwarz No. 178. 

Aber auch das Alterthum kannte, dergleichen Hungerbronnen 
schon; denn Plin. 2, 103 (106) sagt: „In Beatino fons, Neminie adpel- 
latus, alio atque alio loco exoritur, annonae mutationem significans.** 

Unser Capitel ist übergegangen in die Geata Rom, c. 161. 



*) Zu der das. 558 ans Saxo Gramm, angeführten Stelle füge ich noch folgende ans 
Guttelm. Malmesb. 2, 12 p. 77: Erat imperator [sc. Heinrich III] multis et magnis virtatiboa 
praeditus et omnium pene ante se bellicosissimos, quippe qui etiam Vindelicos et Lenticins 
[d. i. Wilzen und märkische Lausitzer] subegerit, caeterosqae populos Saevis conterminos, 
qui usque ad hanc diem soli omnium mortalium paganas superstitiones anhelant Nam Sa- 
raceni et Turci Deom creatorem colunt, Mahomet non Denm sed D^ prophetam aestimantes, 
Vindelici vero Fortunam adorant, ci^us idolum loco nominatissimo ponestea coma dextrae 
illias imponunt, plenum pota illo, quem Graeco vocabulo ex aqua et melle bydromellom 
vocamus (idem S. Hieronymus Aegyptios et omnes pene Orientales fecisse in dedroooctavo 
super Isaiam libro confirmat); unde ultimo die mensis Novembris in circuita sedentes in 
commune praegustant, et si comu plenum invenerint, magno strepita applaudant, quod eis 
futuro anno pleno copia corou responsnra sit in omnibus: si contra, gemunt Hos ergo 
Henrictts ita tributarios effecerat, ut omnibus solemnitatibns» quibus coronabaatar reges 
•orum quataor lebetem» quo carnes condiebantur, in humeris suis per annalos qaataor vecti- 
bas ad ooqttinam veetitarent." Wir sehen hieraus, dass jenes Erntefest an einem bestimm- 
ten Tage (wie auch schon Mono Gmcü. d* Seid. 1, 187 vermuthet), nämlich am letzten 
Tage des Monats November, gefeiert wurde. 



Anmerkung 51. 51*. 131 

Anm. 51. (S. 29.) 

lieber die freundlichen und dienstwilligen Hausgeister s. D. M. 
476 ff. Gegen Ende des Capitels scheint Gervasius sie mit den Irr- 
wischen zu verwechseln, über welche s. D. M, 868 ff.*) Das La- 
chen nach gespieltem Schabernack betreffend s. D, M. 469, 479 ff. 
cf. 448. So wie femer die Portuni am Hausheerde die mitgebrachten 
Busche braten und essen, so brat sich das Schrätel da« mitgebrachte 
Fleisch in der bekannten Erzählung von dem Schrätel und dem Wasser- 
bär (s. V. d. Hagen Cres, ab, No. 65. v. 192 ff.), eine Aehnlichkeit, auf 
die schon in Grimm's Irisdien Elfenmärchen S. CXIX hingewiesen ist. 

Die gelehrte Bezeichnung Portunus hat Gervasius oder schon 
Andere vor ihm muthmaasslich für die schottischen brownies ange- 
nommen, weil sie einigermaassen ähnlich klingt, obwohl der lateinische 
Portunus ein Wassergott ist, also mit jenen Hausgeistern nichts ge- 
mein hat; und Gleiches mag in Frankreich bei der Benennung Nep- 
tnnus für nuton (Bergelben, Unterirdische, s. Wolf N. S. No. 481. 
Ch. Grandgagnage Diet, Etym, dt la langue WaUonne s. v. Luton und 
J. Grandgagnage im Bulletin de VlnatitiU ÄrchMogtque LilgoU 1, 261 ff.) 
Statt gefunden haben, wenn nicht etwa Gervasius der einzige ist, der 
sich dieses Neptunus fUr nuton erlaubt hat; denn sonst bezeichnete 
ersterer Name auf dem Continent gleichfalls eigentlich einen Wasser- 
geist; so sagt Thom. Cantipr. im Apiar. 1. 2 c. 57 No. 9: „Sunt dae- 
mones qui in aquis manent, et hos poetae Neptunos vocant;^ und fer- 
ner No. 10: „De Neptunis daemonibus. Non nisi singulariter Neptu- . 
nus ponitur a quibusdam, licet Neptunos pluraliter hie ponamus etc'^ A« 

Anm. 51». (S. 30.) 

Trotzdem die unbedingt beste Handschrift des Gervasius**) in 
der üeberschrift dieses Capitels statt des im Leibnitzischen Texte be- 
findlichen De Grant die Lesart De Gyant (et incendiis, im Text 
jedoch giant) bietet, habe ich dennoch jene Benennung stehen lassen, 
wenn gleich Gyant (d.h. Riese) keine unpassende Bezeichnung fiir 
einen in Gkstalt eines Pferdes auf den Hinterbeinen einherschreiten* 
den Geist zu sein scheint. Jedoch mag dieser Umstand gerade den 
Abschreiber zu dieser Aendemng eines ihm nichtssagenden Wortes 



*) Bass die daael|»st erwähnten Irreganc and Irre gar nicht dorthin gehören, ergiebt 
sich jetzt aus ▼. d. Hagen G^amnUak. No. 55. Zu den gleichfalls dort angeführten Zeug- 
nissen för die HaouBenspeere (vgl. 1089 ff.) füge ich noch Lir. 21, 1. S3, 26. 43, 13. Plin. 
2, 3tt (37). Sen. (lu. Nat. 1, 1 s. f. 

**) Obwohl sie dies jedenfalls ist, so habe ich ihr gleichwohl nicht immer und unbe- 
dingt folgen können und ihren Text nicht bloss hier allein verlassen müssen, wo ausser ihr 
nur noch ein Pariser Codex die Lesart giant im Text (ohne Üeberschrift) hat, dahin» 
WS^n vier andere Grant sowohl im Text wie in der üeberschrift, endlich ein siebenter 
^rentiain der üeberschrift und Grant im Text, woru dann noch die von Leibnitz be- 
oatzte Helmstftdter Handschrift kommt, die aa beiden Orten Grant bietet. 

9* 



132 Anmerkung 51*, 

veranlasst haben, während, wie wir bald sehen werden, der Name 
Grant allerdings für uns eine Bedeutung hat. Wir werden aber 
wegen desselben und in Folge der Verwandtschaft mit dem Wasser- 
geist Grendel (D, M, 222. 946.) jenem Dämon eine doppelte Eigen- 
schaft vindiziren können, als Feuergeist sowohl wie als Wassergeist, 
eine Vereinigung, die sich auch sonst noch wiederfindet, da nament- 
lich in England feuerspeiende Flussgötter angeführt werden; so sollen 
sich ehedem in der Nähe des Ellosters Croyland in lincolnshire Dä- 
monen befunden haben, von denen Camden in der Brüannia nach 
der Vita GutMaci*\ sagt: „Si daemonas Crowlandicos labiis pendentibus, 
ore ignivomo, vultu squamoso, vertice grosso, dente fero, 
mento peracuto, gutture rauco, pelle nigra, scapulis contractis, ventre 
capaci, lumbis ardentibus, uncis cruribus, clunibus caudatis etc., 
qui his locis antea oberrabant et plurimum molestiae Guthlaco et mo- 
nachis facessebant, e Monacho illo tibi deseriberem, tu certe suaviter 
rideres." Dass hier Wassergeister gemeint sind, geht theils aus der 
an Bächen und Sümpfen reichen Gegend um die Abtei Croyland, 
theils aus dem vultus squamosus und dens ferus (vgl. D. M, 459) her- 
vor, so wie auch das mentum acutum auf den langen Bart (D, M, 
a. a. 0.) zu deuten scheint, wohingegen die clunes caudatae wahr- 
scheinlich nur von den Mönchen oder sonst später hinzugethan sind, 
wenn sie nicht etwa auf Fischschwänze hinweisen, die jedoch deut- 
schen Wassergeistern ursprünglich wenigstens nicht scheinen eigen 
gewesen zu sein. D, M, 463. Andererseits aber finden wir ein os 
ignivomum so wie lumbi ardentes, und die Vereinigung so widerspre- 
chender Eigenschaften (als Feuer- und Wassergeist nämlich) in einem 
Dämon könnte auffallend erscheinen, wenn wir ihr nicht auch sonst 
begegneten; so lässt sich der H aal g eist (Meier Schtoäb. S. No. 107) 
sowohl vor üeberschwemmungen wie vor Feuersbrünsten warnend 
sehen, und sie wäre in noch viel altem Spuren nachzuweisen, wenn 
nämlich der bereits angeführte Wasseigeist Grendel selbst auch eins 
ist mit dem Feuergott Loki. D. M, 222 fiP. 464. Haupfs Zeüschr. 
7, 17 ff. 77 ff. Auch der finnische Ukko so wie der slawische Zmok 
vereinen jene beiden Eigenschaften, s. Castr^n S.44f. Hanusch Wis- 
aensch. des slaw. Mythus S. 300 vgl. 377 **). 

Wenn also Grant in Kossgestalt erscheint, so gleicht er einer- 
seits dem Loki, der dieselbe gleichfalls annahm, als er mit SvadilÜEuri 



*) Dieser Gathlacns ist nämlich der bereits oben (Anm. 28) erwShnte Stifter jenes Klo- 
sters, dessen Leben von dem Mönche Felix, den Camden satis antiquus nennt, in Versen 
verfasst worden ist 

**) S. auch MüUenhoff No. 347, woselbst in der Anmerkung angeitlhrt ist, dass ein feu- 
riges Gespenst zu Eiderstede der Waterpedder heisst; vgl. ebend. No. S37. Nach ixx 
indischen Mythologie steigen alle Abend Seekühe an das Ufer der fabelhaften Insel Bertail 
und schnauben F«uer aus, welches die Nacht taghell macht. Auch die Königin Gölnare in 
1001 Naehi ist eine Wasserbewohnerin, die jedoch aus Mond und NOstem Flammen aus- 
haucht. (Nacht 264 f. Bd. 6. S. 56 ff. 63. Breslau). 



Anmerkung 51 a. 133 

den Sleipnir zeugte, femer einem andern Feuergeiste, der sich jebenso 
als Pferd mit brennenden Augen (was den oculis scillanti- 
bus des Gervas. genau entspricht) sehen liess, Kuhn M, S, No. 240 
(welche Sage überhaupt der des Gtervasius sehr ahnlich ist), so wie 
auch der aögefuhrte Haalgeist zuweilen als zottiges Kalb mit 
fenstergrossen feurigen Augen erscheint; andererseits nehmen 
auch Wassergeister oft dieselbe Bossgestalt an; s. Z). M. 458 (946). 
6:^Ü3se Beür. S. X. D. 8. No. 242 (wo das Boss in Feuer und Flam- 
men aufschiesst). Wolf N. S. No. 216 und Anm. zu No. 487--489. 
Kuhn und Schwarz N. S. zu No. 61. Water-Kelpie, der in dem -y 
schottischen Niederland diesen Namen führt und in Pferdegestalt 
erscheint, heisst in dem Hochland geradezu Biver-horse, s. W.Scott 
X. of ihe Lake C. IQ st 7 Anm. ; und auf diese Gestalt beziehe ich 
auch, was van den Bergh Proeve u. s. w. p. 85 nach Staring in der 
Mnemosyne voor 1829 d, 1 mittheilt: „Op het landgoed Wildenborch 
by Lochem heeft men eene bron, waarin en waterbullebak huist en - 
eene steenen paardenkribbe staat.^ Ueberdiess ist femer zu er- 
vi%en, dass in der griechischen Mythologie der Meeresgott Poseidon 
als Schöpfer des Bosses erscheint*), so wie dass er selbst auch diese 
Gestalt annahm und in derselben mit der in eine Stute verwandelten 
Demeter das Boss Arion zeugte. Endlich aber findet sich auch in 
einer indischen Mythe diese merkwürdige Verbindung von Boss, 
Feuer und Wasser; denn in dem Mahabharata wird erzählt, 
dass Aurva seine Zomesflamme in das Meer entlud **\ damit die Welt 
nicht zu Grunde gehe, und dass diese Flamme sich in einen Pferde- 
kopf verwandelte, welcher noch im Meere ist, Feuer aus- 
speiend und die Gewässer verschlingend. Lassen Ind. AUerthumsk, 
1, 715 Anm. Dass also Grant die richtige Benennung des von Ger- 
vasius gemeinten Dämons ist, steht durch das bisher Gesagte hinläng- 
lich fest, erhält aber noch mehr Bestätigung dadurch, dass nach Cam- 
den (in der Britannia) Grant, Gront ein anderer Name ist für den 
sonst Cam genannten Fluss, an welchem Cambridge liegt, weshalb 
letztere Stadt auch bei den Angelsachsen Granteeaster, Gron- 
ceaster und später noch Grantbridge hiess; Gron aber und wahr- 
scheinlich auch Gront und Grant bezeichnete im Angels. einen 
sumpfigen Ort, vielleicht im Allgemeinen Gewässer, Fluss, sodass 
der Name Grant für einen Flussgeist sehr passend erschiene; wobei 
jedoch unentschieden ist, ob gron, gront, grant Gattungsnamen 
oder Eigennamen sind, und ob im letztem Fall der Geist dem Gewäs- 
ser oder dies jenem den Namen gegeben. 



*) Daher ihm die Pferde gewidmet waren und er den Beinamen IlcneiOC führte. Auch 
der indische Gott der Gewässer ist im Besitz zahlreicher Rosse. Lassen Ind. Alierlhumsk. 
1, 716 Aom. 

**) In der Kalevala findet Wäinemöinen den himmlischen Feuerfanken, welcher 
der mit seiner Pflege betrauten Tochter der Lüfte entfallen war, in dem Innern eines Hech« 
^eg wieder. Castren S. 257. 



134 • , Anmerkung j52. 

Uebrigens ist Grant ab Eigennamen in England noch heatigei»- 
tags gebräucfalicH, so wie er es auch in Schottland war oder vielleicht 
noch ist; s. W. Scott L. of the Lake C. m st. 7 Anm. 

Vgl. auch noch die hier folgende Anm. • 

Anm. Ö2. (S. 30.) 

So wie wir in der vorhergehenden Anm.' gesehen, dass Wasser- 
geister Bossgestalt annehmen, so sehen wir sie hier in der von Del- 
phinen erscheinen, da es sich nämlich von Meerbewohnem handelt 
S. über Wassergeister im Allgemeinen Z>. M. 455 ff. *) 

Eine der obigen des Gervas. sehr ähnliche Sage ans Nord- Schott- 
land wird mitgetheilt von Qrimm Irist^ Elfenm. S. XLVII ff. Doch 
handelt es sich dort nicht von Delphinen, sondern von Seehunden, 
welche Gestalt die schottischen Meerelfen gewöhnlich annehmen. Eben- 
so die shetländischen sea-trows, Keightley Fairy-Mi^. 1833. 1,265. 

So wie femer der Wassermann (Delphin) in seiner eigentlichen 
Gestalt als Ritter erscheint nnd es von einem andern Meerfisoh heisst 
„illic miles armatus eqnitat*' **), so wird auch sonst von einem See- 
ritter erzählt, der vollständig gewappnet gefangen wurde, Wolf N, S. 
No. 207; nnd wenn Gervas. es oben als Volksglauben seiner Zeit an- 
giebt, „nullam in nostra habitatione terrena repertam cujusvis animan- 
tis ef&giem, cujus similitudinem non liceat in piscibus Oceani Britan- 
nici ab umbilico superius speculari,^ so stimmt damit noch der spä- 
tere zu Camden's Zeit überein, welcher letztere in der Brüannia, nach- 
dem er von einem bei Oreford und Suffolk gefangenen Wassermann 
erzählt hat, so fortfährt: „Ut verum sit, quod vulgus didt: quicquid 



*) Zu dem daselbst 469 BemeriLten, dass nfimlieh der Wassermaim oft mehrhfiup- 
tig erscheine, füge 'ich noch folgende Stelle aus dem bereits mehrmals angeffthrten Amh 
Mjfm. de Moiutru c. 37 (Berger de Xivrey p. 128): »Dicwitar monstra esse io pakdibo« 
cuu tribus humanis capitibus, et sab profandissimis stagnis, sicut nymphas, habitare 
fabnlantor.* 

Derselbe Anonymus enShlt c. 16 (Berger p. 67) Folgendes: „Quandam puellam in occi- 
dois Eoropae littoribas necdom turgentibus mamrais repertam dididmos, quam undae gor- 
gitum ab Oceano terris advexerunt: ci^os magnitudioem L pedibus designabant Erat enim 
ipsias corporis longitudo quinqnagiata pedmn: et inter humeros Septem latitudinb habail; 
purpareo induta' pallio, virgis alligata et in caput oecisa perveneraU* Das Nämliche wird in 
des Vincent. Bellov. Spee. Nat. 31, 125 nach dem Liber de not. rer. folgendermaassen be- 
richtet: „In occiduis quoque partibns reperta est puella, quam unde fluviomm gorgiles ab 
Oceani terris adduxerant, ignorator, in capite vulneratam et mortaam, qnae L cobitomm 
long^tudinis erat, et inter humeros 4 latitudinis, et induta chlamyde purpurea." Mir scheint 
dies fast eine Seejungfer zu sein, die von den Dirigen wegen eines Liebesverhältnisses mit 
einem Sterblichen oder aus einem andern Grunde getödtet worden war; vgl. D. M. 462 ff. 
Ich habe übrigens beide Fassungen dieser Sage hier desy^egen mitgetheilt, weil ich glaube, 
dass der Verfasser des (noch nicht herausgegebenen) Über de naturia rerum (wahrschein- 
lich Thomas von Cantiprä) den oben angeführten Anonymus mehrfach benutzt hat 

**) Auch der Delphin soll, wie Gervas. oben sagt, nach dem Volksglauben zu der 
miles genannten Art Seefische (und zugleich Seegeister) gehören, daher auch nadiher ein 
solcher „ad formam equitis equo advehitur" and der verwundete sich gleichfalls als miles 
zeigt. 



Anmerkung 52. « 135 

nascitar in parte natorae uHa, et in man essd/ Vgl. Kuhn und 
Schwa» S. 459 ß. No. 445 ^Von Jeder Art Thiere, die auf dem Lande 
leben/* giebt es' entsprechende im Wasser." S.auch Wolf Z>« /S. No. 246. 
Auf die Wassergeister, draci*), kommt Gervas. noch einmal 
weiter unten (III, 85) zurück, welche Stelle ich hier gleich mitbespre- 
chen wilL Das Jßauben von Erwachsenen und Kindern durch Geister 
allerlei Art wird in unzähligen Sagen erwähnt **), und so wie bei 



*) Noch jeUt kennt nun gewisse Wesen in Languedoc, welche drees heissen: doch 
sind dies keine Wassergeister mehr, sondern Schabernack spielende Kobolde; s. de Nore 
p. 84. Elgenthümlich ist, was daselbst von dem drac erzählt wird, ^se» mains soht per- 
eees k jonr de mdme quhin crible.* S. auch Dneange s. v. Draeui. 

**) So aach in der Jädischen schon oben (Anm. 8) aus Tendlau angeführten vom 
Kärnten. Auch noch weitere Zftge dieser Sage stimmen mit denen anderer überein ; so 
wird dort der Kamzen wie sonst die Hebamme geholt, D. M. 425. Kuhn if. ^. No. 8i. Die 
Pracht, die er bei den Geistern sieht, ist nur eitles Trngg^ebild, wie die bei den Oaoine 
Shi*. W. Scott L. of the Lake C. IV st. 13. 15. Anm. Auf diesen scheinbaren Glani 
^t auch der Glaube, dass die Elbe von vom schön und hinten hisslich sind. D. M. 418. 
1033. wie Hnlda ebend. 249. Hierher gehört ferner eine Legende bei Thomas v. Cantipre 
de Afib. 1. 2 c. 57 No. 23, wo er Folgendes erzkhlt: „Quomodo etiam in monllbus iidem 
daemones Dusii habitare dicanturi et seducere ac denientare deceptos, manifeste monstrabo. 
Anno ab incamatione Domini MCCXXXl, praedicante in Theutonia ma^stro'Conrado contra 
haereticos, et ab eisdem felici morte peremto, haereticus qaidam (ut per fratrem Conradum, 
Provineialem fratrum Praedicatorum per Theutoniam, ante multos annos accepi) seducius 
a daemonibtts, fratrem quemdam ordinis Praedicatorum ad haeresim invitabat. Quem quum 
videret instantissime renitentem, dixit fratri: Jfertinax es valde in fide tua, nee tarnen de 
hae, nisi per scripta quaedam, aliquid certius inspeiisti. Credere auteni sl volles dictis meis, 
Christum tibi et matrem ejus ac sanctos oculata fide monstrarem." Mox ille illusionem dae- 
monnm susplcatus, volens tamen probare quid esset: »Non inmierito, inquit, tibi tunc cre- 
derem, si promissa dueeres ad effectum." Gavisns haereticus diem fratri statuit. Frater 
vero pixidem cum sacramento corporis Christi clam secum sub cappa portavit. Duxit ergo 
fratrem haereticus in specu cignsdam niontis in amplum valde palatiuni, quod claritate mi- 
rabili relncebat Nee mora; ubi in inferiorem partem palatii pervenerunt, viderunt thronos 
positos, quasi ex aoro purissnuo, in quibus sedebat rex folgere corusco circumdatus, et 
joxta eum regina sereno vulta pukherrima, et ex utraque parte sedilia, in quibus seniores, 
quasi Patriarchae, vel velut Apostoli, astante permaxima multitudineangelorum: et hi omnes 
luce siderca coruscantes, ut nihil minus quam daemones pntarentur. Hos, mox ut vidit hae- 
reticus, cadens in faciem adorayit. Dictus autem frater immotus stetit: sed tanto spectaculo 
vehementer obstupuit; et mox ad eum conversus haereUcus: „Quare, inquit, Dei filium in- 
taens, non adoras? Pronus accedens adora, quem vides, et ab orc ejus fidei nostrae se- 
creta suscipies.* Tunc frater accedens propius, extrahit pixidem, et obtulit reginao in solio 
resident, dicens: „Si regina es, mater Christi, ecce filius tuus, quem si succeperis, te velut 
matrem Dei recognoscam." Cum hac protinus voce totum illud phantasticum evanescit, et 
adnihilato fu%ore, tantae tenebrae densuerunt, ut vix frater cum doctore suo ad niontis 
exitcuu regredi potuerint. Conversus ei^o haereticus, ad fidem rediit, et miram daemonis 
astutiam stapefactns expavit." 

Auf diesen Trog und Täuschung, welche die Elbe gegen Menschen üben, wird oft an- 
gespielt and deuten manche ihrer Benennungen, D. M. 432, 8^. So wie ferner der Kam- 
zen von dem entführten Menschehweibe gegen das Geniessen der ihm gebotenen Speisen 
ond Annahme einer Belohnung gewarnt wird, weil er sonst den Geistern verfiele, so finden 
wir gleiche ZOge bei den Daoine Shi* und sonst noch ; s. W. Scott a a. 0. und die D. M. 
426 angeführten Sagen. Auch in dem ungarischen Mftrchen Pengö untersagt diesem das 
Fischchen etwas zu gemessen, bis man weisse Speisen bringe (Kletke's Märdien». 2, 18). 
Dem Umstand, dass zuweilen von den Ammen eine geringe (ihre gewöhnliche) Belohnung 



j 



136 Anmerkung 52. 

Gerras. die FnxL durch dnen anf dem Wasser schwinunenden Becher 
in die Gewalt der Nixe gerath, so widerfahrt dem König Kojata das 
N&nliche in dem rassischen Bfarchen gleichen Namens, Kletke MCCr- 
e&€iuaaZ 2, 71. 

Wie fiemer dielVaa sich ein Auge mit der Zanhersalbe der draci 
bestreicht, dadurch ein schärferes Gericht erlangt und dies spater 
durch den you ihr auf dem Lande angesprochenen Wassermann wie- 
der yerliert, so wird fast Gleiches in einer die Daoine Shi* betref- 
fenden (bereits oben Anm. 44 angefahrten) Sage erzählt, und W.Scott 
bemerkt in der Einleitung zur Ballade The young Tomton« Abschn. 11. 
zu der auch von ihm mitgetheilten, die draci betreffenden Sage des 
Gervasius: „It is a curious fact that this story, in ahnost all its parts, 
b current in both the Highlands and Lowlands of ScoÜand with no 
other Variation than the Substitution of Fairies iot Dracae [L Draci] 
and the cavem of a hill for that of a river.'' S. auch Müllenhoff 

No. 4oa 

Mit 4er von Gervas. am Schloss des in Rede stehenden Capitels 
(m, 85) erzahlten Sage von dem dracus, der einen Menschen erwar- 
tet, um ihn zu ertranken, stimmt ganz genau eine andere in Sehott- 
land allgemein bekannte überein, die von W. Scott zur Ballade The 
WaUr-kelpie mitgetheilt wird. S. auch Kuhn und Schwarz N. S. 
No. 84. 304. Kuhn M. 8. No. 82. 207 (S. 222). 220. Wolf Hess. Sa- 
gen No. 201. vgl. 202. 204. Deecke Lühisehe Geschichten und Sagen 
No. 200; Sommer Sagen aus Sachsen u. s. w. S. 38; vgl. D, M, 466. 
die Stelle aus Greg- Turon. de tßor. conf, c. 31. 

lieber die von Gervas. ebendas. erwähnte Schlange Tarascus s. 
Leg. aurea c 105 (de S. Martha) p. 44d^ wo sie Tarascpnus heisst; 
die daselbst befindlichen Worte: „Yocabatur autem draco ab incolis 
Taras Conus, unde in hujus memoriam locus ille adhuo vocatur Ta- 
rascona, qui antca vocabatur Nerluc, id est niger lacus, eo quod 
ibi erant nemora nigra et umbrosa,^ lauten bei Vincent Bellov. 
Spec, Hist, 9, 99 (nach den Gesta Marias Magdalenae) so: „Nuncupa- 
batur autem ab incolis draco ille Tharascurus, unde locus ille dein- 
ceps vocatus est Tharascurus, qui antea vocabatur Verluc, id est 
niger lucus, eo quod ibi essent condensa et opaca et nigra.'' 
Wie hier statt Verluc zu lesen ist Nerluc, so ist in der Leg, aurea 
niger lacus Druckfehler für niger lucus*). 



genommen werden darf (D. 8. No. 65. Kubn und Schwan N, S. No. 104) oder aodi ein 
nach Ausschlagung jeder Belohnung zuletzt gegebenes Geschenk (D. M. 1. c) gleicht der 
Zurückempfang der verlorenen Schlüssel von Seiten des Kamzen. Die Beschnndung 
des Geisterkindes endlich entspricht der Taufe der Eibenkinder; s. oben Anm. 10. 

Bei Gervasius wird die Frau von dem dracus geraubt, um bei dem Kinde desselben 
Ammendienste zu versehen ; soqst geschieht dies, wenn die Wasserfrauen der Wehmütter 
bedürfen. D. M. 460. D. S. No. 49. 58. 60. 60. 304. 

Ueber Wassergeister überhaupt yergl. aueh Hocker zu S. 85 di» drei Wagterf^aaiem. 

*) Auf derselben Seite 444, Z. 10 y. u. (ed. Grfisse) ist bonachus die richtige Lesart,- 



Anmerkung 63. 54. 137 

Ein sich auf diesen Drachen beziehendes Volksfest, la Tarasque 
genannt, das jetzt nur noch sehr selten zu Tarasoon gefeiert wird, 
beschreibt De Nore Coutumea etc. p. 47 ff. Au£h bei den spanischen 
Autos Sacramentales erschien die Tarasca als eine der Haupt- 
figuren des ihnen vorhergehenden Aufzuges. Der ursprüngliche Sinn 
all dieser und ähnlicher Vorstellungen war der Sieg des Sommers über 
den Winter. S. Hocker zu S. 118 Siegfried der Dradtentödter] und vgl. 
Noorden Symholcte ad compar, myäiol, vedicam cum m\/Üujl. german,, 
imprimis pertinentea ad pugnam Dei aestivi cum draeone. Bonn 1855. 

Auf die obige Sage (HI, 68) zurückkommend, will ich noch die 
Bemerkung hinzufügen, wie es ein ganz gewöhnlicher und folgerich- 
tiger Zug ist, dass Menschen imd übermenschliche Wesen die Wunden, 
welche sie bei Annahme von Thier- und anderer Gestalt*) (wie z. B. 
der eines Strohhalmes, Meier Schwab, S, No. 193, 7) empfangen, auch 
nach Ablegung derselben nicht verlieren. „Besonders oft wird 
von verwundeten Katzen erzählt, die man nachher an verbundenen 
Weibern wiedererkannte.*^ 2>. AT. 1051 ff. vgl. hier HI, 93: „Seimus 
quasdam, in forma cattarum a furtive vigilantibus de nocte visas ao 
vulneratas, in crastino vulnera truncationesque membrorum ostendisse,^ 
und ni, 120 die Sage von den Werwölfen. 

Anm. 53. (S. 31.) 
Diese Sirenen des brittischen Meeres sind Nixen, welche im Mit- 
telalter gewöhnlich jenen Namen erhielten, s. Val. Schmidt zu Stra- 
parola S. 316. Auch ihren Gesang kann man mit dem Strömkarl- 
slag vergleichen; s. oben Anm. 44. 

Anm. 54. (S. 32.) 

Ueber das Aufregen des Sees durch hineingeworfene Steine s. 
hier zu HI, 89. 

Dass Kinder wie Erwachsene oft durch Geister fortgeführt wer- 
den, ist schon Anm. 52 angemerkt worden; hier jedoch geschieht dies 
in Folge einer Verfluchung. Ein ähnlicher Aberglaube herrscht bei 
den Schweden, (s. Bäckström Of versigt af Svenaka Folk-LiUeraturen 
p. 119 No. 2 hinter dessen Svenaka Folkböcker), den Serben (Z>. M. 
407) und Bussen, von welchen letztem Tooke History of Etiseia 1, 100 
erzählt: „The Bussian peasants believe the noctumal demon Kiki- 
moro to have been a child, whom the devil stole out of the womb 



so heisst dies Thier z.B. bei Albert Magn. de animal. 1. 22 tract. 2 c. 1 (Opera. Lngd. 1651. 
vol. 6 p. 581) und oft noch bei demselben. Es wurde auch bonacus und bonasus ge- 
nannt; 8. Salmas. zu Solin. c. 40. 

*) Diese Wandlung ist in fast allen Mythologien gewohnlich, seltener aber die anderer 
IHnge in Menschen, wie der Phoke D. M. 1049, des Frosches und der Schlange in einem 
Härchen des Tuti-Nameh {der Bing, der Frotek w»d die SehUMge bei Kletke 2, 95) und 
selbst des Meeres ebendas. (der Bramne und dai Meer Kletke 2, 101). Doch soll letzteres 
wohl den Meergott bedeuten und auch die Sage von den Phoken mag mit andern zusam- 
menhängen, wie z.B. der von den shetlSndischen sea-trows, s. oben zu Anfang dieser 
Anmerkung. 



138 Anmerkung 54 

of its mother, because she had cursed it They also assert, Üiat if an 
execration against a child be spoken in an evil hour, the cMd is car- 
ried off by the devil. . The beings so stolen are ueither fioids nor 
man; they are invisible, and afraid of the cross and holy water; bat 
on the other hand, in their natore and dispositions they resemble 
mankind, whom they love, and rarely injure.*' Vgl. auch Meier 
Schwab. S. No. 184 Baader Badiache Sagen No. 239. Verflachte 
Kinder in Raben vei-wandelt K. M, No. 20. 93, -unter die Erde Ter- 
wünscht, ebend. No. 91; ebenso eine Schwester in dem ungar. Mär- 
chen Eisen 'Laczi, Kletke Märchens, 2, 1. Hierher gehört auch fol- 
gende Sage bei Bog[er de Hoveden Pars post. p.629 ed. Sayile: ^Q^^' 
dam enim die duilk mulier quaedam gravida puerum gestaret in alvo 
et tempus pariendi instaret, fugit a domo patris sui, nolens a paren- 
tibus suis in delicto illo comprehendi : et ecce tempestas vaJida pluviae 
et ventus apprehendit eam fugientem in campo soMyagam et petentem 
a Domino auxilium et domum refagii: et quia oratio ejus statim non 
erat exaudita a Domino, decidit in desperationem, dicens: „Si tu, 
Deus, despicis orationem meam, diabolus succurrat mihi;^ et sta- 
tim apparuit ei diabolus in specie juvenis, nudus pedes, succinctus ad 
viam, et ait mulieri: ,,Sequere me,^ et transeuntes viam, invenerunt 
ovile quoddam in campo, et praecucurrit diabolus, et in ovili illo prae- 
parayit ignem, et. sedile de Stramine novo, et mulier illa secuta est 
cum et in domum veniens calefaciebat se ad ignem et ait: „Sitio et 
fame torqueor;^ cui respondit diabolus: „Sustine parumper, et ego af- 
feram tibi panem et potum,^ et dum iret, duo viri transeuntes per 
viam iUam, et videntes ignem in ovili illo, mirati sunt, quid hoc esset, 
et accedentes intraverunt ovile, et invenientibus eam gravidam juxta 
ignem jacentem, interrogaverant quis esset, qui fecerat ei ignem illum, 
et illa respondit: „Diabolus;^ et illis interrogantibus: »Ubi est ille?*' 
respondit: „Esurivi et sitivi, et ille abiit ad quaerendum mihi cibum 
et potum.*' Et ajunt illi: „Fiduciam habe in Domino Jesu Christo, et 
in gloriosa Yirgine Maria, matre ejus, et ip» liberabunt te de manu 
inimici, et inquire ab eo futura;^ et bis dictis abierunt ad TÜlam, 
quae prope erat, et narraverunt clero et populo, quae viderant et au- 
dierant in via. Interim rediit diabolus et affe^ens secum panem et 
aquam confortavit mulierem, et illa incurvata peperit filium, quem dia- 
bolus ille recipiens loco obstetricis celefaciebat ad ignem: et ecce sa- 
cerdos praefatae villae fide catholica et cruce et aqua benedicta ar- 
matus, venit cum clero et populo multo ad ovile illud, et invenit eam 
enixam puerum, quem diabolus in ulnis suis tenebat, et aspersit aqaam 
benedictam in nomine Sanctae et individuae Trinitatis; quam diabo- 
lus nequaquam sustinere volens, fugit et puerum secum asportans, 
ultra illis non comparuit. Mulier autem ad se reversa ait: „Nunc scio 
vere, quia eripuit me Dominus de manu inimici.** 

Ganz anders jedoch, d. h. wirkungslos, weil nicht von Herzen 
kommend und daher auch nicht ernstlich gemeint, erscheint eine 



AnmeriLmig 54. 139 

sol(!he Verflachang eines Kindes durch eine Matter in einem Gedichte 
des Stricker (v. d. Hagen Ge$, ab, No. 69 v. 160 fS,): 

Do sprach ein wip ze ir kinde: 

„Dun enwilt niht tuon durch mich, 

Der übel tiuvel neme dich!^ 

^Nü nim daz kint:^ sprach der man — 

^ichn* hftn dft leider reht niht an;** 

Sprach der tiuvel sft ze stunt: 

„si naeme niht zwei tüsent pfunt 

Daz si mir's alsd günde, 

daz ich mich sin under wunde; 

Ich naem* ez gerne, mähte ich.** 

Diese mildere Auffassung ist auch die natürlichere und wahrere; 
denn, wie unser grosser Dichter si^ (in der Braut von Messtna): 

„Eine Mutter kann des eignen Busens Kind, 
Das sie mit Schmerz geboren, nicht verfluchen. 
Nicht hört der Himmel solche sündige 
Gebete; schwer von Thränen fallen sie 
Zurück von seinem leuchtenden Gewölbe.** 

Vgl auch noch die alte Fabel von der Mutter, dem weinendeu Kind 
und dem Wolf, über welche s. Grimm Eeinh, Fuchs S. CCLXXI. Ro- 
bert Fabl Indd. 1, 282 ff. 

Das Aufhocken von Geistern auf Menschen, wovon in der Ge- 
schichte des Gervasius die Rede ist, kommt sehr oft vor, s. z. B. Wolf 
N. S. zu No. 214^ vgl. dessen Beür, S. 238 No. 244. £benso in indi- 
schen Märchen und einem georgischen Roman, s. Loiseleur des Long- 
champs Origine des fables Indiennes p. 57. 

Dies gegenwärtige Capitel des Gervasius ist auch übergegangen 
in die Gesta Bomanorum c. 162. 

Noch bemerke ich, dass ich oben im Text den Namen des Berges 
Cannagum, wie er bei Gervasius heisst, in Cannarum (sc. mens) ver- 
ändert habe, denn so heisst er in des Johannes Herbinius Catadupae 
sive Cataracta^ mimdi admirandae etc. Amstelöd. 1678, wo nämlich 
nach Nierenberg's Hist, Not, 1. 16 c. 32 erzählt wird: ,,In Catalonia 
est mens Cannarum altissimus et quasi inaccessus, in cujus sum- 
mitate est lacus, cujus aqua est subnigra et fimdus imperscrutabilis. 
Mansio daenxonum fertur esse sub aqua ab incolis. Unde si quis mo- 
dicum lapillum injiciat, statim, quasi offensis daemonibus, tempestates 
et tumultus cientur.** Und dieser Name des Berges (spanisch wahr- 
scheinlich monte de las canas) ist auch ohne Zweifel der richtige, den 
er aus eben dem Grunde erhalten haben mag, wie die in der Nähe 
üegende Stadt Junquera (das alte Juncaria) den ihrigen, nämlich 
von den dort wachsenden zahlreichen Binsen (einer Art Spartogras). 
Nierenberg aber entnahm seinen Bericht aus Gervasius, wie durch die 



140 Anmerkung 55. Ö6. 57. 58. 

fast wörtliche Uebereinstimmiug erbellt, und benutsste dabei, wie man 
sieht, eine gute Handschrift. 

Anm. 55. (S. 34.) 

lieber das Läuten versunkener Glocken s. Hocker zu S. 207 See- 
läuten. Ob übrigens die von Gervasius hier erzählte Sage aus dem 
Namen des Thaies entstanden ist, oder umgekehrt, ist schwer ta sagen. 

Anm. 56. (S. 34.) 

Das in diesem Capitel Erzählte gehört zu dem Sagenkreise vom 
wUthenden Heer; ich verweise daher auf den Anhang n. A. gegen 
Ende (Zusatz zu D, M. 8d5), wo ich näher darauf eingegangen bin. 

Anm. 57. (S. 35.) 

Der Fluss Brixontes (Brixon?), der bei Gervas. EQ, 73. 74. 75. 
Brison heisst, wird von Walkenaer bei Berger Trad, Tirat, p. 314 ff. 
für den Fluss Mareb in Abyssinien erklärt. 

Ueber die Verwandlung von Menschen in Storche s. zu ÜI, 97. 

Anm. 58. (S. 35.) 

In diesem Capitel ist das ägyptische Heliopolis mit seinem Son- 
nentempel irrthümlich nach Aethiopien verlegt, woselbst sich jedoch 
der Sonnentisch so wie auch (in Meroe) ein goldener Tempel be- 
fand. Herod. 3, 18. Strabo p. 823 in. 

Von den langöhrigen Menschen spricht ausser Andern auch Plin. 
4, 13 (27). Doch sind sie bei ihm ein nordeuropäisches Volk und 
heissen Fanesii; bei Mela 3, 6 Panoti, 

Ueber den hier erM^dmten goldnen Weinstock und Aehnliches s. 
Diudop. S. 184 nebst der Anm. 247 ^). Dort wird nach dem franz. 
Alexanderroman angeführt, dass Alexander einen goldenen Weinstock 
unter den Schätzen des Perus fand, im Pseudo-Kallisthenes 3, 28 
wird jedoch richtiger gesagt, dass er ihn (so wie den auch von Athe- 
näus p. 514 nebst dem Weinstock erwähnten goldenen Krater) aus dem 
Palast des Cyrus wegführte, woselbst dieser einst den Staatsgeschäften 
obzuliegen pflegte (vgl. Athen, p. 539). 

Noch will ich anführen, dass Maimonides im Mare Nebuchim 3, 
29 p. 422 erzählt: „De Adamo dicunt, quod cum ex climate h. e. ex 
terra, quae Indiae vicina est, egressus et terram Babel ingressus fuit, 
multa mirabilia secum asportaverit, et inter illa arborem, flores, 
folia et ramos auri habentem, arborem item talem lapideam etc. 
etc." Endlich befanden sich auch bei dem Sonnentempel zu Cuzco, 



*) Maundeville c. 20 (Early Travels p. 235) beschreibt einen goldenen Weinstock mit 
Trauben aas Edelsteinen, der sich im Speisesaal des chinesischen Kaisers befand und sich 
nach allen Seiten desselben ausbreitete. 



Anmerkang 68. 141 

der alten Hauptstadt von Pein, GSjrteo, in denen alle Bäume und an- 
dere Pflanzen so wie auch die Thiere kunstreich aus Qold gefertigt 
waren; & Pierer Universaü^x. 2. Aufl. Bd. 22 S. 340«; vgl. Humboldt 
AnsidUen der Natur 3. Aufl. n, 355. 

Wunderbarer aber als alles dies ist, was Alexander ab Alexandro 
Gen. Dier, L IV c. 9 berichtet Er erzählt nämlich: 

^yProfecto rem minficam et ostento similem, et quae dici credique 
vis p08sit| amicus meus summus nuper enarravit mihi, quam ego his 
comentatiunculis meis adjicere dubitassem (ita yidetur esse rara dictu, 
et saper omnem impudentiam prorsusque ridiculae vanitatis), uisi hoc 
pro comperto et ezplorato multorum testimönio comprobasset, qui se 
non audisse vel legisse, sed oculis vidisse, et manibus attrectasse asse- 
rebant. In citeriori Germania intra Danubium locaesse, inquibus, 
nisi contra frigora et geln ac feram saevamque hiemem vites mazima 
parte anni sub nivibus humo contectae jaceant, quum nulla his contra 
immodica frigora tempestatesque firmitas sit, utpote in tractu gelidis- 
simo, prorsus algore intereant. Eas demum liquatis nivibus, aestate 
anni ingruente, et calore caeli miriflce germinare, et frondes genicu- 
latas emittere, sed vini parum efiundere. Interque eas nonnullas, 
nescio qua caeli temperie, seu occulta et caeca origine, vites existere 
peculiari miraculo et admirationis praecipuae: quae claviculos et 
plerumque candicantia folia ex puro auro germinent, et 
simnl coalescant; illosque vidisse et manibus attrectasse, regibusque 
et summis ducibus una cum palmite vitis rimoso cortice dono 
da tos ingenti miraculo fuisse: neque id ubique et passim, sed aliis 
atque aliis in locis, et modo hie, modo alibi fortuito eventu, et prout 
natorae libitum fuit, evenire: idque apud incolas pro ostento minime 
haberi: sed quia in locis pluribus id accidere soleat, quasi inter quo- 
tidiana et frequentia reputari.^ 

Trotz der offenbaren Lügenhaftigkeit des hier Milgetheilten hat 
der Jesuit Kaspar Schott doch nicht Anstand genommen, es in seinem 
Werke Phyaica cwriom (Append. ad 1. XH P. 1 c. 3 §. 2 ed. H p. 1334) 
zu wiederholen, jedoch klüglich den Schauplatz dieses Wunders nach 
Ungarn verlegt. Nachdem er nämlich gesagt: „In Hispaniola arborem 
quandam auri venas habere scribit Petrus Martyr in Historia sua, 
quam et fose describit," fügt er noch weiter hinzu: „Multi quoque 
scriptores referunt ex fide dignis auctoribus, in Pannonia prope Da- 
nubium, maxime Schemnitii, repertas aliquando vites, quae clavi- 
culos et folia ex puro auro candicantia habuerint, eaque re- 
gibus ac summis ducibus oblata. Causam putant auri fodinas 
Bub vite latentes, quae cum pabulo aurum ad se attrahant.^ Aus der 
wörtlichen Uebereinstimmung der Ausdrücke Schott*s mit denen 
AIexander*8 ab Alexandro erhellt deutlich genug, dass ersterer letzte- 
ren ausgeschrieben; freilich hat er sich gehütet, den Italiäner als 
Quelle für eine Nachricht anzuführen, deren Unwahrheit ihm genau 



142 Anmerkimg 59. 

bekannt sein mnsste, und vorgezogen, lieber gar keinen bestimmten 
Gtewährsmann namhaft zn machen, was' er sonst nur sehr selten thnt. 

Anm. 59. (S. 36.) 

Die in dieser Geschichte erwähnten zwei Mohren können schwarze 
Geister, d.h. Teufel sein; denn der Ausdruck Aethiops, um letztere 
zu bezeichnen, ist in gleichzeitigen Schriftstellern ganz gewöhnlich 
und findet sich schon im Pseudo - Abdias (z. B. 8, 7); in der Leg. Aar. c. 27 
{de 8, Joanne Etteemoa,) heissensie, wie hier bei Gervas., mauri (mhd. 
m6r, hellemdr). Da jedoch der Schauplatz der Sage des Gervasius in 
Spanien liegt, welches damals noch guten Theils in den Händen der Ara- 
ber war, so dürften derselben vielleicht orientalbche Anschauungen zu 
Grunde liegen, so z.B. erzählt Herbelot s. v. Moctadi Bemrülah Fol- 
gendes: „Les Mahom^tans croyent qu*il y a des Esprits ou des Lutins 
arm^ d*arcs et de flaches que Dieu envoye pour punir les hommes 
quand il lui plait et que les blessures que fönt oes spectres sont mor- 
telles, lorsqu'ils paroissent noirs; mais qu'elles ne le sont pas lorsque 
les flaches sont decoch^es par des Spectres, qui paroissent blancs. 
C'est ainsi que les Mahometans raisonnent sur la Feste, et c'est sur 
ce fondement qu*ils ne prennent aucnne pr^caution pour s*en garan- 
tir*).^ Es ist übrigens ganz gewöhnlich, Tod und Krankheit lüs die 
Wirkung eines Greschosses höherer Wesen darzustellen; vgl. Z>. M. 
429. 806. 1192. Der mahometanischen Vorstellung von der Pest ent- 
spricht auch die der Griechen H. 1, 55 ff. 

Den livor, welchen der Getroffene an der ihn schmerzenden Stelle 
findet, vergleiche ich mit dem Todeskniff, D, M, IsteAusg. Dan. 
Ahergl No. 144. vgl. S. CXLVHI No. LV, und Nachtgriff, ebend. 
2te Ausg. S. 1116 ff. 

Was den Fenchel (foeniculum) betrifit, dem man nach der obigen 
Erzählung des Gervas. gegen Zauberei und dergl. schützende Kraft zu- 
geschrieben haben muss, so findet sich dieser Glaube noch jetzt in den 
Pyrenäen bei den Basken; de Nore Coutumes etc. p. 128 sagt nämlich: 
„Dans cette contr^e le fenouil est la plante salutaire qui prdserve 



*) Diese Ansicht beruht wahrscheinlich auf einer altem vormuhamedanischen (sabäi- 
schen); denn Hammer (Fundgruben 1, 3) von den sieben Pfeilen sprechend, mit denen zu 
jener Zeit die Araber ihren Stammvater Abraham abbildeten und deren sie sich zum Loo- 
sen bedienten, als Stellvertreter der sieben Planeten, von denen das Loos der Sterblichen 
ausging, bemerkt dazu: «Eine diese Ansicht hell beleuchtende Stelle ist der folgende 
Spruch, den die Araber dem göttlichen Plato zuschreiben: „IMe Erde ist eine Scheibe 
(eigentlich Kugel), der Mensch das Ziel; die Sphären sind der Bogen, die himmlischen 
Körper die Pfeile, und der Schütze ist Gott." Sie bildeten sich also die Einflüsse der sieben 
Planeten als ebenso viele Pfeile vor, mit denen das Schicksal nach ihnen zielte, und loo- 
seten nach dem verschiedenen Wurfe der Pfeile, bis Mohammed diese Art zu loosen Tei^ 
bot, und das Bild Abraham's mit den sieben Pfeilen bei der Eroberung Mekkas nnt den 
übrigen Idolen umstürzte." Biese Att von Divination durch Pfeilschüsse war übrigens in 
den ältesten Zeiten auch bei andern asiatischen Völkern üblich ; s. Otto Strauss Nakumi de 
Nim» Vaüamium p. XXV Anm. 



Anmerkung 60. 61. 143 

de rihfliieiice maligne des sorden;^ und auch in Betreff eines ahn* 
liehen Brauchs in lAngnedoc sagt derselbe p. 80: y^Les deyins pour 
gn4nr les personnes qid ont M ensorcel^es, allument d*abord un 
cierge bänit le jour de la Chändeleur; puls ils fönt diverses figures 
avec de la terre prise dans le cimeti^ et m%\^ avec de Teau b^nite, 
et ils se servent de pr^parations ^Eutes avec du fenouil) du s^ev^ 
dn pavot et du mil, le tont accompagn^ de priores. ^ Aber auch schon 
im Alterthum bekr&uste man sich bei den Au&ugen zu Ehren der 
Cybde mit Fenchel und Weisspappel. Wie femer foeniculum aus 
f o e nu m gebildet ist^ so gehört vielleicht auch der Bchwed. Abergl. 
No. 125 {D, M, Iste Ausg.) hierher, nach welchem höfrö (Heusamen) 
gegen Spuk schützen soll, obwohl in dem Dan, AbergL No. 150 dafär 
hörfro (Leinsamen) steht. Nach dem Volksglauben zieht Heu Blut 
ans. K. M. 8, 76 (zu No. 46.). 

Anderersdts gleicht dem Fenchel an Aussehen und gewürzhaftem 
Greechmack der Kümmel, dem man, wie es scheint, gleichfaUs eine ab- 
wehrende Kraft zuschrieb und ihn daher ins Brot buk (2>. M, 452 ff.), 
ebenso der Dill, den deshalb nach einem märkischen Gebrauch die 
Braut (nebst Salz) in der Tasche hat, damit ihr der Böse nichts an- 
haben könne, so wie man auch neugeborene Kinder durch Dill und 
Salz gegen die Hexen schützt Kuhn M, Sag. S. 367. 

Ueber Fascination im Allgemeinen s. Delrio L. HI P. 1 qu. IV 
sed 1 p. 411 ff.; vgl. auch noch 2>. M, 1056, meine Uebers. des Ba- 
sile 2, 266 und Nachtrag dazu Dunlop S. 516« ff. Was namentlich 
das Festbannen des Bosses betrifft, wovon oben die Bede ist, so 
finden sich davon häufige Beispiele; so verstand dies der Zauberer 
Apollonius, und Amobius nennt es als gewöhnliche Zauberkunst, s. 
Düntzer in Scheible*s Kloster 5, 211, vgl. auch Z>. M, Iste Ausg. 
Deutsch, AbergL No. 875. 977 und S. CXLVI No. XLVH— XUX, Mül- 
lenhoff No. 264, 271, 272, Meier Schwab. S. No. 226 und Gervasius 
Decis. ni c. 28. eine Legende ans des Hieronymus Vita B. Hilarionis. 
In den altnord. Sagen kommen Zauberrunen vor, vermittelst deren 
man dne Person oder Sache an irgend dnen Gegenstand festbannte. 
Hierher gehört auch, was der französ. Aberglaube che viller nennt; 
8. hier Franz. Abergl. 14. vgl. 417. 

Anm. 60. (S. 38.) 

Ueber die lamiae s. die hier folgende Anm. und über die draci 
und den Tarascus oben S. 135 ff. 

Anm. 61. (S. 39.) 

Gervas. theilt in diesem Capitel dreierlei Meinungen mit in Be- 
treff der Vorstellung, die man über das Wesen der lamiae und larvae *) 



*) Da Gervasius die laniiae und larvM nur etymologiseh von einander imterschcidek, so 



144 Anmerkung 61. 

hegte. Erstens sollten es krankhafte Phantasien sein, welche aus 
hösen Säften entstünden und die daran Leidenden im Schlafe be- 
drückten (pondus &ciunt), also das Alpdrücken; zweitens waren es 
nach Angnstin's Meinung, die auch G^ervas. annimmt, böse Geister; 
und drittens hielt sie der Volksglaube*^) für gewöhnliche Menschen, 
die jedoch mit zauberischen Kräften, wie es z. B. das Durchfliegen der 
Luft ist, begabt waren; also etwa Hexen und Hexenmeister (foeminae 
ac Tiri). Letztere männliche Personen gehören jedoch eigentlich nicht 
zu den lamiae; denn auch in dem vorigen Capitel heisst es gleich 
zu Anfemg: „lamiae dicuntur esse mulieres, quae noctn domos mo- 
mentaneo discnrsu penetrant etc.'' Uebrigens scheint der Yolksglaube 
unter den lamiae auch geisterhafte Wesen verstanden zu haben, wie 
dies gleichermaassen aus HI, 93 hervorgeht, wo einige alte Weiber 
(d.h. Hexen) behaupten „se, dormientibus viris suis, cum coetu la- 
miarum celeri penna mare transire etc.'' Wahrscheinlicher ist es 
jedoch, dass in dem gegenwärtigen Capitel (UI, 86) Gervas. die We- 
sen, die er lamiae nennt, mit den mascae und Striae verwirrt hat, 
und unter jenen die Nachtfahren, dominae nocturnae (die anch 
H^poTWi^y lamiae nennt, D, M. 1009), unter letztem beiden aber die 
sie begleitenden Hexen oder Zauberinnen zu verstehen sind. S. im 
Allgemeinen 2>. M. 1009 — 1013, wo von den Nachtfiihren **) u. s. w. 
ausführlich gehandelt wird***). Dazu füge ich noch folgende die la- 
miae betre£Fende Stelle aus dem Spec, Not. 19, 65, wo zuvörderst 



kann man wohl annehmen, dass in der Uebenchrift »De lamüs et noct larvis" dieses ei für 
slve steht. 

Der Ausdruck Stria oben im Text des Gervas. bedeutet so viel wie striga, ital 
strega, Hexe; vgl. D. M. 997. 998. üeber masca s. ebend. 1036; und de Nore p.88 sagt 
in Betreff eines Volksglaubens in Langnedoc:- „11 fant bien se garder de toucher la main 
d'un sorcier monrant; car on deviendrait sorcier comme lui. Malheur anssi aux enfants qoi 
naissent le jour d'un fait d'armes: leur iLme sortira ou rentrera ä volonte dans lenr corps; 
ils tourmenteront force gens durant le sommeil, et deviendront enfin sorciers eux-m&nes 
sous le nom de masques.* S. auch Ducange s. v. Mmtca. 

*) So sind nämlich die Worte : „ut autem moribns ac auribus hominnm satisfnciamus, 
constituamus etc.'' zu verstehen und diese daher zu übersetzen: »Um uns aber den her- 
kömmlichen Vorstellungen der Menschen und dem, was sie gewöhnlich sagen hören, anzn- 
schliessen, wollen wir annehmen u.8. w.* 

**) Von diesen haben wahrscheinlich die drei Donnerstagsnachte vor Weihnaditen des 
Namen Fahrnächte. Meier Schwab. Sag. S. 460. 

•**) Dort ist S. 1010 aus Wolfram's WUhehn die Stelle angeführt: 

„wil der (Machm^t) helfe spam, 
s6 helfen in die nahtvarn." 

Hierzu bemerke ich, da^ dies nicht etwa ein auf die Muhamedaner übertragener deutscher 
Aberglaube ist, sondern ^ass bei letztern wirklich diese Vorstellung heimisch war und viel- 
leicht noch ist; denn Vincent. Belle v. Spee. Hut. 30, 139 erzählt, dass im J. 1240 ein Tur- 
komane, Namens Paperolssole, den Sohn eines Bauern aus der Gewalt eines Wolfes, der 
ihn bereits geraubt, errettet, und da er ihn dem Vater zurückbringt, von diesem gefragt 
wird, ob er ihn lieber zu einem reichen Manne oder zum Sultan machen solle; worauf Ps- 
peroissote erwiedert: „Quis es tu, qui sie mcunctanter hoc mihi promittis?" »Ego sum, 



Anmerkung 61. 145 

nach dem Lib. de not, rer, die lamiae reissende Thiere genannt 
werden, und es dann weiter so heisst: „Forsitan istae sunt lamiae, de 
quibuB Hiere. *) dicit: „Lamiae nndaverunt mammas etc.^ Ibi 
namque dieit Glo. quod lamia est bestia ferocissima, quae tarnen fae- 
tibns teneris petentibus lae praebet. In qno Judaeos crudeliores esse 
ostendit lamiis, quia „parvuli petierunt panem, et non erat 
qui frangeret eis**). Hoe animal Hebraice vocant ledith***). 
Et Jadaei quidam suspicantur unam esse de furiis, quae parcae dicun- 
tur, eo <^uod nulU parcunf 

In Betreff der von Gervasius weiter unten genannten dusii vgl. 
Lk M. 449. Ueber dieselben findet sieb folgende Stelle bei Thom. 
Cantipr. de Äptb. 1. 2. c. Ö7 No. 17: „De Dusiis .daemonibus et 
quomodo uno corpore äublato, aliud substituant.^ 

„Hinc de Dusiis, vel Dusionibus, quae est tertia species daemonum, 
sequitur. Dusiorum daemonum opera multa percepimus: et hi sunt, 
quibus gentiles lucos plantatos antiquitus consecrabant. His adhuc 
Pmssiae gentiles siluas aestimant conse'cratas, et eas incidere non 
audentes, nunquam ingrediuntur easdem, nisi cum in eis diis suis vo- 
Inerint immolare. Hi sunt etiam daemones, de quibus beatissimus 
Augustinus etc.*^ (de Civ, Dei 15, 23. vgl. D.M, a. a. 0.); und femer 
ebendas. No. 23: „Quomodo etiam in montibus iidem daemones Dusii 
habitare dicantur, et seducere ac dementare deceptos manifeste mon- 
straBo.^ Hierauf folgt die bereits Anm. 52 angeführte Geschiebte. 
Er versteht also unter Dusii Wald- und Berggeister f). 

Mit den gegen Ende des Capitels genannten Fadae (Feen) und 
deren irdischen Ehemännern, die sich muthwillig ihr Glück verscherz- 
ten, spielt er auf Sagen an, wie die von Gralant, Lanval, dem Stau- 
fenberger, der schönen Melusine u. s. w. vgl. Anm. 7. 

Es ist übrigens erfreulich, aus dem Eingang des vorliegenden Cap. 
zu ersehen, dass es bereits damals luid wohl auch schon früher ver- 
nünftige Menschen gab, welche die ganze Vorstellung von den 



inquU, qai de nocte vado cum dominabas, quae nymphae vocantur, et sum Dei nun- 
cios, et quidquid dixero tibi eveniet." Tone ille: gSatis, ait, dives sum, sed fac me Solda- 
nom.'' Rasticus quoque ait: „Vade statim ad parentes tuos, quia magnae es parentelae, et 
congregatis in ununi, die, quod nuncius Dei tibi apparuit, dicens, Deum te velle Soldanum 
esse." Jener folgt dem Rath und erlangt durch Räubereien während einiger Monate eine 
Art von Herrschaft, bis er endlich geschlagen und getödtet wird. Wir finden also auch 
bei den Muhamedanem Nachtfahren, dominae nocfurnae, und zwar scheinen sie in ihrem 
Gefolge auch Männer zu haben, da der Bauer sie begleitet, welcher übrigens mit mehr als 
otenschlicher Macht begabt sein musste. 

•) Jerem. Klagel. 4, 3. 

••) ebend. 4, 4. 

***) Für ledilh ist hier zu lesen Lilil; über welche s. Anm. 8. Da letztere kleine Kin- 
der schadigt und oft tödtet, so ist sie hier ganz richtig mit den lamiae zusanunengestellt. 

j) „The duce take you" a profane expression from Goth. and A. S. dues a spee- 
Ire." The dialeei of Craven etc. 2 ed. Lond. 1828. II. 8. s. y. duce. Das Wort ist Übri- 
geos auch ausserhalb Yorkshire in Gebrauch und meint den Teufel. 

Gervasii Tilb. otia imp. 10 



146 Anmerkung 62. 63. 

Nachtfahren u. s. w. als Folge höser SSfte und schwerer Träume 
verwarfen, da sie vermuthlich an Gespensterfahrten nicht glauben 
mochten und ihnen der eigentliche Ursprung dieses Yolksglaubens un- 
bekannt war. Gerras. wiederholt diese Erklärung zu Anfang Ton 
m, d3 und auch Wolfram fügt zu den oben angefahrten Zeilen hinzu : 

„dsa sint alder wibe troume.'' 
Vgl. auch D, M, 1012 ff. die aus dem Spec, MorcAe angeführte Ge- 
schichte, wo der Priester, nachdem er die sich für eine Begleiterin der 
Nachtfahren ausgebende alte Frau handgreiflich wiederleg^ hat, mit 
den Worten schHesst: „Modo videtis, quam fatuae estis, quae somnio- 
nun creditis vanitatem.^ 

Vgl. auch noch Anhang 11. A., wo ich diese Vorstellung von den 
luftdurchstürmenden Frauen in den Sagenkreis vom wüthenden Heer 
gezogen und dieselben als Walkyrien im Gefolge der Wintergöttin 
dargestellt habe. 

Anm. 62. (S. 41.) 

S. die folgende Anm. Die Ueberschrift „de alio stagno^ bezieht 
■ich auf das vorhergehende Capitel „Destagno piscoso etc.^, wel- 
ches oben im Text durch Versehen ausgefallen ist und also lautet: 

„In AngHa stagnum est, quod Wlferesmere, quasi mare Wlferi 
regis, nominatur, quod cum omnibus piscantibus passim exponitur, 
piscibus abundat; cum homines ab ejus piscatione arctantur, autrarus 
in illo aut nuUus piscis invenitur. Est autem locus in oonfinio Galliae.'* 

Anm. 63. (S. 41.) 

lieber Stürme, Gewitter und Regen, die durch ins Wasser gewor- 
fene Steine erregt werden, s. Z>. M, 563—65*); vgl. 1041 ff. das 
Schlagen der Gewässer mit Gerten, wodurch von Hexen und Zaube- 
rern, welche letztere deshalb meneurs des nuees heissen, schwarze 
Wolken und Stürme hervorgebracht werden; s. auch Wolf N, 8. zu 
No. 282. In Bezug auf die D. M. 564 erwähnte Quelle von Barenton 
will ich noch bemerken, dass sie auch von Jacobus de Vitriaco 1, 92 
und muthmaasslich nach diesem von Thomas von Cantimpre im Ltber 
de NaL rerum bei Vincent. Bellov. Spec, Not, 5, 30 erwähnt wird; 
ebenso auch von demselben Thomas de Apib. 2, 57 No. 28, der hier 



*) Auch YOm Wfidsee unweit des Mnmmelsees erzählt Schreiher {Sagm mui den Bkem- 
geg. Heidelb. 1839. S. 149) : »Wirft man Steine in seine Tiefe, so flUngt er an zu bmosen 
Qud zu tosen ; der heilere Himmel trübt sich nnd es entsteht ein Ungewitter mit Stormwind 
und Hagel;" und von einem in Languedoc befindlichen See berichtet de Nore p. 80 ff.: ^Si 
Ton insulte le lac de Tabe, en jetant quelqne chose dans ses eanx, on excite des tempetes; 
on est consume par le feq, bris6 par la foadre oa voae k tout autre malheor anssi grand.* 
Legrand d'Aussi (Not. ei Extr. 5, 265) bemerkt: »On a ausri attribue la mime vertu [sc, 
d'exciter des orages] au lac de €%iapa en AmMque [in Meüeo]; an lac de Tarbes daos 
It eomt^ de Foix [ist dies der eben erwfthnte lac de Tabe?|j; i celni de Pavin en Av- 
vergne etc.* 



Anmerkung 63. 147 

noch eine, wie ich glaube, sonst niigends befindliche nähere Angabe 
über die Form des Steines hat, auf den Wasser gespritzt werden 
mnsflte, um Sturm zu erregen. Indem er nämlich von einem Prior 
und einem Novizen, welch» die Quelle besuchen, spricht, erzählt er 
weiter: „Et frater illum [sc Priorem] ducens ad fontem lucidissimum, 
super quem lapis instar altaris in columnis marmoreis 
locabatur, aquam protinus superfudit. Neo mora: contene- 
brato coelo, coeperunt nubes ooncurrere, mugire tonitrua, imbres ruere, 
fulgura corruscare, statimque tanta inundatio facta est, ut circa locum 
ad leucam tmam tota terra obrui videretur etc.^ Da die Bretonen die 
Sagen u. s. w. ihrer ursprünglichen Heimath meist auf das neue Vater- 
land übertragen und lokaüsirt hatten, so lassen sich auch gleiche 
Sturmgewässer in jenem erstem vermuthen, und dieeCe finden sich auch 
wiridich; so z.B. in einem See bei dem Berge Snowdon in Wales, 
dessen Umwohner noch heutigen Tages Folgendes erzählen: ^11 y a 
dans les montagnes un lac, appell^ Dulenn, qu'encaisse une vall^e 
sauvage, domin^ par un amphith^tre de rochers escarp^. See eaux 
sont noirs; ses poissons, difformes et hideux, ont la t§te Enorme et le 
Corps fiuet Ml les cygnes, si communs sur tous les lacs des mon- 
tagnes, ni les ducs, ni aucun autre oiseau ne le fr^quentent. Une 
Chaussee en pierres le borde. Si quelqu'un en agite Teau de mani^re 
k la £ure rejaillirsurunbloc de granit voxsin, appel^ FAutel rouge^ 
un orage ^clate avant la fin du jour.^ Villemarqu^ CorUes popul, 1, 
318 (nach dem Wdah Magctzine t. I, 1805) *). Hier finden wir also 



*) Von einem See am Fasse des Snowdon ersShlt Camden zu Girald. Cambr. iÜner, 
2, 9 auch noch folgende Sage, welche auf höchst merkwürdige Weise mit einer Preassi- 
schen (Tetlau und Temme No. 185) fast wörtlich übereinstimmt: „Porro in hujus raontis 
pede est qnidara laeus, qui ranaram lacas dicitur, in quo poolo ante haec nostra tem- 
pora cirea annnm domini 1542 miraeulosum quiddam aecidisse testantur accolae etianmimi 
in vivis agentes: daos ninurnm lapides stupendae magnitudinis, qui in lacu erant, eadem 
noele ex eodem emersisse et contra naturae cursum nitentes, versus montis cacumen latos, 
qnantum spatium arcus uno jactu sagittam immittere solet, a lacu (ubi hodie remanent) con- 
stitisse. Hocqne absque ulla humana ope factum Mt. Nam horom lapidum alter domum in- 
genlem magnitudine aeqoat, quem milie juga boum non ttoverent: alter vero paullo minor 
est Cqjus rei certitudinis explorandae causa illustrissimus princeps, Henricus VIII, paullo 
ante mortem quosdam illuc misisse fertur, qui eum de re tota certiorem facerent." Ver- 
nratfalich ist dieser ranarum lacus der nämliche, wie der oben im Text erwähnte du- 
lenn, auf welchen ich auch das dureh ran den Bergh Preete etc. p. 35 aus Velthem Sp. Hut 
bl 17B b. 3. c. 24 MitgetibeUte beziehe: »Eduard van Engeland, in Wallis oorlog voerends, 
kwam in een donker woud, waar hij onder meer andere wonderen, eene bron ontdekte, 
die veel Treemds vertoonde. Niemand had den moed het water aan te roeren, tot dat de 
kooing seif er te paard op aan red en zyne lans er in stiet; de speer brak en werd van 
zelf weder uit de bron opgeworpen. 

Ende daerna een mist scoet 
Uten borre, so vrcselyc groet, 
Dat daeraf so donker werd, 
Dat niemen (hi) en was vervard, 
Want het was so donker na disn, 
Dat niantn andren conde gssien; 

10* 



148 Anmerkung €S. 

auch einen Altar, wie nach Thomas von Cantimprö bei der Quelle von 
Berenton. Femer erzählt Girald. Cambr. Tapogr, Hib. % 7 von einer 
Quelle in der irischen Provinz Munster: „Est fons in Momonia, qui 
si tactus ab homine, vel etiam visus fuerit, statim tota provincia plu- 
viis inundabit, quae non cessabunt, donec sacerdos ad hoc deputatus, 
qui et virgo fuerit a nativitate, missae celebratione in capella (quae 
non procul a fönte ad hoc dignoscitur esse fundata) et aquae bene- 
dictae lactisque vaccae unius coloris aspersione (barbaro satis ritu et 
ratione carente) fontem recoi^ciliaverit.^ Hier muss ako der Geistliche 
(früher wahrscheinlich der Druide) durch ein Opfer den Brunnengeist 
versühnen. Geistliche sollen auch sonst dem Wetter steuern oder an- 
dern Einfluss auf dasselbe ausüben können. D, M, 1042. De Nore 
C<mtumes etc. passim. *) 

Dass bei diesem Hervorrufen von Sturm und Kegen an eine dem 
Wassergeist absichtlich zugefügte Beleidigung gedacht werden muss, 
geht oft; deutlich hervor, wie z. B. auch bei Gervas. HI, 88, wo sie 
bloss in Worten besteht; zuweilen jedoch scheint man mehr den Wasser- 
geist um Regen anzuflehen; denn wenn man auch das Bewegen des 
lapis manalis {D, M. 564) von einer Stelle zur andern allenfalls für 
eine s3rmbolische Beleidigung des Jupiter Lapis erklären könnte, 
so ist dies jedoch nicht wahrscheinlich **), um so weniger, ak es auch 
nach orientalischem Glauben Steine giebt, mit welchen man B^en 
hervorzaubern kann. Herbelot erzählt nämlich s. vv. Turk und 
Jafeth: 

„Japhet, avant que de se separer de son p^re . . . re^ut avec sa 
b^n^diction un präsent signal^, ä savoir, une pierre, sur laquelle le 
grand nom de Dieu (Esm Aadhem ou Aazem) etoit grav^ . . . Cette 
pierre, que les Arabes ont appell^e Hag^r Almathar: la pierre de 
la pluie, est nomm^e par les Mogols Gioudeh thasch, et Giur- 
thasch, et par les Persans Senk-ideh. Elle avoit la vertu de pro- 
duire et de faire cesser la pluie selon les besoins que Japhet en pour- 
rait avoir, et quoique par succession de temps eile alt 6t^ consum^e 
ou perdue, il se trouve cependant encore parmi les Turks Orientaux 
[d. h. die Mongolen] de semblables pierres, qu'ils disent avoir la m^me 
vertu, auxquelles ils ont aussi donnä le m^me nom. Et les plus super- 
stitieux entre eux disent qu'elles ont 6te reproduites et multipli^es par 
une esp^ce de gön^ration de cette prämiere pierre que No^ avait 
donnä ä son Als.'' Aber auch was Pausanias 8, B8§.d. von der Quelle 



Ende, oa desen sloech een donder 
So eyselijc uten borre onder 
Dat daer selc iu onmacht vel." 

*) Leider habe ich mir von den betreffenden Stellen des letzteren nur folgende ange- 
merkt: „Ce sont certains eures et les bergers qui fönt paraitre les orages." p. 263 ans der 
Normandie 

**) Durch welche Gebräuche man vermittels des Wundersteins bei Grenoble Regen 
erhielt (s. Mone Qe9eh. d. Heidenik. 2, 361). weiss ich nicht zu sagen. 



Anmerkung 64. 149 

Hagno in Arkadien erzählt '^), zeigt deutlich, da dieCeremonie durch 
ein^i Priester und unter Opfer und Gebet verrichtet wird, dass hier 
von keinem Erzürnen der Wassergeister die Rede sein kann, wobei 
freilich die Worte: „xaO(ti Spui^xXdSov lirtnoX'^c xal o6x U ßöl0oc tt)c 
77V]f^** darauf hindeuten, dass man bei der Berührung des Wassers 
sehr vorsichtig zu Werke gehen musste, um den Wassergott oder die 
Quellnymphe nicht zu beleidigen. 

Anm. 64. (S. 42.) 

Der hier Elisius campus genannte Begräbnissort in Arles heisst 

bei den altfranz. Schriftstellern Aleschans (Chron. de St. Denis bei 

Bouquet 5, 308 A.) oder Aliscans (Mouskds v. 8972) und im Mhd. 

Alischanz, alle-schantz, bei Turpin Aylis campi, s. Dunlop 

Anm. 197. Dort habe ich bereits auch auf D,M, 790 — 795 verwiesen, 

wo von der Ueberfahrt der Todten auf SchifiPen und der darauf sich 

gründenden alten Sitte der Schiffsbegräbnisse gehandelt wird; s. 

auch noch Grimm lieber das Verbrennen der Leichen S. 39. 50 ff. 65 ff. 

Spuren dieses Brauchs finden sich auch in altem Schriftstellern ausser 

den dort erwähnten noch mancherlei**). So wird in dem (von Aegi- 

diuB zugesetzten) cap. 16 des Hariger (Chapeauv. 1,21, sqq.) Folgendes 

berichtet: „Obiit autem B. Matemus apud Coloniam senez decimo 

octavo Calend. Octobris, anno Domini centesimo trigesimo. Cigus ob 

itu Treviri comperto, mox Coloniam profecti sunt Pastorem suum re- 

petentes: aderant et Tungrenses, qui sibi cum Coloniis [sie] cum 

retentare satagebant. Certatum diu ab utrisque: interim quidam vene- 

randus senex in urbe apparuit, monens cives, ut a lite desistentes, suis 

parerent consiliis, et ut corpus Pontificis in na vi ponentes, deinde a 

littore fluctibus impellentes, quo Dens velit, abire sinat, [1. sinant]. 

Mira res: mox ut augelus cousuluerat, factum est: navis sacro corpore 

onusta, nuUo se regente naudero, angelico remigio, contra fluctus 

dirigitur, et parvo horae spatio, miliario confecto, in loco, qui ex tri- 



*) »Tt)C 'Ayvou; -^ iv x^ji opet xijj Auxa(q) inj^T) xatd xot aixi iroxafA«}) 

T(p "laxpu,) Tcicpuxtv f90V T:apiyEa%ai x6 äSu>p ^v /etpituvi 6[Ao{tt)C ^oA h lupqL 

Hp^^. r^v hk ai^fjiö; ^p6vov irciXTi ^oX6v xol YJfit) atrial xa oir£p[jiOTa ^v x^ 

Y^ xal xd 6£v5pa a6a(viQxat, xr^vtxaüxa 6 UpE^c xou Auxafou Aiöc irpoceu^d- 

{tevoc U t6 SScup xal 069«Ci &7c69a ^oxlv a6x<^ v6{j.oc, xaftCet Spu^c xXdSov 

iziKoKriQ xal o6x U ^d^oz x^c in)7T)c' dvoxtvTj^^vxoc hk xoü uSoxoc aveiatv 

iyXhi ^otxuta 6p.(^XiQ' StoXiTroDaa hh öXf^ov fisexai v£cpoc i] iyXliz xal U 

aWjv aXXa iwaYOjiivtj xwv veydiv, 6ex6v xot« 'Apxdaiv i^ x^v -y^v xaxi^ai 

iroieT." 

**) Aach von den ben^lischen Garrows erzahlt Coleman p. 319 (vgl. hier Anm. 74): 
,The dead are kept for four days; bnmt on a püe of wood in a ding^y or small boat, 
plaeed on the top of the pile etc." Afzelius Swetuka FolkeU Sago-Häfder I, 4 (2. Aufl.) 
beriehtet folgende Sage ans SmSland : „ AUmänt oratalas eck ett guldskepp, som skall wara 
nedsSokt i Ronemad wid Nyckelberget. P8 delta skep skall Odin hafwa hemlat de slagna 
frSn Brawalla tiH WaUiaU." 



150 Aninflrkang 64. 

stitia ColonieiiBium roze*) tone yocatus est, littoii applicatnr. Tane 
Treviri corpus Pontificis a Dto sibi destmatom cam debita gratianiiD 
actione soscipientes Trevirim revezenint, etc.* Das Scbifflein fShti 
hier von selbst stromanfvriurts, also durch ein Mirakel wie in der Le- 
gende vom h. E^eram (s. Panser Beitr, sur D, M. No. 250). Ganz 
dasselbe wiederholt sich anch in einer jüdischen Sage bei Tendlan 
No. 3 und der Leichnam des h. Cuthbert fuhr gleich&dls in einem 
steinernen Sarge längere Zeit auf der Tweed umher, s. W. Scott Mar- 
mion C. n, st. 14^ Anm.**) Dem h. Dtntus wird der Leichnam eines 
andern Heiligen zu Schiff überbrachte damit er ihn begra()e. Nen- 
nius §. 71 ***). In der oben (Anm. 36) angeführten Stelle aus Anselm 
wird ersählt, wie die Seele Ebroins von Teufeln in einem Schiff nach 
der Hölle gebracht wird, und Gleiches enthalt t. d. Hagen's Ges, ab. 
No. 77 in Betreff der Seele eines Priors von St. Gallen f). Die Seele 
des Königs Dagobert fährt zu Schiffe über das Meer. D, 8, No. 434; 
und in Wolfs JV. 8. No. 130 wird erzählt, wie ein Herr von Falken- 
berg dazu verdammt ist, bis zum jüngsten Gericht an Bord eines auf 
dem Weltmeer ohne Steuermann und Ruder umher&hrenden 
Schiffes mit dem Teufel um seine Seele zu würfeln. „Schiffer, die auf 
der Nordsee fahren, begegnen oft dem höllischen Fahrzeuge. '^ Es mag 
wohl in alter Zeit nicht selten vorgekommen sein, dass Seefahrer Schif- 
fen begegneten, welche mit Leichen dem Meere waren überlassen wor- 
den, und daraus mögen sich Sagen wie die eben angeführte nieder- 
ländische, die vom fliegenden Holländer und ähnliche gebildet haben. 
Vgl. D. M. Iste Ausg. Dan. Ab^gL No. 164 tt). 

Nach einigen Sagen wurde auch' der tödtlich verwundete Artur 
auf einem Schiffe zu seiner Schwester Morgane nach der Insel Avalen 
oder ins Feenland gefuhrt, wo er noch fortleben soll (s. Dunlop S. 529 ff- 
Anh. No. 7. vgl. S. 93^ ff. San Marte Gottfrieds v. Monmouth Hisi* 
S. 428 ff. ttt) und oben Anm. 22.), nach andern in jener Insel begra- 



*) ahd. roz fletos. Graff 2, 562. Wenn diese Etymologie richtig ist, so mag diesRoxa 
ein alter heidnischer Begrftbnissplats gewesen sein, wie es dwen viele den Rhein entlang 
gab. S. Hocker in den Arno. S. . . . 

**) Auch Osiris schwamm in dem Kasten, der zugleich sein Sarg war, den Mil hintb 
ins Meer. Plut. de h. et 0*. c. 13. 

***) Piese Legende ermnert lebendig an das, was in Betreff Sinfiötlis und der Dtme 
von Escalot erzählt wird. D. M. 790 f. 

t) Die Leg. aur. c. 119 (de ai*umpt. S. Mariae fi. 6. p. 516) erzählt ebenfalls die Le- 
gende von Ebroin, gleicht jedoch auflallend in ihrer Fassung dem angefahrten mhd. Ge- 
dicht, ao dass letzteres vielleicht mit einiger Abänderung nach der Leg. mir. gearbdtet 
sein mag. 

It) Auch bei einigen indianischen VÖlkenchaften Nordamerikas herrscht die Vorstel- 

long, dass die Seelen der Abgeschiedenen in steinernen selbstfahrenden Kähnen (jede in 

^einem besondem) über einen See nach dem Lande der Seeligen übersetzen. Jedoch nur 

den Guten gelingt dies ; denn die Kähne der Bösen sinken unter. Jones Tradiäens etc 

.1, 261 ff. {TAs Stone^CoMoe). 

tft) San Marthe wiederholt in Betreff Arthur'« die AnfOhrnngen Grimm's, ohne jedoch 



Aamerkttag 64 151 

bea *). Letztere aber hiess auch Y n i b w itri n (Qlastonbanry), d. i- Qlaa - 
eiland, 8. San-Marte 1. c. S.422£f. Dunlop Anm, 169, und zu dem dort An- 
gefahrten bemerke ich jetzt noch, dass Glasberge auch vorkommen K, M. 
No. 93, 127, 193, Hylt^n^Oavallius und Stephens Svenaka FoUcaagor etc. 1, 
389 .fif. Bechstein's Märchenbuch: der Hiraedieh; Schott WakuMadha 
Märeh. No. 16. Panzer Beür. zur D. M. No. 217. MüUenhofiP S. 386 ff. 
473. vgl. auch IHricVs Lanzdet v. 209. 210 ed. Hahn, so wie die Wie- 
ner Version des Märchens von Sneewittchen K. M. 3, 92, und dass 
der Bezirk, in welchem König Godmund's Wohnung lag (s. oben 
Anm. 16), Gläsisval hiess {Hervararaaga c. 1)**). In der ange- 
führten Anm. 169 zu Dunlop habe ich bereits auf eine walisische Re- 
densart „sich im Glashause einschiffen^ für „sterben'' auf- 
merksam gemacht und auf ihren Zusammenhang mit dem oben bespro- 
chenen Ueberfahren der Seelen und den Schiffsbegräbnissen hingewiesen. 
Dazu bemerke ich jetzt noch, dass bekanntlich in der Wilkinasage 
(c 140. 141) Sigurd bald nach seiner Geburt in ein Glasgefäss gelegt 
wird, welches dann in den Fluss rollt und auf diesem nach dem Meere 
treibt, so wie dass in einem märkischen Märchen (Kuhn M, Sag. S. 272 ff.) 
ein König seine Tochter nebst ihrem Manne und Kinde in eine gross« 
gläserne Kugel setzen und so dem Meere preisgeben lässt***). 
Weitere Forschungen werden den Zusammenhang aller dieser 



wahrzanehmen, dtss dieser die betreffende Stelle det Gervas. I. II. c. 13 fiberiehen hat. 
Des Zengniss des Englfinders ersetzt aber ziemlich zuverlfistlg die echten wiliche« 
Ov eilen, deren Mangel San Marte bedauert. 

*) Wieder andern Sagen zufolge sollte er unter der Erde fortlaben, a. Dunlop am 
letzterer Stelle; ygL^ebend. S. 541a Nachtrag zu Anm. 167. 

Auch Ogier wird zu Schiff nach Avalen geführt (s. Dunlop S. 141) ebenso wie Renoart 
(der starke Reunewart), Roland, Iwain, Gawain und wohl auch noch andere Helden. Von 
den letztgenannten sagt dies der Roman von GuiUaume au court n$s. 

**) Der bei Nennius c. 13 vorkommende gläserne Thurm gehört wol zu den sogenannten 
Glasburgen (vitrified forts), die indess auch der deutschen Sage nicht unbekannt sind (mit 
C^asse was f&r wore barg und graben überczogen, heisst es im Wolfdietrich von der Burg 
BeUigau's, s. Gödeke MiUeUdter S. 48S, vgl Grimm K.M. 3, 46, Massmann Kaiterekromk 3, 
462 Anm. 5.) und gleiclifalls mit den Glasbergen u. s. w. in Beziehung stehen mögen. Auch 
in einem neugriechischen Gedichte (Neugr. Poetieeut herausgeg. von Kind. Leipz. 1833. S. 6: 

H (bpaCot TOU xdoTpOU) wohnt die schöne Gebieterin des Schlosses in einem Glas- 
hanse: 

„[i.6v7]v T^v x6p7jv HXtß, *tt* elvat 'c rä fjokidi,^ 

wie auch die Prinzessin in dem oben angeführten waladiischen Märchen in einem Glaspa- 
laste eingeschlossen lebt. Endlich noch wird in einem finnischen Märchen erzählt, dass ein 
Konig von Bothnien für seine drei Töchter einen Garten unter Glas machen liess. Ber« 
tram Jenseits der Seheeren. Leipzig 1854. p. 3. 

Mit dieser and äh^chen Vorstellungen hängt gewiss auch der Glasschuh in Per- 
rault's Cemdrüiou zusammen. 



—*> 



*) Auch in dem entsprechenden Märchen bei Basile No. 8 (Pervonto) findet Gleiches 
statt, nur ist die gläserne Kugel dort ein FassT Aehulich ist ferner <fie Geschichte von Da- 
aae und Perseos, so wie von Tennes und Hemkhea. 



152 Anmarkung 64. 

Vorstellungen and Redensarten klar machen; für jetzt mntlunasse ich 
Folgendes. 

Wenn man sich nämlich einerseits das Paradies aus irgend 
einem Grande als Glasberg*), Glasinsel und "dergleichen dachte**), 
so mochte man zuweilen die Asche der Leichen, nachdem man 
letztere verbrannt, in gläsernen Urnen ***) auf ein Schiff- 



*) Dies scheint die älteste Voi-stellung za sein und so heisst es anch im jüngeren Ti- 
turel Str. 6044 (S. 594. Hahn): 

„daz paradys vil nahen lit des kuniges heime, 

wan daz ez under\'ahen kan ein berc vor aller vogel sweime, 

gehohet hoch al ober sich die rlhte, 

eben glase helle, daz niht dar an gekleben mac vor slihte." 
Hier mag der glashelle Berg, wie ich glaube, eine ungenaue Umschreibung für 
Glasberg sein, der sich mnthmaasslich im Original Albrecht's fand und ihm nicht recht 
-verständlich war. Doch auch so schon weist die Stelle deutlich genug auf den urverwand- 
ten' hellglänzenden Goldberg Meru, den indischen Göttersitz und Aufenthalt der Seeligen, 
hin (vgl. Lohengrin Ausg. von Görres S. XXVIU f.), auf welchem auch eine ganz %'on 
Gold erbaute Stadt liegt (s. Somadeva fibers. von Brockhaus 2, 153) und der uns also wol 
diese ganze Reihe von Vorstellungen erläutern dürfte, so wie er sich vielleicht anch noch 
in dem goldenen Berge {K. M. No. 92) wiederfindet, auf dem, wie sonst auf den Glasber- 
gen, sich eine verwünschte Prinzessin aufhält. S. auch MttllenhofT S. 432 ff. 453 und vgl. 
noch D. M. 780 ff. das über „saeldenberc, wonnenberg, freudenberg* An- 
geführte. 

**) Mao erinnere sich hierbei auch des Hunes Glasir, der nach der Skalda (p. 69 ed. 
£igilsson) vor der Thür Walhalla's stand. 

***) Des im Alterthum kostbaren Stoffes wegen wol nur die Reichem. Man findet der- 
gleichen Urnen ebenso wie in römischen Gräbern auch zuweilen noch in allnoriüschen und 
zwar sind sie manchmal zugernndet (s. Leitfaden zw nord. Alieri&umsk. Kopenh. 1837. 
S. 42).^ Dies also erklärt die gläserne Kugel in jenem märkischen Märchen und stellt 
zugleich den Zweck dieser Urnen sicherer, als bisher geschehen, fest; auch gläserne Lam- 
pen werden zuweilen in Heidengräbem gefunden (Gödsche Sehientehe Sagen S. 64) und 
sogar von gläsernen Särgen ist hin und wieder die Rede; so in dem Märchen von 
Sneewitchen und in dem vom gläsernen Sarge. K. M. \bZ. 163. femer bei Maria 
von Plönnies die^ Sagen Belgiens S. 237 ff.: die ffeidenkönigin (Wolf D. S. No. 436) und 
sonst noch. Hierher gehört auch eine sehr merkwürdige Nachricht des Herodot 3, 24, der 

von den gläsernen Särgen (v7}X0Cl) der äthiopischen Ichthyophagen Folgendes be- 
richtet: „X^YOVTai oxtudCeo^ai i^ (»dXou, Tpdncp Toi<p$c. ^nedv t6v vexpöv ioyyf^- 
vcD9t,' efre 8<^ xar^mp Aif^Ttrioi^ efxe aXXtoc xcuc, yu^j/daaavTec anavTa aäxäv, 
Ypscp*^ xo9(ji.£ou9i, iSoP'Oteuvxec zh elSo; U t& $uvaT6v* intira hk ol iceptToTa9t 
OT72X9)v iS 6d^oü 7ct7:o(T][jiiv7]v xo(X7]v* il] hi ocpi TtoXXi^ xal eöep^ö; ^puaoExai* 
Iv (xioT) hh T^ ^^^ ^veoDV Stacpa{vtTat 6 v^xuci ouxe 6S(j.i^v oiiht\i.i'qy a^apev 
nape^6pievoc, oSxe aXXo deix^co6$^* xal C^ti icdvxa ^avepd 6(jt.o(<ttc aäxcpxij) 
v£xüi. ivtaux^v jjL^v 89) {/ou9i x9)v oxVjXtjv dv xolöt o2x{ot9i ol {idXioxa irpo;- 
iljxovxec, itdvxtuv xt d7tap^6{xevot, xal ^uaiaz ol TipocdYOvxec* fiexd li TaSxa 

lxxo(Jt,{oavxec9 loxdai icepl x9)Vi:6Xiv." Hier ist jedoch UoXoc wahrscheinlich Berg- 
krystall, ebenso wie bei Diodor 2,15. 3,9, und Strabo p. 822, obwohl letztere beide dar- 
unter wirkliches Glas zu verstehen scheinen» denn sie brauchen den Ausdruck nltept- 

^iavxec üoXov.^ Auch die asiatischen Tölker mögen sich in ältester Zeit zuweilen sol- 
cher oder wirklich gläsemer Särge bedient haben, wovon wir eine Spur bei Ael. Vor. BUt. 

13, 3 finden, wo erzählt wird: n^^P&QC 6* Aapcloii lialc Xo5 B'/|Xou xoD dp^aCoü 

Staoxd({;ac x6 (ivyjpia ic^eXov 6eX(vY)v eupe, iv^a ^v xe((ievoc 6 vexpö^ iv 



Anmerkang 64. 153 

lein *) setzen und dies entweder, nach dem Jedesmaligen Brauch, den 
Wellen oder dem Grabhügel übergeben. Nannte man nun eine solche 
Urne im figürlichen Sinne ein Glashans, so konnte sehr leicht diese 
oder eine ähnliche Benennung dann auch auf diejenigen Steuer- und 
ruderlosen Fahrzeuge übergehen, in denen man dem Tode geweihte 
Personen dem ofienen Meere überliess **). Hieran knüpfe ich auch 
noch die Vermuthung, dass die obengenannte Insel Avalen ein uralter 
hddnischer Begräbnissort gewesen sein mag, wo man vielleicht nur 
die Könige, Helden und Druiden mit ihren Urnen und andern Ziera- 
ten von Glas (vgl. San-Marte 1. c. S. 422 ff.) begrub, und sie deshalb 
auch die Benennung Glaseiland erhalten haben könnte***). 

Haben wir nun aber gesehen, dass ein SchifiP den Todten in das 
unbekannte Liand hinüberfahren sollte, so war auch die Vorstellung 
natürlich, dass unbekannte Better und Schützer als auf Schiffen her- 
beigekommen geschildert wurden; wie Ske&f im Beowulfft) und 
Helias in der Schwanensage (vgl. hierüber D, M, 343, Schott Wala- 
cküche Märch. S. 133 f., so wie über Helias Z>. M. 1Ö7 ff. 772, Sim- 
rock*8 Bertha S. 74 ff.); daher denn auch der Leichnam des erstem 
seinem Wunsche gemäss in dem Nachen, der ihn einst als Kind ge- 
bracht, dem Meere wieder übergeben, der Sehwanenritter aber noch 
lebend von dem Schifflein wieder abgeholt wird. 

Gervas. sagt oben nach Turpin (vgl. Dunlop Anm, 197), dass ein 
Theil der bei Bonceval fff) Gefallenen in den Elisii campi begraben 
wurde; dass dieser Name bei Turpin Aylis campi lautet, habe ich 
bereits bemerkt ; hier füge ich noch hinzu, dass bei letzterem statt des 
Jovianus des Gervas. Ivonius (Ivorius), statt Aistulfus aber 



e^t<pf). Aaf diesen Gebrauch also bezieht sich vrol die sonst fabelhafte ErzShhtng 
des Benjamin von Tudela, nach welcher der Körper des Propheten Daniel zu Susa iu einem 
gläsernen Sarg^e mitten auf einer Brücke gehangen habe. S. Earty TraveU in Pale- 
ttine etc. ed. Th. Wright Lond. 1848 p. 106. 

f) Diese Sitte, Leichname in Oel aufzubewahren, findet sich noch in späterer Zeit 
wieder, ich beziehe nämlich dahin die von den Gräbern des h. Nicolaus so wie der h. 
Walpurgis und h Katharine erzählten Mirakel. In Betreff letzterer sagt Felix Fabri 
Evagat. 2, 491: »Videntor antem ossa sacra in oleo jacuisse, quia non sunt alba, sed 
illios coloris, quem os aut lignum contraliit jaeens in oleo, quo quondam, ut sacra ec- 
clesia tenet, membra virginis resadabant, nunc autem miraculo dudum cessante, jacent 
membra sacra in bombyce." 

*) aMao hat Sparen davon zu sehen geglaubt, dass einige von ihnen (d. i den gläser- 
nen Urnen) in hölzerne Gefasse niedergesetzt gewesen sind." Leitfaden a. a. 0. 

**) Simrock erinnert mich hierbei an das selbstfahrende Schiff Wieland's in der \ü- 
ktnmaga c 20, dessen Seitenöffnungen durch Gläser geschlossen waren. 

***) Auch in fränkischen Gräbern der Merovingischen Zeit findet man zuweilen zuge- 
rondete gläserne Urnen (amponles) Athen, frangaü. 1855, No.46 p. 999 c. Da man damals 
in Frankreich die Leichen nicht mehr verbrannte, so wurden diese Urnen wahrscheinlich 
oar noch symbolisch den Todteh ins Grab mitgegeben. 

tt) „Ligesom Skef kommer hos os ül Slesvig pä en b&d, saledes lander guden Katka 
pa Kamtshatka pli en bad, for at forsyne jorden med mennesker." Petersen N. M. p. 11. 

ttt) In Betreff dieses Namens 8. Grimm Veb. d. Yerbr. der Leichen S. 37. 



154 Anmerkung 65. 66. 

EstulfuB (Estultns) steht. Der comes Bertramus hingegen wird 
gar nicht genannt, wenn nicht etwa damit Berardus de Nublis ge- 
meint ist. 

Anm. 65. (S. 44.) 

Es ist offenbar, dass das Boss, von dem hier die Rede ist^ ein ge- 
wöhnliches war, welches aber grosse Stärke und Schnelligkeit besass, 
und das man ausserdem zur Musik tanzen gelehrt hatte, eine Kunst- 
fertigkeit, die schon die Sybariten und thrazischen* Kardianer ihren 
Pferden «beibrachten. Athen, p. 520. Plin. 8, 42 (64). Letzterer fügt 
auch noch einige Züge von der Klugheit der Pferde hinzu, die zu dem 
von Gervasius Erzählten passen; wie z. B.: „lidem [sc. equi] praesa- 
giunt pugnam et amissos lugent dominos, lacrimasque interdum desi- 
derio fiindunt Interfecto Nicomede rege equus ejus inedia vitam fini- 
vit. Phylarchus refert Centaretum e Galatis, in praelio occiso Antio- 
cho, potitum equum ejus conscendisse ovantem. At illum indignatione 
accensmn, domitis frenis, ne reg! posset, praecipitem in abrupta isse, 
ezanimatumque una.^ Ebenso auch stirbt das Boss Bukephalos zu den 
Füssen Alexander's, nachdem es den Mörder desselben getödtet, nach 
dem Pseudo-Kallisthenes 3, 33 (ed. Müller p. 150^ ). 

Gervas. und wahrscheinlich andere mit ihm sahen jedoch in dem 
Bosse desGiraldus etwas Uebematürliches, Dämonisches, und glaubten, 
dass der Herr desselben sich bei ihm Bathes erhole; vgl. über solche 
kluge Pferde Z>. M 364 ff. 624. Aehnlich sind auch die oft in den 
ungarischen Märchen vorkommenden Zauberrosse, TktOB genannt. 

Mit der Benennung des obigen Bosses bonus amicus vergleiche 
ich die ähnlichen dienstwilliger Geister, wie Bobin good-fellow, 
Nissen god dreng, D. M, 472. Gütchen, Lex. Myth. 847% D, M. 
499 (daher ein Gütchenteich bei Halle, Sommer's Äa^fen No. 20. Wolf 
Bei<r. S. 163ff.); kjaere granne, Z^ea:. JWy^Ä. 848b, Ijuflingar, ebend. 
839*>, so wie andere ebend. 278^ und Z>. M. 425 angeführte. 

Anm. 66. (S. 45.) 

Von den in diesem Capitel besprochenen alten Weibern (mulieres, 
quae praecesserant diebus suis, wo praecesserant für processerant steht, 
also gleich provectae aetate) spricht auch D. M, 1013, wo auch die 
lamiae aus UI, 85 erwähnt werden; vgl. oben Anm. 61. 

Die Worte „se de nocte vidisse clientulas et clientulos (Ejaaben 
und Mädchen?) discoopertos cum verecundia^ erhalten einige Erklä- 
rung durch die D. M. 1012 aus dem Spec» Mor. 3, 27 ausgehobene 
Stelle, wo gleichfalls eine alte Frau zu dem Priester sagt: „cum ego 
vadebam cum bonis rebus, media nocte intravimus domum 
vestram cum luminaribus; ego videns vos dormientem et 
nudum, cooperui vos, ne dominae nostrae viderent nuditatem ve- 
stram, quam si vidissent, ad mortem vos flagellari fecissent.^ Hieraus 
folgt auch, dass jene Worte des Gervasius in genauere Verbindung 



Anmerkung 67. 155 

gebracht werden müssen mit dem, was er bald nachher sagt: »non- 
nnnquam non visas flagellationes noctomas in parvulis nostris ajebant,'' 
wo man für ajebant nicht vermuthen darf agebant; denn die in 
Bede stehenden Weiber würden sich wohl gehütet haben, dergleichen 
den Eltern der Kinder wiedensuerzählen, sondern ajebant entspricht 
dem knrz yorher gebrauchten referebant und die Worte sind m 
abersetsen: „Zuweilen erzählten sie von unsichtbaren nächtlichen 
Geisselnngen unserer Kinder. '^ Vgl. auch D, M, 1114. 

Dass sich Hexen, zu denen diese alten Weiber zu zählen sind, 
häufig in Katzen yerwandeln, ist bekannt. D, M. 1061; vgl. oben 
Anm. 52. 

Anm. 67. (S. 45.) 

Ueber die mit Weisheit und menschlicher Sprache begabten Vö- 
gel s. Yal. Schmidt zu Straparola S. 288; zu den dortigen Anführun- 
gen füge hinzu Pseudo-Kallisthenes 8, 28*). 



*} Diese sprechenden Vo§^eI kann natürlich jeder verstehen; verschieden davon ist aa- 
her »das Verstehen der thierischen Laute, in so fern diese gedacht wurden als darstellend 
verständige Reden, Rith, Geheimnisse u. dergl. Dieses wurde im Mittelalter, zuerst im 
Morgenlande, mythisch als der Gipfel aller menschlichen Erkenntniss der geheimen Tiefen 
der Natur betrachtet." Val. Schmidt a. a. 0. S. 323 tt. vgl. GrSsse Beitr. S. 95 Anm. 4 
und Plin. 10, 49 (70), welcher letztere unter Anderm erzählt, dass Demokrit Vögel namhaft 
mache, «quarum confuso sanguine serpens gignatur, quem quisquis ederit, intellecturus sit, 
alitum colloquia." Dies stinmit mit K, M. Mo. 17, Z'.^. No. 131, Kuhn und Schwarz Mo. 178, 
wo auch das Verständniss der Vögelsprache durch den Genuss einer (weissen) Schlange 
erworben wirdf). S. auch noch D. M. 637. 1166 ff). An ersterer Stelle wird unter An- 
derm erwähnt, wie Siegfried die Vögelsprache erlernt, indem er Fafnirs Herzblut unwill- 
kfibrlich mit den Fingerspitzen an seine Zunge bringt. Hiermit nun stimmt auflallend eine 
Keltische Sage. Zu einer Stelle eines bretonischen Volksliedes (LesSeries) nämlich, welche 
lautet: „U y a six plantes m^dicinales dans le petit chaudron; le petit nain möle le breu- 
vage, le petit doigt dans la bouche,'' macht Villeniarque (Barzaz - Breiz 1, 19) fol- 
gende Anmerkung: ^Les plantes dont il est ici question, jouaient un grand röle dans la 
pharmacie des Druides et des anciens bardes; mais IcfS historiens latins n'en comptent qae 
clnq, savoir: le selage, la jusquiame, le samolns, la vervaine et le gui de ch£ne, tandis quo 
les poemes mythologiques des Brelons (Myvyrian Arek. of Wtdet 1, 17. 65) en nomment 
six, en joignant aux plantes designees la primevere et le trefle, k l'exclusion du gui, qui 

f) Bei Saxo Gramat. 1. V. p. 72 verleiht der Genuss einer Speise, die mit dem 
zweien schwarzen Schlangen entfliessenden Geifer (tabes) bereitet ist, dem Sohn 
Regner's, Erich, «omnium scientiarum coptam, ita ut etiam ferinarum pecudaliumque 
Tocum interpretatione caUeret." 

IMe List, deren sich Erich bedient, um den seinem Halbbruder Roller bestimmten' 
Theil der Schüssel, welcher die von seiner Stiefmutter Kraka zugerichtete Zauberspeise 
enthielt, sich selbst zuzudrehen, erzählt Saxo so: »Nigrantem dapis partem, sed succo 
potiore confectam, catino quam celerrime verso ad se transtulit, albidamque sibi admo* 
tarn prius Rollero applicans, coenam felidns gessit. Et ne mutationis indoatria notare- 
tor, taliter, inquit, aestnante fireto puppim in proram refenri solitam. Nee tenae- viri in- 
geniion fnit, indostrü operis dissimulationem a na^igii consuetadine mutnantis." Wem 
fällt nicht hierbei die bekannte Anekdote von dem preossischen ond dem östreieh&schen 
OiBzier ein? 

tt) Das an letzterer Stelle gemeinte Märchen von dem Erlernen desten, was die 
Hunde bellen u. s. w., ist K. M. No. 33. 



156 Anmerkung 68. 

Anm. 68. (S. 46.) 

Thomas von Cantimprd in seinem L^, de not, rer, bei Vincent. 
BeDoY. Spec, Not. 16, 48 erzählt eine auch in die G&iia Romanorum 
c. 82 (D. 8. ^o. 492) übergegangene Geschichte von der Untreue einer 
Störchin, welche deshalb durch eine von dem Männchen herbeige- 
brachte grosse Menge anderer Storche umgebracht wird (vgL das oben 
bei Gervas. folgende Capitel m, 97); so wie auch in den engl. Gesto 
c. 10 (vgL dazu Grässe 2, 283 ff.) ein anderer ehebrecherischer Vogel, 
und wiederum in den latein. c 181 eine gleichen Vergehens schuldige 
Löwin von ihrem Männchen getödtet werden. Plin. 10, 23 (31) hingegen 



servait sans doute 2t d'antres nsages. Selon eax e'etaient les ing^edients d'un bassin pareil 
^ celui du chant armoricain, conime lui surveille par an nain et contenant le breavage da 
savoir universal. Trois goattes da philtre 'magique ayant rejailH, disent les 
bardes, sur la main da nain, il porta naturellement le doigt ä ses levres et 
aassitöt tous les secrets de la science se dcvoilörent a ses jeux.*^ VgL aoch 
ebend. p*. LI ff, wo er sagt: „Les anciens bardes, en nous faisant connaiU'e la deesse Ko* 
ridweu, rassocient ä un personnage niysterieux qui a Beaucoap d'aßinite avec nos nains. 
Ils Vappellent Gwion, Tesprit, et le samomment le nain (Myvyr. 1, 17). Son existence 
se trouva liee d'une facon assez etrange ä celle d'une deesse ;" und Mone Ge»ch, d. Bei- 
denth. 2, 520 ff., wo diese Sage ausführlicher mitgetheilt wirdf). 

Vermittels in den Mund gesteckten Fingers aIso 'erlangen Siegfried und Gwyon 
höhere Kenntnisse ff) ; letzterer aber ist ein Zwerg. Es scheint mir nun um so natfii'- 
licher, hierbei an Harpokrates (d.i. Har-pa-chrut Horus das Kind) zu denken, der als 
kleines Kind mit dem Finger am Munde auf einer Lotosblume sitzend dargestellt 
wurde (Plnt. de h. et Os. c. 68. de Pyth. Orac. c. 12), als auch sonst die deutsche Sage 
einen daumlahgen Mann kennt, der auf einem Blatte in der See schwimmt. 
D. M 420, und andererseits der Däumling des Märchens als ganz besonders verseh la- 
gen geschildert wird. Auch zweifle ich ferner nicht, dass Harpokrates identisch ist mit 
dem auf Lotos das Meer durchschwimmenden Brama und dem als kleines Kind 
auf einem Feigenblatte in dem Milchmeer umherschwimmenden uad da- 
bei an seiner Fusszehe saugenden Vischnu. Der Grundgedanke bei letztere^ Ge- 
berde scheint mir zu sein, dass der junge Gott Weisheit aus sich selbst saugt, 
und da die Fusszehe doch auch ein Finger ist, mochten die Aegypter es natürlicher finden, 
dem göttlichen Kinde einen Finger der Hand an den Mund zu legen, als bildliche Bezeich- 
nung des Saugens. Dieselbe Vorstellung aber bildete sich, wie wir gesehen, im Norden 
Europas verschieden, jedoch, wie ich glaube, noch deutlich erkennbar aus, und wenn man 
dieselbe weiter verfolgen wollte, so dürften über Siegfrieds eigentliches Wesen noch einige 
weitere Aufschlüsse daraus hervorgehen. Dass die Siegfriedssage mit der indischen My- 
thologie auch sonst noch zusammenhängt, ist bereits mehrfach nachgewiesen worden. 

Aus allem diesem kann ich mir nun auch die deutsche Redensart: „sich Etwas aus 
dem Finger saugen" erklären; sie bedeutet nämlich ursprünglich: „von einer Sache 
nicht von aussen her, sondern durch oder vielmehr aus sich selbst Kenntniss erhallen." 

f ) Der weitere Verlauf derselben, der Verwandlongskampf des Gwyon mit Cerid- 
wen nämlich, findet uch mit auffallender Aehnlichkelt in vielen Märchen wieder, s. 
Str^arola 8, 5. K. M No. 68. vgl. 3, 121. Bechstein Märehenb. S. 85 (der alle Zau- 
berer und ieine Kinder) und 149 ff. {der Zauberweitkampf)] Schott Walaoh. Märck. 
No. 18. MHUenhoff S. 466 ff. (No. 27). 

ff) Nach dem irischen Märchen von den zwei Riesen (Kletke Märekentaai 2, 151) 
steckt sich Fin (d.i. Fingal; ebend. S. 391) den Da amen in den Mand, so oft er 
Etwas prophezeien oder wisseo will. 



Anmerkang 68. 157 

berichtet: „Pythonos comen vocant in Asia patentibns campis, ubi 
congregatae [sc. dooniae] inter se commiuinuranty eamque, quae noYissima 
adyenit, lacerant, atque ita abeanf^ Aefanlich ist, was Wolf BeUr. 
S. 166 aus Buddingh Verhandding wer het Wesäand p. 194 mittheilt 
^Einer Sage aus der Overbetawe zufolge sah ein Landmann um die 
Zeit von Petri Kettenfeier zwölf Störche auf dem Felde zusammen: 
„zij scharen zieh in eenen kring rondom eenen anderen uiver, als hiel- 
den zij raad, maken een herhald geklepper, vallen darop gezammen- 
Igk op den middelsten aan, ontroven hem van zyne vederen en laten 
hem dood op het veld liggen.^ Dieselbe Sage findet sich auch in der 
Gegend yon Zütphen.<< Vgl. Meier Schwabs S, No. 246, 4. 

In mehren von diesen Sagen handelt es sich, wie man sieht, von 
Störchen, so wie auch Gervasius schon oben (m, 73) einen Volks- 
glauben mitgetheilt hat, nach welchem die Störche eigentlich Menschen 
sind, die sich nur bei uns als Vögel zeigen, in ihrer Heimat aber wie- 
der ihre natürliche Gestalt annehmen, die jedoch der der Störche sehr 
ähnlich ist (womit man die Sage von den Menschen mit Kranichköpfen 
im Herzog Ernst vergleiche). Mit jenem Volksglauben übereinstimmend ist 
auch die in den Evangiles des QuenouiUes, Joum. VI, eh. 18. Glose (p. 94. 
Paris 1855) mitgetheilte vlämische Sage, nach welcher ein Bürger aus Brügge 
in der Nahe des Berges Sinai einen Menschen trifft, der ihm sagt, dass er 
auf demJ^achbarhause jenes Bürgers sein Nest habe, zur Bestätigung wel- 
cher Aussage er auch den einst demselben gestohlenen Trauring vorzeigt 
Er giebt ihn zwar dem Bürger wieder, jedoch nur unter der Bedin- 
gung, dass ihm die Hirten jenes fernerhin kein Leid zufügen sollten, 
wie sie es nämlich früherhin gethan. Dieser und den andern obigen 
Sagen entspricht auch der friesische Volksglaube, nach welchem Wand- 
langen des Storches in Mensch und des Menschen in Storch eintreten 
(D, M. 638) und was Kuhn in den Norddevtachen Sagen S. 400 mit- 
theilt: „Wenn der Roggen eingebracht ist, so ziehen die Störche fort, 
und zwar sagt man, dass sie dann alle auf dem Blocksberg zusammen- 
kommen imd da einen todt beissen; es sollen eigentlich verwie- 
sene Menschen sein.^ Verwiesene Menschen aber sind ver- 
wünschte, wie Wolf bemerkt*), der in den Beitr. S. 165 ff. noch 
mehrere andere mythologische Beziehungen des Storches bespricht**). 



*) Vergleiche die Sage vom Specht D. M. 639, and Kuknk 641. Aach die Eichhörn- 
chen sollen verwünschte Menschen sein, Meier Schw. S. No. 244, and nach der mahame- 
danischen Vorstellang „ist der Elephant ehemals ein Knabenschänder und die Bärin ein 
ausg^elassenes Weib gewesen, der Scorpion ein Verläomder, die Eidechse ein Wahrsager, 
die Spinne eine Hexe, das Hippopotam ein freiwilliger Hömerträger a. s. w." Hanuner's 
Rosenöl 1, 235, anderer vielfacher Verwandlungen nicht zu gedenken. i 

**) Die dabei erwähnte Sage von der Schwanenjungfrau ist durch v. d. Hagen in sei- 
ner akademischen Abhandlung die Sckwanensage Berlin 1848 ausführlich erörtert worden. 
Aach in einem nordamerikanischen Märchen (Kletke 3, 374 ff; der ■ rotke Schwan) nimmt 
eine Jungfrau Schwangestalt an und leg^ sie dann wieder ab. 



168 Anmerkung 69. 70. 71. 

Auch nach prensBischem Volksglaiiben (s. Tettan u. Temme S. 285) 
ffäarE man einem Storche nichts zu Leide thnn, denn er ist ander- 
wärts ein Mensch.^ Von dergleichen Vorstellungen finden sich jedoch 
noch andere Beispiele; so sind nach dem Märdien BoseUe der Giüfin 
Aulnoy alle Bewohner der Pfäuenhauptstadt nebst deren König wirk- 
liche Menschen, nur dass sie Kleider aus Pfauenpfedem tragen, gleich- 
wie auch die Schlangenkönigin nur dann, wann sie yerzaubert ist, 
Schlangengestalt hat, Wyss Idyllen u. s. w. S. 181 ; so wie es überhaupt 
vorkommt, dass in Thiere yerwnnschte von Zeit zu Zeit ihre Menschen- 
gestalt wieder annehmen. 

Anderes Aehnliche über Wandlungen in Thiergestalt s. oben 
Anm. 7 und 52; dass namentlich Seelen Verstorbener häufig Vogel- 
gestalt annehmen, ist Anm. 42 besprochen worden. 

Anm. 69. (S. 46.) 
S. die vorhergehende Anm. 

Anm. 70. (S. 47.) 

S. Dunlop Anm. 313. 

Hatte Gervasius die genaueren Umstände der Wiederbelebung des 
Pferdes mitgetheilt (falls sie ihm nämlich bekannt waren), so hätten 
wir vielleicht einen Vorfall ähnlich dem mit Thor's Böcken. 2>. M. 
168 nebst dem Nachtrag 1208, Wolf B&tr. S. 88. Die Sage wird 
schon bei Nennius c. 32 erzählt '''), und ist auch in die polnische Sar 
gengeschichte übergegangen (vgl. San-Marte in der Germania Vlli, 
80 — 92), obgleich nicht vollständig; denn es heisst bei Martin Gallns 
1, 2 in Betreff des dort in Rede stehenden Ferkels nur: „Praecipiunt 
[nämlich die beiden Fremden] et porcellum supradictum occidi, unde 
X situlae^ Slavonice cebri, mirabile dictu, memorantur impleri.'' Das 
Wunder ist allerdings von jenem etwas verschieden, war jedoch in der 
ursprünglichen heidnisch -mythologischen Fassung gewiss ein der Wie- 
derbelebung von Thor^s Bocken gleiches, wie dies auch aus allen 
Nebenumständen der Erzählung hervorgeht Vgl. auch die Anmei^ 
kungen San-Marte's, der jedoch übersehen hat, auf jenen novdischen 
Mythus hinzuweisen. 

Anm. 71. (S. 48.) 

Ueber die hier erzählte rabbinische Sage^ welche Gervasius ans 
Comest. Begum 1. 3 c. 5 (de operariis) entliehen hat, s. Tendlau No. 39 
(Salomon und Aschmedai), wo der Vogel ein Auerhahn ist und der 
Wurm Schamir heisst. Bei den Muhamedanem (s. Weil S. 234 £P.} 
ist es ein Babe, und der Stein (nicht Wurm) heisst Samur. Diese 



*> üeber den dabei Torkommenden h. Gennsntn d. i. Gannon -vgl. Mone Setek. d. Seid. 
2,469. 



Anmerkung 72. 73. 169 

Sage wird auch behandelt, jedoch in veränderter Gestalt^ in dem Lob- 
lied auf Salomo in Diemer's Deutsche CMichte des XI. und XII, JahrK 
S. 107 ff. Wahrscheinlich aus Gervas. ging diese Geschichte mit eini- 
gen Abänderungen in die (englischen) Getia Rom, über, s. Grässe's 
Uebers. 2, 227. Da nun der Wurm bei Comestor Thamir (in den 
QegUi Thumare und in dem Lib» de rer, naJb, bei Vincent Bellov. 
Spee. Not. 20, 170 (in der Ueberschrift) Thamur) heisst, so habe ich 
oben bei Genras. jenes Thamir statt Tanir, was bei Leibnitz steht, 
in den Text gesetzt. Den Aufiuktz yon Cassel, betitelt Sehamir, Ein 
archäolcg, Beitrag zur NtUur- und Sagenkunde, in den Denkachriften 
der klfmgL Akad, gemeinnUigiger Wiseenech. sm Erfurt, 1864, kenne 
ich nicht näher. 

Anm. 72. (S. 49.) 

Aus Comest Exod, c 2 {de orta et edueatu Äfoyn)*^ TgL Joseph. 
Änt, Jud. 2, 5, bei welchem letztem sich jedoch die Geschichte von 
den Ringen nicht findet, die also anderswoher stammt Solcher Yer^ 
gesaenheit bewirkender Dinge werden mancherlei erwähnt; so spricht 
Plin. 25, 2 (5) von dem Kraut ,,nepenthe8, oblivionem tristitiae veniam- 
que adferens;^ eine Krone von Edelsteinen, die jene Wirkung hat, 
kommt in den spätem Ausgaben des Prosaromans Ogier le Danois 
vor^); in dem zweiten Gudrunslied der altem Edda bringt Grimhild 
der Gudrun einen Yergessenheitstrank u. s. w. Auch von den Mne- 
moB3me und Lethe genannten Flüsschen in Böotien gehört letzteres, 
von welchem der Fluss der Unterwelt seinen Namen erhielt^ hierher; 
so wie der Fluss At{j.a(a in Hispanien, der auch den Beinamen nvta\kh^ 
Mfiil^ führte; s. Strabo p. 153. Die Erklärung, welche letzterer eben- 
daselbst von diesem Beinamen giebt, scheint späteren Ursprungs. 

Ans diesem Oapitel des Grervasius ist Gest. Born, c 10 entnommen ; 
vielleicht jedoch, wie einige andere Stellen, wo Gervasius nicht na- 
mentlich genannt wird, nicht zunächst aus diesem, sondern aus den 
Quellen desselben ; denn zuweilen wird Gervasius ausdrücklich als Ge- 
währsmann angeführt. 

Anm. 73. (S. 49.) 

Diese die Grebeine des Yirgil und dessen Zauberbuch betreffende 
Geschichte ist nicht nur in den Pseudo-Villani c 33 (Grässe Beitr, 



*) S. Dunlop S. 141. Ich will bei dieser Gelegenheit bemerken, dass ebendaselbst 
& 139 b Z. 16 T. a. zwar eine Anmerk. 216 a angegeben, diese aber anter den Anmerkwi« 
gen (aaf S. 478) ausgefallen Ist. Es war darin gesagt, dass die Sage von Ogier nicht, wie 
man früher nnd anch Dunlop meinte, durch die Normannen aus Dänemark nach Frankreich 
kam, sondern vielmehr in Lütti'eh und den Ardennen heimisch ist; daher jener Held 
und der von ihm handelnde Roman anch nicht Ogier le Danois, sondern 0. TArden» 
nois ztt nennen ist, wie dies auch Barrois in der Einleitung au seiner Aasgabe des metci« 
sehen Romans von Raimbert (La Chevalerie Ogier de Danemarehe par Raimbert de Paris. 
Poeme du XII siecle publie pour la prem. fois par B. Paris 1842. II. 8) dargethan hat; a. 
besonders p. XII. 



160 Anmerkuig 73. 

S. 34) übergegangen, sondern wird aach von Alexander ab Alexandro 
Genial, Dier, L III, c. 15 als unlängst yorge£allen auf folgende Weise 
berichtet: „Quum florente fortuna Ferdinandi, primi regis Aragonü, 
urbs Neapolitana et regnum nullis adhuc belli calamitatibus premere- 
tur, satis constat Cataldum virum sanctum, qui abhinc annis mille pou- 
tifex urbi Tarentinae praefuit, quemque patronum Tarentini clves yene- 
rant et colunt, nocte intempesta ministro sacrorum cuipiam, tunc sacris 
initiato et in casta religione educato, semel atque iterum in somnis 
apparuisse ac monuisse, ut libellum a se conscriptum, quem in abdito 
loco vivens abdiderat, in quo divina arcana scripta erant, effoderc et 
protinus ad regem deferri curaret Qui quum parum fidei sonmio de- 
disset, eadem sibi per quietem saepius obversata spede, quum primo 
diluculo Bolus moraretur in templo, ipsum Cataldum, qualis erat olim, 
dum in Tita ageret, pontificia veste et infula amictum, eidem mini- 
stro plane vigilanti apparuisse, et praedixisse, ut postera luce, quum 
primum posset, libellum a se conscriptum, in abdito loco, quem in 
sonmis pi^^iedixerat, conditum effodere et regi deferre ne cunctaretur, 
poenam, nisl fieret, graviter comminatus. Postera luce sollenni pompa 
ministrum cum populi comitatu ad latebram, in qua longissimo aero 
libellus latuerat, processisse eumque plumbeis tabellis obsignatum, et 
clavis obseratum invenisse, satis constat. In eo certum est, futurum 
regni excidium, miserias, calamitates, et luctuosa tempora, atque in- 
stantia mala, quae postea sequuta sunt, regi praedixisse.'' 

Wir sehen hier also ein neues Beispiel davon, wie Sagen sieb ver« 
jungen und umgestalten. 

Die Sache selbst betreffend, vgl. über Zauberbücher im Allgemei- 
nen Düntzer in Scheible's Kloster 5, 116, wo auch bemerkt ist, dass 
schon, auf das blosse Lesen in solchen Büchern Geister erscheinen, 
und Beispiele angeführt werden. Füge hinzu Meier /Sc^ti7tf6. iS. No. 220. 
221, 1. Müllenhoff zu No. 264, und was aus Cassiod Hist, Trip, die 
Legenda Äurea c. 30 {de S. Jtdiano) p. 144 von Julianus Apostata 
erzählt Der von Debius 1. 2 qu. 29 p. 356 ff. (Wolf N. S. No. 264) 
in Betreff Agrippa*s und seines Schülers mitgetheilten Sage entspricht 
eine ältere bei Alber. Tr. Font, ad a. 1050 (2, 85 ff.), welcher näm- 
lich erzählt: „Quod quidam puer clericüs nobilis generis ei [sc. Beren- 
gario Turonensi, dem bekannten Ketzer] commendatus, magistro ab- 
sente dum libros Nicromanticos legeret, a Diabolo occisus fiiit, et quod 
idem daemon coactus a Berengario in corpus pueri mortui intravit, et 
per aliquod tempus huc et. illuc ambulare fecit, et cum caeteris can- 
tare et in Choro stare, donec ab alio Nicromantico falsitate deprehensa, 
puer, ut erat pro vero, mortuus esse deprehenderetur, et quod idem 
Berengarius, morti adjudicatus, fugiens ad Ecclesiam Juste Judex, ibi 
fecerit, [füge hinzu poenitentiam] et cum lamentatione decantaverit [1. 
recantaverit] et sie liberatus est.** Wir sehen hier, wie in einer ähn- 
lichen Geschichte bei Vincent. Bellov. Sj^ec. Hist, 7, 101, dass der 
Teufel Gewalt haben soll, todte Körper eine Zeit lang wiederzubeleben; 



Anmerkung 74. 161 

und dieser Vorstellung begegnen wir oft; b. besonders Delrio 1. 2 
qo. 28 8. 1 p. 344 ff. Lereheimer in ScheibWs Kloster 5, 310 ff. Cal- 
met Traüi 2, 140 ff. (Le Diablo a-t-il le pouvoir de faire roourir, puis 
de rendre la vie ä un mort?) vgL auch Hidoire prodigieuae cTun Gen^ 
tUhomme auqud le diable itA apparu et avec lequd ü a converse saus 
le Corps cPune femme morte. Paris 1613. wieder abgedruckt bei Lenglet- 
Dufi^noy Becueü T. 1 P. 2 p. 69 ff. 

lieber die Ars notorioj welche, wie Gervaaius oben erzählt, in dem 
Zanberbuch des Yirgil enthalten gewesen, und durch die man yermit- 
tekt blosser Beobachtung gewisser Gebräuche in den Besitz verschie- 
dener Wissenschaften kommen sollte, hat Cornelius Agrippa ein Buch 
geschrieben {de Arte notoria), Erasmufi aber in den Coüoquia sich 
lustig gemacht 

Das oben im Text genannte Castellum Maris, wohin vom 
Volke die bedrohten Gebeine des Virgil gebracht wurden, ist nicht 
Gaste 11 * a Marc bei Neapel, sondern das (oben Anm. 33 erwähnte) Ga- 
st el deir Uovo. S. Massmann zur Kaiserchronik 3,442. Die daselbst 
aus Arnold v. Lübek angeführte Stelle fbidet sich bei Leibnitz 2, 697. 

Anm. 74. (S. 51.) 

Ueber die Währwölfe vgl. Dunlop Anm. 504. Folgende eigen- 
thümliche Währwolfssage erzählt Girald. Cambr. Topogr, Hib, 2, 19, 
welche sich zu seiner Zeit in Irland zugetragen. haben sollte: „Circa 
triennium ante adventum comitis Joannis inHibemiam, contigit quen- 
dam sacerdotem de partibus Ultonia^ versus Mediam itinerantem in 
Silva quadam coi^unctam Mediae pemoctasse. Cumque ad igniculum, 
quem sibi sub arbore quadam frondosa congesserat, uno tantum comi- 
tatns puerulo lucubrasset: ecce lupus ad eos accedens, qui etstatim in 
hujusmodi verba prorupit: „Securi estote, et nolite timere. Non enim 
trepidandum vobis est, ubi timor non esf Cumque ipsi tanto vehe- 
meutius constematis animis obstupuisseut, verba de Deo sana subjun- 
xit Et obtestatus a Sacerdote adjuratusque per Deum omnipotentem 
et per .fidem Trinitatis, ne eis noceret et quaenam creatura fuisset, 
quae sub bestiali forma humana verba proferret: catholicum in Omni- 
bus responsum praebens, tandem tarnen subjecit: „De quodam hominum 
genere snmus Ossyriensium: unde quolibet septennio per imprecationem 
Sancti cnjusdam, Natalis scilicet abbatis, duo, videlicet mas et foemina, 
tarn a formis quam finibus exulare coguntur. Formam enim humanam 
prorsus exuentes, induunt lupinam. Completo vero septennii spatio, si 
forte Buperstites fiierint, aliis duobus ipsorum loco simili conditione 
subrogatia, ad pristinam redeunt tarn patriam quam naturam; et mihi 
qaidem peregrinationis hujus socia non procul hinc graviter infirmatur. 
Cui, si placet, jam in extremis agenti sacerdotale solatium intuitu di- 
vinae pietatis indulgeas.^*^ 

„Quo dicto lupum praecedentem usque ad arborem quandam satis 
propinquam presbyter sequitur tremebundus. In cujus concavitate 
Genrasii Tilb. otia imp. 11 



162 Anmerkfing 74 

lupnm conspicit sub spede ferina, gemitna et planctos huxnanos emit- 
tentem. Quae statizn, nt ipsnin vidit, praemittens salutationem saÜB 
humanam, gratias etiam Deo retulit, quod in tali articulo tanto eam 
solatio dignatus esset visitare; et sie usque ad extremam communionem 
a sacerdote cuncta rite peracta suscepit: quam et ipsam constanter 
efflagitavit, attentius supplicans, ut viatici largitione beneficium con> 
snmmaret. Quo sacerdos'cum se carere firmiter assendsset, lupuB, qni 
pammper abscesserat, iterum accessit, ostendens ei pamiluin libmm 
manualem et aliquot bostias consecratas continentem, quae more patriae 
presbyter itinerans, sub indumento a colle suspensa deferebat Boga* 
bat etiam, ne Dei donum et subsidium eis divina Providentia destina* 
tum aliqnatenus denegaret, et ut omnem abstergeret dubietatem, pede 
quasi pro manu fungens, pellem totam a oapite lupae retrabens, asque 
ad umbilicum replicavit. Et ita statim expressa forma yetulae cujus- 
dam apparuit. Quo viso tandem sacerdos obnize postulantem et de* 
▼ote suspicientem, terrore tamen magis quam ratione compulsus, com- 
municavit, et statim a lupo pellis retracta priori formae se eoaptavit 
His ergo rite potius quam recte peractis, bumanam potius quam bestia- 
lem societatem eis ad igniculum nocte totsit lupus exbibuit Mane yero 
facto, extra silvam ipsos conducens, presbyteroque praebens iter, -mm 
ei longe certissimam praeostendit. Muhas etiam saeerdoti super im- 
penso beneficio gratias in discessu referebat, prondttens efficaciores 
multo se ei gratias relaturum, si Dominus eum ab boe exilio, cujus 
jam duas partes eompleverat, revocayerit.* 

Von den Garrows, welcbe die Grarrowberge an der Nordostgranze 
▼on Bengalen bewohnen, erzählt Goleman Hindu -Myfihölogy p. 321 
(nach den AsiaHe Reaearches) Folgendes: „Among the Garrows a mad- 
ness exists which they call transformation into a tiger, from 
the person who is afflicted with tbis malady, Walking about 
like that animal, shunning all soeiety. It is said that ontheir 
being first seized with this complaint, they tear their hair and rings 
from their ears, with such fbrce, as to breake the lobe. It is supposed 
to be occasioned by a medicine applied to the forehead: but I endea- 
voured to procure some of the medicine thus used, without effect: I 
ima^ne it rather to be created by frequent intoxications, as the ma* 
lady goes off in the course of a week, or a fortnight. During the time 
the person is in this state, it is with the utmost difficulty he is made 
to eat or drink.*' Dies sieht der Lykan^hropie sehr ähnlich. 

Hier will ich auch noch eines sonderbaren irischen Aberglaubens 
erwähnen, von welchem Camden in der BrUanma (Hibemia) sprieht 
Er sagt nändich, Kerry in Irland sei eine „regio avüs et silvestribus 
montibus edita; quibus crebrae intersunt valles cavae, nemoribus etiam 
oondensae . . . Silvestrium Hibemieorum animos ridicula opinio per- 
vasit, et etiam persuasit, illum qui in militari illo barritusive damore, 
quo in Gongressu magna vocis contentione utuntur, reliquorum damori 
non respondeat, subito a terra arripi, et quasi volantem in has desertaa 



Anmerkung 75. 163 

valles defem ex quacunqüe Hibemiae regione, ibi gramine vesci, 
aquam lambere, nee male nee bene esse sibi sentire, rationis, non ora- 
tionis uBum teuere, a venantibus demum niinisterio canum capi et 
domos suos deduci.*' Dieser Zustand gleicht niclit wenig dem des 
Nebuchädnezar. 

Anm. 76. (8. 52.) 

Es handelt sich in diesem Capitel von der sogenannten Baum- 
gans, Yon welcher es in den nördlichen Uferländem zwei Arten giebt, 
nämlich die Bingel- oder Bernikelgans (anser torquatus, anasber- 
nicla, engl, bamacle) und die Eothhalsgans (anas ruficollis, a. tor- 
quata), über deren Entstehen man früher mancherlei fabelte^ wie man 
oben aus der Erzählung des Gervasius sieht; vgl. Jacobus de Vitriaco 
1, 92; nach Andern sollten sie sich aus der an Meeresküsten mit ihren 
Fäden an Zweigen hängen gebliebenen Bemikelmuschel (lepas anati* 
fera, engL gleichfalls bamacle, wie die Gans selbst) erzeugen; cf. Gi- 
rald. Cambr. Top, Hib. 1, 11. Vincent. Bellov. Spec. Not. 16, 40 (letz- 
terer wahrscheinlich aus dem lAber de not. rer.). Einige spätere von 
diesen Gänsen handelnde Schriftsteller sind angeführt bei Grässe Beitr, 
S. 80, wo auch noch aus Francisci Ind, SUmts-Gard. p. 35 bemerkt 
wird, dass nach einem chinesischen Volksglauben aus Bambusblättem 
Schwalben werden, und es entspringt daher die Frage, ob jener Volks- 
glaube von der Entstehung der Baumgänse nicht überhaupt noch in 
andern Vorstellungen als eben nur unrichtigen naturgeschichtlichen, 
nämlich in urmythologischen seinen Ursprung hat, wenn man nämlich 
erwägt, dass ältere Schriftsteller in.BetrefiF eben jener Baumgänse er- 
zählen, dass auf den Orkneyinseln Bäume wachsen, deren ins 
Wasser fallende gereifte Früchte sich alsbald in singende 
Vögel verwandeln. (S. Boaistuau Eist, Prodigieuses eh. $4). Hiermit 
verbinde ich zunächst folgende Erzählung des Wilhelm von Malmesbury 
L 2. c. 8 p. 58, wo er nämlich von König Edgar von England sprechend, Fol- 
gendes berichtet: „Interea non indecens opinor, si quidquam, quod ei 
divinitus ostensum est, stilo commendem. Venerat in saltum venatio- 
nis feracem, utque fit plerumque, sociis ad insequendas feras dispersis 
per devia, solus remanserat. Itaque continuatione cursus ad egressum 
nemoris perveniens, constitit sodales opperiens. Nee mora: gravante 
nutantia lumina somno, pedes efficitur, ut transacti laborem diei tem- 
peraret modicae quietis voluptas. Jacebat ergo sub malo silvatica stra- 
tuB, ubi penduli per circuitum rami foliatam effecerant cameram« Las- 
situdine itaque suadente rivus, subter scatebris loquacibus fluens, so- 
porem invitabat: tum canis foemina, cui cura ferarum vestigia insequi, 
praegi|^n8 et juxta pedes accubans, dormientem exterruit. Namque, 
matre tacente, catuli alvo inclusi latratus multiformes et sonoros red- 
didere, quodam nimirum sui carceris gaudio incitati. Hoc monstro 
attonitus, dum ad cacumen arboris oQulos intendit, vidit poma, unum 
et alterum, delapsa in fluvium, quorum collisione bullis 

11* 



164 Anmerkiing 76. 

aquatilibus inter se crispantibus, toz articulata insonuit: 
„Well 18 thee,*^ L e. bene est tibL" Diese Sage aber dünkt mir 
wiederum genau verwandt mit jener mongolischen vom Baume Asam- 
bubarcha, dessen ins Wasser fiedlende Früchte den Laut „sambu^ 
von sich geben; tibetanisch aber heisst „sangpa*^ geläutert, hei- 
lig. Z>. M, 1229. Hierher sind auch ohne Zweifel die indischen wahr- 
sagenden Sonnen- und Mondlmume zu ziehen; denn dieser ganze Kreis 
von mythologischen Vorstellungen gehört eben zu dem von weissagen- 
den Bäumen, über welche vgl. oben Anm. 6. 

Anm. 76. (S. 52.) 

Diese Quelle erinnert an den alten Glauben von der reinigenden, 
nichts Böses duldenden Kraft des Wassers; worüber vgl. Dunlop 
S. 538. 546. und hier Anm. 7. Eine ähnliche Quelle auch bei Wol£ 
D, S. No. 263; vgl. 268. 



ANHANG. 



L ELoige fernere Bemerknngen 2u GrinmL's 

Deutscher Mythologie. 



Ltn S.XXXyiI. Legende yon Christus und Petrus. — Eine 
ähnliehe Erzählung auch in der HiHoria Jegchuae Naearen^ s. Yal. 
Schmidt zur DiacipUna ClerieaUe S. 146. 

ZuS. 2d6. Isidis navigium (5. M&rz). — „Eodemvel sequentedie 
Indi Durgae Deae feriam consecrant, ipsius navigium sununis cae- 
rimoniis deducentes.^ Lex* Myth, p. 1068. 

Zu S. 480. Hausgeist, der nicht yertriehen werden kann. 
- Gleiches in Meier's Sd^wäb. Sag. S. 79 (No. 6). 82 ff. (No. 90) 266 
(No. 298). Müllenhoff No. 449. Bömer OHagau S. 243. Kuhn und 
Schwarz No. 86, 3. Petersen N. M. S. 112. und in Tendlau's Jildü 
8chm Sagen No. 52. Nur ist bei letzterm statt eines Koboldes viel- 
mehr das Unglück (Schlimm Massel) dai^enige, was nicht weichen 
will; also ganz wie Unhälde bei Beinmar von Zweter; s. D M. 833. 

Zu S. 589. Johannisfeuer. — Sie finden sich auch in der Bre- 
tagne; s. Yillemarquä Barzaz- Breite 1, 20 (zu No. 1). Dass man sie 
nicht minder in Irland und Portugal kennt, habeich bereits £rüher 
in der Germania 8, 373 ff. angeführt; und in Betreff Spaniens heisst 
es in Brand's Poptdar Ant, 1, 167 (Lond. 1841); „A gentleman who 
had resided long in Spain informed me that in the villages they light 
ttp fires on St. John*s Eve, as in England.^ 

Zu S. 669 ff. Mondfinsterniss. — In Betreff der Indianer in 
Nord -Amerika erzählt Jones Trad, of the North -Ämer, Ind. 1, 168 
Folgendes: ^^Eclipses they attribute to the attempts of the Eyil Spirits 
to embarrass the labours of the luminary which is eclipsed. ^'^be first 
lunar ecUpse, says Adair, I saw, after I lived with the Indians, was 
among the Cherokees in 1736; and during the continuance of it, their 
oonduct appeared surprising to one who has not seen the like before; 
they all ran wild, this way and that way, like lunatics, firing their 
gons, whooping and hallooing, beating kettles, ringinghorse-bells, and 
making the most horrid noise that human beings possibly could. This 
was done to assist the suffering moon.^ Auch bei den Peruanern deu- 
teten Mondfinstemisse auf Krankheit dieses Gestirns; Geschrei und 
Lärmen sollte seine Lebenskraft ermuntern. 



168 I* Bemerkungen zu Qrimm'B Deutscher Mythologie. 

Die hretonische Redensart defendre la lune du loup, d. h» 
Stre mis ä la porte, führt an Villemarqu^ Barzaz-Breiz 2, 429. Sie 
bezieht sich offenbar auf mänagarmr, vgl. D, M, 668. 

Zu S. 676. Neumond. — Das Spec, Hist, 31, 7 berichtet (nach 
der Reisebeschreibung des Johannes de Plancarpio) von den Tartaren : 
„In principio lunationis vel in plenilunio incipiunt quicquid novi agere 
volunt, ipsamque Lunam Lnperatorem magnum appellant, eamque de- 
precantes genua flectunf 

Zu S. 954. Nobiskrug. — Kuhn (N. Sag. S. 484) bemerkt zu 
Grimm's Ableitung dieser Benennung: „Es hält schwer sich zu über- 
zeugen, dass ein solcher Name wie Nobis für in abysso so tief ins 
Volk gedrungen sein sollte, wie wir dies bei den Nobiskrügen sehen.^ 
Dies scheint mir ganz richtig, und Kuhn's Erklärungsversuch ist auch 
mir in den Sinn gekommen, indem mir bei dem gleich anzuführenden 
Nevers die nord- englischen good neighbours einfielen. Der erste 
Theil jenes Namens nämlich (Nobis) findet sich, wie mir dnnkt, auch 
noch in anderen Formen und in anderen Zusammensetzungen als die 
gewöhnlichen; so giebt es ein Neversdorf (MüUenhoff No. 507), wo- 
selbst ehemals ein Kloster stand und jetzt noch ein durch die 
Mönche in Zauberschlaf versetztes Heer unter der Erde 
ruhen soll; femer ein Dorf Nübbel (ebend. No. 389 vgL zu No. 392), 
woselbst Unterirdische hausen (denn der Bauer findet das zerbro- 
chene zauberiche Geräth neben einem Hügel). Hierher werden also 
auch die Nievelmännchen gehören (Wolf D. S. No. 72), gleichfalls 
Unterirdische, und endlich die Nobelskrug (KuhniV^ Sag, S. 92) ge- 
nannten Hügel. Letztere Benennung ist der gewöhnlichen (Nobiskrug) 
fast ganz gleich, und doch hat Kuhn sie nicht hierhergezogen. Frei- 
lich scheint sich ausser dem Namen nichts gemeinschaftliches zu bieten ; 
indess mache ich doch auf folgenden merkwürdigen Umstand aufmerk- 
sam. Jene Hügel bestehen aus einem Au^urf von Steinen und 
Zweigen, den jeder Vorübergehende durch Hinzuwerfen vermehrt, so 
dajss er allmälig immer höher wird, und also auch wohl auf diese 
Weise entstanden ist. Nun aber wurden nach griechischem Brauch 
den auf den Landstrassen befindlichen Hermen von den Vorüberge- 
henden Steine zugeworfen (was als eine Art Opfer für Hermes als 
Gott der Wege geschehen sein soll, und wobei auch letztere selbst ge- 
wannen; man nannte diese Steinhaufen 2p{Aaxec, s. Phumutns de not. 
deor, c 16). Hermes nun war sowohl ^'u^^oirofAit^c, als auch Sender 
unverhofiten Gewinnes (daher die Ausdrücke {pfiatov, xocvöc 'EpfAvjc), 
und so wie er überhaupt identisch ist mit Wuotan, so auch in diesen 
beiden Bezi^ungen (Z>. M. 137. 800). Wuotan aber treffen wir ge- 
rade mit den nämlichen Functionen bei den Nobiskrügen; denn dort 
werden Glücksspiele (Kartenspiel) *) getrieben, und ihm auch gehören 



*) Mir fallt hierbei Hassmann's früherer Einfall ein, den Nobiskrug mit der spanischen Benen- 
nang der Spielkarten (naipes) in Verbindung zu bringen. OermamaltT^. Letzleres Wort soll 



I. Bemerkungen zu Grimm*8 Deutseher Mythologie. 169 

die Seelen der Yerfitorbenen (Knhn und D. M, a. a. 0.). 
Also auch die Nobelskrüge sind Nobiskrüge und an ihrer Stelle 
mag einst etwas Heiliges gestanden haben, dem man durch Zuwerfen 
von Steinen und Zweigen Verehrung bewies. 

Zu S. 980 ff. Oben und unten wachsen. — Im Conde Im- 
cofior c. 41 wird die Tugend (el bien) von dem Laster (el mal) bei 
Theilung eines Rübenfeldes ebenso betrogen. Don Francisco Manuel 
schöpfte aber bekanntlich einen grossen Theil seiner Erzählungen aus 
orientalischen Quellen, denen auch das von Grimm angeführte Ge- 
dicht Hückert's, so wie die in Kletke*s Märckemaal d, 94 (aus Leh- 
mann^s Magazin fllr die Lit. des Auslands) mitgetheilte Erzählung 
„der arme Teufel" angehört. S. auch Müllenhoff No. 377. 

Zu S. 1045. Wasserholender Besen in Göthe's Zauberlehr- 
ling. — S. Lucian's OiXo<|;euSi^c c. 35 sqq. 

Zu S. 1052. Abgestreifte Thierhaut verbrannt — Auch 
in einem Märehen des Pantscha Tantra (Ix>iseleur Deslongehamps 
Biisai sur les fablea Indiennea p. 40) wird erzählt, wie das Verbrennen 
eines Schlangenbalgs den, der ihn angenommen, zwingt, seine mensch- 
liche Gestalt zu behalten. Die ganze Erzählung gleicht, wie Loiseleur 
mit Recht bemerkt, dem auch von Grimm angeführten Märchen des 
Straparola. 

In Jones Tradüions etc. 2, 19 wird erzählt, dass sich einer von 
den Indianern der Urwelt an den Uf^m des Great- Bear -Sees nieder- 
liess. Er hatte einige jungen Hunde, und immer, wenn er von der 
Fischerei zurückkehrte, hörte er, indem er sich dem Zelte näkerte^ 
innerhalb desselben ein Grcräusch, welches dem Plaudern, Lachen; 
Schreien und Weinen von Kindern glich; jedoch fand er beim Eintre- 
ten immer nur die jungen Hunde. Eines Tages nun verbarg er sich 
in der Nahe und stürzte, als er wieder das Geräusch hörte, plötzlich 
in das Zelt, wo er einige schöne Kinder lachend und scherzend £and, 
mit den Hundebälgen neben sieh. Letztere warf er rasch ins Feuer, 
worauf die Einder ihre Grestalt behielten und später die Stammältem 
des Dog-IÜb- Stammes worden. 

In einem mongolischen Märchen (in Kletke's Märckensaal 3, 1 ff. 
nach Bergmannes Streifereien) entspricht das Verbrennen des Vogel- 
hauses, worauf der zauberische Vogel die Menschengestalt behält; 
jedoch soll das Vogelhaus dort eigentlich die Seele, nicht die Körper- 
hülle darstellen. 

Zu S. 1067. Spatulamancia. — Auch die in Wales angesie- 
delten Vläminge übten diese Weissagungsart, welche sie aus ihrer 



orieotalischen (indkchen) Ursprungs und gleichbedeutend mit Voraussehüng, Wahr- 
sagung sein (s. Breitkopf V ersuch den Ursprung der Sfielkarien u. s.w. zu erforsche 1, 
12 ff. Grosse Handbuch 2, 2, 881). Wuotan aber scheint zuweilen auch als Verkünder der 
Zukunft aufzutreten. Kuhn und Schwarz zu No. 866. 



170 !• Bemerkungen sa Grimm's Deutscher Mythologie. 

Heünath mit herabeigebracht hatten. S. Girald. Cambr. lUn. Com- 
briae 1, 11. 

Zu S. 1095 ff. Einmauern. — In der Ballade The cout of 
Keeldar in W. Scott's Minstrday heiast es: 

„And here beside the mountain flood 

A maflsy Castle fix>wned, 
Since first the Pictish race in blood 
The haunted pile did found." 

Hierzu macht der Herausgeber folgende Anmerkung: „Castles, re- 
markable for size, strength, and antiquity, are, by the common people, 
commonly attributed to the Picts, or Pechs, who are not supposed to 
have trusted solely to their skill 'in masonry, in constructing these edi- 
fices, but are believed to have bathed the foundation-stone with hu- 
man blood, in Order to propiüate the spirit of the soiL Similar to this 
is the Graelic tradition, according to which St. Columba is supposed to 
haye been forced to buiy St. Oran alive, beneath the foundation of 
his monastery, in order to propitiate the spirits of the soll, who demo- 
lished by night what was built during the day.^ 

Zu S. 1099. Träume im neuen Hause. — „Dani vel Holsati 

gentiles putarunt tres primas hyemis noctes homini, in aede nova dor- 

mientif somnia vere prognostica exhibere. v. Jornw. Saga XI. 4. 5. 

^ Similis superstitionis reliquiae adhuc non in Islandia penitus obeolue- 

mnt^ Lex. Myih. p. 1128 add. ad p. 1013. 

Zu S. 1109. Tcapcovu/Cc — deutsch auch Neidnagel, NietnageL 
Ersteres scheint das ursprüngliche; denn auch im Franz. heisst es en* 
yie ujkd soll demnach wohl durch Neid entstehen. Die engL Benen- 
nung ist agnail oder flaw; dahingegen bedeutet das von Grimm an« 
geführte ring-worm eine Flechte, Zittermaal. 

Zu S. 1118. Durch Erde, Steine oder Bäume kriechen. 
— De Nore Otndumea etc. p. 151 sagt: Si Ton s'assied sur cettesouche 
(de Noel), ou devient sujet aux furoneles, et pour s'en gu^rir, il faut 
alois passer neuf fois sous une tige de ronce que le hasard aura plan- 
t6e par les deux bouts.^ S. auch Kuhn in der Grermania 7, 430 ff. 
femer Temme Volkes, d. AUm. S. 117, so wie hier Franz, AhergL 
No. 197. 270. 289. 831. vgl. Wolf BeUr. 241 No. 489. Temme a. a. O. 
S. 78. 83 und hier Franz. Äbergl. 211. 

Die ursprüngliche Bedeutung dieses ganzen VerfBÜbrens scheint 
mir nun aber in einer symbolischen Wiedergeburt des Kranken 
zu bestehen, wodurch er gleichsam aufs neue durch eine den weibli- 
chen Geburtstheilen ähnliche Oeffnung in die Welt eintritt und seine 
frühere Krankheit hinter sich zurücklässt. Man beachte hierbei, dass 
die Eüranken nackt und mit dem Kopfe voran durch den Baum 
gezogen werden (Oermania a. a. 0.), was also einer natürlichen Gre- 
burt sehr ähnlich sieht, und wenn die Oeffnung der Bäume nach dem 
englischen Aberglauben wieder zugebunden wird und die Krankheit 
in dem Verhältniss heilen soll, wie der Baum wieder zusammenwächst, 



l. Bemerknngea cu Grimm's Deutscher Mythologie. 171 

so kann man f^ucb dies dahin erklären, dass während der Zeit, dass 
die weiblichen Gebnrtstheile wieder ihren gewöhnlichen Zustand errei- 
chen, fluch das neugeborene Kind zu einiger Stärke gelangt. 

Dem Obigen analog ist aber aueh eine andere fi7mbolische Wie- 
dergeburt, welche der indische Beligionsgebrauch kennt. Coleman 
Hindu- Myih. p. 151 berichtet nämlich: „Far the purpose ofregene* 
ration it is direoted to make an image of pure gold, of the female 
power of nature, in the shape either of a woman or of a cow. In this 
Statue the person to be regenerated is endosed and dragged through 
the usual Channel.^ 

,,As a statifie of pure gold and proper dimensions would be too 
expensiye, it is suf&dent to make an image of the sacred yoni, 
through which the person to be regenerated is to pass;" femer p. 175: 
„Perforated rocks are oonsidered as emblems of the yoni, through 
which pilgrims and other persons pa«s for the purpose of being regen e* 
rat ed. The utmost faith is placed in this sin-ezpelling transit.^ 
Dies scheint mir dem europaischen Glauben genau Isu entsprechen und 
ihn ^u erklären. In Indien wird die geistige, in Europa die körper- 
liche Wiedergeburt symbolisch dargestellt. 

Dass man bei Steinen und Bäumen in fitester Zeit besonders hei- 
lige wählen mochte, ist leicht an2amehmen; man sollte mit Hülfe des 
Gottes, dem sie geweiht waren, wiedergeboren und durch ihn von der 
Krankheit be&eit werden, wobei auch die alten Sagen von den Baum- 
und Felsgeburten (& oben, Anm. 8) in Anschlag au bringen sind. Als 
sich indess die ursprüngliche Idee verdunkelte, dachte man vermuth- 
lieh bei den Verfahren bloss an ein Uebertragen der Krankheit auf 
den Baum. Vgl D. M, 1122 *). 

Zu S. 1124 Anm. Lupus. — In dem Dudeet of Crcuuen in the West 
Riding of the CourUy of York etc. 2 ed. Lond. 1828. ü. 8. s.v. Wolf 
heisst es: „An enormous unnatural appetite vulgarly supposed to be a 
wolf in the stomach;^ und in dem Vocdbtdary of East Anglia etc. by 
Robert Forby. Lond. 1830. n. 8. s. v. Wolf. 1) A pretematural or 
ezcessive craving for food: „Surely he must have a wolf in his sto- 
mach.*' 2) A gnawing internal pain proceeding from cancer or other 
ulcer, which as a ravenous beast preys on the intestines. A poor 
woman whose husband had long been thus afflicted, and who had with 
much difficulty been prevailed upon to allow his body to be opened, 
told the author, that the Doctors had found the wolf, and carried it 
away. Had she supposed it to be a morbid part of the body, she would 
certainly not have allowed this; but she believed, bona fide, that it 
was a voracious animal, which had somehow found its way in, and 
had been detected and tumed out too late. 

Zu S.1136. Die Pest von Elliant (bei Villemarqu^). — S. auch 



*) Dort Mrird besonders Flieder erw&hnt Vgl. Wolf Beitr. 255 No. 10. und hier 
Franz. Abergl. No. 290. 366. 



m 



172 I* Bemerkangen zu Ghnmm's Deutscher Mythologie. 

dessen CorUes pop. des anciena Bretons 1, 68 und eben desselben Poemes 
des Bardes Bretons p. 120 ff., an welcher letztem Stelle er nach dem 
Buch von Landaf (p. 101 ed. Rees 1840) erzählt, dass während einer 
im J. 550 in Wales wüthenden Pest „l'imagination populaire sc repre- 
senta le terrible fl^au tantöt sous la figpire d*une immense yip^re, tan- 
tot sous Celle d'un spectre j^une; et comme le roi Maelgoun de 
Gw^ned dtait mort de la peste, on racontait que s'^tant cachd, pour la 
fiiir, dans T^glise d'un couvent, il aper^ut un jour le p&le fantdme dar- 
dant sur lui ses yeux caves, k travers une fente de la porte et qu'il 
tomba foudroy^.** 

Femer berichtet Delrio 1. 11. qu. 27 sect 2 p. 331 (nach Chieza 
Hist, Peruv. P. I c. 24): „In salinis Pemanis prope flumen Consatam 
Indis apparuisse spectram gigantea mole, sed ventre secto et eviscerato, 
ulnis gestans binos infantulos, et dira denuntians evanuisse. Con- 
tempsere rüdes populi, eo quod sole lucente apparuisset; sed minas se- 
cuta horrenda lethi lues confirmavit.^ 

Zu S. 1170. Schlangen tragen Edelsteine. — „Cest une 
croyance populaire dans Tlnde qu'il se trouve des pierres pr^cieuses 
dans la t^te du serpent.^ A. Wagener Essai p. 53 Anm. 3. Das 
zweite der von Grimm 1. c. angeführten Kapitel der Oesta Rom. (statt 
§. 68. 152 lies §. 160. 188) ist indischen Ursprungs, s. Loiseleur Des* 
longchamps Essai sur les fahles Indiennes p. 67. S. auch meine Be- 
merkung in der Germania 8, 374 über den dracontites und Grässe 
Gest, Rom. zu c. 119. — In der von Grimm ebendas. aus Albertus an- 
gefahrten SteUe „borax lapis est qui ita dicitur a bufone qui in 
capiteipsum portat^ist in capite zu übersetzen »in^ nicht auf dem 
Kopfe; ebendies ist auch schottischer Aberglaube; s. Germania 7, 438 
No. 29. Dieser Erötenstein heisst franz. crapaudine. 



n. Sagenfoischung. 



A. La Mesnie forieuse, ou la Chasse sauvage. 

Une föte populaire beige qui se rapporte ä des crojances et k des 
traditions dont nons trouvons les traces dans presque toute TEurope, 
est Tobjet de ce travail; on pourra dgalement j trouver une nouvelle 
preuve de TextrSme importance que präsente sous beaucoup de rap- 
ports la connaissance ezacte de traditions, contes, croyances, usages et 
ooutomes nationales. Peut-Stre aussi ce travail engagera-t-il quelque 
Beige k faire pour son pajs ce qui depuis longtemps s'est d^jä fait en 
Allemagne, oü les bommes les plus savants n'ont pas d^daignd de re- 
cueillir et d'interprdter avec zfele et Erudition ces pr^cieux d^bris du 
pass^, ces traditions dont le souTcnir n'est restö vivace que dans les 
classes inf&ieures i). 



t) Toat ce qoi, jiuqu'^ present, a ^te füt sous ce rapport h Tegard de la Belgique se 
rlduit h pea de chose, et pourtant la recolte serait abondante pour celui qui saurait 8*y 
prendre a-vec adresse. Je dis avec adresse, parce qu'elle est indispensable pour quiconquc 
voudrait s'emparer des tresors qui sont presque exclusivement dans la possession de cette 
popoladon qui vit loin des -villes et sans contact avec les classes supcrieures. Cette popu- 
lation est reserv^ envers ces demi^res ; eile craint leur raillerie. C'est ce qui a ete eprouve 
par tons ceux qui ont entrepris la difBcile, mais noble tdche de preserver les vieux Sou- 
venirs de la patrie. J'ai dit que la recolte serait encore abondante en Belgique pour un 
habUe moissonneur ; mais il faudrait se häter de la faire, car ces tresors disparaissent kme- 
sure que la dvilisation avec son caractere souvent materiel etend son regne. C'est princi- 
palement le pays wallon qui pourrait contribuer puissamnienl ä une collection teile que je 
ddsirerais la voir entreprise; quant k l'avantage qui en rcsulterait par la science, ce travail 
peut en temoigner. J'y %jouterai encore un exemple. 

Un savant ami*) s'est amuse dernierement & donner dans les feuilletons de VEmanei- 
pation de Bruxelles da 31 mai 1854 jusqu'au 30 mars 1S56, une description tres-instructive 
et tris-interessante en möme temps, de quelqnes-unes des peregrinations qu'il a faites pour 
se delasser de ses graves travaux. Quoiqu'il ut employe dans ces pieces fugitivesun style 
plaisant et quelque peu railleur möme» neanmoins son tact exquis a su garder cette main 

*) QuH me pardonne de soulever ici le volle de l'anonyme dont il s'est recou- 
vert; car si l'etranger conoait le nom de Hustorien Ad.. Borgnet, il ne connait pas 
aussi bien celui de Jerpim. 



174 n. Sagenfonchung. 

Dans un pr^c^dent travail 2), j*ai d^jä parl^ du suJet qni m*occape 
aujourd'hui, et j'ai commenc^ k y donner quelques renseignements 
pr^alables, auxquels Je me rapporterai souvent dans le präsent me- 
moire; je Juge utile de r^p^ter, dans Tappendice 1, le passage en 
question. La conclusion finale prouvera combien j'avais raison de dire 
k propos de cette fite populaire beige que „dans presque tous ces d^- 
tails, eile ouvre un vaste champ aux conjectures.'^ Je suis beureux 
que roccasion, pour laquelle je m'etais r^erv^ d'en examiner les parti- 
cularit^s avec plus de soin et d'attention, me soit ofiPerte par la Com- 
pagnie savante, ä qui j'ai Thonneur d'adresser ce mdmoire. 

tTexposerai d*abord en peu de mots la tradition qui fait Fobjet de 
mon travail et qui est röpandue dans presque toute l'Europe. On a 
donnä le nom d'arm^e ou mesnie furieuse (wilthendea Heer), comme 
aussi celui de chasse ou chasseur sauvage (wUde Jagd, wilder Jäger) 
k une r^union d'esprits ou d*Stres fantastiques qui, d'apr^s la croyance 
populaire, traversent les campagnes et les forSts, acoompagnds de cris 
de chasse, d'aboiements de chiens, de claquements de fouets et d'autres 
bruits semblables. Cet accompagnement infernal Tarie selon les pays, 



ekätte dont parle M. Grimm*), et qu'ä juge indispensable pour ponvoir recueillir les tra- 
ditions, les coates popalaires, et poor eonserver leur pure imtoeenee, k elles qui maif aUen 
wiesen und gründen der abgelegentien volkspoene duftigen kräutem und Alumem gleich 
gprieisen. On peut donc dtre certain de rauthenticit^ et de l'inleg^te des traditions dont 
M. 6. a parsem^ ses rccits et qu'il rapporte feiles qull les a apprises de la bouche du pea- 
ple, Sans leur pr^ter des omements factices. 

Panni un nombre assez considerable de oes tnditions, qui toutes ont nn€ gnade v»- 
leur, j'en choisis une qui m'a principalenient frapp^ par son importance. Dans le no. 20 
de VEmaneipalion du 20 janvier 1855, M. B., en parlant de VOurthe, k I'endroit oä eile 
baigne le pied de la röche Baudouin, non loin du village de Durbuy, ajoute: ,11 y a U, 
dit notre imberbe Cicerone, un poisson aussi gros qu'nn cheval et qui, jusqu'a present, a 
echappe k tous les filels. Un pdcheur de Dnrbuy, Hubert Thonus, parvint un jour k le har- 
ponner; niais k l'aspect du monstre, il fut saisi d'une teile frayeur qu'il lächa la corde.* 

Or, si je ne me trompe grandement, il faut reconnatlre dans cette tradition un abrege 
des strophes 21—24 de Hymiskvidkoy suppleees par le passage correspondant de l'Edda de 
Snorri, Bragar., c. 48. Seulement dans la tradition wallonne la frayeur de Hymir est atlri- 
bu^e k Thonar, et eile tend a expliquer comment le serpent de Midgard pouvait s'echappcr, 
ce que Hymiskvidha u*expliqae pas; tandis que le harpon et la corde remplacent k nier- 
veille le marteau Miölnir et rhame9on avec la ligne. Le monstre de la tradition est Trappe 
k I egal de celui de Hymiskvidha et empörte le harpon, comme Miölnir suit le monstre de 
l'Edda de Snorri Enfin le nom meme du pScheur, Thonus, qu'on dit dtre une abreviatioo 
de celui d'Antoiae, rappeile tres-bien la forme tudesque du nom du dieu dont il est que- 
stion, k savoir Thuqar, Donar. 

Cette tradition prouverait donc de nouveau l'identite des mythologies scandinave et al- 
lemande; et ce serait evidemment par les Francs quelle aurait eti importee daos le pays 
wallon. 

*) Voy. Der Pentamerone, eie. von GiambattUta Baeüe. Au» dem NeofoUUmUeken 
übenelzt von Felix Liebrecht. Nebtt einer Vorrede von Jacob Grimm. BresUa 1846; 
vol. 1, p. IX. 

2) Jffhn Dunlof» Getchiehte der Prosadiehhmgen oder Getckiehie der Romene, Novel- 
len, Märeken u. e. v>. Aus dem EngHsehen übertragen und vielfach vermehrt und beneh- 
tigt von Felix Liebrecht. Berlin 1851, p. XIII. 



A. La mesnie fiirieaae. 175 

parfoiB m^e selon les provinces, et cliange de nom d'apr&s la nature 
des croyanced qui s'y rattachent. 'En Franoe, la cavalcade porte le» 
nomfi de mesnie HeRequin, chasse gakrie, tSuMt gaydre, dutase hriguety 
grand' veneur et d'autres encore. 

Quant ä la tradition elle-mdme, Grimm (Deuieche MyOtol. p. 870) 
dit qu'elle remonte aux temps les plus reeul^s, qn'elle se rattache tan- 
tot anx dieoz, tantdt aux h^ros, et que ses rapports avec le paganisme 
apparaissent de tout c6t^. 

A mes yenz, ü est certain que son origine remonte k nne fl§te po- 
pulaire (prooession ou caTalcade) composäe de detiz parties prindpales, 
qid se eäl^braient en mdme temps dans certaines locafit^s et s^pard- 
ment dans d'autres. Cette füte repr^entait VeospuUion de V4ti par Phi- 
very et ensuüe oeäe de Vhiver par V^d, Dans la premi^e partie de 
cette repr^entation, lliiver,- sotis forme d'une afireuse vieille femme, 
et & la tSte d'on cort^ge non moins terrible, poursttivait le dieu de 
r^t^ yieillissant et fuyant seul, le tuait et le Jetait k Yeaa, tandis 
que, dans la seconde partie, le dieu rajeuni de Y4it6 ou du printemps, 
mont^ 8ur un eheval et suiTi d'un oort^ge (meeme) anssi nombreuz et 
ögalement k cheval, poursuivait la d^esse de rhiyer au son des cor» et 
aux crix de chasse. Apr^ un combat, le dieu Tatteignait, et la jetait 
derant lui en travers de son eheyal, puis on la tuait (en effigie) en 
la noyant, la d^chirant, la sciant, eto. 

Qa*on se rappelle maintenant les d^tails de la fdte beige susmen- 
tionn^; c'est eile, en effet, qui m'a suggdr^ TidiSe essentielle de Tin- 
terpr^tation que je viens de p(ik>p08er k T^gard de la signification pri- 
mitive de la mesnie furieuae] eile m'en foumira aussi les prenves prin- 
cipales, quoiqu'elle ne contienne pas les seules restes des processions 
ou cavalcades en question, comme je le croyais k tort dans le passage 
indiqu^ plus haut. Au contraire, les traces de cette ancienne f^te po- 
pulaire sont si nombreuses et si r^pandues qu'elles apparaissent de plus 
en plus pour quiconque les cbercbe avec attention, comme on le verra 
plus lein. 

Mais, pour en revenir k la fite beige, nous voyons d'abord k la 
tSte de la procession un cbef qui, d'apr^s ce que j'avais d^jk con- 
jectur^3)^ repr^ente probablement Wuotan, conjecture qui deviendra 
peut-dtre une certitude, en s'appuyant sur les preuves suppl^mentaires 
qu'on va lire. 

Apr&s que Tinfluence du ehristianisme eut donn^ la forme d'une 
fete chr^enne k toute cette procession ou cavalcade, le dieu ne pou- 
vait plus naturellement conserver ses attributs primitifs. Hs fiirent en 
partie transformes, en partie transf^r^s k son cort^ge imm^diat, c'est- 
ä-dire k ses pritres (les bedeaux de la procession de Russon), si tou- 
tefois ces demiers ne les possödaient pas d6jk anciennement en com- 
mun avec le dieu lui-mime, comme ^tant ses comp^^gnons. Parmi ces 



3) Pttnlop 1. c. 



176 n. Si^genfoischuiig. 

attanbuts, Je compte Vipieu de Wuotan, gungnM'^)^ qui doit ayoir 6t& 
txansforme en glaive ä un temps tr^s-reculö; ce glaiTe se trouve d^j^ 
dans les traditions du moyen dge^); mais Gröigette, le vrai Odin, a 
encore T^pieiu Cependant Odin portail^ outre gungnir, an glaive^), 
et Ton peut croire qu*il se montrait dans les cavalcades brandissant 
tantot Tun tantot l'autre, tandis que les ^pieux et les glaives de ses 
prStres, qa*on prit phis tard pour des sauvages, durent se cbanger en 
massues, car gungnir lui mSme se montre quelquefois sous la forme di- 
minutive d'un bäton. (Voy. Wolf p. 12.) II est m^e probable que, 
outre son glaive, le dieu portait un arc et des flaches, comme actuelle 
ment encore en Angleterre ?), et ceux-ci ont 4it& conserv^ intacts par 
la tradition, laquelle, dans la procession de Russon, les donne k celui 
des compagnons du dieu qui tue le saint fiigitif. II est ä croire qii*an- 
ciennement c*^tait le dieu lui-m^me qui d^cocfaait ces ühches k la 
döesse fuyante de Thiver, et c*est lä probablement qu'ont pris nais- 
sance les fetes actuelles des compagniea des argudmaiera, c^löbrdes au 
commencement du printemps et de V6t6^). 

Le chapeau de Wuotan^) se retrouve dans les bonneia terminda en 
pointe de son cort^ge ou de ceux de ses prdtres (les bedeaux), ces der- 
niers pouvant Stre en m^e temps les püeaJbi de Jemandes i^). Nous 
trouvons ^galement le chapecai et le ^ive dans le jeu de Päques cit4 
par Grimm {D. Myth, p. 740), et qui ofire aussi un combat entre T^t^ 
et rhiver, oÄ les acteurs (primitivement des prStres sans doute), ooiffi^ 
de chapeaux et tenant des glaivea, fönt une danse. II est k croire 
qu'andennement c'^tait une cavalcade^i) reprdsentant une poursuite. 
On ne brandissait donc pas ces long^es ^pöes, comme Grimm le croit, 
en llionneur de la d^esse Oatara] mais ce sont les glaives de Wuotan 



4) Voy. Grimm, D. M. p. 154. Wolf BeUräge zur deuticke» Mpikologie p. 12. 

5) Da Spec bist., de Caesarias de HeisU etc. Voy. les passa^es cit^ vers la fin de 
VÄppendiee 1. 

6) Voy. Wolf p. 13. Le g^eant Oden, dans un conte snädois, a un glaive. Voy. Byl- 
Un-Cavallius och George Stephens Svetuka Folk-Sagor ock Äfventyr I, 456. 

7) Voy. Kuhn dans Haupt Zeittehrift für AUerth, V, 474. 

8) Comp. Kuhn I. c. p. 479 et suiv. 

9) Grimm D. M. p. 133. Wolf p. 10. Meier Sekwäb. Sag, No. 103. Breitkut. A Breslau, 
les enfants des pauvres, vers le commencement du prinlemps, se rendent de maison en 
maison pour demander quelque anmone en chantant cette chansonette: 

Ihr Herr mit der koken Mütze 
Hat eie voll Dukaten ntse», 
Er toird tiek wol bedenkefij 
Und wird mir etwai sekenken. 

Ce personnage a-vec sa koke Mütze est sans doute Wuotan k la t£te de la procession 
du printemps; les dueats le repr^entent en aa qualite de dator divitiarum, D. M. p. 125 
et suiv. 148. 

10) De reb. 6et. c. 11. 

it) Cest ce qu'indiquent les mots: lä den tanz al uf den waten riten. 



A. La meenie farieuse. 177 

et des pr§tr^ qui raccompagnent. C*est oe qui nous explique aussi 
pourquoi nouB trouvons des »obres et des chapeaux verts et pointu» 
dans les cayalcades de la Pentecdte 13), ainsi que dans la föte populaire 
normande, appelöe le lonp-vert, dont nous parlerons ei-apr^ et oü Odin 
se montre ^galement avec an bonnet vert et pointu ^) ; enfin, nous les 
trouvons enoore dans la procession ou cayalcade cöl^br^e autrefois ä 
Gand en llionnear de saint li^rin, oÄ les acteurs portaient de m^me 
des sabrea et des chcqpeaux omia dt branchea de chine, (Voy. Ap- 
pendiee 2,) 

Le chef de la procession de Busson ainsi qlie ses compagnons sont 
ä eheval; Yoilä encore Odin sur son cheval Sleipnir, Ses prltres (les 
bedeaux) le snivent k pied, se confonnant en ceci, k ce qu'il semble, 
plus strictement k Tusage paien qu'on ne le faisait dans quelques 
autres processions de ce genre oÄ tout le cort^ge est k cheval, comme 
nous Tayons tu et le verrons encore; car il n'^tait pas permis auxpr^- 
tres paiens de monter k cheval, du moins pas sur des ^talons i^). II 
se peut donc qu'ils ne suivissent qu*une partie, ou bien le commetice- 
ment et la fin de la procession ^questre, parcequ'ils ne pouvaient Tac- 
compagner dans tout son parcours k cause de sa course rapide. 

Wuotan, dont le manteau est parfois bleu, se montre ici, dans la 
personne de ses pr^tres, rev^tu de son manteau vert i^) ; car c'est ce 
qui est indiqu^ par leur enoeloppe de feuiüea de lierre, Le manteau 
vert d'Odin se retrouve aussi dans le nom Grrönjettef oü le mot jette se 
rapporte k la taiUe surhiunaine du dieu l^), de m^me qu'en Danemark 
une des d^nominations de la cbasse sauvage est Grönsjagt. Nous ver- 
rons aussi aUleurs Odin apparaitre revStu d'un manteau vert dans la 
description de la f§te populaire normande du loup-vert, 

Le dieu, enfin, se montre, dans la procession de Russon aussi bien 
que dans les autres traditions d^jk citöes, avec une mine terrihle, tüela 
parait peut-etre peu convenable ä un dieu du printemps, mais non pas 
ä celui qui poursuit son ennemi, Thiver l''). 



12) Voy. Meier Sehw. Sag. p. 408, No. 95—101. 

13) Voy. ici Appendiee 4. 

M) Voy. D. M. p. 72. 81, comp. p. 1203. 

15) / lUklu groenm. Voy. D. M. p. 133. Wolf p. 3 et suiv., comp. D. M. p. 875 snr 
Hakelberend. 

16) Je me demande, si les prdtres, d^sigpnes mfldntenant comme des »uuoagei avec leur 
enveloppe de verdure et leor taille au-dessos da commun, ne representaiept pas aux yeux 
des spectateurs la taille surAumaine du dieu envelopp^ dans son manleau verl, si tant est 
que les Aedeaux soient vrument des prdtres et tion pas d'antres personna^es, anxquels on 
a confere plus tard les attribats du dien. 

Cet nsage de montrer le dieu dans son enveloppe verte peut aussi avoir penetr^ avec 
les Goths et les Vandales jusqu'en Espagne, et s'y Stre maintenu longtemps apres qu'on en 
eut oublie la signification primitive. C'est ce que me fait conjecturer un passage du Don 
Qftijote, livr. II, c. 40 in., passage qui offre une aaalogie frappante avec les sauvages en 
question et oA il est dit: „euairo selvaget vestidot todot de verde Aiedra." 

17) N'onblions pas qae nous avons affaire ici au dieu d'un printemps du Nord, lequel 
Gervasii lllb. otia imp. 12 



178 n. Sagenfbrsehnng. 

Qne Wuotan püt tr^s-bien reprdsenter le printemps et Viti&, c'est* 
k'öhe qu'il fut lui-m^me le dieu de cea saiisons, cela r^sulte de oe qn'ii 
est „la puissanee cr^atrice et formatrice qni p^n^tre tont et qni donne 
aux hommes et k toutes choseB la forme et la beaut^; la puissanee 
d'oÄ pioviennent la po^ie, la condnite de la guerre, la victoire, eomme 
aussi la fertilite de la terre et les biens les plus estimds de ce monde ^^)'^, 
£t il n*^ait pas seulement le dieu du printemps, mais enoore, et cela 
s'y rattache ^troitement, il ^tait le dieu de Vamotir^^), Cest anssi 
pourquoi nous voyons parfois un autre dieu de la fertility & la tete 
de la mesnie fuHeuse, k savoir Fro, qui est ancdogue k Wuotan en sa 
qualitö de dieu du printemps, et „ce ne serait pas le seul exemple de 
deux diff^rents dieux se touchant par certaines manifestations de lenr 
itre 20)." 

Nous rencontrons encore ailleurs Wuotan habiU^ de vert en sa 
qualit6 de dieu du printemps, par exemple eomme Lattichk&nig, qui 
chevauche k l'^gal du dieu, eomme Bhanengraf, quand il se montre & 
la tSte d'un cort^ge k cheval, eomme dans la proeession de Russen^*)« 
Nous YOjons donc qu'on imitait le manteau vert du dieu le plus faci- 
lement au moy^en de feuillage, de lierre, etc. Cela semble m€me avoir 
^t^ son costume de pr^dilection^S); aussi le rencontrons-nous eomme 



sous beaacoup de rapporte, diff^rah probablement de semblables divinites da Sad. La vec- 
geance qu'il exerce sur son ennemie qu'il atteint enfin (voy. plus loin), est parfaitement en 
hanuonie avec la figare terrible qu'ü prend en poursuivant celle-ci, ainsi qu'avec le carac- 
ibre germanique soavent empreint de cmaute. 

18) Voy. D. M. p. 121. 

**) Voy. Grimm Ueber den Liebesgott p. 11 et suiv. Berlin 1851. (MAn. de l'Acad.) 
Si Wuotan ^tait egalement le dieu de Tauiour et le suprSme dieu de la gueire, je m'ex- 
plique alors pourquoi on employait si souvent l'epee dans les c^r^monies nuptiales. Voy. 
D. M. p. 281. Meier Schw. Sag. p. 479 et suiv., No. 259—262. 279. Thiers Tratte des super- 
stitions etc., II. ödit Paris 1697, vol. III, p. 458: »On fait passer les nouvelles mariees, le 
jour de leur mariage, sous deux ^pees nues, mises en forme de croix de Saint- Andre, afin 
qu'elles soient heureuses en menage et que leurs maris les traitent honn^tement* Comp. 
Grimm Ree&tsaiiertA. p. 167 et suiv., No. 6. Au lieu de l'epee nous trouvons aussi im bä- 
ton ecorce et de nouveau entortill^ de l'ecorce en forme de serpent; voy. Kuhn et Schwarz 
Norddeutsche Sag. p. 383, ou bien une baguette de eoudrier eeoreee avee un maneke vert. 
Voy. Meier p. 481. Voilä donc de nouveau Gungnir qui, en fohnb de b&ton blaue, estporte 
par le fidele Eckart i. e. Wuotan (voy. ci-apres p. 184 et suiv.), et qui est ome en partie de 
la couleur favorite du dieu. 

ao) B. M. p. 899 (comp. 884), 1210. 

31) Voy. Grimm D. M„ 745 et suiv., 785 et comp, les eawltodes de la Peoteeöte dans 
Meier Sehw. Sag. p. 404 et suiv. Voy. encore D. M. p. 724 (oü \t dien se montre enve- 
lopp6 de lierre, conune les bedeaux), p. 720 (des chapeaux d'^^, comp. 746, bonnet de 
Jones, et Meier p. 403, 404, de hauts chapeaux pointus et faits on om^ de fefidUage, lasA- 
hüte, qui r^pondent tout a fait k ceux des bedeaux et au chapeau du dien), p. 745 etc. 

22) Voy. Meier 1. c. No. 124, 1. 166, 3. II ressemble, sous ce rapport, Il quelques anfres 
personnages de la mythologie germanique, voy. plus haut Anmerk. 44 p. 121 et suiv. Dans 
la partie la plus itncienne de la baUade de Thomas the Rhymer (voy. W. Scott Mmsttdsj 
of tke Scotiish Border), il est dit par rapport & ta reine des elßs: 

Ber Shirt was o' the grass-green silk, 

Ber manäe of tke vetvet /^, etc. 



A. La mesnie furieufic. 179 

ehaaseur aauvage habill^ de vert; le diable mSme, qui plus tard le rem- 

place souYent dans la croyance popnlaire, se montxe ^galement en 

habit veri^ et Pluton poite ausri cet habit dans an ancien poeme 
anglaisSS). 

Si Wuotan est le dieu du printemps et de T^td, c^est^ärdire sll 
est analog^e k Adonia, on ne s'ötonnera pas de le voir tu^ par un 
sanglier, comme eelni-ci et comme Atys, deiix autres dieux du prin- 
temps ^), ou jet^ k l'eau comme le premier des deux 2S). C'est par 
cette demi^ circonstance seulement que T^t^ envelopp^ de roseaux 
(plante aquatique), est appelä Waseervogel ä Augsbourg et en d'autres 
localit^ de la Bayiöre, et que ce demier, „comme son nom l'indique, 
doit ^tre plong^ dans le ruisseau ou dans le fieuve^ (Z>. M, 145, 562), 
a r^gal du PfingMSnig en Antriebe, mentionnä dans le demier pas« 
sage (p. 562); car rien n'indique qu'on veuille par cette c^^monie at- 
tirer la pluie. 

Dans le nord de TEurope, il est probable qu'ä cette ooeasion, c'est* 
ä-dire ä la mort du dieu de Viti^ „se faisait jour la douleur ressentie 
par la mort d'un 6tre aupörieur^, qu'on s*^criait: „le roi est mort 26)«^ 



S3) Voy. Grimm Haui- und Kinierm. No. 101. Harrys Volknagen «.t.w. Niedenaek- 
iou 2, 22 et saiv., No. 16. Baader Yoikuagen aus Baden No. 118. Meier No. 190, 2 (comp. 
Stober Oberrkein, Sagenb. p. 299,340, Grünroeky Kuhn und Schwarz Nordd. Sag. znNo 66). 
Simptieitsinnu, ed. Keller, I, 362: y,/eh maekle mir ein 6ewi$ten, da*» ick miek vor den 
Teufel deiehwßren lieite, vor wehhen er miei eigentiieh hielte, weil er etwan gelesen oder 
ge&Gri kalte dass sich der Teuffel gern in grfinen Kleidern seh^n lasse.** 
Donbar Golden Terge: 

Tliair was Pluto Ukat elrieke ineubus, 

In cloke of grene. Ms eourl usit in sable. 

Dans ce que je viens de dire, j'ai suppose que le manteau vert est le vStement propre 
ao dieu, et que les enveloppcs de feuillages et de lierre n'en forment que Timitation. H 
est cependant plus probable qu'on se fig^rait primitivement Wuotan, en sa qualite de dieu 
da printemps ou de Tete, enveloppe de feuUlages vert et principalement de lierre, et qu'on 
le representüt dans ce costume ; d'autant plus, que cette derni&re plante garde sa verdure 
en hiver et qu'elle rappelait tres-bien la puissance du dien, affaiblie, ä la verite, dans cette 
Saison, mais neanmoins toujours active. C'est ce qui put donner lieu plus tard au manteau 
vert de Wuotan, qu'il portait quelquefois au lieu de son manteau noir ou bleu (blä). 

M) Voy. Grimm p. 899, cf. 901, 882. Un auCre chassevr gig^ntesque et printanier, 
Orion, est ta6, de m^me que Wuotan, par une blessure au pied que lui fait une bSte (un 
seorpion) envoy^e contre lui par son ennemte Artemis (i e. Diane, Holda). Voy. D. M. 
p. 901 et suiv.,' et comp, ce qui est dit ici plus loin. 

35) Theoer. 16, 131 — 135. H est vrai, qu'il n'y est pas dit expressement qu'on jetait 
Adonis k la mer; cependant le scholiaste le reniarque an vers 138, et cela resnlte, au reste, 

de l'ensemble du passage. On jetait egalement k l'eau les X'^ICOt 'AStttVlBoc^ ainsi qae 
cela se fiusait enEgypte d'un autre sacrifice & un temps posterieur encore (voy. ci-apres p. 18t). 
Le mSme usage avait lieu ä l'egard d'Osiris ; et Bormos, dont il sera bientöt question, dis- 
parat egalement en puisant de Teau. Mais la raison de cette Immersion que subissaient les 
symboles de la puissance amortie de la nature, c'est que l'eau possäde une force r^genera- 
Irice par laquelle cette puissance est ressuscit^e. 

36) Voy. D. M. 422. Comp. Temme Preuss. Sag. No. 156, Baader Votkssagen aus Ba- 
den No. 26. Kuhn und Schwarz zu No. 189, 1. 2. Au König Knoblauchy je rapproche le 

12* 



180 n. Sagenfonchung. 

et que tont „^clatait en g^missements et en lamentations^, comme k 
Venterrement de la kermease en Souabe ^). Or, ce roi est pr^ds^ment 
le dien du printemps et de T^t^ c'est-ä-dire Wuotan lui-m^me, et ces 
cris de douleiir, ä cause de la mort d'une d^itä sup^rieure de la na- 
ture, se faisaient entendre dans plus d'une localit4 C'est une chose 
•connue qu'on poussait de semblables lamentations pour la mort d'Osi- 
ris et auz fütes d'Atys et d^donis^S). Tout le monde connalt la 
belle Idylle de Bion qui a trait ä cette flte^ et je cit«rai enoore le 
r^cit remarquable de Plutarque, dans son trait^ De Defect. oracul, 
c. 17, parce qu'il ofire des d^tails int^ressants relati& k uotre si]get. 

Le dieu pleur^ comme mort doit, d'apres Plutarqne, Stre Pan, et 
cela est ainsi, puisque Pan est une ancienne d^ite de la natnre. Je 
crois n^anmoins que, dans ce r^cit, il s'est gliss^ une erreur, que le 
vrai nom du dieu dont on diSplore le d^c^s, k savoir Thamuz, TAdonis 
des Syro-Phöniciens, a ^t^ donnä au pilote, et que, par cons^uent, le 
dieu lui<mgme a re^u le nom d'une autre d^ite de la nature, c'est-k- 
dire celui de Pan, 

Que Ton compare maintenant avec le rapport dePlutarque le pas- 
sage suivant dUerbelot, y« Genn, oü il dit: „Ben Schonah [auteur 
arabe tr^s-estim^] raconte qu'en l'ann^e 456 de Th^g., de J^sus-Christ 
1063, sous le r^gne de Oaiem, vingt-sixi^me calife de la raee des Abas- 



Laitiehkönig. D. M. p. 745. II se peut qu'on ait employe qaelqnefois de I'ail pour enve- 
lopper le dieu de Tete; c'est-ä-dire celui qui le representait. Parfois, au lieu de ce dieu, il 
se montrait une deesse (voy. ci-apres), et alors on employait les autres exdamations. Or, 
comme plus tard, le diable occupait soavent la place du dieu pai'en, on s'ecriait alors der 
Teufel is todi, et le sens primitif en etant oublie, on tyoutait facilement, nun könne Jeder im 
Himmelreich kommen (D. M. p. 963). C'est ce qui me semble Texplication la plus naturelle. 
A la mSme page 963, Grimm parle de la fa^on de dire allemande der Teufel ist lot^ 
et de Videe du moyen ä^e de se figurer le diable comme ^tant enchaine jusqu'au jonr da 
jugement et comme delivrä alors de ses liens et apparaissant avec rAntechrist; idee que 
Grimm rattache ä l'Edda et & Loki Elle est cependant tres-ancienne dans le christianisme 
et repose sur l'Apocal. 20, 1—3. 7. 8. Or, comme cet elargissement du diable devut avoir 
lieu apres mille ans (v. 7.), on craignait grandement, en 1201, que le diable ne fAt elargi 
(ou en allemand dasi der Teufel los wäre), au rapport de Roger de Hoveden Annale*, pari 
potter. p. 818 et suiv., ed. Savile, Francof. 1601, qui dit: Endem anno [c'est-k-dire en 1201] 
. . . doetores nostri praedieaverunt solutnm esse draconem illom qui est diabolns et Sathanas, 
dieentet: Vae, t>ae vae kabitantibue in terrae, guoniam solutus est antiquus draco, qoi est 
diabolus et Sathanas, juxta illud beaU Jokamti* . . . Aeterebant itague doetores noebi iUet 
mille annotjam esse consumtos et diabolum solutum. 

37) Voy. Meier Schw. Sag. p. 448. 

28) Comp, entre aatres aussi ce qu'Athenee p. 619 rapporte k l'egard du Mariandyn 
Bormos (BoippLOc). II dit: TouTov X&fo^jois ul6v '^zyiQ%ai dvSpöfi im^avoüc xal 
TcXouoCou, t(p hk xdiXXei xal t^ xatd x^v dxpL^jv cSp^ izokb xcov aXXoiv St£- 
ve^xeTv ov ^cpeoTtuta CpYOic ^^^oic x«l ßoüXofjievov tot; depCCoüvt Souvai Taelv, 
ßaS^Covta ^9 u8u>p d^avta^TJvat. Zt^tstv oov a^T&v tou; iuh xrfi ^cupoc 
(Aerd Tivoc {jLepireXtpSTjpL^vou dpi^vou, xal dvaxXVjaeoic, tp xal vDv Itc icdvtEC 
^p<&(irCvoi SiaT^Xouai. Toioütoc S* iorl xal 6 irap' Ai'funxioi^ xaXo6{AEvo( Ma- 
vipcDC. 



A. La mesnie forietiBe. 181 

sides, on sema dans Bagdad an bmit qui se r^pandit ensuite dans 
tonte la proTince d'Iraque, que quelques Turcs ^tant k la chasse, virent 
danjB le d^sert une tente noire, sous laquelle il y avait beaucoup de 
gena de Vun et de Vautre 8exe qui ae battaieni les joues, et pouaaaierU 
de granda cria, eomme ü est ordinaire en Orient, quand gudqiiCun est 
tnori. Parmi ces criB, on entendait oes paroles: le grand roi des 
Ginnes est mort, malheur ä ce paya ^} I et il sortit ensuite une grande 
troupe de femmes suivies de beaucoup d'autre Canaille, qui all^rent k 
un cimeti^re voisin, coutinuant toujours de se battre en signe de deuil 
et de dottleur.^ 

„Le c^l^bre historien Ebn-Aihir rapporte que se trouvant l'an 600 
de rh^g., J^sus-Ohrist 1203, k Mosul sur le Tigre, il couroit dans tout 
ce pays une maladie ^pidömique qui s'attachoit k la gorge, et que Ton 
disoit qu'une fenune de l'esp^ce des Ginnea, on des föes, nomm^e 0mm 
Ancoud, ayant perdu un fils, tous ceux qui ne la consoloient pas sur 
cette mort, ^toient attaquös de ce mal: de sorte que, pour en €tre guö- 
ris, les hommes et les femmes s^assembloient, et, ae battant lea jottea, 
crioient de toutes leurs forces: Ja 0mm Ancottd Aädherina, Mdt An- 
covd ou ma Derina, „0 m^re d'Ancoud, excusez-nous! Ancoud est 
mort et nous n*y songions pas.'* La m^me chose, selon le rapport de 
Ben Schonah, iUAt d^jk arriv^e en Egypte sous le r^gne du calife 
Dhafaele Fathimite: un mal de gorge r^gnant dans le pays, le rem^de 
etoit de faire une espöce de bouillie fort ^paisse, qui est en usage 
dans le pa3r8, et de la Jetter dans le Nil, en röpötant plusieurs fois ces 
paroles: Ja 0mm Halcom Aädherina, Mdt' Halcom ou ma Derina: „0 
mere de Halcom! excusez-nous; Halcom est mort et nous n'y son- 
gions pas.^'' 

C*est particuliirement le premier de ces trois r^cits orientaux qui 
e'accorde avec celui de Plutarque et avec le cri: Der König ist todt\ 
tandis que les deux derniers fönt songer k un sacrifice semblable auz 



29) Un celebre roi des Ginn s'appelait Gian. Voy. dUerbelot s. v. fhan. 

30) Une semblable «xclamatioo plaintive, quoique d'une autre natore, se fait entendre 
aossi dans les rttiaes d'ltalica, en Espagne, aa dire de ceux qui habitent le voisinage: 

. . . ^tr» *e ve el kumo a^ui, te ve la Uama 

Ahm 96 oyen Uantas koy, hoy roneo aeento. 

Tal genio o reüigion fuerza la mente 

De la veeina genle, 

Que reflere admirada, 

(lue en la noeke eaUada 

üna voz triste te oye, gue Uorando 

Gayö Italiea diee ; y latHmoia 

Eco redama Italiea en la hojota 

Selva, gue se le opone, retonande 

Italiea, y el claro nombre oido 

De Italiea, renaevan el genüdo 

Mil sombras nobles de sa gran niina, etc. 

Francisco de Rioja, A las ruina* df lialica. 



182 n. Sagenfonchung. 

II est probable qu'k Alexandiie on retirait Adonis de la mer, <1ftpg 
an des Jörns suiyants de sa föte, et qu'on Yj reprdsentait oomme re* 
trouT^ et ressuscit^, ainsi que eda se faisait dans toutes les aatres 
f^teB d'Adonis, et au troisidme Jour de celle d'Aiys^i). La inline 
ehose aora donc ea Heu aussi k T^gaid de Wuotan, et sa mort et sa 
r&nrrection se seront suiyies dans le oours de la c^^bration de la 
fdte, mais ä des Jonis diff^rents. 

tTai döjä indiqu^ plus baut, quel r61e jouait rhiver, lorsque, apres 
avoir poursuivi le dieu du printemps, il le tuait, le Jetait k Teau et 
que ce demier ressuscitait. On repr^entait, ai-je dit, ITiiver sous 
forme d'une vieiUe femme, forme sous laquelle il se montre aussi quand, 
apres la r^surrection de Wuotan, il est poursuivi et tu^ k son tour. 
Assez gdn^ralement lliiver est repr^sent^ par une femme; c*est ce que 
prouve le r^cit de M. Kuhn 32)» c'est ce que prouvera encore Fexpul- 
sion de Thiver, teile qu*elle est repr^sent^e dans Kle de Man, ou, d*a- 
pres un ancien usage, la reine de Thiver livre un combat simul^ k la 
reine de mai, le premier jour de ce mois, et ne succombe pas tou- 
jours33). Qu*on ajoute k cela la deesae de Vhiver des peuples slaves, 
nomm^e Marzana (Z>. M, p. 733), ainsi qu'une cbanson chant^e par 
les jeunes gens, dans quelques provinces de TAllemagne, quand üs 
portent dehora la mort {beim Todaustragen, D, M, p. 728): 



Les cris de doulear des anciennes divinit^, ren-vers^es et descendoes & I'etat de de- 
nions, rappellent cependant encore plus -vivement les clameurs de tristesse provoqa^ pu- la mort 
da diea de la nature, et 1^ premiers auront souvent occupe la place de ces derniers. Comp. 
D. M. p. 466, 957 et suiv. 

3i) Les aatres rites, celebr^ pendant la nait qui saivait ce jour de la feto d'Atys, re»> 

sembkuent aussi beaucoap & une armee furietue (wütkendee Heer); les pretres de CybÜe 

' arm& parcouraient les forets et les niontagnes au son des cors et d'autres instmments 

brayants, et brandissaient des torehes aUamees. Voy. Pauly Reäl-Eneydap^ vo. ittM, 

vol. VI, p. 407. Comp, ici Appendiee 2t la Procession de St.-Liävin, k Gand. 

32) Nordd. Sagen p. 403 et suiv., No. 127. 

33) Voy. Brand Pop. Ani. I, 142. Nons rencontrons dans le Brsndenboui^, aossi bien 
qu'en Angleterre (comp. Lady Map dans Kuhn I. e. p. 481 : Brand 1. c. I, p. 126, ISS), une 
d^esse de l'^t^ qui repond k la ddesse allemande Ottara. (Voy. D. M. p. 740; Hocker Ihut- 

^ eoher Volktglaubef la note qui se rapporte k la p. 83 der arme Weber). Je me demande 

s'il y a une allusion k cette d^sse de l'^te dans la Jupe verte (D. M. p. 730 note), idnsi que 
dans les deux Jupe» (ibid. p. 747), l'une et les aatres serrant ponr decorer le printemps oa 
ya6f et dans les jeunes hommes en jupet, appeles Feien, ^gulement k la fete de la Pente> 
cöte (Kuhn Mark. Sag. p. 327, et le mSme dans Haupt Zeitiekr. V, 472; comp, le m^e 
Nordd. Sag, p. 402 et suiv.)? ou bien y avsdt-il aussi des femmes (c*est-k-dire des Walky- 
ries) dans le cortege du dieu de l'etö? En Ang^leterre, nous rencontrons parfois an dien 
et une d^esse de l'ete en memo temps: To tkete eueeeeded a eet ofmorriee daneert, gaUjf 
dreaed up tdth ribbandt and hawk'e beüi. In tkie troop we kad RobithBood and iu maid 
Marion (qui repond k Lady Mai; cf. Brand I, 142) ; tke lauer repreeented by a *mooik-fa- 
eed boyf aUo Beelzebub eguipped witk a broom and aoeampamed by kie wife Betty, a 
termagant oid beUame. Haupt Zeitig. 1. e. (Aussi dans la procession nommee /W- 
plough (voy. ci-apris note 57), Beet se montre eomme meitte femme.) (}omp. encore Da- 
eange s. ▼. Vetula. 



A. La meBnie furieiue. 183 

Nun treiben wir den Tod otM, 
Den aUen Weibern in das Haus. 

La mort c'est ici rhirer. (Voy. Z>. M, pp. 726 et juiv.) Chez lee 
Arabes, Hurer passe ^galement pour one vieille femme. Yoy. d'Her- 
belot, y« Agiuz, H dit: ,,Agiuz, une vieiäe femme. Aiam al agiuz, 
les jours de la vieiUe. (Test ainai que lee Arabee appeüent lee sept jours 
du aohiice d^hyver^),^ Et t« Fars, le mSrne autear dit que Ben 
Scbonah donne la description d'one fiSte nommäe chez les arabes Ro- 
koub al Kcumeage, et c^l^br^e de la mani^re suivante: „Un homme 
Sans barbe et sans dents, mont^ sur un ftne, tieut d*une main iin cor- 
beau qni bat des alles et qul T^Tente, et de Tautre une baguette; cet 
homme court ainsi par toute la ville, et frappe tous ceux qu'il ren- 
contre sur son chemin: c^e^ lui, disent-ils, qtii chaase Fhyver,^ 

„Cette f@te est assez semblable & quelques mascarades qui se fönt 
parmi les chr^tiens dans la m^me saison. Les jours que les Arabes 
appellent al agiouz: de la vieiUe, y ont aussi du rapport, et il semble 
qua segar la vecchiOf ecier la vieiüe, comme ou dit en Italie au ca- 
r6me, ait prie de lä son origine." Herbelot fait remarquer avec justesse 
Fanalogie de cet usage arec un usage europ^en (sur lequel voy. Z>. M. 
pp. 741 et suiv.)'^), et qui montre ögalement Thiver repr^sentö sous 



34) Je trony« aossi dans Hammer (Minet tle FOrieni IV, 147) les donnees suivantes qui 
se rapportent au calendrier turc: „Le 25 fevrier. Fvveli Berd el Adjous. Le dictioanaire 
de Meninski explique cette phrase (s. v. A4Jouz) par frigorit defidenÜi principium. 'Celte 
explicatioQ est, en effet, la plos exacte, puisque le froid conunence & cesser ; mais les Turcs 
1 mtrepr^tent autreroent. Comme 4e mot Adjouz sigDifie aussi vieiUe femme, ils expliquent 
ladite phrase par ces mots tarcs: Kod/a karinin soougkoUf c'est-ä-dire le froid de la vieille 
femme; et comme, dans cette saison, 11 fait quelquefois k Constanlinople des froids tres- 
sensibles, quoique passagers, ils racontent quune vieille femme est morle, dans cette saison, 
de froid, et que c'est pour cela qa'on l'appelle le froid de la vieille femme." Voy. aussi 
Abulf. Geogr. ed. Gravius p. 102, cit Ducange vo. Vetula s. f. 

L'explication qu'en donne Meninski n'ayant aucune valeur, il serait desirable d'appren- 
dre qnelque chose de plus exact sur Torigine de cette denomination, ainsi que d'une autre 
croyance turco-grecque, Selon laquelle un esprit malin joue ses mechants tours pendant le 
mdme espace de tenips que Berchta dans TAllemagne meridionale; car, dans les Mines de 
fOrienl IV, 146, il est dit que le calendrier turc ddsigne le 25 decembre par les mots: Ev- 
veli Kondjoloif c'est-k-dire le eommeneement du mauvaü etprit, et on ajoate: «Les Turcs 
ont re^ cette fable des Grecs, et ils disent que cet esprit malin, nomme par les uns Kara 
KoneUoloif et par les autres Coli Cangheros, commence k demontrer et k exercer sa nialfai- 
sance et mechancete depuis le jour de Noel jusqa'ä celui de IXpiphanie, en faisant dispa- 
raitre Tabondance, appelee Berekiai, des maisons qu'il s'attache ä poursuivre. Cette fable 
est accreditee dans les lies grecques de l'Archipel et dans quelques endroits de la Roume- 
Ite, et, pour ^loigner cet esprit malin de leurs maisons, ils trainent, pendant les douze .lours, 
des chafnes avec lesquell es ils fönt du bnüt. Voilä ce que signifie ce Kara Kondjoloa.'* 

35) L'usage Italien, qui est mentionne k cette page de la D. M.y comme cite par Pol yd. 
Virgile, est appele pianlar il maggio; il existe aussi en Espagne, ou du moins U y existait 
autrefois, temoin cette ligne de la eopla 604, du Poema de Alexandra : 

„Decien que avie Eetor plantado mal maynelo." 

Non seulement en Italie et en Espagne, mais aussi en France, on avait coutume jadis 



184 U. Sagenfonchmig. 

forme d'ane vteiUe femme. Soos cette forme se präsente encore Hiirer 
dans une petite chansonnette chant^e k Francfort 3^); enfin les fils 
blancs dont les champs sont couverts au commencement du printemps 
et de rautomne*et qu'on appelle en fian^ais fila de la Vierge, poxtent 
en Allemagne, ainsi qu'en Pologne, le nom dV^ des vieiUea femmes 
(AUeweibersommer, voy. Z>. M. p. 744). £t voiUi probablement la vraie 
et primitive d^nomination allemande de ces filets qui marquent le 
conmiencement aussi bien que la fin du r^gne de Thiver^?). 

Or, 8*il est constant que Thiver se präsente sous la forme d*ane 
Yieille femme^S), il n*y a pas, par cons^quent, le moindre doute que 
la femme pourauivie par Wuatan ä la Ute de la meanie fiirieuse n*aü 
aignifii primitivement Vhiver, et que les traditions k T^ard de la fem- 
melette du bois (Holzweibel), etc. 39), ne soient d'une origine post^rieure. 
D'un autre cötö, il sera ^galement eertain que Texpulsion de l'hiver 
(Winteraustreiben) a ^t6 pr^ced^e d'une expulsion de F^t^ (ßornmer- 
austreiben), repr^sentant la force rüde et farouche de lliiver. Car 
apr^s avoir etabli qu'on figurait l'hiver sous la forme d'une vieille 
femme, nous reconnaitrons aussitot dans dame Holla avec sa mesnie 
hwrrible et dans le fidele Eckart qui les precede 4®), la deesse de Vhiver 
qui poursuit le dieu de Vite, Holla est repr^sent^e comme une affreuse 
vieille femme ^^); eile fait tomber la neige (D. M, pp. 246 et suiv.); 



de seier en denx une fi^re de femnie le jour de nü-careme. Voy. Mag.piftor^ Paris 1851, 
p. 100. 

Sur la befana italienne, dont on se sert I« joar de Noel, et qui represcnte une iaide 
vieiile fernrntt il y est dit (1840, p. 24): »Les cadeaux que Ton donne en France le joar de 
Van sont donnes ä Rome le jour de Noel. Les principales boutiques des confiseurs et des 
marchands de Jouets d'enfant, dit I'auteur A*Vn am ä Rinne, sont decorees de g^irlandes et 
de clinquants. Au milicn des objets de toute sorte Stales en -vente, est placee une vieiile 
femme (quelquefois un homme joue ce röle) & vdtements noirs, au visage barbouilld de suie : 
c'est la befana (la g'uenon, le fantöme) qui est descenduc par la cheminee, & l'heure oÄ na- 
quit Jesus, pour apporter des sucreries aux enfants sages et ch&tier avec une longue ba- 
guette les petits mauvais sujets. La lettre que tient la befana est supposee loi avoir ^te 
ecrite par an enfant qui demandait le cadeau de natale (Noel). Dans beaucoup de niaisons 
dltalie, la befana est assise sous le manteau de la cheminee." Comp. D. M. p. 260. 

36) Voy. D. M. p. 739 note. Nous en reparlerons ci-apres avec plus de details (voy. 
note 53). 

37) Comp, encore ce que nous avons dit plas bas de ces filandres (note 61). 

38) Grimm D. M, p. 742 a dejjt coi^jectur^ la mime chose, et ainsi donc on anrail trouve 
la deesse de l'hiver qui repondrait & la deesse Ostara. Comp. D. M. p. 741. 

39; Voy. ici Appendiee 1\ t^outez D M. p. 872, 881 et suiv.; 889, 1230 et suiv. Nachtr. 
zu 8. 896. La meerfrauy poursnivie par Waldemar et Gronjette (D. M. p. 895, 896), est» 
au contraire, la vraie frau Holda die den auf enthalt in tee und brunnen liebt. D. M, p. 24 t. 
Elle est alors un denion maltn qui habite les eaux, semblable & la roere de Grendel, qui est 
appelee egalement merewif. D. M. p. 464. 

40) Voy. D. M p. 887. Comp. p. 246 et suiv. 

41) Voy. D. M. p. 247. J'^jouterai encore ä cela l'observation suivanle. Holla, c'est^a- 
dire la deesse de Vhiver, est identique avec la deesse de la mort, c'est-ii-dire avec Hei 
(comp. Simrock Bertha die Spinnerin p, 117 et suiv.); de plus. Hei est la Pettweihlein pour- 
snivie parle chasseur sauvage (voy. ci-aprte p. 191) ; et, conmie deesse de la peste, ou plas gi'oe- 



A. La mesnie furieuse. 185 

tandis qtie le fidMe Eckart, qoi pr^c^de la mesnie, repr^sente le dieu 
bienveillant de l'^t^ qui ^enfuitf ^^faisant ^Carter les gens de son che- 
min, ou lenr disant de rentrer chez eux pour ^viter un dommage,'' 
en un mot arertissant les gens de prendre des pr^cantions contre la 
rigaeur de lliiyer ^2). Le häton hlanc qu*il porte c'est gungnir, impuis- 
sant alors, mais qti*il brandira de nouveau vigoureusement dans les 
fites du printemps; nous l'avons »retrouv^ dans sa main ou dans celle 
de 888 compagnons, et on le rqjtrouve aussi ailleurs ^). Du reste, nous 
rencontrerons bientdt de nouveau ces b&tons blancs. 



ralement conuue ddesse de la mort, eile chevanche le Helhueti ä troit jambe*. D. M. p. 804. 
Or, dans le No. 058 de MflUenhoff Sagen au SeUumg-HoUUin etc., trois vieiUei femme» 
monteat an ckevül ä trou jambety dont Tone est Hei. (Comp. Panzer Beiir, p.274 et suiv.). 
Ainäiy la dee«se de la mort et de l'hiver se montre ici de nouveau conune vietlle femme, & 
qaoi j's^outerü le temoignage suivant: Man nennt avek da {k Tondern) dae Pferd hei und 
e* Ht kerrenlot, sagen einige ,- doch behaupten andere, doit eine schwarzgekleidete alte 
Frau darauf sitze. MüUenhoff No. 835. Sur Holla voyez encore Hocker Deutseh. VoUtsgl., 
la note qui se rapporle & la p. 31, Brauthemd und Todtenhemd. 

42) Voy. D. M. p. 887; comp. Meier No. 142 — 149, £n sa qualite de (Masseur saupüge, 
U avertit les passants en lour criant: Midden in den Weg. D. M. p. 876. 

43) Voy. D. M. p. 726; comp. 747 et ici Appendice 2. J's^outerai encore une Observa- 
tion. D'apres MüUenhoff No. 507 Farmee dormante se reveillera un jonr et an^antlra les 
Tores, vainqueurs du monde, sous le commendement d'un rot blnnc, qui monte un eheval 
blanc et ressuscite l'armee en sonnant de son cor merveilleux. Or, MüUenhoff Vorrede ^.L^ 
declare ce rot blanc Stre Heinutal Fäs (dieu) blanc, et Kuhn (Nordd. Sag. p. 497) reconnait 
dans le pont que passe la vaehe rouge, le pont Bifröst. Cependant, comme Wuotan se 
montre dans toutes ces traditions relatives au sujet en question, en qualite de dieu victo- 
rienx et liberateur, ne le serait-il pas aussi dans la tradition susmentionnee ? II monte or- 
dlnairement un eheval blane, il porte aussi un cor comme (Masseur saubage, et en sonnait 
dejä sans doutc quond il poursuivait en vainqueur la deesse de l'hiver. Quant & la deno- 
mination de roi blane, qui lui est donnee dans les traditions citees, eile n'a peut-etre trait 
qa^ sa ehevelure, et, dans MüUenhoff No. 509, U est d'abord designe senlement comme un 
roi avee des eheveux blanes, et & la snite seulement il est appele le roi blane. Dans une 
autre tradition, qui, sous certains rapports, est plus complöte, mais sous d'autres lest moins 
(voy. MüUenhoff No. 608), nous trouvons la prophetie: qu'un jour un roi aux eheveux blanes 
sera chasse du pays et le quittera un bäton blanc ä la main. C'est evidemment le mdme 
roi (dieu) que celui des autres traditions dejä alleguces, oüi cependant est omise son ex- 
pulsion, tandis que son retour ä la tSle de rarmee victorieuse manque dans la tradition en 
question. Cette expulsion signifie celle du dieu par le christianisme, de meme que nous 
avons vn precedemment Farmee dormante plongee par des moines dans son soromeil en- 
chante. Quant au bäton blanc, nous y avons dejä reconnu Gungnir, momentanement sans 
Force, et porte par Wuotan quand il est poursuivi par la deesse de l'hiver. 

Le pont dont nous avons parle plus haut peut bien avoir trait au pont Bifrost, sans 
pourtant se rapporter immediatenmient k ce roi dont la ehevelure blanche indique le retour 
da vienx (ou plutut aneien) dieu qui vit eneore (des alten Oottes der noch lebt). Enfin, la 
tradition en question (MüUenhoff No. 50S) nc distingue pas avec exactitude le temps de 
l'expulsion de celai du retour, et represente comme simultane ce qui est separe par un long 
espace de temps. Cette mani&re de representer les evenements futnrs est tres-commune, et 
la sainte Ecriture nous en donne des exemples nombreux. Voyez, par exemple, Matth. 
eh. 24, avec le commentaire d'Olshausen. 

"Wiiotan nous apparait ici sous la forme d'un dien blanc, qull ne faut cependant pas 
confondre avee Fd$ blane. C'est ce qui nous explique l'emploi fr^quent des bätens blanes, 
et d'atttres choses de la mdme couleur, dans les actes solenneis. Qn'on se rappelle la bH' 
gueite blanche d« condrier, dont il a ete question plus haut (note 19) et comp. Grimm Reehtsalterth. 



186 n. SagenfoiBchnng. 

Voilä des traces Evidentes d'une ezpulsion de V4(t6 repi^sent^ par 
une (4Talcade44) ou procession, spectacle & Tapproche duqael le pea- 
ple accoorait en foule (Z>. M. p. 887); les £§tes reprdsentant Texpol- 
sion de Thiver se sont de m^me conservöes en partle jusqu'ä ces joars. 

Mais d'autres divinit^s föminines sont analogues encore on iden- 
tiques avec Holla et avec sa mesnie; et elles entrent cons^quemment 
dans le cerde d'id^es et de croyancefi qui 8*y rapportent; par ^cemple, 
Berchta, aussi laide et pourvue d'un ausBi long nez que Holla (V. M, 
pp. 256, cf. 247) et dont la fi^te, nomm^e Perchtenlaufeny r^pond ä la 
mesnie fiirieuse; Diana et Herodiade^^) (2>. M, pp.260et boIt.); Hera 
(p. 232); dame Gauden (pp. 877—880) et Gurorisse (pp. 897 et siiiv.). 
Comparez encore D, M. p. 599 sur la Windabraut. 

Si Ton demande ce que devenait la d^esse de lliiyer aprös avoir 
^t^ atteinte par ses pers^cuteurs, on peut r^pondre que probablement 
on la tuait (en efßgie) 4®) de di£förentes manieres, seien les diffi^rentes 
localit^s. Mais avant tout, celui qui l'avait saisie.le premier, k savoir 
le dieu lui-m^me, la jetait devant lui en travers de son cheyaH?); 
apr^s quoi il est vraisemblable qu*elle ^tait aveugl^e^^), ou sci^e^^), 
ou döchirdeSO), ou enferree^i), ou brülle 52)^ ou noy^eSS), ou lapid^ 



p. 137, 255 — 257, oü on ne manquera pas de faire ^g-alement attention aux chevaax blanct 
et borgneSf ainsi qu'aux messagers borgnest dont les ans et les autres se rattachent au 
dieu bor^Mf i. e. Wuotan. Voy. encore ReehtsiUtertk. p. 263: Boves serieo albo cooperti, 
veste Candida induti. II s'y agit du earroeium, et Wuotan est le dien de la g^erre. 

44) la cavalcade de St.-Etieone {Staff'ana-»kede)t celebree en Su&de le deuxieme jonr 
de Noel, forme peut-^tre an autre reste d'one expulsion de Tete. Voy. Afzelius Sagth 
Häfder II, 46 (2me ed.). 

45) Dans le poeme anden anglais Otfeo and Heurodu, ce demier nora aa liea d'Eari- 
dice, n est peut-Stre donn^ k l'epouse d'Orphee que par rapport & la Herodiade sumatnrelle 
mentionnee au texte; car la Heurodis da poeme ang^lüs est eg^alement represent^e comme 
enlevee au pays des elfa ou tinterirdueke. 

46) Comp. D. M. p. 422: Die alte matter Pumpe itt iodtl die alte eekumpe iii 
todt! . . . die gaue fra is nu all dot! mit deuüiehem hezug auf die mütterliche göttin. 
Cela s'accorde admirablement avec ma these,* car uous venons de voir que freu Gmden 
est identique avec la deesse de l'hiver. 

47) Voy. Appendice 1, vers la fin. 

48) D, M. pp. 725, 7^. 

49) Voy. plus haut eegar la veechia (p. 183). 

50) Comme la femme du bois (Holzweibel) D. M. p. 882, avec l'addition, p. 1280, comp, 
p. 752. 

51) Comme la femme poursuivie dans Boccace, voy. le passage dans VAppendiee /, 
vers la fin. 

52) D. M. 728| et comme le carSme-prenant en Bretagne, voy. De Nore Couhamet, elc. 
p. 206. 

53) Voy. D. M. p. 727 et suiv., 739, comp. 731—733, Meier Sekw, Sag. p. 373—374. 
Foitnaeki enäuft. La chansonnette citee D. M. p. 739, et qu'on chantait en noyant la 
deesse de l'hiver: Reuker Uder tehlug seine mmiter, tc/Uug ihr arm und beinentswei, dae» 
de mordio tekrei; cette chansonnette fait allusion au manvaia traitement qoe sobissait la 
vieille fenmie avant d'dtre noy^e. Je ne sais ce que veut dire Renker, mais üder (Ddr) 



A. La mesnie farieiue. 187 

et jet^ k Tean M), ou ensevelie K), oa döooll^ ^, etc^ et ce demier 
genre de mort a trait probablement ä la locution allemande: der FaaU 
den HaHs brechen (D. M, 742). 11 se peut cependant qne Ton ait im- 
poB^ d'antres punitions encore k la vieille femme et k sa mesnie, 
comme entre antres Celle de les contraindre par ndllerie k amener 
eües-mimes Farbre <fM; c'est ainai que dans les villages wendes, au 
nord de Salzwedel „de jewnes et forte» femmee (c'est-k-dure les eompa- 
gnea du dien oa de la d^esse de T^t^) ma/rehaient ä oöti du chariot 
(snr leqnel on amenut de la fordt Tarbre d'^tä) ehantcmt des ehamie de 
joie en langue wende et laieeant lea vieillea femmes trainer le chariot 
jusqu^ä tomber de fatigiie ^7).^ 



etail ou curnom d'Odin, et doit signifier, d'apr^ Hnn Magnusen, Lexie. mythol. p. 764, Fhu- 
mide (adas), ou bien U doit d^river de ud (ing-eDiom). Qaoi qa'U en soit, il est probable 
qae d&ns les siödes post^rieon, lorsqae la lignification de la ▼ieille fenime poursuivie par 
le diea £tait depuis longtemps onbliee, on prenait cette vieille poor sa mire et Ton eon- 
geait plutöt an dtable (c'est-4-dife Wuotan), et k sa mere ou grand'mfere. Comp. D. M. 
p. 222 et saiv. On appelle cependant fahrende Mutter aassi la Windtbraut (Frigg), poor« 
soivie par Torage (i. e. Wuotan» dien dee orages); voy. Schwarz d. heutige Votkeglaube 
m. 9. w. in den Marken, Berlin 1850, p. 12 (Schulprogrami^). Vgl. Kuhn u. Schwarz iV. S. 
No. 70. 

M) Comme ear^e-prenant en Provence; voy. de Nore Coutumet etc. p. 37. 

55) Voy. Meier Sehw. Sag. p. 371. Cet enterrement de cardme-prenant est ^galement 
an Qsage popnlaire en France. «Ceux-l]k tombent encore dans la superstilion . . . qui en- 
terrent earime-prenantf c'est-k-dire un fanlöme qu'ils appellent car£me-prenant, pour avoir 
moins de peine k jeAner" (Thiers Tratte 1, 272), et cet usage correspond k un autre appele 
enierrer PaUeluia, et sur lequel Mery {HitL generale de» proverbe» II, 192) rapporte ce qui 
snit: »Dans plusienrs dioctees de France, on etail en nsage, au XVme siide, d^enterrer 
taUetnia. Ces ceremonies ridicules se pratiquedent le samedi veille du dimanche de la 
septoagesime. Entre nones et vdpres, les enfants de choeur officiaient et portaient une 
espece de biere, qui representait aUeluia decedS. Le cercueil et&it accompagne de croix, 
de torches, d'eau benite et d'encens. Mais il fallait que ces enfants imitassent, par des cris 
et des larmes, la väritable douleur, en aecompagnant le defunt jusqu'au cloitre, oii la fosse 
etalt preparee pour Tinhumation. " Le mömo auteur rapporte au passage indique: „Fouetter 
Patteluia, C'et^t une ceremonie d'un autre genre et tout aussi ridicule. Le m^me jourque 
nous avons indique dans le nuniero precedent, les enfants de choeur portaient k l'eglise 
une tonpie, autour de laquelle etait ecrit le mot aUeluiaf en heiles lettres d'or, et le mo- 
ment ätant venu de lui donner conge, un enfant de choeur, le fouet ä la main, faisait aller 
cette toupie le long du pave de Teglise, jusqu'ä ce qu'elle fAt tout k fait dehors." Comp, 
de Nore p. 292, qui mentionne aussi ces deux usages et attribue specialement le demier k 
la ville de Langres, le premier a celle d'Yonne, oüi, k ce qu'il ajoute, on celebrait le jour 
de samedi saint la reeurrection d'aUelvia. 

56) Meier Schw. Sag. p. 371 ; comp, le jeu d'enfant dans le mßme p. 39S. 

57) Voy. Kuhn Märte. Sag. p. 331. Dans TAagleterre septentrionale, lee jeones hommea 
fönt encore actnellement k Noel nne procession qu'on appelle la eharrue de* foue ifool- 
ftough). On y voit nne figure nommee the Bete, in the groteepte haäü of an old toomnn» 
Voy. Brand Pop. Ant. I, 278. Un nsage sejnblable existe an vUlage de Sceaux prte de 
Paris, o& des hommes deguieee en femme» trafnent nne eharrue le jour de mardi gra»f 
un antre osage presque identiqne existait autrefois en AUemagne, celni d'atteler de» Jeune» 
femme» k une eharrue. Voy. dans Brand I. c. les passages de Naogeorgns Regnum Papi- 
»Hemm et de Boemns Aabanus More», lege» et ritu» omninm gentinmf ef. D. M. p. 248 et 
sniv. Je suis conTainca que les Jeune» femmes d'ont fut qne remplacer les meiHe» dans 
le cocurs des temps, et, dans ee eas, nous troaverions la deesse de l'hiver ici comme aüleors 



188 n. Sagenfonchmig. 

n r^nlte cependant de diff^ntes drconstances qu'on ne maltrai- 
tait et tuait lliiver qu'en effigie, et je me figare ce proc^^ comme 
ayant liea de la maDiöre sniTante: ' 

On enveloppait de paille^) nne penonne qneloonque, probable- 
ment un jeune Komme nn ^), enstute on lui donnait de la ressem- 
blance aree la ddesse de Thiver Holla au moyen d'un longnez, etc. ^); 
paifl la troupe entiöre la ponrsaivait k pied et k cheyal, jusqu'ä ce que, 
dans Ba ftiite pr^eipit^e k travers les for§ts et les broussailleB, qai re- 
tardaient ses persöcuteurs, son däguisement lui fnt arrach^ du corps 
par les buissons et les branches; enfin, aprös aroir continu^ sa course 
pendant quelque temps, eile ätait atteinte par le dieu et son cort^ge. 
Alors on substituait un mannequin de paille sur lequel on exei^ait 
toutes les cruautes mentionn^es ^i). 



cUms les deux f^tes popnlaires qni la regardant; mais noos la troavons certainement dans 
une fSte, celle de Noel. Je doU cependant ajonter que Simrock Bertha p. 111 explique 
diffäremment Tnsac^e d'atteler & la charrue les jeunes filles. 

58) Voy. D. M. p. 726. La paille, Symbole dd la decr^pitude et de la debilil^, conve- 
nait & merveille pour affabler la d^esse de lliiver chassee par le dieU| tout comme Tenve- 
loppe de fenillage et de lierre convensdt au dien de Tete et & son cortege. 

59) Dans l'expulsion de Thiver repr^entee par la procession de Russon, an jenne 
homme tient egalement liea de deesse de l'hiver. Voy. Append, 7, et comp, le corl%e de 
Halda k la fete de Noel dont je vais parier. 

60) C'est pourquoi Luther dit: Frau Hulda . . . mtV der Potznasen . . . hengt umb 
tieh den Strohharnss (strohhamisch). D. M. p. 247. Ces mots s'accordent avec an pas- 
sag'e d'une chansonnette entonnee lorsqu'oa portaii dektfrs la morl (beim Todauttragen): 
der tod der hat ein panzer an. 1. c. p. 727. E§palement on attribue un long nes k la pluie, 
comme etant oppos^e au soleil (ou au dieu du soleil). Voy. Mfiller AltdeuUche Religion 
p. 160. Le carSme-prenant est aussi repr^sente par une figure de paille; voy. de Nore 
p. 206. 298; Meier p. 371—374 Cette fäte (ou bien celle de mi-cardme) est identique arec 
la mort et l'hiver; voy. D. M p, 742; et de mdme que la mort est revdtue d'one chemise 
blanche (voy. D. M. p. 732), c'est-&-dire d'une converture de neig-e, l'homme qni precMe 
cardme-prenant (Meier p. 874) est vdtn de blanc et ne formait sans doute prhuilivement 
qu'une seule figure avec lui dans la procession. Le diable qui les suit, est donc le dien 
victorieux du printemps dont il occupe souvent la place. Aussi le Pelzmärte (c'est-i-dira 
l'hiver) est affubl6 de paille. Voy Meier p. 465. 

L'ours du carSme-prenant (Faslnachttbär) dont parle Meier p. 371. 373, est analogae aa 
gadebasie en Danemark etc. Voy, D, M. p. 745. 

61) II est souvent question de semblables mannequins de paille. (Voy. D. M. p. 727, 
72S et suiv., 731 et suiv. 739). — De cet usage de jeter parfois k l'eau la vieille femme qni 
necessairement devait sumager, ätant faite de paille, je fais deriver Torigine de Tepreuvc^ 
des sorcleres, usit^ dans les temps post^riears: car Holda passait egalement pour une 
vieüle toreiere et eile est repr^sentee comme teile dans tout son exterieur. Voy, D, M. 
p. 247. La m£me Observation s'applique ä son cortege, comme nous allons le voir. Chez 
les Romains, cette saperstition existait 4 l'^gard des sorciers, c'est-k^dire de croire qalls 
ne pouvaient pas cooler & fond (D. M. p. 1028), superstition qui peat-ötre avait one origine 
semblable. Je dois cependant Gure remarqaer aussi qa*& Malwah dans THindoostan, on fiii- 
sait Sahir aax sorciires une espece d'epreuve par l'eau qui n'a discontinu^ que depais peo. 
On mettait dans un sac les femmes suspectes, qui avaient atteint an certain &ge, ot oa les 
jetait dans an etang. Si elles sumageaient, on les jageait convaincues de sweellerie. L'in- 
fluence anglaise a ecarte maintenant c^t abus. Voy. Coleman Bindu-Mptkologp p. 305. 

11 est possible qu on appelait Alteweibersommer les brins de peille qai voUigeüent dans 



A. La memie furieuse. 189 

Josqu'ici fsi considM les expulsions de V4i6 et de lluTer comme 
fonnant nn enBemble. D retterait maintenant k examiner de plus pris 
la question de savoir k quelle 4poqne on repr^entait chacone de cet 
denx partiegy oa bien si eUee se suivaient imm^diatement, eomme le» 
parties de la fite cFAdonis. Dans ane autre occasion, Je tftcherai d'eoc- 
poser ces d^tails et d'autres encore qni 8*y attachent; je dixai seule-» 
meat ici qae, s'il rigolte de ce qni pr^cide que les procesBions oa oa* 
ralcades paiennes en question se faisaient k de diffi^ntes ^poques, 
Selon les localitds, il est, d*un autre c6t^, probable que ces öpoques 
changeaient souvent dans les mtoes localit^s. 

Que l'expulsion de V6t& suivit de pr^ celle de Thiver, du moins 
dans quelques localit^s, je le condus de l'enterrement tr&ekremarquable 
de la kermesse (yoj. Meier Schwab, Sag. p. 448), oik les cris de dou- 
leor et les lamentations sont suivb presque imm^diatement de la joie 
et de r^jouissances, et je le condus encore des r^unions qui se fai- 
saient dans la nuit du 1®^ mai (Walpurgianackt), II est ä peu pr&s 
oertain que ces r^unions avaient Heu non-seulement pour cd^brer Tez* 
pulsion de Thiver, mais aussi celle de F^t^; car nous sarons que dans 
le oortöge de Holla, en sa qualitö de d^esse de Thiver, il se trouvait 
un grand nombre de femmes^^^) ou pour mieuz dire d'honunes ddgui- 
8^ en femmes et mont^ k cheral, ainsi que d'autres masques terri- 
bles<^). Or, cette troupe qui parcourait les eampagnes et les for^ts k 



Tair aprte s'dtre d^tach^ de l'enyeloppe de la vkiUe femme pendant qu'on la poursuivait; 
ainsi que ceux qn'on dispersait apris avoir mis en piecea la fig^re de paille. Cette d^no- 
mination peut ensuite avoir ete transf^r^e aax filandres qoi flottent dans Tair au printemps 
et k Taatomne. 

6S) D. M. p. 246 ; cnmp. aussi le corteg^e de Diane et de Herodias, p. 260, 1009 et suiy. 
Ces femmes sont des Walkyries, vu que Holda est identique avec Freia; voy. Simrock 
Berika, parüculi^rement p. 97 et suiv, 117 et suiv.; comp. D. M. p. 276, 282; Wolf Be9t. 
Sag. No. 12, et ses Beiträge p. 179, unsi que ci-apres. 

63) On eelöbrait sans doute une fdle semblable vers la fdte du solstice d'hiver(jol,jul). 
Larvati imitabantur equoij eervoi, mutieret p, p.f tfiri tunieis miUiebribfU veetiebantur, etc. 
Z«x. Myik. 1050, cf. 1051; comp. Kuhn Mark. Sag. p. 346; Meier Sehto. Sag. No. 142, 145, 
156. Le Voeabulary of East-AngHa^ an attempt to reeord the tmlgar tongue of NorfoUe 
md Sfiffölk etc., by Robert Forby; London 1830, vo. KiUy-wit^ dit ce qui suit: V* A 
tmaU speeiee of emaeer tm cur eoatttf mik flinged etawe, 29 A tpeeiee of eeafowl; pro- 
bahly more tkan one; eertaitUy ineluding tkat whiek i* ealled bp Pennant ike kitty-wake. 
3* A female epeetre arrayed in white. 4" A woman dreeted in a groteegtte and frigktful 
manner, otkenoiee ealled a kitch-witch, probably for tke eake of a Jingle. It loae 
euetomary wumy yean ago, at Yarmoutk, for toomen of the totoeet order, to go in troope 
from honee to heute to levy eontribuHont, at tome teaeon of the year, and on tome pre- 
fence, whieh nobody noto teemt to reeoüeet, having men't thirtt over their oton apparel, 
and their facet tmeared toith blood. Thete hideout beldamet have long diteontinued their 
perambulaHont ; but in memory of therny one of the many rowt in that* toten it ealled 
Kitty-witch row." Dans cette procession annuelle, dont l'epoque n'est malheorensement 
pas precisee, nous retrouvons les walkyriet vdtues de blanc et dont d^outte le sang. 

Chez les Romains de semblables mascarades se faisaient vers cette saison. Attumebant 
format monttruotat alii ex pelÜbut peeudum, aUi ex eapitibut betOarum, atii eetdentet 
tmdea* muliehret, dit saint Angustin en parlant de la celebraüon du Jonr de l'an. Voy. 
Straoss dat Evangel. Kirehenjahr p. 125. Comp. Ducange vo. Cervula. 



190 n. Sagenforsdiiing. 

faride abattue, et qn'on prit plus tard, comme HoUa elle-m^me, ponr 
des sorci^res M) ; Wootan, d<mt le diable ^tait, k une ^poque posterienre» 
le reprdsentant chass^ et pounuivie; son ^pieu transfonnö en bfttoii 
blanc, toos ces d^tails, ainsi que plusietm antres drconstances, penvent 
avoir donn^ naissanoe k Tidöe du sabbat des sorci^res, dans lesquels 
nous retrouTons le diable ainsi que les bfttons blancs ^) et maints an- 
tres restes de la £gte paSenne. H est naturel qvCk une 4poqne poetd- 
rienre on confondit et interpr^t mal les nsages des temps paiens; et, 
selon tonte apparence, c'est k la d^esse de Thiver avec sa mesnie de 
vieilles femmes que les pauvres yieilles des siides cfaretiens durent 
plus tard leur mauvaise renonun^e de sordöres et les traitements, plus 
mauvais encore, qu*on leur £edsait subir. 

Voilk donc ce que j*ai k dire pour le moment de l'origine proba- 
ble des traditions populaires qui se rattachent k la mesnie furieuse; 
il se peut cependant que quelques dötails ne soient pas asses ezacts, 
assez complets ou suffisamment appuy^ de preuves. Mais tout cela 
pourra plus tard Stre complötd; quant k Tessentiel, c'est-2i-dire au car 
ract^re de la fete, objet de ce travail, Je ne crois pas m'§tro tromp^; 
et s'il en est ainsi, je pourrais encore ajouter une question, k saToir, 
si entre Odin et Ädonis, tous les deuz ^tant des divinit^ du prin- 
temps, il y a ^galement une a£finit^ ^tymologique, comme d'aiUeuis il 
en existe une entre eux sous beaucoup d'autres rapports? 

Maintenant je vais montrer, par quelques ezemples, comment on 
pourra uüliser ces recherches pour ezpiiquer un certain nombre d*u- 
sages et de f§tes populaires et trouver leur origine. Je oommencerai 
par un passage qui se trouve dans la Relation des trouhles de Gand^ 
passage qui m*a ^t^ indiquä par mon ami, M. A. Borgnet. II s'agit 
d'une filte ou procession cäl^br^e autrefois k Gand, mais supprimde en 
1540 par Charles-Quint. Le passage ^tant important, je Tai fait im- 
primer dans VÄppendice 2, et j*ajouterai ici les observations qu'il m'a 
sugger^s. 

D'abord il paratt Evident, d'aprös les d^veloppements donn^a plus 
haut que, dans cette procession, se retrouvent des traces assez dis- 
tinctes d'une expuUion de Vhiver ou bien de la mesnie furieuse. Nous 
y Yoyons une muUitude tumuUueuse et armie courant la nuit, ä ira/vers 
champs et Jiaies, fossis et forets, sans s^arriter, et accompagnie de tor- 
ches et de falots; chaeun de ceuz qui composent cette foule a sur la 
t^te un chapeau fait de hranches de ehSne ou d^autre feuiüage; ceux de 
la viUe qui les suivent plus tardj en sont tous omis. 

n est impossible de ne pas y reconnaitre une fite c^ldbrde au 



64) D. M. 246, 247, 1008. Meier Nos. 141, 144, 160, 154, 158. 

65) Voy. D. M. 1025, 1030. L'niage allemand appel^ TkauteUeppen et pratiqu^ le jaar 
de la Pentecftte {D. M, 746), c'est-^-dire Ten le tempe oii ron expalse l'hWer, a tnüt pro- 
1>ablement au Tkmtabitreiffm reproeh^ anx soreiires. D. M. 1026. Comp. Kuhn et Sdiwan 
p. 512 et suiv. 



A. La mesnie forieuse. 191 

retour de T^te (le 29 Juin) ; les brandies de cMm, les hätorm hlancs et 
le cortice gverrier indiquent BoffiBamment Wuotan, dien du printemps 
auBsi biei]^ quß dien de la guerre. Boub rinflnenoe da cfarifitianismey 
cette HHe prit tme fi>niie qne Tancien chroniqueur lai-m6me d^igne 
^icore comme mahommte et ydolätrie. En tont cas, la chdsse de saint 
lievin a oocnp^ la place de quelque autre objet de cdr^monie paienne, 
probablement la d^sse de Thiver; c'est ce qtd rösulte de la compa- 
raison aveo tmeantre r^joaifiBance populaiie qui indubitablement a 
4sb& auBsi ime fdte palenne, et se c^l^bre actaeUement encore en Pro- 
vence. Yoilk oe qu'en dit de Nore {Couhimesy etc. p. 39): „A Mon- 
tevoLj d^partement de Yaacluse, le jonr de la fl^te de saint Gren, la 
gtaiue est portie ä un ermitage distant de deux lieues et demie de la 
▼iUe et sitnd dans la montagne, par des jeunes gens gut s*imposent To- 
hligasbion d'€icoompUr ce trajet ä la course. Hs se rel^vent de distance 
en difftance, mais ne doivent JamaiB s'arröter. Une foule considdrable 
de persormes de tout dge et de tout sexey monUes sur des chevaux, des 
mnlets ou des §Lnes, aecompagnent cette smgulikre procession,*^ Voilä 
donc nne description abr^g^ de la f^te de Gand. EUes se confirment 
et compUtent Tone Tautre. II va sans dixe qu'on rapportait chaque 
fois la Statue du saint de Termitage ä Monteux. Mais quel est ce 
Saint Genf peut-§tre saint Jean? Le paganisme o^l^brait le solstice 
de r^tä par des grandes flßtes dont les traces se retrouvent encore, 
entre autres, dans les feux de la St-Jean^). La mort de saint Lie- 
vin arriva vers Tan 656. (V07. sa vie dans les Acta SS, Ord. Beik., 
sec. n, p. 431 sqq.) On explique par un miracle qui eut Heu k la 
translation, Tusage qui consistait k rapporter chaque ann^e ses os k 
Haultem. (Voyez-en le röcit L c, sec. VI, P. I, p. 58 sqq.) II n*y a 
pas le moindre doute cependant que la füte populaire n*ait' existä au- 
paravant. Quant aux torches dont on se servait k la f§te gantoise, Je 
ferai encore une Observation. A Schlehdorf, dans la Bayi^re supd- 
rieure, il 7 a une äglise k laquelle autrefois „se faisaient in tempore 
pestisy particuli^ement la nuit, des processions avec des flambeaux et 
des torches.** (Voy. Panzer Beitrag zur deutsehen Mythol, No. 29.) 

Voilä encore la mesnie furieuse qui poursuit la femmelette de la 
peste {das Pestweiblein), (Comp. Panzer No. 36.) Cette mesnie se rend 
du SchloBsberg, pres de Peiting, vers TAmperschlucht, aux steinerne 
Stuben, sejour de la Pestweiblein. Or, cette demi^e est identique avec 
Hei, et celle-ci, de son c6t^ avec Berchta, Holla ^7)^ ainsi donc aussi 
avec la ddesse de l'hiver. Par cons^uent, dans la procession de 
St.-Lidvin, aussi bien que dans celle de Schlehdorf, nous devons re- 
connaitre une poursuite de la d^esse de Thiver par le dieu de V6t^^^ 
en m^me temps que la multitnde bruyante, entrain^e par une course rigide 
et portant des torches, rappelle les fStes d'Atys. (Voy. plus haut note 31.) 



6«) Voy. R M. p. 689 et plus haut p. 167. 
67) Voy. plus haut note 41. Panzer l. c. 



192 n. Sagenfonchang. 

Jajouterai eneore k YAppendiee (voy. N<>* 3 et 4) la deseription 
de deux fötes popnlaires tii^es du Mag, PiUor. (voL YIIL Pam 1840, 
pp. 271 et Buiv., 287 et biuy.) H n'y a pas de doute que ces deux 
fdtes n*appartieiment ^galement k Celles da piintemps et de rexpukion 
de rhiver. Le clerge s'en est empar^ plus tard, conune il Ta fait de 
tant d'autres choses semblables. Toute autre ezplication est inadmis- 
sible, et particuliörement celle de la seoonde filte, donnde k la suite 
de la deseription de celle-ci et qui a it& sugg^de par le bas-relief 
dont il y est question^). La premi&re de ces deux fites est peut- 
Stre d'origme francque, la seconde rdvöle assez clairement son origine 
normande; nous y voyons Wuotan avec 9<m chapeau poiniu et vert, 
tandis que la d^nomination lowp-vert se rapporte aux lovpa qui accom- 
pagnent ce dieu, k savoir Geri et Freku Seulementy la d^esse de lld- 
Ter, cliass^e et ensuite brülle, s'est transform^ dans le loup-vert de 
Tannee suivante. De semblables m^prises se produisent facilement au 
bout d*ttne longue suite de siecles. 

Je passe k une r^jouissance populaire anglaise, qui me semble 
^galement appartenir aux fites en question, quoique je n'ose affinner 
rien de positif k cet ^gard. Elle a lieu k Bishopsford en Hertfordshire 
et dans les environs, le jour de Old Micha/dmasa; du moins il en ^tait 
ainsi en 1787. On rapporte: ,,0n the moming of this day, called 
Ganging-Day, a greaJb mmber of young men cuaemble in the fidda, when 
a very custive fdlow ia nominaUd tke Leader» Thia peraon £key are 
baund to foUow, who, for the sake of diversion, gefneraJIly ehooaea the 
raute ihr<mgh ponda, ditehea and placea of difficuU paaaage. Every per- 
son they meet, is bumped, male or female.^ 

Si le beau temps le pennet, on passe la nuit en pleine campagne 
en banquetant et en jetant des cris d*all^gresse. Yoy. Brand Popu- 
lar Antiquüiea I, 208. 

En Westergötland, la jeunesse, rassembläe autour de la source de 
liwert, passe de la m^me mani^re la nuit de St-Jearij en causant, 
chantant et jouant. La tradition rapporte k Tdgard de cettefete qu*un 
Chevalier nommö Liwert, voulant sauver sa bien-aim^e dans un com- 
bat contre les paiens, fut poursuivi dans sa fiiite par ses enuemis et 
tu6 avec eile k coup de flaches. Le sang que r^pandurent ces deux 
amants fidles se changea en source dont Feau limpide traverse eneore 
la bruyfere de Klefwa. (Voy. Afzelius Sago-Häfder 11, 119. 2»ne ^t) 
Je crois reconnaitre dans les d^tails de cette tradition les traces quel- 
que peu d^figur^es d*une expulsion de Thiver. Ainsi, la femme pour- 
suivie par les ennemis, c'est la vieiUe femme, d^esse de Thiver pour- 
suivie par l'arm^e furieuse; le chevalier fuyant sur son coursier, c*est 
Odin sur Sleipnir k la t^te de sa mesnie, lequel ayant atteint son en- 
nemie, la place sur son cheval, ce qui plus tard les fit prendre pour 
deux amants; quant aux flhchea, nous en avons d^jä parl^ et la source 



68) Comp, ponr ce genre d'interpretations ma tradoction de Dunlopi note 475. 



A. La mesnie furieuse. 193 

paraiii itre celle oii Ton noyait quelquefois la d^esse de rmver; enfin, 
le nom de lAvoert rappeile un peu celui de aaint Lidvin, dont la f(§te 
se c^l^brait la noit k l'^gal de la föte su^doise. 

n me parait ^galement vraisemblable que deux fdtes populaires, 
c^Mbr^es rune en Pom^ranie et Tautre en Bavi^re^^), entrent encore 
dans cet ensemble de traditaons dont neos parlons. Soub ce rapport 
je ne ferai que rappeler la course rapide des cavaliers, leurs omementB 
de flenrs en Pom^anie, la dönomination Waaaervogd en Bavi^e et la 
destruction da tonneau, qu'on pourrait Interpreter comme representant 
une de ces morts symboliques quW faisait subir k la d^esse de Thi- 
ver, apr^ Tavoir poursuivie et atteinte. 

Je citerai id, en outre, le sattt des houchera (Metegersprung), c^- 
l^brö encore actaellement k Munich tous les ans, le lundi de car^me- 
prenant. Je ne r^peterai pas ce qui en a ^tä rapport^ par Panzer 
(No. 257, d'apr^ Baumgärtner); je ne signalerai seulement que ce qui 
est important. Le temps oii on c^l^bre cette f<§te populaire s'accorde 
avec celui de plusieurs f^tes qui se rattacbent k Texpulsion de Thiver. 
On y voit une procesaion nombreuse oU chacun porte un bouquet de 
fleurs, et phmeura jeunes gena ä cheval pards de chapeaux verta» Ceux 
qui portent les pots k vin et les banapsi (die Karnien^ und WiUkomma- 
träger), ainsi que le maitre-gar^on (AUgeaelle) sont pourvus d'ipdea^ et 
les apprentis, devenus gar^ons de mdtier (die Freigeaprochenen\ ter- 
minent la f§te en sautant dans un baaain de fontaine. Des d^tails 
identiques se retrouvent en grand nombre dans les fites del'expulsion 
de lliiver, ainsi que la c^rämonie de noyer quelquefois la d^esse de 
rhiver. Qu'on ajoute k cela la circonstance remarquable que, d'apr^s 
la tradition, toute cette f§te populaire (c'est-ä-dire le Metzgeraprung) 
doit son origine k une peate qui ravageait le pays; et nous avons vu 
que la femmeleUe de la peate (daa Peatweiblein), poursuivie par la meanie 
furieuae (e*est-k-dire Wuotan, le dieu de T^t^ avec son cort^ge), n'est 
^galement autre cbose que la ddeaae de Uhiver. 

Enfin, je signalerai quelques d^tails donn^s par Panzer (No. 258), 
dans la description d'une autre föte populaire c^l^bree tous les ans et 
appel^e la danae dea tonndiera (Schäfflerixvnz), Elle se fait le jour du 
mardi graa et suivants; les danseurs portent des ccdottea vertea, et ja- 
dis on y voyait une vieiüe femme empaillee (ein auageachopptea aUea 
W^eiZ»); la fete, comme celle du Metzgeraprung^ doit son origine k un 
tempa de peate, k ce que dit la tradition 6^»). 

Ici je termine la partie principale de mes recbercbes sur la mea- 
nie furieuae. Grimm dans sa D, M, pp. 870 — 902 fait voir combien 



69) Voy. Temme Pomtnersche Sag. p. 351. Panzer No. 262, cf. 259. 

69 a) Ich füge jetzt noch im Appendix 5 die Beschreibung eines andern hierher ge- 
hörigen französischen Volksfestes hinzu, worin gleichfalls ein Reifentanz erscheint. Eis 
hiess la fite de earilacAt (4. h. charite) und wurde bis zum J. 1793 zu Beziers alljährlich 
am Himmclfahrttage gefeiert, 

Geiraifii Tilb. otia imp. 13 



194 II. Sagenforschung. 

sont abondantes les traditions, croyanceB populaires, et usages, qai 8*y 
rapportent ou qui en sont nös; je ne donte cependant pas que des pu- 
blications dont je ne pnis profiter ici, n'aient ajont^ des d^tails ou 
apport^ des modifications k son savant travaiH^). Les traditions les 
plus nombreuses et les plns pr^ieuses sont sans donte Celles que M. 
Grimm lui-m^me a recueiUies, k ce qn*il m'a dit, et dont il aurait en- 
ricbi la nouvelle Edition de son ouvrage pnbli^e Tann^ demito, si 
toutefois ses autres travaux ne le for^aient pas k faire simplement 
r^imprimer ses ouvrages sans le moindre cbangement. Les ressonrces 
littöraires tr^-limit^es dont je dispose, ne me permettent k nioi-m§me 
d'ajouter aux riches d^veloppements de la D. Myth, que qu^ques ob- 
servations d^tach^es que voici: 

A la page 874. Tutosd. Comp. Meier Sditoäb. Sag, t. I, p. XXII. 
Lenglet Dufresnoy (Recueü de diaaertations t. I, p. II, p. 127 et suiv.) 
rapporte ce qui suit: „Le mercredi de nuit 22 de juiUet, s'appardt 
entre le chäteau de Lusignan et le Parc, comme droit sur la riviöre, 
deux hommes de feu extr^mement puissans, arm^s de toutes pi^ces, 
dont le harnois 4toit tout enfl4m^, avec un glaive tout en fen enune 
main, et une lance toute flambante en Tautre, de laquelle d^outtoit 
du sang, et se rencontrant comme cela arm^s tous deux de semblables 
d^fenses, et d'une m^me qualit^, se combattirent long-tems: tellement 
qu'ä la fin il y en eut un des deux qui fat bless^, et tombant fit un 
si borrible cri qu'il r^veilla plusieurs habitants de la baute et basse 
ville, et ^tonna la gamison, qui veilloit pour lors. Sitöt apr^ cette 
batterie finie, s'apparut comme une longue soucbe de feu, qui passa la 
riyi^re et s'en alla dans le Parc, suivie de plusieurs monstres de fcn 
comme de cinges: et quelques pauvres gens qui ^toient all^ lä de- 
,dans la for^t pour apporter quelque peu de bois pour travailler et bru- 
1er, rencontr^rent ce predige dont, bien ^tonn^s, pens^nt mourir, et, 
entre autres, us>pauTre ouvrier de bois de galoche qtd en eut teile 
appr^bension que la peur lui causa une grosse fi^vre qui ne Ta point 
quitt^. Ce ne fut pas tout, car ainsi que les soldats ^toient tous en 
allarmes du cri qui avoit fait cet homme, s*en ätoient all^ sur les 
murailles pour voir: il passa sur eux une grande troupe d'oiseaux, les 
uns noirs, les autres blancs, criant tous d'une voix bideuse et 6pou- 
vantable, et avoient deux fiambeaux qui les pr^c^doient et une figure 
en propre forme d'homme qui les suivoit, faisant le hibou. De teile 
yision furent-ils bien ^pouvant^s." 

Cette expression faisant le hibou se traduirait en sJlemand par 
tidend wie eine Nackteule, et paraft avoir trait k la Tutoael dont parle 
Grimm au passage indiqu^. Mais, ind^pendamment de cette circon- 



70) Ainsi, p. e., il est dit, D. M. p. 902: Orions terhäUnUe zu Artemis gleieki dem du 
Wuotan zu Holda nicht, da beide Wuvtan und Holda, nie zusammen im keer auftreten. 
Nous avons cependant vu qu'il n'en est pas ainsi, et qn'au contraire, 'Waotan et Holda ap- 
paraisent en mime tempi dans la mesnie furieuse; de sorte que le rappört entre Orion et 
Artemis est entierement analog^ue & celui qui existe entre Wuotan et Holda. 



A. La mesnie foriense. 195 

stanoe, tout ce r^cit fait eans doute partie des traauions relatives k 
la mesnie ou armie furieuse (toUthendes Heer)» D^jk Taiitiquitd parle 
d'esprits qui se liyrent des combats. Grimm (D, M. p. 902) a d^jk 
cit^ ä ce Bi^et Tadt Grtrm, c. 43, et PI. H, N. 2, 58, et moi-m^me 
(Dufdopy Anm. 170), Pausan. 1, 32. Maintenant j'ajouterai encore Caes. 
de BdU civ. 3, 105 ?!), et Jos. de BdL Jud. 6, 31 [12] 7^). Un passage 
tr^-curieuz sous le rapport en question est dgalement celui que j'ai 
rencontrö dans la Vita Isidori (Phot Bihliotk. cod. 242, p. 339)> sqq., 
ed. Becker) et que je citerai en note dans tonte son ^tendue, parce 
qu'ü offre des rapprochements intdressants 73). Aussi, dans les temps 



71) ^Eodemäie (sc. quo praelium teeundum feeerat*Caetar) AnHoekiae in Syria bi» tan- 
tu» exemiius eUmor ei iignorum tonm exaudüui est, ui m mteru armata eititat dit- 
eurrerei." 

71) Lliistorien y rapporte qn^avant la destroction de Jerusalem par Titas: i^irpö j\\iw 

StGiTTouoat Tujv ve^cov %a\ xuxXo6(Uvai t^ ic6Xeic.^ 

'*) "Ott pto^"»]« TCpi xoü P<i)fji'»]c Äateoc '^v(tYri\kivri^ irpic 2x6^ac o5c 'At- 

xCkaQ fifvi^ OOciXevTtviovoü xou picTd *Ov((>piov Pu>(ji.t2c ßaaiXe6ovToc, ^6voc 

i^^Ori Ixat^pco^ev toooutoc cuc fA7]5iva tüiv ou(JiirXax£vToiv t^ (^^X'Q l>-ffi^- 

T^pou (jiipouc fcepiocüdTjvat 7cXt]V tuiv ii'^t\L6^iai^ xal rtov nepl a6Tobc öXf^iuv 

Sopu(p6po)V. T^ S^ 7iapaXoY<oxaTOV, oti ^ao(v, ^net^ ireirrcttxaotv ol (jia- 

^6(i.€Vot, Totc o(i)|Aa9iv dicemövTec, Ixi xatc ^'u^atc toravxo itoXefjtouvtec inX 

TpEtc '^pt'^pac oXac xal v6xTac, o6Slv Ttov CtuvTwv tU dytova diroXetii6(jievoi 

OUTE xaxd x^^9^^ ^^"^^ xaxoi 9u(ji6v. Icupato fous xal i/)xo6eTO t^ efSwXa xwv 

^u^cuv dvTicpep6{Jieva xal toi^ onXotc dvTtitaTaYouvTa. xal dp^ala 8^ ofXXa 

TOiauTa cpda(j.aTa iroXlpicuv fi^XP^ ^'^^ ^a(veaOa£ ^ijat, irX9)v oti xaDra td {aJv 

oXXo, oaa Cwvxec av^pwnoi xaxd ir6Xe{A0v Spwaiv, o68fev iaxepelv, ^Ö^yT^" 

o&ac Si oithi iid {Acxpöv. xal Sv piiv £nt9a£vco^ai Iv xtj» ncpl Xö^Sav tcox^ 

XCjjLvr^v ouaov iceMcp, (pafveo^ai S* 6ii^ t9)v So» xö 9da(Aa, (pcuxöc i^St) x^v y'^v 

6irauY*Wvxoc, 8e6xepov 8* Iv Ko6pßotc X***?^*? "^^ Kap(ac* ^v xo6xtp y«? «paC- 

vso&ai o6 xa%* ^xdax7]v f^p-^pav, dXX' Ivfoxc ^taXeCirovxa dXiYac xivd^, o65l 

(i>ptofi.£va; Y^ xauxac, ncpl op&pov Sa>c '^jXCou Xa{Airpdc dvaxoX'^c Iv d^pt $ta- 

9ii»Ttt>vxa (J^u/u^v axxa oxioeiS^ ^avxdofAaxa icoXe(AOUvxa dXXV]Xoic. xal ^v xoT^ 

%a9 "^ptac 8^ XP^^®'^ ir6XXoi StTjY^^aovxo, oö^ oTo( xe ovxbc ^^sO^Ea^ai, xaxd 

ZixeXCav iv x<p XcYOfiÄvq* ireS((p TexpanopY^tp xal ^v dXXotc o6x öX^yoic aöxTJ« 

{xipeaiv 6pao9ai Itcicoxcuv iroXepifuiv lireXauv6vxa)V cpdopiaxa xaxd xou O^pouc 

|j.dXlOXa xatp6y, pieQT^fJißptac OXa^Epdc loxapidvT}«.^ Quant au combat des &raes des 
gaerriers ta^ en bataille dont il est question dans ce passag«, je ferai remarquer qu'une 
croyance semblable existait autrefois parmi les Arabes, celle que les ennemis tues eux- 
mdmes ressuscitaient quelquefois; voy. Rückert Hamasa I, 45; et dans la Saga de llrolf 
Kraki (voy. Müller SagabiblioAek II, 514), il est dit que, dans la derni^re bataille de ce- 
lai-ci contre Hiartvar, les guerriers de ce dernier, som bleve tönderhugne, tynte» igten at 
reise Hg. Cela nous rappelle les guerriers tues dans le Hiadningamg et ressuscites par 
Hilda (Edda de Snorri Gylfag. c. 50), tradition dont nous retrouvons encore quelques 
^ho8 dans l'histoire de Hamleth rapportee par Saxo Gramm. 1. IV, p. 58 et suiv., ^dit. de 
Stephan., ainsi que dans celle de Havelok le Danoia (voir la fin), oü, pour faire Illusion 

13* 



196 n. Sagenforschnng. 

post^rieurs, de semblables apparitions n'ätaient pas rares et elles Tivent 
encore dans les traditions d*aujourdliai. Voy. D, M, 892 et soiv.; 
Delrio Diaqu, Mag, 1. H, qu. 27, sect. 2, p- 338^ ed. Colon. 1657 {tii^ 
du Formicariita de Nider); Wolf Beitr. p. 60; Stöber Oberrhein. Sa- 
genbuch p. 21 (d. Schlacht hei Volkensberg)^ p. 25 (die Greigterheere)*^ 
Wolf Hessische Sagen No. 25 (die Todtenhöhe; comp. No. 265). Walter 
Scott, dans son introduction k la bailade The young Tamlane (dans la 
Minstrdsy), dit entre autres (§. m): „Le Nachüager ou camp noctumt 
semblait chaque ntiit assiöger les murailles de Prague, 

With ghnstly faces ttironged and fiery arms; 

mais il disparaissait au prononc^ de ces mots magiques: VeTnH, Ve- 
zeU, ho\ ho\ Äol" 

Dans Matthaeus Paris ad ann, 1236 (Lond. 1571, p. 574) se trouve 
^galement un passage qui se rapporte k cette tradition et que je don- 
nerai en note''^). Dans Bell Wayside Pictures on trouve la tradition 
fran^aise suivante: 

„There is a desolate piain between Auray and Pluviguer, a rooum- 
ful Stretch of uncultivated ground, formerly the seene of a sanguinary 
conflict between the houses of Blois and Montfort. Many hundred 
soldiers feil in the battle; and remains of armour and mouldering 
bones have frequently been tumed up there. The tradition runs, that 
the souls of these poor fellows, still compelled to haunt the dust they 
once inhabited, rise &om the ground at a certain hour every night, 
and run the whole length of the faneral field. The moaning of the 
winds over this exposed surface is regarded as the expression of the 
anguißh of the unshrived spirits, entreating for masses. The worst of 



aux ennemis, on appuie aux arbres et aux rochers les guerriers tues au combat le joar 
pr^cedent. C'est k cette tradition aussi qu'a trait probablement ce qa'on rapporte k V^^Hrd 
da dac Hans Adolf, qui ^tait reg-arde comme sorcier. „Eins ieiner Hauptiiüeke im Kriege 
foar immer blinde Völker kerziuteUen^ die vor den eigenÜiehen Truppen Aer/fingeHf bis- 
weilen wol niedergeschossen wurden aber immer wieder aufstanden. Hatte der Feind eo 
Pulver und Blei verschossen, so kam Hans Adolf mit seinen Leiden hervor und der Sieg 
war ihm gewiss.'* Voy. Müllenhof No. 523 p. 529 et suiv. Comp, aussi Wolf Deutsehe Sag. 
No. 390. 

74) ^Sttb eisdem temporibus mense mßjo, non proetU ab abbatia, fuae Rttpes dieta eet, 
in partibas sepleiitriünalibus Angliae sita, apparuerunt acies miiitum elegantissime armatth- 
rum, veeti equis pretiosis, veHUis ae clypeis, loricis ac galeis et aiiis munimentis rnttil^' 
ribus adomati. Exierunt autem de terra, ut videbaiur, et iterum in terram absorpti eca- 
nverunt. Et haee visio per dies plurimos ocu{ps intuentium quasi praestigiatos deHmeSat. 
Equitabant autem dispositis aeiebus, et aliquando faeto congressu hostUiter dindearunt^ aU' 
qnando quasi in hastiludio suas in fragmenta minima hastas eum fragere mifuterunt. Fi- 
derunt eos ineolae et potius a longe quam prope, quia nunquam taUa se vidisse memine-- 
runt Midti autem haee praesagio earere negaverunt. Haee mamfestius eontigenuU in 
Hybemia et in eimfinibus, ita quad aliquando quasi vementet de praelio et weli traketant 
equos suos post se vulneratos et cunfructos sine assessore; sed et ipsi gravOer saneie&mm- 
tur cruentati; et quod mirabilius fitit, vesHgia eorum impresso terrae et herba proetraia ei 
eoneuhata manifeste apparuerunt. Et muUi haee videnles prae timore sese in eeelesiae vel 
eastra, ante eos fugientes, cum erederent hve nvn esse fantastieum sed potius verum eerta- 
men, receperunt,** 



A. La mesnie furieiue. 197 

it is, that they are oondemned to undeirgo this hopeless, nightly exer- 
eise until Doomsday, and to gallop on in a straight line, no matter 
wliat obstaeles they may encounter. Wo to the trayeller who falls in 
with one of these unhappy ghosts. The touch is death.^ 

II est aussi souvent qaesüon d'antres arm^s d'esprits dans les 
montagnes et les airs; voy. D, M, 890, ff, 1231; Grimm DetUacJie Sa- 
gen 2, 380; MüUenhoff No. 509; Wolf Niederl. Sagen No. 226; Temme 
Sagen d, AUmark pp. 106, 132; Alber. Tr. Font ad a. 807, 827, 1235, 
(Dunlop p. 546); Pertz Mon, I, 382, 433; U, 226 (deux fois) et sou- 
vent ailleurs. Hurtado de Mendoza {Hiat de la Guerra de -Granada 
p. 35, ^d. Valencia 1776) rapporte qu*ayant la r^volte des Maures, sous 
le r^ne de Philippe IT, un de leurs chefs fit un discours oü il est 
dit: „Representöles prodigios y apariencias extraordinarias de gente 
armada en el aire k las faldas de Sierra Morena.'' Enfin, un passage 
de Gervaise de Tilbury se rattache encore aux traditions en question 75), 

A lapage 885. Le linceid des morts mouUli par les pleura des mr- 
vivanta. Dans la Legende dorie c. 27 {de 8, Joh, Eleemos p. 132, ed. 
Graesse), il est dit: ^Cwmgue amariaaime fleret [sc. mulier] et beatwn 
tToharmem rogaret ut aibi ostenderet^ ubinam scriptum suum dimistsset, 
eece heatua Joha/rmea in habitu pontificali de twrmdo procesait, diLohua 
epiacopia, qui aecum quieacebantf hinc inde vaUaiitaf dixitque mutieri: 
cttr noa tantum infeataa et me et aanctoa illoa, qui mecum aunt, quieacere 
non permittiaf eece atolae noatrae lacrimia tuia omnea madefacta>e aunt, 
Porrexitque aibi acriptum auum etc." Voy. aussi Wolf Beitr. p. 215, 
No. 149; comp. D, M, l^e 4d. Deutacher Äbergl, No. 397. Haupt et 
Hoffmann Altd. Blätter I, 174 et suiv. Une croyance semblable se 
retrouve dans un chant populaire auidoia: Sorgena mögt (Geijer et Af- 
zelius I, 31): 

„För hvar och en tär aom du f aller pa jord 
Min kiata hon blifver aa fvU vJtaf blöd," 

Dans un conte irlandaia (Erin VI, 65), une jeune fille qui avait * 
pleurd son jeune fr^e qu'on croyait mort, dit: „Tagtäglidi hob* ich um 
den Meinen Ding gegreint, bia mir die Mutter geaagt hai, jeder Tropfen, 
den ich vm daa arme Meine Bühel faUen lieaae, gäbe ein Loch in ea: 
da habe ich daa Weinen bleiben laaaeny*^ et Walter Scott (Redgauntlet, 
lettre XI, note2, p. 129, ^d. Baudry) raconte: »The belief was general 



75) III, 58. S. aach noch m, 69. Hierher gehört auch Clem. Alex. Stromat. p. 632 
(op. Paris 1641), wo Folgendes berichtet wird: »ol tA Ilepatxd aüVTaSdfJtevot h Tot« 
'j7k£pxeifj.£votc TÖTTOtc xaTÄ T^v T(5v Md^wv ^(t>pav Tpfa Tceio^ai opt] i^e^TJc 
loTopousiv ^v TCsSfip fjkaxp({>' Touc hii Sto§e6ovTac t6v t67iov, xazä fx^v t& npu»- 
Tov YSvo|A.£voi»c ^poc, cpu>v^C £Saxo6etv ouyxX.63ou, oXa ßocävtcov o6x öXf^cov 
TivÄv (jLuptd^Scov, xaOdicep iv napazd^tV xaxÄ \>.iaoy hk iQXovTac rfit]^ Ttktio- 
vo; 6fJiou xa\ IvapfSOT^pou dvTiXQifj.ßd[vea9at Oop6ßou' inl 'tlXei li natwviC^v- 
T<uv dixo6etv (b; vsvtXT2x6Tfi>v.'^ 



198 n. SagenfbiBcliang. 

tbronghont Scotland, that the excessive lamentation over the loas of 
friendfl disturbed the repose of the dead, and broke even the rest of 
the grave;'' et dans le r^cit suivanty respiit d'une penonne morte ap- 
panut k nne dame et lui dit: „My rest is disturbed hy your unneces- 
sary lamentation — yonr tears scald me in my shrowd.^ 

Dans un chant populaire serbe (Talvj I, 274, 1^ ^dit.) il est dit 
qu*une soeur rdpandait sans cesse des larmes ameres sur le tombeao 
de son fr^re, mais elles devinrent enfin insupportables au d^funt, parce 
qu'il 6tait retenu sur la terre par cette douleur excessive et qu'ilsouf- 
frait de grands tourments. C'est pourquoi il la maudit, et par suite 
de cette mal^diction eile fut chang^e en coucou, pour pouvoir toujoura 
se lamenter. 

La m§me idöe se retrouve dans le Zend-ÄvestcL, ainsi qa*aux 
Indes orientalea; Yoy. Wolf Zeitadir, f, deutsche Mythd. 1853, p. 63. 
Un chant funöbre Indien (voy. Schlosser Üniversalhist. Uebersichi der 
Geach, d, aU, Welt I, 145) s'exprime ainsi: „Les ämes des dee^d^ 
n'aiment pas ä goüter les armes vers^es par les parents; ne pleurez 
donc pas.^ 

Sur les traditions allemandes h ce sujet, Yoyez aussi Hocker 
Deutscher Volksgt. etc. p. 125, Fr<m SUherlind, avec la note. 

A la page 894. HeUequin. Au lieu de Vincent BeUov, 1. 30, lisez 
V, B. Spec. HisL L 29, oii la reponse en question de Natalis et con- 
9ue ainsi: „lUa müitia, quam dicunt HeUeguini . . . jam non vadit, sed 
miper ire desiitj quia poenitentiam suam peregit. Corrupte autem di- 
ctus estavulgo Hellequinus pro Earlequinus [sie] 'Sa j. FuU enim 
Karolus Quinttis, qui peccatomm suomm longam egü poenitentiam et 
nuper tandem per intercessionem Beati Dionysii liberajtus est.'^ On voit 
que le chef de cette mesnie ne porte pas ici le nom äüÄUequintuSf 
forme qui se trouve probablement dans Keisersberg, mais celui de 
HeUequinus. Cr, il est Evident que le Karolus Quintus dont il s*agpit 
dans ce passage, .ne peut pas ^tre le roi de France mort en 1380, parce 
que Helinand, dans la chronique oü Vincent de Beauvais a puis^ son 
röcit, ä ce qu'il dit lui-m§me, est mort, au plus tard, en 1229. Ce 
n'est donc pas une fausse Interpretation (falsche deutung), oomme le 
croit Grimm, et ce Karolus Quintus doit avoir une tout autre signifi- 
cation. Quant k Hellequin lui-m€me, Walter Scott, ä Tendroit indiqu^ 
plus haut (p. 196) k l'occasion du camp noctume de Pro/gue^ donne encore 



75 a) Dieses Karlequinu» ist offenbar ein Druckfehler für Karle^nluif wie aas dem 
Folg^enden erhellt. Auch in der von Francisque Michel herausgegebenen UAronigue des 
Duct de Normandie U, 337 heisst es von dem wuthenden Heer, welches dem Herzog Ri- 
chard Sans Peur bei seinem Schlosse Moulineaux sur Seine im Walde etsdüen: „C'estoit 
ung roi qui avoit avec luy grant compaignie de toutes gens et les apeloit on la metgnie 
Hennequin en commun languaige, mais c'estoit la meeguie Charles Qttißt, qui fut jadiz roy 
de France," 



A. La mesoie furieuse. 199 

BOX lui d'autres ddtails, d'aprös le vieuz romtm fran^s de Eichard 
Sang Peur 76). 

Ce roman est cit^ aussi per Qrimm. (D, M. p. 894.) Wolf {BeUr, 
pp. 7 et Buiv.) ajoute encore quelques d^tails sur Hellequin, d'apr^s 
IVP« Amälie Bosquet {La Normandie romaneeque et merveilleitae pp. 33 
et suiy.), qui les a empmnt^ ^galement aux deux romans fran^ais de 
Richard Sana Peur, dont Tun est nm6 et Tautre en prose. 

Ä la page 895. Le gra/nd veneu/r, Dom Calmet {Traüi 8ur lea 
apparitions etc. I, 358) dit k ce sujet: ,,Je tire des memoires de SuUy 
(I, 562, note 26, ^d. in-4% ou m, 321, note 26, ^d. in-12) un autre 
fait «iBgulier. On cherche encore de quelle nature pouvait Stre ce 
Prestige vu si souvent et par tant d'yeux dans la for^t de Fontaine- 
bleau; c^dtait un fantöme environn^ d'une meute de chiens dont on 
entendait les cris et que Ton voyait de loin, mais qui disparaissait 
lorsqxL'on 8*en approchait*^ Dom Calmet a ajout^ encore quelques da- 
tails qui ne contiennent rien d'important. 

Comme il s'agit ici de la d^nomination de veneur ou diosaeur {der 
wüde Jäger), je citerai ä cette occasion Gervaise de Tilbnry IH, 70. 
Cette tradition appartient sans doute ä la icpaYfjiaTsCa dont nous 
traitons; car nous y avons un orage qui rappeile la chasse tumultueuse 
du cliasseur sauvage; nous avons en outre le son des cora, car c'est ce 
que veut dire le comu venatoriunif et enfin, nous y voyons un chien, 

Ce demier, qui passe par les deuz portes oppos^es d'une maison 77) 
et met le feu k celle-ci, est analogue au chien que dame Gaude jette 
dans les portes ouvertes des maisons et qui cause ensuite des incen- 
dies {D. M. p. 878). H pourrait repr^senter ici le diable qui, d'un 
cot^y se montre souvent sous forme d*un chien, et de Tautre, a des 
rapports trfes-tooits avec l'^lement du feu 78). 

De cette transformation il r^sulte qu*il occupe souvent la place 
de Loki^^)] mais il remplace aussi souvent les g^ants poursuivis et 



?•) Le passag«, dans Petras Blessensis, auqael Walter Scott fait allusion, se trouve, 
epist. 14, oü il est dit: „Sunt (se. eariales nostri) martyret »eeuH^ mundi profeesoru, düei' 
fuli euriae, milites Herlinini. Per mnlta* »iquidem iribulaHone* intrant ju»H in reg' 
nvm eoelorumf hi aulem per muUas triinUaHonet promereniur infernum* Pierre n'en parle 
qae dans ce passage. J'tgouterai encore que le premier comte de Boulogne (sur mer) s'ap- 
pelait ffemequin; je ne cpnnais cependant pas de tradition k son egard. L'abbaye de 
moines benedictins nommee Bec oa ßeceum Herluini, en Normandie, & trois lienes de Ronen 
et fondce en 1034, etait celebre au moyen ige. Voy. aussi un long passage sur la famiUa 
Herlekini dans Ordericus VitaHs 1. VIU. c. 17 ad a. 1091 (vol. III, p. 367 ed. Le Prevost). 
Dans les Vosges on donne k la menie HeUequin le nom de Marie Henneguin, nom patro- 
nymique assez conunun en Lorraine et qui se retrouve aussi ailleurs p. e. k Liege. Comp, 
plus haut p. 198 note 75 a. 

77) Aussi ailleurs la tnesnie furieute passe par des portes opposees; comme par trois 
portes k Neuburg, dans le territoire de Würzburg. Voy. D. M. p. 886. 

78) Voy. Düntzcr dans Scheible Klotter V, 157 et suiv., 126 note 57. Le diable appa- 
rait soavent sous la forme de quelque bdto; voy. Düntzer /. c. p. 133 note 74; et comp, 
plus haut p. 154 Anmerk. 65. 

79) Voy. D. M. p. 222 et suiv. Comp, aussi la legende dejä citoe plus haut (p. 74) 



200 n. Sagenforschang. 

foudroy^s par Donar, et c'est ce que veut dire one saperstition estli- 
nienne, d'apr^s laquelle „le tonnerre se forme quand Dieu poursuit le 
diable, Tatteint et le terrasse. Pendant Torage, on tient ferm^es portes 
et fen^tres, afin que le diable poursuivi ne se r^fugie pas dans les 
maisons, qui eeraient frapp^es par le tonnerre, Dieu finiesant toujotirs 
par atteindre le diable 80).« 

G^ant, diable, dieu du feu, tous se sont amalgam^s dans ce chien 
sumaturel, et le saint lui-m^me semble repr^senter Wuotan anssi bien 
que Donar. Comparez encore Kuhn et Schwarz Nordd. Sag. p. XXVI 
et suiv. 

Quant k saint Simon, je ne saurais dire duquel des diffi^rents saints 
de ce nom il est question dans la legende dont nousparlons; je tronve 
cependant qu'on a attribu^ aussi un cor merveillenx k saint Patriee ^i). 

Du reste, il va sans dire que le chasseur stmvage a aussi an cor; 
il en est fait mention parfois. Comparez Wolf Beitr. p. 15. 

Je poserai, enfin, cette question: y a-t-il un rapport entre cette 
circonstance de la legende de Gervaise, de sonner du cor pendant un 
orage, et Tusage de sonner les cloches k la m§me occasion, et ce der- 
nier a-t-il occup^ la place de Tautre, qui aurait M alors un usage 
paien? 

Mime page. K'önig Artus, Grimm a cit^ un passage de Gervaise 
de Tilbury, oü il est dit que la chasse d* Artus se faisait souvent voir 
circa horam meridianam et in primo noctium conticinio mb plenüunio, 
luna lucente. 

J'emprunterai & un poeme anglais moderne 82) le morceau suivant, 
qui confirme cette croyance populaire et qui prouve en m^me temps 
qu'elle existe encore en Ecosse, ou n'a cessö d'esister que depuis le 
milieu du si^cle pass^: 



d'apres Sigebert de Gembloux ad a. 8&8, oü noas voyons an esprit malin qui aussi 
incendie les maisons. D'on diable exorcise 2i liege en 1574, il est dit: ^Priut ßjeeio per o» 
fueUae nigro earbone, magMk cum fremitu et Stridore abaeesnt.'^ Chapeav. vol. III, 
p. 21 et suiv. Ici le eharbon noir a ägalement trait k l'esprit de feu. 

80) No. 61 D. M., Ire id. 

Si) „Vidimu* guoque in Gwaüia (unde et vehemenUui admiramur) Hibemen»em boju- 
lum 0iendam, comu quoddam aeneimt guod S. PatriHi fuiaae dicebatf pro reUquiis in coUo 
gettantem. Dieebat autem ob reverenüam sancti illius neminem auswn hoc sonore. Quum 
igitur (Hibemico more) dreumstanti populo comu porrigeret oseulandum: saeerdos quidamt 
Bemardus nomine, de mambus ^us iUud arripuii, et oris apponens angulOj aSremqve im- 
peUens sonore coepit: gm et eadem kora, multis astantibus, ore quidem auretentts paralytice 
retorto, dupliei passione percussus est. Quum emm torrenüs eloquii prius extitisset et de- 
latoris linguam detractor habuisset, sermonis et^juslibet statim amisit usumf unde et in hat 
parte sie laesus est, ui semper haeienus Unguae fuerit impeditae. Praeterea letkargum pa- 
tiens, sie statim obUvioni cuncta tradiderat, ut vix etiam se nomen habuisse memimsset.* 
Girald. Cambr. Topogr. Hib. 8, 34. 

83) Albania, poSnic dont Tauteur est reste inconnu et qui a paru en 1742, formant uo 
mince in-folio, maintenant devenu tres-rare. II a ete reiniprimi cependant par Leyden, dans 
ses Scottish Deseriptive Poems, 1803, oü le passage en question se trouve, p. 167 et suiv. 



A. La mesnie forieuse. 201 

y,There, sinee of M ike haughty ihanes af Boaa, — 
So to (he simple ewain tradition teUa, — 
Were wont with danSf and ready vaeaals throng'd 
To icake the bounding ^ag or guiUy vfolf, 
There oft ia heard, at midnight or at noon, 
Begiwning faint, InU rieing atiü more loud 
And nearer, voice of huntere and of hounds, 
And homa hoarae-toinded, blowing far and keen. 
Forihtoith the hvbbub muUipUee; the gale 
Laibours with wüder thrieks and rifer din 
Of hot purauü, the broken cry of deer 
Mangled by throttling doga, the turnte of men, 
And hoofa, ihick beating on the hoUow hüL 
Sudden the grazing heifer in the vale 
Starte ai the noiae, and both the herd&maria eara 
Tingle with inward dread. Aghaat he eyea 
The mountain*a heighl, and all the ridgea round, 
Yet not one trace of living wight diacema, 
Nor knowa o^erawed, and trembling aa he stände, 
To what or whom he owea hia idU fear, 
To ghoat, to witch, to fairy, or to fiend,' 
But wondera and no end of wondering finda,*^ 
A lapage 901, note ***. OUg. Dans VOrvar Odda Saga il se trouve nn 
^venement semblable. II 7 est rapport^ qu'une vlSla pr^dit & ce h^ros 
norv^gien que le cheval de'son pere, nomm^ Faxi, canserait sa mort apr^ 
trois Cents ans ; k canse de cela, Orvar tua la devineresse ainsi qne le 
clieval. Tontefbis, revenant nn jonr de ses exp^ditions belliquenses et 
86 dirigeant vers sa maison, il trouva en rase campagne le eräne de Faxi ; 
il le frappa dn bont de sa lance, et un serpent en ^tant sorti, le mordit si fix- 
riensement qu'il en mourut (Voy. Müller SagabiU, IL, 531 et suiv.) 



APPENDICES. 



Appendice 1. (Voy. p, 174.) 

Procession de Russon. 

„In den Promenades historiques dans le pays de Liege, 
par le Dr. B . . . y [Bovy]. Li^ge 1838. H. 8. wird (2, 187 flF.) er- 
tähU, daaa aich zwischen den Dörfern Ruaaon und Heratappe in Hea- 
^ye, aUdlich von Tongern und nicht weit davon, eine heüige KapeUe 
^finde, wohin alljährlich am Frohvdeichnaimsfeste die Einwohner von 
Ruaaon eine Prozession halten, zur Erinnerung an den Mord des heÜi- 



202 n. Sagenfbnchung. 

gen Everma/ruB^ der gegen Ende des Mbenten Jahrhunderta sur ^eit 
Pipine von Herstcd von einem berüehiigten RcBubrüter^ Nanune Hcteco^ 
der in Herstappe hauete, ermordet wurde. Evermarue nämlidi, ein 
Friese von Geburt, haue eine WallfdhH cu den Gräbern der in jener 
Gegend verstorbenen heiligen Männer, und unter andern de» heiligen 
Servatiue (Servals), in MadridU unternommen, und von der NoiCht über- 
rascht, kehrte er in Herstappe ein, wo ihn und seine Be^ßeiter in Haeco*a 
Abwesenheit dessen Gemahlin die Nctcht über beherbergte, dann aber am 
frühen Morgen vor Mückkehr ihres Mannes enUiess, Dieser jedoch, 
nach Hause gekommen, erfährt das stattgehabte, setzt den Fremden nadi 
und ermordet sie sämmüich im Walde. Leute vom Hofsta/xte Pipins 
entdeckten später auf der Jagd die Körper und beerdigen dieselben, 
wobei der "des^heÜigen Evermarus, welcher sich durch einen besondem 
Glanz auszeichnete, eine eigene Grabstätte erhielt. Im Jahre 969 wurde 
sein Klhrper nach der Kirebe von Russon gebracht und im Jahre 1073 
bei diesem Dorfe eine Kapelle zu Ehren der heiligen Jungfrau und zur 
Aufnahme der irdischen Ueberreste des Heiligen gegründet. In dieser 
befindet sich unter anderm eine Bildsäule desselben, die wie sein Reprä- 
sentant in der bald zu enoähnenden Prozession ausgeschmückt ist, Idi 
lasse hier die Beschreibung der letztem mit Bowfs Worten folgen, wel- 
che^ a, o. 0. p, 189 ff. also berichtet: ^^Cette procession se difitiDgue de 
tontes les antres en quelques points assez dignes de remaanque. Les 
deuz bedeaoz de la paroisse, dans le plan bizarre accoutrement, oourent 
en avant et sur les deuz cot^ faisant ranger la foule avec ddnormes 
massues qu^Hs tiennent ä la main. Ils sont censis repr^senter deux sau- 
vages. Leur vitement, coüant au corps, est recouvert, depuis les pieds 
jusqu'au cou, de feuiUes de lierre fixies sur V4toffe, comme les ardoises 
le sont sur le toit. II en est de mime de leur bormet termin^ en pointe 
comme ceUti des sorciers, Leur allure et leurs gestes provoquent le 
gros rire des paysans. C*est dans ce bei ^uipage qu*il0 rempHssent 
leurs fonctions mSme k Tautel.** 

„lue dais est suivi par sept hommes poi'tant aussi le costume le 
plus Strange. Ils repr^sentent saint Evermaire et sa suite. Celui qui 
fait le personnage du saint est v^tu d'une tiinique de bure de couleur 
brune, serr^e k la taille par une ceinture de cuir d'oü pendent un 
long chapelet et une gourde. Le haut du corps est couTert d'un ea- 
mail en peau sur lequel sont attach^s des coquillages. Sur sa t^te 
est un cbapeau rond; 11 tient k la main un bourdon blanc. \fjes au- 
tres n'ont de ce costume que le camail et le bourdon; ils portent ha- 
bits et culottes noirs, gilets et bas blancs. Ils sont escortds par ein- 
quantC'deux jeimes gens ä cheval, ayant ä leur tite un homme ä figure 
patibtdaire ... La procession a termin^ la moitid de sa toumde, eile 
arrive k la chapelle, on y chante la grand'messe, apr^ laquelle le 
pieuz cort^ge parcourt l'autre moiti4 de la commune, puis rentre dans 
r^glise paroiseiale. La demi^e bdnädiction 4tant donnäe, hommes et 
femmes, vieuz et jeunes, se portent en foule dans la piairie. Les pi- 



A. La meBnie iiirieiiBe. 209 

lerins les pr^cMent et vont se placer en cerde prk de la fontaine [die 
sich doBdM b€findd[. Ha entonnent un caatique dont le chant, bien 
qu'mi pen agreste, n*e8t pas d^pourvu de mdlodie. Pendant ce tempe, 
les cavalien figorant Hacco et ea bände galopent jiuqu'ii trois foU en 
defaors de la prairie, puiB franchiBsant la barri^re, en fbnt auscd trois 
fob le tour ä rintMeur. Alon les pilerins se rapprochent de la cha- 
pelle et chantent nne legende eommen^nt par: Je auis un pauvre pi» 
lerin gui voUmUen faü un p^erinage.'* 

„Ce demier chant tennind, Hacco arrive, ü brandü san ip4e; 8on 
€upect est terrible! sa voix ftnidroycmte cmnonce aux 4trangera qu'ils 
doi^oent mourir. H s'^blit nn dialog^e entre lui et Evermaire. Ce- 
Ini-ci le snpplie de le laieser yivre. U n'a pas encore accompli, Ini 
dit-il, Toeuvre qne lui a sugger^e le ciel. C'est le moment path^tique 
de la cdr^monie; le langage du saint homme devient si touchant qne 
lee assistants se mettent k pleurer on en fbnt le semblant. Le plus 
jeune dee pHerine, gui probcädement fCambitiomne pas la couronne du 
martyre, saint eet instant paur se sauoer ä tautes jambes, Hacco et ea 
troupe se mettent ä ses trousses ä traoers les ronces et les buissons, mais 
le jeune gars rCest point facHe ä atteindre; ü saute les foss4s eomme un 
cabri. Le Hacco moderne, qui rien eet pas ä un anachronisme pris^ 
lui tire un coup de pistdet, il enMre deux: il manque le fiigitif. Au 
troisihne coup pottrtant, celui-ci est renversi. Un des bandüs arrive; 
plus fidkle aux usages du temps que son maUre, il bände son are, et en 
dieoche une flecke qui achhve U pUerin, dont le corps est reievi de terre 
pour itre plac6 comme tm sac de bled sur le devant de la seUe de Vun 
des eavaliers, . Pendant Taction du jeu, Evermaire et ses compagnons 
se sont laiss^s choir sur le gazon; on £ut mine de les tuer ä coups 
de dagues; mais bientdt ils ressuscitent et suivent Hacco au cabaret. 
JJi p^lerins et brigands se gorgent de bi^re grasse et de geniövre, etc.^ 

Zuvörderst wiU ick kierzu bemerken, und man wird gewiss leicht 
kierin bei^immen, dass die ekrisUicken Elemente in diesem Umsmge, so- 
bald erst die keidnisdien Bestandtkeüe desselben nachgewiesen sivid, sich 
von selbst ablösen, und als spätere, sei es nun auf tkaJtsäMicker oder 
legendartiger Grundlage beruhende Zuthat der Heidnisches in CkrisUi' 
dies verwandeln wollenden GeisUuhkeit betrachtet werden müssen. Nun 
aber scheint mir die eigentliche Hauptkandlung zu bestehen in dem 
Verfolgen des Jüngsten der Gesellschaft {stdUe wahrschein- 
lich ursprunglich ein weibliches Wesen vor), durch einen Hau- 
fen Ritter, an deren Spitze sich ein Anführer von furcht- 
barem Aussehen befindet, welcher ein Schwert schwingt; 
diese alle jagen jenem querfeldein über Feld und Graben, 
durch Strauch* und Busch {in jener Gegend war aber in alten 
Zeiten der bereits erwähnte weit ausgedeknte Wald von Hutk, später 
Russon genannt), so lange nach, bis er erreicht, getödtet und 
endlich von einem der Reiter (ursprUnglick gewiss von dem 
Anführer) vor sich quer über das Pferd geworfen, und so 



204 n. Sogeofonchang. 

mit ihm davongerüUn wird, — Nun aber toird von Hdinand hei Vin- 
centitts BeUovacenaia, Spec, hist, l. 29 e. 120*), gerade fast dasselbe 
erzählt: dcuß nämlich ein Köhler mekremal des NaeJUa einen gespen^i^ 
Bchen Ritter sieht, der mit gezogenem Schwerte einem vor 
ihm herfliehenden nackten Weibe nachjagt, es erreicht 
und durchbohrt, es darauf vor sich auFs Pferd setzt und 
davonreitet — Bei Cäsar von Heisterbaeh, 12, 10, wird ^eichfaüs 
ganz dasselbe erzählt; der infernalis venator hält auch ein gezoge- 
nes Schwert in den Händen und wirft die getö.dtete Frau quer 
vor sich üb er 's Pferd. In der dänischen Sage vom Gr^njette 
(Grimm i>. Jlf. 8%) jagt dieser im Grünewald mit einem Spiesse 
in den Händen (und dieser ist vielleicht älter als das Schwert) zu 
Pferde der Meerfrau nach, und bringt sie todt quer vor sich 
liegend zurück. — In den Norddeutschen Sagen von Kuhn tmd 
Schwarz, Xo. 115, hat der wilde Jäger gleichfalls die getödtete 
nackte Frau quer vor sich auf dem Pferde liegen; hier jedoch 
wird die Waffe nickt näher bezeichnet **), so wie wiederum hei Boccaccio 
V, 8, der gespenstische Reiter mit gezogenem Schwerte dem 
nackten Weibe im Walde nachjagt, der Zug mit dem Oberes 
Pferd werfen jedoch, wahrscheinlich als nicht recht in die JErzählung 
passend oder sonst verloren gegangen, ausgelassen ist, (Vgl. auch die 
Sage No. 107 in Panzers Beitr. zur Z>. M.) ***). 



*) Dans mon Ihtnlop, par une faute d'impression, se trouve c. 30 au Heu de 120. 

**) A ees citations j'egouterai encore Mällenhoff No. 5, oü le chasseur sauvage (Wode) 
revenant de la poursatte des Vnterirduchent les a 9U*pfndu9 de son c\eüal, plusieors de 
chaque eöte, et lies ensemble par leurs long's cheveux blonds (ce sont dooc des femme»). 
£videiniuent la traditio!! primitive ne parlait ici que d'une seule femme que le chasseor 
sauvage avait jetde devant lui k travers son cheval. 

**♦) Le lüilde Wunderer, dans le Heldenbuch de Kaspar von der Ron {ElzeU Hofhaltung), 
qui poursuit avec ses chiens la Jungfrau Seid (i. e. Saide) pendant trois ans, pourrait aussi 
appartenir k ce eerde de traditions. Ce qui eependant m'empSche de le croire, c'est que, 
d'aprös mon opinion, tout cet episode du Wunderer n'est qu'ane reproduction allegoriqae 
d'un passage d'Ecken Ausfahrt, due probablement, comme le resie d'Etzels Hof%aUung, a 
la plume de Kaspar. Car la Jungfrau Seid poursuivi% par le giganlesque zinlde Wunderer 
(der ungefüge man) avec ses chiens, et protegee par Dietrich de Bern, est dvidemment 
identique avec la Jungfrau poursuivie par le g^ant Vasolt et ses chiens, et protegee par 
le mdme Dietrich. II parait, en outre, que Kaspar n'a donnö ä la jeune femme le nom alle- 
gorique de Seid que parce que, dans Ecken Autfakrl, dame Babelind predit k Dietrich que 
frau Saide aurait soin de lui dans les combats; ce que Kaspar semble avoir rapporte prin- 
cipalement k la guerison merveilleuse de Dietrich, dont la jeune femme guerit instantane- 
ment les blessnres par Vapplication d'une racine qu'elle arrache, blessures qu'il avait re^es 
dans un combat avec Vasolt II faut convenir eependant que ce geant avec ses chieas et 
son cor et poursuivant une femme k travers la foret, ressemble k Wuolau, tel que noas le 
voyons souvent parallre dans les traditions qui fomient le sujct de cette dissertation } eton 
sait que toute la Heldensage alleniande repose sur une baae mythologique. 



A. La meanie forieoBe. 205 

Appendice 2. (Voy. p, 177,) 

Procession de Saint -Liimn ä Ocmd* 

Dans la BdeUum des troiMes de Gandy etc^ Bmxelles 1816 (Col' 
leeUon de Chroniques belgea inSditea), p. 102 et sniv., le chroniquenr 
doniie la description de cette proceBBion, supprim^ par Charles V en 
1540. £n parlant da couTent de St.-Bavon, il continae: 

„£t aus&i, entre autres cors saintB, y reposoient les ossements de 
Saint Li^vin, qni en son vivant avait estd ävesque ou royaulme d'Es- 
coche et homme pradent et de fort bonne et aiutöre vye, lequel vient 
dudit Escoche ou pays de Flandre ponr j v^ir et visiter ledit saint 
Amand, snr la bonne vye et grand renomm^ de saintet^ qni oonrroit 
de Iny partout et meismement entre les bons, car chescun quiert et 
demande voullentiers de son semblable; et^ pendant le temps que ledit 
saint Li^vin fiit aupr&s dudit saint Auiand, il oonvertist par son pres- 
chement k la vraye foye ^yang^licque plusieurs habitans, k l'entour du 
quartier o^ de pr^ent est la ville de Gand, qui estoit bien petita 
chose lorsy et comme pays d^sert et peu habit^; et, pour ce que ledit 
saint Li^vin reprendoit les mouvais de leurs meschantes et mouvaises 
vyes et ydolfttries, fut par eulz martirisi^ de divers tourmens, et en 
la fin d^capit^ au Heu qui k pr&ent est un villaige qui se nomme 
Esque [k präsent Stnte-Lievena-Essche, k 6V2 lieues de Gand], et fut 
Bon cors enternd ou Heu qui aussi ä present est un villaige qui se 
nomme Haultem [aujourd'hui Houtem]y environ une Heue dudit Esque, 
et ledit Haultem d'environ trois Heuwes de ladicte ville de Gand, qui 
lors estoient comme Heux dösertz et pays peu babitez, et les gens la 
plospart pa'iens, ydol&tres et infidMes, et fut ledit saint Li^vin depuis 
cbanonis^ par le pappe, et ses ossemens eslevez et mis en fiertre [i. e. 
fiertef ehässe] pal* les religieulz dudit cloistre de Saint-Bavon, oü il a 
longtemps estö honour^ et servy, et y estoit encoires en icelluy mona> 
stere, quant il a este aboly et ddmoly que pour y fedre ^diffier ledit 
chasteau, qui a estö fait et commenchi^ en Tan mil chincq cens et 
qaarante, par ordonnance de TEmpereur . . . 

,,IceUuy sainct Li^vin estoit port^ chascun an, en la mani^re an* 
chienne et de fort longtemps accoustumee, bors dudit monnastire, et 
de la ville de Gand oudit villaige de HaiQtem, oü il avait ^t^ enterr^, 
comme dit est, et auquel Heu de sa 8<^pulture y avoit une beUe ^glise 
y faicte et fond^e k Thonneur de Dien premi^rement et dudit saint, 
et se partoient dudit cloistere et de ladicte viHe de Gand, avec ledit 
saint Lievin, k miennuyt de la pr^veiUe [i, e. VavarU'VeiUe] du jour 
de Saint-Pierre et Saint-Pol, environ la fin du mois de juing, et estoit 
ondit villaige ung jour et une nuyt entiers. 

„Le fachen et mani^re de le ainsy porter estoit fort estrange et 
quasi comme une mahommerie et ydolätriC) ainsy que vous orez en 



206 n. Sagenfondnmg. 

brief cy-apr^, assavoir: Entre anze et dooze heures k mynnyt du jonr 
de ladite pr^yeille desdis Saint-Pierre et Saint-Polf grant nombre de 
commun peaple et antres de la viUe de Gand se rassembloient on- 
devant de T^glise dudit doistre et monast^ dudit Saint-Bayon, et, 
incontinent que les douze beures commenchoient k tapper, on oavroit 
rhuys de ladite ^glise, et lors, icelle ainsi oaverte, et tout d'mi cop 
et en ung instant, tout ledit peaple y ainsy assamblez entroient tout 
ä une fois, comme gens dervez, et criant et menant un tel bruyt de 
teile Borte, qull sambloit que T^glise devoit tomber et fondere en 
abiesme: c'estoit une chose efir^ble k Tcayr; et, du m^me cop que 
les douze beures frappoient, ung prestre alloit cdlebrer et dire une 
basse messe, qui estoit tost dicte et oye des assistans k bien petite d^ 
votion: ear, au lieu de d^votion, y avoit toute desrision et confusion. 
Et incontinent icelle messe acbeväe, la fiertre oü estoient reposans 
les ossemens dudit saint li^vin, laquelle estoit d*argent et dor^ en 
aucuns lieux, fort grande et pesante, en tant qu^elle estoit enclose et 
avironn^e d'une traille de fer, et iceUe ainsy mise et assize sur deux 
longues et grosses piecbes de bois qui estoient bien mat^eUes, et sur 
quoy ladicte fiertre estoit port^e, laquelle estoit n^antmoings sy soul- 
daiennement prinse et eslev^e par ledit peuple, ladicte messe cä^br^e, 
comme si eile n'eust riens pes^e, combien que douze hommes ayoient 
assez k faire k reslever^ tant estoit grande et pesante, toutesvoyes ils 
Femportoient du cop, comme se eile n*eust riens peset, hors de ladicte 
^glise, et ainsi de la viUe, en courant, criant et huant jusques audit 
villaige de Haultem, en traversant les cbamps, bayes, bois et fossds, 
bons et mauvais chemins, feussent remplis d'eauwe ou non, comme 
gens sans entendement et hors de leurs memoires, en menant ung td 
bruit, comme se tous les diables y eussent est^* Et s'y estoient ba- 
billiez k Tadvenant, tous descbier^ et deslocquetez, ayans chapeatdx 
faits de branchea de viegnes [i. e. vignes] et autres verdurea sur leura 
iestesy et s^y portoient la phispart torsea ou faUotz en leurs mains ^), et 
ainsy courroient tousjours, criant de teile sorte qu*il n'y avoit sy bardy 
que, quand on les oyoyt ainsy venir, et que on les vdoyt passer,. qu*il 
n*eust quelque peur et firayeur en soy-meismes de oyr et vdoir une 
teile mani^re de faire, et sy grant nombre de peuple menant ung tel 
bruyt, en courant ainsy de nuyt 

„Uz estoient le matin bien tempre audit Haultem, la veille du 
jour desdis Saint-Pierre et Saint-Pol, oü tout ledit jour et aussy la 



*) Dans ane autre description de cette procession, se trouvent encore las detaUs sai- 
vants: y,De meette droegen en »oortvantluUenden lyfrock gatuek benaeidmed yseren tehyf- 
ketu, welke kern niet weinig het vorkamen gaf van het stalen maliekleid eens rid- 
ders. leU dat naer eenenmekilen heim zweemde, dekte htm het koofd^ en aen Atmne 
zyde rammelde er een duchtig zwaerd ofieti »oarielyki.'^ Voy. Saint-Genois J/itf^meA« 
Yerhaelen, Gent 1854, p. 34 et suiv. Plus loiu, il est dit que d'aatres personnages de cette 
procession avaient »witte wissen indehand en dekaproenen opgeMuvkt met eenen elken 
loovertak.* 1. c. p. 36. 



A. La mesnie furieuse. 207 

nnyt ensi^ant, ibs s^Joiunioient C'estoit une grosse procession, depuis 
la Tille de Gand jusqnes andit Hanltem, de gens qai y alloient, tant 
de piet comme de cheval et auBsi de chaxiot. On estimoit y aller 
ehascim an plus de douze cenB chariotz; le tiers dn peuple de Gand 
s*y tronvoit cedit jour, et aussi du qnartier k Tenviron. II j avoit nne 
finanche feste andit yillage de Haidtem, et y trouvoit-on tonte mani^re 
de marcbandises ä vendere cedit jonr, que on y menoit de la ville de 
Gand et anssi da divers quartiers k Tentonr; on y vendoit aussi k boire 
et k mengier k tous costez dudit villaige, et principalement en la plache 
d'ioellny qui estoit fort grande et ample, oÄ ladicte marchandise et 
tonte mercherie estoit mise avant, de sorte que ce sambloit' nne bonne 
grosse pnissante arm^e et camp de bataille, tant y avoit gens de tou- 
tes conditions par bendes, escbades et confraries, les nngs ayans avec 
eulz tambours et flnttes d'Allemans, les antres de trompettes, et aussi 
forcbe muses [i. e, camemuses] et antres divers instruments, jouans k 
tons lez et costez andit villaige, qui estoit chose fort admirable k To^r, 
tant estoit le bruyt grant k tous lez, les nngs dansans, les antres fai- 
Sans antres esbas et passe-temps, car la plnspart de ceuz qui y alloient, 
n'estoit point par dövotion, mais ponr lenrs plaisirs. 

„Et, le jonr desdis Saint-Pierre et Saint-Pol, k donze beures au 
disner, eslevoient ladicte fiertre et se partoient dudit Haultem avec 
ioelle, que ponr retonmer en la ville de Gand et raporter ladicte fier- 
tre ondit cloistre de Saint-Bavon, au meisme estat et comme ilz en 
estoient partiz, menant tel bruyt avec menses et tambours. Mais ilz 
retonmoient toujours par ung autre chemin qn'ilz n'estoient allez. Ilz 
faisoient cincq lieuwes k Taler, et au retour que trois, et, tant en y 
allant que en retoumant, se faisoient aucnnes stations et prescbements 
en divers lieux, oÄ la fiertre se y arestoit et tonte la compaignie; mais 
ilz se faisoient bien Mgi^rement et oyz de teile d^votion. IIb ren- 
troient en la ville de Gand entre trois on quatre beures de l'apres-dis- 
ner, on meisme estat, qu'ilz en estoient partis, chascnn en rapportant 
plusienrs mani^res de mercheries et petis bibelotz [i, e. ouvrages de 
himhdoterie] et jollitez qu*ilz donnoient et moient aux femmes et filles 
et antres gens qui estoient tant hs fenestres que devant les huys des 
maisons et par les mes, regardans ainsy rapporter ledit saint li^vin, 
et, entre autres cboses, donnoient grand nombre de loucbes.[t. e. cuü- 
lier» ä potage] de bois et d'estain, mais la plnspart de bois, les aucnnes 
bien gentement et jolyment onvr^es et taiUi^es k la manche. ** 

Ensuite le cbroniqueur parle des abus k qui donnait lieu cette fite 
et il continne comme suit: 

„Hz faisoient aussy ung fort grant dommaige aux censiers et la- 
bonreurs en lenrs biens de terre, et aussi ^s arbres portant fruyt et 
autres, car, Ik oü ilz passoient, le tont estoit gast^, copp^ et empört^, 
tant lesdiz frnits que les brancbes des arbres pour eulz ajollyer [i. e. 
a^enjoUver, se dicorer] de feulles et verdures, et ainsy feusoient ceulx 
qui estoient k chariots, qui estoient en fort grant nombre, que pour 



208 IL SagenfoxBchung. 

aussi eulz ajoljer des branches de verdnres, et pour estre mieulx ra- 
freBchys, en tant que ledit voiage se faisoit en la plaine challeur 
de Festö.'' 



Äppendice 3. (Voy. p, 192.) 

La fete du Lendü, 

^La f§te du Lendü ou Landi s'est conserv^e dans Tuniversite jus- 
qu'ä la rdvolution. Les ^coliers, le recteur et le r^gent allaient la 
cdldbrer tous les ans dans la plaine entre Saint-Denis et La Cbapelle. 

„Originairement cette füte avait et^ Institute dans iin bat reli- 
gieux. On indiquait chaque annee im certain jour oü Ton exposait^ 
ä la y^n^ration publique, de saintes reliques et un morceau de la vraie 
croix, et oü la population sortait de Paris et se rendait dans la plaine 
de Saint-Denis comme en pMerinage. Du mot indict {indidum) parait 
s'6tre formö par corruption lendü. 

,,Dans la suite, le commerce et Tindustrie exploit^rent ä leur 
profit ce concours annuel. Des boutiques s'^lev^ent sur les lieuz dd- 
signös pour le rendez-yous du peuple, et le saint pMerinage se changea 
en une foire, oiü les marcbands de Paris et de France yenaient expo- 
ser le tribut de leur Industrie et de leurs trayaux: sa dur^e ^tait de 
trois jours, qui compaen^aient apr^ la Saint-Bamab^ (11 juin); eile 
fut plus tard prolong^e de buit jours, puis pendant quinze. L'^v^ue 
de Saint-Denis ouyrait la foire par une b^nediction solennelle, et le 
pape accordait des indulgences ä ceux qui faisaient ce p^lerinage ayec 
un coeur yraiment d^yot. Le clerge de Paris et le parlement s'y ren- 
daient en c^r^monie. 

„Toutes cboses d^g^n^rent ou se transforment peu k peu. Le p£- 
lerinage deyint une partie de plaisir, oiJi le peuple se laissait aller ä 
une joie bruyante. L'uniyersit^ k son tour se rendit processionelle- 
ment ä cette foire, dont eile augmenta le tumulte et les exc^s ayec 
son cortege indiseiplin^ d'^coliers et de professeurs . . . Le matin du 
Premier jour de cette solennite, les dcoUers se rassemblaient sur la 
place de Sainte-Geneyi^ye, au plus baut de la montagne, la plupart 
montds sur des chevcmx, et armis de bdtons et d^^ies, plus ou nooins 
ricbement suiyant les moyens de cbacun. De lä, rang^ en bon ordre 
sous la conduite de leurs r^gents et de leurs professeurs, diyisäs en 
nations, ayec tambours et banni^res, ils trayersaient fi^rement tout 
Paris au milieu de grandes acclamations, et se rendaient au lendü, oA 
des Corps nombreux d'archers ^taient impuissants k r^primer tous les 
exc^s qu'ils conunettaient ... On yendait k cette foire toutes sortes 



A. La mesnie fdrieude. 209 

de choses. Les marcbands aUaient, le 1^^ mai, dans la plaine, choisir 
remplacement oÄ ik comptaient ätablir leurs boutiques.'' 



Appendice 4. (Voy. p. 192.) 

La fite du Loup - Vert. * 

„Tous les ans, k Jumidges, le 23 juin, veille de la Saint-Jean- 
Baptiste, la coofr^rie dii Loup-Vert va chercher son nouveau chef ou 
maitre dans le hameau de Conihont: c'est lä. seulement que Tusage 
pennet de le choisir. L'habitant prend le titre de Loup-Vert; il rev§t 
une large houpdande verte; et se couvre la tete d'un honnet vert de 
forme conique, irks-üevi et sans bords. Ainsi costnm^, il se met en 
marche ä la täte des fr^res. L'association s'avance en chantant Thymne 
de Saint Jean au bruit des p^tards et des mousquetades, la croix et 
la banni^re en täte, jusqu'au lieu dit Chouquet Lä, le cur^ vient avec 
les cbantres et les enfants de choeur au-devant des freres et les con- 
dnit ä r^glise paroissiale. Apr^s Toffice, on retoume chez le Loup- 
Vert, oü est servi un repas tout en maigre. Ensuite on danse devant 
la porte en attendani Tfaeure oüi doit s'allumer le feu de la Saint- 
Jean. La nuit venue, an jeune homme et une jeune fille, par^s de 
fleuTs, mettent le feu au bücher au son des clochettes. D^s que la 
flamme s'el^ve, on chante le Te Deum; puis un villageois entonn« en 
patois normand un cantique, esp^ce de parodie de Vut queant laxis. 
Pendant ce temps, le loup et les freres, le chaperon sur l'^paule, se 
tenant tous par la main, courent autour du feu aprhs cdui quHls ont 
d^signi pour itre le loup TannSe auivante. Le premier et le demier de 
ces singuliers chasseurs ont seuls une main libre; il faut cependant 
qu'ils enveloppent le futur loup, qui, en cherchant k leur öchapper, 
frappe k coups redoubl^ les confr^s d'une grande baguette dont 11 
est arm^. 

„Lorsgu^ü est enfin pris, on le porte au bücher et Von feint de Vy 
jeter. Cette c^r^monie termin^e, on se rend chez le loup et Ton y 
soupe encore en maigre: la moindre parole inconvenante ou ^trangere 
ä la solennit^ est interdite; un des convives a la Charge de censeur, 
etil agite des clochettes, si Von n'observe pas cette rfegle; celui qui la 
transgresse, est oblige de rdciter immediatement, debout et k haute voix, 
le Pater noster; mais k l'apparition du dessert ou k miuuit sonnant, 
la libert^ la plus entiere fait place k la contrainte; les chansons ba- 
cbiques succMent aux hymnes religieuses, et les aigres accords du 
m^nötrier du village peuvent k peine dominer les voix d^tonnantes 
des joyeux compagnons de la confr^rie du Loup-Yert. On va dormir 

Gervasii TUb. otia imp. 14 



210 n. Sagenforschung. 

enfin et puiser de nouvelles forces et un nouvel app^tit pour le len- 
demain. Le 24 juin, la f§te de Saint-Jean est c<51ebr^e par les memes 
personnages avec la meme gaiet^. Uue des edrömonies consiste k pro- 
mener, au son de la mousqueterie, un Enorme pain b^nit k plusieurs 
^tages, surmonte d'une pyramide de verdure omöe de rubans; apr^s 
quoi les religieuses clochettes, d^posees sur le degrö de Tautel, sont 
confiöes, comme insignes de sa future dignit^; k celui qui doit Stre le 
Loup-Vert l'annee suivante. 

„E. Hyacinthe Langlois, rarcbeologue rouennais, a ^mis ropinion 
tres-vraisemblable que cette fete doit avoir eu pour origine une vieille 
tradition c^lebre dans les environs de Jumieges. Voiei dans quels 
termes il rapporte cette tradition: 

„„La premi^re abbesse du monastere de Savilly, situä k quatre 
Heues du Jumiäges, fut Austreberthe. Ses religieuses ötaient chargees 
du soin de blanchir le linge de la sacristie; un ^e transportait ce 
linge d'un monast^re k l'autre, et il n'^tait accompagn^ ordinairement 
d'aucun guide. Un jour, il arriva que le pauvre animaJ fut 6trangle 
par un loup. Austreberthe, attir^e par les cris de l'äne, etendit la 
main sur le loup et lui ordonna de se charger du fardeau de la vic- 
time ; le loup ob^it sans murmurer, et continua jusqu'k sa mort k rem- 
plir les fonctions de l'äne."" 

„Au Vin™e siecle, on construisit une chapelle comm^morative de 
cet ÖT^nement dans la fori^t de Jumieges. Plus tard, . on rempla^ la 
chapelle en ruines par une croix de pierre, qui ^tait encore debout il 
y a soixante ans; eile ötait connue sous le nom de Croix^-Tdne; on 
fa^onna depuis, dans un cheiie Yoisin, plusieurs niches de bois avec 
des statuettes, et ce ch^ne porte k son tour aujourd'hui le nom de 
Chene-ä-Väne. 

„Cette anecdote merveilleuse a ^t^ aussi consacr^e par un basre- 
lief du monast^re et par deux autres sculptures de l'^glise de St-Pierre. 
Nous reproduisons une de ces demi&res que Ton voit dans l'angle d'une 
chapelle. Sainte Austreberthe y est repr^sent^e sans volle et avec une 
simple guimpe; eile parait caresser le loup qui implore son pardon. 
On connait, du reste, beaucoup de traditions analogues k eeüe de 
l'äne de Savilly.« 



Appendice 5. (Voy. p. 193.) 

La Fete de Caritachs. 

Dies Fest bestand in einem mit Brotvertheilung an die Armen 
verbundenen Festzug, wobei auch ein künstliches Kameel mit seinem 
Führer Papari war. „Le chameau ötait une Enorme machine en boi% 
rev^tue d'une toile peinte et portee par des hommes Caches dans l'in- 



A. La mesnie furienae. 211 

tdrienr^ ... Es war „entour^ d'hommes et (Tenfanta enveloppda de 
feutUages*^ . . . Dem Kameel voran ging sein Führer Papari; „il ^tait 
bizarrement costum^. On le reprösente portant une longue Schärpe 
en sautoir, k ses cotös pend un penart (esp^ce de sabre de bois) et 
Bur 8on bonnet long et pointu flottait une queu^ de renard.'^ Dann 
folgten paarweis 1) die Schäfer; „ils simulaient des combats avec leurs 
hoolettes om^es de rubans;" 2) die verschiedenen Gewerke mit Alt- 
meister und Fahne. Die meisten hatten einen mit Blumen und 
Latib geschmückten Wagen, von Maulthieren gezogen; 3) die Ga- 
leere, worin sich das zu vertheilende Brot befand. Sie rollte rasch 
vorwärts unter Trommel- und Trompetenschall. Innen und aussen 
waren türkisch gekleidete Männer, welche einander Scheinkämpfe 
lieferten; 4) les treilles; 50 gleichförmig und geschmackvoll geklei- 
dete Jünglinge und ebenso viele Mädchen „qui descendaient en mar- 
chant sur deux rangs et en tenant chacun deux cerceaux omis de 
fteura et de rubans [Reifentanz] qui formaient comme une voüte flot- 
tante; ils faisaient diffSrentes passes au son de la flute et du tambou- 
rin. A leur töte dansaient le cap de jouven et la cap de jouvento, les 
deux chefs de la jeunesse . . . portant une corbeille remplie de fleurs. 
— Lou menaHr^ (le conducteur) marchait en avant, tenant une espfece 
de thyrse om^ de feuUlages et de rubans qui lui servait de bäton de 
commendement ; 5) le chariot du th^ätre ambulant. Enfln 6) les con- 
suis • . . pr^cMds des capitaines de quartier et. des sergents de ville 
et suivis d'un nombreux cort^ge .... Au coin de la rue Fran^aise 
s'^l^ve une statue antique mutil^e qui a ^te autrefois la statue de quel- 
qne empereur romain et qu'on ddsigne dans la cit^ sous le nom de 
Pepesuc. Ce jour-lk on la revetait d'une armure de ohevalier et un 
phallus dtait appendu k ce Pan d'une nouvelle esp6c^ . . . Les con- 
suls s'arrStaient devant cette statue, et la musique qui les pr^c^dait 
fEÜsait entendre Tair patriotique des Biterrois." — 

Auf den öffentlichen Plätzen spielte man auf dem Wagen Theater- 
stücke. S. AthSnaeum frangais 1855, No. 23, p. 486 ff. 



14* 



B. Vermischtes. 



a. Le Suisse de la rue avx ours. 

In dem Magazin Pittoresque, Paris 1834, p. 262 wird unter der 
obigen Ueberschrift folgende Beschreibung eines ehemaligen Pariser 
Volksfestes mitgetheilt: 

„Vers le milieu du si^cle derhier, on remarquait au-devant de la 
maison qui formait l'encoignure de la rue aux Ours et de la me Salle- 
au-Comte, une statue de la Sainte-Yierge enferm^e dans une grille 
de fer, et connue dans le quartier, depuis longues anndes, sous le nom 
de Notre-Dame de la Carole. La piätd des fideles entretenait devant 
cette image une lampe allum^e, et conservait 'chaque annee, par une 
cer^monie religieuse, la tradition d'un attentat commis autrefois k cette 
mßme place. Voici le recit merveiUeux de ce crime, tel qu'il a et^ 
transmis . . . 

„Le 3 JuiUet 1418, veille de la translation de saint Martin, un 
Soldat sortant de la boutique d'un tavemier rotisseur, apr^s avoir perdu 
son argent et ses habits au jeu, frappa d'un couteau l'image de la 
Vierge en jurant et en blasph^mant: le sang, dit-on, jaillit aussitot de 
la blessure. A la vue de cet Strange miracle, la foule ^merveill^e sc 
rassemble, et s'empare du malheureux qu'elle conduit avec de grands 
cris devant messire Henri de Marie, chancelier de France. Le soldat 
fut mis ä mort dans la rue m^me, t^moin de son attentat, non sans 
avoir souffert d'horribles tortures. 

„Depuis cette ^poque, et en memoire de ce drame mysterieux, dont 
rissue fut si funeste au miserable archer, chaque ann^e les bourgeois 
du quartier, r^unis en confr^rie sous le nom de SocUte des bourgeois 
de la rue aux OurSj c^lebrerent, par une c^remonie ä. la foie religieuse 
et profane, l'anniversaire de cet äv^nement. C'^tait pour eux comme 
l'expiation du sacril^ge dont cette rue avait ^t^ le th^ätre. Aufisi, 
chaque ann^e, au moiB de Juillet, apr^s avoir ^lu parmi eux im rot 
ou chef de la soci^t^ pour pr^sider la föte, ils faisaient elever au mi- 
lieu de la rue aux Ours, en face de la rue Salle-au-Comte, un ^cha- 
faud de forme carr^e, dont la d^coration imitait les couleurs nuanc^es 
du marbre. Trois de ces c6t& regardaient les rues Salle-au-Comte, 



B. Vermischtes. 213 

Saint-Denis, et Saint-Martm ; le quatriöme c6t^ s'appuyait anx maisons 
de la rae aux Ours, sur les trois c6t^s ätaient Berits de mauvais vers. 

„Pendant plusieurs jours on promenait dans les rues de Paris une 
grande figure dosier, couverte dhabiia müüaires, repr^sentant le h^ros 
de raventure : pnis, le 3 Juillet, aux clameurs Joyeuses et applaudisse- 
ments de la foule entassöe dans les rues ätroites et boueuses da quar- 
tier Saint Martin, A'ers les neuf heures et demie du soir, les bour- 
geois de la Sod^t^ pr^cöd^s de tambours et guidös par leur roi, qui 
tenait en main un flambeau aUumd, donnaient le signal du feu d'arti- 
fice, au milieu duquel la figure d'osier ötait solennellement brülle pen- 
dant que le peuple chantait Tandenne salve Regina. Les fragmens 
enflamm^ de cette image ötaient Jetds sur la populace, qui s*en dis- 
putait les döbris. Le lendemain il j avait grand repas pour les con- 
freres, et feu d'artifice. 

„Pendant long-temps cette coutume fut religieusement observöe; 
mais, en 1743, cette fite, dont les seines s*accordaient mal avec T^v^- 
nement qui y avait donnö naissance, fdt interdite. 

„C'est k tort que quelques personnes appellent la figure de cet ar- 
eher, le Suisae de la nie des Ours; & Föpoque ou Ton suppose qu*ar- 
riva cet öv^nement, c'est-ä-dire soüs Charles VI, il n'y avait pas de 
soldats suisses k la solde de la France.^ 

Der Berichterstatter bemerkt, wie wir gesehen haben, ganz richtig 
mit Bezug auf dieses Volksfest, dass die Weise, wie es begangen 
wurde, zu dem Vor&U, dem es seinen Ursprung verdanken sollte, nur 
schlecht stimme; in der That auch erinnere ich mich nicht, dass 
irgend wo die Hinrichtung eines Verbrechers auf so festliche Art all- 
jährlich und zwar Jahrhunderte lang gefeiert worden wäre, um so 
weniger als im Mittelalter ähnliche Sacrilegien und Mirakel ja so häufig 
geschehen sein sollen. Die Sache musste sich also ganz anders ver- 
halten und das zähe Fortleben dieses Festes viel tiefer und stärker im 
Volke wurzeln, d. h. wie die meisten Feste dieser Art dem Heiden- 
thum entsprossen sein, wenn sich auch später wie gewöhnlich die Kirche 
desselben bemächtigte. Diesen heidnischen Ursprung glaube ich aber 
in dem zu erkennen, was Caesar de Bdlo GaU. VI, 16 von den Gal- 
liern berichtet: „alii immani magnitudine simulacra habent, quorum 
contexta viminibus membra vivis hominibus complent, quibus succen- 
sis, circumventi flamma exanimantur homines." Hier finden wir 
die grosse aus Weiden geflochtene und dann angezündete Figur 
wieder, , die hourgeois du quartier riunis en confririe gleichen 
einem Druidenverein, so wie der die Figur anzündende König ein 
Oberpriester zu sein scheint; denn Druiden standen bei den alten Gal- 
liern gewiss jeder Opferfeier vor, auch sagt Cäsar selbst kurz vor- 
her: ,fQ.d ea sacrificia Druidibus utuntur.^ Dass aber Jenes von Cäsar 
erwähnte Opfer zu bestimmten Zeiten veranstaltet wurde, lassen 
die von ihm hinzugefügten Worte vermuthen: „Supplicia eorum, qui 
in furto, aut in latricinio, aut aliqua noxa sint comprehensi, gratiora 



214 n. Sagenfoischung. 

dÜB immortalibns esse arbitrantor: aedf quvm eius generis copia deficit^ 
etiam ad itmocentiwn supplicia desceridunt.*^ Wenn man auch Un* 
schuldige dem Tode Preis gab und zwar nur dann, wann es an todes- 
würdigen Verbrechern zur Darbringung des Opfers fehlte, so musste 
dies ein feststehendes, regebnässig wiederkehrendes sein. Wenn end- 
lich letzteres dem Kriegsgott dargebracht wurde (nV^ in proeliis peri- 
culisque versantur . . . pro yictimis homines immolant^, Caesar 1. c), 
so mochte man die Weidenfigur mit den Attributen des Kriegsgottes 
ausschmücken und darauf geht vielleicht das couverie cPhabiis müi- 
tairea des spätem französischen Festes. 



ß. Belinus. 

In einer arabischen Handschrift, welche den Titel fuhrt y,D<i9 Buch 
des Geheimnisses der Creatur von dem weisen Bdinus^ imd von der 
Silvester de Sacy in den Not, et Eoctr, de la Bibl. Royale vol. 4, p. 107 
Bericht erstattet, wobei er nachweist, dass mit dem Namen Belinue 
wahrscheinlich Apollonius von Tyana gemeint ist, findet sich folgende 
Stelle, in welcher der Verfasser von sich selbst spricht: 

„J'^tois orph^lin du peuple de Tuaya*) dans une enti^re indi- 
gence et denu^ de tout H y avoit dans le lieu que j*habitois une 
Statue de pierre, ^lev^e sur une colonne de bois; sur la colonne on 
lisoit ces mots: „Je suis Hermh ä qui la science a 6ti donn^e ; fai fait 
cet ouvrage merveiUeux en pMic^ mais ensuite je Tai cacM par les se- 
crets de mon artj en sorte gtCü ne puisse itre ddcouvert que par un 
komme aussi savant que moi.^ Sur la poitrine de la statue on lisoit 
pareillement ces mots ^rits en ancien language: „8i qudqtCun d^sire 
connoUre le secret de la criaiion des Hres, et de quelle manihre a Üi 
formie la nature, qu!ü regarde sous mes pieds,^ On venoit en foule 
voir cette statue, et chacun regardoit sous ses pieds sans y rien voir. 
Pour moi, je n'^tois encore qu'un foible enfant; mais lorsque je fiis 
devenu plus fort, et que j*eus atteint un äge plus avance, ayant M les 
paroles qui ötoient sur la poitrine de la statue, j'en compris le sens, et 
j'entrepris de creuser la terre sous le pied de la colonne. Je d^cou- 
vris un Souterrain oü rögnoit une ^paisse obsCurit^, et dans lequel la 
lumi^re du soleil ne pouvoit p^n^trer. Si Ton vouloit y porter la In- 
mi^re d'un flambeau, il ^toit aussitot Steint par l'agitation des vents 
qui y souffloient sans Interruption. Je ne trouvois aucun moyen de 
suivre le sentier que j'avois d^couvert, ä cause des t^n^bres qui rem- 
plissoient ce soüterrain; et la force des vepts qui y souffloient, ne me 
permettoit pas d'y entrer ä la lueur du flambeau. Ne pouvant donc 



*) Je pcnse qu'il faat lire Tuana [d. h. Tyana], comme je Tai dit plus haut. Anm. df 
Säcy'i. 



B. Yennischtes. 215 

vaincre ces obstacles, je tombai dans la tristesse, et le sommeil s'em- 
para de mes yeux. Tandis que je dormois d*un sommeil inquiet et 
agit^, Fesprit occup^ du sujet de ma peine, un vieillard dont la figure 
ressembloit & la mienne, se pr&enta devant moi et me dit: „lAve-toi 
Bilinous, et enire dana celte roiUe aoiUerraine; eüe te conduira ä la 
science des secrets de la cricuture^ et tu parviendraa ä cofinoUre, com- 
merU la nature a Hi formie,"' ^Lea [tinkbres, lui repondis-je, wi'em- 
pecJient de rien discemer dcma ce Heu, et la lumikre ne peut rhister au 
Souffle des vents qui y r^gnent,** Alors ce vieillard me dit: „Büinous, 
place ta Iwndhre saus un vase transparent, eile sera ainsi ä Vabri des 
vents qui ne pourront VÜeindre, et eUe ficlaircircC dans ce lieu tini- 
breux.*^ Ces paroles fireut renottre la joie dans mon 4me, je sentis 
que j*allois jouir de Tobjet de mes voeux, et lui addressant la parole: 
y,Qui ites'vous, lui dis-je, vous ä qui je suis redevable d'un si gravid 
hienfaitf^ „«7e suis, me r^pondit-il, ton criateur, Vitre parfait.** En 
ce inoment je me r^veillai, rempli de joie, et ayant plac^ une lumiere 
80US un vase transparent, comme il m*avoit ^td ordonnd de le faire, 
j'entrai dans ce souterrain. «Fy vis un vieillard assis sur un trone d'or, 
et qui tenoit en une main une tablette d'<^m4raude, sur laquelle etoit 
ecrit: y^CPest ici la formation de la nature;'* devant lui 4toit un livre 
sur lequcl on lisoit: y,C^est ici le secret de la criation des itres, et la 
science des causes de toules choses,^ Je pris ce livre hardiment, et sans 
crainte, et je sortis de ce lieu. «Tappris ce qui ^toit ^crit dans ce livre 
du Secret de la criation des Hres; je compris comment la nature avoit 
^te formde, et j'acquis la connaissance des causes de toutes choses. 
Ma science rendit mon nom cdlebre; je connus Tart des talismans, et 
des choses merveilleusos, et je pendtrai les combinaisons des quatre 
principes (^Idmentaires, leurs diffdrentes compositions, leurs antipathies 
et leurs affinitds.^ 

Die hier mitgetbeilte Erzählung ist mit Gesta Rom. c. 107*) of- 
fenbar genau verwandt und zeigt wahrscheinlich auch die ältere, wenn 
auch nicht ursprungliche Gestalt. Sie scheint nämlich mystische Aus- 
schmückungen zu enthalten, ist jedoch jedenfalls orientalischen und 
zwar mnthmasslich noch weiter östlichen (indischen) Ursprungs, wie 
so viele andere Sagen, Apologe, Märchen u. s. w. Vgl. auch den fol- 
genden Artikel. 



*) Aach bei Guillielm. M&Imesbur. und Vincent Bellov., s. Grässe zur Stelle, woselbst 
jedoch Spec. Hist. p. 997 za lesen is(. 



216 n. SagenfbrschuDg. 



7. Kombabos. 

Dass viele westasiatische Mythen und Sagen mit indischen nahe 
verwandt sind, oft anch von diesen geradezu abstammen, ist bekannt 
Der letztem Art scheint mir nun auch, was Lucian (de dea Syria 
c. 17 ff.) von Kombabos erzählt, welche Mythe, wie ich finde, ganz in 
derselben Gestalt noch jetzt in Indien heimisch ist Da aber das Buch, 
woraus ich die indische Quelle kennen gelernt, nicht Jedermann zur 
Hand sein mag, so theile ich die betreffende Stelle vollständig mit 
und bemerke nur noch, dass die jetzige Fassung unbedingt die Ver- 
jüngung einer bei weitem altem sein muss, derjenigen nämlich, 
aus welcher jene syrische Mythe herstammte, denn es lasst sich wohl 
nicht annehmen, dass umgekehrt letztere nach Indien verpflanzt wor- 
den sei. 

« 

Coleman also berichtet in der bereits von mir mehrfach ange- 
führten Hindu-MyÜwlogy p. X nach den Transctjctiona of the Bombay 
Literary Society Folgendes von dem Ursprung des Toj-Bowree, 
einem muselmännischen Bauwerk in der jetzt zerstörten Stadt Be- 
japoor: 

„The Taj Bowree is not far from the Maitree Kujoos, but nearer 
to the Mecca gate. The Bowree is a süperb tank, or well, nearly one 
hundred yards Square, and fifty feet deep, and is surrounded by a 
colounade and gallery. The entrance to the Bowree is through a 
grand arch, on either side of which is a wing for the accomodatiou 
of travellers; the descent to the water is by a considerable flight 
of Steps. 

„It was built by Mulik Scindal, a voluntary eunuch, in Sooltan 
Mahomed's reign. The tradition of its origin is as follows: — The 
king having a taste for beautiful females, and Mulik being bis inti- 
mate Mend, the king resolved to despatch him to Sungul-deep for a 
Padmee. Mulik, knowing what a dangerous and delicate task was en- 
joined him, but resolved to make every sacrifice rather than lose the 
king's favour, begged a month to make the necessary preparations. In 
the mean time he deprived himself- of bis virility, sealed the attribu- 
tes of it in a casket, which he lodged in the king's treasury, and theu 
set out on bis joumey. In due time he retumed with the lady; but 
suspicions having been infused into the king*s mind by Mulik's enne- 
mies that he had anticipated the king with bis fair Charge, Mahomct 
Shah^ in the usual style of eastem despots, ordered bis head to be 
instantly Struck off. 

„„0 king!^ exclaimed Mulik, „Order restitution of my deposit in 
your treasury, ere the fatal blow is Struck!" The casket was accor- 
dingly brought, opened, and to the king's astonished eyes appeared 
the proofs of Mulik's imbecility and bis consequent innocencc! Horror- 



B. Vermkchteß. 217 

Struck at bis iiijuBtice, be commanded Mulik to ask, and bis wisb 
should be granted, even to tbe eacrifice of bis kingdom. Mulik 
observed, as be could not bave posterity, be was merely desirons of 
raising some work wbicb, by its Utility, migbt do tbat wbicb was de- 
nied bim in a natural way, namely, band down bis name to future 
generations. Tbe king supplied tbe money, and tbe Taj Bowree per- 
petuates Mulik's wisb.^ 



m. Französischer Aberglaube. 

Aus Traüi des Superstüions etc. pax Jean Baptiste Thiers. EL. dd. 

Paris 1697 ff. V. 8. 



1. Nous condamnons toutes sortes de Superstitions, et enjoignons 
k nos Archidiacres de s'en informer en leurs visites, et ä nos Cures 
de nous eu donner avis, comme de Celles qui se pratiquent en de cer- 
tains lieux avec impiet^ en la reception des Cendres, des Sages-femmes 
qui se presentent ä l'Eglise en la place des femmes d^ced^es en leurs 
couches, des representations des c^r^monies de TEglise ^ portant une 
biere ou une croix avec ris^e et mocquerie, conjurations de fifevres, 
chancres, feu volage et autres maux, par certaines conjurations, paro- 
les, billets, ligatures, consultations de Devins, preference de certains 
jours, soit pour les mariages, soit pour autres affaires. (Maupas-du- 
Tour, Eveque d'Evreux, dans les Statuts et Ordonnances de son diocese 
de Van 1664, TU, des Coütumes abusives.) 

2. La pratique de certains paisans est superstitieuse et illicit^ les- 
quels quand ils ont des chevaux malades de certaines maladies, les 
m^nent dans un bois oü il y a une pierre, autour de laquelle ils les 
fönt toumer trois tours, s'imaginant que cela est capable de les guerir. 

3. Pour produire certains effets on use de mots inconnus, et dont 
on ne S9ait pas la force, comme quand on prononce trois fois Onasa- 
gesj pour guerir le mal de dents, ou que Ton dit, Sista, Pista, BistOy 
XistcLf pour n'avoir plus mal k la cuisse. 

4. Les paroles que Ton prononce pour produire certains effets ex- 
traordinaires, contiennent quelque fausset^, comme qui diroit que Jesus- 
Christ a eu les fifevres, ou le& goutes, et qu'allant au calvaire pour y 
etre crucifie et y souffrir la mort, il chanta des chants d'allegresse, ou 
que la sainte Vierge a ^te k Rome ou k Paris. (Cajetan SurnmcL V. 
Incantatio, Navarrete Manuale c. 11, No. 22. 

5. Empecber les gens de manger, en mettant k table sous leur 
assiete une aiguille qui a servi k ensevelir un mort. [Vgl. 103.] 

6. Faire secher une certaine herbe k la cheminöe affn de &ire 
tarir le lait aux vaches. • 

7. Tremper un balay dans l'eau, afin de faire pleuvoir, et de cau- 



nL Französischer Aberglaube. 219 

ser quelque domage k son prochain. (Martin de Arles Tifoet, de Su- 
per^üionih,) i 

8u Briser les coqnes des oeufs moUets, apr^ en avoir aval4 le 
dedans, afin qne nos ennemis soient ainsi bris^s. Je sai que bien des 
gens pratiquent cette superstition, sans penser ä aucun mal; mais Je 
sai anssi qu'il y en a qoi la pratiquent pour Teffet que je viens d« 
dire. Pline 28, 2 en parle de la sorte : Huc pertinet ovorum, ut exaor- 
huerit quisque, calices cochlearumque protinua frangi, <mt eosdem cocJUea- 
fibua perforari, [VgL Germania 8, 374] 

9. Se servir de ros d'un mort pour faire mourir quelqu*un, en fai- 
sant certaines actions, et en recitant certaines paroles, qu'il n'est pas 
nece^aire de raporter ici. 

10. Faire mourir les bStes en les frappant d'une baguette, et en 
disant : Je te touche powr te faire mourir, (Henri Koquet Discoure des 
Sordera c. 26.) 

11. Attacher k une chemin^e, ou faire griller sur un gril, certaines 
parties d'un cheval, ou de quelqu' autre animal mort par mal^fice, et 
de les picquer avec des ^pingles, des aiguilles, ou d'autres pointes, 
afin que le sorcier qui a jett^ le mal^fice seche peu k peu, et meure 
enfin miserablement. 

12. Exciter des temp^tes, des gr^les, des orages, des foudres, des 
tonneres, et des ouragans, afin de venger quelque injure re^üe. 

13. EmpScber les personnes de dormir, en mettant dans leur lit 
un oeil d'hirondelle. (Mizauld cent, 2, No. 61.) 

14. On pratique aujourd'hui bien fort une espece de mal^fice qu'on 
appelle cheviUer. Par icelui on emp^che les personnes de faire leur 
eau. tTen ai yü qui en sont morts, parce qu'on n'aroit pü trouver au- 
cun remede, lequel est, k ce que Ton dit, en la puissance seulement 
de oeux qui ont fait le charme et mal^fice. Par icelui ils enclouent 
auBsi et fönt clocher les chevaux; ils empechent les vaisseaux pleins 
de vin, d'eau, ou autre liqueur, de pouvoir 6tre üx6b, encore qu'on y 
fesse une infinit^ de pertuis. (Pierre Mass^ Traiti de Vlmpoature etc. 
1. 1, e. 10.) 

15. Les uns achettent un fagot, mettent de l'encens dedans avec 
de l'alun blanc, et apr^ y avoir mis le feu, ils disent: Fagot je te 
brdley c^est le coeur, le corps, Vame, le sang, rentendementy le mouvement, 
Vesprit de N, N. qu*il ne puisse demeurer en repoa jvsqu!ä la moUle de 
868 o8y par la terre, par le cid, par Varc-en-ciel, pdr les 12 lignes, par 
MarSy Mercure, etc, au nom de tous les diables va fagoty va proceder 
et brüler le corps, Vamey le sang, le mouvementy Vesprit et Ventendement 
de N". qtCü ne puisse rester en plaeey ni parier ä personne, ni. ^§*€po8ery 
ni monier ä chevaly ni riviere passer, ni boire, ni mangeßf jusqa'ä ce 
qu^ü 8oit venu ajccomplir man desir et ma volonte, quanto, guio, garoco, 
Tandis que le fagot brule, avant que la bar soit rompue, ils versent 
trois fois dessus du vin et du sei m^^s enseinble, et disent Oume 
toume; ils r^p^tent la conjuration tandis que etc., ils fönt brdler le 



220 ni. FranzÖBischer Aberglaube. 

fagot k des heurea non-pair da Jour ou de la nuit; et quand la per- 
sonne k qui ils en veulent n'est pas ass^ press^e par le brdlement 
d'un &got, ils en brülent neuf, trois par jour, et observent le . . . 

16. Les autres se mettent k genouz devant une Atolle, et eher« 
chent Celle de . . . qu*il faut saluer, la regardent fixement, et disent: 
Je U aaluU müLe foia 6 itoüe phu reaplendisaante que la Lune, Je te 
conjvre (Toller trauver Bedzebtiih ... et lui dire qu*ü nCenooye trois 
espritSy Alpha, BeUo, Jalderichely et le Bosau du Moni Gibd .... 
afin qvüls aillent trauver N, fiUe de N, . . . . Et que pour Vamaur de 
moi Ü8 lui Stent le jeu, et le ria de bouche, et faaaent qu*dle ne puisse 
ni cdlery ni reposer^ ni manger, ni boire, juaqtCä ce qu^dle sott venu^ 
accomplir la volontd de moi N. fils de N. etc, 

17. Les autres achettent un fagot sans parier k personne, etc. ou 
9. 11. 13. ou 15. chandelles blanches, etc. puls ils disent: Ce n^est pas 
pour vous que je bride, c'est le sentiment, le mouvement, lea bra», les 
jambesy etc. de N. etc, 

18. Les autres se toument du cotä d'Orient; et sur les 4 heures 
et demie du soir regardent l'^toile la plus claire qu*ils rencontrent . . . 
et lui disent par . . . fois , , , Je te salu^ dtoile lumineuse, etc, que Ui 
aüle baiUer la male-nuü ä N, seUm mon inteniion . . . va petite, va pe- 
tite, va petite, 

19. Faire des impr^cations contre quelqu'un en öteignant toutes 
les lumi^res du legis, en toumant le dos aux . . . voisines, en se rou- 
laut par terre, et en recitant le Pseaume 108. 

On ne s^auroit exempter de pech6 

20. Ceux qui pour segarantir, ou pour garantir les autres de ma- 
l^fices ou de charmes, vont cueillir de grand matin k jeun, sans avoir 
lavd leurs mains, sans avoir pri4 Dieu, sans parier ä personne, et 
sans saluer personne en leur chemin, une certaine plante, et la met- 
tent ensuite sur la personne malefici^e ou ensorcelde. 

21. Ceux qui crachent sur le souliä de leur piä droit avant que 
de le chausser, afin de se preserver de malefice, et qui se servent de 
leur salive pour les usages dont parle Pline (28, 8.). 

22. Ceux qui croyent que la t^te d'un loup un peu vieille, est ca- 
pable de les preserver de malefice, et qui pour ce stget Tattachent aux 
portes de leurs legis. Ceux qui attribuent la mSme vertu k la pean 
du coü toute seule et toute enti^e de cet animal. Le m6me Pline 
(28) 10) fait mention de ces deux remedes. 

23. Ceux qui chassent les malefices avec du souffre et de la ma- 
niöre que Tibulle d^ciit ainsi dans une de ses Elegies. [2, 5 von den 
Worten lUe ego cum tristi bis praecipuisset amis.] 

24. Ceux qui mettent du sei dans la lessive, de crainte qu'on ne 
TempSche de couler, ou dans la baratte, de peur qu*on n'empSche le 
beurre de se faire. 

25. Ceux qui pendent k leur coü la vilaine figure que Ton fiEdsoit 
autrefois porter aux petits enfants contre toutes sortes de charmes et 



ni. Französischer Aberglaube. 221 

de malefices. [Vgl. meine Uebers. des Baaüe % 266 fp. und Germa- 
nia 8, 370 ff.] 

26. Ceux qui fönt passer leurs ebevauz, lenrs vaches, leurs mou- 
tons, etc. par des feux faits de certains bois, et qui les fönt toumer 
certaine quantitö de tours autour de ces feux, afin de les garantir de 
malefice toute Tann^e. [VgL D. M. 670 ff.] 

27. Ceux qui crachent une ou trois fois dans leur sein afin de 
n'etre point cbarm^s. Cette pratique ^toit ordinaire aux anciens. 

28. Ceux qui lavent leurs mains le matin avec de Turine pour d4- 
toumer les malefices, ou pour en emp^cher Teffet C'est pour cela que 
le juge Pascbase fit arozer d'urine sainte Luce, parce qu*ils s'imagi- 
noit qu*elle ^toit Sorciere, et que par ce moyen eile ne pouroit minder 
la force des tourmens qu*il lui preparoit. Jean de Sarisbery, £v^que 
de Chartres, se mocque de ce remede en ces terms: Quia libenter non 
videal et rideai <^Mn praestigicUoris lotio perfusi arsddetur, ocuLia, quos 
maläia sua praestrinxeratf videndi facultas reparaJtur, (Polycr. 1, 8.) 

29. Ceux qui portent äur eux contre les malefices, une racine de 
chicorde qu'ils ont toucbee ä genoux avec de Tor et deTargent, lejour 
de la Nativit^ de S. Jean Baptiste, un peu avant le soleil lev^ et 
qu'ils ont ensuite arrachee de terre avec un ferrement, et avec beau- 
coup de c^r^monies, aprfes Tavoir exorciz^e avec l'^p^e de Judas Ma- 
cbab^e, ainsi que parle Pistorius. {Epitome de Magia c 26. 27.) 

30. Ceux qui pour le m^me sujet crachent trois fois sur les che- 
veux qu*ils s'arrachent en se peignant avant que de les jetter ä terre; 
qui portent sur eux du sei non-beni, et qui changent de demeure et 
de nom. 

31. Ceux qui portent sur eux du sei ou un noyau de datte poli, 
afin de chasser les malins esprits, ce que Bodin dit Stre une Idolatrie. 
(DaemoTwm, 1. 3, c 5.) 

32. Ceux qui fönt passer les enfans nouvellement nez par le feu, 
afin de les preserver de quantit^ de malefices. (Bodin 1. c.) 

33. Ceux qui pour se preserver de malefice frappent trois fois sur 
les cocques des oeufs qu^ils ont mang^s, et les remettent ensuite dans 
le plat. 

34. Ceux qui pour oter le malefice d'amour, emploient le malefice 
de haine, en consacrant avec certaines ceremonies un pigeon noir, 
qu*ils donnent ensuite ä manger aux deux personnes qu'ils aiment [qui 
s'aiment?] apr^ Tavoir coupä en deux parties ä peu pr^ Egales. 

35. Ceux qui pour guerir une personne maleficiöe, prennent trois 
mesures d'huile violart, fönt tenir le malade ä l'opposite du soleil, 
avant qu'il soit lev^ lui fönt prononcer son nom et celui de sa mere, 
nommer trois fois le jour, pendant six jours, les Anges de gloire qui 
sont dans le sixi^me degrö ; le fönt tenir tout nü le septieme jour, etc. 
puis ^criront • sur une placque les noms de ces Anges etc. dans la 
creance qu'il sera gueri le 20 jour du mois. 

36. Les femmes qui pour se faire aimer de leurs maris, prennent 



c 



v^ 



222 in. FranzösiBcher Aberglaube. 

de toos leurs chereux, les offi-ent troie fois k Fautel avec nn dcrge 
ardent, et les portent ensuite sur leurs tötes. 

37. Celles qui pour ne point avoir le cocbemar pendant qu*elles 
sont en coüche, ou de peur que les sorciers nc leur enlevent leurs en- 
fans, fönt mettre sur leur lit un couteau, ou une couroie, etc. 

38. H y a une maniere qui est fort en vogue de retrouver les 
eboses perdues. On dit qu'il faut pour cela prendre un morceau de 
pain, y mettre une poign^e de sei dedans avec un sol marque, le po- 
ser ensuite sur le manteau d*une cheminde; et aprfes qu'il y aura it6 
quelque tems, le donner au premier pauvre qui viendra demander l'au- 
mone. Mais si la chose arrive ainsi qu'on Tassüre, il faut que le dia- 
ble y ait la meilleure part, aussi bien que dans ce que Pierre Mass^ 
rapporte ainsi dans le ob. 8 du ler livre de son Traiti de Vimposture 
et tromperie des Diables, etc.: „J'ai vu de jeunes fols ^s Colleges de 
Paris qui profanant nötre Eau-benite en abusoient k Divination : comme 
si quelque cbose avoit ^tö perdue, pour savpir celui qui Tavöit prinse 
ou d^rob^e, ils faisoient ce que s'ensuit: premierement ils avoient de 
Teau beulte qu*ils mettoient en un bassin ou un plat profond qu*ils 
emplissoient: puis ils faisoient des petits ^criteaux, en chacun desquels 
ils ^crivoient un nom de ceux de lacbambre, oud'autres qu'ils avoient 
pour suspects dudit larcin et mettoient tout bellement lecdits ^criteaux 
dedans ledit vaisseau plein d'eau, et si quelqu*un d*iceux enfondroit et 
alloit au fond, celui dont il portoit le nom, ^toit tenu pour coupable 
du larcin. 

39. Quand on va k la cbasse, on sera beureux si Ton rencontre 
une femme d^baucbde, ou si Ton s'entretient de eboses desbonnetes, 
ou que l'on pense k des femmes d<^baucbdes. Et qu'au contraire Ton 
sera malbeureux si Ton rencontre un Meine. [c£ 43. 44. und D. M, 
1077 flF.] 

40. Afin de savoir en quel grain Tann^e sera fertile, il £a.ut le soir 
avant de se coucber, nettoier son foier, et le lendemain matin on y 
trouvera quelque grain de bl^, d'orge ou autre. 

41. C'est un mauvais pr^sage quand le matin en se levant on voit 
un baue renvers^, et quand quelqu'un cracbe dans le feu. 

42. Un couteau donn4 pour präsent k un and, rompt Tamiti^ qui 
est entre celui qui le donne, et celui qui le re^it 

43. n nous arrivera du malbeur, si le matin nous rencontrons 
dans notre chemin un Pr§tre, un Meine, une fille [cf. 39. und D, M, 
1. c], un lievre, un serpent, im l^zard, un cerf, un cbevreuil ou un 
sanglier; si ätant k table Ton renverse la saliere, Ton Mt tomber du 
sei devant nous, ou que Ton r^pande du vin sur nos cbausses, si un 
butor vole la nuit par dessus ndtre tite; si nous saignons de la narine 
gaucbe [Deutsch, AbergL 825.]; si devant le diner nous rencontrons 
une femme grosse; si en sortant du legis nous broncbons [Z>eu^scA. 
AbergL 895.]; si nous cbaussons le pie droit le premier; si en cbemin 



ni. FraiUEÖBischer Aberglaube. 223 

faisant nous trouvons certain nombre de pies, ou d'autres oiseaux & 
notre gatiche. 

44. n nous arrivera du bonbeur, si nons rencontrons le matin une 
femzne ou une fille däbauch^e, ou qui marcbe la töte nue, un loup, 
une cigale, une cbevre, ou un crapaut. [c£ 43.] 

45. Pour savoir si un malade mourra de la maladie dont il est 
travaille, ü n'y a qu'ä lui mettre du sei dans la main, et que si le sei 
fond, c'est une marque qu'il en mourra; mais que s'il ne fond pas, c*est 
un eigne qu'il n'en mourra pas. 

46. Pour eonnoitre entre trois ou quatre personnes celle qui nous 
aime le plus, il &ut prendre trois ou quatre t^tes de chardons, en cou- 
per les pointes, donner k cbaque cbardon le nom de cbacune de ces 
trois ou de ces quatre personnes, et les mettre ensuite sous le cbevet 
de Dotre lit; et celui des chardons qui marquera la personne qui aura 
le pluB d'amiti^ pour nous, poussera un nouveau ject, et de nouvelles 
pointes. 

47. C'est signe de malbeur quand au Heu de poudre on met de 
la cendre sur son ^criture. 

48. De deux personnes marines ensemble, ceUe-lä mourra la pre- 
miere, du nom et du sumom de laquelle les lettres se trouveront pa 
nombre non pair. 

49. Afin qu'il meure plusieurs personnes en peu de tems dans une 
paroisse, il n'y a qu'ä trainer le drap mortnaire autour de l'Eglise, ou 
dans le Cimetiere, comme on dit que fönt certains fossoieurs imper- 
tinena et interress^ en Tue de s'attirer de la pratique. 

50. II ne faut pas mettre des couteaux en croix, et ne pas mar- 
cher sur des fötus dispos^ de certaine mani^re dans la crainte qu'il 
n'en arrive quelque malbeur. 

51. Quand une femme nouvellement accoucb^ prend pour ma- 
raine de son enfant une femme grosse, Tun ou l'autre des deux en- 
£Euits c'est k dire ou celui qui est venu au monde, ou celui qui y yien- 
dra, mourra en peu de temps, et vivra peu. 

52. Quand on ensevelit un mort 9ur la table de la chambre ou il 
est deced^, il meurt qnelqu'autre personne de la maison dans l'ann^e 
m^me. C'est pourquoi il faut l'enseyelir sur un banc ou k platte terre. 
On dit aussi que la mSme cbose arrive, lorsque le d^fnnt a une jambe 
plus longue que l'autre aprös sa mort. 

53. C'est un mauvais augure quand dans une maison la poide 
cbante avant le coq, et la femme parle avant son man, ou plus baut 
que son mari. 

54. Ce sont des pr^sages de bonne ou de mauvaise fortune, quand 
un cbien noir entre dans une maison ätrang^re; quand un serpent 
tombe par la chemin6e [D, M, 1087]; quand on ^temue le matin, k 
midi ou au soir, rarement ou souvent [D, M, 1045] : quand on dit quel- 
que nouvelle ou quelque parole affligeante dans un festin; quand on 
marcbe sur le pi^ de quelqu'un ; quand on entend le tonn^ k gauche 



224 ni. Franzoflbcher Aberglaube. 

ou k droite; quand en sortant de la mauon le premier pas que Von 
fait, est du pie droit ou du pi^ gauche. 

65. H ne faut pas qu*une femme grosse voie habiller un pr€tre k 
Tautel, et particuli^rement lorsqull met la ceinture de son aube, de 
crainte que son enfant ne naisse le boyau au coü, oomme Ton parle 
d'ordinaire. 

56. Quand les roses de Jerico, que Ton fait venir des Indes, b'ou- 
vrent ^tant mises dans Teau, les femmes grosses qui les y ont mises, 
auront un beureux aecoucbement; et au contraire quand elles ne s'oti- 
vrent pas, leur aecoucbement ne sera pas beureux. On m'a assurö que 
cette superstition ätoit en usage parmi les femmes de Provence. 

57. Quand Toreille gaucbe nous tinte, ce sont nos amis qui par- 
lent ou qui se souviennent de nous; et le contraire arrive lorsque To- 
reille droite nous tinte [D, M, 1071.] 

58. Quand nous voyons une araign^e qui file du baut en bas, ou 
que nous la voyons simplement, c'est signe qu'il nous viendra de Tar- 
gent, de quelque mani^re que ce soit. 

59. II nous arrivera du bonbeur si la premi^re fois que nous en- 
tendons le coucou cbanter, nous prennons quelque cbose de ce qui se 
rencontre par bazard alors sous nos pies, et si nous le portons quelque 
temps sur nous. 

60. Quand le bois qui est dans le feu tombe etseddrange; quand 
la cbandelle allum^e jette quelques bluettes ou ätincelles de feu, et 
quand un cbien en dormant toume le n^ du cot^ de la porte de la 
cbambre, c'est signe qu'il doit venir compagnie au legis. 

61. Quand une femme est accoucbee d'un enfant mort, il ne le 
faut pas tirer de la cbambre ou eile est accoucbee par la porte, mais 
par la fenStre, parce que si Ton Ten tiroit par la porte, la möre qui y 
passeroit, n'accoucberoit Jamals que des enfemts mort-n&. 

62. Quand quelqu*un nous rencontre en cbemin et nous demande 
ou nous allons, nous devons nous en retoumer aussi tdt, de peur qu'i) 
ne nous arrive quelque malbeur. 

63. Quand une femme grosjBe laisse longtemps son cuvier ä lessive 
vnide sur son tröpi^ c*est signe qu'elle sera longtemps en travail d'en- 
fant; comme au contraire c*est signe qu'elle n'y sera gudres, si eile ne 
Ty laisse guäres. 

64. Quand on tue un cbien ou un cbat, cela porte malbeur ou & 
celui qui le tue, ou ä quelqu'un de la maison ou il demeure. 

Ceux-1& tombent encore dans la superstition, 

65. Qui fönt semer du persil par un enfant, par un imbecille, par 
un insense, ou par quelque autre personne qui n'ait point de cbagrin, 
dans la creance qu'il vient mieux que s'il ^toit sem6 d'une autre main. 

66. Qui mettent la plus grosse piöce d'argent qu'ils peuvent avoir, 
dans la main droite d'un mort, lorsqu'on Tensevelit, afin qu'il soit 
mieux re^ü en l'autre monde. 

67. Qui ne veulent pas que Ton brüle les morceaux d'un joug de 



in. Französischer Aberglaube. 225 

* 

boeuf rompo, parce que oet animal ^tait pr^ent ä la naissance de 
notre Seigneor. 

6& Qui pour filer beaucoup en un jpur, filent le matin avant que 
de prier Dieu, et que de laver leurs mains, un filet sans mouiller, 
et le jettent ensuite pardessus leurs öpaules. 

^. Qui croient que ceux qui transplantent du persil, meurent 
Tann^ mSme qu'ils le transplantent. 

70. Qui croient qu*il moura quelqu'un de la famille d*un d^funt, 
si 8on Corps se trouve . . . dans le tems qu'on rensevelit 

71. Qui croient qu*ils auront des richesses en abondance, si apr^s 
avoir coup^ la t§te k une chauve-souris avec une piöce d'argent, ils 
la mettent dans un trou bien boucbä, Vj tiennent pendant trois mois, 
et au bout de ce temps Ik lui demandent ce qu'ils veulent. 

72. Qui pour savoir le secret d'une personne, ^crivent sur leur 
main gauche^ un Jeudi, un Yendredi, un Samedi ou un Dimanche, 
une certaine figure, qu'ils montrent ensuite k cette personne en lui 
demandant son secret, qu'elle ne fait nulle difßcult^ de leur dire. 

73. Qui ne veident ni coudre ni filer, ni faire aucun autre tra- 
vail dans la chambre oii il y a un corps mort, s'imaginant qu'il est 
figte double et de commendement dans cette chambre. 

74. Qui ne veulent pas que Ton brüle des cocques d'oeufs, de 
crainte, disent ils, de brüler une seconde fois S. Laurent qui a ^t^ 
brülö avec de pareilles cocques. 

75. Qui pour empScher qu'un malade ne soit longtemps k Tagonie, 
dressent un lit en sorte que les soliveauz du plancher de la chambre 
oü 11 est malade, ne soient pas de travers, mais en long; car si une 
fois ils sont de travers, le malade sera longtems k l'agonie, si oi^les 
en croit r 

76. Qui s'imaginent que si une femme grosse demeure debout ou 
assise au pi^ du lit d'une personne agonizante, Tenfant dont eile est 
grosse, sera marqu^ d'une täche bleue an dessus du n^s, appell^e la 
bierre, qui signifie que cet enfant ne vivra pas long-tems. 

77. Qui emp^chent les eunuques de tuer les animaux que l'on 
mange, et qui croient que ceux-lk auroi^nt commis un grand crime, 
qui en auroient mang^ de tu^ par ces sortes de gens ]k. C'est une 
des Buperstitions que le Pape Nicolas I condamne dans certains Grecs. 
(In retfpans. ad ConsuL. Bulgar, c. 57.) 

78. Qui quand quelqu'un est mort chez euz, mettent des croix 
dans les carrefours, afin que le mort retrouve le chemin de son legis, 
quand il y voudra revenir, ou quand il ira au jugement demier. 

79. Qui ne veulent pas manger des volailles, ni d'autres animaux, 
k moins qu'ils n'ayent ^t6 tu6s avec du fer. C'est encore un des 
Testes du Paganisme que le mSme Pape reprend dans les Bulgares. 
{Ibid. c. 90.) 

80. Qui enterrent un cheval, un boeuf, une vache, une ch^vre, 
une brebis, etc. morts, les pi^s en haut, sous le seuil d'une ^urie ou 

Gervasü Tilb. otia imp. 15 



226 in. Französischer Aberglaube. 

d*une bergerie, pour emp§cher les autres ^ animaux de m^me de 
mourir. 

81. Qui fönt une aspersion de bonillon d*andouille le Jendi ou le 
Mardi gras, autour d'une maison de campagne, ponr emp^her qne les 
renards ne viennent manger les poules de cette maison. 

82. Qui pretendent faire sonner l'heure avec une bague suspen- 
due dans un verre par le moyen d'un filet, k cause, disent ils, qu'il 7 
a du raport entre le mouvement du soleil et le battement de Fart^re 
qui fait mouvoir le filet. 

83. Qui enterrent Carime-prenant^ c'est k dire un Phantome qu'ils 
appellent Car^me-prenant, pour avoir moins de peine ä Jeuner. 

84. Qui ne veulent pas que les bergers et les bergeres, touchent 
ä la lampe du logis, ni qu'ils rallument, parce que s'ils le fiusoient, 
les agneaux de l'ann^e seroient noirs. 

85. Qui ne veulent pas que Ton diso ^e la leaeive boüt, mais 
qu^elle joue, et cela pour une raison extravagante. 

86. Qui lorsque le maftre du logis est mort, jettent toute Feau 
qui peut ^tre dans les seaux, de crainte que son ame s'y ^tant baign^, 
on ne boive ses pSch^s; et couvrent les ruches des mouches k miel 
d'un drap noir, de peur qu*elles ne meurent faute de porter le deuil 
de leur maitre. 

87. Qui fönt sortir les veaux de l'^table en arrifere, ou comme 
Ton dit k reculons, lorsqu'on les a vendues, afin que leurs mdres n*y 
ayent point de regret. 

88. Qui ne veulent pas ach^ter des mouches k miel, mais seule- 
ment les echan^er, de crainte qu*elles ne profitassent pas slls les 
achetoient. 

89. Qui croient que les remedes que les malades prennent apr^s 
s'§tre confess^s et apr^s avoir ^te'communi^s, ne fönt pas le meme 
effet, et ne sont pas si salutaires, que slls avoient ötö pris auparavant 

90. Qui sont dans la pensäe qu'un sorcier ne peut öter le male- 
fice qu'il a donnd, tant qu'il demeure liä en prison^ ou entre les mains 
de la justice; niais qu'il faut qu'il soit en pleine libertä pour cela. 

91. Qui s'imaginent faire plaisir aux morts, en leur mettant entre 
les mains ou en jettant sur leurs fosses ou dans leurs tombeaux, de 
petites Cordes nötiges de plusieurs noeuds et d'autres semblables; ce 
qui est express^ment condamnä par le Synode de Ferrare en 1612 au 
Titre De Süperatitümibus et Mcigicü artihua eocterminandia, No. 81^ en 
ces mots: „CavearU Pärochi ne aimplicea foeminaej axd viri, in defun- 

^ ctorum manibua aiU feretro superatitionis gratia quidquam dep&nant^ 

qaales sunt chordidae quaMomy frequefnUilma nodis aptae et dütinctaej 
aut ejusdem generü alia, quibus imprttdentea ad ina/Ma cuUua et auper- 
stitionea a vera pietate deflectunt, 

92. Qui mettent certain nombre de croix sur les bl^ avec cer- 
taines c^ömonies, afin de les oenserver. 



ni. Französischer Aberglaube. 227 

93. Qui fönt une croiz ä leur cheminöe, pour emp^her que les 
ponles ne sortent du logis. 

94. Qui mettent du buis beni sur leurs fourages, afin de les pr^- 
server des vers qtii les gätent, ou aux quatre coms de leurs terres en- 
semencdes en \M pour les faire profiter d'avantage. [Vgl. 244.] 

95. Qui croient qu'un malade ne saurait mourir, parcequll est 
coacb^ snr un lit gami de plumes d'ailes de perdriz. 

96. Qui offirent k quelque Saint, ou ä quelque Sainte de la cire, 
et du poil d*un certain animal, dans la pens^e que cette ofirande 
ayancera la guerison des malades, en faveur desquels on la fait. 

97. Qui toument trois tours autour d'une charrue, tenant en leurs 
mains du pain, de l'avoine et de la lumiere, avant que de commencer 
k labourer une piece de terre, afin que leur travail soit plus heureux. 

98. Qui exposent quelques feiremens ou quelques autres meubles 
hors de leurs logis, quand ils ont ^g&ri quelqn'un de leurs bestiaux, 
afin qu'il reyienne plus facilement, et que les loups ne lui fassent au- 
cun maL 

99. Qui toument les poules autour de la cremailli^re, afin qu'elles 
96 se perdent point. 

100. Qui s'imaginent qu'une femme qui est en travail d'enfant, 
sera plutot delivr^e de son fruit, si eile chausse les bas et les souliers 
de son mari. 

101. Qui pour donner Heu de s'en aller aux gens qui les incom- 
modent, levent en haut -les tizons qui sont dans le feu, et ne les 
levent jamais au contraire, lorsqu'ils veulent que la compagnie reste 
chez eux. 

102. Qui pour emp^cher que le linge qui a servi k un mort pen- 
dant sa maladie, ne cause la mort k ceux qui s*en serviroient aprös 
lui, fönt une lessiye exprha pour le blanchir. 

103. Qui croient que l'aiguille qui a servi k ensevelir un mort, 
mise sous une table, emp§che les gens qui y sont assis, de manger. 
[Vgl. 5.] 

On ne peut sans violer les Loix de TEglise, et sans tomber dans 
la superstition, 

104. Soütenir qull y a des jouxs heureux et des jours malheureux 
pour fEure certaines choses, comme sont les Jeudis, les jours des F^tes 
de S. Jean, de S. Paul, de S. Martial, des Innocents, et de la Transla- 
tion de 8. Martin, etc. comme par exemple, qu'il ne faut pas se baig- 
ner pendant la canicule, le jour de Ste. Anne, le jour de S. Jacques 
le Msgeur ni le jour de la Madelaine, parce que ces jours sont peril- 
leox; ou qu'il ne faut pas bätir, ni envoyer les enfants k T^cole ä cer- 
tains jours que Ton croit malheureux. 

105. Refuser de travailler, de coudre, de filer, ccrtains jours de 
la semaine, comme, les jeudis ou les samedis apr^s midi, depeur, dit- 
on, de faire soufirir le Fils de Dieu, de faire pleurer la sainte Vierge, 
ou de s'attirer quelque malheur. S. Augustin {Serm, 215 de temp.) 

15* 



228 in. Französischer Aberglaube. 

donne le noifi de Saerilöge k cette snperstition, et menace de la dam- 
nation ^temelle les personnes qui la pratiquent. S. Eloy la condamne 
en ces termes : (Lib. 2. Vit. e. 15.) Ne passez point le jeudi data Voi- 
sivetä ni pendant le mois de May, ni dans un antre tems, ä moins qu*il 
n'arrive ce jour-lä qudque Fite, [D. M. Anh. S. XXX. 1. Aufl.] 

106. Cuire un pain la veille de Noel, et en mettre dans le bren- 
vage des vaches apr^s qu'elles ont jett^ leur veau, afin qu'elles pons- 
sent plus facilement au dehors, ce qu'on nomme le dÜivre, ou Var- 
rierefaix, 

107. Ne pas tailler ni coudre des chemises les vendredis, parce 
qu'elles attirent des poux; ne pas se peigner les m^mes jours pour la 
m§me raison. 

108. Faire mettre des poules couver le jour de mardi-gras par 
une personne qui aura beaucoup bü de vin, afin que la couv^e seit 
heureuse. 

109. Quand on change de logis, aller dans le nouveau logis lors- 
que la lune est dans son croissant, afin d'augmenter en biens. 

110. Croire qu'il moura quelqu'un dans une paroisse la semaine 
m^me, lorsqu'il tonne le Dimanche. , 

111. Ne point filer le jour de Car^me-prenant, de peur, que les 
souris ne mangent le fil tout le reste de Tann^e. 

112. Ne point pr§ter h. credit au commencement de la joum^e, 
de crainte que toute la joum^e ne soit malheureuse, ni le premier 
jour de Tan, de peur que toute Tann^e ne soit aussi malheureuse. 

113. Quand un malade est ä TextrSmitä, le voüer ä. sainte Chri- 
stine la premi^re heure d'apres-minuit, afin d'obtenir de Dieu sa gue> 
rison par l'intercession de cette Sainte, dans la pens^e qn'elle a le 
pouYoir de rendre la sant^, et de conserver la vie ä une personne tous 
les jours de l'annäe, ce qu'elle ne fait n^anmoins qu'ä la premiere qui 
le demande, ou pour qui on le demande. 

114. Ne pas chanter Äüeluia ni No^l en Cardme, de crainte de 
faire pleurer la bonne Vierge. 

115. Mettre du sei aux quatre coins des herbages le 1 jour d'A- 
vril, afin de pröserver les bestiaux de malefice. 

116. Faire comme certaines femmes de SuMe, lesqueUes an rap- 
port du P. Jacques Sprenger, et du P. Henri Institor (MalL Malefic, 
2. p. q. 2. c. 7.) sortent de leurs logis le 1 jour de May avant le so- 
leil leve, et s'en vont cueillir des feuiUes de saules et de certains au- 
tres arbres, dont elles fönt des couronnes, qu'elles attachent ä Tentröe 
des Stahles de leurs bestiaux, s'imaginant que par ce moyen elles les 
preserveront toute Tann^e de malöfice. 

117. Prendre douze grains de blö le jour de Noel, donner & eha- 
cun le nom d'un des douze mois, les mettre Tun apres Tautre sur une 
peUe de feu un peu chaude, en commeuQant par celui qui porte le 
nom de Janvier, et en continuant de mSme; et quand il y en a qui 
sautent sur la pelle, assürer que le bld sera eher ces mois lä, oomme 



III. Franzöeischer Aberglaube. 229 

au contraiTe qu'il sera & bon march^, quand il y en a qui ne sautent 
point sur la pelle. Antoine Mizauld (Centur. 6. No. 64.) rapporte la 
in6me pratique d*ane autre fit^n; mais eile n'en est pas moins super- 
stitiease. 

118. S*iinagiiier qu*en portant des brandons dans les champs le 
1 Dimanche de Careme et en cox^'urant les molots, on fera mourir ces 
animaux, et on öloignera Tyrraie et la nielle. [YgL 149.] 

119. Laver les brebis la veille de la S. Jean, et les enfants le Jour 
du vendredi saint, et se persuader que cela les prdservera de la galle. 

120. Ne point vouloir manger de eboux le Jour de S. Etienne, 
parce qu'il s'^toit cach^ dans des chouz pour äviter le martyre. 

121. Refuser du feu k ses voisins depuis No^ Jusqu'ä la Circon- 
cision, de peur de s'exposer & . . . 

122. Sonner une cloche pendant 24 heures la veille de la S. Jean 
d^ l'Aurore, pour emp^cher les mal^ces des sorciers durant toute 
Fannie. 

123. Assembler le m§me jour dans un carrefour tous les moutons, 
toutes les brebis et tous les agneaux d'une paroisse, et les enfumer 
avec des berbes cüeillies Tannöe pröc^dante, aussi le m§me jour, avant 
le Soleil lev^ afin de les pr^erver de la . . . 

124. Amasser le mSme jour aussi avant Faurore, ce qu'on appelle 
du chardan ratdant, pour en piquer les bestiaux malades, en vüe de 
les guerir. 

125. Prendre le m§me jour, et dans la mSme circonstance du 
temps, une herbe appell^e en quelques lieux de la latte, la porter sur 
soi & la t^te, et ä la ceinture, faire trois tours autour du feu de la 
S. Jean, et un signe de croix, afin de se garantir toute Fann^ du 
mal de tete et du mal de reins. 

126. Prendre des rameaux benits le Dimanche des Rameaux, les 
ficher le mSme jour dans les terres ensemeneees en bl^, afin d'emp^ 
eher les Sorciers de jetter quelque mal^fice sur le blä. 

127. Ne point cuire de pain entre les deux Noels, c'est k dire, 
entre la Nativit^ de notre Seigneur et la Circoncision, parce que cela 
porte malheur. 

128. Laisser en ce temps-l& le pain sur la table le jour et la nuit, 
parce que la sainte Yierge y vient prendre son repas. 

129. Aller le premier au puits ou ä la fontaine, le premier jour 
de Fan, et ofirir au puits ou ä la fontaine, une pomme et un bouquet, 
dans la pens^e que Feau en est beaucoup meilleure et plus salutaire. 

130. Ne pas filer le jour de S. Saturnin, qu'on nomme en quel- 
ques endroits S. Atome, ou Ätomi, de crainte que les moutons, les 
brebis, et les agneaux, n'ayent le coü tors. 

131. Ne pas garder chez soi du fil äcru pendant la semaine sainte, 
parce que notre Seigneur en a M li^. 

132. Ne pas amasser la nuit de devant la S. Jean, de la fougere, 
ni de la graine de fougere, ne pas en semer, ne pas couper ni arracher 



230 ni. Französischer Aberglaube. 

des herbes, et ne pas exposer & VauT) on k la rosde cette nnit-Uh des 
draps de laine, on de lin, s'imaginant qu'ils ne seront point manges 
des teignes, et que les herbes ammassto cette nuit-lä, seront plus sa- 
lutaires qu*en un autre temps. Cette superstition est condamn^ en 
ces termes par le Synode de Ferrare en 1612 (IHt, de SuperelU. etc. 
No. 7.) : „Prohibemus ac vetamus ne quia ea nocte, quae diem 8, Jokan- 
n%8 Baptistae NativücUis sacnun praeü, fiLiees^ filicumve aemina edOi- 
gat; herhaa cujuavia generis legat, suecidaly evdUUf earumque, vel aHa- 
rum aemina terrae mandet; neve pannos linueasj aut laneos nochimo 
aJ&rif aut rori excipiendo exponcUf inani auperstüione dudus fore ut 
tineae cdiave animodcula ea ne attingamt aut corrodant. Qiui Ude quid 
in posterum admiaeerint, de iia supplicium arbitratu nostro pro gram* 
tote ctdpae sumemus.'* 

133. Se faire tirer du sang le jour de TAsoension, ou le Jour de 
la S. Jean; le mdme jour se laver les pi^, se baigner dans la mer; 
amasser des chardons et certaines herbes la nuit de devant la S. Jean: 
ce sont des Superstitions condamn^ par le Synode du Mont Cassin 
en 1626 (C. 4. Decret 7.). 

134. Porter la nuit ou le jour, de Tavoine k sainte Badegonde, 
ou k une autre Sainte, pour §tre gueri du mal . . . 

135. Croire que la veille de la S. Jean on trouye un charbon au 
pi^ de Tarmoise, ou du plantain, qui pröserve ceuz qui le portent, de 
la peste, du charbon, du foudre, de la fiövre quarte, et du feu; mab 
qu'il n*y a que les petits enfants et les vierges qui les trouvent. Mi- 
zauld le rapporte ainsi dans sa S^^ Centurie, No. 10: „Sunt qui cer- 
tarn et constantem fidem mihi fecere, in vigilia B, Johamvia Baptiatae 
ad radicea artemiaia>e carbonem reperiri^ qui deferentea a peate, carbuii^ 
culOf fidgure, quartana et incendio immunea reddal, Sed iHum invenire 
acitia parmdia et virginibua conceaaum eaae aivmt. Audio etiam aub plan- 
tagine aimüem reperiri eodem die, Sed haec odoaia et curioaia quae- 
renda rdinquo.^ 

136. Faire mourir la nielle d*un champs, en en prenant le m^me 
jour dnq brins et en les mettant secher k la chemin^. A mesnre 
qu'ils sechent, la nielle seche et meurt. [Vgl. 22Ö.] 

137^ £mp§cher que les souris ou les ral^ ne gfttent un tas de bld, 
en tirant k jeun le m§me jour un sceau d'eau, dans lequel on mlle 
de Teau benite des Pasques et de la Pentecdte, et en arrosant ensuite 
le tas de bl^. 

138. Emp^cher que les froments ne soient noirs et fbudrez, en 
m^lant dans les semences de la chaux cuitte entre la F^ de TAs- 
somption et celle de la NatiTitö de la Vierge. 

139. Se rouler sur de la ros^e d'avoine le jour de S. Jean avant 
le Soleil levä, pour guerir des fi^vres. 

140. Jeüner au pain et ä. Teau le jour de Pasques, pour se pre- 
Server de ce qu'on appelle en certains lieux lea Breluckea. 

141. Prendre une hache le jour du Vendredy Saint, ou le jour 



ni. Fraiuöflischer Aberglaube. 231 

de la S. Jean, et avec le doe de cette hache racler de la poussi^e 
d*uB arbre frapp^ du foudre, et en mettre dans Tarme k feu dont on 
vent tiier, et on ne manquera pas de tuer ce que Ton tirera. 

142. Se ceindre de certaines herbes la veiUe de la S. Jean, pr^- 
cisement lorsque midi sonne, ponr dtre preservö de toutes sortes de 
mal^ces. 

143. Couper du bois de . . . le mSme jour, et en faire du char- 
bon en vüe de s'en servir pour la gu^rison du mal de . . . 

144. Croire que Teau qui a ^t^ benie le premier Dimanche d'apr^ 
les Qnatre tems de ... a plus de vertu que celle qui auroit ^tö benie 
un autre jour. 

145. Toumer trois fois le jour de la Purification de la sainte 
Vierge autour d'une escabelle avec un derge beul ce jour-lk, afin 
d'^tre preservä du feu, du foudre, et de tout malefice. 

146. S'imaginer que quand le tems est clair, ou pluvieux, le jour 
de • . . rannte sera fertile ou sterile, et que Nte sera fort sec, ou fort 
abondant en pluies. 

147. Toucher les chouz et les autres legumes d'un jardin avec 
un balai le jour de S. . . . afin qu*ils ne soient point g&tez des 
chenilles. 

148. Se persuader qu'on n*aura aucun ulcere toute Tannöe, si Ton 
s'abstient de manger des prunes le jour de NoeL 

149. Mettre dans les jardins un tison de feu que Ton a accoü- 
tumä de faire le l^r Dimanche de Car^me, qu! est le jour des Bran- 
dons, et s'imaginer que cela fait beaucoup de bien aux jardins, et y 
fait venir de gros oignous. [Vgl. 159.] 

150. Passer . . . fois au travers de ce feu, afin d*^tre preservä de 
la colique. [Vgl 238.] 

150- Croire que quand on dit un Evangile selon S. Marc le Di- 
manche & la grand' Messe, 11 pleuvra toute la semaine. 

151. S*imaginer qu'en jettant du sei aux quatre coins d*un her- 
bage ou päturage le 1^^ jouj* d*Avril, cela garentit les bestiaux de ma- 
lefice. 

152. Croire, dire, et faire tout ce quW croit, tout ce qu*on dit, 
et tout ce qu*on fait du Trifoir^ ou de la Buche de Noel, et du pain 
de Noel, en bien de lieux, et surtout en Provence. Ce Trifoir ^tant 
pr^par^, toute la famiUe s'assemble la veille de la Noel; on le va que- 
rir, et on le porte en c^r^monie dans la cuisine, ou dans la chambre 
du maitre ou de la maitresse du logis. En le portant on chante ä 
deux choeurs ces rithmes Proven^ales: 

Souche baudiaae 
Deman sara panisae: 
Tout ben ^a y enire, 
Fremea enfantan, 
Cabrea cabrian, 
Fedea caieiUan, 



232 HL FraaxosiBdier Aberglaube. 

Pron bla et pron farinOy 

De vin une pleno Uno. 
Cest k dire: 

Que la Buche se rejoniBse 

Demain c'est le jonr du Pain : 

Qae tout bien entre icy, 

Que las femmes enfantent, 

Les ch^vres cheyrottent, 

Les brdbis agnellent, 

Qu'il 7 ait beanconp de bl^ et de farine, 

Et de Yin une pleine cnve. 
On fiEut ensoite benir le Tr^foir par le plus petit et le plus jeune de 
la maison avec un ver de vin qu*il r^pand dessus en forme de croix 
en disant, In nomine Patris, etc^ apr^ quoi on le met au feu: et on 
le respecte si fort, qu'on n'ose s'asseoir dessus, de crainte que si on le 
profsmoit ainsi, on ne s'attirät quelque malediction. On en conserve 
toute rannte du charbon, que Ton fait entrer dans la composition de 
plusieurs remedes, et on croit que ce cbarbon ötant mis ardent sur la 
nappe de Noel^ ne la brüleroit pas. On laisse cette nappe mise durant 
les trois figtes de Noel, et on la couvre des meilleurs morceauz et des 
meilleurs mets que Ton peut avoir. [Vgl. 231. und Wolf BeUr. 
S. 118 ff.] 

153. On hit aussi la veille de Noel un gros pain, qu*on appelle 
le pain de Ccdende, On le fait le plus blanc que Ton peut, et fort 
gros. On en coupe un petit morceau, sur lequel on fait 3 ou 4 croix 
avec un couteau. On le garde pour guerir plusieurs mauz; et le reste 
on le r&erve pour le jour des Rois, auquel on le partage dans la £ei- 
mille, comme ofli fait ailleurs le gäteau des Bois. 

154. Croire que pour chasser les Sorcieres, il faut sonner les clo- 
ches de la Paroisse la nuit de sainte Agathe, k cause que c'est parti- 
culierement cette nuit-l& qu'elles courent. Cela se pratique quelque 
part en Espagne, selon le rapport de Martin de Arl^s (Tretet, de Super- 
stitionib.), qui le condamne et de fausset^ et de Superstition tout en- 
semble. Sed hoc faHswm eet, dit-il, et mperstitioaum, 

155. Ecrire de son sang sur son front la nuit des Bois les noms 
des trois Bois, Gaspar, Melchior et BaUhasar, se regarder ensuite dans 
un miroir, et croire que Ton s'y voit tel que Ton sera ä Theure de la 
mort, de quelque mani^re que Ton meure. 

156. Ne pas faire la lessive ni durant les Quatre-tems, ni durant 
les Bogations, ni pendant les jours que Ton chante T^n^bres, ni de- 
puis Noel jusqu'aux Bois, ni pendant TOctave de la F6te-Dieu, qu*on 
appelle en certains lieux les OctoubreSf ni les vendredis, de crainte 

. qu*il n'arrive quelque malheur. 

157. Croire que la pluye qui tombe durant TOctave de la F^te- 
Dieu, fait mourir les chenilles plütöt que celle qui tombe devant ou 



ni. FrahzÖBiflcher Aberglaube. 233 

apr^ et qae les bites k laine que Ton tond en ce tem0-l&, meurent 
dans rannte. 

158. Ne pas mettre roiiir du chanrre, ni du Un, et ne pas cüeiUir 
des frnits dans les Qnatre-TemB de Septembre. 

159. Allumer des feux et faire oourir des enfiints par les champs 
le 1<^ jour de Mars, afin de rendre les terres plus fertiles. Polydore 
Virg^le (L. 5. de Invent, rer. c. 2.) raporte que cela se pratique tous 
les ans en Umbrie, et que la coütume en est yenue de ce qui se fai- 
soit autrefois & Borne le jour de la fite de Cär&s. On en pourroit 
peut-^tre dire autant des brandonsy que Ton porte allum^ dans les 
cbamps certain Dimanche de Tann^e. [YgL 118.] 

160. S'imaginer que le pain cnit la veille de NoSl se peut garder 
diz ans sans se corrompre, et qu'il preserve les yaches de bien de 
maux, quand elles le mangent dans leur breuvage. 

161. Ne pas filer depuis mercredy de la semaine sainte Jusqn'au 
jour de Pasques, de peur de filer des cordes pour lier nötre Seigneur, 
ou parceque nötre Seigneur est en repos ces jours-lä; et par la mdme 
raison ne pas filer les samedis apr^s midi. 

162. Ne pas süsser le Jour de S. Thomas. 

163. Ne pas cuire du pain pendant les Rogations, ou Eoiaons, 
conune Ton dit en certains lieux, de peur que quelqu'un de la maison 
oö Ton en cuit, ne meure. 

164. Befuser du feu ä ses voisins k certains jours de la semaine, 
parce qu'en en donnant on donne son bonheur. 

165. Ne pas soufrir que Ton tue les griUons, dans la pensäe qu*ils 
fönt le bonheur des maisons oü il se retireni. 

166. Bemplir d'eau les tonneaux de cidre le yendredi, afin que le 
cidre ne perde point sa force. 

167. Se persuader que quand on fait une fosse le Dimanche dans 
une Eglise, dans une Chapelle ou dans une dmeti^re, pour enterrer 
quelqu'un, il mourra plusieurs personnes la mSme semaine dans la pa- 
roisse. 

168. Cüeillir certains simples, certaines feuilles, certains fruits, ou 
certaines branches d'arbres le l^r jouj* de May, le jour de la Nativitä 
de S. Jean Baptiste, ou quelqu*autre jour, avant le soleil lev^ dans la 
creance qu'elles ont plus de vertu, que si elles ätoient cüeillies dans 
un autre tems. 

169. Croire qu*il vaut bien mieux enter ou greffer des arbres le 
jour de TAnnonciation de la Yierge et saigner des chevaux le jour de 
la föte de S. Estienne, qu'ä tout autre jour. 

' 169^- Dire qu'infailliblement quand il pleut ou qu'il fait beau tems 
certains jours, comme le jour de S. Vincent, le jour de la Conversion 
de 8. Paul, le jour de S. Gervais et' de S. Prothais, le jour de S. Ur- 
bain, le jour de S. Medard, etc. il pleuvra ou il fera beau temps 20, 
30 ou 40 jours de suite, il y aura cette annee-lä mortalitä, guerre, 
abondance ou dizette de vin, de fruits, de bl^ de cerizes, de prunes, etc. 



234 in. Fraiisdeischer Aberglaube. 

Ce qni a donn^ lieu k ce quatre vers superstitieux que Ton a fiiits rar 
le jour de la Conversion de S. Paul^ et qui se trouvent dans le Trait6 
des Divinations de Pueer (p. 41 et 42): 

Clara dies Pauli bona tempora.denotat anni; 

Si foerint nebulae, pereunt animalia quaeque; 

Si fherint yenti, designant praelia genti; 

Si nix, si pluvia, designant tempora cara. 
£n voiey quatre autres de mSme nature qui sont ra^K>rtez par Martin 
de Arl^ dans son TraiU des Swperdüiona, Les deux premiers regar- 
dent la F^te de S. Vincent: 

Vincenti feste si sol radiet, memor esto, 

Para tuas cuppas, quia multas colligis uvas. 
Et les deux demiens, celle de la Conversion de S. Paul: 

Clara dies Pauli multas segetes notat anni; 

Si fuerint nebulae aut venti, erunt praelia genti. 
C'est de cette souree que sont venües ces observations: Teffes Boga- 
tionsy telles fanaiaona, Td 8. Medardj teil Aaust, Tel S, Urbcdn^ td- 
les vendangea, Autani cForages en 4U, que de jour ndmleux en Mars, 
Autant de broüiUards aprhs Pasques et au mais cPAmtstf que de rosdes 
au mois de Mars, 

170. Le m§me Pueer (Ibid, p. 42) t^moigne, que Fr^derio m. 
Duo de Saxe, jugeoit de la durde des neiges par le nombre des jours 
qui restoient depuis le premier jour qu'il avoit neig^, jusqu'ä la noa- 
velle Lune suivante. 

171. Ne pas vouloir couper ses ongles le vendredy ni semer, ni 
planter, ni labourer, ni faire volle, ni couper du bois, ni remu^ du 
bl6 dans les greniers, ni faire des contracts ä certains jours. 

172. Manger un cocq le jeudi-saint en memoire de celui qui aiant 
chant^ par trois fois, fit souvenir S. Pierre de son pechö. 

173. Serrer les cendres k certains jours de la semaine, afin que 
la lessive en seit meilleure. 

174. Ne pas sortir de chez soi la veille d'un voyage que Ton a 
k faire, de crainte qu'il ne seit pas heureux. 

175. Ne pas entrer cbez soi le vendredi en revenaut d'un voyage, 
parce que c'est un signe de malheur. 

176. Ne pas laisser un corps mort dans le legis oÄ il estmort, de 
peur d'attirer par-l& quelque mal ä sa feunille. 

177. Cüeillir certaines herbes le jour de la S. Jean pour emp6- 
cher les Sorciers de faire du mal. 

178. PStrir le m^me jour de petits pains et les mettre sdcher au 
plancher afin de n'toe point mordu de chiens enragds. 

179. Enfin s'imaginer, conune fait Pierre Lenaudiere dans son 
traitö des Docteurs P. IV, qu. 14^ qu'il y a trois jours de TannfSe, sa- 
voir le demier de Janvier, et les deux premiers de Fevrier, oä il ne 
vient point de fiUes au monde, et que les corps des gar^ns qui nais- 
sent ces trois jours-lä, ne se corromperont point en terre avant le 



UL FnuuÖBiseher Aberglaube. 235 

demier jugement, ce qn'il dit toe rapport^ dans le Livre De Naiura 
Rerum. 

189. C'est Tesprit de tenebres qni pr^serve cenz qni fbnt nn cor- 
de, lorsqulls se voyent menac^ des foudres, des onragans, des orages, 
et de la pluye, m^e en pleine campagne. Sitöt qu'ilB entendent 
gronder le tonnerre et soufHer le vent avec impetuont^ et qa'ils voyent 
venir un temps £acheiiz, ils fönt sur la terre, avec un conteaii, un cer- 
de simple, capable de contenir tous ceuz qu'ils veulent garentir; pids 
ils fönt une croix au milieu, y dcrivent Verbum coro factum eH, et y 
fichent ensuite un couteau au ndlieu de la Croix, le trenchant vers 
Tendroit d'oii peuvent venir les foudres, les ouragans, les orages, et la 
pluye, en biaisant un peu. 

190. ^ C'est le mdme esprit qui engage certains supeistitieuz & 
äcrire des caracteres que je ne veux pas nuurquer, sur une lame de 
plomb avec leuir nom, et le nom de la personne de qui ils attendent 
quelque chose, k les attacher & leur bras gauche, et k toucher cette 
mSme personne, afin d'en obtenir tout ce qu'ils souhaiteront. 

191. Enfin c'est le mSme esprit qui leur fait fedre d'autres carac- 
teres yraiment diaboliques, pour corrompre des femmes et des filles et 
pouir 6tre aimez et se faire suiyre par elles, pour les fedre venir en 
quelque lien que ce soit, pour se fedre aimer de tout le monde et de 
leurs ennemis m^me; en un mot pour commettre une infbit^ d'autres 
crimes. 

192. n y a des gens ass^ fbus pour s*imaginer qulls seront heu- 
reux au jeu, et qu'ils y gagneront to^ours, pourvü qn'ils ayent sur eux 
un morceau de corde de pendu, ou du tr^fle k quatre feullles, ou un 
coeur d'hirondelle. 

193. La foug^ere qu'il faut cueiUir la veille de la S. Jean Juste- 
ment k midy, et le bracelet fait en la forme de ce caraet^, HVTY, 
sentent trop la superstition. 

194. Dans le Comtat d'Avignon, en Provence, en Daufin^ et ail- 
leurs, il y a des Prdtres qui fönt cbaufer un morceau de fer, ou une 
des clefs de TEglise, et qui Fappliquent aux hommes et aux femmes, 
anx chiens et aux bestiaux, pour les gu^rir de la rage, ou pour les en 
pr^server. Ce morceau de fer, et cette def, s'appellent La def de 8. 
Pierre, parce quW s'en sert plus communement dans les Eglises qui 
sont dedi^es sous Tinvocation de S. Pierre, que dans les autres. On 
en marque d'ordinaire les hommes et les femmes dans les Eglises, les 
chiens et les bestiaux k la porte des Eglises. 

Je mets encore au rang des Preservatifs qui se fönt sans paroles: 

195. Ne point manger de chaire ni d'oeufis certains jours de f^tes 
solemnelles, comme le jour de Pasques, afin d'Stre preserv^ des fi^vres 
le reste de Tann^e; comme si ces jours, et Tabstinence de la chair et 
des oeu& que Ton y fiüt, avoient plus de vertu pour cela qu*une pa- 
reille abstinence fiute k d'autres jours. Aussi cette Superstition est- 
elle condamn6e en ces termes par le Concile Provincial de Reims en 



236 in. Fransödseher Aberglaube. 

1683 (üt 6, No. 8): Nemo a camt&tw miperatitioae diebus adUmmbus 
ahstineat, tU scuro die Pcuchcte, ne toto anno febre laibaret, aui mmüe 
quidpiam faciaitj auadeat, aiU eredaJt; et par oelui de TonleuBe en 
1590 (Part A^ c. 12, No. 6): Quae vana nonnuüorum meniea. ifwarii 
auperstUiOf camifma ad vitandam febrim die Paachali abstinendum esse, 
ah unoquoque Episcopo in ma dioecesi düigenti disquisitione eoffnitOj 
toüaitur et arceaJtur, 

196. Prendre une branche de pmnier, et rattacher & 1a eheminde 
afin qu'elle seiche, pour guerir du mal de gorge. 

197. Faire mordre nn malade dans un ooudre ayant le soleil levä 
pour 6tre gueri des . • . ou bien^fendre un ooudre et £Edre passer le 
malade dans la fente. [Vgl. 232.] 

198. Derober une oreille de charrue, la mettre sous le 'seüil de 
la porte d'une bergerie, et faire passer les brebis par dessus, pour les 
guerir d'une maladie appell^e Beequereau^ qui est une . . . dont elles 
meurent assez souvent. 

199. Laver ses mains le 1 jour de May dans du furnier, et abat- 
tre trois fois. le couvercle de la buche sur ses mains, pour empScher 
qu'elles ne se jarcent en hyver. 

200. Guerir la fi^vre . . . en beuvant dans un seau d'eau apr^ 
quW cheval y aura beu. 

201. Lors qu'une femme est pr^te d'accoucher, prendre sa cein- 
tnre, aller ä TEglise, Her la cloche avec cette ceintnre et la faire son- 
ner trois coups, afin que cette femme accouche heureusement. Martin 
de Arl^s (Traot. de Superstüionib.) assüre que cette Superstition est 
fort en usage dans tout son pa'is: „Superstüionwn est quod fere in 
omni hao nostra patria observatur, lU dum femina est propinqua par- 
tuif »onam vd corrigiam qua praedngitur, aedpieniea ad Ecdeaiam oc- 
currunt et cymbaium modo quo possunt corrigia iUa vd zona eireum' 
dant et ter percutientes cymbaium, sonum iUum credunt valere ad pro- 
gperum partum, quod est superstitiosum d vanum.'^ 

202. Frotter les verrues k un genest et le lier le plus bas de terre 
que Ton pourra, afin de les faire tomber. Le mSme rem^e sert pour 
faire tomber les cors des pi&. 

203. Frotter les verrues avec de la bourre que Ton aura trouvee 
fortuitement dans un chemin, puis la jetter, et celui qui la ramassera, 
aura les verrues. 

204. Prendre autant de pois qu'on a de verrues, les enveloper 
dans un linge, et jetter ce linge dans un chemin. Celui qui le ra- 
massera, aura les verrues, et celui qui \ßa avoit auparavant^ ne les 
aura plus. 

205. Se frotter les dents quand elles fönt mal, d*une dent de mort, 
et croire qu'on en guerira. 

206. Couper une pomme ou un morceau de boeuf en deuz, en 
appliquer les deux morceaux sur les verrues, puis les lier ensemble et 
les jetter ensuite. A mesure qu'ils se pourriront, les verrues diminue^ 



III. Französischer Aberglaube. 237 

itmt On attribaS le mtoie effet anx fefiilles de fignier^ anz ooeurs de 
pigeons, et anx grains de sei. 

207. Faire dnreir nn oenf an feu, et le mettre dans nne fonrmil- 
liere^ afin de gnerir la . . . 

206. Balayer nne chambre . . . fois k rebonrs ponr chasser les 
manx de ... et de .. . 

209. Cüeillir certaines herbes entre la veiUe de la S. Jean et la 
veille de la S. Pierre, et les garder dans nne bonteille ponr gnerir 
certaines maladies. 

210. Garder des morceauz de pains benis des trois messes de 
Noel, et en prendre ponr remede contre diverses maladies. 

211. Faire passer par un ^chevean de fil les personnes qui sont 
malades de la coliqne, et ceUes qni ont des descentes de boyanz, etc. 

212. Frotter le front des en^ants avec de la bone ponr emp^her 
qn'ils ne soient malades de . . . [Vgl. Basile 2, 266 Anm. nnd Petron. 
c. 151 : „ TurbatumsptUopulverem medio nutuUtdigitofronUmque. . .signatJ^] 

213. Prendre denz brins de senesson, en faire nne petite conronne 
mettant la radne en hant, et la pendre au coü avec un brin de fil, 
ponr gnerir des ... 

214 Attacher des tdtes de clous anz portes des mäisons, afin que 
les gens et les bStes qui les habitent, soient preserv^ de charme et 
de malefice. (Mizauld cent 4. No. 66. et cent 7. No. 42.) 

215. Croire que les moutons et les chevauz malades seront guäris, 
si on les ^t changer de paroisse. 

216. Quand nn cheval est deferr^ mettre pi^ ä terre et toumer 
rdtrier a Tenvers, pour empdcher que la come ne s'uze. 

217. Mettre deuz pattes de . . . Tune au dessus de la porte d'une 
bergerie^ et Tautre au dessons, pour guerir les moutons de laclavel^. 

218. Derober un chou dans un jardin voisin, et le mettre seicher 
ä la cremilli^re (cremaill^?), pour guerir la fi^vre . . . 

219. Pendre au cou d'un malade un os de tr^pass^, que Ton aura 
pris dans un dmeti^re, pour guerir le m^me mal. 

220. Se frotter les mains au manteau d*un . . . pour guerir les 
vermSs des mains. 

221. Faire ce qu'on appelle des Crepes ou bignets, avec desoeufs, 
de l'eau, et de la farine, pendant la Messe de la füte de la purifica- 
tion; en sorte qu'on en ait de fidtes apr^ la Messe, afin de ne point 
manquer d'argent tonte Tann^e. 

222. S'imaginer comme fönt quantitö dldiots et d'Idiotes, que la 
teile faite de fil qui n*a point ^tä file les samedis apr^s-midi, est ca- 
pable de ressusciter les enfans mort-n^ qu*on y envelope. 

223. Se mettre dans Tun des plats d'une balance, et mettre son 
pezant de seigle dans Tautre, pour ^tre gueri du mal caduc. Cloüer 
un clou dans une muraille pour ^tre gueri du mal de dents. Ce sont 
deuz superstitions dont Denis le Chartreuz parle ainsi (üb. contra 
Vüia Superatit, tat 9) : „Äd mperstüumem pertinet ponderatio hominis 



238 in. Fraazöeischer Aberglaube. 

ad ciequalüatem aüiginia contra marbum cadueum. Credulüaa quod con- 
tra dolorem dentium vcdeat davtu infixua parietu^ 

224. La premiere fois qu'on entend le coucon, oemer la terre qni 
est Sons le pied droit de celoi qm rentend, et la r^pandre daos les 
maiflons afin d*eii chasser les puces^ (Mizauld cent. 4 No. 71.) 

225. Faire sicher & la chemin^e neuf sortes de bois, ou certames 
herbes, afin que la fi^vre et quelques antares maux diminuent ä mesure 
qne les neuf sortes de bois, et les herbes dimintteront. [VgL 136.] 

226. Cueillir an certain simple avant le soleil lev^ et en frotter 
les pi^ des vaches, des chevres, des tmyes, des cavales, etc. afin 
qu'elles aient beauooup de lait 

227. Cacher sous r^corce d'un tremble avant le soleil ler^ du 
poil d'nn homme ou d'une b6te qui aura M bless^e, et faire la mSme 
chose pendant quelques jours, afin de fedre tomber ou mourir les vers, 
qui se seront accüeillis k sa plaie. (Mizauld cent. 8. No. 91*) 

228. Trouver inopin^ment une petite grenoiiiUe verte, appell^e en 
certains pais rälet ou graisaet, ne la point nonuner, et Tattacher au 
cod d*un febricitant pour le gu^rir. Si cet animal meurt bientöt» e'est 
signe que le malade sera bientdt gueri; mais s*il est longtems sans 
mourir, c'est signe que le malade languira longtems, et m^e qu'il 
sera en danger de mourir. 

229. Faire boire les bestiauz au retour de la Messe de mifii ^ity 
avant que de rentrer au legis et avant que de parier & personne, pour 
les pr^erver de certains maux. 

290. Enterrer un boeuf, une vache, un bouc, une chevre, unporc, 
une truye, un cheval, une cavale, un mouton, ou une brebis morte^ 
dans r^ble mSme ou eile est morte, ou bien pendre sa . . . & la che- 
min^ pour empScher que les autres ne meurent 

231. Croire qu'une buche que Ton commence & mettre au feu la 
veille de Noel (ce qui &it qu'elle est appell^e le trifoir^ ou U tiaondt 
No&) et que Ton continue d'y mettre quelque tems tous les Jours jus- 
qu*auz Bois, peut garentir d'incendie ou de tonnerre, toute Tannde, la 
maison oii eile est gardöe sous un lit, ou en quelque autre endroit; 
qu'elle peut empdcher que ceux qui y demeurent, n'ayent les mules 
aus talons en hiver; qu'elle peut guerir les bestiauz de quantitä de 
maladies; qu'elle peut delivrer les vaches prStes ä v^ler, en en faisant 
tremper un morceau dans leur breuvage; enfin qu'elle peut prdserver 
les bl^ de la roüille en jettant de sa cendre dans les champa. 
[Vgl. 152.] 

232. Se Her ä certains arbres avec ime corde, ou avec quelqu'au> 
tre lien de bois ou de paille, et demeurer quelque temps en cet dtat, 
pour itre gueri des fi^vres. Quelques-uns disent qu'il faut faire cela 
de grand matin et etant & jeun, laisser pourir le lien autour de l'ar- 
hre, et mordre l'^rce de l'arbre avant que de se redrer. [VgL 197.] 

233. Passer par le feu de la S. Jean pour dtre gueri du feu vo- 
läge. [Vgl. 150.] 



III. Franxosischer Aberglaube. 239 

234. Mettre des fefiilles de bU en croiz, ponr 6tre gneri de la . . . 

235. Demander troii aiun6neB k llMmneiir de S. Laurent^ poiur dtre 
g^eri du mal des dente. 

236. Donner un sol et an morcean de lliabit d*an malade k un 
Medecin, afin que le malade guerisBe. 

237. Trainer un brin de fil dans du saint Chr&ne, on cacher une 
Image de terre boub un autel, pour 6tre gueri de oertunes incom- 
modit^. 

238. Saigner du nds mit certaine quantitä de fdtus diBpos^ d'une 
certaine maniere, afin d'^tancher le sang qui ooule du n^ en abon- 
dance. 

239. Oourir 9a et 1& dans une Eglise pouir gnerir la pleuresie. 
Le Concil Provinoial de Toulouse en 1590 (Part. 4. c. 12. No. 6.) con* 
damne cette pratique par ces mots: y,Quae vana nonnuUorum ment€$ 
inoaaü SuperatUio, ad fernere conceptatn tTnaginariae pleurüidia opimo- 
nem a nostris hominibus adhibetur per Ecdesiam eircumcuraatiOf eaque 
onunia anüi SuperMione hrnninum mentes detinere conaueverwdy ab uno- 
quoque Epüeopo in sua dioeceai düigenU inguintione cognita, toUantur 
et arceantur.^ 

240. Attacher au cofi des brebis de trois ou de neuf sortes de 
bois, pour haie tomber les vers qu'elles ont quelquefois. (Misauld 
oent. 2. No. 73.) 

241. Faire changer les chevaux de paroisse, ou, comme Ton dit 
en certains Heux, les faire changer de ditnagej lorsqu'ils sont malades 
des trenchdes ou des avives, pour les en faire guerir, dans la pensto 
qu'ils n'en gueriroient point sans cela. 

242. Porter une perruque faite des cheyeuz d'un pendu, et trem- 
p^ dans le sang d'une pupu, afin de se rendre inirisible. 

243. Mettre du pain beni de la Messe de minuit, ou des miettes 
du pain beni de la Messe paroissiale d'un Dimanche, dans le breu- 
Tage des bestiauz pour les guerir ou pour les delivrer du mal . . . 

244. Tremper dnq feüilles de buis beni le jour des Bameauz dans 
le breuvage des vaches pour les purger. [YgL 94.] 

245. Couper Tourlet du suaire d'un mort, le passer sous les reins, 
et en ceindre eeux qui ont la colique, ou quelque descente de bojaux. 

246. Mettre un morceau du derge beni le samedi saint, pour em- 
pecher qu*on ne charme une arme k feu. 

247. Traire une vache trois matins de suite, sans laver ses mains 
et avant le soleil lev^; puis jetter le lait sur les • . . des bestiaux, ou 
le mettre sous le . • . de leiir ^table, ou le verser sur une . . . pour 
le pr^erver de mal. 

248. Bemettre les os disloqu^s aveo de Tozier franc, li^ d'une 
certaine mani^. 

249. Guerir les verrues que Ton a aux mains, ou en regardant le 
eroissant, ou en mettant dans un papier autant de petites pierres qu'on 



240 HL Französischer Aberglaube. 

a de verraes et en jettant ce papier daiis an cheminy ou enfin en 
prenant de la boue derri^ soi et en les en frottant. 

250. Frotter les lonpes k Thabit d'un bourreau, peu de temps 
apr^ qu'il a fait exöcation, afin de les dissiper. 

251. Belever Vestomach ou en baaillanty ou en appliquant un soc 
de charrue trempä, sur une certaine partie du corps. Ce demier re- 
m^de guerit aussi du mal de gorge. ü y en a plusieurs autres de 
m^me nature que les deuz premiers pour relever Testomach. 

252. Avaiit que d'enfoumer le premier pain au four, faire un 
signe de croix dessus, prendre ensuite une poign^e de la p4te du ml- 
lieu de ce premier pain, en faire un petit pain k part, le faire cuire 
dans le m^me four, et quand il est cuit le donner au premier pauvre 
qui se rencontre, Äu nom de Dieu et de Mr, S, Alouri, c*est (dit-on) 
un remMe infaillible pour gu^rir les enfants qui sont en chartre. 

253. Manger la premiere pasquerette que Ton trouve, ou se firotfcer 
au premier houz que Ton rencontre, pour guerir la fi^vre . . . 

254. Porter dans sa bourse la t^te d'une pupu, afin de n*^tre 
point tromp^ par les marcbands et de gagner beaucoup. (Misauld 
cent. 2. No. 73.) 

255. Guerir un malade de la . . . en mettant bouillir dans Teau 
qu'on lui donne k boire une pinc^e d'aiguilles que Ton aura prise au 
hazard et sans compter ch^ un marchand. 

256. Faire passer un enfant malade du mal appellö de S. GiUes, 
dans la chemise de son pere, et porter ensuite cette chemise sur un 
autel de S. Gilles, afin que Tenfant guerisse. 

257. Guerir les enfans qui sont en chartre, ou en langueur, en 
allant k Tautel des onze mille Vierges, et en mettant de Thuile dans 
la lampe qui brüle devant le saint Sacrement. Si la lampe ne Jette 
pas une lumi^re bien daire, c*est signe que l'en&nt mourra; mais si 
au contraire eile en jette une qui soit bien daire, c'est marqne qu'il 
guerira. 

258. Guerir des fi^vres en assistant un seul jour de Dimanche k 
trois eaux benites en trois differentes paroisses. 

259. Jetter sur une aubespine le lait qui se caille trop tot, afin 
qu'il soit plus longtems k se cailler. 

260. Faire porter sur soi ä un mari un morceau de come de cer^ 
afin qu'il soit toujours en bonne intelligence avecsafemme. Lam§me 
chose peut servir aux boeufs et aux chevaux, afin qu'ils ne soient Ja- 
mals malades. (Mizauld ibid.) 

261. Passer entre la croix et la ban^i^e de la paroisse, lorsqu'on 
fait la procession ä la grand-Messe les Dimanches, afin de n*avoir point 
la fi^vre . . . toute Tann^e. 

262. Faire faire les fers des chevaux des ^p^es avec lesquels on 
aura tu^ quelques personnes, afin que les chevaux soient plus agiles 
k la course. Les rendre plus traitables et plus doux, en leur ^edsant 
fEÜre des mors de semblables 6p^es. (Mizaidd Und,) 



III. Franzöeischer Aberglaube. * 241 

268. Faire porter ä an hemme mariä le coeur d*une caille m41e, 
et k sa femme le ooeur d*une caille femelle, afin qu'ils vivent toi:^tir8 
en paix. (Mtsanld cent. 8. No. 18.) - 

264. Toucher k certains jonrs de Vann^ avec an balai les herbes 
et les legnmes des Jardins pour emp^cher qae les fourmis, les saute- 
reUea, les lima^ns, les chenilles, les vers et les autres insectes ne les 
gfttent 

265. Arrdter le sang en mettant une clef crense dans le dos. Ar- 
r§ter le lait en mettant une pareiUe clef dans le sein. 

266. Porter sur soi nenf patenostres d*ambre . . . pour guerir cer- 
tains maux. 

267. Quand une femme est en mal d'eniant) lui foire mettre le 
haut de chausse de son mari, a£n qu'elle accouche sans douleur. 

268. Pendre un hareng le yendredy saint aux soliveaux d'une 
chambre, afin d*emp^cher les mouches d'y entrer. 

269. Ficher des ^pingles dans le suaire d'un mort, porter sur soi 
ou une dent de loup, ou Toeil droit d'un loup, apr^ Tavoir fait secher, 
afin de n'avoir point de peur. 

270. Fendre un chesne, et fidre passer trois fois un enfiemt par 
dedans, afin de le guerir de la hergne. Le p^ et la m^ de Fen- 
fiuit doivent ^tre chacun & un c6t^ du chesne. 

271. Brider certains animaux d'une ronce, afin de les guerir des 
maux de ... et de .. . 

272. Boire & ]eun de Teau beulte de la veille de Pasques, ou de 
la veille de la Pentecdte, pour 6tre gueri des fi^vres. 

273. Attacher une grande dent de loup au coü d'un cheval, afin 
de le rendre infatigable & la course. 

274. Mettre seicher k la cheminde la pellicule d'im oeuf, afin que 
le poules du legis ne perdent point leurs oeufe. 

275. Attacher une pierre perc^ au cofi d'un cheval qui hannit 
trop, afin de le faire taire. Attacher k la queue d'un asne une pierre, 
afin de l'emp^cher de braire. (Mizauld cent 7.^No. 79.) 

276. Jetter du boüillon de carlme-prenant dans les foss^s, dans 
les mares, dans les ^tangs, etc. afin de feure taire toute l'ann^e les 
grenoüilles qui y sont 

277. Prendre les ourlets des linceuls, dans lesquels on a enseveli 
un mort, et les porter au coü, ou au bras, pour guerir des fi^vres. II 
faut que ces ourlets ayent 6t& d^hir^ et non coup^. 

278. Mettre une croix de bois sur un monceau de bl^, pour em- 
pöcher les chats d'y fiEÜre leur ordnre. 

279. Toumer les chats et les poules autour de la cremillere (cre- 
maillto?), pour les tirer au legis, et pour les obliger de ne pas en 
sortir. 

280. Guerir un cheval ou un autre animal boitenz, en lui faisant 
lever le piä tous les matins pendant neuf jours de suite, et en don- 
nant deux sols k celui qui lui a lev^ le pi^, pour faire son ofirande. 

Genrasn Tilb. otia imp. 16 



242 ni. Franzöeiacher Aberglaube. 

281. Guerir lea fievres en partant de bon matin ponr aller en 
voyage k une Eglise dedi^e k Dien sous riavocation de & Pierre, 
Sans se laver les mains, sans parier k personne, sans boire ni nuuiger, 
et sans prier Dien qu*on ne soit arrivö k TEgliea 

282. Mettre une grenoüille de buiseon dans un pot de terre neof» 
et enterrer ce pot au milieu d*un champ, afin d*empecher les oiseaux 
de manger ce qu*on aura aemi dans ce cbamps. (Mizauld cent. 8. 
No. 16.) Mais il faut enterrer ce pot un peu avant la moisson, de 
peur que les grains et les fruits ne soient amers. 

282^ Port^ 8ur soi une feiiille de . . . comme fönt quantit^ de chas- 
seurs, de cavaliers, et de postillons, pour emp^cher qu'on ne s'^corche 
le dem^re, quand on va ä cbeval. 

283. Ouvrir et fermer la buche trois fois tous les matins durant 
neuf jours, £a,ire du vent en Touvrant et en la fermant, et exposer k 
ce vent ceux qui ont des dartres ou du feu volage au visage, afin de 
les guerir. Ou bien faire la m^e cbose en disant . . . fois Pater 
noater etc. en diminuant k chaque fois que Ton ouvre la buche. 

284. Guerir la gallo en ces deux mani^res: 1) Se roider tout nü 
dans une pi^ce d'avoine, en arracher une poign^e, s'en £rotter le corps 
avec de Teau de fontaine; apr^s s'en ^tre ainsi &ott^, la mettre sei- 
eher sur un arbre ou sur une haye : k mesure qu*elle seichera, la galle 
seichera aussi, et s'en ira. 2) Sortir le matin de sa maison sans pen- 
ser k quoi que ce soit, arracher une poign^e d'avoine en grappe, et la 
mettre sur un arbre, ou sur une ha'ie. A mesure que oette avoine 
seiche, la galle seiche et diminue. 

285. Faire passer les moutons, les brebis, ou les agneaux par un 
cercle, afin de les pr^server de la « . . 

286. Cemer le gazson qui est sous le pi^ d'un cheval malade, afin 
de le guerir. [Vgl. 291 und Deutsch. Abergl. 624 556.] 

287. PStrir un petit pain avec Turine qu'une personne malade de 
la fievre quarte aura rendue dans le fort de son acc^, le faire cuire, 
le laisser froidir, le donner k manger^ & un . . . et faire trois fois la 
m§me chose pendant trois acc^s; le . . . prendra la fievre qoarte, et 
eile quittera la personne malade. Si cette personne est un male, on 
donnera le petit pain ä un . . . si eile est femelle, on le donnera & 
nne . . . Lambin dans son Commentaire sur ces paroles d'Horace 
(Lib. 2. Satyr. 3.) 

„Frigida »i ptterum quartana retiquerü,^ 
assüre qu'il a appris ce remede superstitieux et illicite d'un Umbrois. 
„Febris quartanae depeUendae, dit-il, rationem miram et paucis /or- 
ta88e ifumditam, quam^ cum in ItaUa esaerriy a quodam ümbro occept, 
hie referre volo. Sumatur id lotium, quod aeger febre vigente^ geu 
Tcapo^uafiou tempore semel effuderit. Hoc lotio, in locum ctquae, Umtma 
farinae quantum saiiafit ad exiguum panem, oonficiendum temperetur, 
gubigatur ac pimatur: panisque fiat ei coquatur: coctue et refrigeroitue 
. . . moBCido emrienti, si aeger sit mas^ feminae sifemina sit^ praebeatur 



IIL Französischer Aberglaube. 243 

idqw ier ficU, Hoc facto aeger convaleaeet . . . febri quartana corri- 
piestwrJ^ Mais en parlant de la sorte, il a montr^ qu*il n'ötait pas 
grand Theologien. Mizanld rapporte le m6me remede. (Cent. 6. No. 38.) 
En voici encore an autre ponr la fiövre quarte. II faut que le malade 
prenne de llierbe i^pell^e houÜlcn hlane, apr^ Tavoir cherch<^ en di- 
sant aon chapelet et sans saluer qui que ce soit, ni parier k personne. 
L'ayant trouY^e, ü la doit arracher avec sa racine, et la jetter au vent; 
puls la fi^yre quarte oesse aussitdt. 

288. Soufler trois fois k Jean pendant nenf matins de suite, dans 
la bouche des enfants qui y ont du ehancre, et dire certaines paroles, 
poor les en guerir. 

289. Faire passer an febricitant par la fente d'un arbre afin de 
le d^Uvrer de la fi^vre . . . [VgL 331.] 

290. Prendre du poil d'une . . . ou des ongles d'un malade, et le 
mettre entre an arbre et son ^corce et le malade gudrira infaillible- 
ment, comme aussi si on le fait passer . . . fois pardessus un chesne 
ou pardessas an sarena. [Vgl. 336 und Z>. M 617 f. 1122.] 

291. Guerir une vache, quand eile cloche d'un mal appell^ en oer* 
tains pais, le fourchet, en lui arr^tant le pi^ dont eUe cloche, sur une 
motte d*herbe ou de gazon, en cemant eette motte de la grandeur du 
pi^ malade, et en la mettant seicher ensuite sur une haye. [Vgl. 286.] 

292. Attaeher an clou d*un Crucifixe au bras d'un epilepiique, 
poor le guerir. 

293. Faire durcir un oeuf, le peler, le picquer de divers coups 
d'aigoille, le tremper dans Turine d'une personne qui a la fievre . . . 
pais le donner 2i un . . . si le malade est un male, ou k une . « . si 
le malade est une femelle, et la fievre s*en ira. 

294. Guerir an rhumatienne appell^ par quelques-un VEncJwppe^ 
en faisant frapper trois coups d*nn marteau de moulin, proehe du ma- 
lade, par un meünier, ou par une mefini^re de trois raoes et endisant 
In nomine Patris^ etc. 

295. Derober quelque chose k son voisin, afin de faire cesser le 
mal qui nous touimentc. 

296. Enfbüir une . . . sous le sueil d'une ecurie ou d'une ^table^ 
ou pendre dans Tune ou dans Tautre des briques en croiz, pour em- 
p^cher que les chevaux et les autres bestiauz ne soient malades ou 
mal^fici^, et que les vaches ne tarissent. 

297. Tuer un cocq en presence d'une personne qui est en langeur, 
et qui semble ne pouvoir mourir, afin qu*elle meure ou qu'elle guerisse 
bientot. 

298. Monter sur un ours et faire certains tours dessus pour ^tre 
pr^serv^ de la peur. Cela se pratiquait autrefois en France plus com- 
mun^ment qu'aujourd*hui. 

299. Guerir un cheval encloü^ en lui tirant le clou du pie, en 
Tenfon^ant dans une b. ou dans qüelqu'autre morceau de b. et en 
pissant dessus. 

16* 



244 in* Französischer Aberglaube. 

300. Faire faire les premiers souliers des enfants de cuir de loup, 
et les leur faire porter, afin qu'ils soient preservez, etc. Le Synode 
du Mont-Cassin en 1626 condamne expressement cette pratique« (C. 4. 
Decret. 2.) 

301. Guerir la fidvre . . . avec cet admirable remede. Prendre 
un morceau de linge neuf et qui u'ait point encore ^te mis k la les- 
sive, y enfermer un peu de sei, de la teile d*araignäe, de Toignon, et 
quelques autres drogues, puls le mettre sur le poignet du bras ou com- 
mencement de Tacc^s, Ty laisser pendant 12 heures et ensuite le jetter 
au feu Sans regarder dedans. 

302. Partir du lieu ou Ton se trouve, sans saluer qui que ee soit 
et sans dire mot k personne, aller chercher une certaine herbe, l'ar- 
racher et la jetter au vent, pour guerir la fi^vre quart@. 

303. Fieber des aiguilles ou des epingles dans un certain arbre 
de TEglise de S. Christophe situ^ sur une montagne fort 6ley6e 
proche de la ville de Pampelonne afin d*^tre pr^erv^ du mal de tete 
toute rannte suivante. Martin d'Arl^s, Archidiacre de Pampelonne, 
condamne cette pratique superstitieuse dans son TraiU des Super- 
atitiona. 

304. Couper une paille avec une besaigue pour guerir renfieure 
des mains et des doits. 

305. Attacher un cheval pendant trois heures k une certaine ra< 
cine d'arbre ou k une brauche qui n'aura jamais port^ de fruit, afin 
de le guerir d'une certaine maladie. 

306. Mettre le coeur d'un crapaut sur la mamelle gauche d'une 
femme pendant qu'elle dort, afin de lui fedre dire tout ce qu'elle a de 
secret. (Mizauld centur. 2. No. 61.) 

307. Jetter neuf grains d*orge, etc. dans une fiele de verre pleine 
d'eau claire pour guerir un . . . de la . . . 

308. Emp^cher qu'un Sorcier ne sorte du legis oü il est, en met- 
tant des balais k la porte de ce legis. 

309. Pßtrir le gäteau qu'on appelle de S. Loup en cette maniere, 
pour empecher que les loups ne fassent aucun mal aux bestiaux et aus 
troupeaux que Ton laisse seuls dans les champs et les päturages. On 
fait un gäteau triangulaire k Thonneur de la tres-sainte Trinit^ on y 
fait cinq trous en memoire des cinq plaies de ndtre Seigneur, et on le 
donne ensuite, pour l'amour de S. Loup, au premier pauvre qui se 
rencontre. C'est ce qui se pratique assez souvent proche Tillemont et 
Louvain, ainsi que le rapporte Majolus (Suppl. dier. canic. coUoq. 3.). 

Employer quelqu'un de ces remedes exterieurs dont Femel parle 
en cette sorte (Lib. 2. de aJbditis rervm caitsis c. 18): 

310. Se scarifier les gencives avec une des dents d'une personne 
morte d'une mort violente, pour guerir le mal de dents. 

311. Boire la nuit de l'eau de fontaine dans le test d'un homme 
mort et brdl^ pour se ddlivrer du mal caduc. 



m. FransösiBcher Aberglaube. 245 

312. Se hm des pillules du test d'un pendu pour se gaeiir des 
montires d'un chien enrag^. 

313. Percer le toit de la maison d'une femme qui est en travail 
d'enfant, avec nne pierre, ou avec une flache, dont on aura tud trois 
uiimaiiZy savoir un homme, an sanglier et une onrse, de trois divers 
CM)ap6y ponr la &ire aussitöt accoucher: oe qui arrive encore plus asseu- 
rement quand on perce la maison avec la hache ou le sabre d*un Sol- 
dat arracb^ du oorps dliomme, avant qu*il soit tomb^ par terre. 

314 Manger de la chair d*une bdte tn^e du mdme fer dont on a 
tu^ une personne, pour guferir Tepilepsie. Avec les mains de quelques 
personnes mortes d^Dne mort avanc^e, guerir les ^croüelles, les glan^es 
qui viennent autour des oreilles et les mauz de gorge en les toucbant 
seulement. 

315. Dans l'acc^ de la fi^vre tierce boire trois fois dans un pot 
neu^ autant k une fois qu*2i Tautre, de trois puits di£Perents, mesl^e 
ensemble, et Jetter le reste ensuite. 

316. Pour guerir la fievre quarte, envelopper dans la laine, et 
noüer autour du coü quelque morceau d'un dou de Croiz; boire 
du vin dans lequel on aura trempä une äp6e dont on aura coup^ 
la t^ d*une personne; ou envelöper dans un linceüil les rogneures 
de ses ongles, puls attacber ce linceüil au cou d*une anguille vive, 
et la laisser aller aussitöt dans Teau. 

818. Cracber dans la g^eule d'une grenoüille de buisson et la 
laisser aller incontinent apr<^ toute vive, pour guerir la toux. «^' 

319. Se lier les tempes d'une corde de pendu, ou se lier le teste 
d'un des rubans d*une femme, pour ne plujs sentir le mal de tdte. 

User des vaines Observances que S. Bemardin de Sienne marque 
ainsi (Tom. 1. Senn. 1. in Quadrag. art 8. c. 2.): 

321. Jetter la cremaiUere de sa cbemin^e bors de son legis pour 
avoir beau temps. 

322. Mettre une epee nue sur le mast d'un vaisseau pour ddtour- 
ner la temp^. [Vgl. 432.] 

323. Danser le jour et la nuit en prenant bien garde de tomber 
par terre, et faire quantitä d*autres folies dans FEglise aux F^tes de 
FAssomption de la Vierge, et de S. Bartbelemy, pour 6tre gueri du 
mal caduc. 

324. Ne point manger de tStes d'animaux, pour n'avoir Jamals mal 
ä la t^te. 

325. Faire ce qu*on ne peut dire, ni m6me penser honn^tement, 
pour guerir le mal d'oreilles. 

326. Toucher aveo les dents une dent de pendu ou un os de mort, 
ou mettre du fer entre les dents, lorsque Ton sonne les clocbes le sa- 
medi saint, pour guerir le mal des dents. 

327. Porter un anneau faAt dans le temps qu'on dit la Passion de 
notre Seigneur, contre la goute crampe. 

328. Prendre deux roseaux, ou deux noyaux d'aveline, les faire 



246 ni. SVaazöftischer Aberglaube* 

Joindre Tun k Tautre^ et les porter penduB & 8on cou, eontre les dislo- 
cationB de membres. 

339. Mettre aar im en£uit qui eat tourmentä des vei% du plomb 
fondu dana Teau, ou du fil fil^ par une Yierge. 

S30. Pour le feu sauvage, compter avec le pi^ lea pierrea d'ime 
muraille, en levant le pi^ vers la mujraille en eourant» et enfiii en la 
tottcbant du genoüiL 

331. EEÜre paaaer lea enfants dana dea racinea de eb§ae ereuaes, 
ou par UB troü nouyellemeikt fait^ a£a de lea £^erir de certainea ma- 
ladies. [Vgl. 289.] 

332. Deeouvnr le toit de la maiaon d*une peraonne maJade aa 
deaaus d'elle, loraque q:ttelqu*un loi eeuhaite la mort et qu'elle ne peat 
mourir, ou la lever de aa place, dana la creance qu'il j a quelqne 
plume d*oiaeau qui TempSche de mourir. [Vgl. D, M. 1. Auag. Deutsch. 
Ah. 439. 721. und bier Fr*. Ah. 95.] 

333. Cbasser lea mouches lorsqu'une femme eat en travail d'en- 
fant, de crainte qu*elle D*aceoucbe d'une fille. 

Noua ne aauriona noua dispenaer de condamner de auperstition 
eeux qui a'imaginent pouvoir: 

334. Etre g^eria du mal caduc en proferant cea parolea, DäbUy 
kahetf hebet; ou en portant & leur doit un anneau d'argent, au dedana 
duquel il y auroit ecrit f Dabi t babi t haber f bebr t; ou en por- 
tant aur eux lea noma dea troia ßois qui vinrent d'Orient pour adorer 
ndtre Seigneur dana la ergebe deBetbl^em, Ga^^ar, Mdehiory BaUha- 
aar: oe que Ton a exprimö par cea vera, que la simplidtä et Tigno- 
rence de quelquea Ecdeaiaatiquea du tema pasa^ avoient inaer^ jua- 
quea dana leaEituela, et eatre autrea dana celui de Cbartrea (cb. 26 — ^30) 
de rannte 1500: 

Gaapar fert myrrbam,. thua Meldiior, Baltbaaar aurom. 
Haec tria qui aecum portabit nomina Regum, 
Solvitur a moxbo Cbnati pietate caduco. 

335. On guerit aussi du m^me mal, du mal de tite et dea fievrea» 
et on eat preaerr^ dea malheujs dea ehemina, de la mort suMte, dea 
aorcelleriea et des malefieea, en portant aur aoi uiie image qui repre- 
aente Vadoratioii dea m§mea Bois, avec eette inscription: „Saneti trea 
Reges, Gctspar, MdchioTy Balthasar, orate pro nohis, nunc et in hora 
mortis nostraeJ*' Ed 1677 je trounrai une de cea imagea enferm^ dans 
un pbylact^re d'^tain pendu au cou d'un petit enfant 

336. Dire certainea parolea aur le toit de la maiaon afin qu'une 
femme qui eat en travail d*enfant accoucbe beureusement. 

337. Donner k quelqu'un un pain, aux lequel on ait toit certains 
mota, pour le pr^ervev, ou pour le guerir du mal de . . . Le Synode 
du Mont-Caasin de 1626 raporte et condasme cea pratiquea comme 
superatitienaes. (C. 4. Deeret. 2.) 

338. Etre preservd du mal de . . . en disant, La vderty rare, rar», 
quod ewplieare nequeunt omnes linguae viventium, . 



III. Fraiuötischer Aberglaube. 247 

339. Empdcher lee scorpioiie de ÜBtire du mal en pronon^ant ce 
monosyllabe Btuif loraqu^on les apei^it 

340. Guerir les cheyaux de eertamet maladies, en recitant cer- 
taines paroles de rficritore, en suspendant un certain ver et en le 
gardant un certain jour du croissant, ou du decoun de la lune. C'est 
ce qu'oii ne doit paa sonfrir, selon la pensee de Martin de Arl^s(7Vac^ 
de JSupergtü,)^ qui dit: „Si o/t'^ua inutüia verba, duperstitiaaa facta ad* 
miaceantw verbis aanctü, tU üti incarUatorea equorum et jumenUnrum 
faciunty vermem qitemdam mupendentts ei die lunae ereacenUs vd mi- 
nuenUs aervanUSj prohibendi mmt qui talia aguntj aecmidum iUud Apo- 
ai/oii ad TheaaaioB: ^Ab omni specie mala abstinete tos.^^ 

341. Guerir les morsuies des chiens enrag^ en disant ou en ^- 
sant dire, Hax, pax, max^ ete. 

342. Chasser la peste et les fierres pestileotieUes en portant sur 
soi ce mot Änanizaptaf ou tout seul, ou avec ces vers et leur suite, 
Berits d'nne certaine fa^n. 

Ananieqpta ferü mortem quae laedere quaerit; 

Eat mala mora capta dum dicüur Ancmizapta; 

Ananitapta Dei miaerere mei, a aignia cadi quae timeni gen- 
tea, noUte HmerCy quia ego vobiaeum aum^ dicit Dumirma, Martin de 
Arl^s parle de cette formule en ces termes {Tract. de Svperatitumib,) : 
„Sunt reprobanda quaedam bremolaj quae data Juertmt olim contra fe- 
brim a quodam nebuUme Quaeatorey quorum forma talia erat: Anani- 
zapta etc, Bunt auapectae Ulae acedulae ex parte dantia, Nam erat iüe 
hämo apoatcUa a rdigione Frairum Minorwn^ nunc aub kabitu Canonici 
Megulariay nunc aub habitu 8. Antonii praedicando incedens.^ D avoit 
eondamn^ un peu auparavant eette formule superstitieuse: On f Co- 
riacion f Matatron; CoXadafon^ Corobam^ OscasOy Urid, Uriel^ Yoaid, 
Yoaid, Miehal&j Azariel, Raphaef, Daniel, Ya, Yoy Uba, Adonay Sa- 
baoihy Hdoim, etc. 

343. Guerir de la brülure, et du feu sauvage en disant ces paro- 
les : Feu, feu pera ta chaleur, comme Judaa fit aa couleur, loraquül tra- 
hü nötre Seigneur, au nom du Pkre, et du Füa, etc. 

345. Dire, quand on se brdle: Feu pera ta ckaleur, comme Judaa 
aa couleur, quand ü trahit nJbire Seigneur. 

346. Guerir de la . . . en portant sur soi un billet oü ces mots 
Boient Berits, Ber, fer, eareccu, reducat, Monarchua. 

347. Ecrire sur quatre biUets depapier ces paroles: Ibi eeciderunt, 
exptdai aunt inimici mei, ou bien, Exptdsi aunl quia non potuerunt 
atare, et mettre ces quatre bülets aux quatre coins d'un grenier oä il 
y a du bl^ ou dans le bl^ m^me, pour en chasser les ch^ran^ns. 

348. Mettre le pi^ sur la eorne d'un cbeval d^err^^ et dire, Oa 
non comminuetia ex eo, pour emp^faer qu'U ne se gäte le pid en 
marchant. 

350. Guerir le mal caduc en ^crivant au dedans d'un anneau 
Memento homo . . . et en portant cet anneau au quatriöme doit de la 



248 m. fVanzöeiflcher Aberglaube. 

main gauche, ou bien en disant dans Toreille gauche da nuüade, 
Jesus-Christ est rU^ Jisus^Christ est rescuscitiy etc» 

351. Attächer k son coü ces mots et ces croix f auihos f ä ctor- 
too t noxio t hay f gloy f aperü t . . • pour se fiäire aimer de tont 
le monde. 

352. Porter snr soi ces mots ecrits ainsi snr du parchemiu vierge 
t Ihd t Labes f Chabd t Habet t Babel etc, pour empScher les armes 
k feu de Messer. 

353. Ecrire dans du pain Izioni Kirioni esseza Kader feze ete^ ou 
bien dans un morceau de pomme hcuc, paocy max, Dens adimax, etc, £t 
faire avaler ce pain ou ce morceau de pommes auz personnes qui ont 
^te mordues d*un chien enragä, pour Stre gueries. 

354. Porter sur soi ces paroles ecrites sur du parchemin vierge: 
t Äba t Alay f Abafroy f Ägera t Procha etc. pour gagner k toutes 
sortes de jeux. 

355. Ecrire sur du papier Cuzo ouzuze Sanum redire r^puta Sa- 
num Emanu^l Partzcletits etc. puis avaler ce papier, pour §tre gueri de 
la morsure des serpents. 

356. Faire uriner une femme en la regardant et en disant: Ver- 
bum facias cum respicis Ascham sit Barasein serpe patericos velioaabza 
tu factum, etc, [pour . . . ?] 

357. Ecrire sur trois feuilles de laurier ces trois: MieheUSl O. Ga- 
briel O. RapTuM O, et les mettre ensuite . . . pour faire qu*une fille, 
ou une femme songe toute la nuit k nous. 

358. Ecrire sur . . . ces lettres p, g» e. b. €u x, x, C, p, p, p. p. 
et n, et les donner k ceux qui saignent, pour les porter sur leur tdte, 
afin d'dtancher le sang qui coule de diverses parties de leur corps; ou 
bien dire : Longis \L Longinus] mettant sa Lance in latus Domini N, «/. C, 
perforavit, et eocinde exivit sanguis et aqua, etc, [Vgl. 437.] 

359. Ecrire sur du - . • Dum appropiant super me nocmtes tU 
edant cames meas, ipsi infirmati swat et ceciderunt; le pendre au coü 
de ceux qui ont des vers; et dire . . . Pater et . . • Ave, pour les 
guerir. 

360. Dire . . . jours durant . . . Pater et autant d'^t^e Maria k 
jeun en memoire des cinq plaies de notre Seigneur, et porter les pa- 
roles suivantes pendues k son coü: Quand Dieu vit la croix oit son 
Corps fuit mis, sa chair trembla, son sang s*4meut, les Juifs lui ont dit: 
je croi que tu a peur, ou que les fihvres te tiennent; je rCai point peur, 
ni les fievres ne me tiennent point, pour guerir des fievres et de la jau- 
nisse. Ce merveilleux rem^de est ordinairement accompagnä de cette 
legende : Tous ceux et cdtes qui cette oraison diront ou sur eux la por- 
teront, jamais fievre, ni jaunisse n^auront Ihs f Maria t Am^en f. 

361. Dire Anna p^erit Mariam, Elizabeth peperit Jdhamnem, Mo- 
ria autem Christum, in nomine Jesu cesset sanguis ab hoc famuhf vel 
ab hac famula, pour guerir le flux de sang. 

363. Dire Pater noster etc. jusqu'ä In coelo et in terra ete. In 



m. Fraiuösischer Aberglaube. 249 

nomine etc. Amen en Vhommeur de Dieu et de Monsieur 8, Eloy, pour 
gaerir vn cheval picquä ou encloü^. 

364. Dire . . . fois, Le sang jutte du Seiuveur et Bedempteur J, C. 
8oU entre ka parties, et euBoite . . . PaterHU . • . Ave Maria etc. pour 
empScher qu*on ne se batte et qu'on ne ee qnerelle. 

36Ö. Faire ce que fönt certains Juifs, aa raport de MajoluB (/SWp- 
pleme$ilt. dier, oanicular, coUoq. 3.) qui lient k lenrs t^tes et k lenrs 
mains gauches, et qoi attachent aux portes du cötö droit, des bandes 
de parchemin, qu'ils appellent Thephüin; ensorte que la troisiöme par- 
tie de ces bandes regarde le lit qui est dans la maison, afin que le 
D^on ne leur puisse nuire. Et qui dans la m§me vue fönt un cer- 
cle avec de la cra!e ou du eharbon autour de la cbambre dans la- 
quelle il y a une femme en couche; öcrivent ensuite sur toutes les 
murailles de cette chambre, Adam, havah, Chutz, Lüithj et sur le de- 
dans de la porte les noms des trob Anges, ou plütot des trois Dia- 
bles, Senoi, Santenoi, Samangeloph, comme ils Font apris de Lilitb^e 
fameuse sorci^re, en youlant la noyer däns la mer. 

366. Oter le mal^fice fait de poil d*animaux, d*aig^illes ou epin- 
gles, d'dpines, et d'autres choses semblables, non en les tirant du corps 
de ceuz qui en sont affligez, par le moyen des incisions, mais en pre- 
nant tout le pus ou toute la mati^re, lorsqu'elle sort d'elle-mdme, en la 
mettant dans un trou fait k un sureau ou k une cbesne du cot^ de 
rOrient; en boucbant ensuite ce trou avec un coin, ou une cheville 
du mdme bois, et en proferant certaines paroles. [Vgl. 290.] 

367. Se d^livrer de toutes sortes de maladies caus^es par magie 
en faisant deux hexagones, sur Tun desquels on ^crit Adonai, et sur 
Tautre Jehovah ou Tetragrammaton, 

368. Guerir le noüement d'aig^lette en dcrivant sur du parebe* 
min neuf, avant le soleil lev^ et en renouvellant pendant . . . jours, 
ces caract^res Avigazirtor etc. Guerir le m^me mal avec un fer de 
cberal qu*on aura trouv^ fortuitement dans son cbemin, et dont on 
aura fait forger une fourche un Jour de Dimancbe, en disant certains 
mots. 

Ces dnq demiers Phylactöres sOnt tirds des abominables livres de 
Paracelse, De caelesti Medicina et de Caracterüms, oÄ il en est ra- 
mass^ quantit^ d'autres qui ne sont pas moins superstitieux. 

369. Pendre k son coü certains lacs de soye, et ^crire par le de- 
dans de ces lacs certains caract^res, pour 4tre preserv^ de tous maux. 

370. Ecrire, ainsi que quelques porchers et quelques bergers le 
pratiquent, sur un billet le nom de S. Basile; et attacber ce billet au 
baut d*une houlette ou d'un bäton, pour emp^cber que les loups ne 
fassent ancun mal aux brebis et aux porcs. D*autres bergers et d'au- 
tres porchers apres avoir dit certains mots, plantent leurs houlettes ou 
leuxB bätons en terre, puis se retirent, et croyent que les loups n'at- 
taqueront point lenrs brebis ni leurs porcs. 

371. EmpScher quelqu'un que Ton veut^ retenir de s'enfuir, en 



260 HL FranxoBischer Aberglaube. 



ce qne fönt les TurcB, ponr empMier que lenxs esclaves ne 
s'enfiiient et ne les quittent Ils ^crivent 8ur an billet le nom de 
resclave, Fattachent daos sa efaambre, et ayec des paroles magiqnes et 
des imprecations qu'ils proierent sur sa t§te, ce paovre esclave s'ima- 
gine en s'enfuiant qa*il va renconter des lions et des dragons qni le 
deroreront, que la mer et les rivi^res vont se d^border pour l'englou- 
tir, ou que Fair est si noir et si ^paiS) qu'il ne sait oA il marche; et 
^pouvantä par toutes ces yames imaginations, il revient dans la mai- 
son de son maitre, et rentre dans son ancien esclayage, ainsi qae le 
temoigne Maiolns. 

372. Croire qu'une croiz achet^ d*aumdnes, est plus sainte et a 
plus de yertu qu*une autre qui seroit achetde d*autre argent. 

373. Of&ir auz Saints de la cire, ou quelqu*autre chose, et y rad- 
ier des cheyeuz d'un homme malade ou du poil d'un aaimal malade, 
afin de le guerir plus ais^ent 

374 Plonger des Images des Saints ou des Saintes dans l'eau, 
afin d'ayoir de la plu'ie. 

375. Faire des ligatures ayec des . . . afin que les yaches ayeut 
toujouTB du lait et ne tarissent point 

376«^ Mesurer la ceinture des malades, afin de connaitre k queX 
Saint il les faut recommander pour qulk guerissent, etpratiqner quel- 
ques autres cer^monies superstitieuses qu'il n'est pas necessaire d^ex- 
pliquer ici. 

376^- Dresser un bücher de certains bois, y mettre le feu, ypous- 
ser les animaux que Ton yeut guerir de certaines maladies, ou les 
ÜEure toumer tout autour, et offirir aux Saints le premier des animaux 
qui est poussä ou qui toume tout autour. [Vgl. 26.] 

377. Guerir du mal de . . . en trainant^un brin de fil dans du 
Saint Chreme, ou en cachant une image de teire sous la nappe ou la 
pierre d*un autel. 

378. N'Stre point mordu des puces en disant Och, Och, en entrant 
dans un lieu oü il y en a. 

379. ArrSter le flux de sang en prenant un fötu et en le laissant 
tomber k terre, en certaine quantitä de fois, 

Herbe qui de Dieu est cre4e 
Montre la vertu que Dieu fa donnie. 

380. Arr^ter le sang qui eoule du n^s, en toiyant ayec le saug 
sur le milieu du front de la personne qui saigne: Conmmmahan esL 

384. Emp^cher qu*on ne s'enyvTCy en disant ayant que de boire, 
ce yers Latin: 

Jupiter bis aÜa somnt dementer ab Ida, [YgL 3dl.] 

385. Chasser le mal de dents en repetant . . . fois an fort de la 
douleur Änaaage^ Änasages, Anaaages; ou en disant k S. Laurent ou 
k Ste. ApoUine, dans un certain tems de la Messe, Ibi efit fletu» et 
Stridor dentium; ou en s'^criant, lorsqu'on yoit le croissant, Ak, qu^ä 
esi beaul puis en prenant un peu de boüe sous leurs souliers, et en la 



HL FraiuÖBiBcher Abeiglaube. 251 

mettant Bur leofs levres; ou en disant, Ghdbes. . . Qaldea, . . oa bien 
Gibelj €foif etc. ou enfin en portant sor soi ces mote Berits dans nn 
morcean de papier: Strigües faUseaque dentatae dentium dolorem per- 
aonate, et en les pendant k son ... 

386. Emp^her que les scorpions ne fassent torl atix pigeons d'iin 
colombier, en toivant aax qnatre . . . Adam. 

387. Guerir nn cheval d*une entone en faisant trws fbis le eigne 
de la croix avec le piö sur le piä du cheval malade, en pronon^ant 
autant de fois Ante, parcmie, supparante in nomine Patria etc. £t en 
frappant dn piä le la^ du m^me cheval, une fois ä Ante, deuz fois & 
ParanU, trois fois k Supparante, 

388. Porter sur soi et reciter ces paxoles: Nam et si ambtdavero 
in media umbrae mortis, non timebo mcda, quoniam tu mecum es Domine 
Deu8 mens, ponr Stre gueri de la . . . 

389. Ouvrir une serrure sans la clef en ^crivant sur un billet ces 
caraclfares tt F. A. P. H. JB. G. (A. P. H, Q.) en mettant ce billet 
dans nn linge neuf, en le posant ensuite sur ün autel oii il doit etre 
pendant neuf jours, et enfin en l'approchant de la serrure. 

391. Ne pas s*enyvrer en beuvant, pourvü qu'ils disent d^ les 
Premiers coups qu'ils boivent 

Tp(c 5' dp' den 'I$a((t>v öpitov xT6ne (jLijTi^Ta Zeuc. 

(E. 8, 170.) [VgL 384.] 

392. Guerir le farcin en prenant trois petits morceaux de cire- 
vierge qu'il fant mettre dans un morceau de ... les lier trois neuds 
avec une corde de chanvre, et dire k chaque neud dnq fois Pater et 
Ave Maria, Christus f Christus vincit f Christus f Christus abicü f 
Amalor f Alctnor f Descendat t In nomine etc. 

893. Empecher qu'une pla'ie ne fEurae mal, et que la cangr^ne ue 
b'j mette, en recitant cinq fbis.par jour les deux vers suivants, et en 
mettant la main sur la plaie, lorsqu*on les redte: 

Vulneribus quinis me subtrahe Christe ruinis, 
Vulnera quinque Dei sunt medicina mei, 

(Mizauld cent. 2. Ko. 61.) 

394. EmpSeher que le fruit ne tombe d'un arbre, quelque vent et 
quelque violenoe qu'il fasse, en attachant «es mots k Tarbre: 

XoXxeq) ^ Sv xEp(£(X4p hihtro Tptcxa($exa (xvjvac. {H. 5, 387.) 

395. Adoucir les donleurs de la goutte, en disant ou en portant 
sur soi CQs paroles : 

TerpVjyei ^ dyopi/), bjzh U orova^fCeTO fata. (iZ. 2,95.) [Vgl. 440.] 

396. Guerir la fievre quotidienne en ^crivant avec une certaine 
encre sur un feüiUe d'oHvier cueillie avant le soleil lev^, et en portant 
au cou ees mots Ca, RoL 

397. Faire sortir les ordures qu'on a dans les yeux, en crachaut 
trois ibis en un eertain lieu, et en disant trois fois Pain beni. 

398. Faire tomber les venrues qu'on a aux mams, en les salüant, 
et en leur disant au matin Bon^soir, et au soir Bon-jour, 



252 HL Franxöeischer Aberglaube. 

9d9« Empdclier que le beurre ne se feutee, en firappant ttois fois 
avec un bftton aar la baratte, et en recitaiit un Tenet du Ps^mneSl 
aar quoi Bodin raconte cette Hiatoire (L. 2. de Demon, c. 1.): Mt 
90uoiene qu^itani ä Chdles en Valoisy un petü laquais empiehoü la 
chambrihre du logia de faire son beure; eile le mena/ga de le faire foil- 
etter paur lui faire 6ter le charme: ce qu!ü fU, Aycmt du ä rebours 
le mSme vere, auasi-tdl le beure «e fit, combien qu*on y avait employe 
presqu'un jour entier, 

400. Se preserver de quantit^ de maladieS) en disant Izois fois 
Paler et Ave k cette fin, la premi^e fois qu'ils voyent le croissant. 

401. Lever un homme de terre sans sentir presque aucnne pezan* 
teur, en pxoferant eertaines paroles que je ne veux pas rapporter icL 
Quoique cela se fat ißfidt assez de fois ehez une personne de qualitä de 
ma connaissance, cependant un Cur^ de mes amis, homme de merite 
et de vertu, y ^tant, et ayaut soütenu qu*on ne le pouvait faire en sa 
presence, on employa inutilement trois ou quatre personnes pour le 
faire, bien qu*elles en seussent fort bien le secret, mais peut-§tre que 
le Demon ^tait alors occup^ aillenrs. 

402. Eteindre le feu en disant, In te Domine speram etc. ou en 
ecrivant certains autres mots avec du charbon, sur le manteau de la 
cbemin^e. 

403. Guerir la rage en portant ces paroles pendues k son cou, 
Berfer careauj reducat, etc. 

404. Ecrire certains mots sur un morceau de pain, et le donner 
ensuite k manger k un malade, afin qu*il recouvre la sante. 

405. Belever l'estomacb avec certains mots, et avec une ronce de 
cinq feüilles, appliqu^e sur une certaine partie du corps. 

407. Guerir la maladie appell^ le earreauj en prenant un pavä 
d*une Eglise, et en disant Ave pav^, cgrreau Und . . . 

408. Se garantir du tonnSrre, en mettant une brauche d'aubespine 
sur leurs t^tes, et en proferant eertaines paroles. 

409. Dire «Too Sabaoth etc., pour prendre quantite de poisson en 
p^chant. 

410. Porter dans un . . . pendu sous le bras droit, le coenrd'une 
chauve-souris, celui d*une poule noire, et celui d'une grenoüille, pour 
se rendre invisible. 

411. Arr^ter le sang qui coule du nez en Ecrivant avec de l'encre 
dans 1 . . . d'un homme ou d'un gar^on Boris, et dans c . . . d'une 
femme ou d'une fiUe Borna, 

412. Guerir toutes sortes de fi^vres en rompant dans le frisson 
un petit bäton, en le jettant par la fenStre au commencement de l'ac- 
c6s, et en disant . . . ou bien en liant le matin un . . . avec un lien 
de paille, et en recitant k genoux devant cet . . . dnq fois Pater et 
cinq fois Ave, La personne qui d^liera ce lien, aura les fievres, et le 
malade en sera deUvr^ ou bien enfin en faisant prendre aux malades 
du vin blanc, dans lequel on a £Edt tremper un billet ou sont 



in. Französischer Aberglaube. 253 

^crites ces paroles: ConeepHo immamUUa beatae Mariae Vir- 
ginis, 

413. Faire ensorte qae des criminels condamn^ ä la qaestion ne 
ressente aucun mal lorsqu'ils y sont appliqu^, ou qu*on ne nous puissö 
rien prendre, en disant ces yers: 

Imparibus meritis pendent tria coipora ramis, 

Dismas et Gesmas, media est divina potestas: 

Alta petit Dismas, infoelix, infima Gesmas; * 

Nos et res nostras conservet summa potestas. 

Hos versus dicas, ne tu furto tua perdas. 

On dit encore le premier verset du Pseaume . . . ou SictU lac bene- 
dicUie et gloruwie Virginia Mariae fuit didce et siuxve Domino noatro 
etc. ou enfin, Jemta transiena per medium iüorum, ibaJt oa non, etc. pour 
emp^cher que les criminels ne soufirent, lorsqu*ils sont appliqu^ k la 
question. 

414. Arr^r Veßet des armes-k-feu, en disant ä rebours ces pa- 
roles de ndtre Seigneur k S. Paul, Säule Saide, quid me peraequeriaf 
et en y ajoütant trois mots qui ne signifient rien. 

415. Emp^cher qu*on ne lie les criminels et ^u*on ne les retienne 
en prison, pourvü qu*ils aient certaines lettres de libert^, dont parle le 
venerable Bede (L. 4. c. 22.) dans son Hiatoire d*Angleterre, et qu*il 
appelle Lüera^a SohUoriaa. 

416. Eviter et cbasser quantitä de maladies, et d^toumer quantitä 
de dangers par le moyen des Breveta ou BUleta, qui sont une esp&ce 
de preservatifs avec paroles, non moins superstitieux et reprouTÖs que 
les autres. Le p&re Crespet rapporte (L, 1. de la haine du DiaMe etc, 
Disc. 10.) que les Beistres qui vinrent en France durant la Ligue, en 
avoient: Que les Japonais en vendaient k ceux qui sont äTagonie, les 
assürant que s'üs meurent avec, üs ne seront point tourment^s des ma^ 
uns esprits: Que Servius Novianus craignant de devenir cbassieux, por- 
toit pendues ä son coü ces. deux lettres Grecques a et p*, et qu'il a veu 
k Avignon un jeune gar^on que le Diablo avoit possed^, k cause qu'on 
lui avoit attacbä au coü un brevet oä il y avoit des noms inconnus. 

417. Arr§ter ou faire courir les cbevaux, les carosses, les chariots, 
les cocbes, et les charettes, en redtant certaines paroles, ou en les 
öcrivant sur le lieu par oh ils doivent passer. Quand cela arrive, il 
faut üaire rebrousser chemin auz cbevaux, et les faire passer par un 
autre endroit. 

418. S*^chapper d'une prison en faisant ce qui suit; Le jour que 
Ton entre en prison ü fetut manger sobrement, et le lendemain avaler 
ä jeun un croüte de pain sur laquelle on aura äcrit ces paroles: Se- 
nözamy Gozoza, Gober, Dom, etc. puis se coucher et dormir sur le 
cdt^ droit 

419. Arr^ter les carosses, les charettes etc. en mettant au milieu 
du chemin un petit bäton, sur fequel on ^crit ces mots: Jeruaalem 



254 ni. Französischer Abeiglaube. 

omnipoittmM Deus^ cowoertU-toi, a$rite4oi lä; ensuite traverse le diemin 
par oÄ tu vois venir les carosses et les chevaux etc. 

4S0. Tirer de cent pas loin dans nn sol, et donner dedaaA, en 
^crivant snr nn moroeau de papier les noms des trois Bois, y enTel- 
lopant la balle, puls en r^tirant son halame, en tirant le piatolet, le 
fusil etc. dire, je te conjure (TaÜer droit au je veux tirer^ etc. 

421. Charmer les armes k feu, et les emp^cher de tirer, 

a) En faisant im certain caract^re sur du parcbemin vierge de 
loup ou de bouc, lorsque le soleil entre dans le signe de VArtea^ an 
mardi ä la premi^re heure du jour. 

ß) £n disant: Arqudmae^ pistolet, ou andre arme ä feu, je te com- 
mande, que tu ne puiaae tirer, de par Vhomme qui aoufrii mort et pag- 
sion ä Tarbre de la croix pour noua panvres pieheursy et i^ü te sott 
donn^ pour penitenee de ne point tirer, etc. 

423. Eteindre le feu qni est dans une chemin^e, en faisant trois 
croix sur le manteau de la chemin^e, et en disant certains motB. 

424. Chausser toujours la Jambe gaucbe la premiere, pour se pre> 
Server de la colique . . . 

425. S'exposer tout nu au soleil levant, et en mSme tems dire cer- 
taine qnantit^ de fois PaJter et Ave, pour gaerir les fi4vres. II y a 
des femmes et des filles qui le prataquent ainsi. 

426. Se mettre le oou sur une äuge de porös, en disant au mom 
du Pere, et du fils, et du 8, Esprit, pour 6tre gueri des fievres ... et 
de quelques autres maladies. 

427. Etendre sur la rate dHine personne qui en est malade, la 
rate d'une bdte, en disant, Que Von fait un remMe pour la rate. 

428. Emp^cher les chasseurs de rien prendre et de rien tuer k la 
chasse, en vdisant, 8i ergo me qttoMtis, sinite . . . 

429. Appaiser la temp^te en ecrivant, Consammalum est, d'une 
certaine mani^re, et en le mettant ensuite sur la pointe d*iua oouteau 
k manche noir. [VgL 433.] 

430. Charmer les armes en disant . . . fois MoUxtnm, et ensuite, 
Motatus dives, fidgiter, regina • . . ou bien, Ä mgms caeli . . . nclite 
timere, quia ego vobis jubeo . . . 

Employer quelqu'un des moyens que S. Bemardin de Sienne 
(Tom. 1. Senn. 1. in quadrag. art 3^ c 2.) decrit et condamne de la 
Sorte: 

432. II y en a qui dtant sur mer, et Toyant une certaine nuöe 
s'^lever, la conjurent avec certaines paroles en tenant leur ep^ toute 
nue en leurs mains. {Vgl. 322.] 

433. D'autres pour §tre gueris du mal, ou de Tenflure de goigc, 
prennent un couteau qui a le manche noir, et redtent certains mots. 
{Vgl. 429.] 

434. D'autres pour guerir le mal de reins, fönt coucher le ma^ 
lade le visage contre terre, puis une fenmie qui a eu deux enfants 
tout d'une portöe, tenant deux quen^uilles dans ses deux mains, lui 



III. Fransdeisoher Abeiglaube. 266 

marche aar lea reina, et pasee trok fois par dessus liii, en pronon^ant 
quelque ehanne. 

435. Quelques uns pour remettre les veines de la cuisses qui #c»it 
toraea, et hoxs de leur Situation ordinaire, prennent un bassin plein 
d^eau, et par le moyen de certaines paroles fönt monter l'eau de ce 
bassin en haut dans un pot de terre. 

436. Quelques autres pourguerir la fi^vre oontinue, la fi^vitf üerce, 
on la fievre quarte, donnent a manger aux malades k jenn pendmnt 
trois jours des feuiUes d'arbres, oudes pommes, surlesquelsils^crivent 
certains mots. 

437. U y en a enfin qui pour guerir des blessures, redtent la fbr- 
mule qui commenee par Langinus fitü Hebraeusj etc. ou celle-cy, Trea 
boni fr<Ures, etc. {Vgl 358.] 

438. Emp^ber qu*un poulet, k qui on aura peroä la t^ d'un 
couteau, ne meure, en disant Gaber &i loc^ fendu. 

439. Guerir T^pilepsie ou le mal caduc, en liant an bras du ma- 
lade un des clous d'un Crucifix. 

440. Guerir la goutte en ^rivant sur une plaque d*or oe 'vers 
latin traduit d*Hom^re: 

Coneio turbcUa eat^ subier quoqw terra sonabcU « 
lorsque la lune est dans la balance, ou pldt6t dans le signe du lion. 
[Vgl. 395.] 

441. Guerir la fi^vre . . . en ^crivant sur une feuille d'olivier, 
cueiUie avant le lever du soleil, et port^e au coü, oes paroles: CÄ^ 
jROJj iL 

442. Guerir d'autres fi^es, en prenant d*un certain vin, dans le- 
quel Ton a fait tremper quelque temps ces paroles ^crites sur du pa- 
pier, Conceptio Immaculata heaiae Virginia Mariae. 

443. Ecrire en beaux caract^res ces paroles sur un billet, LoUde 
seit rimmaculde Conception de la trkssainte Vierge, mächer et avaler 
ce billet un samedy matin, afin de garder tant qu'on voudra les re- 
medes qu*on nous aura donn^s, et de ne jamais vomir les medecines 
que nous aurons prises. 

444. Mettre un bäton entre ses jambes, et dire ces paroles: Bdton 
hUme, bdton noir etc. qui sont Celles que disent les Sorciers, lorsqu'ils 
veulent aller au Sabath, ainsi que le t^moigne Henri Boquet (C. 26.) 
dans son diacours des Sorciers, 

445. Emp€cher qu'on ne tire droit avec un canon, un fusil, ou 
une autre arme ä feu, en recitant ces mots: MalaUmj Malatas Dinar, 

446. Pour la brülure. Notre saint Pere a^en va par une voye, 
trouve un enfant qui crie, Pkre, qvüa cd enfa/ntf II est ckeut en braise 
ardeni. Prenez du sem de porc, et trois haleines de v6tre corps et le 
feu en sera dehars. Ou bien: Feul pers ta chaieur comme Judas perdit 
sa couteur^ lorsqtCü trahü notre Seigneur, etc. 

447. Pour le feu volage. FeuJ je te conjnre de perdre ta fureur, 
comme fit Judas devant notre Seigneur, etc. Ou bien: Je m*en entri 



256 ni. FVanzikdacher Abeiglaube. 

dans un bois blano, fy trauvi du feu blanc, ee feu blanc ae monritj si 
fera cdui cü, U fSäut dire ensuite trois Ptxter et trois Ave, en . . . 
trols fbis. 

448. Poiir la fi^vre . . . TremUe^ tremMe, au ncm des trois per- 
sonnea de la aainte Trinite, etc. D hmt dire ces paroles en Maut nn 
tremble. 

449. Pour les charbons, les tumeurs, et tons les antres maax qui 
paroissent sur le corps: Charbon pulentj mauvaia, qudque mal que tt 
petU itre, je te prie de ten cMer aiuan doucement que tu es venu^ etc. 

450. Pour la colique : Mere Marie, Madame sainte Emerancef Ma- 
dame sainte Agathe, je te prie de retoumer en ta plcwe, enire le nom- 
brü et la raie. Au nom du Phre, et du JVb, et du mint Esprit, etc. 

451. Pour le chancre qui arrive aux b^tee klaine: ChancrehkmCj 
ehancre noir, chartere rauge, chancre de tonte sorte, je te conjure de 
rCavoir non plus ä voir sur ce troupeau, que le DiaJtle a sur le Pri^re, 
qwmd il du la Messe, etc. 

452. Pour guerir un cbeval ähanch^: Au nom du Phre, etc. Man- 
che de cheval, te vetiiUe raconduire au premier Üat, Sancte Johannes, 
etc. Amen, 

453. Conjurer les . . . par ces paroles: Conjuro te, SabeUa, quae 
fadem hohes muLieris et renes pisds, caput tenens in nahe et pedes in 
mari, Septem ventos bajulas, daemonibus imperas, Adjuro te, SabeUa, per 
isla nomina, per Balestaco, per Actiova, etc. SabeUa, SabeUa, alta et 
eaxelsa, ventrnn validwn contra iUas, quas de terminis noiMs ejicic^ etc. 

454 ArrSter un serpent en le conjurant avec ces mots (Mizauld 
Cent. 2. No. 93.): Adjuro te per cum qui creavit te, ut maneas: quod 
si nohieris, maledico mxdedictione qua Dominus Dens te eacterminavit, 

455. Conjurer les nues avec certains mots, et en jettant des pierres 
contre les nues, ainsi que le m^me Auteur {Ibid,) dit avoir vü fkire 
un certain Pr§tre. 

456. Pour guerir un cheval malade de certaine maladie Tattacher 
pendant trois heures k une brauche d'arbre qui n'aura Jamals portö 
de fruit, et dire certains mots^ 

457. Guerir un homme, ou un cheval du mal de . . . en prena&t 
un cierge beni, en le trempant par le bas dans de Teau beulte, en cer- 
nant le mal tout autour avec ce cierge, en disant dnq fois Pater 
noster, et cinq fois Ave Maria. 

458. II 7 a un abus, dit Leonard Yair (L. 2. c. 11.), qui a couis 
en quelques endroits, lequel merite d'Stre bUtme et supprimä. Car 
quand les villageois veulent chasser les sauterelles et autre domma- 
geable vermine, ils choississent un certain Conjureur pour juge, devant 
lequel on constitue deux procureurs, Tun de la part du peuple, et Tau- 
tre de la part de la venmne. Le procureur du peuple demande justice 
contre les sauterelles et les chenilles, pour les chasser hors des champs : 
L'autre repond qu*il ne les faut point chasser. Enfin toates c^^monies 



m. Französiscber Aberglaube. 257 

gardÖeSf on donne sentence d*exoommiinication contre la vermine, si 
dans certain tems eile ne sort 

459. Je connais un Sergeant de village qui se sert de cette Orai- 
6on pour guerir les maladies des yeuz: Monateur mint Jean passatU 
par iei trouva trete viergea en son eheminy ü leur ditj Vierges que 
faUee voua ictf Noua guerisaona de la maüle. Oh! gtierisaez, vierges, 
gueritsez VoeÜ de N., faisant le signe de la croiz, et soufflant dans 
Toeil, il Continus : MaiUey feu grief, feu que ce 9oit, onglee^ migraine, 
et aragnie, je te eommende n*avoir non phta de puissanee mir eet oeil^ 
qu*eurent Ue Juifs le jour de Pasquea sur le corpa de nötre Seigneur 
JESUS CHRIST. Pub il fait encore le signe de la Croix, et souffle 
dans Toeil de la personne malade, lui ordonnant de dire trois Falter, 
et trois Ave, au nom du P^re^ et du Fils, et du S. Esprit. 

460. C'est tr^ constamment une superstition de croire qu'un en- 
fimt ne sera point sensible au £roid, et qull n'appr^hendera point l*by- 
ver, si peu aprös qu'il est sorti du ventre de sa möre, on lui trempe 
les piäs et les mains dans de l'eau qui n*aura point ötö chau£Piäe; et 
que si au m6me tems on lui frotte les l^vres d*une piöce d'or, il les 
aura toi^'ours vermeilles. 

461. Lorsqu'une femme est morte en coucbe, la Sage-femme, qui 
Ta acoucb^e ou une autre fenune, se präsente k TEglise, et se fait re- 
lever en sa place, dans la pensäe ou que la defiinte ne pouroit pas voir 
Dieu, ou qu*on ne la pouroit pas faire entrer dans TEglise, ou que 
son Corps ne pouroit pas ^tre inbumä en terre sainte, sans cette cärä- 
monie, qui est k proprement parier, un culte indü, faux et pemicieux, 
un culte superflu, une vaiue observance des cboses sacräes. 

462. Majolus {In, Supplem, Dierwm Canicui, CoUoq. 2.) dit: Ju- 
bent aliquem tres personas cogitare, quibnscum matrimonium optet vel 
speret contrahere : tum tres faejunt sulcos in dnere, ille autem Jubetur 
singulis personis suum sulcum deligere; tum aversus stare, ne sulcos 
videat, quos interea alter tamdiu forcipe ostendit, donec eorum unus 
ab illo ter deligatur; et quam ille sulcus destinabat, ea spondetur ipsi 
uxor futura. 

463. Le m^me Majolus (Ibid.) rapporte: Alii (quod putidum est) ad 
stabula porcorum ex illorum gninnitu auspicia de futuro Matrimonio 
captant. Si quis enim (deploratae temeritatis ac dementiae) num vir- 
ginem aut yiduam in uxorem habiturus foret, cognoscere vult, is nee 
Deo nee hominibus salutatis, media illa nocte, quae diem S. Andreae 
sacram praecedit, recta ad stabulum sese confert, cui suslactans cum 
suilHs inclujsa est; eo cum devenit, tadtus ad ostium stabuli pulsat; 
sique ad illam pulsationem sus prima edit grunnitum, tum viduam sibi 
Matrimonio Junctam iri firmiter credit; sin vero suilli primitus grün- 
niunt, tum virginem copulatum sibi iri gestil 

^4. Celui qui veut s^voir de quelle coideur seront les cbeveux 
de la personne qu*il doit avoir pour femme, n*a qu'a toumer trois tours 
auto'ur du feu de la saint Jean, et lorsque le bois sera h dem! 

6«rvft8ii TUb. otia imp. 17 



258 in. Franzöeischer Aberglaube. 

consume, il prendra un tison, il le laissera ^teindre, puls il le mettra 
le Boir avant qne de se concher sons le chevet de son lit; et le len- 
demain il trouvera autoux de ce tison des cfaeveux qui seront de la 
couleur de ceuz de sa fiiture ^pouse. II faut que tout ce ridicule ma- 
nhge se £EUB8e ä yeux clos; autrement on n'en a paa lesucc^qu'on en 
espdre. 

465. Loraqu'il y a une fenune veuve, ou quelque fille ä marier 
dans une maison, et qu'elles sont rechercb^es en manage, il faut bien 
se donner de garde de lever les tisons du fen, parceque cela chasse 
les amoureux. 

466. Lorsqu'un gar^on et une fille, un bomme veuf et une femme 
▼euve, tiennent un enfant, et qu*on veut s^avoir si le gar^on et la 
fille, rhomme veuf et la femme veuve, seront mari^ ensemble, il fant 
observer si le cierge qu'on a allumä pour le Bapt^me de Tenfant, de- 
meure atlum^ pendant toute la c^r^monie, ou s'il s'dteint; s*il s'^teint 

.ni le gar^n n'^pousera pas la fille, ni l'homme veuf la femme veuve; 
au lieu que s'il demeure allum^ le gar^on sera mariä k la fille, et 
rhomme veuf k la femme veuve. 

467. Pour s^avoir quels maris auront les filles ou les veuves qui 
sont k marier, il faut dire certaines Oraisons au clair de la lune, sans 
regarder derri^re soi, et sans s'arrSter en les disant. 

468. £n Lorraine et particulierement dans le Dioc^e de Toul, 
les gar^ons et les filles de villa^e s'assemblent les Dimancbes de Ca- 
r^me, et se donnent des ^pous ou des ^pouses les uns aus autres, ce 
que les Ordonnances publikes dans le Synode de Toul le 15 Avril 
1665 condamnent en ces termes: Encore que chacun agait asada que le 
CarSme est un tems d^abstinence^ non seulemeTU de viandes, mais dejeux 
et de raiUeries, et que pour cela mime les noces y sont difendu^, Nous 
s^vons ndarvmoins qxjüen plusieurs lieux de notre Diocese 4s jours de 
Dimanche de ce saint tems, comme aux grands et petits Brandons, et autrea 
Dimanches, ü se fait des assembUes de gargons et filles pour darhser^ ou 
avec des violonsj ou avec des cha/nsons immodestes etqudquefois deshon- 
nStes, Et de plus fönt des jeux dits Fassenottes, esquels %U designent 
h hauts cris des ipoux et ipouses ä tous les fils et filles du vÜlage; les- 
queUes choses n^^tant hiensiantes etc, 

469. Qn peut aussi rapporter ce qui se passe tous les ans k Cba- 
relies, qui est un village proche Soissons. Le jour de la Nativitö de 
la sainte Vierge^ qui est la fgte du Village, on publie dans l^EgHse 
aprös V^pres, trois branles k danser pour les amoureux, ä tant de 
Uvres de cire pour Tentretien du luminaire de TEglise; chacun. est 
re9u k son enchere, et k chaque enchere le Cur^ et le Choeur chan- 
tent sur le ton des V&pres du saint Sacrem^t le verset Depomü po^ 
tentes de sede; et les amoureux s'imaginent que leurs amours ne räns- 
siroient pas s'ils n'avoient encheri et si on n'avoit point chantö 
pour eux. 



III. Französischer Aberglaube* 259 

On se rend coupable de la divination de» ävenements et de la 
Taine observance, 

470. Lorsqu'oii s'imagine qtie si le nouvel ^pottz et la nonvelle 
^pouse dansent ensemble le jour de leors nöces, la nouvelle ^pouse 
sera la maitresse et fiera de la peine au nouvel ^poux durant tout le 
eours de leur manage. 

471. Lorsqu^on fait passer les nouvelles marines le jour de leur 
mariage sous deux ^p^es nuSs, mises en forme de croix de saint An- 
drd, afin qu'elles soient heureuses en m6nage^ et que leurs maris les 
traitent honn^ment. 

472. Lorsqu'on se persuade que si Tun des cierges que les nou- 
veaiix mari^B ont devant eux k la Messe des Epouzailles, s'äteint avant 
que la Messe seit finie, T^poux ou T^pouse mourra infailliblement dans 
l'ann^e. 

473. Lorsqu'on croit que quand un mariö et une mariee rencon- 
trent un mort en allant k Tfiglise pour epouser, le mariä mourra le 
Premier, si le mort est de son sexe, et qu'au contraire la marine mourra 
la premi^re, si le mort est de m6me sexe qu'elle. 

474. Lorsqu'on est dans la pens^e, que si deux personnes d'une 
m^e maison ^pousent deux autres personnes aussi d'une mäme mai- 
son, Fune des quatre mourra Tann^e m6me; enfin 

475. Lorsqu'on s'imagine qu'afin qu'une nouvelle marine soit beu- 
reuse dans V^tat du mariage, il faut qu'entrant dans la maison de son 
^poux le jour de ses ndces eile casse du pi^ un oeuf, et qu*on lui jette 
du bl^ sur le corps. 

476. Si une fille est en peine de s^avoir qui eile ^pousera, eile 
n'a qu'k troubler de la main . . . Teau ä!\m seau qu'elle aura tirä d'un 
puits, ou d\ine fontaine, en disant certaines paroles qui ne signifient 
rien; et eile verra dans cette eau celui qu'elle aura en Mariage. 

477. On arrive k une pareille connaissance (s*il en faut croire les 
sots) en eassant des oeufs sur la t^te de quelqu'un, et en les jettant 
ensuite dans Teau. Cette admirable recette est 6galement pour les 
gar^ons et pour les filles, pour les honmies veufs et pour les femmes 
veuves; et ainsi eile est plus ^tendüe que la pr^c^dente. 

478. Quand on veut s^avoir, si un Mariage sera heureux, si le 
mari et la femme vivront en bonne intelligence, s'ils amasseront du 
bien ensemble, s'ils se garderont Tun k Vautre la foi coxgugale, les 
personnes qui vont faire la demande de la future ^pouse observent 
ass& souvent les jours auxquels ils la doivent faire et prennent garde 
auz signes qu*ils rencontrent en y allant. S'ils en rencontrent quel- 
ques-uns de ceux qu'ils eroient malheureux, comme une vierge, une 
femme ^chevelde, une femme grosse, un Moine, un lifivre, un Prßtre, 
un cbien, un cbat, un borgne, un boiteux, un aveugle, un serpent, un 
Idzar, un cerf, un chevreüil, un sanglier, ou quelqu'autre animal, si 
on les tire par derri&re, si on les retient par leur manteau ou par leur 
robbe, si leur piä heurte contre quelque chose, s'ils entendent le eri 

17* 



260 QI* Französischer Aberglaube. 

d'un oiseau ou d*an autre animal de mauvais augore, s'ils ^emaent, 
si Toreille gauclie leur tinte, B*ils voient nn chien noir entrer dans 
une maison, ils ne passent pas outre et s'en retoument snr leors pas, 
ou ils se d^toument de leur chemin. Mais si au contraire ils rencon- 
trent quelqu*une de ces choses qulls estiment heureuses, par exemple, 
une couitisane, un Ipup, une araign^e, un pigeon, une cigale, nn cra- 
paut, une chövre, s'ils voient voler du cot^ gaucbe ou du c6t^ droit 
un oiseau de saint Martin, [s. Dunlop Anm. 389^.] si en sortant du 
legis ils entendent le tonnerre de loin, si Toreille droite leur tinte, s'ils 
saignent de la narine droite, ils s'acqnitent au mSme-tems de leur 
commission sans aucun scrupule. 

479. D^couvrir et trouver un voleur en pratiquant ee qui suit: 
1) Faire une eroix sur un yeire de cristal; ^erire sous cette croix 
aancta Helena; donner ce verre ä tenir k un enfant de dix ans, qui 
soit cbaste, et n^ de Mgitime mariage ; dire derri^ lui k genoux trois 
fois Toraison de sainte Helene, Deprecor te Domina aancta Hdena, 
mater Regia Constantinif etc. Amen; et, quand Tenfant verra un Ange 
dans le verre, lui demander qui est le voleur que Ton cherche. 
2} S'approcher d'une eau qui court, en tirer autant de petites pierres, 
qu*on soup9onne de personnes avoir vold, s'en aller ch^s soi, les ÜEure 
chaufiFer aupr^s du feu, les mettre sous le seuü de la porte, etc. les 
jetter dans une ^cuelle pleine d'eau avec certaines c^remonies, et en 
nommant le premier voleur, la petite pierre qui portera son nom, fera 
bouillir Feau. 3) Dire les sept Pseaumes avec les litanies, et une 
oraison terrible k Dieu le P^re, puis exorciser le voleur, faire une 
croix en rond avec des noms barbares, peindre un oeil au milieu, en- 
foncer dans cet oeil d*un certain c6tä un clou d*airain avec un mau- 
let de cypr^, et dire un certain verset des Pseaumes. £n faisant tout 
cela on croit qu'on arracbe un oeil au voleur. 4) Couper une brauche 
d'amandier un samedi avant le soleil levä, en disant, Ego te ramum 
huju8 a^eatatia reaeco, etc. et mettre une nappe sur une table en profe* 
rant trois fois ces paroles ... 5) Se servir de Texorcisme qu'on 
nOmme de S. Adalbert, qui commence ainsi. Biß autoritäte Dei omni- 
potentia, etc. et qui finit par Amen, le faire dire par tous ceux qui sont 
pr^sens, chanter ensidte Media vita in morte atmua, ete» 



Nachtröge und BerichtigongeiL 



d« 62 Z. 18 V. 0. Magoni<L In Montfancon de Villars' Comte de 
Gabali8etß.ltlG5ff. Lond. 1742. findet sich folgende Stelle)^ „Lefameux ca- 
baliste Zedechias se mit dans Tesprii^ sous le r^gne de Pepin de convaincre 
le monde, que les ^l^mens sont habit^ par töus ces peuples, dont je 
vons ai däcrit la nature. L'ezp^dient, dont il s^avisa, fut de conseiller 
aux sylphes de se montrer en l'air & tout le monde; ils le firent avec 
magnificence; on voyait dans les airs ces cr^atures admirables en 
forme humaine, tantdt rang^ en bataille, marchant en bon ordre, ou 
se tenant sous les armes, ou campees sous des pavillons süperbes; tan- 
tdt snr des navires a^riens d*une structure admirable, dont la flotte 
volante vognait au grä des zephirs . . . Le peuple crut d'abord que 
c'^tait des sorders qui s'^taient empar^ de Tair, pour y exciter des 
orages, et pour faire grSler sur les moissons. Les s^vants, les th^o- 
logiens et les Jurisconsultes fiirent bientdt de Tavis du peuple; les em- 
pereurs le crurent aussi, et cette ridicule ehimöre alla si avant, que le 
sage Charlemagne, et apr^s lui, Louis le Debonnaire, impos^rent de 
gri^yes peines k tous ces pr^tendus tyrans de Tair. Voyez cela dans 
le Premier chapitre des Capitulaires de ces deux empereurs. Les 
sylphes voyant le peuple, les pedans et les t^tes couronn^es m^mes se 
gendarmer ainsi contr'eux, r^solurent, pour faire perdre cette mauvaise 
opinion qu'on avait de leur flotte innocente, d'enlever des hommes de 
toutes parts, de leur faire voir leurs belies femmes, leur republique et 
leur gouvemement, et puis les remettre k terre en divers endroits du 
monde. Ils le firent, comme ils Tavaient projete. Le peuple qui voyait 
descendre ces hommes, y accouhit de toutes parts; et pr^venu que 
c*6tait des sorciers qui se d^tachaient de leurs compagnons, pour venir 
jeter des venins sur les fruits et dans les fontaines, suivant la fiireur 
qu^inspirent de teUes imaginations, entrainait ces innocents au sup- 
plice.'^ In dieser Stelle nun wird deutlich auf Magonia und die aus 
demselben hißrkommenden WolkenschifiPe angespielt; woher sie aber 
entnommen ist, weiss ich nicht zu sagen. In den Capitularien ist oft 
von den tempestarii u. s. w. die Rede; s. Baluze im Index 8. v. Den 
jüdischen Zauberer Zedechias erwähnt zwar Tritheim im Chron. Hir- 
saug, ad o. 879 (er setzt ihn also nicht unter Pipin), jedoch legt er 
ihm andere Künste bei als die oben enröhnten. 

S. 72 Z. 14 V. 0. Der Zeugung und Gebart des Güli-doir gleicht 



262 Nacblzige nnd Bericfatigongen. 

auch die de« Sotmct der eeibiacben Konigatochter; b. Kai*erdiTot>ik 
8, 870. 

S. 79. Das dort mitgetheilte BmcbEtück «u der Nataatn Bloene 
findet sieb gegen finde des 1"*» Bncbes. 

S. 81 Anin. **). Vögel zünden eine Stadt an. Die nusische hei- 
lige Helena (t 969) soll der Sage nach &n den Denriem, die ihren 
Oemabl, den GroMfliraten Igor, erschhigan hatten, dadnrch Bache ge- 
nommen haben, dass sie deren Hauptstadt verbrannte, indem tie Tan- 
hen nnd Sperlinge, welchen sie brennende Schwefelnden unter die 
ächmtnse gebunden hatte, loeliees. S. Pierer Umvertal'Leieikon 
2. Aufl. 14, 66^ 

B. 84 Amn. *). EerodoL Sieh indeu, was «r 3, 99 von den Pb- 
dUem sagt. 

S. 92 Z. 1 V. o. bei Gelegenheit hk Z. 15 niedertanleen, Diete gaiue 
Stelle wäre betsei ab Anmerkung gedruckt worden. 

S. 99 Anm. *). Frey. Hier sind wohl desaen Adm»tmda QaUia- 
rufn gemänt, deren ich jedoch hier nicht habhaft werden konnte. 

S. 100 Z. T T. o. Statt a. o. O. lies Mark. Sag. 

S. 106. Zcniberer VirgH S. auch Massmami EaiterdirotL 3, 1186 
SU 8. 436. — In der bia Jetzt nur bandscbiiftUch TOrhandenen 
Chronik du Jean dOutremeuae (t 1399) findet sich ein sehr aoiföhr- 
liches Leben des Yirgilius, welches mancheriei biiher unbekannte 
Züge enthält. Wegen des zn hoffenden baldigen Erscheinens dieses 
Chromaten, mit dessen Herao^abe Prof. Uorgnet Ton der Brüaaeler 
Akademie beauftragt ist^ mterlasse ich es Jedocii, hier auf nähere 
Eiuielheiten einsngehen. 

S. 106 f. Wunderbare BOdtOide. Da Viigilina in dem dort 

besprochenen Capitet des GervasiaH auf den Wind bei Neapel eine 

hemmende Zaubergewalt ausübt, die ältere oben angeführte Stelle des 

Olynipiodor Jedoch sich auf den Aetna bedeht, so lieise diese ganee Sage 

•ich sehr leieht anf Empedokles mrückfUhren, der bekanntlich in seiner 

Oohnrtetadt Agrigent lebte (noch jetat leigt man ja die cosa dH föo- 

tofn auf jenem Berge), nnd über dessen Wunderkiäfte, namentlich 

dfMcn auf die saateuientorcnden Winde ausgeübte Gewalt (daher 

Mit)k'jta<>t^ac genannt), mancherlei Sagen im Umlauf waren, so dass aieh 

aus ihnen die ■[ätem entwickelt haben könnm, um so mdir als auch 

Mher in Agrigent eine dterwe Stalme des Wcltweisen aufgestellt war, 

dt« spAtPr nach Rom gokommoi ni sein s<Aeiut 8. Diog. I^ert 1. 8. 

c 3. $. (9— ca. 67—73. Di« Trompete ist >p£terer Zusatz nnd findet 

•irit ■ui.k in aniiBrn ^«g«n: s. oben im Text d^ rassischen Tolks- 

wird In HeriMfMain's R eram Mbaeacitieanmt Com- 

[5&1. p. 86 beridiM: .Stada bab«, id est Anrea 

OU Ostia, in pmiräöa Obioia in tüteriori ripa 

bi Uttera viönia^e arenm flnnnibos multa pas- 

; fMOtuM> doHÜü «Bmes prineipi Hoaeoriae (ut 

Kairant, «ee, «t rariw dienm, UMlantnr, boc 



Nachträge und BerichtigangeiH 263 

idolum Auream Anum statuam esse in formam cujusdam anus, quae 
filium in gremio teneat: atque ibi Jam denuo altenim cemi infantem, 
quem ejus nepotem esse ajunt. Praeterea instrumenta quaedam ibi 
posuisse, quae perpetuum sonum in modum tubarum edant.'^ 

S. 116 Z. 14 V. u. Bei den Äegyptem Vogd mit Menschenkopf 
Hieroglyphe filr die Seele, Der todte Körper des Osiris wurde durch 
den Vogel Ammon wiederbelebt S. Petersen Nord. My(hoL S. 273. 

S. 117 Z. 5 V. o. DeviÜB Ärse. Diese Höhle wird wahrscheinlich 
schon Yon Clemens Alexandr. Strom, p. 632 (Op. Paris 1641) mit fol- 
genden Worten erwähnt: „Xl^ouat ^l xal ol täc loropfac ouvTaSd^xevoi 
d[i.<pl T^v Bpcrravtx'fjv vvjoov avTp6v ti &i:oxc{(jicvov opci' iid hk rfjc xopu- 
fTJc ^dofia* ^(i.TC{ittovTOc ouv tou dv^fxou c{c t6 avrpov, tvX TzpoQpt]f/u\i.ho^ 
Totc x6Xicou TOU öp6YK>aT0c, xu(xß(iX(0V c6p6&txtt)c xpoucfi^voiv i^^ov i^- 
axo6eo&at." 

S. 124 Z 1 v.o. Veronica. So heisst die blutriinstige Frau auch 
im Evang, Nicod, c. 7 (Fabr. ^. T, p. 234) und diese apokryphe Schrift 
ist vielleicht der oben (S. 124 Z. 3 v. u.) erwähnte Siaxpiv^fxevoc dxpe- 
ßlorepov. 

S. 131 Anm. *). Flammenapeere, S. auch Dion. Halic. 5^ 46. 

S. 147 Z. 18 V. u. Streiche die Klammer bei y,tM hodie remanent*^ 
und übersetze: „einen Bogensehuss weit von dem See an dem Orte, wo 
sie sich heute befinden, stehn geblieben seieii,"^ 

S. 149 Z. 10 Y. 0. Aleschans, Vgl. Genin Variations du Langage 
Francais p. 451 ff. Ueber diesen Begräbnissort gab es ein altfirana. 
Gedicht la Chanson d^ Ariescamps, wovon Auszüge bei Paulin Paris 
Eist des Mss, de la Bihl, du Roi 2, 140 ff. 500 ff. 

S. 151 Z. 22 V. u. Dunlop S, 54^^ Nachtrag zu Anm. 167, Die 
daselbst von mir angeführte Artur betreffende Stelle findet sich 
ursprünglich wahrscheinlich in Owen*s Cambrian Biogr. s. v. Arthur 
oder in Davies* British Mgthology; beide Werke sind mir aber hier 
unzugänglich. 

S. 169 Z. 11 V. o: Magazin für die Lit, des Auslands. S. Jahr- 
gang 1834 No. 134: „FVagmente aus A, Marlinkjfs (des bekannten rus- 
sischen Dichters Bestuschew) Skizzen vom Kaukasus,'* Die Üeber- 
schrift des Märchens lautet: „Der arme Teufel in Schirwan,** 

S. 179 Z. 11 V. u. ici plus Mn; s. S. 194 n. 70. 

S. 199 Z. 20 V. u. De cette transformation etc. Dieser Satz muss 
80 lauten: C*est aussi par suite de ces rapports que le diabU occupe 
souvent la place etc. 

S. 211 Z. 6 V. u. Pepesuc, Wir sehen in der Ausschmückung 
dieser Statue (ursprünglich ohne Zweifel die eines Crottes) die Attri- 
bute des Krieges und der Liebe vereinigt Vgl. hierzu oben S. 178 
über Wuotan, wobei man sich erinnere, dass auch Fro als Gott^ der 
Fruchtbarkeit ingenti priapo abgebildet wurde (Wolf Beitr. 107 ff.) 
und gleich Wuotan im wüthenden Heer erscheint. S. oben a. a. 0. 



Register. 



Abraham 125. 

Adam 53. 70 f. 78. 125. 140. 

Adonis 179. 180 181. 182. 189. 190. 

Aefian 85 bit. 152. 

Aepfel 54. 68. 

Aeqaa UU 116. 

Aethiops 142. 

AfxeUus 89. 149. 186. 192. 

Agatstein 110. 

Albanier 83. 

AlbericQS Tr. Font. 78. 96. 109. 115. 197. 

160. 
Albleich 117. 
Alesehans 149. 263. 

Alexander ab Alexandre 94. 141. 160. 
Alexander der Grosse 54. 83. 96. 107. J40. 
Alischanz 149. 263. 
Alp 76. 99 bis. 
Alraunwarzel 70. 
Alte Frau 182 ff. 186. 
Alte Gott 185. 
Alte Leute getödtet 84. 
Alteweibersommer 184. 188 ff. 
Ambrosins 113. 
Ameisen 73. 
Ammon (Vogel) 263. 
Anon. de monstr. 76. 
Anspeien 122. 
Antichrist 68. 
Apfel 54. 63. 

ApoUonius von Tyana 08. 105. 
Argei 86. 
Armillns 69. 
Ars notoria 161. 
Artemis 179. 194. 
Artus 90. 95. 150. 200. 263. 
Asbest 97. 

AthenSus 72. 140. 154. 180. 
Attemkrönlein 111. 
Atys 179. 180. 181 191. 
Aubry, Hund des, 113. 
Anferwecken der Todten 78. 



Aufhocken der Geister 139. 
Augustin 63. 69. 99. 189. 
Avalen 150. 153. 
Axt 99. 100. 
Aylis campi 149. 

B. 

Baader, Volkssagen aus Baden (No. 26.) 
179. (118) 179. (239) 138. (339) 115. (351) 
83. (396) 83. (405) 78. 
Sagen des Neckarthals (S.' 230) 112. 

Bad 57. 60. 

Bickstrdm %9 ter. 137. 

Bäume, wahrsagende, 63. 163 f. 

Barenton, Quelle von, 146. 

Bamacle 163. 

BasUe 69. 70. 73. 90. 118. 148» 151. 

Banmgans 163. 

Baumgeburten 68. 171. 

Becher 129. 

« des Dsehemschid 110. 

Bechstein 151. 166. 

Beffana 184. 

Beil 99. 100. 

Belgis 80. 

Belinus 105. 214. 

Beizebub 182. 

Benjamin v. Tudela 65. 126. 153 

Bercbta 62. 186. 

Bergelben 117. 121. 

Bergentrückt 95. 

Berger de Xivrey 76. 78. 79. 134. 

Bergh, van den, 89. 90. 101. 115. 133. 147. 

Bemikelgans 163. 

Besen 99. 

Bess 182. 187. 

Bethldiem 58. 

Bett, wuttderb., 112 f. 

Bifröst 185. 

BUdsaulen, zauberische, 102. 106. 107. 262. 

Binden des Neck 101. 

Bion 180. 

Blumengraf 178. 

Blut 70. 72. 



Register. 



265 



BIotflflMige Fnm 123. 269. 

Blutige Forchen 98. 

Boaistiiaa 163. 

Boccaccio 204. 

BodioQ8 98. 

Boathiiu 68. 

Börner 167. 

BorauM 170. 180. 

Brand 65. &6. 02. 100. 102. 130 M». 167. 

182 ier. 187. 101 
Brandanns 80. 
Brot 100. 
Browniet 131. 
BrOcke 185. 

» im Fegefeuer 00. 
Bronnen lo Bethlehem 58. 

• « Samaria 54. 
Bokephaloa 154. 
Byiaas ■. Constantinopel. 

c 

Cisar 105. 213 f. deMen GrabMhrift la 

Cisarios v. Heisterbach 204. 

Ci^omarath 70. 

Calderon 78. 

CaU Cangheros 183. 

Cam 133. 

Cambridge 138. 

Camden 81. 82. 00. 92. 117. 120. 132. 138. 

134. 162. 
Camdto 53. 

Castel dell' oovo 106. 161. 
Cagtell' a mare 161. 
Castren 63. 69. 72. 73. 104. 132. 133. 
Caosain de Perceval 115. 
Centaor 75. 
Cerdes des fees 117. 
Cervantes 177. 
Cheviller 143. 
Chorea gigantom 81. 
Christlichkeit der Geister 75. 
Christas 123 ff. 167. 
Clemens v. Alexandrien 197. 263. 
Codinos 98. 107. 
Cola Pesee 04. 

Coleman 149. 162. 171. 188. 216. 
Coliseom 86. 

Comestor 53 üt, 62. 65. 68. 76. 77. 78. 128. 
Conde Locanor 169. 
Conrad s. Konrad. 
CoBstantiaopel 98. 107. 
Crapaodine 172. 
Cromlech 128. 
Coires de Sassenage 130. 
Cyprian 78. 
Cybele 182. 



D. 

DSmonen 67. 

D&omling 156. 

Damascos 53. 

Daoine-Shi 122. 135 M>. 136. 

Deecke 115. 123. 136. 

Degen 99. 101. 177. 178. 

Delrio 64. 67. 74. 78. 97. 127. 143. 160. 161. 
172. 196. 

Devils arse 117. 263. 

Diana 179. 186. 

Dietrich v. Bern 128. 

Dill (Pflanze) 143. 

Diodor 152. 

Diogenes Laert. 262. 

Dionysios v. Halikarn. 72. 263. 

Disciplina cleric. s. Schmidt, Val. 

Dolmen 128. 

Dominae 144. 

Donar 174. 200. 

Don Qu^Jote 177. 

Drachen 136. 

Draci 135 f. 

Dracontites 172. 

Dschemschid 110. 

Doce 145. 

Dftntzer 54. 63. 64. 71. 08 bi*. 105. 111. 126. 
143. 160. 199. 

Dunbar 82. 179. 

Donlop (S. XIII) 174. 175. (93) 95. 150. 
(lOS) 64. 65. (141) 151. 159. (184) 140. 
(186) 105. (201) 73. (305) 80. (308) 66. 
(312) 66. (501) 89. (515) 118. (516) 143. 
(529) 150. (538) 64. 66. 164. (540) 89. 
95. (541a),151 263.(543)89. (546)164.197. 
(Anm. 126) 67. (167) 95. (169) 151. 
(170) 195. (197) 149. (209) 126. (216) 
113. (220) 67. (225) 66. (247) 140. (273) 
81. (282) XI. (313)158. (374) 71. (3S9b) 
260. (393) 63. (395) 89. (474) 97. (475) 
65. 192. (485) 94. (504) 161. <541) 151. 

Durchkriechen 170. 

Dosii 145. 



Ebroin 109. 

Ebosos 89. 

Eckart, der treoe, 178. 184. 1S5. 

Ecken ansfart 204. 

Edda 174. 105. 

Edenhall 129. 

Ei 106. 

Eigeburten 73. 

Einmaoem 170. 

Eisen 00 ff. 



286 



Register. 



Eiben 76. 117 ff. 121. 135. 

Eibenkönige 121. 

Eldenhole 117. 

ElfenUnz 117. 

Elisü campi 140. 

Ellis 114. 

Elritch 82. 

Elritze 83. 

Eltern getÖdtet 84. 

Empedpcles 262. 

Epheu 179. 

Er fHp) 89. 
Erdgebarten 73. 96. 
Erdspiegel 83. 
Erin XI. 89. 105. 115. 197. 
Erlösung der Geister 75. 

Ep^xaxe^ 168. 

En 90 f^. 

Esperver, dame von, 126. 

Etzels hofhaltang 204. 

P. 

Faber, Felix, 53. 54. 57. 

Fablian de l'HennUe etc. 66. 

Fahrende Mutter 187. 

Fahrten, wunderbare, 89. ' 

Fairy-land 121. 

Farnkraut 111. 

Fascinatlon 143. 

Faste, der, den Hals brechen 187. 

Fastnachtsbär 188. 

Fatui 99. 

Fauni 74. 76. 99. 

Faust 64. 

Favonius infans 76. 

FazelU 78. 94. 

Feeen 145. 

Fegefeuer 90. 

Feien 182. 

Felsgeburten 69. 171. 

Fenchel 113. 142. 

Festbannen 143. 

F^te de Caritachs 210. 

, du Lendit 208. 

„ du Loup vert 209. 
Feuer 102. 
Feuergeister 132 ff. 
Feuergott 72. 
Feuerspeiende Berge 108. 
Finger 155 f. 
Finnen 55. 99. 
Flammenspeere 131. 263. 
Fliegen (Thiere) 10. 98. 
Fliegen, zauberisches, XI. 
Folleti 6. 

Frauen mit Dämonen verbunded 67. 
Fro 178. 263. 



g: 



Gadebasse 188. 

Galfredtts Monom. 67. 80. 81. 96. 97. 

Gallicenae 63. 

Ganga Rolfssaga 128. 

Garben 54 ff. 

Gauden, Frau, 186. 

Gaue, Frau, 186. 

Gebarten, wunderbare, 68 ff. 

Geier (Vogel) 69. 

Geijer und Afzeltus 55. 66. 197. 

Geisterheere 195 ff. 

Geisselang, unsichtbare, 164 f. 

Geri und Freki 192. 

Germani 68. 

Gesichtstäuschung 65. 

Gesta Roman, lateln. (c. 10) 159. (81) S7. 

(34) 102. (82) 156. (107) 215. (119) itt. 

(155) 126. (160) 126. 72. (161) 130. (162) 

139. (181) 156. (188) 172. 

deutsche 123. 126. 
englische 156. 159. 

Giganten 9. 

Giraldus Cambr. 63. 64. 65. 67 bi». 68. 81. 
88. 119. 130. 148. 161. 163. 170. 200. 

Gläsisyal 151. 
Glamour 64. 
Glasberg 151 ff. 
Glasinsel 151 ff. 
Glasir 152. 
Glassärge 152. 
Gleichen, die, 116. 
Glocken Tersonkeu 140. 
Godmund s. Gormuad. 
Gödeke 89. 151. 
Godsche 152. 
Görres 83. 
Göthe 169. 

Gog und Magog 83. 96. 107. 
Gold 103. 
Goldberg 152. 
Good neighboure 168. 
Gorgo 11. 
Gormund 81. 151. 
Gottfried y. Strasb. 81. 
Gottfried v. Viterbo 83. 125. 
Grab 87. 

Grabmal, wanderb., 112 f. 
Grabschrift 87 ff. 

Grässe 66. 71 bu. 82. 83. 87. 89 96. 112. 
123. 126 133. 155. 163. ■. auch VUIaoi. 



Grant 131. 
Gregor t. Tours 53. 
Greise getödtet 84. 
Grendel 132. 184. 



68. 98. 112. 



Begister. 



267 



Grimm, Deotsche Gramm. 82. 

Deutsche Myth. (S.XXXVII) 167. (49) 
eO. (50) 60. (66) 117. (68) 86. (72) 177. 
(81) 177. (121) 178. (125)176. (183) 176. 

177. (136) 121. (187) 168. (140)56. (154) 
.176. (155) 112. (157 ff.) 80. 153. (222) 

182. 187. 199. (241) 184. (243) 187. (246) 
121. 184. 189. 190. (247) 184. 186. 188. 
190. (249) 135. (252) 186. (260) 186. 189. 
(276) 189. (281) 178. (282) 113. 189. (308) 
62. (343) 153. (364) 154. (391) 128. (393) 
56. (407) 137. (412) 82. (418) 122. 135. 
(420) 156. (421)121. (422)179.186. (423) 
118. (424) 118. 122. (425) 135. 154. (426) 
128. (427) 76. 122. (429) 142. (430) 76. 
(431) 111. (432) 65. 135. (433) 76. (434) 
121. 122. (435) 101. 121. 123. (438) 117 
Hs. (447) 74. (448) 131. (449) 145. (450) 
117. (451) 121. (452) 143. (455) 74. 117. 

134. (458) 133. (459) 132. 134. (460) 136. 
(461) 75. 175. (462) 134. (463) 132. (464) 
132. 184. (465) 101. (466) 136. 182. (469) 
131. (472) 154. (476) 82. 131. (479) 117. 
131. (480) 167. (481) 74. 75. 123. (498) 
81. (499) 154. (518) 81. 82. (537) 68. 
(550) 53. (557) 130. (558) 130. (562) 179. 
(563-65) 146. (564) 148. (565) 123. (569) 
102. (570) 104. 221. (589) 167. 191. (599) 
100. 186. (604) 6Z (606) 112. (613) 117. 
(617) 243. (621) 63. (624) 154. (631) 92. 
(634) 113. (635) 55. (637) 155. (638) 157. 
(639) 157. (641) 157. (650) 66. (651) 66. 
111. (668) 168. (669) 167. (670)63. (676) 
168. (724) 178. (725) 186. (726) 183. 185. 
186. 188. (727) 186. 188. (728) 182. 18a 
(729) 178. (730) 182. (731) 188. (731—33) 
186. (732)188. (733)182. (735)178. (739) 
184. 186. 188. (740) 176. 182. (741) 183. 

184. (742) 184. 187. 188. (744) 184. (745) 

178. 179. 180. 188. (746) 178. 190. (747) 
182. 185. (752) 186. (764) 92. (772) 89. 
153. (780 ff.) 152. (785) 63. (788) 115. 
(790) 150. (790-795) 149. (794) 90. 91. 
92. (795) 91. (800) 168. (802) 66. (804) 

185. (806) 142. (833) 167. (855)72. (867) 

135. (868) 131. (870) 175. 193. (872) 184. 
(874)194. (875)177. (876)183. (877-880) 

186. (878) 199. (881) 184. (882) 179. 186. 
(884) 178. (885) 197. (886) 199. (887) 
164. 185. 186. (888) 112. (889) 184. (890) 
197. (892 ff.) 196. (884) 195. 199. (895) 
184. 199—201. (896) 184. 204. (807) 186. 
(899) 178. 179. (901) 179. (902) 194. 195. 
(912) 95. (922) 94. (946) 132. 133. 
(954) 168. (957) 182. (963) 180. (968) 
75. (970) 94. (972) 75. (980) 160. 
(997) 144. (998) 144. (1008) 190. (1009) 



144 ^w. 189. (1010) 144. (1012) 146. 164. 
(1018) 154. (1016) 121. (1025) 190. (1026) 
76. 190. (1027) 76. (1028) 188. (1030) 
190. (1031) 76. (1083) 135. (1036) 76. 
90. 114. 144. (1038) 121. (1041) 112.146. 
(1042) 62. 148. (1043)57. (1045) 1«9. 223. 
(1047) 63. 137. (1050) 76. (1051) 63. 137. 
155. (1054) 65. (1056) 123. 148. (1067) 
169. (1069) 57. (1071) 100. 224. (1077) 
222. (1081) 113. (1087) 223. (1089) 131. 
(1095) 170. (1098) 170. (1107) 76. (1109) 
76. 170. (1114) 155. (1116) 142. (1118 ff,) 
117. 170. (1121) 171. (1122) 243. (1124) 
171. (1129) 124. (1134) 100. (1136) 171. 
(1138)100. (1143)124. (1148) 103. (1149) 
100. (1150) 103. (1154) 71. (1155) 103. 
(1157) 103. (1160) 111. (1166) HO. 155. 
(1169) HO. (1170)172. (1191)117. (1192) 
142. (1193) 99. (1203) 177. (1208) 158. 
(1210) 178. (1226) 91. 92. (1227) HO. 
(1229) 164. (1230) 184. 186. (1231) 197. 
(1233) 54. (1234) 63. 
Grimm, Deutsche Myth. 1. Aufl. Anhang. 
(S. XXX) 228. (XLVII) 53. (LXIII) 73. 
(LXIV)73. (CXLVI)143. (CXLVIII) 142. 

Eben das. Dan. Abergl. (No.61) 200. 
(144) 142. (150) 143. (164) 150. 

E b en d as. Deutsch. Abergl. (No. 168) 
100. (397) 197. (439) 246. (464) 100. (484) 

99. (516) 100. (524) 242. (529) 100. (554) 

100. (556) 242. (566) 99 bi*. (638) 100. 
(647) 100. (721) 246. (740) 99. (752) 100. 
(825) 222. (875)143. (886)100. (895)222. 
(927) 100. (977) 143. 

£ b e n d a s. Ehstn. A bergl. (No. 32) 99. 
(61) 200. (62) 100. (100) 100. 
Eben das. Schwed. Abergl. (No. 71) 

101. (118) 99. (125) 14a (151) 100. (168) 
100. 

Deutsche Sag. (No. 29) 75. (35) 97. 
(40) 95. (41) 129. (49) 129. 136. (52) 121. 
(58) 136. (60) 136. (65) 121. 186. (68) 
129. (69) 136. (70) 129. (122) 75. (131) 
155. (180) 112. (242) 133. (247) 114. 
(304) 136. (355) 112. (434) 150. (448 b) 
86. (454) 112. (455) 114. (492) 156. 

Gesch. der deutsch. Spr. 72. 

Irische ElfenmSrch. 89. 121 bis. 131. 
134. 

Kindermarch. (No. 4) 126. (17) 155. 
(20) 138. (24) 121. (33) 155. (39) 89. 
(68) 156. (90) 126. (9t) 126. (101) 121. 
179. (127) 151. (153) 152. (163) 152. 
(166) 126. (193) 151. (Leg. No. 6) 112. 

Eben das. Bd. III. (S. 22) 66. (27) 
113. (48) 151. (76) 143. (92) 151. (106) 
69. (121)156. (192)66.(199)117.(396)81. 



268 



Register. 



Grimm, RechUalterth. (8.90)97. (187) 186 ff. 

(167) 178. (104) 72. (218) 88. (255-267) 

186. (268) 186. (486) 84. (487) 186. (488) 

85. (939) 97. (972) 84. 
Reinh. Fachs 77. 82. 189. 
Cobar den Liebesgott 178. 
9 das Verbrennen dar Leiehen 78. 

85. 149. 158. 
In Hanpt'i Zeitschr. 85. 
Groi^ette 176. 177. 
Grossmatter des Teufels 187. 
Grüne Farbe 121. 177 f. 
Grflnende Stäbe 112. 
Gndimttnd s. Go<Unand. 
catchen 154. 

GaUelm. Malmesb. 65. 78. 87. 114. ISO. 168. 
Guilelm. Neubrig. 76. 118. 129. 
Gangnir 176. 185. 
Gontram 114. 
Guthlacos 06. 132. 



H. 



Haalgeist 132. 
Haferweihe 55. 

Hagen, v. d., Briefe in d. Heim. 98. 
Erzihl. n. Märch. 106. 
Gesammteb. (No. 1) 125. (8) 113. (29) 

63. (40) 85. (55) 181. (58) 117. (65) 131. 

(69) 139. (77) 150. .u, 

Hama 115. 

Hammer, v., 63. 66. 90. 116. 142. 157. 183. 
Hannsch 85. 132. 
Harn 70. 
Harpokrates 156. 
Harrys 179. 
Haupt tt. Schmaler 89. 
Hausgeister 131. 167. 
Haut abgestreift 169. 
Havelok 96. 195. 
Hebamme 135. 
HeQigenwunder 109. 
Heimdal 70. 185. 
Heinrich v. Huntingdon 117. 
Hekla 108. 
m\ 184. 191. 
Heldenbach 204. 
Heihast 185. 

Helias 158; s. auch Schwanenritter. 
Helinandus 66. 78. 
HeliopoUs 36. 
Hetiotropia 111. 
Hellebek 92. 
Helleput 92. 
HeUequin 198. 199. 
Hemricourt 72. 



Hennequin 198. 199. 
Hera 186. 

Herbelot 54 bi*. 64. 70 kü. 78. 77 ter. 142. 
148. 180. 

Herlekinus 199. 
Herlininus 199. 

EpfJiaxCC 168. 
Hermes 168. 
Herodias 186. 

Herodot 84 bi*. 140. 152. 26Z 
Heu 143. 

Hexen 63. 143 ff. 155. 
Hexenprobe 188. 
Hexenring 117. 
Hi Breasal 89. 
Hispaniola 183. 

Hocker 66 bi*. 13G. 137. 140. 150. 182. 185. 
198. 

Holle 109. 
Höllenbrücke 92. 
Höllenflüsse 92. 

Holda 62. 179. 184 bU. 186. 188. 189 bit. 
191. 

Holden 76. 

Holla s. Holda. 

Holle, Frai^ 121. 

Holzweibel 184. 186. 

Homer 142. 

Hörn (zum Blasen) 129. 130. 185. 199. 200. 

. (zum Trinken) 12a 
Hrolf Kraki 193. 
Hufeisen 100. 
Hnglethus 96. 
Hnlda s. Holda. 
Humboldt 141. 
Hund 199. 

j, des Aubry 113. 
Hungerbrunnen 129 f. 
Hunnen 95. 
Hydepark 97. 
Hygel&c 96. 

Hylten-CavalUns etc. 66. 151. 176. 
Hyperboreer 84. 



I. 



Iberier 83. 
Ihre 60. 

Image du monde 106. 
Imp-tree 117. 
iBgnlf 82. 
lonicus 125. 
Irische Erde 88. 105 
Irrwische 131. 
Isidorus 70. 80. 88. 89 



Register. 



S69 



J. 

Ja«)bQS iron Voragine ■. Leg. Aur. 

Jernsalem 64. 

Johannes Siuresb. 69. 98. 

Jobannisfeaer 167. 191. 

Johanniwiacht 56. 

Jones, Atheara, 91. 92. 116. 150. 167. 169. 

Jonge 56. 60. 117. 

Josephiu 53. 71. 77. HO. 159. 195. 

Jaden 95. 

Julfest 54. 

Jalgalt 66. 60. 

Jungfrauen 6. 

Jostina, h., 78. 



Ebeudas. <S. 370) 78. (272) 161. 

(327) 182. (331) 187. (336) 86. (837) 66. 

(346) 189. (367) 143. (372) 66. (379) 100. 
Kuhn u. Schwan, Nordd.Sag. (No. 33) 129. 

(61) 33. (66) 179. (70) 187. (84) 136. 

(86, 3) 167. (92) 168. (102) 66. (116) 

204. (127) 182. (178) 130. 155. (189)179. 

(221, 3) 83. (244) 54. (304) 136. (347) 

78. (366) 169. 
Ebend. (S. XXVI) 200. (383) 178. 

(394 f.) 66. (400) 167. (402) 184. (447) 

90. (459) 136. (481) 182. (484) 168. (497) 

186. (512) 190. 
Kvasir 71. 
Kybele 182. 



Kadsehomorts 70. 

Kimpfe mit Geistern 128. 

Kaiserchronik s. Massmann. 

Kalevala 133. 

Kali Kangheros 183. 

Kara Kon^jolos 183. 

Kaspar ▼. d. Ron 204. 

Katoptromantie 73. 

Katzen 63. 137. 156. 

Keighüey 127. ISO. 134. 

K'ller 101. 

Krsntanr 75. 

Kesselhaken 100. 

Klkimoro 137. 

Kinder entfahrt durch Geister 136. 137 ff. 

» neugeb-i 99. 
Ktifiael in die Luft geworfen XL 
Knoblauch 179 f. 
Kobolde 74. 
König, der, ist todt 179. 

. Knoblauch 179. 

« , weisser, 186. 
Könige, h. drei, 54. 
Koloss 86. 
Kombabos 216. 
Konon 126. 128. 

Konrad, Bischof, 98. 104.-107. 108. 
Koian 75. 89. 116. 
Kranke getödtet 84. 
Kreuz, h., 25. 46. 126. 
Krotenstein 172. 
KCbunel 143. 

Kuh 92; s. auch Seekfihe. 
« rothe, 185. 
, , schwarze, 92. 
Kuhhaut 13. 
Kuhpfad 92. 
Kuhn, M8rk. Sag. (No. 81) 135. (82) 136. 

(174) 116. (207) 136. (220) 136. (240) 133. 



Lachen der Kobolde 131. 

Lady May 182. 

Laher 73. 

Uikibrait 34. 

Lamiae 143 ff. 

Lamprecht, Pfaff, 87. 

Lanzelet 151. 

Larvae 143 ff. 

Lassberg 69. 72. 

Lassen 133. 

Uttichkßnig 178. 180. 

Lebensäpfel 63. 

Legenda Aar. (c. 2) 68. 130. (27) 142. 197. 

(30) 160. (50) 88. 90. (53) 64. (57) 78. 

(67) 77. (100) 112. (105) 123. 136. (119) 

150. (123) 68. (142) 78. (163) 90. (168) 

126. 
Ler*h 128. 

Leroux de Lincy 69. 
Levinus, h., 190. 192.^ 
Leiueon Myth. 64 äü. 65. 66. 57. 60. 62. 63. 

72. 100. 154 ier. 167. 170. 187. 189. 
Lham-dearg 126. 
Lichtenbei^ XL 
Lichter 53. 60. 
Liebesgott 178. 
LUit 71. 145. 
Ltvius 131. 
Liwert 192. 

Loiseleur Deslongchamps 113. 139. 169. 172. 
Loki 132 Aii. 199. 
London 97. 
Lueian 169. 216. 
Luftfahrt XL 



MabiUon 74. 76. 
Mabinogion 90. 128. 



270 



Begister. 



MMrltnt 79. 382. 

Magasin Pittor. 65. 2191 

MH;ie64. 

Mafiuuen, Fma, ■. Lex. Myth. 

Magooi« 62. 261. 

Hubaum pflanun 182. 

Maikönigin 18Z 

Ibimonides 140. 

Maithan 67. 

Managannr 168. 

Marie de Franee 113. 

Martha 123. 

Martyr, Petras, 71. 83. 

Manana 182. 

Maseae 143 bU. 

Massmann 77. 81. 87. 105 ier. 106. 108 Ht. 

111. 112. 126. 151. 161. 168. 262. 
Matthaens Paris 74. 88. 90. 196. 
MaundevUle 84. 93. 140. 
Medusa 93. 
Meerfraa 184. 
Meier, Schw&b. Sagen (No. 8, 3) 76. (85, 6) 

167. (90) 167. (103) 176. (107) 131 (111) 

128. (124) 178. (141) 190. (142) 180. 

(142-148) 185. (144) 190. (145) 188. 

(150) 190. (154) 190. (156) 189. (158) 

190. (166) 178. (184) 138. (190, 2) 179. 

(193, 5) 137. (201) 114. (202) 114. (220) 

160. (221, 1) 160. (226) 143. (244) 157. 

(246) 157. (255) 128. (259—262) 178. 

(264) 103. (276) lll (»9) 178. (298) 

167. (316, 4) 116. 
Eben das. (S. XXH) 194. (371) 187. 

188. (873) 188. (374) 188. (404) 178. 

(439 ff.) 55. (448) 180. 189. (460) 144. 

(465) 188. (4(!6) 55. (479) 178. (496)100. 

(509) 57. 
Mela 78. 84. 89. 140. 
Melusine 65 f. 130. 
Mendoza, Hort, de, 196. 
Menschenschöpfnng 54. 
Merkurius 121. 171. 
Merlin 67. 
Mem 152. 
Messer 99. 100. 
Messias, falscher, 69. 
MeUll 99 ff. 
Metigerspning 193. 
Mikrokosmus 54. 
Midgardschlange 174. 
Mirakel 109. 

MirabiUa orbis Romae XII. 
Mittelpunkt der Erde 54. 
Mörserkeule 99. 
Mohren 142. 
Mone 70. 72. 88. 100. 109. t3a 148. 168. 

168. 



Mondfinstemiss 167. 

Moore, Th., 57. 

Moses 49. 

Mücke, eherne, 99. 

MOllenhof, Sagen a.8. w. (No. 6) 204. (121) 
130. (178) 78. (187) 113. (188) 112. (264) 
143. 160. (271) 143. (272) 143. (335) 185. 
(347) 132. (377) 169. (380) 116. (389) 
168. (392) 168. (406) 136. (449) 167. (490) 
55. (507) 168. 185. (508) 186. (609) 197. 
(523) 196. (572) XI. (658) 185. 

Ebendas. (S.L) 185. (386)151. (473) 
151. (466) 156. 

Müller, P. E., 81. 86. 91 

Mummelsee 146. 

Mutter, todte, kehrt wieder 66. 

Myrmidonen 73. 

H. 

Nachtfam 144. 

Nachtgriff 142. 

Nacktheit 100. 

Nadeln 100. 101. 

Nähnadeln 99. 

Nagelbrunnen 130. 

Nailboumes 130. 

Naipes 168. 

Narrenpfiug 187. 

Nase, lange, 188. 

Neapel s. Virgilius. 

Neckam, Alex., 101 105. 106. 

Neidnagel 170. 

Nbnnius 111 150. 151. 158. 

Neptuni 131. 

Neumond 168. 

Nimrod 77. 

Nixen 137; s. auch Seejungfer. 

Nobiskrug 168. 

Nore, de, 100. 136. 137. 141 144 146. 148. 

170. 186. 187. 188. 191. 
Nothfener 103. 
Nuton 131. 

0. 

Obelisk 87. 

Oben und unten wachsen 169. 

Obtmsh 81 

Oehsenhaut 13. 

Odl^nsakr 63. 81. 

Odin s. Wnotan. 

Ölperisch 81 

Ogier 169. 

— olf (Endung) 81 

Olympiodor 102. 106. 

OnyelioinMilio 73. 



Ragüter« 



271 



Orfeo and Henrodis UT. 121. 186. 

Orion 170. 194. 

Oscill« 86. 

Oiiiis 180. 263. 

Oikabfrr 111 

Oakmeyar 12a 

Ostara 176. 18Z 

Osterfener 57. 

Onphen 81 

P. 
Pallas gigas 78. 
Panl80. 

Panis caWdvLS 113. 
Panzer, Beitrag etc. 55 bis. 116. 150. 151. 

185. 191. 193. 204. 
Panen 103. 
Patricins, h., 90. 200. 
Paulus Diaconas 114. 
Paul Warnefried 78. 
Paosanias 109. 148. 195. 
Pansilippo 108. 
Peak, Sehloss, 117. 
Pech, Schloss, 117. 
Pelzmarte 188. 
Pepesac 211. 263. 
Perchtenlanfen 186. 
Percy 82. 127. 
Pest 100. 171. 
Pestweiblein 184. 191. 193. 
Petersen 55. 153. 167. 263. 
Petms, h., 167. 
Pfeife, wunderb., 117. 
Pfeüweissagong 142. 
Pferd 64. 122. 129. 132 f. 154 
Pferd, weisses, 185w 
Pferdetag 55. 
Pfingstkönig 179. 
Pflog ziehen 187. 
Philadelphia, Taschenspieler, XI. 
Phoke 137. 

Photius 83. 85. 101 106. 126. 195. 
Pilbis pawm 117. 
PUeati 176. 
Plato 89. 
Plinins S, N, 63. 69. 71 81. 83. 84. 87. 104. 

110 biä. 111. 113. 116 bU. 130. 131. 140. 

154. 155. 156. 159. 195. 219. 220 bit. 
Plntarch 89. 150. 156. 180. 
Pinto 179. 
Polo, Marco, 84. 97. 
Polykrates, Ring des, 77. 
Portuni 131. 
Priester 176. 177. 
Procession de Rosson 201. 

, . St. Lieirin 205. 

Prokrustesbett 113. 
Pseado-Abdias 65. 93. 111 



Psendo-CalUsthenes 140. 154. 155. 
Pseudo- Marcellas 65. 

Pseado-VUlani «8. 101 104. 105. 106 bU. 
108. 

a 

Qaasir 71. 

Quellen, wunderb., 147 ff. 164. 

B. 

Rabe, klager, 45. 

Raupen 76. 

Raute 113. 

Recognit Clement. 72. 

Regen machen 147 ff. 

Reichsapfel 54. 

Reifentanz 211. 

Reisen, wunderb., 89. 

Reuker Uder 186. 

Rhea 181 

—rieh (Endung) 81 

Richard sans peor 199. 109. 

Riesen 78. 80 ff. 

Riesentans 81. 

Ring des Polykrates 77. 

Ringe 77. 159. 

Ringe, wanderb., 111. 

River -horse 133. 

Robert 113. 139. 

Robin Hood 181 

Roger V. Hoveden 65. 91 103. 138. 180. 

Rollerich -stones 81 

Roman d'Alexandre 87. 97. 

„ de Perceval 128. 

» de Richard 198. 199. 
Ross s. Pferd. 
Roon-tree 117. 
Röze 150. 
Rfickert 67. 195. 
Rfickwartssagen 117. 
Rückwfirtsspielen 117. 
Rassen 137. 

& 

Sabbat HO. 

Sabbathion HO. 

Sachsen 68. 

Sada'll5. 

Säbel s. Degen. 

Saide, Frau, 204. 

Sakontala 78. 

Salamander 97. 

Salomon 48. 77. 159. 

Samen 70. 

San-Marte 67. 81. 81 150. 151. 153. 15a 

Santarem 63. 

Satyri 74. 

Saxo Grammat. 63. 81. 96. 155. 195. 

Schafflertanz 193. 211. 



272 



Register. 



Sehamir 168. 

ScheUen 122. 

Sehifl in den Wolken 61 961. 

Schifffahrt, wanderb., 109. 

SdüffsbegrSbnisM 146. 

SchüTsiunzflge 167. 

Schiller 94. 

Schlafendes Heer 185. 

Schlangen 65. 66. 110. 113. 155. 172; ■. «och 

Drachen. 
Schlangenkönigin 158. 
Schlimm Bbasel 167. 
Schlüssel 99. 100. 
Schmetterlinge 76. 
Schmidt, Val., Beitr. a.8. w. 102.105. 106. 108. 

Didpl. Cler. 87. 167. 

Straparola 63. 74. 77. 137. 155. 

Taschenb. d. Rom. 77. 95. 

Wiener Jahrb. 78. 
Schneekind 71. 

Schott, Wallach. MiRh. (No. 12) 85. (15) 
112. (16) 151. (18) 156. (27) 69. (32) 73. 

Eben das. (S. 133 IT) 153. 
Sehntet 131. 
Schratweg 82. 
Schreiber 146. 
Schuhe der Todten 91. 
Schwanenritter 66. 153. 
Schwanennrtheil 156 f. 
Schwara, W., 187. 

Schweinehirt 117. . f. 

Schwelle 99. 100 öit. 
Schwert s. Degen. 

Scott, Walter, Lady of the Lake 72. 75. 123. 
183. 134. 135 bu. 

Lay etc. 65. 

Marmion 126. 150. 

Minstrelsy, Introd. 88. 
Cent of Keeldar 170. 
Thomas the Rhymer 122. 178. 
Waterkelpie 136. 
Yoang Bei^ie 117. 
Young Tamlane 129. 136. 196. 

Sir Tristrem 80. 

RedgaunÜet 197. 
Serat, old, 82. 
Sea-trows 134. 137. 
Seeen, wnnderb., 137. 146 ff. 
Seejnngfer 134; s. auch Nixen. 
Seekfihe 132. 
Seele 114. 263. 

Seelen der Verdammten 108 f. 
Seelenverwandlnng 114. 263. 
Sehen bei Naeht 10. 
SelbsttSdtung 84. 
Seid, Jungfr., 294. 
Seneea 131. 



Shi-ich 8. Daoine-ski'. 

SiebensckUfer 89. 

Sieben Weise Heister 105. 107. 

Siegfried 155 ff. 

Siegstein IIa 

Siegbert v. GemU. 74. 106. 200. 

Silvanus 99. 

Simeon, St, 200. 

SimpUcissimua 179. 

Sinurock 153. 184. 188. 189. 

SinnentSuschnng 64 ff. 

Sirat, Brftcke, 90. 

Sirenen 137. 

Skythen 84. 

SUta baba 262. 

Slawen 85. 

Sleipnir 177. 

Snowdon 147. 

Sommer, Em., 136. 154. 

Sommer (Jahresieit) 187. 

Sommeraastreiben 184. 

Sommerbftume 187. 

Sonnenb&ome 63. 

Sonnonpalast 140. 

Sonnentisch 140. 

Spatulamancia 169. 

Specalam Hist. s. Vincent Bellov. 

Speerflammen s. Flammenspeere. 

Speichel 70. 71. 72. 122. 

Spielkarten 168. 

Spintomices 81. 

Springen in Stein 82. 

Stab 8. Stibe. 

Stadt angezündet durch Vögel 81. 262. 

St&be, grünende, 112. 

„ weisse, 185. 190. 
Stahl 99 ff. 
Statuen s. BUdsänlen. 
Stecknadeln 101. 
Steine, wanderb., 110. 148. 
Steingeburten 69. 
Steinhaufen 168. 
Stein springen, in, 82. 
Steinwerfen 74. 137. 146. 
Stephan, h., 65. 
Stern tu Bethldiem 53. 
Stock 8. Stab. 
Stöber 179. 196. 
Störche 156 f. 

, marmorne, 96. 
Stonehenge 81. 

Strabo 83. 84 his. 85 bit. 140. 151 150. 
Straparola 156. 
Stranss, Fr., 189. 

, , Otto, 141 
Striae 143. 
Strömkarlslag 117. 137. 



Eegfeten 



273 



Stroh 60. 18a 
Stürme erregt 146. 
Snetomiis 114. 
SnisM, If, 1I.8.W. 211 

T. 

Taeitas 68. 

Talvj 196. 

Tanir 159. 

Tarascus 136 f. 

Tartaren 102. 103. 

Tatos 154. 

Taacher, der, 94. 

Taasend und eine Nacht (Nacht 264) 133. 

(456) 68. (495)78. (584) 115 f. (940) lld. 
Tegner 126. 
Tenune, Sag. d. AUm. (Na 88) 54. 

Ebend. (S. 78) 170. (83> 170. (85) 

100. (106) 97. (117) 170. (132) 197. 
Sag. Ponnii. (No. 246) 115. 
Ebend. (S. 340) 101. (351) 193. 
Tendlau (No. 1) 95. (3) 150. (19) 78. (24) 

63. (25) 63. (28) 67. 71. 75. 135. (29) 

113. (39) 77. 88. 158. (43) 77. (52) 167. 

(60) 77. 
Tettaa und Temme, Preuss. Sagen (Nö. 66) 

115. (122) XL (166) 179. (185) 47. 

(209) 97. 
Ebend. (S. 284) 99. (295) 158. 
Teufel 67. 68. 179. 180. 187. 188. 199. 
Teutobod 78. 
Thamir 159. 
Thammuz 180. 
Thanet, Insel, 89. 
Thattr om Olnf Geirst. 92. 
Thau 56. 

Thauabstreifen 190. 
Thauschleppen 190. 
Theokrit 179. 
Teutanes 79. 
Thiere fortgezaubert 99. 
Thierhaut verbrannt 169. 
Thiers 90. 99. 103. 111. 178. 187. 
Thomas Cantipr. 131. 135. 145. 146 öü. 156. 
Thomas v. Ercildoune 117. 122. 
Thor (Gott) 174. 

« , dessen Böcke 158. 
Tibetaner 73. 
Tilurel 152. 
Titas 77. 
Tod 98. 188. 
Todanstragen 182. 188. 
Todesknifr'l42. 
Todte vriedererweckt 78. 195. 
Todtenhemd nassgeweint 19^ 
Todtenschuh 91. 
Tooke 137. 

Genrasii Tilb. otia imp. 



TrSome 170. 

TribaUer 84. 

Triefeis 84. 

Trinkhorn 128. 

Trocken wasche 116^ 

Troll 82. 

Trompete, vunderb., 107. 262. 

Trug der Eiben 135. 

Tuba, wunderb., 107. 262.. 

Tundalus 91. 

Tutosel 194. 

Uder 186. 
Ukko 131 
Ungarn 95. 
Unsichtbarkeit 111. 
Unsterblichkeitsland 62. 
Unterirdische 76. 117 ff. 12t. 168. 



Urin V Harn.' «t/* 






V. 



19« 



Valkyrien 128. 182. 189 bit. 

Verfluchung v. Kinderi 131 f. 

Vergessenheit 159. 

Vergodendeelstruss 55. 

Veronica 124. 263. 

Verwandlungen 63. 137. 

Verwandlungskampf 156. 

Verwundungea 137. 

Vespasian 77. 

Vesuv 108. 

VUl<Auarque Ua 111 ier. 112. 128 Hs. 147. 

155. 167. 168. 171. 112. 
Vincentias Bellov. 66. 67. 78 bii. 85. 87. 90. 

98. 102. 103. 10& 106. 114. 134. 144 bU. 

146. 156. 159. 160. 163. 203. 
Virgilitts 98. 104 ff. 262. 
Visionen 89. 
Vögel 115. 

Vögel zünden eine Stadt an 81. 262. 
Vogelsprache 155. 
Vrtdanc 88. 
Vulkane 10& 

w. 

Wärwolf 137. 161. 

Wäsche 116. 

Wagener 77. 172. 

Walewyn 89. 90. 115. 

Walkyrien 128. 162. 188 bis. 

Walpurgisnacht 180. 

Wandlesbury 127. 

Warnefried s. Paul. 

Wasser 65. 103. 164. 170. 

WassergeUter 101. 117. 121. 132 f. 134. 

Wasserprobe 188. 

Wasservogel 179. 193. 

Waterkelpie 133. 

Weiber s. Frauen. 

18 



274 



Register. 



Weihnaehlen 53. 55. 57. 

Weihnachtskuchen 56. 

Weihnachtolkhter 60. 

Weihnachtsstroh 60. * 

WeU 54. 73. 75. 77. 83. 90. 158. 

Weinstock, goldener, 140. 

Weiss« Farbe 185 f. 

Wenden (Volk) 85. 187. 

Werwolfe 137. 161. 

Wiedehopf 83. 

Wiederbelebung Todter 160. 

Wiedergeburt, symbol., 170. 

Wiesel 113. 

WUde 177. 

WUde Jagd s. Wüthendes Heer. 

Wilhelm s. Guilelmus. 

Wind 112. 

Windgeburt 69. 

Windsbraut 187. "^^ 

Windverkäufer 112. ^ 

Winter 137. 184. 

Wintergöttin 182. 184. 

Winterkönigin 182. 

Wöchnerinnen 99. 

Wölfe Wuotan's 192. 

Wolf (Krankheit) 171. 

Wolf (Thier) 82. 

Wolf, J. W., Beitr. u. s. w. (S. 7) 199. (10) 
176. (11) 112. (12) 176 bi*. (13) 176. 
(15) 200. (60) 196. (88) 158. (107) 283. 
(117) 60. (118) 232. (119) 56. (12Ö) 65. 
(121) 60 bi*. (125) 55. (163) 154. (165) 
167. (166) 157. (167) 62. (179) 189. (202) 
92. (205) 73. (215) 197. (219) 100. (233) 
71. (238) 139. (241) 170. (255) 171. 

Wolf, J. W., Deutsche Sag. (No. 56) 116. 
(57) 115. (68) 116. (72) 168. (19$) 7Z 






(246) 76. 135. (263) 164. (268) 164. (390) 

196. 
Hess. Sag. (No. 12.) 189. (25) 196. 

(201) 136. (202)136. (204)136. (265)196. 
Niederl. Sag. (No. 25) 81. (130) 150. 

(141) 112. (207) 134. (214) 139. ^(216) 

133. (219) 75. (226) 197. (250) 114. (264) 

78. 160. (282) 146. (481) 131. (487—489) 

133. (521) 75. (571) 112. 
Wolfdietrich 151. 
Wolfram v. Eschenb. 144. 
Wolkenschiffe 62. 261. 
Wright, Th., 125. 
Wflthendes Heer 173 ff. 
Wnk, Stephanow, 78. 
Wunderbare Geburten 68. 
Wunderer, wilder, 204. 
Wunschhut 112. 
Wnnschwind 112. 
Wnotan HZ 128. 175 ff. 1921 



Ymp-tree 117. 
Yoni 171. 



Y. 



Z. 



Zahori 83. 
Zanberbücher 160. 
Zauberringe 111. 
Zaubersalbe 136. 
2^ubersteine HO. 
Zedechias (Zauberer) 261. 
Zeugung, wunderb., 68 ff. 262. 
Zirkelwahrsagerei 74. 
Zmok 132. 
Zuirianer 83. 
Zurücksagen 117. 
Zurückspielen 117. 
Zwimknäul XI. 



D r u ck f 

Lies: 
S. 10 vorletzte Z. hie [gesperrt]. 
M 41, 13 V. o. ht^usmodi. 
M 50, 14 V. o. tilge das Komma nach 
(atten)dens. 

» 59, 21 V. o. rftti 

„ 61, Strophe 2 Z. 7 vattoa. 
» 61, „ 4 

„ 73, 1 V. 0. Als. 

, 78, 19 V. o. Fabri. 

„ 78, 23 y. 0. Tostatus. 

„ 78, 18 V. u. Fazellus. 

„ 85, 12 V. u. Insel Keos. 

n 86 ••) TUjAßoY^povxec. 
„ 103, 19 V. 0. fönte. 



„ 5 Mali. 
5 » 3 Spisen. 



e h 1 e r. 

Lies: 
S. 113, 13 V. n. Deslongehamps Essai sur 

les Fahles Ind 
„ 127, 21 V. o. Keighüey. 
„ 137, 14 V. o. 193, 5. 
w 139, 18. 19 V. u. Deslongch. Essai sur 

les Fables Ind. 
„ 167, 21 V. u. Unsälde. 
„ 168, 26 V. 0. Na. 92. 
, 172, 8 V. n. 9tait %. l. S. 
„ 186, 4 V. 0. nos jours. 
« 187, 12 ▼. u. de l'alleluia. 
„ 193, 15 V. 0. streiche teuletneni. 
w 194, 14 V. u. qu'avait 
» 203, 8 V. u. Reiter. 
„ 207, 4 V. o. chascun an. 
„ 246, 8 V. 0. d*Qn homme. 



Hofbuchdruckerei der (^br. Jäneeke zu Hannover. 



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Hie boircrwer must retum tlüs item on orbefore 
öie last date stamped below. If another iiser 
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4 



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